. Barcelona . Burles . Fútbol .

von laia
GeschichteRomanze / P16
Primera Division
22.10.2010
10.12.2010
30
156791
3
Alle Kapitel
76 Reviews
Dieses Kapitel
12 Reviews
 
 Datenschutzinfo
 
 
Laura hatte sich die letzte Zeitung aus dem Ständer geangelt. Gerade hatten die zwei Typen hinter ihr sich darüber unterhalten. Sie musste wissen, ob es wirklich stimmte.  
Sie stellte das Tablett auf dem Tisch ab und noch bevor sie sich gesetzt hatte, blätterte sie zum Sportteil. Und da stand sie, die Schlagzeile... „Nein“, seufzte sie leise.

<<Gerard Piqué zurück nach Barcelona>>

Sie hatte ja schon zuvor von den Gerüchten gehört, dass er zurück nach Barcelona kommen soll, aber sie hatte bisher gehofft, dass sie sich nicht als wahr herausstellen würden.
„Na, das kann ja heiter werden“, dachte sie sich, verdrehte etwas die Augen und las den Bericht dann.
Nachdem sie ausgelesen hatte, seufzte sie und schüttelte etwas den Kopf.
„Wieso bleibst du nicht einfach in England, Piqué?“, fragte sie sich selber, während sie die Nudeln mit Sauce ass.
Immer wieder, schielte sie auf die Zeitung und immer wieder hätte sie sich von neuem über diese Schlagzeile ärgern können.
Sie stellte das Tablett mit dem halb leergegessenen Teller in das entsprechende Regal. Ihr war der Appetit regelrecht vergangen. Sie ging rüber zum Lift und drückte den „Aufwärts“-Knopf. Sie war immer noch perplex über die gerade gelesene Tatsache. Sie drückte im Lift den Knopf für den 3. Stock, der Lift setzte sich langsam in Bewegung.  

„Und, war es lecker?“, fragte ihr Bürokollege, als sie herein kam.
„Ja, geht so“, sie lächelte und setzte sich dann wieder hin.
„Dann hast du noch Hunger?“, fragte Tomás und lächelte sie an. Die neue Mitarbeiterin gefiel ihm gut. Sie war gross gewachsen, schlank, hatte lange dunkelblonde Haare und grüne Augen. Sie war genau sein Typ. Und er fand sie ganz nett, auch wenn sie nicht all zu viel von sich erzählte.
„Nein, eigentlich nicht“, sie lächelte, loggte sich wieder in ihren Computer ein und ging in ihr E-Mail Postfach.
„Schade, sonst hätte ich dich ja mal zum Essen einladen können?“, er lächelte sie fragend an.
„Tut mir leid, aber heute Abend, geh ich schon mit Nelo weg“, sagte sie.
„Nelo?“, fragte er.
„Mein Freund“, sie lächelte kurz entschuldigend. Sie fand ihren Arbeitskollegen ja ganz nett, aber seit 1 Jahr war sie mit Manel zusammen. Sie hatte ihn während ihrer Ausbildung kennengelernt.
„Ach so... Ja, dann wäre das wohl etwas unpassend“; Tomás wandte sich resigniert wieder seinem Bildschirm zu.
„Ja, einwenig“, sie lächelte nochmals kurz und widmete sich danach wieder ihrem Stapel Arbeit, der sich zu ihrer Linken auftürmte. Im Moment konnten sie sich wirklich nicht über zu wenig Arbeit beklagen. Sie war abends oft lange im Büro und die Überstunden auf ihrem Konto türmten sich langsam genau so auf, wie die unerledigten Arbeiten. Doch ihr gefiel der neue Job trotzdem. Er forderte sie immer wieder von neuem heraus.

Es fiel ihr heute wirklich schwer, sich auf die Arbeit zu konzentrieren. Irgendwie hatte sie die Tatsache, dass er bald wieder hier sein würde, ziemlich aus dem Konzept gebracht. Sie entschloss sich, heute ausnahmsweise etwas früher Feierabend zu machen. Sie ging, nachdem sie sich von ihren Arbeitskollegen verabschiedet hatte, hinunter in die Tiefgarage und stieg in ihr schwarzes Auto. Sie fuhr durch Barcelona und parkte ihr Auto schliesslich in der Auffahrt ihrer Eltern. Sie wohnte noch zu Hause bei ihren Eltern, denn eine Wohnung konnte sie sich alleine noch nicht leisten.

