Banshee IX - Life on MRC

GeschichteMystery, Horror / P16 Slash
Cyclops / Scott Summers Jubilee / Jubilation Lee Phoenix / (Doktor) Jean Elaine Grey Professor X / (Professor) Charles Francis Xavier Siryn / Theresa Maeve Rourke Cassidy Wolverine
09.10.2010
16.06.2011
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Sam war lange am Überlegen, wenn sie auf den Schüleraustausch schicken wollte. Sie befürchtete, dass die Schüler kein Interesse daran hatten. Drei Schüler hatte sie schon auf der Liste, fünf sollten es werden. Ihre Überlegungen gingen dahin, dass sie das Quintett, das Irene damals beim kiffen erwischt hatte und auch anderen Mist baute, trennte und zwei von ihnen mitschickte. Professor Xavier würde diese Idee sicherlich begrüßen, aber die Clique sicher nicht, wenn sie für einige Wochen getrennt sein würden.
Nach kurzen hin und her, wen sie nach Schottland schickte, entschied sie sich dafür, dass Nigel und Billy die Glücklichen sein sollten, die zusammen mit Rahne, Terry und Pietro das Mutant Research Center Muir Island, Schotland, besuchen durften.
Sam hatte Rahne ausgewählt, da sie und Terry wie Geschwister aufgewachsen waren und sich auch gut verstanden. Beide würden die Weihnachtsferien bei Moira und Sean verbringen, daher war es Sinnvoll die beiden Mädchen jetzt schon auf die Reise zu schicken; nach den Weihnachtsferien würden die beiden dann alleine wieder zurück fliegen, was für sie nichts Neues war.
Für Pietro hatte sich Sam entschieden, da er einen Tapetenwechsel brauchte, nachdem Jubilee sich von ihm getrennt hatte (sieh Banshee VIII – Amish Rose). Zwar war Sam sich sicher, dass die beiden sich wieder zueinander finden würden, aber eine Zeitliche und Räumliche Trennung würde vor allem Jubilee gut tun.
Mit ihrer Liste ging Sam dann zu Professor Xavier.
  Professor Xavier fragte nicht nach, warum Sam sich für gerade diese Schüler entschieden hatte, sondern schickte direkt ein Fax mit allen nötigen Informationen nach Schottland und organisierte einen Flug.
„Morgen werde ich die Schüler darüber informieren, was wir für Pläne für sie haben. Und du solltest Irene schon mal sagen, was sie erwartet.“ Er lächelte Sam an.
  „Wer wird sich wohl mehr freuen? Irene oder die Schüler?“ Sam erwiderte das Lächeln, wurde aber sofort wieder ernst. „Dann sollte ich mir vielleicht schon mal überlegen, was wir mit den Schüler aus Schottland machen, wenn sie hier sind.“
  „Das kannst du in den Ferien machen. Dein Studium ist wichtiger. Und wenn alles gut geht, dann werden wir den Schüleraustausch nach Deutschland ausweiten.“
  Sams Augen leuchteten auf: „Heißt das, das Projekt Germany noch weiter besteht?“
  Professor Xavier nickte: „Ja, das soll es heißen. Der Zeitplan ist zwar mehr als aus den Fugen geraten, aber wenn du dein Studium hier beendest und mir noch einige Zeit bei den Verwaltungsarbeiten hilfst, dann wirst du in schon sehr bald Direktorin von Xaviers Schule für junge Begabte in Deutschland sein!“
  Sam überkam ein wohliger Schauer, als sie das hörte. Ihr Traum war also nicht an den deutschen Behörden zerplatz wie eine Seifenblase. Sie freute sich so sehr, dass sie für einen Moment vergaß, dass sie ihrem Chef gegenüber saß. Sie sprang auf, umarmte Professor Xavier stürmisch und bedankte sich für seinen Einsatz.


  Als am nächsten Morgen, als alle Schüler und auch die Lehrer beim Frühstück waren, erzählte Professor Xavier ihnen von dem Geplanten Schüleraustausch. Er nannte den Zeitraum des Projektes, damit die Schüler genug Kleidung einpackten und benannte dann die fünf Namen der Schüler.
