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Herz des Anubis

von Liwen
GeschichteAbenteuer / P12
Kurtis Trent Lara Croft Zip
24.10.2010
21.08.2012
25
60.315
 
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54 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
24.10.2010 3.128
 
So, nach längerer Pause...
...in der mir einfach die Muse gefehlt hat, habe ich weitergetippt. Ich wollte mit diesem Kapitel mal etwas ausprobieren und bin gespannt, wie ihr das finden werdet.
Ich wünsche viel Spaß beim Lesen...
lg L.
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Verschwommen, benebelt, verwirrt, so kam er wieder zu sich.
,,…Mann ey…” murmelte Nathan in die Dunkelheit, ,,…Was…isn..passiert?”
Der Schatzsucher stöhnte auf, registrierte völlig neben sich stehend, das er auf hartem Steinboden lag. Blinzelnd öffnete er die Augen, fragte sich ernsthaft, was gewesen war.
Das letzte, was Nate noch wusste, war, dass er mit Lara und Kurtis die gefundene Ruine betreten hatte. Dann?
Gute Frage, denn es war weg. Alles.
…Verdammt…was ist denn nur passiert?…
Nathan setzet sich mit einem großen Fragezeichen im Kopf auf und blickte sich um. Schlagartig registrierte er, das dieses `Was´ in seinem Innern nur noch größer wurde.
,,Wo zur Hölle bin ich?”
Er saß wirklich auf Steinboden, Sandstein, so viel war klar, doch dieser Boden erkannte er erst jetzt als Felsvorsprung. Nur knapp einen Meter von ihm Weg, war ein Abgrund, felsige Wand hinter ihm und um ihn herum. Und vor ihm…war…
Völlig perplex stand der Schatzsucher auf. Ihm schwirrten tausend Fragen durch den Kopf, aber er musste eines nach dem anderen angehen.
Als er stand, blickte er über den Abgrund hinweg und stockte erneut.
Unter ihm befand sich nicht etwa klaffende Dunkelheit oder heißes Fegefeuer, nein, er erkannte eine riesige, blühende grüne Landschaft, umringt von Felsen. Es glich einem Paradies.
Ja, so war es.
Es kam Nathan vor, wie in einem Film, fehlten nur noch die ausgestorbenen Dinosaurier. War er also tot?
Nein, wahrscheinlich nicht, sonst würde sein Schädel wohl nicht so heftig brummen.
,,Woww…” hauchte Nate.
Diese utopische Landschaft war geschmückt mit Wasserfällen, Flüssen und Bächen, Seen, tropischen Pflanzenarten in allen Farben und Formen und Wälder, gleich einem Dschungel, in saftigem Grün.
Ungläubig blickte Nate nach oben. Die Felsenwand umringt dieses großes Utopia und reichte hoch, zu hoch um sehen zu können, wo sie endetet und zu hoch um den Himmel erkennen zu können.
War er also noch immer unter der Erde?
Wieso war es dann hier so taghell?
Wie war er überhaupt hier gelandet?
Träumte er das vielleicht alles nur? Und wo waren seine Freunde? Lara und Kurtis?
Abrupt griff Nathan an sein Headset, es war noch da, wie auch alles andere seiner Ausrüstung, was er jetzt erleichtert feststellte: ,,Hallo?…Zip?…Lara?…Irgendjemand?…” Natürlich bekam er keine Antwort, ,,…Ist jemand da? Hört mich jemand?”
Nichts.
Wo auch immer Nathan gelandet war, war Technik wohl nicht erwünscht.
,,Okay, okay…” sagte er dann zu sich selbst, ,,…keine Panik…Ich bin noch am leben. Weiß der Himmel zwar wo, aber ja, ich fühl mich noch reichlich lebendig…” Er blickte den Abgrund hinab und erkannte, das ein Sprung hinunter in diesen Dschungel ihn in mit Sicherheit ins Jenseits befördern würde, also suchte er sich eine Absteigmöglichkeit.
