Aufstieg der Tiberium Sonne

von Finalzero
GeschichteAbenteuer / P16
23.10.2010
19.04.2011
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23.10.2010 4.108
 
Die Erde. Leider nicht mehr dass, was sie einmal war.
Kriege und Seuchen haben sie für immer verändert. Und gegen Ende des 20. Jahrhunderts traf Sie erneut auf ihre schwersten Prüfung: Ein Asteroid.
Dieser prallte auf die Erde auf und setzte eine ganze Stadt in Trümmern. Aber was dann unter der Asche hervortrat, war jenseits aller Vorstellungskraft.
Ein grün, schimmernder Kristall stieg aus den Boden hervor, welcher nach seinen Fundort in Italien, Tiber, Tiberium getauft wurde. Dieses grüne, Kristall artige Zeug, dieses Tiberium, verbreitet sich rapide über den ganzen Globus. Es entzog der Erde Mineralien und wo einst leben war, herrschte nur noch eine grün leuchtende Wüste. Das Tiberium ist zudem hoch giftig für den menschlichen Körper, nicht nur die Erde stirbt mit ihr, nein, auch die Menschheit gleich mit.
Andere wiederum sahen es als ein Art Gottesgeschenk, der Beginn für einen Neuanfang.
So plötzlich das Tiberium auf unserer Welt auch kam, trat auch ebenso, ein Mysteriöser Kult hervor, eine Sekte, die sich selbst, die Bruderschaft von Nod nannte, geleitet von einen Wahnsinniger Mann, der seine Anhänger die Himmelsfahrt versprach, sein Name war Kane.
Die Bruderschaft sicherte sich schnell die Tiberiumvorkommen auf der Welt und nutzte sie zum Aufrüsten einer eigenen Armee.
Dank Kane war die Bruderschaft in technologischer Hinsicht, den Nationen dieser Welt, weit überlegen, niemand wusste woher ihr Anführer Kane dieses Wissen hatte, doch dank ihm konnte sich Nod die Stealth Technologie aneignen, die Fahrzeuge oder ganze Basen unsichtbar machen konnte. Des weiteren trat auf Seiten von Nod, erste futuristische Laserwaffen auf.
Die Bruderschaft gewann dank Kane und ihrer Technologie des Friedens schnell an weiteren Anhängern und verbreitete darüber hinaus durch Terroranschläge, Chaos und Angst auf der ganzen Welt.
Es musste etwas getan werden und zwar schnell. Die mächtigsten Völker dieser Welt setzten sich zusammen, um eine Globale, Anti Terror Bewegung ins leben zu Rufen, die uneingeschränkt gegen Nod operieren könnte. Die Global Defense Inititive, oder kurz GDI, war geboren.
Es dauerte nicht lange, bis schließlich 1995, der große Tiberiumkonflikt ausbrach, mit fatalen Auswirkungen für die Bewohner der Erde.
Tausende starben und niemand konnte mehr zwischen Gut und Böse unterscheiden.
Der Krieg zwischen GDI und Nod hielt drei Jahre an, bis schließlich durch eine verdeckte Operation, der Hauptstützpunkt von Nod lokalisiert und vernichten werden konnte, mit ihm auch ihr Anführer, Kane.
Die Welt würde jedoch niemals mehr so sein wie früher. Das Tiberium blieb und verbreitete sich weiter um den ganzen Globus. Die verbliebenen Nod Anhänger hielten sich im verborgenen und bildeten die ersten Splittergruppen.
Die GDI wiederum lag ihr Amt niemals ab, die Erde wird durch eine Militärdiktatur regiert.
Heute schreiben wir das Jahr 2030, das Tiberium ist fast überall vorzufinden, die GDI setzt zu einer Hetzjagd gegen die verbliebenen Nod Truppen und die Welt hält den Atem an.


07:30 Uhr – Irgendwo in den östlichen vereinigten Staaten

„GDI Truppen nahmen gestern Abend bei einer Großrazzia über fünfzig Menschen in London Fest, wegen des Verdachtes, der Mitgliedschaft bei der Bruderschaft von Nod...”
Umschalten des Fernsehprogramms.
„Experten zufolge wird ein Leben in 50 Jahren, wegen der rapiden Ausbreitung des Tiberiums, technisch nicht mehr Möglich sein...”
Umschalten des Fernsehprogramms.
„Uuund Tochdown! Die Neo Fighters gewinnen mit einen klaren Sieg von 10:3 gegen die Bullers...”
Fernseher ausgeschaltet. Lautes Gähnen zu hören.
Auf dem Sofa sitzt eine junge, gut trainierte Frau mit Sweatshirt und Jogginghose. Sie trug lange, brünett farbene Haare, die in Moment ihre rechte Gesichtshälfte verdeckten. Man sah ihr an, dass sie noch nicht lange Wach war.
Sie stand auf und begab sich zur Küche, um sich ein Müsli zu machen. Diese war nur wenige Meter von ihr entfernt und bildete mit dem Wohnzimmer, einen großen Raum.
„Guten Morgen, wie ich sehe bis du schon Wach!”
Ein Mann kam in das Zimmer hinein, der ein T-Shirt trug sowie eine kurze Hose an hatte.
Er ist  gut gebaut und trägt kurze, dunkelblonde Haare. Er hatte ein kantiges Gesicht und trug darüber hinaus ein drei Tage Bart.
Der Mann ging in Richtung der Frau, die sich gerade am Esstisch in der Küche hingesetzt hatte und ihr Müsli genoss. Er gab ihr eine Kuss auf die Wange.
„Guten Morgen, Schatz!” kommt es aus ihr unklar, mit vollen Mund heraus.
Beide mussten kurz lachen, anschließend saß sich der Mann auf der gegenüberliegenden Seite mit ein Stück Nutella Brot hin.
Der Mann erhob leicht seine Stimme. „Du siehst heute wieder.... total verschlafen aus!”
Der Mann musste laut lachen, während die Frau mit ein kleinen Grinsen, den Mann leicht gegen die Schulter boxte.
„Hey, sei nicht immer so gemein, Bruce, du weißt, ich kann Karate!”
„Ah, ich bitte vielmals um Verzeihung, Karate Girl!”
Es herrschte eine harmonische Stimmung zwischen den beiden. Der Mann schaute jedoch nun auf die Uhr, die an der Wand hing.
„Wow, schon so spät?!” Er aß schnell sein Brot zu ende.
„Du kannst dir ja heute mal frei nehmen, es ist auch schon etwas her, als wir mal wieder etwas richtiges unternommen hatten...”
„Tut mir Leid Schatz, auf der Arbeit geht es mal wieder drunter und drüber und die Hochzeit ist da noch das I-Tüpfelchen.
Die Frau begann zu grübeln.
„Ah ja die Hochzeit... aber dieses mal verschiebst du sie nicht!”
Die Frau schaute Bruce mit einen ernsten Blick an.
Bruce musste kurz lachen und antwortete dann:
„Nein, nein Schatz, nächste Woche wird geheiratet, verlass dich drauf!”
Bruce stand auf und zog schnell seine Klamotten an, die neben dem Sofa vorzufinden waren.
Ein weißes Hemd, sowie eine schwarze Hose. Das wird wieder ein harter Bürotag. Dachte sich Bruce.
Die Frau stand nun ebenfalls auf und brachte ihr Müsli zur Spüle und nähert sich dann Bruce.
„Kann vielleicht etwas später werden, hab dich Lieb Lara!”
„Das sagst du immer...” antwortete Lara leise.
Dann küssten sich beide.

Sergeant Simons saß gemütlich im freien, in seinen Wüstenjäger, ein Überbleibsel aus dem  Tiberiumkrieg. Ein Hummer ähnliches Fahrzeug, welches mit einen Maschinengewehr bestückt war und für die Aufklärung, vor allem im sandigen Terrain eingesetzt wurde.
Simons war in seinen besten Jahren und trug einen Vollbart, sowie eine Halbglatze und hatte zudem eine Sonnenbrille aufgesetzt.
Mit dem Sitz nach hinten gelehnt, relaxte Sergeant Simons mit klassischer Rock Musik aus den Anfängen des 21. Jahrhunderts.
Plötzlich klopfte es von der rechten Fahrzeugtür aus.
Sergeant Simons drehte sein Kopf leicht nach rechts und blickte aus dem Fenster.
Er sah ein bekanntes Gesicht. Er öffnet die Rechte Fahrzeugtüre und ließ die Person einsteigen.
„Na Bruce, gut erholt?!”
Bruce stieg mit seinen zivilen Klamotten in den Wüstenjäger ein und reichte Sergeant Simons die Hand.
„Wie man es nimmt Bob. Hab viel Stress mit der Hochzeit.”
„Ich hoffe dass es endlich klappt Bruce, ihr wolltet schon vor einen Monat Heiraten.“
Major Bruce Cold lebte mit seiner Freundin Lara Nightshadow in einen ländliches Gebiet, wo es vor allem jetzt in den Wintertagen sehr frostig war. Nur wenige Kilometer entfernt erstreckte sich ein großes Tiberiumfeld, welches sich jedoch in der entgegengesetzten Richtung ausbreitete.
Sie lebten beide in ein spezielles Haus, welche nach dem ersten Tiberiumkrieg entworfen wurde, um auch abseits der Großstädte, das Überleben zu sichern. Die Kosten für so ein Haus sind sehr gering. Von außen kann man glatt durch dieses hindurchsehen, da die Wände durchsichtig waren.
Es bot jedoch den Einwohner die Möglichkeit, diese ab zu dunklen, um seine Privatsphäre zu schützen. Durch einen einfachen, kostensparenden Generator, wurde das Haus mit Energie versorgt, für Wasser war ebenfalls gesorgt. Außerdem bot das Haus Schutz gegen die Tiberiumverseuchung. Selbst wenn ein Tiberiumfeld in der nähe eines solchen Hauses wachsen würde, würden die Insassen drinnen gegen die Strahlung geschützt sein. Dieser spezielle Bungalow lieferte daher ein exzellente und kostensparende Möglichkeit, um auch in freien Wohnen zu können, weitab von jeglicher Zivilisation. Laras und Bruce Bungalow erstreckte sich auf zwei Etagen und bot damit mehr als genug Platz für zwei Personen, inklusive eigenem Keller.
„Nun gut, dann wollen wir mal zur Basis aufbrechen, mal sehen was es heute so neues gibt.”
Simons ließ den Motor des Wüstenjägers anspringen und fuhr Richtung ihres Arbeitsplatzes.
Beide arbeiteten in einer Kommunikationsbasis der GDI. Früher war Bruce als einfacher Soldat tätig, der im laufe der Zeit die Ränge hoch geklettert war, von einfachen Gefreiter, bis hin zum Major. Als er Lara kennen gelernt hatte, war es ihr jedoch zu gefährlich, dass ihr Mann als Soldat tätig war. Zwar ist der Tiberiumkrieg schon lange vorbei, Nods Selbstmordkommandos waren jedoch stets allgegenwärtig und sprengten vor allem mal ein Regierungsgebäude in die Luft, oder ein GDI Konvoi. Daher hatte sich Bruce zur Liebe Laras, in ein Bürojob versetzen lassen, auch wenn ihm die Arbeit draußen mehr Spaß gemacht hatte, erlaubte es dieser Bürojob wenigstens seine Freundin öfters wiederzusehen.
Bis zur GDI Basis war es ein ganzes Stück und die fahrt würde sicherlich eine gute Stunde dauern.

Lara hatte sich inzwischen in den Keller zurückgezogen. Neben einer Getränkebar, sowie eine alte Musikbox, die Bruce sich unbedingt anschaffen wollte, ließ sich hier auch ein Laufband, sowie einen Sandsack wiederfinden und weitere Trainingsgeräte, woran vor allem Lara am trainieren war.
Schon als kleines Kind nahm sie Karate Unterricht in einen Verein. Als sie älter wurde, musste dieser Verein jedoch wegen der Tiberiumverseuchung schließen.
Seitdem trainiert sie alleine und hat sich dabei schon den ein oder anderen speziellen Trick angeeignet.
Manchmal trainierten Bruce und Lara auch gemeinsam und machten sogar einen kleinen Übungskampf. Bruce verstand zwar nicht viel von Karate, hatte jedoch während seiner Grundausbildung als Soldat vielerlei Nähkampftechniken kennen gelernt, die Lara allesamt als Grob bezeichnete. Bis jetzt konnte Bruce, Lara niemals in einen direkten Kampf besiegen, trotzdem freute sich Lara über jeden Übungskampf mit Bruce. Sie hätte zwar lieber etwas anderes gemacht, wie auf Kirmese zu gehen, Lara liebte Kirmese, wenn den welche hier in der nähe stattfinden würden, aber das war schließlich auch besser als nichts. Trotz des Bürojobs, den Bruce besaß, machte sich Lara immer wieder sorgen, wenn er zur Arbeit fuhr, da sie jedes mal Angst hatte, das etwas ihm zustoßen könnte.
Lara trainierte gerade mit einen speziellen Dummy, der sich gut für Karate Übungen eignete.
Sie feilte an ihrer Beintechnik und versuchte dabei ihre Beine so hoch wie nur möglich zu bekommen. Auch die ein oder andere Wurftechnik übte sie mit dem Dummy.
Es verging einige Zeit, während Lara am trainieren war. Bis es plötzlich oben schellte.
Lara unterbrach ihr Training und wusch sich mit einen Handtuch den Schweiß vom Gesicht und nahm dann die Treppe Richtung Eingangstüre.
Es klingelte noch ein paar mal, bis sie schließlich die Eingangstüre erreichte. Sie sah durch die Türe hinaus und sah einen etwas älteren, gut aussehenden Mann. Er hatte zurück gekämmte, schwarze Haare und etwas charismatisches an sich. Seine Klamotten machten einen modebewussten Eindruck.
Lara öffnete die Haustüre.
„Ja, Hallo, kann ich ihnen helfen?” fragte Lara unsicher.
„Seien sie gegrüßt, bezaubernde Frau, mein Name ist Marcel Levitan. Ich bin Vertreter einer Gruppe von Leuten, die mich gebeten hatten, sich mit ihnen kurz zu unterhalten.” er zögerte etwas, dann fragte er: „Dürfte ich vielleicht reinkommen?”
Lara zögerte ebenfalls, ein Vertreter, so weit hier draußen, im Nichts? Sie wusste nicht ganz, was sie tun sollte, aber wenn er den ganzen Weg bis hier her gemachte hatte, musste es sich wohl um etwas wichtiges handeln. Wäre Bruce hier, hätte er ihn wahrscheinlich sofort weggeschickt, doch sie wollte nicht so sein. Sie öffnete die Türe und bat den Mann hinein.
„Vielen Dank Mrs. Nightshadow, überaus freundlich.” bedankte sich der Vertreter Marcel mit einen Lächeln und trat ein.
„Sie, sie wissen wer ich bin?” fragte Lara unsicher.
„Aber natürlich! Mein kommen, Mrs Nightshadow, betraf ganz besonders Sie. Dürfte ich vielleicht meine Jacke hier aufhängen?” der Vertreter deutete auf den Kleiderständer.
„Ähh.. aber natürlich!” antwortete Lara, die immer noch nicht genau wusste, was dieser Mann eigentlich von ihr wollte.
„Nun... wo fange ich bloß an...” der Mann hielt inne um nachzudenken.
„Oh Gott, sagen sie nicht, dass Bruce etwas passiert ist!!!???” fragte Lara aufgebracht und wirkte erschreckt.
„Nein, nein, beruhigen Sie sich bitte, ich bin sicher, ihr Freund geht es bestens. Wie schon gesagt, galt mein kommen ihnen, nicht ihren Verlobten.”
Lara atmete erleichtert auf, sie hatte schon den ein oder anderen Kriegsfilm mit Bruce gesehen, wo irgendwelche Stellvertreter zu den Frauen der verstorbenen Soldaten kamen, um ihnen die böse Botschaft zu überbringen, nur hatten diese Vertreter immer Militärklamotten an.
„Mrs Nightshadow, ich bin hier, da sie eine Frau mit außergewöhnlich Fähigkeiten sind, sie sind gebildet, hübsch und sind wirklich ausgezeichnet, was den Nahkampf betrifft..”
„Woher... wissen sie das alles...?” Lara blickte den Mann komisch an. Dieser ließ sich jedoch nicht ablenken und sprach weiter.
„Sie sind eine Person, die sich fragt, was sie aus ihren Leben anfangen soll, jeden Tag darauf zu warten, dass ihr Verlobter auch heil wieder nach Hause kommt, während die Welt langsam in sich sich zusammenfällt. Ich bin hier, Mrs Nightshadow, um ihnen ein neues Leben zu ermöglich, was etwas bewegen kann.”
Lara versuchte die Worte des Mannes zu verinnerlichen. So etwas hatte sich schon mal gehört, diese Redensart, dieses ansprechen, dieses auftreten. Im Fernseh vielleicht?
Und dann begriff sie wie ein Donnerschlag, wer da vor ihr stand.
Laras Gesichtsausdruck nahm nun etwas panisches an und sie Wisch einige Schritte zurück, während sie den Mann weiter ansah.
„Sie.. sie sind von der Bruderschaft!”
„Wirklich beeindruckend, ihre Menschenkenntnis, Mrs Nightshadow.”
Lara beschleunigte ihr Tempo und lief zum einen Ende des Raumes, wo ein kleine Komode stand. Sie machte die mittlere Schublade auf und holte eine Pistole hervor und drehte sich blitzartig um und zielte auf den Mann, sie wirkte nun noch mehr panischer.
Marcel hatte sich dabei kein Zentimeter bewegt. Er stand immer noch an Ort und Fleck.
Dann ging er jedoch mit großen Schritten auf Lara zu.
„Mrs Nightshadow. Wenn Sie jemanden mit einer Waffe bedrohen...” er war nun bei Lara angekommen und schlug hastig die Waffe aus Laras Händen und nahm sie an sich.
“...dann sollten Sie auch bereit sein abzudrücken.”
Er betrachtete die Waffe, Lara stand einfach nur fassungslos da.
„Außerdem wäre es vom Vorteil, diese vorher zu entsichern.”
Er entfernte das Magazin und warf die Waffe zu Boden.
„Ich..” sie stotterte “ich warne sie... ich kann immer noch Karate.”
Ja, im Nahkampf hätte sie ihn wahrscheinlich erledigen können, glaubte sie zu mindestens, aber sie war einfach zu panisch, bisher hatte sie nur Übungskämpfe gegen ihren Verlobten gehabt. Und nun steht plötzlich einer dieser Terroristen von dieser Bruderschaft vor ihr, sie war wie erstarrt und hatte panische Angst.
„In der tat, aber ich bitte Sie Mrs Nightshadow, ich bin weder hier um gegen sie zu kämpfen noch sie zu drohen.” Marcel machte wieder eine kurze Pause.
„Ich bin nur hier um zu reden.”
„Reden, worüber?” Lara schaute unauffällig umher, um irgendwie nach einen Fluchtweg zu suchen.
„Reden darüber, warum sie jeden Morgen aufwachen, mit dem Gefühl, dass auf dieser Welt etwas katastrophal Schief läuft. Das diese Welt von Chaos und Tod beherrscht wird und Sie nicht wissen, ob wirklich alles so schwarz und weiß ist, wie man es den Menschen einredet.”
Diese Satz traf sie mitten ins Herz. Er hatte Recht, daran dachte sie wirklich jeden Tag, aber wie konnte er das Wissen? Wie regungslos stand sie da und starrte den Anhänger der Bruderschaft, Marcel, fassungslos an.
„Setzen wir uns doch bitte.” schlug Marcel vor und saß sich auf das Sofa. Wenige Momente später tat Lara das selbe, hatte sie eine Wahl?

„Und da sind wir auch mal wieder.” sagte Sergeant Simons mit erhobener Stimme. Sie näherten sich der Kommunikationsbasis mit ihren Wüstenjäger. Vor ihnen, eine Meter hohe Betonmauer, sowie ein Eingangstor. Die Kommunikationsbasis befand sich mitten in einen Wald und lag damit gut versteckt.
Sergeant Simons reduzierte sein Tempo und fuhr auf das Tor zu. Auf den Mauern konnte man schon die automatischen Verteidigungssysteme der Basis bestaunen, wie MG-Türme, sowie Raketenabwehr Türme. Zusätzlich dazu, befand sich am jeden Eckpunkt der Basis ein Wachturm, der die Gegend ringsherum ausspähte und nun auch den kommenden Wüstenjäger ins Visier genommen hatte.
Vor dem Tor standen auch schon zwei GDI Wachen zu beiden Seiten. Einer der beiden näherte sich der Fahrerseite des Wüstenjägers, das Fenster des Fahrzeuges war zu beiden Seiten geöffnet.
„Guten Morgen Sergeant Simons, Major Cold.” die Wache nickte leicht zum Major, der wiederum erwiderte das nicken.
„Auch ihnen einen guten Morgen Private James. Und, gibt es etwas neues?” fragte der Sergeant nebensächlich.
„Ich weiß von nichts Sir, aber der Colonel erwartet sie bereits.”
Beide GDI Wachen gingen einige Schritte vom Fahrzeug weg und gaben mit einen Handzeichen den Befehl, das Tor zu öffnen.
Der Wüstenjäger fuhr in die Basis hinein. Innen angekommen, konnte man überall Soldaten auf und ab marschieren sehen. Einige Techniker transportieren teures Equipment. Auf der Ostseite der Basis gab es vier Heilports, für die Transporthubschrauber, sowie der Orcas, moderne Kampfflugzeuge der GDI, die sich schon im Tiberiumkrieg bewiesen hatten.
Auf der westlichen Seite befanden sich einige Kraftwerke, die die Basis mit Energie versorgten.
In der Mitte befand sich das Herzstück dieser Basis, die Kommunikationszentrale.
Der Arbeitsort von Major Bruce Cold, sowie Sergeant Simons.
Es war ein hohes Gebäude, was auf den Dach eine riesige Antenne montiert hatte. Die Zentrale erstreckte sich über fünf Etagen.
Sie hielten das Fahrzeug auf dem Fuhrpark der Basis an und gingen die Kommunikationszentrale zu Fuß hinein. Eine elektronische ID Karte wurde benötigt, ohne ihr kam man nicht hinein, ausnahmen wurde dabei auch nicht gemacht.
Innen erwartete sie eine große Eingangshalle. Auf dem Boden war groß das GDI Logo in Form eines Falken eingraviert wurden. Auf der Rechten Seite befanden sich die Fahrstühle. Das Gebäude wurde in einen Gelb Ton gehalten, die Identifikationsfarbe der GDI, seit ihrer Gründung. Das Gebäude machte einen leicht futuristischen Eindruck mit den riesigen Flachbildschirmen an den Wänden.
Sergeant Simons und Major Cold fuhren mit dem Aufzug bis zur obersten Etage. Bei jeden Fahrstuhleingang waren Wachen positioniert, die sofort salutierten, sobald sie den Major und Sergeant sahen.
Sie waren nun im Herzstück der Kommunikationszentrale angelangt, welches einen hektischen Eindruck machte. Im Raum standen überall Computers wo Techniker dran arbeiteten.
Sie kommunizierten Hauptsächlich mit GDI Truppen in der Region für weiter Befehle, sowie Basen, die überall verstreut errichtet wurden. Überall wurde geredet, man konnte sich kaum selbst verstehen. Am Ende dieser Abteilung befand sich ein riesiger Flachbildschirm, der hauptsächlich für wichtige Übertragungen genutzt wurde. Auf der Rechten Seite befanden sich einige Büros, wo wichtige Mitarbeiter in Ruhe arbeiten konnten, um den Papierkram zu erledigen. Zwar konnte man dort drinnen immer noch das Gerede der anderen Mitarbeiter mithören, jedoch war es dort um einiges angenehmer, als hier mitten in diesen Raum zu stehen.
Colonel Hawkens, ein stämmiger und großer Kerl mit kurzen Haarschnitt und aufrechter Haltung, der seinen Narben am Gesicht zu urteilen, schon einiges miterlebt hatte, kam den beiden entgegen.
Als der Major und der Seargeant, den Colonel kommen sahen, salutierten sie stolz.
„Gute Morgen meine Herren, wir haben in wenigen Minuten eine Live Übertragung mit General Solomon, der sich zurzeit auf der Philadelphia befand, ihre Anwesenheit bezüglich
Projekt Neue Dämmerung wird erwünscht.”
„Ja wohl Sir, wir stehen bereit.” antwortete Sergeant Simons mit lauter Stimme.
„Wann war Solomon eigentlich das letzte mal wieder auf der Erde...“ gab Major Cold nebensächlich dazu. Zwar antwortete niemand, jedoch mussten beide Grinsen. Es stimmte, dass General Solomon seid der Errichtung der Raumstation Philadelphia, fast nur noch dort eingesetzt war.
Der Colonel ging Richtung anderem Ende des Raumes, um vor dem großen Flachbildschirm halt zu machen und die Besprechung zu beginnen.
Sergeant Simons sowie Major Bruce Cold folgten ihm.
Eine etwas ältere Frau, die an einen Computer mit Headset auf dem Kopf saß, schaute Richtung des Colonels und sagte anschließend:
„Sir, ich habe Solomon jetzt auf der Leitung.”
„Sehr gut, schalten Sie ihn auf den Hauptschirm.” antwortete der Colonel zufrieden.
Die Frau folgte der Anweisung und ehe man sich versah, tauchte Solomon auf den großen Bildschirm vor ihnen auf.
Solomon hatte schwarze Hautfarbe und war ein übergewichtiger Kerl. Seine Miene machte immer einen unzufriedenen Eindruck, für Späße war er nie zu haben.
„Wurde auch langsam Zeit Colonel, können wir nun endlich anfangen?” sagte General Solomon mit erhobener Stimme und sah den Colonel, sowie den Major und Sergeant kritisch an.
„Entschuldigung die Verspätung, Sir. Sergeant Simons, Major Cold sowie meine Wenigkeit sind Anwesend, fürs Protokoll.”
„Gut,” erwiderte Solomon kurz „Colonel, und nun möchte ich wissen, wie sie mit Projekt
Neue Dämmerung voran kommen, konnte die Zielperson endlich lokalisiert werden?”
„Sir, leider ist es uns noch nicht gelungen die Zielperson zu lokalisieren, sie müssen wissen, er ist wie ein Geist, wir haben schon...” ehe der Colonel weiter reden konnte, unterbrach Solomon ihn, laut:
„VERDAMMT HAWKENS. Seid fast ACHT MONATEN arbeiten SIE daran und  ICH SEHE IMMER NOCH KEINEN ERFOLG. Wissen SIE eigentlich wie viel Ressourcen ich in dieses Projekt einfließen lasse??? Meine Vorgesetzten erwarten ERFOLGE!”
Plötzlich wurde es ganz ruhig im Kommunikationsraum, was wirklich ungewöhnlich war. Viele unterbrachen ihre Arbeit, nur um das Spektakel zwischen Solomon und dem Colonel mit zu erleben.
„Sir, es tut uns Leid, meine Leute arbeiten Rund um die Uhr daran.” versuchte der Colonel, Solomon zu beruhigen.
„Keine Ausflüchte mehr Colonel. Ich will Ergebnisse sehen. Wir haben Kopf und Kragen riskiert um endlich eine Spion bei der Bruderschaft einzuschleusen und nun ergibt sich die Chance, die Bruderschaft ein für alle mal zu zerschlagen, aber wegen IHRER Unfähigkeit könnte das alles scheitern. FINDEN SIE IHN SOFORT und schalten sie die Zielperson aus.” mit diesen Worten verabschiedete sich der General und der Bildschirm wurde schwarz.
Es war noch einige Momente lang Still, bis die Mitarbeiter im Kommunikationsraum schnell wieder an ihre Arbeit gingen, bevor der Colonel auf die Idee kam, seine Frust an einen von ihnen auszulassen.
„Puh,” Major Cold atmete kurz durch. “dass lief doch hervorragend, oder?”
Simons erwiderte das nur mit einen finsteren Blick Richtung Major.
„Alles in Ordnung, Sir?” fragte dann Simons vorsichtig den Colonel.
„NEIN SIMONS, NICHTS IST IN ORDNUNG!” antwortete der Colonel mit wütender Stimme.
Er schlug mit seiner Faust, feste gegen die Wand neben ihm, um seine Frust auszulassen.
„Wir müssen IHN endlich finden, also gehen sie an die ARBEIT.”
Der Colonel entfernte sich von den beiden und zog sich dann in seinen Büro wütend zurück. Man sah ihm an, dass er sehr verärgert war, vor allem wie Solomon ihn vor versammelter Mannschaft bloß gestellt hatte. Der Major sowie Simons standen noch eine Weile einfach so da, gingen jedoch dann auch an ihren Platz um nochmals alle Spuren zu überprüfen.
Irgendwo musste ER doch sein.

Es vergingen einige Stunden, während Lara und sich dieser Nod Anhänger, Marcel Levitan unterhielten. Hauptsächlich redete er, sie hörte nur zu.
„Haben Sie keine Angst, dass plötzlich ein GDI Kommando hier rein platzt und sie fest nimmt? Ich bin schließlich die Verlobte eines Majors!” sagte sie entschlossen, mit der Hoffnung, ihn irgendwie los zu werden.
Die ganze Zeit redete er über die Bruderschaft und über all möglichen Religiösen Quatsch. Sie wollte nur noch, dass er verschwindet, sie wusste nicht wie das hier ausgehen würde, aber er würde verrückt sein, wenn er glaubte, dass SIE sich der Bruderschaft anschließen würde, falls das sein Ziel war.
„Keine Angst Mrs. Nightshadow, ich bin sicher, dass dies NICHT passieren wird. Ihr Mann wird erst gegen 18 Uhr wieder zu Hause sein und das ist in über 6 Stunden. Außerdem weiß niemand, das ich hier bin.
„Und was wollen sie dann? Ich bin an ihres gleichen nicht interessiert!” Lara stand plötzlich auf, sie konnte das nicht mehr mitmachen. Es wurde zu viel.
Marcel stand nun ebenfalls auf und blickte sie scharf an. Es schien so, als würden seine Augen sie durchlöchern.
„Sie haben Recht Mrs. Nightshadow, es wurde schon zu viel gesagt. Ich bin sicher, das meine Worte für Sie keine Bedeutung haben.” er machte eine kurze Pause.
„Haben Sie Lust auf einen kleinen Spaziergang?” fragte er plötzlich.
Lara starrte ihn merkwürdig an.
„Wie.. wie bitte? Ein Spaziergang???” fragte sie überrascht.
„Ja, es wird nicht lange dauern und ich bin sicher, dass es sich für sie lohnen würde.”
„Sie.. sie sollten jetzt besser gehen...” sagte Lara stotternd, während sie einige Schritte, ängstlich zurück wich.
Marcel packte Lara vorsichtig an ihren Arm.
“Ich BITTE Sie Mrs. Nightshadow. Nur ein kleiner Spaziergang, wir werden bald wieder zurück sein.”
Sie wusste nicht warum, aber als Marcel sich in Bewegung setzte, folgten ihre Füße ihm. Sie wollte protestieren, aber irgendwie konnte sie nicht.
Sie gingen durch die Haustüre, raus ins freie. Lara hatte immer noch ihre Jogginghose und ihr Sweatshirt an, während es draußen sehr frostig war.
Sie ging weitere Schritte nach draußen, Marcel blieb stehen, während sie voraus ging.
Plötzlich hörte sie ein lautes Piepsen. Sie fasste sich am Kopf.
„Was.. was geschieht hier??!!” brachte sie noch aus sich heraus und fiel dann in Ohnmacht.
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