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Herz des Anubis

von Liwen
GeschichteAbenteuer / P12
Kurtis Trent Lara Croft Zip
24.10.2010
21.08.2012
25
60.315
 
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24.10.2010 2.255
 
Wenig später, nach einem Frühstück, fuhr Lara mit ihrem Kontaktmann in einem Jeep durch die heiße, sandige Wüste Ägyptens.
Sein Name war Dr. Kenneth Burnham und er arbeitete ebenfalls beim britischen Museum. Er war etwa Mitte vierzig und hatte dunkles Haar. Mr. Burnham war Historiker und seine Aufgabe war es gefundene Objekte zu katalogisieren, deren Alter und Epoche zu bestimmen.
Während Lara neben ihm auf dem Beifahrersitz saß, plauderte Mr. Burnham über die gute alte Zeit in seinem Museumsbüro und das Außeneinsätze ja überhaupt nichts für ihn wären. Er erzählte ihr auch allerhand über die Ruinen, aber es war nichts dabei, was Lara nicht schon bereits von ihren Auftraggebern wusste. Irgendwie langweilte sie seine Erzählung und die fuhr ihm dazwischen: ,,Ach sagen Sie, Mr. Burnham, wie weit sind die Ruinen denn entfernt?”
,,Nun, die liegen etwa siebeneinhalb Kilometer nördlich des Tals der Könige, wir sind in knapp zwanzig Minuten da.” antwortete der Mann und fing dann gleich wieder an weiter zu erzählen.
Lara verdrehte sie Augen und blickte hinaus in die Wüste…

1230 v. Chr. wurde begonnen diese Stadt zu erbauen und 1214 v. Chr. wurde sie vollendet. Sehr groß war sie nicht, aber dafür umso bedeutungsvoller. Seit dem Jahre 1200 v. Chr. Hatte jedoch niemand mehr etwas von dieser Stadt gehört. In Schriften nach diesem Jahr wurde sie nicht mehr erwähnt. Es war als wäre die Stadt von Null auf Hundert weg gewesen. Niemand hatte mehr ein Wort darüber verloren und Lara erinnerte sich an das Buch, das sie gestern las.
Es war wirklich nicht bekannt, wie die Geschichte der Stadt weiterging. Allerdings stand eine Theorie in dem Buch.
Anubis selbst soll zornig geworden sein. Warum, stand nicht in dem Buch, aber er soll die Stadtbewohner bestraft und sie mit einem 7 Tage andauernden Sandsturm begraben haben. Aber ob as nun der Wahrheit entsprach, würde Lara herausfinden, sobald es sich bewahrheitete, das es sich bei den gefunden Ruinen um Amnara handelt…

