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Herz des Anubis

von Liwen
GeschichteAbenteuer / P12
Kurtis Trent Lara Croft Zip
24.10.2010
21.08.2012
25
60.315
 
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24.10.2010 2.014
 
,,Lara?…Verdammt melde dich!” kratzte Zip in Nathan´s Ohr.
Der Schatzjäger blieb stehen und fragte über Funk: ,,Was ist denn passiert? Wo ist sie?”
,,Keine Ahnung, da war Sand zu sehen und jetzt ist die Verbindung weg…halt dich rechts.”
Nate nickte und eilte Lara hinterher.
Plötzlich jedoch blieb er stehen, denn als er in dem Raum ankam, in dem Lara verschwunden war, prangte nun ein beachtliches Loch im Boden.
,,Woww…” hauchte Nathan.
,,Siehst…” begann Zip, doch konnte ebenfalls alles über die Kamera mitverfolgen, ,,…Oh…”
Das Loch klaffte und Sand rutschte noch immer nach.
Nathan ging so nah an den Rand, wie möglich, ohne selbst abzurutschen und leuchtet mit der Taschenlampe in die Tiefe, allerdings konnte er außer Schwärze nichts und niemanden erkennen.
,,Lara?…Hörst du mich?”
Er lauschte und schon nach einigen Augenblicken hatte er seine Antwort.
,,…Ja….” Ein Husten war aus der Tiefe zu hören.
Zip stieß erleichtert Luft aus, was an einem Rauschen im Headset zu hören war.
,,Bist du in Ordnung? Was ist da unten?” fragte Nate. Er musste etwas lauter sprechen, da Lara wohl sehr weit entfernt war.
,,Lara, schalt die Kamera wieder an.” knisterte Zip über Funk.
Es geschah nichts.
,,Lara?” rief Nathan wieder.
,,Ja! Was ist denn?”
,,Zip kann deine Kamera nicht erfassen, schalt sie wieder an.”
,,Das Ding ist weg, jetzt nerv mich nicht, okay!” gereizt gab die Archäologin ihm antwort.
,,Was?” wollte Zip wissen von Nathan, der es nicht verstanden hatte.
,,Sie hat das Headset verloren…Ich geh runter.” der Schatzsucher zückte sein Seil vom Gürtel…

…Lara war hart auf der linken Seite aufgekommen, doch hatte sich bereits wieder aufgerichtet und den gröbsten Sand von sich geklopft.
,,Okay…wart ich hab ein Seil…” hörte sie Nathan rufen.
Um sie herum war es Stockdunkel. Nur ihre Taschenlampe schenkte ihr Licht und zeigte ihr, das sie sich wohl in einem weiteren, nicht allzu Raum befand.
Allerdings hatte sie noch keine Zeit gehabt sich genauer um zu sehen. Sie war noch immer damit beschäftigt sich vom Sand zu befreien und unterdrückte auch ein leichtes Schwindelgefühl.
Kurz darauf plumpste etwas neben ihr zu Boden.
Die Archäologin schreckte auf, doch ihre Instinkte ließen sie gleich ihre Waffen ziehen und auf die Kreatur…
,,Hey, hey…ich bin´s nur…” Nathan hatte beide Hände erhoben.
Lara verdrehte die Augen und steckte ihre Waffen wieder weg: ,,Super du Held…hättest du nicht oben warten können?”
,,Ist ja schon gut Fräulein, ich hab das Seil gut fest gemacht, wir können jederzeit wieder zurück.” Er musterte Lara kurz und schaute sich dann in dem Raum mithilfe seiner Lampe um.
,,Hatte ich nicht gesagt, du sollst oben bleiben?” hinterfragte Lara vorwerfend und war noch immer damit beschäftigt sich, so gut es eben ging, zu säubern.
,,Ja, ja….jetzt sieh dir das mal an.” meinte Nathan nur gedankenverloren.
Lara blickte auf und stockte augenblicklich…

