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Banshee IX - Life on MRC

GeschichteMystery, Horror / P16 Slash
Cyclops / Scott Summers Jubilee / Jubilation Lee Phoenix / (Doktor) Jean Elaine Grey Professor X / (Professor) Charles Francis Xavier Siryn / Theresa Maeve Rourke Cassidy Wolverine
09.10.2010
16.06.2011
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09.10.2010 2.973
 
„Pfui… hier stinkt es!“ angewidert verzog Wolfsbane das Gesicht. „Das riecht schlimmer wie das Tote Kaninchen, was wir im Sommer am See gefunden haben!“
  „Igitt!“ antwortete Terry, die sich auch noch gut an das verendete Tier erinnern konnte. „Aber ich rieche nichts.“
  Wolfsbane nahm wieder ihre Menschengestallt an. Nun, wo ihre Sinne nicht mehr so geschärft waren, musste sie keine Angst haben, dass sie sich übergeben musste.
  „Wir müssten auch ganz in der Nähe sein! Bleibt etwas hinter mir und haltet mir den Rücken frei!“ sagte Sean und eilte voraus.
  „Hast du noch was anderes gerochen?“ fragte Terry ihre Ziehschwester.
  Rahne nickte: „Ja, es waren mehre Gerüche. Aber ich kann sie nicht genau einordnen. Es roch irgendwie sauer, wie verdorbene Milch.“
  Nun war es an Terry angewidert das Gesicht zu verziehen. „Mach nur so weiter, dann brauch ich heute kein Abendessen mehr!“


  Schon als Sean die Mädchen sah, hatte er ein ungutes Gefühl gehabt, das nun immer schlimmer wurde. Er hätte sie wieder ins Haus schicken können, doch nachdem was Rahne sagte, wollte er sie nicht allein lassen; sie nun etwas auf Abstand zu halten war das beste, was er zur Zeit machen konnte um sie nicht einem unnötigen Risiko auszusetzen.
Er warf noch mal einen Blick über die Schulter um sicher zu gehen, dass er sie nicht aus den Augen verlor.
Und dann, als Sean den Blick wieder nach vorne richtete, da sah er einen Blonden Haarschopf. Sofort dachte er an Irene, und ging schneller. Doch dann blieb er stehen und musste zwei mal hinsehen um zu realisieren, was er da sah.
Sandra Kalewood und John Sinclair lagen in inniger Umarmung am Waldboden.
„Hier stimmt doch etwas ganz und gar nicht!“ sagte Sean sich selbst und beugte sich zu ihnen. Er löste sie aus ihrer Umarmung, drehte beide auf den Rücken und stellte sicher, dass sie nicht verletzt waren; Sandra schien es gut zu gehen, aber John hatte eine kleine Wunde oberhalb des Haareinsatzes.
„Was ist hier passiert? Wenn Irene geschrieen hätte, dann hätte ich es sicher gehört. Oder hatte dieses Licht etwas damit zu tun?“
Sollte er Syren und Wolfsbane herrufen oder nicht? Doch diese Frage beantwortet sich von allein.
  „Dad, was ist mit ihnen?“ Terry kam in schnellen Schritten auf ihn zu. Sie hockte sich neben John und verzog das Gesicht. „Saure Milch.“
  Sean sah seine Tochter fragend an, aber dann nahm er den üblen Geruch auch wahr. Es roch so, als wenn sich jemand neben einem Verwesenden Tier übergeben hätte. Diese Duftnote würde auch erklären, warum Wolfsbane weiter auf Abstand blieb.
  „Wo ist Schwester Irene?“
  „Das wüsste ich auch gerne!“ Sean rief nach Wolfsbane und sagte den Mädchen, dass sie bei Sandra und John bleiben sollte; selber würde er nach Irene suchen.
Sean folgte dem Verwesungsgeruch und sehr schnell merkte er, dass er den richtigen Weg eingeschlagen hatte.
  Irene lag zusammengekauert am Boden, Laub und Erde in den Haaren und an der Kleidung tarnten sie, doch ihr roter Pullover war zwischen den Bäumen noch sehr gut zu erkennen.
  Sean trat über einen vermoderten Baum und trat näher an Irene. Er konnte zwar nicht in die Zukunft sehen wie sie, aber er war sich sicher, dass Vlad in der Nähe war; doch er konnte ihn nicht sehen.
