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Herz des Anubis

von Liwen
GeschichteAbenteuer / P12
Kurtis Trent Lara Croft Zip
24.10.2010
21.08.2012
25
60.315
 
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24.10.2010 2.257
 
Lara hatte ihre Bordkarte vorgezeigt und ihr Gepäck bereits abgegeben. Nur eine Schultertasche nahm sie mit ins Flugzeug. Kurtis hatte sie begleitet, doch nun war es so weit, das sich ihre Wege trennten, denn sie hatten das Abflugterminal erreicht.
Lara und Kurtis hielten an.
,,So…” begann er und hielt ihre Hand, ,,…jetzt ist es wohl so weit auf wieder sehen zusagen.”
Lara drehte sich zu ihm und blickte ihn an: ,,Nicht für lange.”
Kurtis nickte: ,,Ich weiß, aber…naja…”
,,Was?” verlangte Lara zu wissen. Sie wusste, das ihn etwas beschäftigte.
,,Ach nichts…” murmelte Kurtis und senkte den Blick.
Lara drückte sein Kinn hauchzart hoch, um ihm wieder in die Augen sehen zu können: ,,Fangen wir etwa an Geheimnisse voreinander zu haben?..Das ist nicht gut, denn dadurch kann sich alles verkomplizieren.”
,,Ich weiß…” sagte er, ,,…ich will ja auch nichts sagen, aber…Ich habe irgendwie ein ungutes Gefühl, wenn ich daran denke, das du nach Ägypten reist.”
Lara schluckte: ,,Das haben wir doch besprochen. Es besteht keine Gefahr…”
,,Ich weiß…” er unterbrach sie einfach, ,,…Ich mache mir aber trotzdem jedes mal wieder auf neue Sorgen, wenn du gehst, da ich es mir nicht verzeihen könnte, wenn dir etwas zustößt, allein schon weil du im Moment sowieso so komisch bist und dann gerade jetzt Ägypten...”
Lara kniff die Augenbrauen leicht zusammen: ,,Wieso…bin ich komisch?”
Kurtis schüttelte den Kopf: ,,Du kannst es jetzt abstreiten, was du sicher auch tun wirst, aber ich habe in der letzten Zeit bemerkt, das du irgendwie…anders bist. Es ist sicher nichts schlimmes, aber mir ist es aufgefallen…“ als er ihren Blick sah, fügte er hinzu, ,,…Tut mir Leid, wenn ich dir das jetzt so sage.”
Lara blickte zur Seite, doch lächelte dann knapp und sah wieder zu ihm hin: ,,Du hast recht, Kurtis, ich streite es ab, weil es nicht stimmt…Mag sein, das ich in der letzten Zeit nachdenklich war, aber es ist immer noch alles in Ordnung. Mach dir keine Sorgen….” sie streckte sich zu ihm und gab ihm einen Kuss, dann löste sie sich leicht und blickte ihm in die Augen, ,,…Ich muss jetzt los.”
Kurtis hatte die Arme um ihre Taille gelegt und nickte.
Es blitzte von irgendwo und beide wussten, was das zu bedeuten hatte. Kurtis grinste: ,,Diese lästigen Paparazzi…” er schluckte, ,,…die finden uns aber auch überall.”
Lara lächelte ebenfalls: ,,Nun zumindest werde ich die keinesfalls vermissen.” Dann küssten sie sich abermals.
Es machte ihnen nichts mehr aus, wenn den Möchtegernreportern Schnappschüsse von ihnen gelangen. Die beiden mochten das zwar noch immer nicht, aber seit ihrer Hochzeit im November letzten Jahres, war das an der Tagesordnung, sobald Lara und Kurtis sich in der Stadt zeigten. Sie fühlten sich manchmal wie Popstars. Es war nervig, vor allem wenn die Klatschpresse mitmischte und etwas schrieb, was überhaupt nicht der Wahrheit entsprach. So waren auch nicht selten die Gerüchte aufgetreten, das ihre Beziehung oder ihre Ehe vor dem Aus stand, als Lara lediglich einen Auftrag bekommen hatte und dafür verreisen musste. Aber was sollten sie denn schon dagegen tun?
Schließlich löste Lara sich von Kurtis: ,,Ich muss jetzt wirklich los.”
Kurtis nickte und ließ sie los: ,,Pass trotzdem auf dich auf.” er strich ihr eine Haarsträhne ihres offenen Haares zurück.
Die Archäologin nickte: ,,Bis dann…”
,,Bis dann…” wiederholte Kurtis und sah zu, wie Lara sich umdrehte und durch das Terminal, um eine Ecke, verschwand…


