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Herz des Anubis

von Liwen
GeschichteAbenteuer / P12
Kurtis Trent Lara Croft Zip
24.10.2010
21.08.2012
25
60.315
 
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54 Reviews
Dieses Kapitel
3 Reviews
 
24.10.2010 4.507
 
Tüdelü!
So, weiter geht es, hab mich mal bemüht, auf besonderen Wunsch hin, ein etwas längeres Kapitel zu schreiben...  
Hoffe, das es euch immer noch gefällt und gefallen wird, und mit wem Lara noch die Ehre haben wird...aber nicht runterscrollen und vorlesen.  ;-)
Naja...es wird noch ein bisschen verwirrend mit den Charakteren, mal sehen, ob vielleicht schon vorher jemand eine Ahnung hat, wie sich alles entwickeln wird.  XD
Danke für eure bisherigen Reviews. ^.^
vlg L.
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Lara wusste nicht, wie viel Zeit vergangen war. Sie hatte auch nur raten können, welche Wege sie nehmen sollte, wenn sie an einer Kreuzung angekommen war und mehr als nur ein Tunnel noch begehbar war. Der Tempel musste einmal wirklich riesig gewesen sein.
Es war bestimmt einmal ein beachtliches Bauwerk.
Erneut fuhr sie sich beiläufig an die Platzwunde am Kopf. Es hatte schon aufgehört zu bluten und schwindelig war ihr auch nicht mehr. Sie war froh darüber. Sehr wahrscheinlich hatte sie sich doch nichts ernstes eingefangen. Das hätte ihr schließlich gerade noch gefehlt.
Doch dann endlich, nach langer Zeit konnte Lara Stimmen hören und da wohl altägyptische Götter oder Mumien wohl kaum fließend englisch sprachen, musste es sich um die zwei Vermissten handeln.
,,Aber nein, das ist sicher nicht richtig…” es war Mariannas Stimmte.
,,Du zweifelst an mir?” entgegnete Kenneth. Er hatte eine lodernde Fackel in den Händen.
Als Lara um die Ecke kam, sah sie die beiden mit ihren Taschenlampen in einem großen Raum vor einer großen Tür stehen.
Der Raum lag genauso in Trümmern wie alles andere und Lara begann die Trümmer zu überwinden, um zu den beiden zu kommen.
,,Hey!” rief Lara ihnen zu und sprang über einen Steinblock auf dem, um das letzte Hindernis zu ihnen zu überwinden.
Marianna und Kenneth drehten sich zu ihr um und wirkten erschrocken, sowie ertappt.
,,Lara, was tun Sie denn hier?” fragte der Historiker und näherte sich der Archäologin.
Lara stemmte einen Arm in ihre Taille: ,,Das könnte ich Sie allerdings auch fragen. Was tun sie beide hier? Ist ihnen entgangen, das dieser Tempel hier eingestürzt ist? Ich hatte Ihnen gesagt, das sie diese Trümmer meiden sollen!”
,,Lara…” wollte Kenneth besänftigend ansetzen, doch die Archäologin fuhr ihm dazwischen: ,,Warum haben Sie die ganzen Arbeiter weg geschickt? Sind sie Lebensmüde das Sie ohne Absicherung hier runter steigen?”
,,Was geht Sie das denn an?…” Marianna kam hinzu und funkelte die Archäologin sauer an, ,,…Niemand hat Sie gebeten hier her zu kommen. Sie sind nicht unsere Mutter und obwohl ihnen die Leitung des Camps gegeben wurde, bestimme immer noch ich selbst, was ich tue oder lasse. Sie haben mir nicht das geringste zu sagen, Lady!” Ihre Worte waren schnippisch und frech.
,,Marianna…” ermahnte Kenneth in ruhigem Ton.
,,Ist doch wahr. Die macht nur Ärger seit sie aufgetaucht ist!” in ihren Augen funkelte Hass.
,,Also, Marianna, besinn dich, okay.”
,,Entschuldigen Sie, wenn ich unterbreche…” meinte Lara dazwischen, ,,…aber ich kann Sie sehr gut hören und wenn Sie meine Hilfe hier nicht brauchen, dann können Sie auch alleine hier wieder raus finden, oder?” Sie überging mit Absicht die Feindsehlichkeit von Marianna, da es nicht ihr Niveau war, in so einer Situation herumzustreiten.