Als sie zur Tür  hereinkam, hörte sie schon die Musik von oben herab dröhnen. Ihr Bruder schien allein zu Hause zu sein, ansonsten hätten ihm ihre Eltern nicht erlaubt, in dieser Lautstärke Musik zu hören.
Sie zog ihre Schuhe aus und ging nach oben, klopfte an seine Zimmertür.
Keine Antwort. Kein Wunder, er konnte sie wohl gar nicht hören, bei dem Krach.
„Iván!!“, rief sie durch die Tür. Wieder keine Antwort.
„Bitte, wenn er es nicht anders will“, sie machte die Tür auf. Ihr Bruder sass auf seinem Bett, hielt den Gamecontroller in der Hand und starrte wie gebannt auf seinen Fernseher. Sein Freund sass vor dem Bett auf dem Boden und drückte auch wie wild auf dem schwarzen kleinen Gerät herum. Sie spielten irgendein Prügelspiel, während im Hintergrund die Musik dröhnte.

„Iván!“, sagte sie nochmal und jetzt schien er sie zu bemerken.
„Was?“, fragte er und wandte seinen Blick aber nicht vom Fernseher ab.
„Mach das leiser!“, sagte sie.
„Was?“, fragte er nur und war total auf das Spiel konzentriert.
„Iván!“, sagte sie nochmal und verdrehte die Augen, „LEISER!“
Er hatte wohl auf „Pause“ gedrückt, denn er und sein Freund Marc sahen sie jetzt an.
„Musik. Leiser. Jetzt!“, sagte sie nur.
„Jajajaja, ist ja schon gut“, sagte er und verdrehte etwas die Augen. Nahm dann aber die Fernbedingung seiner Stereoanlage und machte leiser. Er wusste, es hatte keinen Wert mit seiner Schwester zu diskutieren.
„Besser?“, fragte er dann leicht genervt.
„Ja, danke“, sagte sie.
„Hast du schon gehört, sein Bruder kommt zurück nach Barcelona”, sagte ihr Iván dann.
„Ja, ich weiss. Hab’s heute auch mitbekommen.“, sagte sie.
„Das ist so cool. Dann haben wir einen echten Fussballer in der Nachbarschaft“, grinste er.
„Ja, das ist voll cool“, Laura verdrehte etwas die Augen.

„Freust du dich nicht?“, fragte ihr Bruder dann und grinste. Es war ein offenes Geheimnis, dass Laura und Gerard wie Hund und Katz waren.
„Doch, wahnsinnig...“, sagte sie ironisch.
„Gery meint, ich soll dich schon mal grüssen“, grinste Marc dann.
„Ach halt die Klappe“, Laura schüttelte den Kopf und ging dann in ihr Zimmer. Sie freute sich ja für Marc und seine Familie, dass er wieder nach Hause kam, sie wusste, dass sie ihn alle sehr vermissten, aber sie vermisste ihn nun mal so gar nicht.

Nachdem Abendessen holte Nelo sie ab. Sie wollten in der Stadt noch etwas trinken gehen.
„Hallo“, lächelte er, als sie ihm die Tür öffnete. Der junge Spanier hatte beinahe schwarzes Haar, dunkelbraune Augen und ein wirklich schönes Lächeln. Laura liebte gerade dieses besonders an ihm.
„Hi“, sie küssten sich und stiegen dann in seinen schicken Sportwagen.
„Wie war dein Tag?“, fragte er sie, während er in Richtung Innenstadt fuhr.
„Ja, ich kann mich nicht beklagen. Und deiner?“, fragte sie und drehte den Knopf an seinem Autoradio, um einen anderen Radiosender einzustellen.
„Anstrengend, aber gut“, er lächelte, „hatte ziemlich viele Termine heute. Aber alle bis auf einen waren dafür erfolgreich.“
„Ah, das ist ja super. Gratuliere!“, sie strahlte ihn an.
“Danke“, er zwinkerte ihr kurz zu.
Im Radio liefen gerade die Nachrichten. Der Moderator berichtete gerade über den Kauf von Gerard Piqué.
„Hey, jetzt haben sie Piqué doch gekauft. Hätte ich nicht gedacht. Dachte, das wäre nur ein blödes Gerücht!“, sagte Manel dann.
„Hör mir auf mit dem“, sie hatte jetzt wirklich keine Lust, noch mehr über Gerard Piqué zu reden. Dieses Thema verfolgte sie schon den ganzen Tag. Beim Abendessen hatten ihre Eltern und Geschwister auch kein anderes Thema gefunden.
„Ja ich weiss, du magst den nicht. Aber hey, ich glaube der macht sich ganz gut in Barcelona“, sagte er dann.
„Wenn du meinst“, sie mochte Fussball. Natürlich. Aber ihr gefiel der FC Barcelona auch ohne Gerard Piqué ganz gut.
„Ja, mein ich“, er zwinkerte ihr zu.
„DU musst ihn ja nicht ertragen“, sie rollte mit den Augen.
„Ach komm, der ist jetzt bestimmt auch anders. Ich meine, das ist jetzt auch eine Weile her und seither, habt ihr euch ja wohl beide verändert“, er streichelte kurz ihr Knie.
„Ja, wahrscheinlich“, sagte sie, obwohl sie es nicht so meinte und hoffte, somit war das Thema erledigt. Sie konnte sich nämlich nicht vorstellen, dass er sich geändert hatte. Er war einfach immer so ein riesengrosser Kindskopf gewesen und würde wohl auch als so einer sterben.
Nelo grinste, er hatte an dem kleinen Unterton in ihrer Stimme genau gehört, dass sie das jetzt einfach so daher gesagt hatte. Doch er liess es damit auf sich beruhen. Er kannte Laura mittlerweile gut genug um zu wissen, dass es sich nicht lohnte, mit ihr über so etwas zu diskutieren. Und schon gar nicht über Gerard Piqué. Eines der ersten Male als er bei Laura und ihrer Familie eingeladen war, hatte er es mitbekommen, dass Gerards Familie ihre Nachbarn waren. Laura’s Mutter ihm dann, als er nachfragte, erzählt, dass sie Montserrat Piqué schon lange kannte, sie waren beide Ärztinnen und es dann aber eher Zufall war, dass sie beide in dieses Quartier von Barcelona gezogen waren.
Sie hatte ihm auch erzählt, dass Gerard und Laura bis zu einem gewissen Alter sehr gute Freunde gewesen waren, aber dass es irgendwann anders geworden war und sich die beiden wirklich nicht mehr ausstehen konnten.
„Man konnte sie keine 5 Minuten alleine lassen, bevor sie angefangen haben sich zu streiten!“, hatte sie gesagt.

