Basilisk - Kouga Ninpo Chou Fanfiction

von Hinoko
GeschichteAllgemein / P18
09.10.2010
05.07.2011
11
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Anmerkung der Autorin: Diese FF enthält zwei neue Charaktere:
Hinoko (22 Jahre alt) (Iga Clan)
Und Kuraiko (17 Jahre alt) (Kouga Clan)
Auch gibt es so ein paar minimale Abänderungen, aber mehr verrat ich noch nicht. Viel Spaß beim lesen ^.~


Basilisk - Kouga Ninpou Chou







Kapitel 1: Der Anfang vom Ende

Das Jahr 19 der Keichou Zeit (1614).
Kirschblüten flogen durch den weiten blauen Himmel, der über der Burg Sunpu, dem Sitz des Shoguns Tokugawa Ieyasu, erstrahlte. Eine Falke schwebte kreischend am Himmel. Es war April. Auf dem Innenhof hatten sich mehrere Personen versammelt, die nebeneinander auf dem Boden saßen. Darunter der Shogun persönlich, so wie Hattori Hanzo, das Oberhaupt der Tokugawa Ninja, der Schwertmeister der Familie Tokugawa, Yagyu Munenori, sowie eine alte Frau in einem helloberginefarbenen Kimono, die ihre weißen Haare zu einem Dutt mit einem gelben Stofftuch zusammengebunden hatte und ein alter Mann mit weißen Ziegenbart, der über seinem grünen Kimono einen kurzen, blauen Haori trug.
Der Name der alten Frau war Iga no Ogen. Das Clanoberhaupt des Iga Tsubagakure Clans. Der Name des Mannes lautete Kouga Danjou, das Clanoberhaupt des Kouga Clans.
Vor den fünf Personen, in der Mitte des Hofes, standen sich ein junger Mann mit langen schwarzen Haaren, die mit einem roten Band zu einem Pferdeschwanz gebunden waren, Yashamaru vom Iga Clan, und ein älterer Mann mit einem Spinnenartigen Körperbau, Kazamachi Shougen vom Kouga Clan,  gegenüber.
Eine elektrisierende Spannung lag in der Luft, als Yashamaru vom Iga Clan grinsend seine Arme hob und wie durch Zauberei tausende haarfeine Drähte aus den langen Ärmeln seines Kosode schossen und Furchen in den Boden schlugen und ganze Felsen wie Papier zerschnitten. Die schwarzen Drähte rasten auf Shougen zu, versuchte, auszuweichen, dabei aber plötzlich mit dem Rücken vor einem großen Felsen stand. Die Drähte schlangen sich um den Felsen herum, fesselten den Spinnenmann daran und gruben sich nicht nur in das harte Gestein sondern auch langsam in Shougens Haut, als Yashamaru die Drähte fester spannte, damit sein Gegenüber nicht entkommen konnte.
Yashamaru grinste gehässig und leckte kurz über einen, der um seine Finger gewickelten Drähte.
“Keine Sorge. Es wird nicht lange wehtun…”, sagte er in einem arroganten, siegessicheren Tonfall. Den Blick immer noch abschätzig auf Kazamachi Shougen gerichtet.
Er berührte mit einer Fingerspitze einen der vorderen Drähte. Die winzige Vibration reichte aus, um den Felsen, an den Shougen gefesselt war völlig zu zerstören.
Ein kurzer Schrei war von Shougen zu hören, der sich jedoch noch schnell in Sicherheit bringen konnte, bevor einer, der umherfliegenden Felsbrocken ihn traf.
“Iga no Ogen!”, rief Yagyu Munenori erschrocken. “Was war das für eine Methode!? Was ist das für eine Waffe!?”
Ogen gab ein kehliges Lachen von sich. “Das schwarze Haar junger Frauen mit einer geheimen Mixtur aus Tierölen.”, antwortete sie. “Die ultimative Waffe von Yashamaru aus Iga. Das schwarze Lasso!”
Sie grinste ihr zahnloses Grinsen: “Aber es nutzt überhaupt nichts, wenn man den Gegner nicht tötet…”