,,Sowie ich dann da unten bin…such ich nach den Anderen, kann ja wohl nicht so schwer sein.” Er grinste innerlich über die Ironie in seiner Stimme und befand, das es doch sehr wahrscheinlich schwer werden würde.
Er war irgendwo in einem paradiesischen Nirvana und seine Freunde waren irgendwo da drin und den letzten Blackout hatte er nach einer Sauftour mit Sully gehabt, also, war doch alles halb so wild…


Es hatte nicht lange gedauert, hinabzusteigen.
Nathan war, schon seit frühester Kindheit, ein erfahrener Kletterer und bisher hatte er noch kein Hindernis gehabt, das er nicht überwinden konnte.
Seufzend wischte er sich über die Stirn. Es war noch immer heiß, also war er wohl noch immer in der Wüste…vielleicht in einer Oase…
Obwohl er die Farbenpracht und Formen der Pflanzen und Blumen ihn glauben ließen, er wäre in der späten Kreidezeit.
Nate kannte sich zwar nicht gut aus in Botanik, aber es war unübersehbar, das einige Exemplare heute längst ausgestorben waren.
War er also wirklich in der Vergangenheit? War er in ein Zeitportal gestolpert?
,,So ein Quatsch, Nate…wir sind hier nicht in der Science Fiction Abteilung. Es muss doch eine Erklärung geben…”
,,…Sicher gibt es die. Obwohl ich mich echt nicht wundern würde, wenn doch gleich ein Dino um die Ecke gestolpert kommt.”
Abrupt und erschrocken drehte Nate sich um und erblickte, zu seinem erleichtern, Kurtis.
,,Mann eh…” der Schatzsucher grinste auf, ,,…Ich dachte schon fast, ich wäre mutterseelenallein in diesem Garten Eden.”
Kurtis stellte sich dicht zu ihm und schüttelte den Kopf: ,,Offensichtlich nicht…Was ist das hier?” Er war genauso ratlos wie Nathan.
,,Zum Glück bin ich nicht der Einzige, der davon keine Ahnung hat…” stellte Nate belustigt fest, ,,…Bist du auch auf Stein wach geworden?”
,,Nein…ich lag in einem eigenartigen Busch…Es ist merkwürdig. Einige dieser Pflanzen habe ich noch nie gesehen…zudem kann ich mich auch überhaupt nicht erinnern, wie wir hier her gekommen sind.”
,,Ja…da war die Höhle…Wir sind da rein und waren in einem großen Raum…dann weiß ich nicht mehr.”
Kurtis nickte: ,,Geht mir genauso…Lass uns Lara finden und dann finden wir heraus, wo wir sind.”
Nate schien erst jetzt zu bemerken, das die Archäologin nicht da war: ,,Ich dachte sie ist bei dir?”
,,Nein…” sagte Kurtis und verkniff es sich zu sagen, das er sich Sorgen um sie machte, stattdessen fuhr er anders fort, ,,…aber sie kommt schon zurecht.”
,,Okay…” entgegnete Nathan, ,,…Regel Nummer eins in einem solchen Fall: zusammen bleiben. Welche Richtung schlägst du zuerst vor?”
,,Du warst da oben…hast du da etwas sehen können?”
Nathan schüttelte den Kopf: ,,Nein, nur reinster Dschungel. Ich denke wir sollten im äußeren Bereich bleiben.”
Kurtis stimmte zu: ,,Ja, wer weiß, wen es noch hier her verschlagen hat.”
,,Ein Dino?” kicherte der Schatzsucher.
Der Lux Veritatis atmete aus: ,,Weißt du Kumpel, mich würde jetzt selbst das nicht mehr überraschen.”


Kurtis seufzte.
Er war seit Stunden schon am Grübeln gewesen.
Wo sie hier gelandet waren, wussten die beiden Männer noch immer nicht. Sie hatten auch keinerlei Anhaltspunkt gefunden oder eine Spur von Lara.
,,Also…“ er blieb einfach stehen, ,,…Kumpel, vielleicht sind wir doch tot…”
Nathan hielt ebenfalls an und schnaufte unter der Hitze: ,,Keine Ahnung…vielleicht…”
,,Wie spät ist es überhaupt?” wollte Kurtis wissen, da es noch immer strahlend hell hier in diesem Dschungelgebiet war.
