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Banshee IX - Life on MRC

GeschichteMystery, Horror / P16 Slash
Cyclops / Scott Summers Jubilee / Jubilation Lee Phoenix / (Doktor) Jean Elaine Grey Professor X / (Professor) Charles Francis Xavier Siryn / Theresa Maeve Rourke Cassidy Wolverine
09.10.2010
16.06.2011
26
66.965
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09.10.2010 2.485
 
Oft genug war John auf Muir Island gewesen um sich auf der Insel auszukennen; auch der Wald war ihm nicht fremd. Doch nun, wo ein Sturm aufzog und der Himmel sich verdunkelte, schauderte er ein wenig.
Er hatte zusammen mit seinem Freund Sean und Dr. Kalewood das Haus verlassen und hielt es da noch für eine gute Idee sich zu trennen, doch nun beschlich ihn ein ungutes Gefühl. Er schob es darauf, dass er Suko erreichen konnte und weil er sich Sorgen um Dr. Kalewood und Sean machte.
Doch schon sehr bald entdeckte er Vlad auf. Vorsichtig näherte sich John und beobachtete den Jungen um zu sehen, ob er wirklich der gesuchte Vampir ist. Würde er jetzt sein Kreuz aktivieren, so würde er entweder einen Vampir vernichten oder einen Mutanten das Bewusstsein rauben. Er könnte es drauf ankommen lassen, aber wenn Vlad wirklich ein Mutant war, dann würde er den Vampir nur verraten, dass er gejagt wurde; mal davon abgesehen, dass Moira ihm die Hölle heiß machen würde.
Und so verharrte John reglos hinter einem Baum und beobachtete den Jungen.
  Vlad lehnte gegen einen hohlen Baum und hielt drei Plastikröhrchen in der Hand. Er drehte sie auf und legte den Kopf weit in den Nacken um sich die rötliche Flüssigkeit in die Kehle zu schütten.
Die leeren Röhrchen versteckte er in den hohlen Baum und dann krümmte er sich vor Schmerzen.
  John war sich nun sicher, dass Vlad der Vampir war und er die Probenröhrchen von Ms. Kien geklaut hatte um den Inhalt zu trinken. Das Vlad Krämpfe bekam und jetzt auch noch Brutal auf einen Baum einschlug musste an den Konservierungsstoffen liegen.
John wollte den Moment nutzen, in dem Vlad anscheinend am schwächsten war. Es wäre ihm ein leichtes gewesen ihn mit einer Kugel aus geweihtem Silber zu vernichten, aber seine Beretta hatte er Moira zur Verwahrung gegeben, da er sonst nicht ins Haus durfte. Als er dann nach seinem Kreuz greifen wollte, da war es nicht mehr um seinen Hals.
Nach einem kurzen Moment der Panik erinnerte John sich daran, dass er sein Kreuz in seiner Hosentasche verstaut hatte.
Und just in diesem Moment stand Vlad vor ihm; John war gar nicht in der Lage auf Vlads übermenschliche Schnelligkeit zu reagieren.
  Der Vampir bleckte seine langen, spitzen Reißzähne, seine Augen leuchteten wütend, als er den Geisterjäger packte und mit wucht von sich stieß.
  John taumelte Rückwärts über den unebenen Waldboden und stoppte erst, als gegen einen Baum prallte.
  „Ich war hier so sicher!“ fauchte Vlad. Er packte John erneut und drückte ihn gegen den Baum, damit er sich nicht wehren konnte.
„MacTaggert und Cassidy waren so blöd mich mit offenen Armen zu empfangen und Schutz zu gewähren…“ Vlad bleckte die Zähne und seine Augen leuchteten erneut auf. „Nachts schlich ich mich aufs Festland und nährte mich von den Dorfbewohnern. Und dann kam Irene!“
  „Du hast ihre Blutproben geklaut!“ sagte John. „Ich habe gesehen, wie du dich davon ernährst! Du warst es auch, der damals das Labor verwüstet hat!“
  „Das ist mir aber nur ein Mal passiert!“ angewidert verzog Vlad das Gesicht, „Dieses Mutantenblut ist gut, aber es schmeckt widerlich und bereitet mir im ersten Moment Schmerzen – doch nur ein Schluck davon und ich brauche die Nacht über nichts mehr!“
  John hatte seine Antworten erhalten, nun war es wirklich an der Zeit den Blutsauger zu vernichten. Er hatte hier zwar keinen Menschen getötet, sonder immer nur etwas Blut getrunken, aber es war nur eine Frage der Zeit, bis er mehr wollte als nur einen Mitternachtssnack oder er sich seine eigene Vampirsippe erschuf.
Mit der freien Hand wollte John in seine Hosentasche greifen, doch Vlad bemerkte es. Erneut war John nicht in der Lage den schnellen Bewegungen zu Folgen, er merkte nur, dass Vlad seinen Kopf griff und so hart gegen den Baum schlug, dass er das Bewusstsein verlor…


