Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

Herz des Anubis

von Liwen
GeschichteAbenteuer / P12
Kurtis Trent Lara Croft Zip
24.10.2010
21.08.2012
25
60.315
 
Alle Kapitel
54 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
24.10.2010 3.286
 
Guten Tag ^.^
...pünktlich zu Ostern komm ich auch mal wieder angehoppelt...und hab ein kleines, dickes Ei für euch parat.
Aber zuerst einmal noch ein dickeres, fetteres Dankeschön für die Kommis, es freut mich immer wieder auf Neue!
Hm...ich bin gespannt, wie ihr die Entwicklung zwischen unserer Archäologin und dem Lux Veritatis finden werdet, die sich natürlich noch im Laufe der Story vertieft...naja...und eben auch noch die ein oder andere Person...
;)
vlg L.
-------------------------------------------------------------------------------------------------



Eigentlich sollte Lara jetzt besser Zip und Nathan in der Bibliothek treffen und ihrer Arbeit nachgehen, doch sie konnte jetzt nicht. Sie hatte das kleine Missgeschick unten in der Haupthalle beseitigt.
Mit verschränkten Armen saß sie nun auf der Couch in ihrem Schlafzimmer, als sie auch schon ein Klopfen an der Tür hörte, mit dem Versuch diese zu öffnen. Doch Lara hatte natürlich abgeschlossen, denn wenn sie alleine sein wollte, dann meinte sie das auch.
Ja, sie war beleidigt und enttäuscht. Von Kurtis.
Ein tiefer Seufzer erklang vor der Tür und gleich darauf Kurtis´ Stimme: ,,…Lara, komm schon, mach auf…ich muss mit dir reden.”
Die Archäologin rührte sich nicht.
,,Schatz…komm schon…” hallte seine Stimme in ihre Ohren, ,,…Bitte…Es tut mir Leid…Komm Lara, lass mich dir das doch erklären.” Kurtis hatte sie gesucht, da Lara in der Bibliothek nicht aufgetaucht war.
Die Grabjägerin war allerdings noch immer sichtlich genervt und meinte laut: ,,Du brauchst mir jetzt nichts zu erklären, Kurtis!…Ich will jetzt nicht mit dir reden…und wage es ja nicht diese Tür aufschweben zu lassen!”
,,Lara…” begann er wieder, schon fast bettelnd, doch sie unterbrach ihn stinksauer: ,,Nein! Kurtis hau ab!…Lass mich in Ruhe!” Sie lehnte sich zurück und schwieg…


Entmutigt kam Kuris zu den anderen beiden Männern in die Bibliothek zurück.
Es wäre ein leichtes gewesen durch seine Fähigkeiten die Tür zu öffnen, doch er wollte es nicht noch schlimmer machen. Kurtis wusste, das Lara sauer war, daher wollte er es später noch mal versuchen.
,,Da seid ihr ja…” begann Zip, ,,…wir…huch…Wo ist Lara?..” Zip seufzte, als er Kurtis´ Blick traf, ,,…Sie schmollt immer noch?”
Kurtis blickte erst Zip an, dann Nate, dann schluckte er und überging die Frage seines Freundes, da er nicht recht wusste, was er sagen sollte. Er stellte einfach eine Gegenfrage: ,,Was habt ihr denn schon herausgefunden?”
,,Nun…dieser Alexander Morris ist ein wirklich übler Kerl…” begann Zip, als Kurtis auch endlich den Schreibtisch erreichte und auf den Monitor blickte. Dort war eine Fotografie von Alexander.
Alexander Morris hatte dunkelbraunes, kurzes Haar und ebenso braune Augen. Sein Gesicht war unauffällig, er war zwar kein `Brad Pitt´ aber auch nicht verloren hässlich.
,,Du hast sogar ein Bild?”