,,Eh…” stotterte der Historiker nur.
Marianna verschränkte die Arme und schwieg.
Lara wusste, das die beiden keinen Schimmer hatten, wie sie da raus kommen sollten und nickte: ,,Das kommt eben dabei heraus, wenn man unvorbereitet einfach so irgendwo rein platzt.”
,,Sie sind doch auch nicht vorbereitet her gekommen, oder?” fuhr Marianna die Archäologin an.
,,Nein, das habe ich Ihnen zu verdanken…” entgegnete Lara gefasst, blickte jedoch dann auf und unterbrach sich selbst. Ihr Blick blieb auf der Tür hängen, hinter den beiden.
,,Woww…” murmelte Lara, ging an Marianna und Kenneth vorbei und blieb vor der großen Tür stehen.
Sie sah sich die Zeichen, Reliefs und Bilder darauf mit der Hilfe ihrer Taschenlampe genau an.
,,Ja…” begann Kenneth, ,,…dort wird die ganze Geschichte von Anubis erzählt. Von Anfang bis Ende. Hier war einst, laut den Schriften, die Geburt von Anubis selbst. Hier gebar ihn Nephtyhs. Er war der Stolz seines Vaters Osiris.”
Lara blickte ungläubig zu dem Historiker hin und wunderte sich mit welcher Faszination er dies erzählte. Es schein fast so zu sein, als vergötterte er die Anubis Legende.
,,Aber Sie wissen doch sicher…” begann Lara, ,,…das es noch eine andere Legende gibt, die…”
,,…die besagt, das Re Anubis Vater war, ja…aber das ist schlicht und ergreifend Humbug. Alles, was über den Gott der Nekropole geschrieben wurde, ist falsch. Meine Untersuchungen haben das erwiesen. Diese eine Geschichte entspricht den Tatsachen.”
Die Archäologin wurde noch ungläubiger.
…Glaubt der Typ etwas selbst, was er sich da zusammen faselt?…Welche Untersuchungen?…Das sind alles Legenden, die eben nicht bewiesen werden können, sonst wären das ja keine Legenden mehr…irgendwoe kommt mir der Kerl fanatisch vor…
,,Wenn Sie das glauben, Dr. Burnham…” begann Lara dann, ,,…aber ich denke wir alle sollten uns allmählich auf den Rückweg machen, denn obwohl ich zugeben muss, dass dieser Ort mein Interesse geweckt hat und ich mich gerne stundenlang hier umsehen würde, ist es bestimmt eine Arbeit von Stunden bis wir uns hier wieder frei gegraben haben.”
,,Vielleicht auch nicht…” er ging zu Marianna und griff in ihre Hosentasche.
,,Hey…gib es ihr nicht!” entfuhr der jungen Schwarzhaarigen empört, doch die Art und Weise wie Kenneth und Marianna miteinander umgingen, waren sie sich wohl nicht so fremd.
Lara hatte schon gehört, wie die beiden sich duzten und vermutete schon fast, das da mehr dahinter steckte, als einfaches kollegiales oder freundschaftliches Verhalten.
,,Wir haben in den Gewölben das hier gefunden…” er war neben Lara gekommen und hielt ihr ein kleines Zepter hin.
Sie nahm es an sich und konnte Marianna verärgert schnaufen hören, überging as jedoch abermals und betrachtete das Stück in ihren Händen.
Es war ein einfacher, etwa dreißig Zentimeter langer Goldstab mit dem Kopf des Anubis an der Spitze.
,,…wir glauben, das dieses Ding eine Art Schlüssel ist und diese Tür hier öffnen kann.”
Lara blickte zu ihm.
Sie roch förmlich, das hier noch mehr dran war, als sie wusste. Warum wollten die beiden tiefer in die Tempelanlage. Normalerweise bekamen Menschen nach einem Einsturz Panik und wollten schleunigst weg von dem Ort an dem er passiert ist. Nur diese beiden schienen furchtlos zu sein. Das, oder aber sie wussten etwas.
Die Archäologin fragte also direkt, ohne um den heißen Brei zu reden: ,,Um was geht es hier? Wieso sind Sie hier? Was glauben Sie hier zu finden?”
Kenneth wusste nicht recht, was er sagen sollte, da kam ihm Marianna zuvor: ,,Das geht Sie überhaupt nichts an…” sie drängte sich zwischen Kenneth und Lara du fragte dann, ,,…Können Sie diese Tür öffnen?”