Drake blickte auf seine Armbanduhr und stieß einen Lacher aus. So offensichtlich es war, waren beide noch nicht darauf gekommen.
,,Was lachst du?”
Nate gab ihm die Antwort, indem er ihm seine Uhr unter die Nase hielt.
,,Stehen geblieben?” Kurtis blickte zu Nate.
,,Jap…” entgegnete er, ,,…und komm mit jetzt nicht mit der leeren Batterie. Ich bin nicht erst seit gestern in dem Geschäft und weiß, dass man seine Uhr voll aufgeladen mitschleppen sollte.”
,,Ist ja gut, ist ja gut…” meinte Kurtis und hob seine Hände, um Nate zu besänftigen, ,,…schon klar…” dann holte Kurtis Luft um fort zu fahren, ,,…Wir sind sicher schon zwei Stunden unterwegs und schlag mit jetzt um, aber wir sind noch nicht sehr weit gekommen, sollten wir also dann nicht vielleicht mal einen Richtungswechsel machen?”
,,Du meinst: Weg von der Wand und hinein in den Dschungel?”
Kurtis nickte. Im Hinterkopf hielt er noch immer an, Lara zu finden.
,,Weißt du was, Kumpel…I don´t care…” Nathan fing an zu grinsen und dann leise zu lachen, ,,…Ist mir echt egal…”
Wieder holte Kurtis tief Luft und bemerkte erst jetzt, das die Luft gerade hier echt stickig zu sein schien und auch das Nate diese ganze Situation irgendwie komisch fand. Also verschränkte Kurtis die Arme vor der Brust und fragte er: ,,Sag mal…warum lachst du eigentlich?”
Nate lachte weiter: ,,Keine Ahnung…ich find es einfach gerade witzig…” er stemmte seine Hände in die Hüften, beugte sich nach vorne und holte Luft, um weiter zu lachen, diesmal hemmungsloser.
Bekanntlich steckte Lachen an und Kurtis kam nicht drum herum seinem Lachen mit einem amüsierten Lächeln zuzustimmen.
,,Hör auf so zu lachen, du verkennst die Lage, du…” er brach ab, als auch ihn das Lachen übermannte.
Nate richtete sich wieder auf und zeigte mit dem Finger auf Kurtis: ,,Du solltest dich mal sehen, Kumpel! Du siehst so komisch aus…” wieder lachte er und sah aus Kurtis Kopf große, rosafarbene Kaninchenohren entstehen.
Kurtis fasste sich an den Kopf, um festzustellen, das alles doch so war wie immer und er überhaupt nicht verstand, was Nathan an ihm so witzig fand, aber er musste sich eingestehen, das er den Elefantenrüssel in Nates Gesicht zu komisch war, um nicht darüber lachen zu müssen.
...Mann ej, was ist denn nur auf einmal los?…Was machen wir hier überhaupt?…
Das fragte sich der ehemalige Lux Veriatis wirklich, denn er wusste nicht wieso, aber er lachte gerade ohne Grund über alles mögliche. Zudem wusste er wirklich nicht mehr, was sie hier überhaupt taten. Sein Verstand war wie benebelt, schwammig und er war unfähig sich zu konzentrieren.
Das letzte Mal hatte er sich so gefühlt, nachdem er mit seinen Kumpels in Paris einen Joint gezogen hatte.
,,Scheiße Mann…” er fasste sich unter dem Lachanfall an den Kopf, ,,…was machen wir hier?…Was em…”
Nathan sah ihn belustigt an und zuckte mit den Schultern: ,,Keine Ahnung…” er griff sich an den Nacken, ,,…was wollten wir machen? Wieso stehen wir denn hier?…” wieder brach der Schatzsucher ins Lachen aus, denn urplötzlich tanzten zwei rosa Kaninchen um Kurtis und legten ihm einen Blumenkranz ins Haar. Erneut zeigte Nathan auf seinen Freund uns sagte unter dem Lachen, das ihm bereits die Tränen in die Augen trieb: ,,Du siehst echt komisch aus, Alter!…Hast du mal in den Spiegel geguckt? Du könntest glatt mit den beiden da mithoppeln!” Nate sah, wie die beiden Phantasiekaninchen sich an der Hand griffen und um den Lux Veritatis herumtanzten.