  Ohne zu wissen wo sie hin musste rannte Irene durch den Wald. Sie hatte schon das Gefühl gehabt sich verlaufen zu haben, als sie einen blonden Haarschopf entdeckte.
„Sandra!“ rief Irene nach ihr.
  „Irene?“ Sandra kam auf sie zu und ermahnte sie leise zu sein. „Sie warnen nur Vlad, wenn sie so schreien.“
  „Um so besser!“ entfuhr es Irene.
  „Wie bitte?“
  „Sandra, ich habe gesehen, wie Vlad Mr. Sinclair angreift. Wissen Sie wo er hingegangen ist?“
  „Nein, wir haben uns am Waldrand getrennt und wollten uns auf der andere Seite treffen.“
  Irene fluchte. Selber wusste sie nicht wo sie nach Mr. Sinclair suchen sollte. In ihrer Vision war er mitten im Wald und nicht auf einer Lichtung. Ach so konnte sie sich an kein Detail erinnern, dass ihr weiterhelfen konnte seinen Standort zu bestimmen.
Nun wusste Irene, wie sich Sam mit ihrem schlechten Orientierungssinn fühlen musste.
  „Haben Sie das gehört?“
  Irene lauschte, doch sie konnte nichts hören.
  „Kommen Sie!“ rief Susan, packte Irenes Hand und zog sich mit sich.
  Nur mit Mühe konnte Irene Schritt halten ohne zu stolpern. Der Waldboden war hier unebener als der in Salem Center und dazu war ihr hier alles noch so fremd. Aber wenigstens konnte Irene noch darauf hoffen, dass Sandra sie zu Mr. Sinclair führte und er noch lebte.
  Abrupt blieb Sandra stehen und versteckte sich hinter einen Baum.
„Da ist Mr. Sinclair“, wisperte sie und deute mit einen Nicken die Richtung an.
  Irene spähte vorsichtig hinter dem Baum her. Ihre Vision hatte sich also schon bewahrheitet, denn sie sah Mr. Sinclair am Boden liegen. Doch wo war Vlad?
  „Ob er noch lebt?“ wisperte Sandra kaum hörbar.
  Irene kniff die Augen zusammen, doch sie konnte nicht erkennen, ob Mr. Sinclair noch atmete. Zugegeben, sie konnte den Kerl nicht leiden, aber sie würde ihm keine medizinische Hilfe verweigern, wenn er sie brauchte.
„Sandra, gehen Sie zu ihm, suchen Sie nach seinem Kreuz und helfen Sie ihm, wenn nötig.“ Irene trat hinter dem Baum vor und sah sich um.
  „Und was haben Sie vor?“ fragte Sandra.
  „Ich lenke Vlad ab!“ Irene trat noch einige Schritte von Sandra weg, achtete aber darauf in Sichtweite zu bleiben.
In ihren Hals bildete sich ein dicker Kloß, doch sie schluckte ihn runter. Nun war der Moment gekommen, in dem sich Irene ihren Ängsten aus Kindertagen stellen musste; nun war sie die Vampirjägerin, die sie im Fernsehen immer bewunderte.


  „Terry, komm schnell mit!“ rief Rahne ihre Ziehschwester.
  „Wo wollt ihr hin?“ fragte Moira und stellte sich Terry in den Weg. „Als ich sagte, dass keiner das Haus verlässt, meinte ich auch euch damit!“
  Rahne ging auf Moira zu und flüsterte: „Irene hat gesehen, dass Mr. Sinclair von dem Vampir angegriffen wird und unterliegt!“
  Moira sog erschrocken die Luft ein. „Du machst dir Sorgen um John?“
  Rahne sagte nichts und nickte nur, denn eigentlich machte sie sich mehr Sorgen um Schwester Irene, Sandra und Sean.
  „Ich sehe schon, es ist dir wirklich ernst“, Moira seufzte. „Na gut, aber ihr trennt euch nicht und schließt euch Sandra oder Sean an!“
  „Danke, Moira!“ sagte Rahne und sah Terry an. „Auf geht’s!“
Kaum hatten die Geschwister das Haus verlassen, da verwandelte Rahne sich auch schon.
  „Folgen wir Onkel John oder suchen wir erst nach Sandra oder Dad?“
  Wolfsbane schüttelte den Kopf: „Wir folgen Schwester Irene. Wenn Vlad bei Mr. Sinclair ist, dann läuft Irene ihm geradewegs in die Arme.“
  „Dann sollten wir uns beeilen!“ drängte Terry.
  „Ich hab ihre Witterung aufgenommen!“ sagte Wolfsbane. Mit der Nase dicht am Boden eilte sie in Richtung Wald; Syren folgte ihr auf dem Fuß.