Lara verschränkte die Arme und sah das junge Ding an. Beinahe wäre ihr ein lautes Lachen über die Lippen gekommen, aber sie verkniff es sich. Wie konnte diese junge Frau so garstig zu ihr sein und sie dann auch noch dreist um Hilfe bitten, als wäre es das selbstverständlichste auf der Welt.
Sie atmete tief durch, verschränkte die Arme vor der Brust, doch hielt das kleine Zepter gut fest. Kenneth hatte ihr wohl unbewusst einen Trumpf zugespielt und den wollte Lara sich nicht so schnell wieder abnehmen lassen.
,,Mir kommt das hier so vor, als wenn Sie beide mir was verschweigen…“ begann die Archäologin, ,,…Ja, ich kann Sie hier raus bringen, aber nur, wenn Sie mir alles sagen, was sie wissen. Wieso haben Sie meine Anweisungen missachtet? Es ist gefährlich hier zu sein, das besagt schon das Relief im Zelt und…”
,,…sind wir jetzt wieder bei ihren Legenden…” unterbrach Marianna dreist verachtend, ,,…Die sind mir egal. Ich glaube nicht an so was…Wenn Sie es unbedingt wissen wollen, warum wir hier sind, dann gut, ich sage es Ihnen…”
,,Marianna, nicht…” ermahnte Kenneth.
,,Doch…die will es doch wissen, also lassen wir sie daran teilhaben. Sowieso ist es jetzt zu spät.”
Lara konnte dem Gespräch nicht folgen. Sie hatte keine Ahnung, was abging, aber ein ungutes Gefühl machte sich in ihr breit. Irgendetwas stimmte mit Kenneth und Marianna nicht….

,,Ich bin die Nachfahrin des Anubis und das sollte nicht gleich die ganze Welt mitbekommen.” platzte es aus der jungen Gothikanhängerin.
Lara weitet augenblicklich die Augen und musste krampfhaft einen Lachanfall unterdrücken. Lediglich einer ihrer Mundwinkel hob sich eine Idee.
Glaubte die junge Frau etwa selbst ihren Worten?
…Nachfahrin des Anubis…Die und ihre schwarze Seele spinnen doch…Die sollte sich mal in Bedlam vorstellen…
Die junge Schwarzhaarige blickte Lara herabfallend an: ,,Sie brauchen das nicht zu glauben, wenn Sie es für Schwachsinn halten, aber ich bin schon seit meiner Geburt für größeres Bestimmt. Allein schon meine Intelligenz der ich zu verdanken habe, das ich hier sein kann und meine bisherigen Werdegang so professionell gemeistert habe, zeugt von meiner göttlichen Abstammung.” Sie hörte sich überheblich an und schien wirklich sehr von sich überzeugt zu sein.
Die Archäologin blickte den Historiker an: ,,Sie glauben ihr?”
Kenneth hielt sich wie gewöhnlich zurück und versuchte sich herauszureden: ,,Also…eh…”
Lara atmete aus und schüttelt knapp den Kopf. Sie fand kaum Worte, die das Verhalten von Dr. Kenneth Burnham, einem Historiker des britischen Museums, beschreiben konnten.
…Mann ( und Frau ) meint ja fast der Kerl wäre gar kein ganzer Kerl…Kann er überhaupt irgendwelche Stellung beziehen?…
,,Ist ja auch egal…” fiel Marianna dazwischen, ,,…Geben Sie mir das Zepter und ich beweise es Ihnen, Hochwohlgeboren!”
Lara begann leicht zu grinsen: ,,Das können Sie vergessen. Wir werden unser Hintern hier raus schaffen. Jetzt sofort!…Und dann sollten Sie sich dringend Hilfe suchen!”
Marianna wartete nicht länger.
Sie verzog wütend ihr Gesicht. Hass spiegelte sich darin und von jetzt auf gleich, ohne jegliche Vorwarnung, stürzte sie sich schreiend auf Lara und riss sie unsanft zu Boden…

Die Archäologin war in gewisser weise schon auf so etwas vorbereitet, aber sie musste zugeben, das es sie letzten Endes doch überrascht hatte mit welcher Kraft die junge Frau sie so leicht aus dem Gleichgewicht gebracht hat.
