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Herz des Anubis

von Liwen
GeschichteAbenteuer / P12
Kurtis Trent Lara Croft Zip
24.10.2010
21.08.2012
25
60.315
 
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24.10.2010 2.037
 
,,…und ich wollte nur sicher gehen, das du in Ordnung bist. Du warst seither sehr schweigsam.” sagte Lara zu der jungen Frau, nachdem diese sie in ihr Zimmer eingelassen hatte.
Mariannas Hotelzimmer war genauso eingerichtete wie ihres.
Die junge Technikerin nickte, doch hatte die Arme vor der Brust verschränkt. Ihr Ton war allerdings schnippisch: ,,Natürlich bin ich das. Ich frage mich nur, wieso ich doch noch hier bin. Wolltest du mich nicht nach hause schicken?”
,,Ich habe es mir anders überlegt…” entgegnete Lara, ,,…So wie ich dich einschätze würdest du uns sowieso noch einmal nachkommen, also kann ich dich auch gleich da behalten.”
,,Woww…” gestand Marianna, ,,…du bist echt gut drin, immer zu wissen, was andere vor haben…Wann brechen wir auf?”
,,Darüber möchte ich mit dir reden und sei so gut und stell diesen Ton in deiner Stimme ab. Vergiss nicht mit wem du redest.”
Marianna seufzte und rollte mit den Augen. Ja, sie benahm sich wie ein Kind, doch ließ ihre Arme dann hängen und änderte ihren Ton: ,,Also?”
,,Marianna…” begann Lara, ,,…ich will dich nicht davon abhalten, du bist immerhin alt genug, aber es könnte gefährlich werden. Ich möchte nicht, das du da mit reingezogen wirst und vielleicht verletzt wirst. Wir wissen nicht was vor uns liegt.”
,,Ich schaffe das schon, immerhin bin ich gut im beobachten.”
Lara fragte sich, was das jetzt damit zu tun hatte und zog die Augenbrauen zusammen: ,,Wie…”
,,Ich habe dich beobachtet…” Marianna war schneller und grinste, ,,…aufgrund meiner, naja, sagen wir mal Genialität, kann ich das sehr gut und ich möchte noch einiges von dir lernen, Lara.”
,,Wieso?”
,,Um so zu werden wie du.”
Die Archäologin zog die Augenbrauen hoch: ,,So wie ich?…Wieso willst du das?”
,,Na weil es cool ist…”
Lara wusste nicht recht, was sie davon halten sollte und schüttelte fassungslos den Kopf: ,,Das ist nicht…cool…Es ist verdammt gefährlich.”
,,Na und?…Ich möchte auch schießen lernen und Dinge sehen, die noch nie jemand zuvor gesehen hat. Was nützt mir eine Ausbildung und das Gefummel mit technischen Sachen?…Das ist doch alles nur Gekabel. Ich möchte auch so werden wie du.”
,,Marianna…” Lara war ganz und gar nicht begeistert, ,,…Das kannst du nicht…”
,,Wieso?…Ansgt, das ich dir Konkurrenz mache?” herausfordernd blicke die Schwarzhaarige zu der Archäologin.
Diese lachte auf und schüttelte den Kopf: ,,Du?…Ganz bestimmt nicht.”
,,Versuch es doch…was kann schon passieren…”
Lara überlegte. Sie wusste nicht recht, was sie jetzt tun sollte.
Dieses Ding vor ihr, war viel zu naiv um sich davon abbringen zu lassen, man sollte meinen eine Frau mit ihrem IQ wäre besser in der Lage ihren Platz zu finden, aber ihre Entschlossenheit war eine weitere Eigenschaft, die auch Lara einst besessen hatte.
Sie hatte sich auch von nichts und niemanden abbringen lassen und sie wusste, das der Goth ähnlich denken würde.