Gerard hatte gerade sein letztes T-Shirt in einen seiner Koffer gestopft. Er konnte es kaum glauben, dass er dieses Mal nach Barcelona flog, aber nicht mehr weg musste. Er freute sich unglaublich. Endlich würde er wieder zu Hause sein. Bei seiner Familie, seinen Freunden und in seinem Verein. Er hätte es sich nie träumen lassen, dass es irgendwann wieder soweit war. Es war einfach perfekt. Es war nicht nur irgendein Angebot von einem spanischen Verein, es war ein Angebot vom FC Barcelona. Seinem Verein. Er konnte es irgendwie immer noch nicht recht glauben. Nach seinem Jahr in Saragossa war für ihn klar geworden, dass er wieder zurück nach Spanien wollte. Er liebte Manchester und die Mannschaft und seinen Trainer wirklich. Er war ihnen dankbar für alles. Aber sein Herz schlug nach der Heimat. Und er war wirklich glücklich, dass er wieder zurückkehren konnte. Der Tag an dem der Deal offiziell wurde und zu Stande kam, war jetzt schon eine Weile her und trotzdem konnte er es immer noch nicht ganz fassen.
Der Flug war schnell und ereignislos verlaufen. Am Flughafen wartete seine Familie bereits auf seine Ankunft. Seine Mutter Montserrat winkte ihm schon von weitem zu. Er strahlte ihnen entgegen und war einfach gerade nur glücklich wieder zu Hause zu sein.
Nachdem sie seine Koffer im Auto verstaut hatten, fuhren sie nach Hause. Er wusste, dass sie eine riesen Willkommensparty für ihn geben würden, selbst wenn sie ihm natürlich nichts verraten hatten, aber er kannte sie nur zu gut. Und Marc’s Grinsen deutete eindeutig darauf hin, dass er irgendwas wusste, dass er ihm nicht erzählen durfte.
Und prompt. Er sah die Leute bereits bei ihnen im Garten stehen, als sie in die Einfahrt einbogen. Er erkannte Freunde, Nachbarn, Verwandte. Sein Herz klopfte stark.
„Endlich zu Hause“, dachte er sich.

Kaum war er ausgestiegen, wurde er von allen Seiten herzlich begrüsst. Er genoss es sehr. Es war einfach ein tolles Gefühl wieder daheim willkommengeheissen zu werden. Die Leute hatten sich wirklich ins Zeug gelegt. Es gab bergeweise Salate und der Grill lief auf Hochtouren und verbreitete einen himmlischen Duft.
Der Abend war wirklich lustig. Er sass neben seinem Bruder und erzählte gerade irgendwelche Geschichten über seine Zeit in Manchester. Es gab einige wirklich lustige Anekdoten und er liebte es, wenn er Leute unterhalten konnte. Er erzählte voller Enthusiasmus und wild gestikulierend über den Fussball dort, aber auch über sein Leben, dass er dort geführt hatte. Die Leute lachten, als er die Geschichte von seinem Willkommens-Kuchen erzählte.