,,Logo…” meinte Zip schlicht, ,,…ich habe mich in den Polizeicomputer gehakt und der Kumpel hier ist bei unseren Freunden und Helfern schon ein richtiger Star…” Zip schluckte kurz, ,,…Die Sache mit der `Gang´ war noch relativ harmlos im Gegensatz zu seinen Spielchen in der Jugend. Er wurde am 01.08 1975 in Southampton geboren und hatte eigentlich schon seit frühester Kindheit Eigenartigkeiten an sich, die sich bei der Einschulung verschlimmerten. Mit zehn Jahren schon wurde er von seinen Eltern in eine Nervenheilanstalt geschickt, da er es anscheinend anziehend fand seine Mitschüler aufs übelste zu terrorisieren. Er hat mehr als einen Brand in seiner Schule gelegt und klar, er ist geflogen und auf eine andere gekommen, aber da seine Eltern und auch die Lehrer einen Amoklauf nicht ausschließen konnten, haben sie ihn zu den Seelenklempnern geschickt…Diagnose war gespaltene Persönlichkeit, da er sich damals schon für ein Nachkomme des Anubis hielt. Naja jedenfalls hat er da seine Therapeutin ermordet, ihr altägyptische Hieroglyphen auf die Haut geritzt und ist dann abgehauen. Da war er gerade erst vierzehn…”
,,Was?” hauchte Kurtis dazwischen.
,,Jap…” bejahte Zip, ,,…Die Polizei fand ihn nicht, er war untergetaucht doch knapp ein Jahr später wurde er in der Drogenszene aufgegabelt und einkassiert. Aufgrund seines Alters sah man davon ab ihn gleich in eine Zelle zu lochen und beförderte ihn erneut in eine Psycho-Klinik. Diesmal stellte Alexander es wohl besser an, denn er spielte scheinbar mit, gaukelte seinen Betreuern den `braven Jungen´ vor und wurde nach einem halben Jahr als Geheilt entlassen. Er kehrte nach hause zurück, doch seine Eltern überlebten die erste Nacht nicht. Er ermordete auch die beiden und diesmal war es brutaler. Er wollte sie scheinbar mumifizieren und hatte schon angefangen ihre Innereien zu entfernen, als die Nachbarn die Polizei informierten. Er wurde gestört und floh erneut…Von da an hatte er sich wohl seine `Gang´ geschaffen, doch wozu, das kann ich dir echt nicht sagen, keine Ahnung, was in einem so kranken Hirn vor geht…” zig legte eine kurze Pause ein, ehe er von neuem begann, ,,…Jedenfalls wurden die ja dann alle geschnappt und Alexander kam dann endlich mal hinter Gittern…allerdings wurde er vor wenigen Wochen wegen `guter Führung´ entlassen…” Zip schüttelte den Kopf, ,,…Also echt, der Typ ist wirklich schwer gestört und das kannst du mir glauben, um den würde ich einen weiten bogen machen.”
Kurtis nickte langsam und ließ das alles erst mal runtersickern, was er eben gehört hatte. Unvorstellbar, das ein Mensch zu so was fähig war. Er war damals noch ein Kind und schon so grausam, aber selbst wusste er das sicher nicht. Es lag auf der Hand, dass physisch gestörte Personen keinen Hang mehr zur Realität haben und eben dann ihr Handeln für normal erklären.
,,Kurtis?” fraget Nathan, um seinen Freund aus den Gedanken zu holen.
Der Lux Veritatis blickte auf: ,,Ja, der hat wirklich nicht nur einen `schief´ hängen, em…Was ist mit seinen Kräften? Hast du darüber was raus gefunden?”
,,Nein…” antwortete Zip, ,,…Es ist zwar in den Berichten der Polizei und auch der Psycho-Heinis die Rede, das Morris unentwegt verkündete er sei der Sohn des Anubis und das er äußerst Gewalttätig ist, doch so etwas wie übernatürliche Fähigkeiten wird nicht beschrieben…Ich kann dir auch nicht sagen, was das in Ägypten war.”
,,Ich schon..” warf Nathan ein und als Kurtis und Zip zu ihm blickten, sprach er weiter, ,,…Der Typ hat doch voll einen an der Waffel. Der gehört in eine Zelle eingesperrt, wo man dann den Schlüssel verliert…aber ich habe seinen Hirngespinsten beigewohnt. Er hat diese…Fähigkeiten, nur woher, das kann ich euch auch nicht sagen.”