„Irene, kannst du mich hören?“ Sean beugte sich zu ihr runter und drehte auch sie auf den Rücken, wobei sie ein Geräusch von sich gab, das Sean nicht einordnen konnte – War das ein Schmerzenslaut oder hatte sie tatsächlich geschnarcht?
Natürlich hoffte er auf letzteres, wobei ersteres ihm logischer erschien.
„Irene?“ sprach Sean sie erneut an und tätschelte ihr dabei unsanft die Wange.
  Erneut gab sie einen undefinierbaren Ton von sich und ihre Augenlieder begannen zu flattern.
  „Irene, kannst du mich hören?“ Sean sprach etwas lauter, doch Irene schien nicht richtig wach zu werden.
„Hey, Valkyrie!“ versucht Sean es und noch bevor er reagieren konnte, traf ihn ein so harter Schlag am Kinn, dass er zu Boden ging.


  Im ersten Moment dachte Sean, dass Vlad ihn angegriffen hätte, doch er wurde schnell eines besseren belehrt.
  „Nenne mich nie wieder so!“ ermahnte Irene ihn im strengen Tonfall. Sie lag noch am Boden, den linken Arm erhoben und die Hand zur Faust geballt.
  Sean hielt sich die getroffene Stelle und rappelte sich wieder auf. Er wollte antworten, aber sein Kiefer schmerzte so sehr, dass es ihm die Tränen in die Augen trieb.
Wenn Irene in ihrem Dämmerzustand zu einem solchem Schlag in der Lage war, würde er es bestimmt nicht noch mal wagen ihren Zorn auf sich zu ziehen.
  Irene nahm den Arm runter und drehte sich zu ihm. „Hab ich dir den Kiefer gebrochen?“
  Sean schüttelte den Kopf. Gebrochen war sicher nichts, aber verrenkt war sein Kiefer mit Sicherheit. Außerdem war ihm Übel, was aber an dem widerlichen Geruch liegen könnte.
Bemüht nicht aufzuschreien, öffnete Sean den Mund. Sein Kiefer knackte und der Schmerz trieb ihm erneut die Tränen in die Augen.
„Geht gleich wieder“, sagte er und sah Irene an. Irgendetwas stimmte nicht mir ihr, aber erst, nachdem er die Tränen weggeblinzelt hatte, sah er die Veränderung.
„Oh Mist…“ entfuhr es ihm.
  „Was ist?“ Irene sah ihn fragend an und dann griff sie sich in den Nacken.
„Nein…“ wisperte sie und wurde noch blasser als sie schon war.
  „Irene…“ Sean wusste nicht was er sagen sollte; für Frauenprobleme war sonst immer Moira zuständig.
  „Ich dachte, es wären nur ein paar Strähnen gewesen…“ Irene schluchzte und eilte auf den Baum zu, über den Sean vorhin gestiegen war. Vor dem Baum sackte sie auf die Knie und hob etwas von Boden auf.
  Sean glaubte, dass er sie schluchzten hörte, aber konnte das wirklich sein?
  „Er hat meine Haare abgebissen…“ Irene schluchzte und Tränen rannen ihr die Wangen runter. Sie hielt Sean ihren abgetrennten Haarschopf hin, der noch von zwei Haarbändern zusammengehalten wurde.
„Vlad hat mich an meinen Zopf festgehalten, wollte mir in den Hals beißen und als ich ihm ausgewichen bin, da hat er meine Haare abgebissen…“
  Nun wurde Sean erst Recht übel. Als er glaubte, dass Vlad in der Nähe sei, da hatte er nicht ganz unrecht gehabt. Der vermoderte Baum, über den er gestiegen war und der diesen Geruch von Verwesung von sich gab, war in Wirklichkeit Vlad.
Sean wusste nicht was er sagen sollte, also versuchte er es mit Ablenkung.
„Rahne und Terry kümmern sich um Sandra und John, sie könnten deine Hilfe gebrauchen!“
  „Damals hat das Licht mich nur geblendet, weil Kurt schnell genug mit mir Teleportiert ist“, sagte Irene und erhob sich, ihren Abgetrennten Haarschopf fest mit der linken Hand umklammert.
  Sean legte ihr einen Arm um die Schulter und führte sie zu den Mädchen.
  „Dieses Mal war ich dem Licht komplett ausgesetzt, genau wie Sandra.“
  Nun wusste Sean, warum sie und Sandra scheinbar bewusstlos am Boden lagen.
  „John hat eine Gehirnerschütterung. Er hatte sich noch mal aufgerappelt um sein Kreuz zu aktivieren“, sagte Irene monoton. „Durch das helle Licht wurde der Vampir vernichtet und John hat uns damit gerettet.“
  „Hauptsache euch ist nichts schlimmeres passiert!“ sagte Sean. Es kam ihm komisch vor, dass Irene nicht Mr. Sinclair sagte und Vlad nur noch als Vampir titulierte. Bei Vlad mochte sie wohl auch Recht haben, aber in erste Linie war Vlad ein Schüler.
Wie sollte er das nur Moira erklären?


  Auf dem unebenen Waldboden musste Pietro langsamer laufen um nicht zu stolpern. Er wusste nicht mal, ob er überhaupt noch auf dem richtigen Weg war.
  „Halte dich leicht links!“ wies Wanda ihn an. „Wir sind ganz in der Nähe!“
  „Bist du dir sicher, dass du mich nicht in ein Moor führst?“ Pietro blieb stehen und setze seine Schwester ab.
  „Wir haben hier kein Moor“, sagte Wanda, doch dann bemerkte auch sie den Geruch. „Und ich bin mir ziemlich sicher, dass das Licht aus der Richtung kam.“
  Pietro glaubte seiner Schwester, immerhin kannte sie sich besser hier aus wie er. Doch der Geruch nach Verwesung und das Licht waren für ihn eindeutig Zeichen einer Sumpfgasexplosion.
Langsam ging er weiter, dicht gefolgt von Wanda, während der Geruch immer stärker wurde. Dann hörte er Stimmen und schon bald sah er, wem diese Stimmen gehörten.
  „Wer ist das da, neben Mr. Cassidy?“ wisperte Wanda.
  Pietro kniff die Augen zusammen. Im Halbdunkeln konnte er neben Mr. Cassidy noch Rahne und Terry erkennen. Zwei Personen, eine blonde Frau und ein Mann, lagen am Boden, doch wer die Frau war, der Mr. Cassidy einen Arm um die Schultern gelegt hatte, konnte er nicht sagen.
„Ich kann es dir nicht sagen!“ antwortete Pietro. „Auf den ersten Blick würde ich Schwester Irene sagen, aber die Haare sind viel zu kurz.“
  „Die Frau am Boden könnte Sandra sein und der Mann ist dann bestimmt dieser Mr. Sinclair. Lass uns näher ran gehen!“ Wanda griff nach der Hand ihrer Bruders und zog ihn mit sich.
  „… in dem gleichen Zustand wie ich vorhin!“ sagte die Frau mit dem kurzen Haaren und hockte sich neben den Mann am Boden. Der Stimme nach war es Schwester Irene. „Und er hier hat eine Gehirnerschütterung.“
  „Also darf ich ihn ins Haus tragen“, seufzte Mr. Cassidy.
  „Pietro wird dir sicherlich helfen!“ die Frau drehte sich um und sah Pietro an. „Habe ich Recht?“
  Pietro blieb der Mund offen stehen, als Schwester Irene ihn direkt ansah. Ihre Augen waren gerötet, ihre Kleidung und ihr Gesicht waren dreckig und überall klebte Laub und sie zitterte leicht. Und obwohl sie eindeutig mit den Nerven am Ende war, versuchte sie sich nichts anmerken zu lassen.
  „Wer ist noch alles hier?“ fragte Mr. Cassidy.
  „Sonst niemand. Und Moira weiß nicht, dass sie hier sind!“ sagte Schwester Irene, bevor Pietro oder Wanda was sagen konnten.
  „Daran wirst du dich noch gewöhnen müssen, Dad!“ sagte Terry. Sie und Rahne hatten sich neben Sandra gehockt und versuchte sie zu wecken, als wenn sie nur einen Mittagschlaf halten würde.
  Pietro zog seinen Mantel aus und gab ihn Schwester Irene. „Damit Sie sich nicht erkälten!“
  „Danke…“ sie nahm den Mantel entgegen und zog ihn über. Die Kapuze zog sie sich bis weit in die Stirn, doch den Reißverschluss ließ sie offen. Dann steckte sie etwas in die Manteltasche, dass aussah wie ihr abgetrennter Haarzopf.
  Pietro war nun klar, dass sie nicht vor Kälte zitterte, doch er wagte nicht zu fragen, was passiert war. Sie konnte doch unmöglich wegen ihrer Haare so durch den Wind sein.
  „Sie kommt zu sich!“ sagte Rahne.
  „Gut!“ sagte Schwester Irene und sah sich Mr. Sinclairs Kopf an. „Das muss ich nachher nähen…“
  „Dann sollten wir rein gehen!“ sagte Mr. Cassidy und deutete Pietro an, ihm zu helfen Mr. Sinclair zu tragen.
  „Und was ist mit Vlad?“ fragte Wanda.
  „Der ist stinkende Grillkohle!“ antworte Schwester Irene.
  Weder Pietro noch Wanda oder sonst wer traute sich weiter zu fragen; die Gerüchte um einen Vampir und dessen Vernichtung würden sich auch so noch schell genug verbreiten.


  Moira wusste nicht was über sie gekommen war, als sie sich bei Johns Kollegen ausgeheult hatte. Doch dann hatte sie Schritte auf dem Flur gehört und wollte nachsehen.
  „… ich komme auch sofort nach!“ rief Irene Befehle über den Flur.
  „Ist was passiert? Ist jemand Verletzt?“ Moira sah sich um, aber es war niemand mehr auf dem Flur. Sie musterte Irene, die einen fremden Mantel trug und die Kapuze weit ins Gesicht gezogen hatte.
  „Später!“ sagte Irene ohne Moira anzusehen. „Hast du ein Halstuch für mich, oder einen Seidenschal?“
  „So was habe ich sicherlich. Ich bring es dir auf dein Zimmer…“
  „Nein, ich brauche es jetzt!“ Irene sah Moira an und ihr Blick duldete keine Widerrede.
  Moira schrak zurück, als Irene sie ansah, schob ihre Wut aber darauf, dass bei ihnen allen gerade die Nerven etwas blank lagen.
„Komm mit!“ sagte Moira und führte sie in ihr Schlafzimmer.
An der Kommode öffnete Moira eine Schublade und reichte Irene mehrere Seidenschals und Halstücher.
  „Danke!“ sagte Irene schließlich, als sie sich eins ausgesucht hatte und stellte sich vor den Spiegel. Nun erst legte sie den Mantel ab. Ohne ein Wort zu sagen, oder auch nur den Blick vom Spiegel abzuwenden wickelte sich Irene das Halstuch um den Kopf und versteckte darunter ihre Haare. Sie war erst zufrieden, als wirklich jedes Haar unter dem umfunktionierten Halstuch versteckt war.
„Moira, du siehst aus, als könntest du einen Drink vertragen.“
  «Das sagt die richtige», dachte Moira und starrte Irene an.
  „Mach dir keine Sorge, Mr. Sinclair hat eine Gehirnerschütterung und eine Platzwunde am Kopf. Sonst ist niemanden etwas passiert.“
  „Bist du dir sicher, dass du dich um John kümmern kannst?“ hakte Moira nach; mit dem Dreck und Laub sah Irene mehr aus wie ein Waldschrat als wie eine Ärztin.
  Irene nickte: „Ja, das denke ich. Du bist gerade zu unruhig und Sandra ist gerade nicht gut auf ihn zu sprechen – keine Ahnung was da vorgefallen ist.“
Schnellen Schrittes machte Irene sich davon. Im gehen legte sie Moira noch mal ans Herz, dass sie sich einen Drink genehmigen sollte.
„Wenn du dann deine Nerven beruhig hast, dann kann Sean dir alles erklären!“
  Resignierend blieb Moira mitten im Flur stehen und sah Irene nach, als diese auf die Krankenstation verschwand.
Vielleicht sollte sie wirklich einen Drink nehmen. Nicht nur Irene war der Meinung sondern auch Johns Kollege. Plötzlich fiel Moira wieder ein, dass sie Mr. Suko einfach so allein gelassen hatte.


  „Das mit Vlad hat Schwester Irene ganz schön mitgenommen“, sagte Pietro. Er saß zusammen mit seiner Schwester und Terry in dem Zimmer von Rahne.
  „Typisch Jungs!“ seufzte Rahne, Terry und Wanda stimmten ihr zu.