Lara seufzte, als sie aus dem Fenster des Fliegers auf das offene Meer blickte.
Vor einiger Zeit war der Flieger gestartet und ihre Auftrageber hatten natürlich sämtliche Reisekosten übernommen. So auch das Ticket für die erste Klasse und später in Ägypten, für ein luxuriöses Hotel in Luxor in dem sie übernachten würde. Allerdings würde sie am Flughafen von Alexandria in ein Charterflugzeug umsteigen müssen, um dann nach Süden zu fliegen. Morgen würde es dann mit einem Jeep zur Ausgrabungsstätte in der Nähe des Tals der Könige gehen. Jemand der dort schon arbeitete, würde sie beim Hotel abholen kommen.
Aber nicht nur über ihren Reiseverlauf dachte Lara nach, sondern auch über etwas anderes.
Über das, was Kurtis zu ihr gesagt hatte, eben am Flughafen.
Verhielt sie sich wirklich komisch?
Ja, sie hatte in der letzten Zeit viel nachgedacht, aber über alles mögliche. Mag auch sein, das ihre Laune nicht so sonderlich gut gewesen war, aber sollte das der Grund gewesen sein?
Die Archäologin stieß Luft aus ihren Lungen. Sie wusste es nicht.
Sie liebte Kurtis noch immer genauso, wie ganz am Anfang und ihre offensichtliche Veränderung, die ihm aufgefallen war, hatte nichts mit ihm zu tun, es ging einzig und allein um sie selbst.
Lara drehte den Kopf vom Fenster weg und lehnte ihn nach hinten, da sie vom vielen nachdenken, Kopfschmerzen bekam, was sicher auch daran lag, das sie sich hier in einem Flugzeug befand.
Sie hatte zwar nie Angst vorm Fliegen gehabt, selbst nachdem sie einmal abgestürzt war, doch sie tat es nur, wenn es sein musste. Für gewöhnlich bevorzugte Lara es nicht in so hohen Luftsphären zu sein oder selbst zu fliegen wenn sie nicht von Sammy geflogen werden konnte. Sie wollte eben immer alles selbst unter Kontrolle haben.
Lara schloss die Augen und versuchte ein wenig ab zu schalten, obwohl der Flug nicht allzu lange dauern würde…


Nach Stunden kam sie endlich im besagten Hotel in Luxor an und nachdem sie eingecheckt hatte, fuhr Lara in den zweiten Stock und betrat ihr Zimmer.
Sie stellte ihren Koffer neben dem Bett ab und legte auch die Schultertasche ab. Dann ging sie zum Fenster und blickte hinaus.
Vom Balkon aus konnte man direkt auf den Nil sehen.
Allerdings hatte Lara fast vergessen, wie heiß es hier war. In England war es ungewöhnlich eine Hitzewelle zu haben, selbst im Hochsommer, aber hier, war es wohl an der Tagesordnung und Lara konnte am Ufer des Nils erkennen, das hier wirklich eine Hitzewelle herrschte, denn der Fluss war längst nicht mehr so voll Wasser wie sie es in Erinnerung hatte.
Lara schätzte die Temperatur obwohl es bereits Abend war, auf mindestens 41 Grad Celcius, wenn nicht noch höher. Die Bewohner Ägyptens waren schon zu bemitleiden.
Hitzewelle im Sommer, sodass die Ernte vertrocknet und Überschwemmungen im Herbst und Winter, die alles weg spülen. Das Leben hier an diesem Fluss musste wirklich schwer sein.
Lara fuhr sich über die Stirn und beschloss sich etwas luftiger an zu ziehen. Sie wählte ein weißes Tanktop und hellbraune Shorts. Dazu Flipflops, da sie heute ja noch nicht zur Ausgrabungsstätte musste.
Als sie sich umgezogen hatte, musste Lara sich doch eingestehen, das sie durch die ganze Reise ziemlich müde war, jedoch wollte sie aus irgendeinem Grund noch nicht schlafen.
Sie saß auf dem Bett, nahm sich ihr Handy und spielte mit dem Gedanken Kurtis anzurufen, doch kaum hatte sie die Kurzwahltaste gedrückt, stoppte sie ihr vorhaben wieder und legte das Telefon weg.
…Ich kann ihn ja auch morgen anrufen…es eilt ja nicht…der soll mal nicht die Übermutter spielen…
Die Archäologin ging zu ihrer Tasche und zog ein Buch heraus, das sie aus ihrer hauseigenen Bibliothek mitgenommen hatte. Es handelte von ägyptischen Legenden, darunter behandelte es auch jene der Stadt Amnara.
Lara setzte sich auf die Couch ihres Hotelzimmers und begann zu lesen.
Allerdings stand darin nichts, was sie nicht schon wusste, doch es schadete nichts sich gründlich vor zu bereiten…