Kurtis lachte, ungeachtet dessen, was Nate gesagt hatte. Es war ihm egal, ihm war danach sich vor Lachen zu winden und die riesigen Dumbo-Ohren zu bemerken, die nun an Nates Kopf prangten.
Er nahm gar nicht wahr, das es bloß Wahnvorstellungen waren, das sich eine dicke Liane um sein Handgelenk schlang.
Nate blickte auf, ohne aus dem Lachen heraus zu kommen, als die beiden rosa Kaninchen sich verformten. Sie wurden eins, verschmolzen miteinander und änderten ihre Farbe in ein saftiges Grün. Das Grün schlang sich um Kurtis Bauch.
,,Was has du da eh…” noch immer war Nate amüsiert, nicht fähig zu begreifen und spürte nun selbst etwas um seine Beine. Er sah hinab.
Ein Kaninchen?
Nein, auch dieses grüne Ding und einen kräftigen Ruck später, stürzte er zu Boden. Wieso wusste er nicht, er konnte es auch gar nicht begreifen. Sein Lachen wollte nicht abebben und wurde nur noch verstärkt, als er bemerkte, das Kurtis, genauso amüsiert, über ihm zu schweben schien.
Nate konnte auch nicht mal sagen, was genau passiere in den nächsten Sekunden, sein Hirn war voller Nebel. Er fühlte sich schwerelos und leicht, kam sich vor, als wenn er auf Wolken wanderte. Es war gemütlich und nichts ahnend, wie lange er in diesem Stadium verbrachte, spürte er plötzlich den Schweif eines Pferdes ihn an der Wange kitzeln.
Eine braune Stute, wunderschön, ihre Hufe schubsten ihn an: ,,Nate!…Verdammt, komm zu dir!”
Wieder streifte der braune Schweif seinen Arm, ihre Hand klatschte gegen seine Wange.
,,Stuten haben…keine Hände…” Nathan verging das zufriedene Grinsen, als er es erkannte, ,,…Nur Hufe und Kaninchen sind…nicht grün…oder rosa?…”
,,Nate, hier sind keine Kaninchen!…Auch keine Pferde, du fantasierst!…Mach die Augen auf, ja?”
Die Frauenstimme in seinem Hinterkopf war ihm bekannt. Woher nur? Die Stute sprach? Ein sprechendes Pferd, das wollte Nate sich genauer ansehen. Er zwang seine Augen blinzelnd auf, die Benommenheit verflüchtigte sich langsam.
Die Helligkeit war enorm, doch noch ebenso verwirrt erkannte er keine Stute, keine Kaninchen oder einen schwebenden Kurtis, sondern einfach nur Lara Croft…

,,Oh Fuck…” Nate setzte sich auf und fasste sich an die pochende Stirn, ,,…Was ist passiert?” Ironie, denn vor nicht allzu langer Zeit hatte er genau die gleiche Frage gestellt.
,,Ihr hattet Glück, das ist passiert!” drang die Stimmer der Archäologin in seine Ohren.
Der Schatzsucher blickte auf.
Sie saß genau vor ihm, blickte ihn aus einer Mischung von Vorwurf und Erleichterung an. Neben ihm saß Kurtis, den Oberkörper an die Felswand gelehnt. Der Lux Veritatis blickte genauso verwirrt drein, wie Nathan selbst und sah auch genauso mitgenommen aus.
,,Ihr seid mir zwei Krieger…” begann Lara dann, nachdem auch Nate seine fragenden Gedanken wieder halbwegs bei sich hatte, ,,…stolpert blindlings in eine Falle.”
,,Falle?…” Nate blickte zu Kurtis mit einem nur noch größeren Fragezeichen im Kopf. Dieser nickte und entgegnete: ,,Sie hat uns den Arsch gerettet, Mann…”
Nathan blickte erneut zu der Archäologin, sein Blick forderte eine Erklärung.
Lara deutete mit dem Kopf weiter die Felswand entlang: ,,Dort hinten hab ich euch gefunden…Zugedröhnt durch den Duftstoff dieser Pflanze…” sie griff neben sich und hielt Nate eine lilafarbene Blüte unter die Nase.
Er zuckte automatisch zurück und Lara grinste.
,,Keine Sorge, das Ding ist jetzt ungefährlich…aber dort hinten sind noch mehr und die haben bei euch beiden wohl üble Halluzinationen ausgelöst, sodass ihr überhaupt nicht mitbekommen habt, das die Ranken dieser Pflanze begonnen hatten euch zu umschlingen.”
,,Und weiter?” fragte Nate.
,,Weiter?…” Lara schien nicht ganz zu verstehen, das Nate nicht eins und eins zusammen zählen konnte, also ging sie ins Detail, ,,…Ist euch hier schon mal ein Tier begegnet oder ein Insekt? Nein, weil die wohl alle dieser Pflanze zum Opfer gefallen sind. Klingelt es jetzt?”
,,Oh…” stieß Nate aus, da er nun verstand, ,,…doch nicht Garten Eden, was?”
,,Nein..” entgegnete Lara, ,,…wir sollten aufeinander acht geben und hier verschwinden.”
,,Du hast eine Ahnung, wo wir hier sind? Ich nämlich nicht.”
Lara schluckte und sah ihren Kollegen an: ,,Wo wir sind, weiß ich nicht, aber ich habe etwas gefunden. Einen Obelisken mit Schriftzeichen. Ich denke, ich kann sie entziffern.”
,,Wo?” Nate begann aufzustehen, ihm war noch immer etwas schwindelig.
Die Grabjägerin deutete in den Dschungel: ,,Da drin. Nicht weit von hier, deshalb konnte ich euch auch so deutlich lachen hören.”
Verlegen starrte der Schatzsucher zu Boden: ,,Ja…sorry…”
,,Bei mir nicht…” entgegnete Lara trocken und steckte ihr Messer zurück in die Halterung des Stiefels mit dem sie vorhin die Ranken abgeschnitten hatte. Dann stand auch sie auf, ebenso wie Kurtis.
Der Lux Veritatis räusperte sich und ermahnte seine Sinne noch einmal vorsichtiger zu sein: ,,…So, dann zeig uns mal, wo dieses Ding ist.”
Lara nickte und deutete den Beiden ihr zu folgen…


Kurtis wunderte sich nicht im geringsten darüber, dass Lara problemlos altägyptisch entziffern konnte. Er wunderte sich über nichts mehr, was seine Ehefrau betraf und rief sich nochmals in Erinnerung, das Lara auch sehr gut alleine überleben konnte, sogar seinen Hintern auch noch vorm Sensemann bewahren konnte. Das hatte sie schon jahrelang getan, noch bevor sie in sein Leben getreten war und Kurtis gestand sich ein, das er das vernachlässigt hatte. Er hatte es aus den Augen verloren und Lara hatte recht damit. Er musste aufhören, krampfhaft auf sie aufpassen zu wollen.
Er und Nathan waren Lara durch das kurze Stück Dschungel gefolgt und tatsächlich befand sich hier ein umgestürzter Obelisk. Er lag auf der Seite, doch auch als er noch aufrecht gestanden hatte, konnte er nicht sonderlich hoch gewesen sein. Sechs Meter vielleicht und etwa einen Meter breit, nicht mehr. Er war schwarz mit glänzender Oberfläche, die Hieroglyphen in Gold, doch der Dschungel hatte bereits seine Arbeit getan und diesen Obelisken großteilig mit Pflanzen bewuchert.
,,Ich versteh das nicht…” murmelte Nathan und rieb sich nachdenklich den Nacken.
,,Was verstehst du nicht, Kumpel?” wollte Kurtis wissen, der neben ihm stand und ihn anblickte.