Lara seufzte: ,,Okay, hör zu…wenn du mir versprichst, das du morgen hier in Luxor bleibst, dann werde ich dir vielleicht einige Dinge beibringen, aber bei Gott nicht das schießen, denn eine Waffe zu nutzen, sollte immer der letzte, wirklich allerletzte Nothebel sein.”
Marianna zog einen Schmollmund: ,,Das ist Erpressung und…”
,,Nein…” fiel Lara ihr ins Wort, ,,…Eine Abmachung. Du bleibst hier, wo es sicher ist, mit uns allen in Funkkontakt und im Gegenzug, darfst du mich, nachdem wir zurück in England sind besuchen. Wenn du willst, dann kann ich dir die Archäologie näher bringen.”
,,Geil…dann nimmst du mich als Schülerin auf? Wie einst von Croy dich?”
Lara stockte.
Woher wusste Marianna das…Moment…
Würde Lara das wirklich tun?
Eine Schülerin?
Irgendwie war ihr der Gedanke fremd. Nie hätte sie sich eine…Schülerin zugelegt.
,,Du weißt nicht auf was, du dich da einlässt, Marianna…Ich weiß es ja selbst nicht…” begann Lara dann und wollte noch etwas hinzufügen, doch die jüngere Frau platzte einfach dazwischen, mit leuchtenden Augen: ,,Wir werden sehen, Croft…Die Abmachung gilt.” Leicht boxte sie der Archäologin gegen die Schulter. Lara stockte noch immer über ihre Euphorie…


Kurz darauf war Lara wieder auf dem Flur und auf dem Weg zu ihrem Zimmer. Sie war noch immer perplex. Hatte sie sich gerade wirklich eine Schülerin zugelegt?
,,Lara…”
Die Archäologin hielt inne und drehte sich um. Nathan kam auf sie zu. Er grinste: ,,Hey, warst du bei der Kleinen?”
Lara nickte: ,,Ja, sie wird hier bleiben, wenn wir morgen früh aufbrechen.”
Nate nickte ebenfalls: ,,Es ist besser so. Wir drei sind alle Profis, sie würde sich nur in Gefahr begeben.”
,,Ja…” Allerdings brach sie dann wieder ab und ihre Hand glitt unbewusst über die Wand. Mit einem Mal, urplötzlich, würde ihr ganz eigenartig, so komisch. Sie schluckte.
,,Also, kommst du mit runter? Abendessen?”
Lara sagte nichts und atmete tief durch. Dieses ungute Gefühl in ihrem Magen versuchte sie zu übergehen.
Nate drehte den Kopf zu ihr, als er keine Antwort bekam und musterte sie: ,,Alles okay?”
,,Was?” die Archäologin hatte kurz die Auge geschlossen und blickte ihren Kollegen nun wieder an.
Nathan war sichtlich verwirrt und fragte nochmals: ,,Ist alles klar bei dir?”
,,Ja…” antwortete Lara, spielte ihr Unwohlsein herunter und versuchte sich an einem scheiternden Lächeln.
,,Okay…” Nate nahm es ihr nicht wirklich ab und fragte, ,,…kommst du mit runter? Abendessen?”
Lara wollte nicht. Jetzt nicht mehr, aber ein `Nein´ hätte nur zu Diskussionen geführt, also sagte sie: ,,Ich komme gleich nach. Kurtis müsste schon unten sein.”
Der Schatzsucher brummte ein `Ja´ und war noch immer unsicher, was Laras anging. Sie verhielt sich eigenartig, aber erneut bohrte er nicht nach. Er wusste, das Lara das sicher nicht wollen würde…

In ihrem Zimmer angekommen, stellte Lara erleichtert fest, das Kurtis wohl wirklich schon nach unten gegangen sein musste.
Sie schloss die Tür, lehnte sich mit der Schulter dagegen und atmete mit geschlossenen Augen tief durch.