Es dauerte doch noch eine halbe Stunde bis sie die Ruinen erreicht hatten.
,,So da wären wir…” sagte Kenneth Burnham und stoppte den Motor. Er hatte den Wagen neben ein paar anderen Jeeps geparkt, ,,…Ich hole ihre Tasche.”
Lara nickte und stieg gleichzeitig mit dem Mann aus.
Sie ging zum Ende des provisorischen Parkplatzes und blickte auf das Gelände.
Vor ihr waren einige Zelte aufgestellt, große und kleine, wobei die kleinen sicherlich als Schlafzelte genutzt wurden. Die großen nutzte man bestimmt, um Fundstücke zu begutachten, darin zu arbeiten oder sich einfach darin aufzuhalten, wenn es draußen zu heiß wurde, was um die Mittagszeit hier besonders der Fall war. Es war dann bestimmt über 45 Grad Celcius.
Dann sah Lara, das vor dem Zeltkomplex Ruinenstücke, Säulen, Mauerreste und Trümmer aus dem Sand ragten und die erkannte einige einheimische Arbeiter, die eifrig am herumhantieren und freilegen der Ruinen waren.
,,Kommen Sie…” Burnham war zu ihr gestoßen und trug ihre Reisetasche, ,,…Ich mache Sie mit Ihren Mitarbeitern bekannt.”
Lara nickte freundlich: ,,Danke Mr. Brunham.” Dann folgte sie ihm.
Sie folgte ihm zu dem größten Zelt, was sicherlich das Hauptzelt dieses Camps war, doch kurz bevor er eintrat, drehte er sich noch einmal zu den Ruinen.
,,Leslie, Robert, Marianna, Randan, kommt her…Sie ist da.” rief Kenneth Burnham seinen Kollegen zu, die bei den Arbeitern in der Wüste standen.
Lara folgte nun Burnham in das Zelt, welches viele technische Geräte aufwies. Er stellte ihr Tasche am Rand ab und stellte sich dann neben sie. Kurz darauf kamen die Mitarbeiter mit freundlichem Lächeln herein.
Natürlich wussten sie von ihrer Verstärkung.
,,Darf ich vorstellen…” begann Burnham, ,,…das ist Dr. Robert Williams. Er ist der Arzt hier der dafür sorgt, das dieses Camp gesund bleibt.”
Der ältere Mann mit dem grauen Haar, halber Glatze und Hornbrille kam auf Lara zu und gab ihr die Hand: ,,Es freut mich sehr sie kennen zu lernen, doch es ist mir noch immer ein Rätsel, wie ich oder meine Kollegen Sie nun eigentlich nennen sollen, Mrs. Trent oder Lady Croft?”
Lara lächelte und blickte den älteren Mann an. Er war, genau wie Kenneth ein Stück größer als sie, hatte aber deutlich einen Wohlstandsacker.
,,Es freut mich ebenso, Mr. Williams und es ist mir gleich, wie sie mich nennen. Mein Gehör hat sich mittlerweile an beides gewöhnt.”
Er nickte und löste sich von ihr, dann wurde Lara mit Leslie Schubert bekannt gemacht.
Sie war ebenfalls Anfang vierzig, hatte schulterlange, blonde Dauerwellen, eine etwas mollige Figur und trug, genau wie der Arzt eine Brille. Sie war Grabungstechnikerin und sorgte hier dafür, das keinem der Arbeiter Trümmerteile auf den Kopf fielen. Außerdem war sie mit allen Grabungsmaßnahmen und Grabungstechniken sehr vertraut.
Marianna Campton war die jüngste hier im Camp. Sie war gerade dreiundzwanzig, aber hatte das MIT besucht und war ein Genie in Technik. Sie war für die Computerausrüstung zuständig und versuchte die Verbindung übers Internet zum britischen Museum aufrecht zu erhalten, was allerdings häufig unmöglich war und war für die technische Ausrüstung zuständig. Allerdings hatte sie einen Hang zur Gothicszene und trug, außer die entsprechenden schwarzen Kleider und den Schmuck, das Haar ebenso schwarz, wie ihre Fingernägel.
Lara schüttelte auch ihr die Hand, doch gestand sich ein, das, wenn sie in solchen schwarzen Klamotten hier herum laufen würde, sie schon längst dahin geschmolzen wäre.
,,Und das hier ist Randan Radjid.” machte Kenneth Lara mit dem letzten Mitglied bekannt.
Randan gab Lara freudig die Hand und sprach mit Akzent: ,,Ich freuen mich Sie kennen zu lernen. Mein Aufgabe hier sein zu übersetzen für die Arbeiter und ich kennen die nächste Oasen hier umher.”
Lara nickte freundlich: ,,Die Freude ist ganz meinerseits.”
,,Ja, wir haben alle gestaunt, als wir hörten, das Sie zu uns stoßen würden…” meinte Leslie Schubert, ,,…Niemand dachte das Sie dieses Land je wieder betreten würden, nachdem was Ihnen damals hier passiert ist.”
Laras Lippen zierten ein hauchdünnes Lächeln: ,,Sie kennen sicher alle nur die Kurzfassung, die Sie aus der Presse gehört haben und ich will Ihnen jetzt keine langen Erklärungen abgeben, aber so unangenehm es auch gewesen war hält es mich nicht von diesem Land fern…Nicht jede Expedition ist zu so einem Ende verdammt.”
,,Wie wahr.” murmelte der Doktor, Mr. Williams.
,,So, nachdem wir uns alle bekannt gemacht haben, schlage ich vor, das wir zur Tat schreiten. Wenn Sie etwas brauchen, dann lassen Sie es mich wissen.” meinte Kenneth und blickte Lara auffordernd an.
Die Archäologin nickte: ,,Gut, dann würde ich mir gerne ein Bild von dem Gelände verschaffen, doch zuvor möchte ich gerne wissen, wie weit Ihre Arbeit bisher fortgeschritten ist.”
,,Nun noch nicht sehr weit…” begann Burnham und trat in die Mitte des Zeltes, ,,…Wir haben erst mal alle Sicherheitsmaßnahmen getroffen, als wir vor einer Woche hier angefangen haben und Trümmerstücke die Einbruchgefährdet waren gesichert. Dann hat Leslie das Ruinenfeld in verschiedene Felder eingeteilt, damit wir später genau wissen, was wo gefunden wurde. Dementsprechend haben wir auch die Arbeiter eingeteilt, die dann angefangen haben die Trümmer und Ruinen frei zu legen. Wir haben einige Fundstücke bereits geborgen. Hauptsächlich Vasen, die zerbrochen sind, oder Überreste von Steinbrocken, aber die Hitzewelle und ein Sandsturm vor drei Tagen haben sehr dazu beigetragen, das wir nicht sehr schnell voran kommen. Wir wollen die Arbeiter ja auch nicht an den Rand ihrer Kräfte treiben.”
,,Sicher nicht. Das kann ich gut verstehen.” sagte Lara und blickte den Historiker auffordernd an.
Dieser holte Luft, um dann von vorne zu beginnen: ,,Gestern Nachmittag dann, haben wir eine Steintafel bergen können, die unter Massen von Schutt und Sand begraben war. Ich bin schon dabei diese Tafel zu übersetzen, denn vielleicht erfahren wir mehr über diese Ruinen. Vielleicht stoßen wir somit auf etwas, das beweist das diese Trümmern zur verlorenen Stadt Amnara gehören und dabei könnte ich ihre Hilfe gebrauchen.”
,,Natürlich deswegen bin ich ja hier.” entgegnete Lara.
,,Dann denke ich sollten wir uns gleich an die Arbeit machen, nachdem ich Ihnen ihr Zelt gezeigt habe…” sagte Burnham dann, ,,…bitte folgen Sie mir.”
Lara sah zu, wie er abermals ihre Reisetasche ergriff und folgte ihm dann, nachdem sie den andern noch einmal freundlich zugenickt hatte…