,,Vielleicht weiß diese Marianna ja genaueres. Immerhin war sie ja mit dem in dieser Gang und naja…” Zip brach ab und fing anders an, ,,…Auf jedem Fall müssen wir den Kerl finden, ich bin schon dran und habe mithilfe des Fotos einen Suchlauf gestartet. Bahnhöfe, Flughäfen, Überwachungskameras…sobald er sich irgendwo blicken lässt, haben wir ihn.”
,,Falls er sich denn blicken lässt…so schnell wie der auf der Ruine verschwunden war.” murmelte Nathan.
Zip hob beide Hände: ,,Ich bin nur der Techniker…Der ganze Hokuspokus Drumherum ist eure Abteilung.”
Nathan schmunzelte kurz, während Kurtis nachdenklich nickte: ,,Okay…” er blickte zu den beiden anderen, ,,…Wann wird den die junge Dame hier eintreffen?”
Schulterzuckend blickte Zip zu Nathan, da er der einzige war, außer Lara, der Marianna kannte.
Nate blickte auf seine Armbanduhr: ,,Em…sie müsste…ich denke…also…eigentlich weiß ich es selbst auch nicht…aber wenn sie sich nicht aus dem Staub gemacht hat oder irgendein anderes, krummes Ding dreht, müsste sie ziemlich bald eintreffen.”
,,Gut, dann werde ich zu Lara gehen und ihr…” begann Zip, doch wurde jäh von Kurtis unterbrochen: ,,Nein, em…lass mich das machen…ich muss da wieder was gerade biegen.” Er nahm von Zip den Ausdruck über Alexander Morris entgegen.
,,Sicher?…Glaubst du nicht, es wäre besser, wenn du vor Lara in Deckung gehst?” fragte Zip mit einem süffisanten Grinsen.
Kurtis blickte ihn an und seufzte abermals: ,,Nein, nein, sie wird mir ja sicher nicht den Kopf abreißen.”
,,Nein, nur durchlöchern…” lachte Zip, ,,…pass auf ihre neun Millimeter auf.”
,,Ja…” murmelte Kurtis nur, ohne eine Reaktion. Dann drehte er sich um und ging…

,,Woww…da hängt ja ganz schön der Haussegen schief, was?” Nathan blickte zu Zip.
Der Computerfreak zuckte mit den Schultern: ,,Das ist immer mal wieder so…allerdings sind beide vorhin ganz schön explodiert, ich bin sicher, da steckt noch mehr dahinter.” Er kratzte sich nachdenklich im Nacken.
,,Hm…” murmelte Nate nur ratlos.
,,Na was soll´s, die werden sich schon wieder einkriegen, ist ja immer so.” meinte der Computerfreak abwinkend.
,,Und wenn nicht? Du sagtest gerade, es hätte heute richtig gekracht.”
Zip grinste und schüttelte den Kopf: ,,…Was Scheidung?…Nie und nimmer!…Dafür haben die zwei sich einfach zu gern. Wenn es dann mal kracht, dann gehen sie sich aus dem Weg, ist ja hier kein Problem bei zwölf Schlafzimmern und nach ein paar Tagen ist alles wieder im Butter…Die zwei sind wie siamesische Zwillinge, irgendwie miteinander verbunden. Sie können zwar nicht immer miteinander aber niemals ohne einander…” der Computerfreak streckte sich und stand auf, ,,…Komm schon, lass uns in den Tech-Raum gehen und au diese Miss Campbell warten, desto eher haben wir die Sache hier hinter uns und du kannst zurück nach Florida…zu Elena.” Er betonte die letzten beiden Worte und zwinkerte seinem Gegenüber zu, während er begann die Unterlagen zusammen zu legen.
Nate grinste nickend und ging seinem Freund zur Hand…


Er dachte über einiges nach, als er den Gang betrat der zu ihrem und seinem Schlafzimmer führte und er übertrieb nicht, wenn er sich eingestand, das die beiden sich noch nie so heftig in den Haaren gehabt hatten.
Kurtis wusste es.
Irgendetwas stimmte nicht.
Irgendetwas war dabei sich zu verändern und das gefiel ihm ganz und gar nicht.