Jedoch reagierte Lara, drehte sich mit ihr um, setzte sich auf sie und hielt sie fest. Marianna wandte sich heftig in Laras Griff: ,,Lass mich los, du dreckige Schlampe!”
,,Sie haben ein Problem, meine Liebe!…Und wenn ich Sie an den Füßen voran hier raus zerren muss, wir gehen!”
,,Nein!” protestierte Marianna laut und hob ihr Bein ruckartig in die Höhe, sodass es gegen Laras Rücken knallte.
Kurz lockerte sich der Griff der Archäologin und das nutzte Marianna um die Archäologin zur Seite zu stoßen und sich ihr zu entziehen. Blitzschnell war sie aufgestanden, ebenso wie Lara, die noch immer das Zepter in der Hand hielt.
Dann starrten die beiden Frauen einander an.
Kenneth stand nur da und wagte es nicht einzugreifen.
Mariannas Blick ging zu dem Zepter in Laras Händen und dann zu der Archäologin selbst. Sofort nahm sie eine Kampfstellung ein.
Lara tat es ihr gleich und notierte sich gleich, das diese junge Frau bestimmt irgendeine Kampfausbildung genossen hatte.
Abrupt stürmte Marianna vor und trat aus. Lara jedoch sah es kommen und hob ebenfalls ihr Bein, um den Tritt abzufangen.
Mariannas Angriff hörte nicht auf, die schlug nach Lara, wieder und wieder, dann trat sie erneut aus, doch jedes Mal schaffte Lara es ohne größere Probleme den Angriffen zu entkommen.
Vermutlich war es Karate, was die Gothikerin beherrschte. Ihre Perfektion, der Kampfesmut und ihre Wut in den Augen war schon Respekt einflößend.
Doch Lara war ebenfalls geübt. Schon Jahrelang beherrschte Lara eine Vielzahl von Kampfsportarten. Jedoch war sie trotz den Angriffen der jungen Frau nicht darauf bedacht sie ebenfalls anzugreifen. Lara würde sie nicht verletzen, sie wollte es auch gar nicht. Lediglich verteidigte sie sich.
Marianna schrie abermals, machte eine Drehung um ihre eigene Achse und trat dann in einem Bogen nach Laras Kopf.
Die Archäologin duckte sich unter dem Tritt.
Marianna stellte ihr Bein ab und hob direkt das andere, um abermals nach ihr zu treten. Wieder schaffte Lara es zu entkommen, indem sie, mit einer Hand auf dem Boden abgestützt, ein Rad nach hinten schlug.
Marianna rannte auf sie zu und trat wieder aus. Es war bemerkenswert mit welcher Schnelligkeit die junge Frau angriff.
Lara wich erneut aus, doch wurde trotzdem noch am Brustbein getroffen. Sie taumelte nach hinten, doch blockte den Schlag von Marianna ab, indem sie sich zur Seite drehte, Mariannas Hand griff und diese ruckartig zu ihr hin drehte. Es wirkte wie ein Rückstoß für Marianna, da ihre Beine in die eine Richtung wollten und ihre Hand in die andere Richtung gerissen wurde. In weniger als zwei Sekunden lag sie mit dem Rücken auf dem Boden.
,,Hören Sie auf, Marianna! Sie sind nicht bei Sinnen!” ermahnte Lara die junge Frau.
Marianna schwieg und beruhigte ihren Atem. Sie lockerte ihre angespannten Glieder.
Lara ließ sie daraufhin aus ihrem festen Griff los: ,,Lassen Sie es gut sein. Wir sind bald hier raus!” Sie ging zwei Schritte zurück, um die Schwarzhaarige aufstehen zu lassen. Doch Lara irrte sich, wenn sie glaubte, Marianna würde aufgeben. Denn plötzlich schnellte das Bein der jungen Frau herum und fegte Lara von den Füßen.
Die Archäologin prallte hart auf einige Trümmer. Sie verlor das Zepter aus den Händen. Es rollte zur Seite.
Lara war für kurze Zeit benommen und fasste sich ans Genick. Das nutzte Marianna um sich das uralte Stück zu schnappen und triumphierend grinsend auf zu stehen.
Die Archäologin setzte sich auf und schluckte, als Marianna bereits Kenneth zur Seite drückte und das Zepter in eine dafür vorgesehene Öffnung in der einen Türseite so weit, das nur noch der goldene Kopf des Anubis herausguckte.