  Die Schüler nahmen es unterschiedlich auf, als sie von dem Schüleraustausch erfahren haben. Terry konnte sich denken, warum gerade sie die erste der fünf Schüler war, die auf der Liste stand, aber sie sagte nichts dazu. Selber hatte sie den Wunsch zu ihrem Vater zurück zu gehen, in der Hoffnung, dass er ihr helfen könnte. Sie traute sich nicht ihren Wunsch zu äußern, da sie Angst hatte, Professor Xavier damit zu kränken.
  Billy und Nigel setzten sofort zum Protest an, als ihre Namen genannt wurden. Sie wollten sich weigern, aber die Alternative – so die Worte von Professor Xavier – würde den beiden nicht gefallen. Wie gut nur, dass beide zu Feige waren um zu widersprechen und akzeptierten den geplanten, aber ungewollten Aufenthalt in Schottland.
  Rahne wusste nicht so genau, ob sie sich freuen sollte. Sie wollte in den Weihnachtsferien zurück zu ihrer Ziehmutter, aber es war was anderes, wenn sie dort als Schülerin war und ihre Mutter sie unterrichtete. Außerdem war Rahne sich nicht sicher, ob sie nur wegen Terry mit dabei war, damit Terry sich nicht so allein fühlte.
  Pietro hingegen freute sich. Es war nicht leicht für ihn, dass er Jubilee jeden Tag sehen musste. Morgens sahen sie sich beim Frühstück, auch wenn er seit der Trennung nicht mehr bei ihr am Tisch saß. Sie waren in der gleichen Klasse und auch wenn sich beide immer auf den Unterricht konzentrierten, sahen sich beim Mittagessen wieder und beim Abendessen. Nur an den Nachmittagen bestand die Möglichkeit, dass sie sich mal nicht über den Weg liefen. Doch bei diesem regnerischen Herbstwetter wollte er nicht raus gehen, genauso wenig wie Jubilee; beide sahen sich im Aufenthaltsraum wieder, wenn sie die Nachmittage nicht auf ihren Zimmern verbringen wollten.
Dieser Tapetenwechsel würde ihm sicher gut tun. Und es hatte noch etwas gutes, dass er an dem Schüleraustausch teilnehmen würde. Er würde endlich einen ganz besonderen Menschen wieder sehen. Jemanden, den er seit Jahren kannte und schon lange vermisste. Aber damals hatten sie sich entschlossen getrennte Wege zu gehen, weil sie glaubten, dem anderen mehr Sicherheit geben zu können.


  Nur wenige Tage später brachte Scott die Schüler zum Flughafen. Er begleitete sie so weit es ging um sicher zu gehen, dass auch wirklich alle in das Flugzeug nach Schottland stiegen. Auf der anderen Seite des Ozeans würde Sean Cassidy die Schüler vom Flughafen abholen.
Scott machte es nichts aus, wenn er Verantwortung übernehmen musste, aber es missfiel ihm sehr, dass die Schüler auf sich allein gestellt waren. Was wäre, wenn Billy und Nigel einen Streich ausheckten und Terry dazu brachte im Flugzeug zu schreien? Er mochte gar nicht drüber nachdenken. Pietro, Rahne und Terry waren verantwortungsbewusste Schüler, sie würden schon aufeinander aufpassen und nicht zulassen, dass Nigel und Billy Ärger machen konnten.
„Sams Idee war gut, als sie die Clique trennte. Vielleicht machen sie dann weniger Unfug!“ sagte Scott zu sich selbst und dachte daran, was die Jungs damals angestellt hatten. Sie hatten nicht nur an der Schule Drogen konsumiert, sie hatten auch Irene, die zeitweise wieder in ihre Kindheit versetzt war in Gefahr gebracht (siehe Banshee VI – Xaviers Exampel).
Doch nun konnte er nichts weiter machen als zu hoffen, dass der Flug ohne Verspätung in Schottland ankommen würde und die Schüler somit in die Obhut von Sean Cassidy und Moira MacTaggert. Irene würde ja auch bald da sein, dann würde sie die beiden im Notfall unterstützen.