Marta Noguer holte gerade die zweite grosse Schüssel Salat aus ihrem Kühlschrank. Sie hatte Montserrat natürlich bei den Vorbereitungen für das kleine Fest geholfen und da ein Kühlschrank für all die Sachen einfach zu wenig war, hatte sie bei sich auch noch einen Teil untergebracht.
Laura sass mit Nelo auf dem Sofa und schaute mit ihm irgendeine Fernsehsendung.
„Kommt doch auch rüber“, sagte sie, „es ist wirklich nett. Gerard würde sich bestimmt freuen, dich mal wieder zu sehen, Laura.“
„Es sind doch schon genug Leute da.“, sagte sie nur, „und wir gehen nachher sowieso noch aus.“
„Dann könnt ihr ja vorher noch schnell rüberkommen und mit uns anstossen.“, sagte sie.
„Nein“, kam es nur von ihrer Tochter.
„Laura, das ist unhöflich. Bevor ihr geht, erwarte ich wirklich, dass ihr noch schnell Hallo sagt“, sagte ihre Mutter dann mit einem strengen Unterton. Sie wusste ja, dass Gerard und Laura nie die besten Freunde waren, aber sie waren beide keine Kinder mehr und sie fand, dass sie sich auch so verhalten sollten.
„Aber...“, wollte Laura gerade ansetzen.
„Nein. Keine Widerrede. Einen kurzen Moment, wirst du es ja wohl aushalten. Ich will gar nichts mehr hören“, sagte sie und schüttelte den Kopf, nahm die Salatschüssel und ging wieder nach draussen.
„Na super“, Laura verdrehte die Augen.
„Ach komm. Wir gehen schnell rüber, trinken was und dann gehen wir. Die  Party fängt ja sowieso erst um 11 Uhr so richtig an. Wir verpassen ja nichts“, sagte er.
„Das sagst du ja nur, weil du scharf darauf bist, den tollen Gerard Piqué kennenzulernen“, sagte sie.
„Das stimmt gar nicht“, er küsste sie kurz und natürlich, er war gespannt auf ihn. Es war auch für ihn nicht alltäglich, solche Spieler kennenzulernen.

Gerard holte sich gerade noch ein Bier, als er sie kommen sah. Ihre langen blonden Haare fielen ihr über die Schultern und sie machte wirklich eine gute Figur in ihrem weissen Kleid. Er musterte sie kurz von Kopf bis Fuss und fragte sich, wie sie mit diesen Schuhen auf dem Rasen gehen wollte. Dieser Gedanke brachte ihn zum schmunzeln.
Sie hatte sich wirklich verändert. Früher hatte sie eine Brille getragen, hatte ihre Haare meistens zu zwei Zöpfen geflochten und Jeans getragen. Diese Laura hier, war das pure Gegenteil von der, die er vor einigen Jahren das letzte Mal gesehen hatte. Der junge Mann an ihrer Seite schien zu ihr zu passen. Er war genau so gut angezogen wie sie, seine Frisur sass perfekt und er sah aus, wie der typische Karrieremann eben auszusehen hatte.
Gerard’s Grinsen wurde grösser, als er sah wie Laura Noguer versuchte in ihren High Heels über den Rasen zu laufen. Er schaute ihr zu, wie sie sich neben ihren Vater setzte. Ihre Begleitung setzte sich vis à vis von ihm hin.
Gerad grinste, nahm noch zwei Flaschen Bier und ging dann zu ihnen rüber.
„Hallo Zusammen“, sagte er und setzte sein Grinsen auf.
Laura schaute zu ihm hoch und murmelte nur ein kurzes „Hallo“. Er sah immer noch etwa gleich aus, wie damals, als er gegangen war. Ausser, dass er viel erwachsener wirkte. Und sie hätte schwören können, dass er noch einige Zentimeter gewachsen war.
„Hallo“ sagte ihr Begleiter, stand auf und streckte ihm die Hand entgegen.
„Hi“, antwortete Gerard, stellte die Flaschen auf den Tisch und reichte ihm dann auch die Hand.
„Ich bin Manel“, sagte der junge Mann.
„Gerard“, sagte er und setzte sich dann neben Laura, „ich dachte, ich nehm euch gleich was mit.“
Er stellte Manel und auch Laura je eine Flasche vor die Nase und prostete ihnen zu.
„Danke“, Manel nahm, nachdem er sich wieder hingesetzt hatte, das Bier gerne an und prostete ihm zu.
„Danke“, kam es nur von Laura, sie nickte ihm kurz zu und trank dann einen winzigen Schluck.
„Wie geht’s dir so?“, grinste Gerard sie an.
„Gut, danke.“, sagte sie kühl und sah ihn nicht an.
„Danke, dass du fragst, mir geht’s auch gut“, er lachte und sie hatte sich, was ihre Abneigung gegen ihn anging, wirklich kein bisschen verändert.
„Schön“, sagte sie und nahm dann noch einen Schluck aus der Flasche.
„Und was machst du mittlerweile so?“, fragte er sie. Er fand es gerade amüsant, sie mit seiner blossen Anwesenheit in den Wahnsinn zu treiben.
„Ich...“, sagte sie und überlegte kurz, „arbeite mit Finanzen.“
„Immer noch auf der Bank?“, fragte er unbeirrt weiter.
„Nein“, antwortete sie.
„Wo dann?“, er bohrte weiter.
„... Barcelona“, nuschelte sie.
„Was?“, fragte er nach.
„Ihr seid quasi Arbeitskollegen. Sie arbeitete jetzt in der Verwaltung vom FC“, sagte dann Laura’s Vater Luis dann. Er war stolz darauf, dass er seiner Tochter diese Stelle vermitteln konnte. Als Investment Banker hatte er die nötigen Kontakte und an den richtigen Stellen ein gutes Wort für sie eingelegt. Ihre guten Zeugnisse und Qualifikationen hatten dann den Rest dazu beigetragen, dass es mit der Stelle geklappt hatte.
„Ah, ja?“, er grinste und legte ihr einen Arm um die Schultern, „dann sehen wir uns ja jetzt öfter.“
„Ja, das ist toll“, sagte sie ironisch.
„Ich seh schon, du freust dich ja richtig“, Gerard lachte.
„Ja, wahnsinnig. Ich kann mich kaum noch halten“, sie verdrehte die Augen.