Ja, er übertrieb es vielleicht damit sich um Lara zu sorgen, aber immerhin waren die beiden nun verheiratet. Ein Status, der doch einiges geändert hatte und zwar zum guten.
Lara und er standen sich seither näher, als je zuvor und Kurtis zweifelte keine Sekunde daran, das Lara diejenige für ihn war, die man als Seelenverwandte bezeichnet.
Jedoch war es unumgänglich anders. Etwas, das bahnte sich schon seit einige Wochen an und nach dem Geschehen vorhin in der Haupthalle wusste Kurtis auch endlich warum.
Er hatte nie gedacht, das er seine Fähigkeiten weitergeben könnte, genauso wenig konnte er nicht verstehen, warum Lara ein Problem damit hatte. Darum wollte er Antworten.
Antworten, die er nur bekam, wenn er mit Lara redete und das könnte ganz schön hart werden. Er kannte seine Archäologin und deren Sturkopf nur zu gut. Er hoffte einfach auf das Beste und klopfte an ihre Tür: ,,Lara? Ich muss mit dir reden, bitte öffne die Tür.”
Er wartete kurz…
…doch auch nach dem zweiten und dritten Klopfen, bekam er keine Antwort.
Allmählich war er auch dabei die Geduld zu verlieren. Laut seufzte er und sagte dann mit Nachdruck: ,,Lara, wenn du jetzt nicht diese Tür aufmachst, werde ich rein kommen und auf die harte Tour mit dir reden!”
Doch wieder tat sich nichts.
,,Okay…du hast es nicht anders gewollt…” Kurtis stieß ärgerlich Luft aus seinen Lungen und enrriegelte mithilfe seiner Kräfte die Tür.
Er hatte sich vorgenommen hereinzuplatzen und einfach lauthals drauf los zu quatschen, um ihr die Meinung zu sagen, doch kaum war er in dem Zimmer, erstickten seine Worte so schnell, wie er erstarrte.
Fragend hob er seine Augenbrauen.
Lara lag auf der Couch und schlief…

Kurtis wunderte sich.
Seit wann schlief Lara einfach so mitten am Tag? Das war noch nie der Fall gewesen, egal wie viel oder wenig sie in der Nacht davor geschlafen hatte. Lara war jemand, der am liebsten hellwach war, um immer alles mitzubekommen. Schon gar nicht sah es ihr ähnlich, das sie nach einem Streit schlafen konnte, oder wenn es darum ging eine Suche weiterzuführen.
Langsam glaubte er doch an ihre Worte.
…Ich habe wirklich meine Fähigkeiten auf sie übertragen…Oh Mann…Kein Wunder, das sie sich in der letzten Zeit so verhält, wie sie sich verhält…Sie ist ja total durch den Wind…
Und ihm fiel auch auf, das er Lara schon vor ihrer Abreise nach Ägypten auf ihr komisches Verhalten angesprochen hatte. Jetzt war alles sonnenklar.
…Sie hatte Recht!…Wie immer…
Ein leises, langes Seufzen verließ seine Lippen, als er langsam zu ihr ging und sich neben sie auf die Couch setzte.
…Keine Sorge, ich bin dir nicht mehr böse…Ich werde dir schon helfen…
Behutsam strich er ihr das Haar hinters Ohr, sie lag auf der linken Seite: ,,…Lara?…Wach auf…” Er sah sie an und seine Hand strich über ihre Schulter.
Langsam öffnete Lara die Augen und brauchte zwei Sekunden, um festzustellen, das sie eingeschlafen gewesen war. Doch genauso schnell war sie wieder bei sich, drehte sich halb auf den Rücken und starrte Kurtis an: ,,Was machst du denn hier?” Im Augenwinkel konnte sie die offenen Tür sehen.