Yashamaru grinste überheblich: “Es steht schlecht für dich, alter Mann aus Kouga!”
Nun meldete sich auch Kouga Danjou zu Wort. Mehr zu sich selbst, sagte er: “Es ist noch zu früh, um sich so siegessicher zu fühlen, Junge…”
Nachdem der Rauch, der sich durch den explodierten Fels gebildet hatte, sich langsam wieder lichtete, erkannte man Shougen wieder, der nun, auf allen vieren auf dem Boden stand und mehr denn je wie eine Spinne wirkte.
Die Zuschauer blickten gespannt auf, als Shougen seine lange Zunge ausfuhr und plötzlich eine Schleimartige Substanz direkt in Yashamarus Richtung spuckte.
Der Schleim verhedderte sich in Yashamarus Haaren und verklebte seine Arme, sodass der junge hübsche Mann diese nicht mehr bewegen konnte.
Nun hatte der Spinnenartige Kouga gut Lachen.
“Was war das gerade, Kouga Danjou?”, fragte Munenori das alte Clanoberhaupt von Kouga.
“Das war Schleim.”, erwiderte der alte Mann und Ogen lachte wieder.
“Er will gegen Yashamarus schwarzes Lasso mit Schleim kämpfen?”
Die alte Frau sah zu Kouga Danjou rüber, am anderen Ende saß.
Danjou lachte höhnisch auf. “Unterschätze ihn nicht, Ogen” Der Schleim von Kazamachi Shougen ist wie Leim, aber hundert mal klebriger!”

In der Zwischenzeit versuchte Yashamaru verzweifelt seine Arme von seinem Kopf wegzubekommen, die immer noch zusammen mit seinen schönen langen Haaren verklebt waren. Shougen nutzte die Gelegenheit um sich hinter Yashamaru zu schleichen und ihn mit einem beherzten Griff zwischen dessen Beine zu beweißen, wie hilflos er ihm nun ausgeliefert war.
“Jetzt steht es schlecht um dich, Kleiner”, rächte sich Shougen fies lachend.
“Du beherrscht also nicht mal Ayatori, hm?”
“Mistkerl!”, antwortete Yashamaru und ließ einige Drähte aus Richtung seiner Beine los um Shougen anzugreifen.
Shougen sprang zur Seite, um nicht getroffen werden und Yashamaru befreite seine Arme mithilfe der Drähte von seinem Kopf. Auch wenn der Preis seine schönen langen Haare waren, die nun, da er das meiste hatte abschneiden müssten, kurz und verstrubbelt waren.
“Stirb! Du Mistkerl aus Kouga!”, rief Yashamaru, der nun wirklich sauer war, in Shougens Richtung.
Shougen lachte nur: “Meine Rede, Jungspund aus Iga!”
Die zwei Ninja rannten los und erklommen auf ihre Weise das Dach der Burg.
Danjou war einen kurzen Blick zu Ogen rüber.
Dann griff Shougen wieder mit seiner Schleimattacke an.
Auch Yashamaru griff mit seiner “Haartechnik” an und die zwei Ninja lieferten sich einen regen Schlagabtausch mithilfe ihrer Ninjutsu.

Hattori Hanzo beobachtete derweil Ogen und Kouga Danjou.
Das Oberhaupt von Kouga Manji Dani, Kouga Danjou… und das Oberhaupt von Iga Tsubagakure, Iga no Ogen… Was für zwielichtige Gestalten! Jetzt verstehe ich, warum Hanzo I. diese Leute in die Finsternis verbannt und ihnen einen Friedensvertrag auferlegt hat. Aber eine Sache ist mir nicht klar…
Er blickte kurz zum Shogun, der dem Ninja Duell gespannt zusah.
Wieso wollte Ieyasu-sama diese Leute sehen?

Tokugawa Ieyasu erinnerte sich an den Tag, an dem Nankoubou Tenkai, der politische Berater ihm den Vorschlag machte, den dritten Shogun mithilfe von Ninja auszusuchen. Es gab Streit um den Nachfolger des zweiten Shoguns Hidetada. Dieser hatte zwei Söhne, Kunichiyo und Takechiyo. Die Enkel des Altshoguns Ieyasu. Der Streit ging darum, wer von den beiden nun Hidetadas Nachfolger werden sollte. Das ganze war eine ernste Angelegenheit, denn die beiden rivalisierenden Parteien versuchten sich gegeneinander auszuspielen und sogar führende Staatsbeamte waren in die Angelegenheit verwickelt. Wenn nicht bald etwas passieren würde, würde das den Anfang vom Ende für die Familie Tokugawa bedeuten.
Es war zu spät, dieses Problem noch mit Vernunft zu lösen. Man konnte es nur noch mit dem Schwert lösen. Aber warum die wichtigen Samurai der Familie Tokugawa opfern, wenn es doch noch die Ninja gab, die zu diesen Zeiten sowieso kaum einer mehr brauchte.
Es wäre kein großer Verlust, wenn diese sich gegenseitig abschlachten würden…

Der Kampf zwischen Yashamaru und Kazamachi Shougen neigte sich dem Ende zu und gerade als beide im Inbegriff waren, sich zu töten, gab Ieyasu den Befehl, dass es nun genügte und ließ Ogen und Kouga Danjou ihre zwei Ninja zurückrufen.
Etwas später standen Ogen und Kouga Danjou vor dem Shogun, Hattori Hanzo und Yagyu Munenori. Letzterer ergriff das Wort.
“Kouga Manji Dani Clan und Iga Tsubagakure Clan. Wie ist es möglich, dass sich solche Menschen in meiner Umgebung versteckt halten?! Ich war darüber nicht informiert!”
Ogen, Danjou, Yashamaru und Shougen verbeugten sich auf Knien vor der höher gestellten Person.
“Hanzo der I. hatte mir von speziellen Ninja-Techniken erzählt… aber diese Kampftechniken sind mehr, als außergewöhnlich.”, sagte Hattori Hanzo.
“Eine wirklich bemerkenswerte Demonstration, Kouga Danjou, Iga no Ogen…”, mischte sich Ieyasu nun ein. “Beide Seiten waren wirklich exzellent!”
Die beiden Clanoberhäupte bedankten sich und verneigten sich noch tiefer.
“Übrigens…”, der Shogun ging einen Schritt auf sie zu: “Würdet Ihr gegeneinander auf Leben und Tod kämpfen, um den Nachfolger der Tokugawa zu bestimmen?”
Ogen, Danjou, Shougen und Yashamaru blickten den Shogun scharf an.
“Übrigens… darf ich etwas anmerken?”, kam es von Kouga Danjou schließlich.
“Sprich.”, sagte der Shogun nur.
“Wir sind seit 400 Jahren verfeindet. Das war nicht immer zur Ehre der Familie Tokugawa…”
“Wenn das Friedensabkommen mit Hattori Hanzo I. aufgelöst wird… Dann Jederzeit!”, mischte sich nun auch Ogen ein.
“Wie Ihr wollt…”, kam es von Hattori Hanzo.
“Wohl gesprochen, Hanzo”, sagte der Shogun, holte zwei Schriftrollen aus seinem Haori hervor und übergab sie den beiden Clanoberhäuptern.
“Schreibt auf diese beiden Schriftrollen jeweils die Namen von zehn eurer stärksten Ninja… Der Clan von Kouga wird für Kunichiyo kämpfen. Der Clan der Iga steht auf der Seite Takechiyos. Der Ausgang dieses Duells bestimmt den dritten Shogun. Der Kampf geht auf Leben und Tod. Sieger ist die überlebende Partei! Diesem Clan gewähre ich eine tausendjährige Blütezeit!”

Ogen und Kouga Danjou schrieben jeweils zehn Namen ihrer stärksten Ninja auf den Schriftrollen nieder und übergaben sie des Abends, als die rotglühende Sonne vom scheinbar vom Fluss Abe verschluckt wurde, Yashamaru und Shougen.
Beide liefen los, um ihren Clangefährten mitzuteilen, was geschehen war. Dass beide nie in ihren Dörfern ankommen würden war zu jenem Zeitpunkt noch keinem der beiden klar…

Danjou und Ogen standen nun allein am Fluss Abe. Danjou drehte sich zu Ogen.
“Das ganze hat eine seltsame Wendung genommen, nicht wahr, Ogen?”, sagte er nach einer Weile.
“Allerdings…”, antwortete Ogen, die Hände hinter dem Rücken ineinander gelegt. “Wir waren gerade dabei uns zu versöhnen, aufgrund der Liebesbeziehung unserer Enkelkinder…”
“Vielleicht sind sie gerade zusammen…”
Ogen schüttelte leicht traurig den Kopf. “Die Sterne sind ihnen nicht wohl gesonnen…”
“Nein”, erwiderte Kouga Danjou. “Ihre Liebe steht unter keinem guten Stern.“
Beide blickten  gen Sonnenuntergang.
“Das ist Schicksal…”
“Der furchtbare Wille der Götter….”

Die beiden Alten entsinnen sich an die Zeit zurück, in der sie noch jung waren. Ogen und Kouga Danjou waren in einander verliebt gewesen. Doch an dem Tag an dem es eigentlich zur Versöhnung der beiden Clans hatte kommen sollen, wurde Iga Tsubagakure von Nobunagas Truppen angegriffen.
Die beiden Verliebten konnten mit ein paar Iga-Männern fliehen, doch dann gab es einen Angriff aus dem Hinterhalt. Kasumi Renbu war aufgetaucht um zu erklären, dass der Älteste befohlen hatte, die Gelegenheit zu nutzen, um die Iga zu vernichten. Danjou hatte damals versucht, diesen Befehl für ungültig zu erklären, doch nichts hatte genutzt. Ogen fühlte sich von ihm betrogen und verraten und seit jenem Tag war der Hass zwischen Iga und Kouga noch größer geworden…

Danjou blickte wieder zu Ogen und strich sich über seinen weißen Bart.
“Übrigens… Du kennst gar nicht die Namen der Zehn Ninja aus Kouga.”
Ogen lachte auch: “Genauso wenig, wie du die zehn Namen der Ninja aus Iga kennst!”
Danjou sah sie scharf an, während Ogen immer noch gen Horizont blickte.
Er grinste kurz. “Zehn Ninja?”
Er spuckte eine giftige Nadel direkt in Ogens Hals. “Jetzt sind es nur noch neun.”
Ogen keuchte auf und war kurz erstarrt.
“Du warst wohl etwas zu unvorsichtig.”, sagte Danjou weiter und nahm eine neue Nadel in den Mund. “Dieser Yashamaru ist noch ein richtiger Grünschnabel”
Er holte die Schriftrolle, die er Yashamaru entwendet hatte, als dieser an ihm vorbeigelaufen war, biss sich in den Zeigefinger und strich Ogens Namen mit seinem Blut durch.
Ogen torkelte unter Schmerzen auf Danjou zu.
“Auf Wiedersehen, Ogen…”, murmelte Danjou nur und spuckte die zweite Nadel in Richtung Ogen. Diese traf sie nun direkt im Mund. Ogen fiel hinten Über und alles sah danach aus, als wäre sie nun tot.
Die Nacht brach langsam herein und Ogens Falke zog seine Kreise über dem grausigen Schauspiel.
“Das ist das Schicksal jener, die als Ninja geboren werden.”, sagte Danjou, als er Ogens Augen schloss.
Auf einmal griff Ogens Falke Danjou an. In diesem Moment schlug die totgeglaubter Ogen noch mal ihre Augen auf, zog die Nadel aus ihrem Mund und stach sie Danjou hinterrücks ins Herz. Danjou kippte nach hinten um, noch einmal Ogens Namen sagend und landete mit dem Oberkörper im seichten Wasser des Flusses. Ogen beugte sich mit letzter Kraft über ihn und nahm etwas von seinem Blut um seinen Namen von der Schriftrolle zu streichen. Sie lachte noch einmal kurz. Dann füllten sich ihre Augen mit Tränen und sie sackte endgültig tot auf Danjous Oberkörper zusammen. So trieben die ehemaligen Liebenden im Fluss Abe dahin. Im Tode wieder vereint und mit dem Wissen, dass ihren Enkeln und ihren Clans ein schweres Schicksal bevorstand…

An der Landesgrenze zwischen Kouga und Iga saß Kouga Gennousuke, der Enkel von Kouga Danjou, nichts ahnend auf einer Baumwurzel und las in einer Schriftrolle.
Mit schnellen Schritten kam eine junge Frau ihm entgegen, die sich mit einem violetten Tuch eingehüllt hatte. Iga no Oboro, Ogens Enkelin. Sie atmete schwer vom rennen und blickte zu Boden. “Verzeiht, ich habe mich verspätet.”, sagte sie.
Gennousuke lächelte leicht. “Oboro-dono…”
Oboro hob ihr Gesicht und sah ihn mit geröteten Wangen an: “Gennousuke-sama…”
Beide ahnten zu jenem Zeitpunkt noch nicht, was sie erwarten würde.
Noch war es für die beiden jungen Enkel der Clanoberhäupter eine Nacht wie jede andere auch. Noch…

Vorschau:


Der Anfang vom Ende hat begonnen.
Noch ahnt keiner, was noch passieren wird. Oboro und Gennousuke freuen sich auf ihre geplante Hochzeit,
Doch die Schatten des Krieges ziehen bereits ihre Kreise wie hungrige Wölfe.
Des einen Freud wird des anderen Leid. Bald, schon bald wird die Auflösung des Friedensvertrags seine Opfer einfordern… Wie soll diese junge Liebe Bestand halten?
Das nächste Mal bei Basilisk:
Ruhe vor dem Sturm
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