„Sag mal, kennst du eigentlich schon die Geschichte von Laura und ihrem Fahrrad?“, fragte Gerard dann Manel.
„Fahrrad?“, fragte Nelo und runzelte die Stirn.
„Gery, ich schwörs dir!“, sagte Laura dann und funkelte ihn böse an.
„Was? Denn, ist doch nicht schlimm“, er grinste und er konnte es auch nach all den Jahren nicht lassen, sie zu nerven.
„Es ist auch nicht lustig“, sagte sie und nahm noch einen Schluck.
„Was denn? Jetzt habt ihr mich neugierig gemacht“, Manel grinste und schaute die beiden fragend an.
„Wehe“, sie funkelte Piqué nochmals an.
„Sie erzählt’s dir dann bestimmt“, Gerard zwinkerte kurz und stand dann auf, „so ich geh mal wieder rüber.“
Er setzte sich wieder zu Marc und Iván, die sich gerade über die neusten Fussballgames auf dem Markt unterhielten.

„Noch unfreundlicher, hättest du nicht sein können?“, fragte ihre Mutter dann vorwurfsvoll, als Gerard ausser hörweite war.
„Doch, hätte ich. Stell dir vor“, sie verdrehte die Augen.
„Ihr beide seid wirklich unverbesserlich, ehrlich“, ihre Mutter schüttelte resigniert den Kopf.
„Ja, er kann ja nie aufhören!“, sagte sie.
„Du bist genau so“, sagte ihre Mutter dann.
„Wollen wir gehen?“, fragte sie ihren Freund dann und hatte wirklich keine Lust mehr.
„Ach komm, ist doch nett hier und wir haben noch gar nicht ausgetrunken.“
Sie nahm die Flasche in die Hand und setzte an. Kurz darauf stellte sie die leere Flasche wieder auf den Tisch.
„Also ich schon“, sie schaute ihn an.
„Ach komm schon, Laura. Lass dich doch nicht ärgern.“
„Ja, das sagst du so“, sie drehte die Flasche etwas in ihren Händen.
„Ärger dich doch nicht so über ihn, das geniesst er nur“, Nelo lächelte sie an  und streichelte etwas ihre Hand.
„Hm, du hast schon recht. Er nervt mich einfach. Ich weiss auch nicht“, sie seufzte kurz.
„Also, bleiben wir noch?“, fragte er dann.
„Ja. Von mir aus. Ich hol mir dann noch was zu trinken“ sie stand auf und schaute, was es ausser Bier noch so hatte.

Gerard sass bei den beiden Jungs und trank gerade einen Schluck, als er sah, wie sie aufstand und sich etwas neues zu trinken holte.
„Sag mal“, sagte er dann zu Iván, „was ist das für einer?“ Er nickte in Richtung von Manel.
„Ach, den kennt sie von der Bank. Der ist ganz in Ordnung, aber einwenig langweilig“, antwortete er schulterzuckend, hatte sich aber noch nie gross Gedanken über den Freund seiner Schwester gemacht.
„Ja so sieht er auch aus.“, sagte Gery dann.
„Als ob deine Schwester weniger langweilig wäre“, lachte Marc dann.
„Ja“, Iván lachte auch, „das stimmt. Sie ist schon ganz schön spiessig und langweilig.“
Gerard grinste etwas und erinnerte sich noch gut daran, dass Laura früher, als sie noch kleiner waren, eher burschikos gewesen war. Sie spielte gerne mit den Jungs Fussball, während andere Mädchen ihre Puppen kämmten. Sie hatte sich sogar einmal mit ihm geprügelt, nachdem er ihr, aus Versehen natürlich, einen Kaugummi in ihre Haare gespuckt hatte. Er hatte eine ganze Woche Hausarrest und ein Blaues Auge dafür bekommen. Doch irgendwann, hatte sich das dann geändert. Irgendwann hatte sie sich den anderen Mädchen angepasst und jetzt, wenn er sie so anschaute, konnte er nicht im Geringsten behaupten, dass sie noch etwas burschikoses an sich hatte. Ganz im Gegenteil. Er musste sich eingestehen, dass sie eigentlich ziemlich heiss war.