Nate zuckte mit den Schultern und traf den Blick des Lux Veritatis: ,,Na das alles hier…unter dem Wüstensand? Wo sind wir?…Ganz zu schwiegen davon, dass wir keine Ahnung haben, wie wir hier gelandet sind.”
,,Ich weiß nur noch, das wir eine ebensolchen Obelisken in einer großen Kammer entdeckt haben und als ich ihn berührte…ab da ist alles weg.” es war Lara, die ihre Übersetzung unterbrach und kurz zu den beiden Männern aufblickte.
,,Solch ein Obelisk sagst du?…” hinterfragte Kurtis nachdenklich, ,,…Und du hast ihn berührt, hm…vielleicht hast du irgend ein Portal geöffnet und…”
,,Portal?…” fiel Nate dazwischen, ,,…Komm schon, wir sind hier echt nicht bei StarTrek…als nächstes behauptest du noch Aliens habe uns entführt.”
Kurtis grinste leicht und schüttele kaum merklich den Kopf, als er die Arme vor der Brust verschränkte.
,,Guck nichts verdreht…” begann Nathan spottend von neuem, ,,…hätte sie ihre Finger bei sich gehabt, wären wir vermutlich jetzt nicht hier“ Das ist typisch Frau, die müssen immer alles anfassen, damit sie es auch glauben können.”
,,Hey…” protestierte Lara und stellte sich vor den Schatzsucher, ,,…Soll das heißen, ich habe Schuld an eurem Fasttod?”
Nate blickte Lara an und schüttelte den Kopf: ,,Nee…war ´nur´n blöder Witz.”
,,Was haben wir gelacht, Nate…” entgegne Lara trocken und fuhr dann fort, ,,…wenn du sonst nichts zu tun hast, könntest du mir vielleicht helfen, diese Inschrift zu entziffern.”
Der Schatzsucher nickte, vermied es jedoch sie darüber zu informieren, das sein altägyptisch mehr als eingerostet war, aber er versuchte es trotzdem. Neben Lara ging er in die Hocke und sagte dabei: ,,Tja…wundern tut es mich trotzdem, das noch niemand diese Ruinen, oder `das´ hier entdeckt hat.”
Verwundert blickte Kurtis drein und blickte ihm über die Schulter: ,,Äh, Nate…du hast doch selbst schon genug Ruinen entdeckt, die noch nie jemand zu Gesicht bekommen hat und du weißt sicher, das noch viel unentdecktes unter dem Wüstensand sein kann, warum wundert dich das dann?”
,,Na es ist verrückt…” Drake schluckte und nickte dann, sah dabei zu Lara, die noch immer sich den Hieroglyphen widmete und fuhr dann fort, ,,…Okay, du hast recht, nach allem, was ich schon gesehen habe, ist das hier noch gar nichts.” Unweigerlich dachte er an El Dorado zurück, auch an die Sache mit dem Chintamani-Stein und grinste dann.
,,Was?…” fragte Kurtis, ,,…Warum grinst du denn jetzt so?”
Nate besann sich und schüttelte den Kopf: ,,Ach nichts, em…ich bin nur mal gespannt, wie dein Frauchen uns hier weiter bringen wird. Ist ja offensichtlich eine Sackgasse.” Er beobachtete Lara, die den Kopf zu ihm drehte und ihm einen eindeutigen Blick zuwarf.
Beschwichtigend hob Nate beide Hände und sagte zu ihr: ,,Okay, okay…sorry…aber ich denke ein bisschen lockere Stimmung ist doch gar nicht so verkehrt.”
Die Archäologin schluckte und drehte sich vollends zu ihren Begleitern um. Dann erhob sie sich und sagte: ,,Mag sein…aber ich denke, es wird Zeit hier zu verschwinden.”
,,Sehe ich auch so, also, was meinst du?”
Lara drehte sich wissend zu Nathan und fragte ihn: ,,Du solltest doch für deinen Auftraggeber das Herz des Anubis suchen?”
Er überlegte und nickte dann: ,,Ja, wieso?”
Die Archäologin lächelte und breitete die Arme demonstrativ auf: ,,Du bist im Herzen des Anubis!”
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