,,Nein!” fuhr es augenblicklich, noch während Marianna ihr Vorhaben ausführte, aus Lara und schleunigst kam sie auf die Beine. Sie hatte gelernt, Drohungen und Flüche ernst zu nehmen. Man sollte erst alles genau überprüfen, bevor man etwas tat, was sich im Nachhinein vielleicht als Fehler herausstellt. Das bewies ihr letztes Abenteuer in Ägypten.
Doch es war zu spät. Der Boden unter ihren Füßen bebte erneut, als ein Mechanismus in Gang gesetzt wurde und die große, massive Tür zu beiden Seiten begann aufzuschwingen.
Staub und kleinere Steinblöcke regneten zu Boden und Lara und Kenneth und auch Marianna mussten sich in Acht nehmen.
Dann, als die Tür vollends aufgeschwungen war, verstummte das Beben, doch bevor einer der Drei etwas sagen konnte, hörten sie bereits ein furcht einflößendes Knurren aus der Dunkelheit hinter der Tür.
Kenneth stand die Angst in den Augen, er hielt seine Fackeln höher, um vielleicht etwas erspähen zu können.
Lara konnte gelbe Augen ausmachen. Sie formten sich zu Schlitzen, als das Knurren größer wurde. Dann erschienen abrupt weitere, gelbe Augen in der Dunkelheit.
Es kam ihr so vor, als wenn es hinter der Tür von gelben Augen nur so wimmelte, die allesamt wütendes Knurren ausstießen. Lara konnte fünf Augenpaare ausmachen.
..Also mindestens fünf dieser…Kraturen…was auch immer das da in der Dunkelheit ist…
Langsam wanderten die Hände der Archäologin zu ihren Pistolen. Sie wusste, was ihnen bevorstand. Sie konnte es förmlich riechen.
Es roch nach Fäulnis und Tod.
Mariannas Atem beschleunigte sich. Sie hatte Angst und trat einige Schritte zurück. Ihre Schritte erzeugten Laute und das Knurren wurde von tapsenden Geräuschen unterstützt. Es hörte sich beinahe an, wie das Getapse von Hundepfoten.
,,Keine Bewegung!…” flüsterte Lara ihr zu, doch es war bereits zu spät. Lautes Bellen erklang zusammen mit dem Knurren und von Null auf Hundert, hetzten die grellen, gelben Augen auf die drei Wissenschaftler zu…

Mehrere Schüsse erklangen augenblicklich. Alles ging sehr schnell.
Die ersten beiden Kreaturen wurden von Lara unter Beschuss genommen, sowie sie in den Schein der Taschenlampe gerannt waren.
Tiefe Löcher rissen die Patronen der neun Millimeter in das staubige, einbandagierte Etwas, das Lara weit entfernt an Hunde erinnerte.
Im Augenwinkel schrie Marianna auf und wich zwei der Kreaturen aus, die sie attackierten. Sie rannte vor ihnen davon.
Lara, wich ebenfalls zurück, feuerte dabei unentwegt weiter und erkannte, das der Fünfte ebenfalls Kurs auf sie selbst genommen hatte.  
Hunde, oder was auch immer das für Viecher waren, sie waren schnell und Marianna würde wohl nicht lange ausweichen können.
Laras zielte mit rechts auf eine der Kreaturen, die sich ihr näherten und schoss. Sie traf das Hirn, wenn es denn noch eins gab und spaltete seinen Schädel. Regungslos blieb das Tier liegen. Gleichzeitig lud sie die andere Waffe in der linken Hand durch und machte einen Salto nach hinten um den beiden anderen Hundekreaturen zu entgehen, die nach ihr schnappen wollten.
,,Marianna!…” Lara sprang, kaum, das sie den Boden berührt hatte wieder ab und landete auf einigen, etwas höher gelegenen Trümmern, ,,…Fangen Sie!” Sie schleuderte die linke Pistole zu dem jungen Mädchen rüber und hoffte, das die Gothikerin diese auch fangen konnte.
Lara wusste, das Marianna diese Pistole ohne Probleme nutzen konnte, denn sie hatte ihr Lieblingspistolenpaar, das nur abfeuerte, wenn es ihren Handabdruck entzifferte, zuhause gelassen. Warum sie das getan hatte, wusste sie bisher nicht recht.