Er trank den Rest von seiner Bierflasche aus und stand auf. Laura versuchte gerade den Drehverschluss von einer Flasche zu öffnen, als er sich neben sie stellte bei den Getränken.
„Brauchst du Hilfe?“, er grinste sie an.
„Nein, geht schon“, sagte sie und versuchte krampfhaft den Deckel von der Flasche zu kriegen.
„Wie du meinst“, sagte er, nahm sich ein Bier und öffnete den Drehverschluss seiner Flasche ruckzuck.
Er hörte sie seufzen.
„Kannst du mir vielleicht die Flasche aufmachen?“, fragte sie ihn dann und hielt sie ihm hin.
„Zauberwort?“, fragte er dann und grinste sie frech an.
„Bitte?“, sagte sie und verdrehte die Augen.
„Wie wär’s mit: Lieber Gerard, könntest du mir bitte bitte diese Flasche aufmachen. Ich bin viel zu schwach und du bist so stark“, sagte er ihr vor.
Laura kniff etwas die Augen zusammen.
„Klar“, sie schüttelte den Kopf.
„Gut, dann musst du wohl verdursten“, er zuckte mit den Schultern.
„Nein, muss ich nicht“, sie grinste ihn kurz an, stellte die Flasche dann hin und bevor er was sagen konnte, hatte sie die Flasche, die er zuvor für sich geöffnet hatte schon in der Hand, „danke Gery.“
„Gern geschehen, Gripau“, er grinste sie an.
Ihr Blick verfinsterte sich noch mehr.
„Nenn mich nicht Gripau“, sie hasste es. Er war seit Jahren der erste, der sie wieder so nannte.
„Nicht mal um der guten alten Zeiten Willen?“, fragte er dann.
„Diese Zeiten waren nicht gut“, sie rollte mit den Augen und erinnerte sich noch gut an den „Kröten-Tag“.
„Ich fand schon“, er grinste.
„Ja, das glaub ich dir“, sie schüttelte den Kopf. Und nur schon wenn sie daran dachte, schauderte sie es wieder. Sie waren ungefähr 11 gewesen und auf Klassenfahrt. Gerard fand es wahnsinnig witzig, ihr eine Kröte ins Bett zu legen. Blöderweise, hatte Laura davon nichts bemerkt und sich abends mit vollem Gewicht auf die Kröte gelegt. Es war eine riesen Sauerei und Laura hatte sich danach bestimmt 1 Stunde den Rücken geschrubbt. Da es alle ausser sie wahnsinnig lustig gefunden hatten, hatten sie sie von da an immer Kröte gerufen.
„Du lachst wohl nie oder?“, er fand es schade, dass sie so ernst und erwachsen war. Es passte gar nicht zu ihr.
„Doch natürlich, aber nur, wenn etwas lustig ist“, sagte sie.
„Und Kröteninnerein auf dem Rücken ist nicht lustig?“, er lachte kurz.
„Nein“, grummelte sie, wollte dann wieder zu ihrem Platz gehen und versank mit einem ihrer Absätze im weichen Rasen, „verdammt.“ Sie zog den Schuh wieder aus dem Boden und mit ihm einen Klumpen Erde am Absatz. Sie schaute Gerard nur kurz an, der sich ein Lachen verkniff.
„Halt bloss die Klappe“, sie verdrehte die Augen und setzte sich dann wieder an ihren Platz.

Er lachte und setzte sich zu seinen Freunden.
„Wer ist dass denn?“, fragten sie ihn und nickten in Laura’s Richtung.
„Das ist nur meine Nachbarin“, sagte er.
„Die ist heiss“, merkte Pedro dann mit einem gewissen Schmunzeln an.
„Ach, es geht“, log Gerard.
„Bist du blind? Natürlich ist die heiss!“, sagte dann Sergi.
„Die Frauen auf der Insel haben dir wohl das Gehirn verdreht, wenn du die nicht scharf findest“, lachten die Jungs um ihn herum.
„Sie sieht schon nicht schlecht aus, aber... ich kenn sie schon ewig“, sagte er.
„Und du hattest nie was mit der?“, fragten sie.
„Nein, warum sollte ich?“, er schüttelte den Kopf.
„Dann hat sie dich also abblitzen lassen?“, Sergi lachte.
„Nein, ich wollte nie was von der! Ernsthaft“, versuchte er sich zu verteidigen.
„Du kannst uns schon sagen, wenn du nicht bei ihr landen konntest, Gery“, sie zogen ihn auf.
„Ach was, wenn ich wollte... hätte ich die schon immer haben können. Früher war sie immer total in mich verliebt“, prahlte er und wollte natürlich gut vor seinen Jungs dastehen.
„Ja bestimmt...“, Sergi lachte.
„Wenn ich wollte, könnte ich sie gleich um den Finger wickeln“, sagte er.
„Ja, genau“, lachten seine Freunde.
„Tu ich nur nicht, weil sie schon einen Kerl hat“, er nickte in Manel’s Richtung.

Laura versuchte Manel immer noch davon zu überzeugen, die Party mit ihr endlich zu verlassen, doch er fand es gerade äusserst interessant. Er war gerade mit ihrem und Gerards Vater am diskutieren und fand das gerade viel besser, als mit ihr Feiern zu gehen.
Sie schaute sich etwas um und langweilte sich. So sehr sie ihre Arbeit auch mochte, sie hatte keine Lust, sich auch noch am Wochenende damit zu befassen.
„Oder was meinst du?“, fragte Manel sie dann plötzlich.
„Was?“, fragte sie und war in Gedanken gerade ganz woanders gewesen.
Manel lachte.
„Macht nichts“, sagte er quasi nach dem Motto: „Schon ok, wenn du uns nicht folgen kannst.“
„Ich hab nicht zugehört“, sagte sie dann.
„Solltest du aber, wenn du deine Karriere auch voran bringen willst“, er zwinkerte ihr zu und küsste sie dann kurz.
„Ja ich weiss“, sagte sie und lächelte kurz und widmete sich dann wieder dem Gespräch. Trotzdem fand sie es schrecklich langweilig.
„Ich muss mal auf die Toilette“, sagte sie dann irgendwann und konnte sich so endlich von dem Gespräch lossagen. Als sie aufstand versank ihr Absatz wieder im Rasen. Diesmal fackelte sie nicht lange, zog die Schuhe aus und ging Barfuss zum Haus.
Sie war schon öfter bei Piqué’s zu Hause gewesen und wusste daher, wo die Toiletten waren. Sie wollte gerade die Türklinke herunterdrücken, als dies von der anderen Seite der Tür her schon jemand tat, die Tür ziemlich schwungvoll aufmachte und dann plötzlich wie ein Turm vor ihr stand.
Sie erschraken beide.
„Oh Gott“, sagte sie und schaute ihn erschrocken an.
„Sorry“, sagte er und sein Herz schlug auch etwas schneller, er hatte nicht damit gerechnet, dass jemand vor der Tür stand.
„Ja, nein. War ja meine Schuld. Entschuldige“, sagte sie und musste dann kurz etwas lachen.
„Oh man, du kannst einen echt ganz schön erschrecken“, er musste auch lachen.
„Ja, danke gleichfalls“, sie grinste kurz zu ihm hoch.
Gerard schaute sie an und ihr Lächeln warf ihn beinahe aus den Schuhen. Sie war wirklich hübsch, wenn sie lächelte.
„Ich geh dann mal aufs Klo“, sagte sie und zwängte sich an ihm vorbei in die Toilette.
„Ja, klar. Sorry“, sagte er und ging dann natürlich auf die Seite.

Gerard ging nach draussen und holte sich noch etwas zu trinken. „Verdammt, stell dich nicht so an. Das ist Laura...“, sagte er in Gedanken zu sich selber und hatte gerade Mühe, ihr Lächeln wieder aus seinem Kopf zu bekommen.
Sie kam wenig später auch wieder aus dem Haus und erst jetzt sah er, dass sie mittlerweile barfuss war. Sie ging über den Rasen und setzte sich wieder neben ihren Freund. Dieser deutete auf ihre Füsse und sie diskutierten kurz, bevor sie sich dann ihre Schuhe wieder anzog.
Gerard nahm sein Getränk und setzte sich dann neben seinen Vater, der auch immer noch lebhaft in die Diskussion mit Manel und Laura’s Vater Luis vertieft war.
Er hörte eine Weile zu und verstand nur Bahnhof. Er schaute Laura an. Sie hörte dem Gespräch zu, doch jedes Mal wenn sie versuchte etwas zu sagen, unterbrach sie Manel und meinte, dass sie, um das zu beurteilen doch noch viel zu wenig Erfahrung hätte.
„Trotzdem ist es so, dass der Markt momentan nicht stabil ist. Du kannst doch nicht einfach sagen, dass es keinen Einfluss auf die Termingeschäfte hat“, sagte Laura dann, nachdem Manel gerade eine ewig lange Ausführung zu irgendeinem Thema von dem Gerard keine Ahnung hatte, beendete.
„Ach was, woher willst du das wissen?“, fragte er sie dann ziemlich pampig und mochte es wohl nicht, wenn er nicht im Recht war.
„Weil es eben so ist. Du musst nur den Trend verfolgen“, sagte sie dann.
„Ach Laura, du lernst das schon auch noch“, sagte er dann und lächelte sie kurz an.
„Bitte, dann eben nicht“, sagte sie leise und stand dann vom Tisch auf und ging rüber, um sich etwas neues zu trinken zu holen.
Gerard nutzte seine Chance und folgte ihr.
„War ja gerade ein höchst interessantes Gespräch“, er grinste sie an.
„Ja“, sagte sie leise und wirkte irgendwie etwas geknickt. Sie wusste, dass sie Recht hatte und sie hasste es, dass Manel sie manchmal so blöd hinstellte. Sie wusste ja schon, dass er mehr Erfahrung hatte als sie, aber trotzdem, in diesem Punkt war sie sich sicher.
„Ich fand übrigens, das was du gesagt hast, klang ziemlich logisch“, sagte er und hatte zwar keine Ahnung, was sie gesagt hatte, aber er wollte sie aufheitern.
„Ah ja. Als wüsstest du, wovon wir geredet haben“, pampte sie ihn an.
„Erklär’s mir“, er grinste sie an.
„Vergiss es. Dafür bist du zu doof“, sagte sie, schenkte sich etwas Vodka in einen Becher ein und mischte ihn mit Orangensaft.
Er schüttelte den Kopf.
„Wir sind wirklich nett heute“, sagte er dann zu ihr.
„Ja und?“, fragte sie ihn dann genervt und trank erstmal einen grossen Schluck.
„Ach vergiss es“, sagte er dann und winkte ab. Hatte sie ihm ernsthaft vor wenigen Minuten noch gefallen? Er musste verrückt sein, „setz dich doch besser wieder zu deinem Freund und verhalte dich wie ein naives Blondchen.“
„Ich kann wenigstens noch was anderes, als bloss einem Ball hinterher rennen“, sagte sie dann.
„Ich hatte echt für einen Moment vergessen, warum ich dich früher schon voll bescheuert gefunden hatte“, er rollte mit den Augen.
„Wenigstens hab ich nie vergessen, wie bescheuert du bist.“
„Schön, dass du also all die Jahre immer an mich gedacht hast. Du warst leider so bedeutungslos für mich, dass ich nicht eine Sekunde damit verschwendet habe, mir über dich Gedanken zu machen.“
„Bild dir jetzt bloss nicht ein, dass ich auch nur einmal an dich gedacht habe“, sie rollte mit den Augen.
„Stimmt, du hast bestimmt nur von Cesc geträumt“, foppte er sie.
„Hast du das etwa immer noch nicht verkraftet, dass du jetzt wieder damit anfängst?“, sie lachte kurz.
„Was verkraftet? Dass er dich nicht wollte?“, er schnaubte kurz.
„Ach red doch keinen Blödsinn, als hätte ich deinen Freund jemals toll gefunden“, sie rollte mit den Augen.
„Ja, jetzt lüg doch nicht so blöd rum, natürlich hast du!“
„ICH lüge?! Ja klar… Ach komm Gery, jetzt ist aber gut ja?“, sie schüttelte den Kopf.
„Geh doch einfach, wieso bist du überhaupt hier?“
„Als wäre ich freiwillig zu deiner Party gekommen.“
„Dann geh doch endlich nach Hause. Du regst mich sowieso schon den ganzen Abend auf.“
„Ja, bitte. Dann geh ich eben“, sie stellte ihren Becher auf den Tisch.
„Ja, worauf wartest du denn  noch?“, fragte er sie.
„Ja, bitte. Viel Spass noch auf deiner tollen Party“, sie verwarf etwas die Hände und ging dann zurück zu ihrem Tisch.
„Gehen wir jetzt?“, fragte sie Manel dann genervt.
„Gleich, ja?“, sagte er und wirkte etwas genervt, da sie ihre Diskussion unterbrochen hatte.
„Ach vergiss es doch, Manel, ehrlich“, sie nahm ihre Handtasche und ging nach  Hause.

_________

Sooo… ich bin wieder hier… Ja, zurück mit meiner Piqué Geschichte…  Hmm…
Es ist komisch sie zu schreiben. Ich bin noch nicht glücklich damit…  Mal sehen ob ein zweites Kapitel folgt. Ich weiss auch nicht… Ich bin gerade einfach nicht glücklich damit... Hmm..