Dieses flaue Gefühl in ihrem Magen, war noch immer da, so plötzlich es aufgetreten war, desto weniger konnte Lara sich erklären wo es herkam. Sollte sie ihre damalige Ägypten-Episode doch noch so sehr belasten? War es diese Fähigkeit, die sie vorhin angewandt hatte? Das Letzte, was sie jetzt gebrauchen konnte, war, das sie ich etwas eingefangen hatte.
Sie wusste es nicht, aber eins war klar. Essen würde sie heute nichts mehr, denn sich noch vielleicht übergeben zu müssen, war das letzte, was sie wollte.
Lara schluckte.
Plötzlich zuckte ein leiser, stechender Schmerz durch ihren Bauch hindurch, bis zu ihrem Rücken. Sie legte sich die Hand auf den Magen und öffnete die Augen wieder.
Schon wieder?
Allmählich fragte Lara sich wirklich, was mit ihr los war. Sie fühlte sich schon seit der Expedition in Ägypten nicht wirklich auf der Höhe und Müde war sie auch schon wieder. Nicht, das sie nicht auf dem Flug genug Schlaf bekommen hatte, das hatte sie, aber dennoch hätte sie jetzt nichts dagegen gehabt einfach bis morgen früh durch zu schlafen.
Lara seufzte leicht, als der Stich abebbte und löste sich von der Tür. Sie schlurfte ins Badezimmer, drehte den Wasserhahn am Waschbecken auf und spritzte sich kaltes, erfrischendes Wasser ins Gesicht, um die Müdigkeit zu überwinden.
Mit dem Ärmel wischte sie sich die Wassertropfen aus dem Gesicht, erhob sich dann und wollte bereits wieder zurück ins Zimmer gehen, doch hielt plötzlich inne. Ihr Blick ruhte auf dem Spiegel über dem Waschbecken, der sie selbst zeigte.
Eigenartig musterte Lara sich selbst, ihr Blick war ihr so ungewohnt. Verstärkt wurde ihr Verdacht, das mit ihr etwas nicht stimmte. Sie sah anders aus als sonst.
Warum?
Ihr Blick ging am Spiegel hinab und wieder hinauf und dann wieder hinab. Unbewusst hatte Lara sich erneut eine Hand an ihren Bauch gelegt, tiefer diesmal als zuvor.
Abermals stockte sie, rief sich das lange Gespräch mit Kurtis in Erinnerung, das sie mit ihm in Marokko geführt hatte, wandte dann ihre Augen gänzlich von dem Spiegel ab und blickte an sich hinab, dort hin, wo sie die Hand gelegt hatte.
Stockend brachte sie nur Wortfetzen heraus: ,,…Oh, Nein…Kann nicht sein…” Es dämmerte ihr, schließlich war die Archäologin nicht total verblödet.
Abupt drehte sie sich um, verließ das Bad, schritt durch das Hotelzimmer, zur Couch und zückte ihren Rucksack. Sie wühlte darin herum, bis sie das fand, was sie suchte. Ihren PDA.
Lara schaltete ihn an, rief das Menü auf und blickte auf die Kalenderanzeige. 19. Juni.
…Was?…Schon?…
Das konnte nicht sein.
Sie hatte die Zeit total vergessen und abrupt wurde ihr erneut flau im Magen, als sie es bitter erkannte. Sie war längst überfällig.
,,Nein…” hauchte sie geschockt und legte sich eine Hand davor den Mund.
Konnte es also doch stimmen, was Kurtis erwähnt hatte?
Perplex, verwirrt und überhaupt nicht wissen, was sie jetzt tun oder denken sollte, setzte Lara sich auf die Couch, ihr Blick verlor sich in der Leere des Zimmers…

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Erneut klopfte Kurtis an diesem morgen an die Badezimmertür.
,,Lara?…” wiederholte er, ,,…Ist alles okay bei dir?”
Der Lux Veritatis war nicht wenig besorgt um seine Frau. Sie war gestern nicht zum Abendessen herunter gekommen und hatte kaum mit ihm gesprochen gehabt. Heute Morgen waren sie zusammen frühstücken gegangen, doch Lara war ihm noch immer so abwesend und schweigsam vorgekommen.