Sie kam langsam zu Nathan und stellte sich neben ihn.
,,Ist das em…Gold?” fragte dieser.
Die Archäologin hob eine Augenbraue und drehte den Kopf zu ihrem Kollegen, sagte jedoch nichts, da sie sich des sinnlosen Kommentars zu müde war.
Stattdessen trat sie weiter in den Raum hinein und leuchtete mit der Taschenlampe auf das prächtige Goldrelief an der Wand ihnen gegenüber.
Es zeigte den Gott Anubis, der in einer Geste zu einem Schakal sprach. Außerdem war es reichlich verziert.
,,Was denkst du, Prinzessin?” fragte Nathan wieder und trat mit seiner Taschenlampe ebenfalls näher.
Lara überging seine Bemerkung, die er wohl unabsichtlich ausgesprochen hatte, merkte jedoch, das sie sich zusehends auf die Palme bringen ließ.
,,Lara?” flötete er ihr ungeduldig entgegen.
Die Archäologin seufzte und blickte ihn dann an: ,,Sag mal, muss ich hier als Einzige meine Grauen Zellen anstrengen?”
Nate räuspere sich grinsend: ,,Ja em…du weißt ja ohnehin alles besser, also, dann zeig uns mal, was du kannst.”
Die Archäologin fand das allerdings alles andere als amüsierend und schüttelte den Kopf: ,,Männer!”
,,Was?” fragte Nathan.
,,Ihr seid doch alle nutzlos!” murmelte Lara dann, seufzte und begann, das Relief zu untersuchen, die Inschrift zu übersetzen.
,,Was sagt sie?” fragte Zip über Funk.
,,Keine Ahnung, ich glaub sie ist ein bisschen abgekratzt.” entgegnete Nathan und leuchtete Lara, damit diese so gut wie möglich lesen konnte.
,,Ja, das ist sie öfter…” Zip seufzte in sein Ohr.
Nate nickte und sah Lara weiterhin zu. Er war zwar gut im entziffern alter Schriften, aber nun mal nicht so gut, wie Lara, zumal nicht in altägyptisch…