  „Ich habe Vlad zwar nicht richtig gekannt und wenn es stimmt, was ich so gehört habe, dann war er ein Vampir und ist nun tot. Aber er war unser Mitschüler und ihr tut so, als wenn euch das nix angehen würde, was im Wald passiert ist!“
  „Natürlich lässt uns das nicht kalt, aber ich denke, dass Rahne und Terry, genau so wie ich, das erst mal verarbeiten müssen. Und was Schwester Irene angeht…“
  „Du kennst sie nicht Wanda!“ Pietro hob die Stimme, als er seine Schwester direkt ansprach. „Ihr Sarkasmus und ihr mehr als nur schwarzer Humor ist ihre Art damit fertig zu werden!“
  „Und ich kenne dich nicht so aufbrausend!“ sagte Terry. „Du hast recht, was Schwester Irenes Sarkasmus, genau wie Wanda. Wir wissen nicht was vorgefallen ist und wir wissen alle, dass Schwester Irene niemals jemanden Schaden würde, wenn es nicht wirklich sein muss.“
  „Was ich von Mr. Sinclair nicht gerade behaupten kann“, fügte Rahne leise hinzu.
  Terry schenkte ihrer Ziehschwester einen bösen Blick. „Onkel John hat ihr sicher nicht die Haare geschnitten!“
  „Das Onkel John hinterfrage ich später…“ Pietro sah Terry fragend an und sah dann durch die Runde. „Aber was haben Schwester Irenes Haare mit Vlads Tod zu tun?“
  Wanda beugte sich zu Terry: „Jubilee hat kurzes Haar?“
  Terry nickte knapp.
  „Dann kann er es nicht verstehen.“
  „Und was hat Jubilee jetzt damit zu tun?“ genervt verschränkte Pietro die Arme vor der Brust und schnaubte.
  „Pietro, du bist keine Frau, du kannst das nicht verstehen!“ sagte Rahne.
  „Dann erkläre es mir!“ forderte er sie auf.
  „Wenn du einer Frau die Haare schneidest, ohne das sie es wollte, dann ist da so, als wenn man dich…“ Rahne wusste keinen passenden Vergleich und sah Terry und Wanda Hilfe suchend an.
  „Ich denke, es ist mit Kastration zu vergleichen!“ sagte Wanda schließlich.
  Als Pietro das hörte zuckte er unweigerlich zusammen, obwohl der Vergleich für ihn mehr als übertrieben war. „Es sind nur Haare, die wachsen doch nach!“
  Genervt verdrehte Terry die Augen. Sie ging zu Pietro und brachte sein Haar durcheinander.
  „Lass das!“ sagte er, schlug ihre Hände weg und ging sich selber mit den Finger durch die Haare um sie zu ordnen.
  „Klar, es sind nur Haare!“ sagte Terry und sah Pietro an. „Die Sache mit Vlad war wahrscheinlich unvermeidbar, aber für Schwester Irene ist ihr abgetrennter Zopf schlimmer als jede nur erdenkbare körperliche Verletzung.“
  „Okay…“ Pietro seufzte, „Ich glaube, ich hab verstanden, warum Schwester Irene nervlich so am Ende ist.“
  „Eine Ablenkung würde ihr sicher gut tun“, sagte Wanda. „Doch ich wüsste nicht, wie ich sie auf andere Gedanken bringen könnte.“
  „Sie kümmert sich gerade um Onkel John und nachher macht sie sicher noch das Abendessen“, sagte Terry. „Das ist für sie Ablenkung genug.“
  „Bist du dir da sicher?“ Wanda sah sie skeptisch an.
  „Schwester Irene ist ein wahrer Workaholic“, sagte Rahne, „So lange sie etwas zu tun hat geht es ihr gut. Und wenn morgen die restlichen Laborgeräte kommen, dann hat sie genug Ablenkung.“
  „Ich glaube nicht, dass ihr da Hilft mit dem allen fertig zu werden.“ Wanda schüttelte den Kopf. „Sie braucht auch Zeit zum Nachdenken und kann nicht immer alles verdrängen.“
  „In Salem Center hat sie ein Pferd!“ sagte Pietro und sah die Mädchen der Reihe nach an. „Gibt es hier irgendwo eine Koppel oder so, wo wir mit Schwester Irene hin fahren könnten?“
  Rahne ging an ihren Computer und fuhr ihn hoch. „Ich werde im Internet suchen, so spontan wüsste ich nicht, wo die nächste Koppel oder Reiterhof wäre.“
  „Ich such dann bei mir nach Wildpferden“, sagte Terry und sah dann die Zwillinge an. „Und ihr überlegt euch, wie ihr Schwester Irene zu einem Friseur bekommt!“
  „Kein Problem!“ sagte Pietro, denn er wusste nicht, dass er und Wanda mit der wohl schwersten Aufgabe betraut wurden.
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