Vielleicht weil Lara es nicht noch mal verkraftet hätte, die Lieblingsstücke unter einem erneut zusammengestürzten Tempel zu verlieren, oder weil sie vielleicht so eine Situation, wie diese hier, erahnt hatte?
…Zum Teufel, es ist ja auch egal…ich sollte mich lieber konzentrieren…
Ein Bellen erklang dann, direkt unter ihr und die Archäologin trat aus, als die zweite der Hundekreaturen absprang und sie beißen wollte.
Laras Fuß traf das Vieh har gegen die Brust und schleuderten es zurück. Die nächste sprang nun allerdings, ebenfalls auf den Trümmerblock und attackierte Lara. Sie konnte sich ihr jedoch, durch einen schnellen Salto nach vorne entziehen. Kaum stand sie richtete sie ihre Waffe auf den Köter, den sie gerade erst von sich getreten hatte.
Sie durchlöcherte ihm seinen Schädel, die Brust und die Vorderbeine, als er auf sie zusprang. Er war nicht weit entfernt und sein grollendes Bellen überdeckte beinahe das Knurren von hinten.
Lara duckte sich instinktiv und riss schützend die Hände über ihren Kopf. Das Vieh das eben zu ihr auf die Trümmer gesprungen war, verfehlte sie und segelte regelrecht über sie hinweg. Er kam jedoch, wie auf Samtpfoten, auf dem Boden auf, zugleich mit dem anderen, den Lara gerade zur Strecke gebracht hatte, doch dieser blieb liegen.
Knurrend drehte der Köter sich zu ihr um stürzte sich wutentbrannt auf sie. Lara hob abermals das Bein und erwischte das Tier so fest am Kiefer, das er ihm durch die Wucht krachend abgerissen wurde.
Winselnd wimmerte der Köter und tapste vor Schreck erst mal um Lara herum. Die Archäologin wusste, das diese Kreatur, wenn sie sich wieder beruhigt hatte, sie wieder angreifen würde und lud das Magazin durch.
Sie durchlöchere das Vieh, das erst zusammenbrach und dann liegen blieb.
Marianna hatte die Waffe gefangen und wich gerade einem der Hunde in einer Hechtrolle aus. Sie war nicht gut im Schießen und musste erst einmal Abstand zwischen sich und die Köter bringen.
Sie sprang über einige Trümmer und drehte sich in der gleichen Bewegung, da sie landete, um. Ihre Augen waren starr vor Angst. Sie wollte noch nicht sterben, ihre beiden Hände, mit der sie die Waffe hielt, zitterten, doch ihre Finger zogen am Abzug.
Der Rückstoß war auszuhalten, sodass sie wieder schoss und wieder und wieder, doch die Hälfte ihrer Kugeln trafen die, sich bewegenden, Kreaturen nicht.
Sie kamen näher gelaufen und Panik erfasste das junge Mädchen. Sie drehte sich um und lief abermals weg vor ihnen. Jedoch wusste auch sie, das sie dass nicht ewig mache konnte.
Einer der Köter grummelte böse und sprang auf sie zu, doch Marianna warf sich zur Seite. Sie landetet auf dem Boden und sah den zweiten auf sich zu rennen.
Vor Angst hielt sie sich den Arm vor die Augen und schloss diese, sie wollte es nicht sehen, nicht mitbekommen, wenn sich seine Zähne in ihr Fleisch bohrten.
Dann erklangen jedoch rasch hintereinander folgende Schüsse und der Angreifende Köter wurde, dicht neben Marianna getroffen. Die Kugeln bohrten sich in seinen Leib und seinen Kopf und rissen ihn von der jungen Frau weg. Das Vieh blieb liegen.
Verwundert öffnete Marianna ihre Augen und wollte es sich ansehen, indem sie sich aufsetzte, doch Laras Stimme unterbrach sie: ,,Runter!”
Die Schwarzhaarige reagierte und duckte ihren Oberkörper erneut, denn der letzte der Monsterhunde war im Begriff ihr den Kopf abzureißen. Sie hatte ihn völlig vergessen. Der Köter jedoch verfehlte sie und sprang über sie hinweg, wo er auch gleich schon Lara unter Beschuss genommen wurde…

Es war vorbei.
Die Archäologin atmete auf und blickte zu ihrer Waffe. Sie rauchte noch.
Dann blickte sie zu den Hundekreaturen und ging auf die zu, den sie zuletzt getötet hatte.
