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Blutrausch

GeschichteMystery / P16 Slash
Brave Starr Tex Hex
26.10.2010
29.10.2010
8
4.040
1
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2 Reviews
 
 
26.10.2010 470
 

BLUTRAUSCH


Roses Smalltalk:
Ganz klar: MariLuna hat mich mal wieder inspiriert...
Danke!


BLUTRAUSCH



EINS


Vorsichtig, lautlos und nur ein Schatten voller Dunkelheit; mehr bin ich nicht, wenn ich jage.
Die Nase in den Wind gereckt, geduckt und schnell schleiche ich mich an den ersten Häusern dieser kleinen Siedlung vorbei.
Meine verräterisch glimmenden Augen hinter dem dichten Vorhang meines Haares verborgen, spähe ich zu der verlotterten, zwielichtigen Spelunke hinüber, lege mich geduldig auf die Lauer.
Eine Stunde vergeht, zieht sich hin wie zähflüssiges Blei.
Ich verharre geduldig, bin eins mit der Nacht.
Und eine weitere Stunde vergeht, ein paar kümmerliche Opfer gehen an mir vorbei. Keiner sieht mich – doch sie fühlen mich, erschauern in einer ihnen unerklärlichen Ahnung von nahem Tod; eilen schnell davon. Davon in die Sicherheit ihrer behaglichen Heimstätten, in die Arme ihrer Lieben.
Ich lasse sie ziehen.
Ich habe kein Heim mehr. Und auch keiner der auf mich wartet. Nicht seit ich bin was ich nun bin.
Ein Jäger in der Nacht.
Einsamkeit. Grausam, tröstend, eisig kalt, eine ganze Ewigkeit lang.
Ein lautloser Seufzer der im kalten Nachtwind der Wüste verweht entringt sich mir, ein unnötiger Atemzug folgt.
Warum meine Art atmet? Aus purer Gewohnheit und zur Bewahrung eines letzten Rest Menschlichkeit.
Und auch nur aus diesem Grunde stellen wir nicht jede Beute.
Menschlichkeit ist ein grosses Wort für einen wie mich.
Dieser eine Atemzug füllt meine toten Lungen mit der Witterung derer ich schon heute früh habhaft wurde.
Zuckersüsses, reines Blut.
So abgrundtief verführerisch.
MEINE BEUTE
Ich widerstehe, kämpfe den Drang in mir nieder, in diese Kaschemme zu stürzen und meine Beute hinaus in die Nacht zu zerren, mich an ihrem warmen, süssen Blut gütlich zu tun.
Manche Dinge werden besser und man weiss sie mehr zu schätzen, wenn man auf sie warten muss.

„Marshall! Marshall!“
Ich seufze auf, stelle meine erst zur Hälfte geleerte Kaffeetasse auf meine Schreibtischunterlage und setze mich zugleich ordentlich hin.
Gerade zur rechten Zeit, denn schon fliegt die Tür zu meinem Büro auf und einer unserer „Braven-Bürger“ stürmt herein.
„Marshall...“
Hatten wir das nicht eben schon?
„Marshall Brave Starr...“ wie oft will er denn noch meinen Titel und Funktion aussprechen oder keuchen?
„Marshall Brave Starr, man hat schon wieder ein Opfer gefunden...“ er holt kurz und keuchend Luft, „... sie ist bei Doc Slim und im Koma...“

„Schon wieder?“
Das kleine Abbild von Doc Slim auf dem Bildtelefon nickt und erklärt mir beinahe schon vorwurfsvoll: „Ich habe sie gefunden, heute früh als ich nach Hause wollte... Wieder in den Hals und die Schulter gebissen, und wieder in diesem seltsamen Wachkoma. Nicht ansprechbar.“
Ich nicke zustimmend, bestätigend und zugegeben einigermassen schuldbewusst: „Ich komme später vorbei Doc, machen sie die Fotos und den Bericht fertig. Ach, und danke für die Mühe, Slim!“
Der nickt mir nur gönnerhaft zu und kappt die Verbindung.
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