Es waren einige Stunden vergangen und Lara war dann doch auf der Couch eingeschlafen. Die Sonne war bereits wieder am aufgehen und die bereits wieder warme Morgenluft kam mit einem leichten Windhauch durch die gekippte Balkontür in das Zimmer der Archäologin.
Sie schlief fest, doch in ihrem Traum hörte sie seine Stimme. Die Stimme, die ihr damals fast das Leben gekostet hatte.
Die Stimme, die sie glaubte vergessen zu haben.
…,,…Siehe, ich bin der Schatten, der die Sonne verdunkelt! Wie ein Sturm werden meine Plagen über euch hereinbrechen! Mein Zorn wird eure Länder verschlingen, und wüten, bis sich kein Leben mehr darauf regt!…´´
Lara wandte sich im Schlaf. Sie sah die gleichen Bilder, die sie damals gesehen hatte. Die sie damals geträumt hatte und glaubte vergessen zu haben.
…,,…Lara Croft! Du wirst nicht mehr unter den Lebenden wandeln, denn mein Grab wird nun auch zu Deinem!´´…
Abrupt riss Lara die Augen auf und fuhr erschrocken hoch.
Sie krallte sich ins Sofa und blickte sich um, doch die erkannte außer der Morgendämmerung nichts ungewöhnliches. Es war lediglich das selbe Hotelzimmer, wie am Abend zuvor, in dem sie sich befand, obwohl sie schwören konnte, sie wäre wieder in der ägyptischen Gruft.
Die Archäologin lockerte ihre angespannten Glieder und beruhigte ihren gehetzten Atem. Anscheinend hatte sie ihre Erlebnisse von damals, doch noch nicht vollends verarbeitete. Gut das sie nun hier war, um dieses Problem endlich aus der Welt zu schaffen.
Erleichtert fiel Lara zurück auf dir Couch und schloss wieder die Augen. Sie hatte bis spät in die Nacht gelesen und bereute es, da sie noch ganz schön müde war.
Plötzlich klingelte ihr Handy und sie schlug ihre Augen wieder auf. Sie brauchte nicht zweimal zu raten, wer sie wohl hier in aller frühe anrufen würde.
Ein leichtes Lächeln entstand auf ihren Lippen und sie setzte sich abermals auf, doch als sie aufstand, hielt Lara abrupt inne, denn irgendwie war ihr schwindelig.
Das war kein angenehmes Gefühl.
Sie schloss die Augen erneut und ihre Finger krallten sich erneut in das Sofapolster, da sie das Gefühl hatte zu fallen.
,,Oh…” hauchte Lara kurz und atmete tief durch. Nach zwei, drei Atemzügen hatte sich das Gefühl halbwegs verflüchtigt.
Die Archäologin stand auf, ging zum Bett und nahm ihr Handy, das unentwegt klingelte.
Dann nahm sie den Anruf entgegen, doch setzte sich sicherheitshalber aufs Bett: ,,Hallo Kurtis.”
Kurz darauf erklang seine Stimme: ,,Hallo Liebling, bist du gut angekommen? Du hast dich nicht mehr gemeldet gestern Abend.”
,,Ja, ja…” entgegnete Lara, ,,…ich war bloß ziemlich müde. Entschuldige. Ich werde auch gleich abgeholt.”
,,Okay ich wollte ja auch nur hören wie es dir geht. Du hörst dich müde an, konntest du nicht gut schlafen?”
,,Nein…em…es ist alles bestens, wenn nur die Hitze hier nicht wäre. Ich habe die halbe Nacht mit lesen verbracht.” Lara verschwieg ihren Alptraum absichtlich, damit Kurtis sich nicht beunruhigte und irgendwelche überflüssigen Bemerkungen los ließ, die sie schon ganz genau kannte.
,,Dann ist gut. Also wirst du heute zur Ausgrabungsstätte fahren?”
,,Ja…” antwortete Lara, ,,…aber wenn ich erst mal da draußen bin, wird der Empfang nicht so besonders sein. Die haben zwar auch einen Computer mit Internetverbindung, aber wer weiß, wie gut das in der Wüste funktioniert. Allerdings komme ich am Wochenende wieder nach Luxor zurück.”
,,Okay…ich warte dann einfach auf eine Nachricht von dir…Wenn allerdings am Wochenende keine kommt, fange ich mir an Sorgen um dich zu machen.”
Lara begann zu Lächeln. Sie wusste wie fürsorglich Kurtis war und das er immer besorgt um sie war, obwohl sie schon einige gefährliche Situationen in ihrem Leben erlebt hat und ohne jede Hilfe heil aus gekommen war, aber es war doch schön zu wissen, das jemand da war, der auf sie wartete.
,,Kein Problem…” begann Lara dann, ,,…ich werde dich anrufen, sobald ich kann.”
,,Gut, dann viel Erfolg, wie man so schön sagt.”
,,Ja auf gutes Entdecken…” entgegnete Lara.
,,Ich liebe dich.” meinte Kurtis dann noch, was Lara schmunzeln ließ. Sie mochte es irgendwie wenn er das zu ihr sagte und entgegnete: ,,Ich dich auch, Kurtis…” Dann kappte sie die Verbindung…

Nach knapp einer Stunde, in der sie ausgiebig duschen war und sich frische Kleidung angezogen hatte, sie wählte passend zu ihren braunen Stiefeln, braune Shorts und ein braunes Top, hatte Lara in eine kleine Reisetasche alles eingepackt, das sie bis zum Wochenende brauchen würde. Sie verstaute gerade ihre Pistolen und ein Messer in der Tasche, da sie diese Sachen lieber nicht offen hier in Ägypten herum tragen wollte und sollte.
Dann band sie sich noch ihre langen Haare zu einem Pferdeschwanz zusammen. Sie glaubte kaum, wie heiß es hier um diese Uhrzeit bereits wieder war.
Lara seufzte und wollte eigentlich ihre Tasche greifen, um das Hotelzimmer zu verlassen, doch plötzlich hielt sie inne.
Sie legte eine Hand auf ihre Brust, da ihr plötzlich schrecklich übel wurde. Langsam atmete sie durch, doch das Gefühl wurde stärker.
Lara schluckte und versuchte ihr Innerstes und ihren Atem zu beruhigen, doch es funktionierte nicht wirklich. Abrupt legte sie sich die freie Hand auf den Mund, als der Brechreiz zu stark wurde und sie eilte ins Badezimmer.
,,Oh nein….” murmelte Lara und beugte sich gerade noch rechtzeitig über die Toilette, als ihr alles hochkam. Sie übergab sich hustend und das bereitete ihr solchen Ekel, das ihr gleich wieder alles hoch kam.
Nach einigen Sekunden war es vorbei und Lara schöpfte Atem. Mit leicht zitternder Hand tastete sie nach dem Spülknopf und drückte ab. Dann erhob sie sich, ging zum Waschbecken und wusch sich gründlich.
Allem Anschein nach, hatte ihr der Alptraum von letzter Nacht doch mehr zugesetzt, als sie es für möglich gehalten hatte. Doch sie hätte sich nie ausgemalt, das sie aufgrund darauf plötzlich einen so empfindlichen Magen hatte.
Nachdem sich Lara auch die Zähne geputzt hatte, war das ungute Gefühl, das sie gehabt hatte verschwunden. Es ging ihr jetzt sogar wieder richtig gut und sie fühlte sich überhaupt nicht mehr müde. Was es auch gewesen war, es war vorbei, obwohl Lara sich schon etwas wunderte. Es war schließlich nicht das erste mal, das ihr so etwas passiert war.
Schulter zuckend verließ Lara das Badezimmer und steckte ihre Zahnbürste und die Zahnpasta ebenfalls ein.
Dann klopfte es auch schon an der Zimmertür…
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