,,So bitte sehr!” Burnham deutete auf eines der kleinen Zelte und lies ihr den Vortritt.
Lara betrat es und es war genauso, wie sie es erwartet hatte.
Der Boden war mit einem Teppich belegt, um wenigstens ein bisschen vor dem Sand zu schützen. Allerdings war es etwas uneben. Im hinteren Teil stand ein Feldbett, daneben ein kleiner Beistelltisch mit einer leeren Schüssel und einer Kanne Wasser und vorne, direkt neben dem Eingang ein kleiner Schreibtisch.
,,Ich weiß, es ist nicht das, was Sie gewohnt sind, aber…” begann Kenneth und stellte Laras Tasche ab.
,,Oh nein, ganz im Gegenteil…” unterbrach Lara, ,,…ich habe schon in Gegenden gearbeitet, dagegen wirkt das hier wie eine Luxussuite.”
Burnham lachte leicht auf: ,,Okay, da bin ich ja beruhigt. So, dann können Sie sich hier kurz frisch machen, wenn Sie möchten, denn diese Hitze hier, schafft einen schon. Ich erwarte Sie dann wieder im Hauptzelt, zeige Ihnen das Camp und dann machen wir uns an die Arbeit.”
Lara nickte, als er sie alleine ließ…
Die Archäologin ging zu der Kanne mit Wasser auf dem Beistelltisch und schüttete etwas in die Schüssel. Dann nahm sie das Wasser in ihre Hände und rieb sich das kühle Nass durchs Gesicht.
Das musste reichen, dann Laras Interesse an diesem Ort war geweckt und sie wollte herausfinden, ob sie es hier wirklich mit Amnara zu tun hatten…