Kurtis fragte sich allen ernstes, was er diesmal wieder falsch gemacht hatte, doch er roch förmlich, das Lara ihm etwas nicht sagen wollte, denn jedes mal, wenn er sie ansprechen wollte, wechselte sie das Thema.
Vorhin waren beide gerade dabei ihre Ausrüstung zu packen, da bemerkte er die Blässe im Gesicht seiner Frau. Lara war urplötzlich übel geworden und sie war im Badezimmer verschwunden. Antworten gab sie ihm auch nicht und Kurtis war wirklich besorgt darüber, ob Lara krank war. Wenn dies der Fall war, würde er sie auf jedem Fall heut eben Marianna lassen.
,,Hey, komm schon, Schatz…was ist denn los mit dir?” fragte Kurtis abermals und wollte erneut anklopfen, doch seien Frau kam ihm zuvor.
Lara öffnete abrupt die Badezimmertür, schritt entschlossen und bereits voll umgezogen an ihm vorbei, zurück zur Couch und ihrem Rucksack. Dort schnallte sie sich über die kurzen, braunen Hosen ihren Waffengurt.
Perplex hatte Kurtis ihr nachgesehen.
Lara verhielt sich so, als wenn nichts gewesen wäre, doch Kurtis erkannte in ihrem Blick, das nicht heile Welt bei ihr war.
Er ging auf sie zu, als Lara sich den hohen Pferdeschwanze aus dem braunen Tanktop zog und griff ihr an die Schulter.
,,Em, Lara…”
Ruckartig befreite Lara sich aus seinem Griff, drehte sich zu ihm und funkelte ihn an: ,,Was?”
Kurtis schluckte und hielt ihrem Blick stand: ,,Ich will dir nicht zu nahe treten, aber d verhältst dich seit gestern sehr eigenartig. Was ist denn los?…Bist du krank?”
,,Nein, ich bin nicht krank…”
Seine Augenbrauen zog er hoch, verschränkte die Arme ob der Brust: ,,Ach, dann hast du dir nur zum Spaß gerade eben die Seele aus dem Leib gekotzt?…Im Ernst, Lara, wenn du krank bist, dann bleib lieber hier bei Marianna und…”
,,Kurtis, ich bin nicht krank!…Also hör auf mir so etwas zu unterstellen.”
,,Was denn dann? Du redest ja nicht mit mir…” entgegnete er und lockerte seine Arme wieder, ,,…Wir wollten doch alles sagen…wenn dich was bedrückt, dann sag es mir doch…” Kurtis griff an ihren Arm, ,,…Egal, was es ist. Hab ich etwas falsch gemacht?”
Lara sah ihm in die Augen, dann schüttelte sie den Kopf und lächelte hauchzart: ,,…Diesmal nicht.” Bevor Kurtis allerdings noch etwas fragen konnte, trat Lara dicht zu ihm und legte die Arme um seine Seiten, ihren Kopf an seine Brust. Kurtis entgegnete die Umarmung sofort, hielt sie sanft fest und war noch mehr beunruhigt als vorher.
,,…Es geht mir jetzt wieder gut, Kurtis…” begann Lara dann und blickte zur Seite, die Umarmung sichtlich genießend, ,,…es liegt sicher nur an Ägypten.”
Es war gelogen, das wusste sie, aber sie wollte ihm nicht die Wahrheit sagen.
Lara wusste es nicht wirklich, sie war sich nicht sicher, ob ihr Verdacht stimmte und bis sie nicht Klarheit hatte, behielt sie es lieber für sich, denn sie kannte ihren Ehemann gut. Er würde sie niemals mit kommen lassen, wenn er den Braten in der Röhre riechen würde.
Die Archäologin schluckte, verbarg ihr innerliches Zittern, das sie seit ihrem Verdacht spürte. So wie sie zurück in England sein würden, würde Lara es herausfinden, doch betete inständig, das sie sich täuschte…
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