,,Reg dich nicht schon wieder auf…” begann er unverzüglich, ,,…Du hast mir nicht geantwortet und da wurde ich sauer und ich habe mir…”
,,Kurtis…” sie setzte sich auf und war noch immer sichtlich genervt, ,,…weißt du, mit deiner ewigen, besorgten und fürsorglichen Tour gehst du mir ganz schön auf die Nerven…Sollte ich etwa aus dem Fenster gesprungen sein? Oder sollte ich mich in der Badewanne ertränkt haben?…“ sie sah ihn eindringlich an, ehe sie weiter sprach, ,,…Was soll den hier schon passiert sein? Wir sind hier zuhause! Wenn ich dir nicht antworten will, dann tue ich es auch nicht!”
,,Hey auch hier wurden wir schon mehrmals angegriffen.” rechtfertigte er sich und sein Verhalten und versuchte es mit einem witzigen Unterton zu beschönigen, damit auch Lara das nicht so eng sehen sollte, doch es ging wohl schief.
Lara ließ ein genervtes Stöhnen aus ihrer Kehle frei, verdrehte die Augen und blickte zur Seite: ,,Wenn es so wäre, dann wäre die Alarmanlage angesprungen.”
Kurtis wurde dann allerdings wieder ernst: ,,Du kannst mir nicht vorwerfen, dass ich um dich besorgt bin…allein schon wegen dem, was du mir vorhin unten an den Kopf geworfen hast…Du hast dich total verändert, seit einigen Wochen schon. Ich mache mir ehrlich Gedanken um dich.”
,,…Immer geht es nur um mich!…” jetzt erst blickte Lara wieder zu ihm und blickte ihn finster an, ,,…Merkst du denn gar nicht, wie du mich damit…einengst?…”
Verwirrt blickte er sie an.
Er engte sie ein? Wie sollte er das verstehen?
,,Jetzt schau mich nicht so an, Kurtis…” sie rutschte an ihm vorbei, stand vom Sofa auf und bemerkte gar nicht, das sie sich dabei unterbewusst eine Hand auf den Bauch gelegt hatte, ,,…es ist alles deine Schuld!”
Der Lux Veritatis war nun noch verwirrter und sah sie ratlos an: ,,Lara…was meinst du? Ich kann dich nicht verstehen!”
Sie drehte sich zu ihm um, als sie in der Mitte des Raumes angelangt war: ,,Natürlich nicht und deswegen mache ich dir keinen Vorwurf. Du hattest diese Fähigkeiten schon von Anfang an.”
,,Also beschuldigst du mich…” er stand nun auch auf, ,,…das ich dich `angesteckt´ habe?”
Lara blickte ihn verwirrt an: ,,Ist der Groschen nun endlich gefallen?”
,,Aber du weißt doch, das ich das nicht hätte kontrollieren können und du weißt das ich, wenn ich es könnte, dich dem niemals aussetzen würde…” er kam näher zu ihr und berührte sanft ihre Schulter, ,,…Das weißt du doch.” beteuerte er mit leichtem Nachdruck.
Wieder entzog sie sich ihm, wie vorhin in der Haupthalle und ging zur Seite. Vor dem großen Fenster blieb sie stehen und verschränkte die Arme vor der Brust. Ihr Blick verlor sich.
Kurtis sah ihr traurig nach.
Er konnte sich nicht vorstellen, das sie das so sehr verletzte. Vielleicht deshalb, weil er sich nicht in sie hineinversetzen konnte. Er wusste nicht, wie es sich anfühlte, diese Erfahrung zu machen, die Lara jetzt tat.
,,Schatz…” er kam näher, doch sie unterbrach ihn: ,,Nein!”
Kurtis blieb zwar stehen, da er sie nicht unnötig reizen wollte, aber er wollte mit ihr reden: ,,Ich denke, das wir so nicht weiter kommen…Wir sollten in Ruhe mal miteinander reden. Ich will versuchen zu verstehen, warum du so bist.”
Lara musste ironisch auflachen und schüttelte den Kopf, als sie sich zu ihm umdrehte. Sie wollte etwas sagen, doch Kurtis kam ihr zuvor: ,,Komm und ich helfe dir. Wenn du wirklich diese Fähigkeiten in dir hast, dann kann ich dir zeigen, wie man damit umgeht.”
Sie konnte es nicht glauben. Wut stieg erneut in ihr auf.