Wenig später war sie wieder im Hauptzelt, doch die Anderen waren bereits wieder am weiterarbeiten. Nur noch Burnham war hier: ,,Ah, da sind Sie ja.”
Lara betrat das Zelt nun vollends und ging zu ihm. Er stand an einem Tisch und vor ihm lag die Steinplatte.
,,Ist das das Fundstück mit der Inschrift?” fragte Lara, als sie sich neben ihn stellte.
Kenneth nickte: ,,Ja, sehr weit bin ich noch nicht, da die Inschrift ziemlich verwittert ist. Es wird schwer werden sie zu entziffern.”
Lara sah sich die Steinplatte an und fuhr mit den Fingern drüber. Es war nur ein Bruchstück und Kenneth hatte recht, sie war in alt ägyptisch verfasst und ziemlich unleserlich.
,,Ich bin sicher, das wir es heraus finden werden.” meinte Lara nachdenklich.
,,Gut, dann lassen Sie mich Ihnen die Ausgrabungsstätte zeigen, das jedenfalls, was wir bereits freigelegt haben, bevor es dunkel wird, was, wie Sie sicher wissen, hier in der Wüste recht schnell geschieht.” er deutete ihr zu dem Ausgang des Zeltes.
Lara nickte: ,,Okay, dann kann ich mir ein erstes Bild verschaffen. Glauben Sie, das dies hier wirklich die Überreste von Amnara sind?” Lara ging neben ihm, als sie das Zelt verließen und zu den Ruinen gingen.
,,Nun…” begann Kenneth, ,,…ich wäre nicht hier, wenn ich nicht daran glauben würde.”
Während ihres Rundganges redeten die beiden weiter.
Sie standen am Rand der Grabungsstätte. Das Feld war ungefähr Hundert mal Hundert Meter groß, wahrscheinlich noch größer, denn wer wusste schon, wie viele Trümmer noch unter dem Sand begraben waren.
,,Wie wurden diese Ruinen entdeckt?” Lara sah sich die Ruinen an, mit den Symbolen, Inschriften und Reliefs an den Säulen und Trümmern, allerdings stieg sie nicht in die Grabungsstätte selbst hinab, da sie die Arbeiter nicht unnötig stören wollte. Sie würde es schon erfahren, wenn etwas interessantes entdeckt werden würde.  
,,Nun, das war wohl eine Art Zufall…” begann der Historiker, ,,…Einheimische brachen vom Tal der Könige wieder zurück nach Luxor auf. Es war eine Gruppe von drei Männern, Randan war auch unter ihnen und es kam ein schwerer Sandsturm auf. Sie fanden kaum Schutz und verloren die Orientierung. Durch die Sandmassen, war die Straße nicht mehr zu sehen und ihnen blieb nichts übrig, als weiter zu gehen. Dann haben sie eben die Ruinen entdeckt, also gerade so die Spitzen der Säulen und Tempel, die durch den Sandsturm freigelegt wurden…” er schluckte kurz, ,,…Es hat fast drei Wochen gedauert bis die ganze Bürokratie geklärt war und wir die Genehmigung hatten, hier graben zu dürfen. Natürlich müssen alle Funde erst nach Kairo um dort eben Ordnungsgemäß verwaltet zu werden, da wir allerdings in einer Kooperation mit dem Museum in Kairo stehen, werden wohl auch einige Funde mit nach England dürfen…Ja und jetzt, da wir den meisten Sand bereits abgetragen und mehr der Ruinen frei gelegt haben, konnte ich einige Schriftzeichen entziffern, die das Siegel Amnaras tragen. Wir sind nun alle gespannt, ob es sich bewahrheitet, das es diese Stadt ist.”
Lara nickte und folgte ihrem Begleiter, der langsam weiter ging.
,,Und was ist mit den Legenden um diese Stadt? Glauben Sie auch daran?” fragte sie dann den Historiker.
,,Sie meinen sicher, das die Stadt Anubis gewidmet sei, das sie das Äquivalent zu Armana ist…Ja, das ist erwiesen und ich glaube auch daran.”
Lara nickte: ,,Sicher. Aber was ist mit dem Fluch?”
,,Fluch?” hinterfragte Burnham neugierig.
,,Nun es steht geschrieben in alten Legenden, das Amnara verflucht sei, von Anubis selbst einst, der zornig auf die Bürger der Stadt wurden, da diese ihm nicht mehr huldigten, was allerdings genau dahinter steckt, ist nicht niedergeschrieben worden.”
Der Historiker schmunzelte etwas: ,,Nun, Anubis war wohl launisch, was? Aber ich habe noch niemals an irgendwelche Flüche geglaubt und werde es auch nicht tun, solange man mir das Gegenteil beweist. Außerdem haben wir hier sicher nicht vor, irgendwelche Flüche herauf zu beschwören.”
Lara entgegnete erst nichts, dann sagte sie: ,,Gut ich habe vorerst genug gesehen…lassen Sie uns jetzt herausfinden, ob dies hier wirklich Amnara ist. Nehmen wir uns die Steintafel vor.”
Kenneth Burnham nickte, führte Lara zurück zum Hauptzelt, wo beide sich dran machten die Hieroglyphen auf der Steinplatte zu entziffern…
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