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Herz des Anubis

von Liwen
GeschichteAbenteuer / P12
Kurtis Trent Lara Croft Zip
24.10.2010
21.08.2012
25
60.315
 
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54 Reviews
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2 Reviews
 
24.10.2010 3.040
 
Hallöchen...
...und guten Abend...besser spät als nie, was? XD
Ja, es ist wirklich spät für ein Update heute...naja...aber das Gartenhaus für die Kaninchen steht jetzt endlich...  
:)
Ich hoffe, euch wird diese kleine, große Änderung im Drehbuch ein wenig gefallen und bin mal gespannt auf eure Meinungen...Danke schon mal im Voraus.
vlg. L.
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Der Besuch im Museum hatte nicht wirklich viel gebracht.
Die Kuratoren wurden bereits von Robert und Leslie unterrichtet und entschuldigten sich nicht nur einmal bei der Lady für diese Geschehnisse.
Jedoch wurde nun auch die Polizei eingeschaltet, um nach dem wahren Kenneth Burnham zu suchen und nach Alexander Morris zu fahnden.
Lara war allerdings klar, das wohl beide Männer ungefunden bleiben würden. Unweigerlich dachte sie an Alexander Morris´ Fähigkeiten zurück. Diese hatte sie auch im Museum verschwiegen, da Lara wusste, das die Öffentlichkeit wohl nicht bereit für `solche Dinge´ war. Ganz zu schweigen davon, das ihr Ruf dann wohl auch endgültig ruiniert wäre.
Die Kuratoren würden warten, bis sie die Sache geklärt hatte, und dann eine neue Expedition organisieren. Sie hatten Lara bereits wieder gefragt, doch die Archäologin hatte vorerst abgelehnt. Sie hatte momentan etwas anderes zu tun, denn herumsitzen und abwarten, bis die Polizei sowieso nichts findet, war nicht ihr Stil.
Kurz nach dem Gespräch hatten Lara, Nathan und Marianna das britische Museum verlassen und hatten sich aufgeteilt.
Lara und Nathan fuhren bereits zum Manor vor, während Marianna zuerst zu sich fuhr und später nachkommen würde. Nach wie vor bestand die junge Schwarzhaarige darauf zu helfen und da Lara sie so einschätzte, das sie sich nichts sagen ließ, wusste die Archäologin auch, das Marianna notfalls auch auf eigene Faust nachforschen würde, um Alexander Morris zu finden. Das kam ihr zu gute, da Marianna bereits viel über Mr. Morris wusste und somit eine Hilfe war und unter anderem hatte Lara die junge Frau dann auch unter Kontrolle…

Lara und Nathan brachten die anderen in der Haupthalle des Manors auf den neusten Stand.
Kurtis, Madeleine und Zip hörten gespannt zu, was sich in Ägypten abgespielt hatte. Allerdings konnte Lara an dem Gesichtsausdruck von Kurtis erkennen, das irgendetwas ganz und gar nicht stimmte. Und so war es auch.
,,Ich glaub das alles nicht…” hauchte der Lux Veritatis nach der Erzählung.
,,Was ist los?” wollte Lara umgehend wissen.
Kurtis zählte auf: ,,…Eine `harmlose´ Reise nach Ägypten, alles easy…Dann ein Einsturz?…Dann dieser komische Typ mit den Komischen Fähigkeiten und irgendetwas, was der haben will…Das klingt mir schon wieder nach einem Himmelfahrtskommando, Lara!”
,,Wieso regst du dich denn jetzt so auf?” Lara verstand seine heftige Reaktion nicht.
,,Ja…warum?” murmelte Zip kaum hörbar dazwischen und blickte Kurtis fragend an, ebenso wie alle anderen.
,,Wieso?…Du willst wirklich wissen, wieso?…Weil es wirklich immer das selbe ist, Lara…” Verärgerung lag in Kurtis´ Stimme. Er sah seine Ehefrau sauer an, ,,…Alles was du beginnst, endet im Chaos. Ich weiß echt nicht, ob ich das noch länger dulden kann…”
Lara verstand nicht recht, was er damit sagen wollte, doch unterdrückte das Unbehagen, das in ihr aufkeimte, da sie nicht ausfallend werden wollte, also blickte sie ihn einfach nur an. Sie verschränkte die Arme vor der Brust.
Kurtis blickte kurz zur Seite und holte Luft. Er war sauer und das nicht zu knapp, man konnte es ihm ansehen und anhören: ,,Soll ich irgendwann deine Leiche aus einem Grab buddeln? Soll ich darauf warten, das irgendwann ein Cop an der Tür klingelt, der mir mitteilt, das du erschossen wurdest?…Soll ich dich echt so weiter machen lassen?”
Die Grabjägerin traute ihren Ohren kaum: ,,Wie bitte?…Komm mir jetzt nicht damit, das du mir meine Arbeit verbietest!…Du weißt, was ich tue und du wusstest es von Anfang an!…Du wirst mir das ganz sicher nicht untersagen!”
,,Wenn es sein muss doch! Ich werde nicht zulassen, das du in deinen Tod rennst, Lara!..”
Lara weitete die Augen: ,,Niemand macht mir Vorschriften, Kurtis. Wage es ja nicht!”
Die anderen Drei hörten den beiden zu, doch tauschten kurze, aber viel sagende Blicke. Alle wussten, das es diesmal wohl richtig zwischen den Beiden krachen würde. Die Situation hier war schon beinahe eskaliert, da Lara und Kurtis beide einen starken Willen hatten und unglaublich stur und dickköpfig waren.
,,Was willst du denn dann machen?…” wollte Kurtis wissen und stellte sich vor sie. Er blickte ihr direkt in die Augen, ,,…Sei dir sicher, Lara, ich lasse nicht zu, das du dich umbringen lässt!”
Diese Seite an Kurtis gefiel Lara überhaupt nicht.
So kannte sie ihn auch gar nicht und das machte sie traurig und wütend und es enttäuschte sie. Er war sonst immer so verständnisvoll gewesen und hatte sie in allem was sie tat unterstützt. Sie gab es nicht gerne zu, aber auch ängstigte sie sich ein wenig vor Kurtis´ neuer, plötzlicher Veränderung.
Was war los mit ihm?
,,Was ist denn nur in dich gefahren?…” fragte Lara, ,,…Ich lasse mich schon nicht töten. Hör auf damit mir…” weiter kam sie nicht, denn Kurtis unterbrach sie einfach und fiel ihr urplötzlich, ohne Vorwarnung und in lautem Tonfall dazwischen: ,,Doch das tust du, Lara!..Du…”
Innerlich zuckte die Grabjägerin zusammen, sie war erschrocken und dann platzte es wütend aus ihr heraus. So würde sie nicht mit sich reden lassen! Sie zog die Augenbrauen zusammen, hob gestikulierend beide Hände in die Höhe und unterbrach ihn ebenfalls: ,,Schrei mich gefälligst nicht an!” Dann, noch in der selben Sekunde, zersprang die Glasvase mit der Orchidee auf dem kleinen Beistelltisch an der Sitzecke, direkt neben den beiden, mit einem klauten Knall.
Wieder zuckte Lara erschrocken zusammen, nur diesmal konnte es jeder sehen. Kurtis hatte es ihr gleich getan.
Zip, Nathan und Madeleine tauschten verwirrte Blicke.
Wasser rieselte zu Boden mit samt den Scherben und der Blume.
,,…Em…” wagte Zip dann doch das Wort zu erheben, ,,…wir verziehen uns dann mal in die Bibliothek.” Er deutete Nathan ihm zu folgen. Die beiden waren jetzt fehl am Platz. Lara und Kurtis mussten ihren Streit allein austragen.
Lara blickte den beiden noch nach, bis sie nicht mehr zu sehen waren, dann ergriff auch Madeleine schluckend das Wort, die sich im Moment völlig überfordert fühlte: ,,Äh…ich werde dann mal ein Zimmer für die junge Miss Campbell herrichten…” Sie schluckte noch mal und verschwand dann hinter der erst besten Tür…

Umgehend blickte Lara wütend zu Kurtis und stemmte die Hände in die Hüften: ,,Ich habe dir schon einmal gesagt, das du es unterlassen sollst, hier einfach alles zu demolieren. Halte deine Fähigkeiten gefälligst im Zaum, Kurtis!…Was ist als nächstes dran? Ein Fenster? Eine Tür?”
Der Lux Veritatis hatte bis jetzt entgeistert auf die zerstörte Vase und das Wasser geblickt, da er einfach nicht verstehen konnte, wie das passiert war. Er hatte seine Kräfte nicht bewusst angewendet.
Seine Wut hatte er vergessen, sein Zorn war in Verwirrung gewichen und er blickte seine Frau mit einem Kopf schüttelnd an: ,,Lara…es tut mir leid aber…ich war das nicht.” Sein Tonfall war anders, ruhig.
,,Pah…” platzte aus der wütenden Archäologin ein ironischer Lacher aus, ,,…sicher nicht. Du bist ja auch hier nicht der einzige mit telekinetischen Kräften, das können wir ja alle. Wahrscheinlich war es der Hund, den wir gar nicht besitzen!”
,,Hey…” er wollte ihre Arme berühren, doch Lara entzog sich ihm, ,,…Lara, Schatz, ich war das wirklich nicht. Ja, früher, da hatte ich sie noch nicht im Griff, logisch, als Teenager und sie werden mit der Zeit größer, das weißt du, aber ich kann meine Kräfte kontrollieren. Ich habe diese Vase nicht zerspringen lassen, auch nicht unterbewusst.”
Lara schwieg und verschränkte sie Arme erneut vor der Brust. Sie blickte Kurtis einfach nur verletzt an.
Kuris sah kurz zur Decke, während seine Hände in die Hosentaschen wanderten. Er wusste, das Lara es überhaupt nicht mochte, wenn etwas durch übernatürliche Kräfte zu Bruch ging.
Beim letzten Dämonenangriff ging die Verandatür flöten und Lara hatte Kurtis fast eine Woche lang angeschwiegen und ihm dann deutlich gemacht, das, wenn wieder eine solche Kreatur angreifen sollte, was Kurtis ja gewöhnlich schon vorher spürte, er doch bitte das Haus verlassen solle.
,,Lara…” er sah sie wieder an, ,,…Sorry…ich wollte dich nicht anschreien und ja, ich war echt wütend und wenn ich ehrlich bin, bin ich das immer noch, aber ich habe selbst wenn ich stinksauer bin noch meine Gedanken bei mir. Ich war es wirklich nicht, also schau mich nicht so an.”
…Gedanken?…
Lara schoss dieser Gedanke augenblicklich durch den Kopf.
Ja, sie war auch wütend gewesen und ja, sie war es auch immer noch und sie hatte sich schon benahe gewünscht irgendetwas zu zerstören, um ihre Wut daran auszulassen. Lara wusste auch das Kurtis Gegenstände nur bewegen oder erstören konnte, wenn er es sich vorstellte oder sich darauf konzentrierte.
…Was spinne ich mir denn da gerade zusammen?…
Ihr kam ein ganz absurder Gedanken.
Kurtis war der Einzige mit telekinetischen Fähigkeiten, den sie kannte und er hatte schon einiges zu Bruch gehen lassen und immer irgendwelche Ausreden und Entschuldigungen gefunden aber es gab etwas, was er noch nie getan hatte.
Er hatte sie noch niemals angelogen.
Wenn also Kurtis die Vase hätte zerspringen lassen, um vielleicht ihrem Streit ein Ende zu setzen, dann hätte er nicht seine Unschuld beteuert.
Der Verdacht, der sich in ihr auftat wurde größer und Lara dachte unweigerlich an den schwebenden Bleistift in der ägyptischen Wüste zurück. Es war noch gar nicht so lange her und sie hatte sich dieses Phänomen, das nur sie gesehen hatte, nicht erklären können. Wenn sie nun also bedachte, das sie daran gedacht hatte, das etwas zerspringt…
…Moment…Was rede ich mir da ein?…Ich…
,,Hey!…” Kurtis hatte ihr eine Hand auf die Schulter gelegt, als er ihre Nachdenklichkeit bemerkte, ,,…Was ist los?”
Lara wollte den Gedanken eigentlich verwerfen, doch sie wusste, das nur Kurtis darauf eine Antwort kannte: ,,…Kurtis…” sie überlegte, wie die beginnen sollte, ,,…Hast du schon mal erlebt, das ein anderes Mitglied deines Ordens…Telekinese beherrscht? Oder ist dir sonst mal jemand untergekommen?”
Er verdrehte nachdenklich die Augen und überlegte, einige Sekunden lang. Dann sah er jedoch wieder zu ihr und schüttelte den Kopf: ,,Nein. Niemand…Außer mir kenne ich keinen. Warum?”
Die Archäologin blickte zur Seite. Sie hatte ja schon darüber nachgedacht und wollte das mit dem Bleistift gar nicht zur Sprache bringen, weil sie glaubte, das es irgendwas mit den ägyptischen Göttern zu tun hatte oder so, aber sie erinnerte sich, das sich der Stift, als sie sich darauf konzentrierte, auf sie zu bewegt hatte. War es also nur Einbildung, oder…
,,Lara…” Kurtis musterte sie und ihren Blick, ,,…du willst mir doch irgendwas sagen, oder?”
Sie blickte zu ihm und schluckte: ,,Em…ich weiß nicht wie und auch überhaupt nicht…ob mein Verdacht stimmt, aber…”
Er bemerkte, das sie um den heißen Brei redete und nahm ihr einfach das Wort aus dem Mund: ,,Komm schon…” er grinste dabei, ,,…du glaubst doch nicht etwa, das du…” er deutete auf die Scherben, ,,…das da warst?”
Lara fiel es schwer darüber zu sprechen, warum wusste sie auch nicht und aus einem Reflex heraus, zog sie sich ein Stück weiter zurück. Es war ihr unangenehm und irgendwie fürchtete sie sich davor, obwohl ihr Herz bereits wusste, was los war.
,,Stimmt was nicht?” fragte er und kam er wieder näher. Er wollte eine Haarsträhne von ihrer Wange streichen, doch Lara drückte seine Hand weg: ,,Ja…ich war das…”
Kurtis nickte lächelnd und wollte sein Vorhaben erneut tun, ,,…Sicher, du warst das…” er glaubte ihr natürlich nicht.
Diesmal drückte Lara seine Hand kräftiger weg und in ihrer Stimme lag ein Nachdruck: ,,Hast du mir nicht zugehört?…Ich war das!”
,,Du spinnst doch…” ein witziger Unterton lag in seiner Stimme. Er wollte es ihr auch nicht recht glauben.
Lange Sekunden sahen die beiden sich an, während Kurtis verarbeitete, was seine Frau ihm gerade versuchte zu sagen.
Dann endlich wurde auch er ernst, als er begriff, das Lara keine Scherze machte und wirkte verwirrt: ,,Du warst das?…Bist du sicher?…”
,,Kurtis, das ist mir schon einmal passiert…” sie schluckte, ,,…in Ägypten…Ich weiß aber nicht genau…” sie brach ab und blickte zu Boden.
,,Hm…wer soll es denn auch sonst gewesen sein?…” sinnierte Kurtis, ,,…Die anderen haben da ja überhaupt keine Ahnung von…und wenn du es ja dann doch warst…” seine Stimme klang gleichgültig und er zuckte mit den Schultern, ,,…dann hab ich wohl eben auf dich abgefärbt.”
Lara blickte ihren Ehemann mit verwirrtem Blick an: ,,Wie meinst du das?…Du hast auf mich abgefärbt?” Dabei verschränkte sie die Arme erneut vor der Brust.
,,Ach das ist zu kompliziert, ich…” begann er, doch Lara unterbrach ihn augenblicklich fordernd: ,,Kurtis…du weißt, das ich nicht die geduldigste Person bin und deine kargen, ach so tollen, rätselhaften und halb garen Antworten bis auf´s Blut hasse, also reiz mich nicht noch mehr und sag mir, was mit mir passiert.”
,,Ja em…bist du dir denn wirklich sicher?” fragte er.
Lara war ratlos: ,,Was soll ich denn sonst denken?…Jetzt antworte endlich, ich weiß, das du was zu sagen hast!”
Kurtis hielt dem Blick seiner Frau stand und wusste, das man in so einem Moment nicht mit ihr spaßen sollte, als seufzte er, setzte sich halb auf die Lehne der Couch und gab ihr die Antwort: ,,…Es steht in alten Schriften der Lux Veritatis geschrieben, dass…” er schluckte, ,,…wenn jemand wie ich, der diese `Gaben´ hat mit einem anderen Menschen `eins´ bin, dann können sich meine Fähigkeiten auf den anderen übertragen.” Erwartungsvoll sah er sie dann an. Er wartete darauf, das sie dazu irgendetwas sagte.
Lara jedoch, schwieg einen Moment.
Sie musste erst einmal das realisieren, was sie eben gehört hatte.
…Fähigkeiten übertragen…eins sein…Was soll das bedeuten?…
,,Na wir sind ja verheiratet…” meinte Kurtis, ,,…und wir kennen uns gut…Wir verbringen viel Zeit miteinander…Wir sind `eins´, auch nach all dem Schlamassel, den wir schon durch gestanden haben, das kannst du nicht abstreiten, damit meine ich jetzt `eins´ sein im Geiste, Seelenverwandte und so und natürlich nicht `körperlich eins´, wenn du verstehst…” er grinste leicht, ,,…naja…Eine andere Erklärung hab ich nicht.”
Die Archäologin blieb jedoch ernst, blickte zu ihm und stellte eine Frage, die eigentlich überflüssig war: ,,Hast du mal wieder meine Gedanken gelesen?”
Augenblicklich wurde Kurtis rot im Gesicht, unterbrach peinlich berührt den Blickkontakt zu seiner Frau und rieb sich nervös durchs Genick.
,,Oh…Lara…em…” stammelte er, ,,…Sorry, ich…hab´s mal wieder vergessen…bitte entschuldige.”
Lara seufzte und stemmte ihre Arme in die Hüften: ,,Schon okay…vergiss es…Ich will jetzt der anderen Sache auf den Grund gehen…” sie schluckte, ,,…Du hast also, ohne mich zu fragen, mir einfach deine Fähigkeiten übertragen. Verstehe ich das so richtig?”
,,Nein…” beteuerte Kurtis direkt unschuldig, ,,…hey, ich habe das nicht getan.”
,,Und wieso habe ich dann mindestens eine deiner Fähigkeiten? Da in Ägypten, da glaubte ich noch das es ein Zufall war, eine ägyptische Gottheit, eine Eintagsfliege oder das ich spinne, aber jetzt?…Wie kommt es dazu?” Lara war außer sich. Sie war geschockt.
,,Hab ich dir doch erklärt…Nur bewusst steuern kann ich das natürlich nicht, sonst hätte ich das verhindert.”
Lara fing augenblicklich an zu lachen und drehte sich weg von ihm. Allerdings war es eher ein etwas beleidigtes, ironisches Lachen. Sie begann auf und ab zu gehen und schüttelte den Kopf.
,,Ich kann das nicht glauben…” murmelte sie verärgert, ,,…das kann doch einfach nicht wahr sein…”
,,Hey…” er hatte ihr zugesehen und trat nun vor sie. Mit beiden Hände fasste er an ihre Schultern: ,,Ist doch kein Problem, Schatz…Ist doch überhaupt nicht schlimm…”
Lara weitet die Augen über seinen gleichgültigen Tonfall und stieß ihn von sich weg: ,,Kein Problem?…Nicht schlimm?…Kurtis, ich bin nicht wie du!…” sie war erneut wütend geworden, ,,…Ich habe ein Problem damit und entschuldige, wenn es dir egal ist, mir ist es das nicht. Sag, hast du das gewusst?”
Er blickte sie fragend an.
,,Wusstest du von dieser…`Übertragungsmöglichkeit´?” bohrte sie weiter nach und es kam ihr vor, als hätte sie sich bei Kurtis mit einer üblen Krankheit angesteckt.
Doch noch immer erhielt sie keine Antwort.
Lara nickte dann, sie war selber drauf gekommen: ,,Du wusstest von den Schriften, natürlich, du hast eine Ausbildung bei den Lux Veritatis genossen. Wann wolltest du mir das sagen?…Nie? Ich wäre vielleicht darauf vorbereitet gewesen, wenn ich diese kleine Fußnote vor unserer Hochzeit gewusst hätte.”
,,Lara, reg dich doch jetzt nicht so auf…“
,,Ich soll mich nicht aufregen?…“ fiel sie ihm wütend ins Wort, ,,…Kurtis! Du…“
,,…Hey,…“ nun fiel auch er ihr dazwischen, ,,…ich wusste auch nicht, das diese uralten Schriften wahr sind, glaub mir…Es steht auch viel Mist in den Schriften, die irgendein abergläubiger Schwachkopf damals verfasst hat, aber…warum fährst du denn jetzt aus der Haut? Hätte das was geändert?”
Lara hatte nicht aufgehört ihn anzublicken. Sie wusste, das er ihre Beziehung, ihre Ehe meinte ob Lara sich für ihn oder gegen ihn entschieden hätte, wenn sie das vorher gewusst hätte und die Wahrheit war, das Lara im Moment wirklich nicht akzeptieren wollte, was gerade passierte. So sagte sie voller Enttäuschung: ,,Ja, vielleicht hätte es das sogar!”
Der Stich, den Kurtis in seiner Brust spürte, als Lara diese Worte aussprach, ließ seine Mine erstarren. Gerade schien seine heile Welt anzufangen zu bröckeln. Er war nicht fähig etwas zu erwidern.
Hätte Lara ihn etwa wirklich nicht gewollt, wenn er ihr es von Anfang an erzählt hätte? Hätte sie damals Schluss gemacht?
Er hatte es ihr nicht absichtlich verschwiegen, im Gegenteil, er hatte ihr sehr viel über die Lux Veritatis erzählt, aber einiges hatte eben auch er vergessen, weil es wirklich viel über seinen Orden zu erzählen gibt. Er konnte es auch nicht ahnen, das dieses wirklich winzige Detail so wichtig war und Lara so auf die Palme brachte.
Er verstand es nicht.
Er verstand sie nicht.
Lara wandte den Blick ab von ihm und drehte sich um. Sie machte Anstalt zur Abstellkammer zu gehen, als Kurtis laut Luft holte, um etwas zu sagen, doch Lara hob die rechte Hand. Sie gebot ihm Einhalt: ,,Nein Kurtis…ich muss jetzt etwas alleine sein…Geh du zu den anderen. Ich wisch die Sauerei hier weg.” Dann ging sie weiter.
Er blickte ihr noch nach, bis sie hinter einer Tür neben dem Kamin verschwunden war, dann senkte er den Kopf…
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