…Wut?…Wieso bringen mich seine Worte denn nur so in Rage?…Ach egal! Ich bin jetzt einfach sauer…und ich muss das jetzt einfach an jemandem auslassen!…
Verstand Kurtis sie denn wirklich überhaupt nicht?
,,Spinnst du?…” sie trat zu ihm hin, ,,...Ich will das nicht kontrollieren können, ich will das loswerden!…Hör zu, es ist mir egal, wie du das machst, aber sie zu, das du das Rückgängig machst und zwar schnell. Ich habe keine Lust, das ich irgendetwas zertrümmere, wenn ich mal sauer bin! Soll ich mich etwa hier zuhause einmauern?”
Kurtis musterte sie und wusste, das sie es ernst meinte. Schnell nickte er: ,,Okay…ich…habe diese Schriften aber nicht hier. Sie sind bei meiner Mutter irgendwo in Vaters Nachlass.”
Lara nickte ebenfalls: ,,Gut…Du wirst fahren. Jetzt!”
,,A..aber…” begann er stotternd.
,,Kein aber, Kurtis…” fiel sie ihm dazwischen und starrte ihn finster an, ,,…ich werde meinen Auftrag weiter verfolgen und du wirst zu deiner Mutter fahren und…wage es ja nicht ohne Antwort hier her zurück zu kommen!”
In ihren Augen erkannte Kurtis Zorn, Wut und Ärger und er erkannte darin, das sie keinen Widerspruch zulassen würde. Sie war wirklich sauer auf ihn und er wollte es jetzt dann doch nicht noch schlimmer machen, indem er wieder von vorne begann, also reichte er ihr das Blatt, das er mitgebracht hatte: ,,Hier, das soll ich dir von Zip geben. Alles was du wissen musst, steht da drauf. Die anderen sind unten und Miss Campbell müsste auch bald auftauchen.”
Lara nahm es schweigend entgegen, ohne den Blickkontakt zu unterbrechen. Ohne ein weiteres Wort, drehte Kurtis sich um und schloss die Tür hinter sich, nachdem er das Zimmer verlassen hatte...

Draußen auf dem Flur stieß er Luft aus seinen Lungen.
…Mann, ich habe es bei ihr wohl ganz schön im Salz liegen…Diese Frau kann einen ganz schön wortlos und fertig machen…
Er dachte über das Gespräch nach und über Laras Worte.
…`Merkst du denn gar nicht, wie du mich damit einengst?´…
Diese Worte waren ihm besonders aufgefallen und machten ihn genauso stutzig, wie schon vorhin. Er engte sie ein.
Er engte sie ein?
Was meinte Lara damit?
Ja, Kurtis wusste, das Lara ihre Freiheit brauchte und das würde er ihr auch niemals verbieten wollen, das in der Haupthalle vorhin, war ihm doch nur so rausgerutscht, und ja, er war nun mal besorgt wenn seine Frau es mit einer ganzen Horde Abschaum und Söldnern aufnahm, aber soll sein Verhalten etwa der Grund sein?
Er wusste es nicht.
Vielleicht wollte er es aber unterbewusst doch, sie zuhause am Herd haben, wo ihr nichts passieren kann?
Eins stand fest, er könnte es nicht ertragen, wenn ihr etwas zustoßen würde. Jedoch wusste Kurtis auch das Lara aus sich niemals das `Heimchen am Herd´ machen ließ. Sie würde sich mit ach und krach dagegen wehren und genau das war es ja, was er an ihr so liebte. Ihre Spontaneität, Lebens- und Abenteuerlust und Unabhängigkeit. Obwohl letzteres vielleicht manchmal doch etwas zu viel war.
Kurtis seufzte.
Gerne hätte er jetzt mit Lara noch weiter gesprochen, um Klarheit zu schaffen, denn er wusste und spürte das einiges dran war zwischen ihnen kaputt zu gehen. Es war, als würden sie sich voneinander weg bewegen und das fand er überhaupt nicht gut, doch er wusste auch, das sie nur wieder abblocken würde, also war es vielleicht gar nicht so verkehrt, wenn der nach Deutschland fuhr und beide mal ein paar Tage über alles nachdenken konnten.
Er hoffte es zumindest…
Review schreiben
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast