=/•\= Blood Ties - Blutsküsse und Pubs =/•\=

von Mimini
GeschichteMystery / P12
Henry Fitzroy Mike Celluci Vicki Nelson
23.10.2010
05.11.2010
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Blutsküsse und Pubs

Auf der Bowlingbahn

Zur Feier der Beendigung des Cetlerfalls beschlossen Vicki, Henry und Mike bowlen zu gehen, es war Vickis Idee gewesen. Henry hätte sich zwar etwas anders ausgesucht, aber er war sofort dabei. Ein Abend mit Vicki... Warum also nicht bowlen? Mike war da etwas unwilliger. Ein Abend mit der Ex UND dem Königlichen Bastard? Aber da er an diesem Abend und am nächsten Tag frei hatte und dazu keine Ausrede, willigte er ein.
Nun saßen sie also im Woodbine, einem Bowling Pub, nicht weit von Henrys Wohnung. Vicki schlürfte genüsslich an einem Martini, während Mike ein Glas Wodka fast frustleerte, denn Henrys Grinsen und wie er Vicki umschmeichelte ging ihm gehörig gegen den Strich. Zugegeben, der Bastard konnte flirten. Und wie! An Mike dachte wohl keiner mehr. Es war ja nicht so, als ob er keine wichtige Hinweise lieferte oder dass er ganz allein Cetlers angsteinflößende Frau vernommen hatte - wer hätte gedacht, dass sie ihn nicht erstochen und dann in einem Müllsack in den Fluss geworfen hatte? - Und auch nicht, dass er den schon 5 Wochen laufenden Fall gelöst hätte, wäre nicht Henry zuvorgekommen und hätte den Obdachlosen mit ,,seiner Methode“ befragt. Mike bestellte sich einen weiteren Wodka, bevor er bemerkte, dass er längst wieder an der Reihe war zu bowlen. Der Extrem-Flirter Henry lag vorne. Wen wunderte es? Zumindest war Mike Zweiter, wenn er jedoch bedachte, dass Vicky halb blind war, fühlte er sich gleich wieder schlechter.
Er legte einen sauberen Wurf hin. Wunderlich für seinen Blutalkoholgehalt.
Mit einem selbstzufriedenen Lächeln lief er die wenigen Schritte zu dem runden Tisch zurück. Er war lange nicht mehr hier gewesen und das Schwarzlicht - die so ziemlich einzige Beleuchtung hier - faszinierte ihn immer wieder.

Henry schüttete währenddessen unbemerkt ein paar Schlucke von seinem hochprozentigen Whisky in Mikes Wodka. Er dachte schmunzelnd daran, wie Mike nach Hause schwanken würde. Wie gemein er doch war... Er schaute Richtung Bahn, wo Mike fasziniert das Schwarzlicht betrachtete. Wenn Mike wüsste, wie Henry dieses Licht sah... Farben, die sich ein Mensch nie erträumen würde...
Mann! Wenn Celluci weiter so viel trinken würde, insbesondere mit seinem - Henrys - zusätzlichem Whisky, musste er ihn wohl oder übel nach Hause tragen oder hier lassen. Würde sich gut in Mikes Polizeiakte machen. Entweder das oder er kam in das Vergnügen, Mike leiden zu sehen, wenn er sich die Seele aus dem Leib kotzte. So sehr ihm die beiden Varianten auch gefielen, schüttete er den letzten Schluck seines Glases dann doch in einen Pflanzenkübel und bestelle sich ein Wasser.
Mike setzte sich gerade, als Henry stichelte: ,,Nicht schlecht, Detektive! Noch ungefähr zehn Strikes und wir sind punktgleich.“
,,Manche hatten ja auch ein paar Jahrhunderte Zeit, um zu trainieren.“
,,Kann ich Sie damit beruhigen, dass ich Bowling das erste Mal vor 20 Jahren probiert habe und ich ganze zwei Mal bowlte, bevor ich bis jetzt 8 Jahre lang keine Bowlingbahn betreten habe?“, frage Henry bubenhaft grinsend.
„Manche haben ja auch schärfere Sinne. Könnt ihr nicht wenigstens heute aufhören, euch zu streiten? Wir haben was zu feiern!“, mischte Vicki sich ein. Mit diesen Worten stand sie auf, leerte ihren Martini und tanzte zu der Musik zur Bahn.

,,Soll ich was zu knabbern bestellen? Sie schlucken ja wie ein Loch. Frustriert?“
„Warum sollte ich frustriert sein?“ fragte Celluci sarkastisch.
,,Sagen Sie es mir: Ist es, weil ich gewinne oder sind Sie immer noch sauer, dass ich den Fall vor Ihnen gelöst hatte? Oder sind Sie eifersüchtig, weil Vicky mich mag?
,,Zweites“, nuschelte Celluci in sein Glas.
Sein Puls wurde schneller. Lügner. Es war nicht nur das. Er war ein schlechter Verlierer und er empfand viel für Vicky. Fast zu viel. Eindeutig zu viel. Besonders für eine Ex.
Mike rechtfertigte sich: ,,Ich hatte den Fall auch so gelöst. Ich hatte das Ergebnis in der Hand, aber Sie haben ihr ,Vampirmojo´ angewendet. Das war unfair. Ihre Vorgehensweise kann man ja nicht einfach in einen Polizeibericht schreiben.“
,,Jeder auf seine Weise. Meine war eben schneller. Aber Sie sind nicht nur deswegen frustriert.“
,,Tja... zu schade, dass Sie das nie erfahren werden.“
,,Schonmal Bekanntschaft mit meinen ,Vampirmojo´gemacht?“, spaßte Henry.
Hm. Mike war heute wohl nicht zu Späßen aufgelegt. Er war wohl noch nicht locker genug.
,,Trinken wir auf Vicky“, schlug der Vampir vor. Im Grunde mochte er ihn ja. Tiiiief im Grunde.
Gleichzeitig hoben sie ihre Gläser. Henry trank sein Wasser, während er die Pflanze betrachtete, die er den Abend über mit Whisky getränkt hatte. Der Grünpflanze ging es gut. Doch die männliche Kübelpflanze, die ihm gegenüber saß, war meilenweit davon entfernt. Mike schien nichts zu merken. Der Arme!
Vicky kam enttäuscht zurück. ,,3 Pins. Warum habe eigentlich gerade ich die Bowlingbahn ausgesucht? Ich sehe ja kaum die Begrenzung!“
Henry tröstete sie mit seiner Samtstimme: ,,Mach dir nichts daraus, sieh mal: Gegen uns hättest du sowieso keine...“
„ ...du hast Recht, Vick. Wir sollten die Runde abbrechen. Die Reihenfolge steht sowieso schon fest.“ Mit einem Blick auf den unehelichen Sohn Henrys dem VIII. stand der Detektive auf, um die Bahn zu bezahlen.
Henry bemerkte: ,,Spielverderber UND schlechter Verlierer.“
Vicki schaute ihn nur mit einer hochgezogenen Augenbraue an - endlich hatte sie den Trick raus - aber er meinte, die Mundwinkel zucken zu sehen.
Also zogen sie sich in den vorderen Teil des Bowling Pubs zurück. Sie saßen kaum, als Mike Vicki zum Tanzen aufforderte. Es war gute Discomusik und die Tanzfläche war mäßig gefüllt.
Henry hätte nie gedacht, dass Mike tanzen konnte. Nur er bemerkte Mikes leichte Unkoordiniertheit.

Der Vampir hatte heute zwar schon getrunken, aber die vielen schlagenden Herzen der Menschenmenge und die erhitzten Körper machten ihn durstig. Er lief auf die beiden Tanzenden zu.
Mike sah dies als Ablöseversuch und verdrehte die Augen.
,,Ganz ruhig, Kumpel. Ich werde Sie Ihnen nicht ausspannen. Heute nicht. Vicki, die Menschenmenge setzt mir zu,“ richtete er sich an die Detektivin. „Ich schaue mal, ob ich draußen mit ein paar Leuten … ins Gespräch komme.“
,,Tu, was du nicht lassen kannst.“ Sie zwinkerte ihm zu. Ob sie die Zweideutigkeit mit Absicht meinte? Die Martinis schienen Wirkung zu zeigen. Der Whisky-Wodka bei Mike auch.