,,Ich frag mich nur, wieso sich hier diese Hieroglyphen finden…” meinte Lara dann nach einer Weile und entfernte sich von der Wand.
,,Ist doch Schnuppe…” meinte Nathan dann, ,,…sie sind halt da. Und was bedeuten sie?”
Lara drehte sich zu ihm und sagte: ,,Diese Inschrift deutet auf einen Ort hin. Er liegt wohl irgendwo an der sudanesischen Grenze…Es heißt dort wäre das Herz des Anubis.”
,,Das Herz des Anubis? Und was soll das sein?” fragte Nathan und blickte noch einmal zum Relief.
,,Tja, das steht nicht dabei. Höchst wahrscheinlich ein Relikt oder Artefakt…” meinte Lara, ,,…ich schätze, wir werden es herausfinden.”
Sie zückte ihren PDA und gab die eben gelesene Stelle ein, dabei sagte sie: ,,Sag Zip, ich schicke ihm einige Daten, er soll sie analysieren und dann den genauen Ort bestimmen…” sie machte auch Fotos von dem Relief.
,,Hab es schon verstanden…”
Nate nickte und sagte dann zu Lara: ,,…Er hat es schon mitbekommen.”
Lara nickte ebenfalls und steckte ihren PDA wieder weg.
,,Irgendwas von unserem Freund, Morris?” wollte Nathan dann von Zip wissen.
,,Negativ…auch die Satellitenaufnahmen sind ruhig. Euer kleiner Einbruch wurde noch nicht entdeckt.”
,,Okay…” Nate wandte sich an Lara, ,,…können wir dann verschwinden?”
Die Archäologin nickte: ,,Ja, schön mal irgendwo einzusteigen ohne jegliche Komplikationen.” sie lächelte.
Der Schatzsucher grinste: ,,Du nennst deinen kleinen Treibsandmäßigen-Auftritt vorhin nicht Kompllikation?”
,,Em…” Lara schüttelte den Kopf, ,,…nein, das war Mittel zum Zweck, komm, sehen wir zu, das wir hier raus kommen, sonst werden wir beide noch eingelocht.”
Natahn folgte ihr zurück zum Loch und fragte: ,,Was wird jetzt aus der Wand da? Die ist doch ein gutes Vermögen wert.”
,,Mir egal…“ antwortete Lara, ,,…wenn wir diese Episode hier hinter uns haben, kannst du mit Sully wiederkommen und sie dir aneignen oder verscherbeln.”
,,Du bist gut…Mich kriegen hier keine Zehn Pferde rein, wenn ich nicht muss..”
Lara lachte leise, dann deutete sie auf das Loch, von dem immer noch Sand rieselte: ,,Komm, hilf mir mal da hoch!”
Nathan verstand und formte mit seinen Händen eine Räuberleiter.
Lara hielt sich an seinen Schultern fest und stieg dann mit seiner Hilfe hoch. Sie stelle sich dann auf seine Schultern.
Der Schatzsucher hielt ihre Knöchel und blickte hoch zu ihr. Er grinste.
,,Zu blöd aber auch, das du das Seil eben nicht fest machen konntest…” meinte Zip über funk.
,,Red nicht so einen Käse, die Aussicht ist doch Spitze…” Er lachte, genau wie Zip in seinem Ohr.
Lara, die das natürlich gehört hatte, ließ Sand nach unten rieseln und tastete derweil nach Halt. Sie schüttelte den Kopf.
,,Hey!” protestierte Nate, wandte den Blick ab und schüttelte den Kopf, um den Sand aus seinen Augen zu treiben.
Jetzt war es an Lara, zusammen mit Zip zu lachen.
,,Das geschieht dir recht…” meinte sie dann, ,,…und wehe, du lässt mich fallen…”
Dann, abrupt brach sie ab, als jemand ihr Handgelenk umschlang. Sie erschrak und blickte hoch.
,,Hi, Lara…” stark geschminkte, schwarze Augen blickten ihr entgegen.
,,Marianna!…” hauchte Lara, doch nahm die Hilfe der jungen Frau an, die ihr half nach oben zu kommen.
Sie hätte es wissen müssen.
Dieser Freak war aber auch wirklich genauso wie sie selbe in diesem Alter gewesen war. Wieder schüttelte Lara innerlich den Kopf, doch schaffte es mit Mariannas Hilfe aus dem Loch zu kommen und schob den Ärger über ihre Ankunft beiseite.
Als Lara dann oben war blickte die den Goth an: ,,Was zur Hölle hast du hier zu suchen?”
Marianna zuckte mit den Schultern: ,,Ich habe doch gesagt, das ich nicht nur still herumsitzen werde, außerdem brauchtet ihr doch eine helfende Hand oder nicht?…” ihr forscher Ton war selbstbewusst und frech.
Lara, die ihr gegenüber saß, wunderte sich, das die junge Frau ihnen einfach so nachgekommen war.
,,Ich bin eben ein Genie und einfach euren Fußspuren gefolgt.” beantwortete Marianna die ungestellte Frage.
Die Archäologin verdrehte die Augen, da herumstreiten sowieso nichts bringen würde.
,,Hey, Mädels! Habt ihr mich vergessen?” hallte Nathans Stimme von unten.
,,Oh…” begann Lara und deutete hinter Marianna, ,,…das Seil…”
Marianna nickte und griff das seil.
Lara war froh, das Nate es vorhin doch wohl aus einem Impuls heraus oben liegen gelassen hatte und rollte es auf. Sie warf es hinunter und Marianna ging ihr zur Hand.
Beide Frauen hielten das Seil fest, während Nathan sich dann daran hinauszog…