…Kann man hier überhaupt von `töten´ sprechen?…
Immerhin war diese ganze Anlage hier schon Jahrtausende unter Wüstensand begraben und diese - jetzt erkannte Lara diese Tiere - Schakale waren sicher schon ebenso lang tot. Das bezeugte schon ihre ziemlich verfallene Hülle und die Reste von Bandagen um die Tierkörper.
Es war doch immer das Gleiche.
Tot geglaubte Mumien erwachen wieder zum leben. Innerlich seufzte Lara gelangweilt. Es war in Ägypten ja schon fast alltäglich, als Archäologe, einer wieder auferstandenen Mumie zu begegnen.
Nichtsdestotrotz wollte Lara wissen ob es einen bestimmten Grund gab, dass diese Schakalsmumien wieder zum Leben erwacht waren. War die Warnung auf dem Relief etwa Grund dafür?
War es Anubis selbst?
Oder war es jemand anderes?
Langsam drehte Lara, noch immer bei der letzten Frage anhaftend, sich wieder zu ihrer Reisegruppe um und ihr Blick blieb auf Kenneth hängen.
Er stand noch immer, genau wie während des Angriffs neben der geöffneten Tür da als Salzsäule. Er rührte sich keinen Millimeter.
In diesem Moment wurde Lara klar, dass diese Viecher ihn nicht angegriffen hatten, obwohl er die lodernde Fackel hielt. War es Zufall?
Marianna hatte sich bewegt und Lara hatte gesprochen, das war der Auslöser für den Angriff der Schakalsmumien.
,,Sind alle in Ordnung?” fragte Kenneth vorsichtig.
Lara nickte, Marianna ebenso.
,,Woww…“ atmete der Historiker, noch immer etwas ängstlich durch, ,,…da hatte ich wohl Glück, oder? Mich haben diese Dinger verschont. Die hatten wohl Angst vor dem Feuer. Klar, denn eine uralte Mumie brennt wohl ziemlich gut.”
Die Archäologin schüttelte innerlich den Kopf.
Sie konnte Kenneth´s Verhalten einfach nicht verstehen. Wie kann man denn nur so da stehen, wenn andere vielleicht Hilfe brauchten?
Okay, gegen diese Viecher anzukommen war jetzt kein sonderlich großes Ding gewesen, dank der Schusswafffen, zumindest für Lara, aber für Marianna sicher schon, so wie sie immer noch am Boden saß.
Das mit dem Feuer leuchtete Lara allerdings ein, als sie auf ihre Frage von vorhin zurück kam: ,,Wahrscheinlich haben diese Kreaturen wirklich einen Bogen um das Feuer gemacht.”
,,Falls es also mehr von der Sorte gibt, dann wissen wir ja jetzt, was wir zu tun haben. Wir sollten also weitergehen.” Dr. Burnham deutete stotternd auf die Tür aus der die Schakalsmumien kamen.
Lara gab es zu, das sie einen Groll auf das Gehabe des Historikers hatte. Sie konnte es überhaupt nicht leiden, wenn sie Egoisten in der Gruppe hatte, denn wenn wieder solche Monster auftauchten, was sehr wahrscheinlich ist, dann würde Kenneth doch ohnehin nur wieder zur Salzsäule erstarren. Sicher würde er sich nicht heldenhaft vor die Ladies stellen und mit schwingender Fackel die Viecher zurücktreiben.
Lara musste das wohl oder übel selbst übernehmen.
,,Können wir?” fragte der Historiker abermals.
Die Archäologin blickte zu der jungen Schwarzhaarigen, die noch immer am Boden saß und ging auf sie zu: ,,Einen Moment!”
Marianna, die nichts schlimmes befürchtete, gab Lara die Waffe mit einem erleichterten Seufzer zurück: ,,Danke…” Und kaum hatte Lara ihre beiden Waffen wieder in ihre Holster gesteckt, griff sie die junge Frau an beiden Oberarmen und zerrte sie grob auf die Beine.
Die junge Frau erschrak, ebenso wie Kennteh und ja, Lara war noch immer sauer.
Erst die Abneigung ihr gegenüber, dann die wirre Aussage von der Nachfahrin des Anubis, der Angriff von ihr und dann ihr unüberlegtes Verhalten, das ihnen allen hätte das Leben kosten können. Das reichte Lara nun endgültig.
Wütend presste Lara Marianna gegen die Wand und hielt sie weiterhin fest. Sie war außer sich und ihre Augen fixierten die der jungen Frau: ,,Sind Sie vollkommen verrückt?…Wollen Sie hier wirklich das Zeitliche segnen, nur weil Sie von ihrer irren Wahnvorstellung geleitet werden?”
Marianna schwieg.
,,Wenn Sie nicht augenblicklich das tun, was ich Ihnen sage, ob es Ihnen nun schmeckt oder nicht, dann werde ich Sie hier lassen und Sie können zu ihrem `Göttervater´ aufsteigen! Vertsanden?!” mit Nachdruck ließ die Archäologin das junge Mädchen wieder los.
Regungslos blieb sie stehen, jedoch sah Lara ihr an den Augen an, das sie ihr am liebsten an den Hals gesprungen wäre. Die eben empfundene Dankbarkeit, da Lara ihr das Leben gerettet hatte, war wohl gerade in den Tiefen versunken.
,,Vie…Vielleicht solltest du, genau wie ich jetzt erst mal auf Lady Croft hören…” Kenneth war noch immer dabei seinen Schrecken zu beruhigen.
Lara drehte sich zu ihm. Innerlich schüttelte sie nochmals den Kopf über sein ängstliches, winselndes Verhalten.
…So was soll ein Kerl sein?…Was bist du nur für eine Flasche…
Dann verdrehte sie die Augen zum Teil auch wegen ihrer Gedanken.
…Kurtis hat wohl einen schlechten Einfluss auf mich, was die Ausdrucksweise angeht…
Jetzt musste Sie innerlich lächeln, doch fing sich gleich wieder in Anbetracht der jetzigen Situation. Sie blickte erneut zu Marianna und sagte: ,,Tun Sie so etwas ja nicht noch einmal…”
Plötzlich dann, erklang am anderen Ende des Raumes ein etwas weiter entferntes Geräusch. Abrupt drehte Lara den Kopf, ebenso wie Marianna und Kenneth.
,,Was war das?…” fragte Dr. Burnham mit gesenkter Stimme, ,,...Etwa wieder solche Kreaturen?”
Lara zückte ihre Pistolen und flüsterte: ,,Bleiben Sie zurück!“
Sie schlich, auf leisen Füßen, rasch durch den, nicht allzu großen, Raum. Schon nach wenigen Metern erkannte sie einen Durchgang. Dahinter, es ging nur nach rechts weiter, soweit Lara das im schwachen Schein der Taschenlampe erkennen konnte, verbarg sich wohl ein Gang.
Das Geräusch kam näher, es klang metallen und so, als wenn jemand eine Waffe entsicherte. Lara wurde stutzig. Uralte, ägyptische Viecher benutzten keine Waffen und Lara kannte dieses Geräusch. Sie konnte es zweifellos zuordnen.
Sie zog die beiden Hammern ihrer Pistolen mit den Daumen zurück, als sich ein schwacher Lichtschein ausmachen ließ. Gleich würde mit Sicherheit etwas um die Ecke zischen und Ärger machen, doch was es letzten Endes sein würde, hätte sie mit hundertprozentiger Sicherheit nicht erwartet.
Lara schlich noch einen Schritt näher, sodass der Lichtschein ihrer Taschenlampe den anderen beinahe berührte. Sie war mehr als angespannt.
Dann, urplötzlich sprang etwas dunkelhaariges, großes um die Ecke.
Die Archäologin erschrak und war im Begriff zu schießen, doch stoppte sich selbst, denn sie erkannte den Mann der vor ihr stand.
Ihre Augen weiteten sich. Mit ihm hätte sie hier wirklich niemals gerechnet.
Auch er hatte seine Waffe erhoben, bereit den Tod zu streuen, doch auch er hielt abrupt inne, als er sie erkannte.
Wahrscheinlich war er genauso überrascht, wie sie gewesen. Feststellend sprach er ihren Namen aus: ,,Lara Trent?…Ich dachte, du wärst eins dieser Monster.”
Kenneth und Marianna tauschten fragenden Blicke und sahen dem Geschehen zu.
,,Nathan Drake?…“ die Archäologin steckte ihre Waffen zurück in ihre Holster, verschränkte dann die Arme vor der Brust und fragte weiter: ,,…Was zu Hölle machst du denn hier?”
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