Henry musste hier raus. Der Zigarettengeruch bereitete ihm neben dem Magengrummeln Kopfschmerzen. Er trat durch den Eingang und zog den Kragen seiner schwarzen Jacke hoch. Der Wind zerzauste sein langes, dunkelblondes, gelocktes Haar. Die frische, klare Luft erfüllte seine Lungen. Kalt und vom Regen feucht. Mal sehen, ob irgendwo ein er an einem ,Gespräch' interessiert war...

Vicki fragte sich, was Mike alles getrunken hatte.
,,Du riechst irgendwie nach Whisky!“
,,Nee, war nur Wodka. Möchtest du noch was?“
,,Naja. Setzen wäre erstmal gut. Ich hab einen Krampf im Bein.“
Als sie saßen fiel Mike spontan ein Trinkspiel ein. Ein Händeklatsch Spiel. Das kannte er noch aus Kindertagen. Nach einer langen Diskussion hatte er sie überredet, es zu probieren. Vicki kannte es nicht und schlug öfter daneben. Demzufolge musste sie öfter einen heben. Doch Mike kam auch nicht zu kurz. Sie lachten die ganze Zeit und alberten herum.
Für Außenstehende war es vielleicht peinlich, aber die beiden waren einfach zu gut drauf. Und es machte einen Mordsspaß.
Nach einer Weile hatten die beiden schon schwere Koordinationsprobleme. Warum tranken sie nur heute so viel? Das machten sie doch sonst nicht! Mike beruhigte sein Gewissen damit, dass es eine einmalige Sache sein würde und Henry nüchtern genug für beide war. Er vertraute Henry immer noch nicht, aber Vicki vertraute ihm ihr Leben an. Das musste reichen. Nach einer halben Stunde unterbrachen sie, da beide kaum mehr konnten. Vicki ging gar nicht mehr so gut und Mike ging es genauso, wenn nicht schlimmer. Er schätzte im Groben, dass ca. 20 Kümmerlinge auf dem Tisch liegen mussten. Sie wären leichter zu zählen, wenn sie nicht immer verschwimmen würden...

Jetzt standen nur noch Cola und Salzstangen auf dem Tisch. Die Musik war immer noch so laut wie vor … einer halben Stunde. Vicki wunderte sich, wo die Zeit geblieben war. Sollte Henry nicht bald mal fertig sein? Stumm saßen sie nun am Tisch und schlürften an ihren Gläsern.
Mike unterbrach die Stille: ,,Fas wie früher, nur mit weniger Intus, damals. Wie schnell doch die Seit vergeht...“
,,Das stimmt. Das Spiel war ganz schön schwer. Gibs zu, du wolltest mich nur abfülln.“
,,Nein. Um Gottes Willen! Du bist doch noch halb nüchtern!“
Vicky musste lachen. ,,Du machs aber nicht den Eindruck. Nagut, geben wir´s zu: Wir sind stockbesoffn, haben jedliche Vernunft abgelegt und sind vollkommen unzurechnbar.“
,,Da hast du recht.“
Ohne Vorwarnung legte Mike seine Hand in Vickis Nacken, zog ihr Gesicht an das seine und drückte seine Lippen auf ihre. Doch Vicky war nicht darauf gefasst und ihre Zähne schlugen auf seine Oberlippe. Ihre hatte auch etwas abbekommen.
,,Ahh!“
,,Scheiße!“
,,Mike. Du blutest ja!“
,,Nein, du blutest.“ Beide fühlten sich mit ihrer Zunge an der Oberlippe. Und beide sagten im Duett: ,,Oh, stimmt.“
,,Und was jetzt?“, fragte Mike.
,,Na was wohl?“
Vicky näherte sich langsam Mikes Mund und beide tasteten die Lippen des anderen ab, um die Blutstropfen weg zu küssen...

So, ihr lieben. Das war meine Erste Geschichte zu Blood Ties. Meine 3. insgesamt.
Irgendwie hab ich das Gefühl, es fehlt noch was...
Sie geht noch weiter, freut euch also über ein neues Kapitel. ;)

Schaut doch mal auf meiner Seite vorbei. Dort habe ich noch andere Storys gepostet.
Liebe Grüße, Mimini.
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