„Im Notfall…“ Scott lachte unweigerlich, als er zu seinem Wagen zurückging. So wie er Irene kannte, würde sie jede Minute, die sie nicht mit ihrer Doktorarbeit verbrachte, irgendwie anders verbringen. Diese Frau kannte keine Langeweile, aber Pausen schien sie auch nicht zu kennen. Aber trotzdem mochte er ihre Aufgeschlossenheit und ihre, manchmal verrückte, Art. Und vor allem war er Irene dankbar, dass sie ihm Jean wieder brachte (siehe Banshee I – Schwester Irene).


  „Warum mache ich das eigentlich?“ brummte Logan und sah dabei Irene an. Er war kein Freund von Nadeln, aber er hatte Irene auch versprochen, dass er ihr half.
  Die Schulschwester grinste, als sie eine Kanüle und mehrere Probenröhrchen zu Recht legte. „Ich glaube, du machst das, weil du mich einfach gerne hast!“ sagte sie und zwinkerte ihm dabei zu.
  „War da nicht die Rede von einem Sixpack?“ hakte Logan nach, doch als er dann sah, wie viel Proben Irene von ihm wollte, da waren sechs Dosen Bier eine zu geringe Entlohnung.
  „Willst du dich lieber hinlegen?“ fragte Irene und deutete mit einem Blick auf die Untersuchungsliege. „Du kennst mich, ich mache auch weiter wenn du am Boden liegst!“
  „Den Gefallen tue ich dir nicht!“ sagte Logan. Er nahm auf dem Stuhl platz, krempelte den Pulloverärmel hoch und legte den Arm auf die Untersuchungsliege. „Aber warum brauchst du so viel? Bist du unter die Vampire gegangen?“
  Unmerklich zuckte Irene, als Logan sie einen Vampir nannte, aber sie ließ sich wie üblich nichts anmerken. „Logan, soll ich dich vorher betäuben?“ Irene grinste ihn frech an. „Ich kann auch Jean bitten, dass sie dein Bewusstsein beeinflusst und du gar nichts von der Blutentnahme mitbekommst.“
  „Schwing keine Reden – Mach!“
  „Da will jemand sein Bier!“ Irene musste sich das Lachen verkneifen und nahm bei Logan Blut ab. Sie konnte alle Probenröhrchen ohne Probleme füllen, von Logans zwischenzeitlichem Gebrumme mal abgesehen.
„Ich nehme an, du brauchst kein Pflaster“, sagte Irene.
  „Jepp!“ sagte Logan und sah auf seinen Arm. Der Einstich war schon nicht mehr zu sehen. „Aber warum zapft du mir fast einen Liter ab? Wolltest du wissen, wann es selbst für mich zu viel wird.“
  „So viel Zeit habe ich nicht!“ scherzte Irene und gab die Proben in die Zentrifuge. „Ich gehe davon aus, dass ich nicht sofort beim ersten Versuch erfolg habe, deshalb brauche ich so viele Proben. Mal davon abgesehen, dass ich EDTA, Serum und Plasma brauche.“
  „Wo ist da der Unterschied?“ frage Logan. „Aber bitte erkläre es mir so, dass ich es auch verstehe!“
  Irene zeigte ihm drei Probenröhrchen, die jeweils einen andersfarbigen Schraubverschluss hatten. „Serum ist einfach nur ein Röhrchen für Blut. Bei EDTA und Plasma ist jeweils eine Chemikalie beigemischt.“
  „Und warum gerade ich?“ fragte Logan weiter, „Du wirst bei Moira sicherlich auch freiwillige finden, die dir Blut abgeben!“
  „Notfalls nehme ich es mir auch selbst ab!“ sagte Irene. Nun wo die Zentrifuge lief beschriftete Irene Klebezettel. „Aber ich wollte dein Blut, weil ich über deine Selbstheilungskräfte meine Doktorarbeit schreiben will. Aber keine Sorge, ich werde deinen Namen nicht nennen. Und wenn du dein Bier jetzt haben willst, es ist im Kofferraum von meinem Wagen!“
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