,,…und was soll ich sagen, ich wollte eben dabei sein, was aufregendes erleben!” meckerte Marianna, nachdem Lara ihr die Meinung gesagt hatte.
Gerade eben hatten sie die Moschee ohne Schwierigkeiten, zu Laras erfreuen, verlassen können. Jetzt waren sie auf dem Weg zurück über die Querstraße zum gemieteten Wagen.
,,Das tut nichts zur Sache…” Die Archäologin war wütend, blieb stehen und funkelte die jüngere Frau zornig an, ,,…Ich habe dir ausdrücklich gesagt, du sollst im Hotel bleiben! Ich habe kein Problem damit, dich morgen wieder zurück nach England zu schicken, zu deiner Mutter!”
,,Adoptivmutter!” schnappte ihr der Goth entgegen.
,,Wie auch immer, du wirst gehen!”
,,Kommt ja gar nicht in Frage!…Ich bleibe!” Marianna war strickt und stur.
Lara blieb stehen und drehte sich zu ihr: ,,Das hast du nicht zu entscheiden, du hattest deine Chance, ich dulde niemanden, der auf mich hört, verstanden!…Nathan und ich brechen Morgen auf, du wirst zurück nach England fliegen, Basta!” Sie ging weiter.
Marianna schmollte und trottete hinterher.
Nathan versuchte zu vermitteln: ,,…Ladies, könntet ihr vielleicht euren Krieg etwas zurückschrauben, sonst hört man uns noch bis Lybien…“ er schloss zu Lara auf, ,,…Lara, es ist doch nichts passiert.”
,,Darum geht es nicht Nathan…” die Archäologin fasste sich an den Kopf, da dieser anfing stechend zu pochen, ,,…Wir sind für sie verantwortlich!”
Der Schatzsucher wusste, was Lara meinte und gab ihr recht: ,,Sicher, aber es ist ihre Entscheidung, sie ist immerhin Erwachsen…”
,,Nate, diskutier nicht mit mir!…” sie klang bestimmend, ,,…wenn sie uns begleitet…ich kann nicht auf sei aufpassen, ich bin kein Kindermädchen! Du weißt wie unvorhergesehen unser Job ist, man weiß nie, was geschieht, vielleicht müssen wir improvisieren und sie hat keinerlei Erfahrung.”
Er nickte: ,,Sicher…du hast recht, aber du solltest nicht so aus deiner Haut fahren.”
,,So bin ich nun mal und…” Lara brach und blieb stehen. Urplötzlich wurde ihr schwindelig.
Nate bemerkte es eine Millisekunde später und drehte sich zu ihr um, Marianna war einige Meter hinter ihnen.
,,…Alles okay?” fragte er Lara.
Die Archäologin schloss die Augen und atmete durch. Abrupt legte sie eine Hand an ihren Magen, der Stich, den sie spürte, was heftig, ihr wurde übel.
,,Lara?” Nathan griff ihr an die Schulter.
Abrupt riss sie ihre Augen auf und schubste seine Hand von sich. Nathan wirkte erschrocken.
,,Lass mich in Ruhe!…” sie überging ihr Unwohlsein, verdrängte es und griff die Autoschlüssel aus ihrer Tasche am Gürtel…


Lange hatte Lara geduscht. Über eine Dreiviertelstunde.
Nach ihrer Ankunft im Hotel, war jeder der Drei in seinem Zimmer umgehend verschwunden. Niemand hatte mehr etwas gesagt. Sogar Marianna war ruhig geblieben.
Dann drehte Lara das Wasser ab und trocknete sich ab. Sie schlüpfte in frische Unterwäsche und zog dann ihren cremeweißen Satinbademantel an.
Das Haar bürstete sie sich und ließ es dann offen, in feuchten Wellen über ihren Rücken fallen.
Sie war noch immer wütend auf Marianna, warum, wusste sie nicht. Sie war momentan auf alles wütend, alles ging ihr gegen den Strich.
Lara seufzte.
Ihr Kopfschmerzen waren längst wieder weg, nachdem sie etwas Wasser getrunken hatte. Sie war also nur dehydriert gewesen.
Sie streckte sich und gähnte.
Die Uhr zeigte kurz nach zwei und Lara war sichtlich müde. Sie wollte jetzt nur noch ins Bett und trat schleppend aus dem Badezimmer, doch dann stockte sie abrupt, als urplötzlich, überraschend jemand in ihrem Hotelzimmer war. Es würde eine lange, sehr lange Nacht werden…
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