  „Komm raus, komm raus wo immer du bist!“ rief Irene. Sie wusste nicht, woher sie plötzlich diesen Mut nahm. Ihre Hände waren schwitzig und ihr Mund trocken. In ihren Ohren rauschte das Blut und sie glaubte nicht, dass sie Vlad hören würde, sollte er ihr antworten.
„Vlad… Wo bist du?“ Irene wurde unruhig. War er überhaupt noch da? Und wenn, lauerte er ihr auf und wartete, dass sie weit genug weg war?
Um sicher zu gehen, dass sie sich zu weit entfernte, drehte sich Irene zu Sandra um.
  „Comotio!“ rief Sandra ihr zu, „Aber er ist ansprechbar!“
  Als Irene realisierte, was Sandra da sagte, bekam sie es erneut mit der Angst zu tun. Mr. Sinclair war bei Bewusstsein, aber mit einer Gehirnerschütterung garantiert keine große Hilfe.
„Er kann immer noch sein Kreuz nutzen!“ sagte sich Irene und nahm all ihren Mut zusammen um noch mal nach Vlad zur rufen. „Vlad, wo bist du? Mr. Tepes?“
  „Kluges Kind!“
  Irene war starr vor schreck, als Vlads Stimme hinter sich hörte. Panik stieg in ihr auf, als er eine Hand auf ihre Schulter legte und langsam vor sie schritt.
„Bist du wirklich, Dracula?“ brachte Irene mit zittriger Stimme heraus.
  „Nein, er war mein Urahn, ich habe nur seinen Namen angenommen“, Vlad bleckte die Zähne und sog tief die Luft ein. „Ich rieche Angst, Schwester Irene.“
  Nun war Irene nicht mal mehr in der Lage sich zu bewegen oder zu denken. Vor ihr stand ihr wahr gewordener Alptraum aus Kindertagen. Und dieses Mal würde sie nicht in ihrem Bett aufwachen und unter Tränen nach ihrer Mama rufen; nicht dieses mal…


  „John, hören Sie mich?“ Sandra hatte Mr. Sinclair auf den Rücken gedreht und sichergestellt, dass er noch lebte. Als sie am Hals keine Bisswunde entdeckte, versuchte sie ihn zu wecken. Auch wenn sie Gewalt verabscheute – doch sie sah keine andere Möglichkeit -  schlug sie ihm mit der flachen Hand ins Gesicht.
Sehr schnell zeigte ihre Methode Wirkung, denn Mr. Sinclair blinzelte.
  „Was ist passiert?“ fragte er.
  „Das würde ich gerne von Ihnen wissen!“ sagte Sandra, aber schnell merkte sie, dass etwas nicht stimmte. „Mr. Sinclair, müssen Sie sich übergeben?“
  Er nickte nur und drehte sich weg.
  Sandra fluchte leise. Sie hätte niemals zulassen dürfen, dass Irene sich auch nur einen Schritt von ihr entfernte.
  Irene war noch in Sichtweiter und drehte sich zu ihnen.
  „Comotio! Aber er ist ansprechbar!“ rief Sandra und fügte leise hinzu, „Zumindest teilweise…“
  „Vlad ist der Vampir“ brachte Mr. Sinclair heraus, nachdem er seinen Magen geleert hatte. Er versuchte aufzustehen und suchte dabei halt an dem Baum, vor dem er gelegen hatte.
  „Wo ist ihr Kreuz?“ fragte Sandra. Sie wollte Irene nicht länger als Nötig einer Gefahr aussetzen, so mal sie immer noch nach Vlad rief.
  „Hosentasche“ brachte er hervor.
  „Nehmen Sie es nicht persönlich!“ sagte Sandra und griff ihm in die Gesäßtasche. Als sie nichts außer Fusseln fand, griff sie auch in die zweite Tasche rein, aber auch die war leer.
„Vlad, wo bist du?“ rief Irene und entfernte sich wieder, aber noch konnte Sandra sie hören, „Mr. Tepes?“
  „Irene, rennen Sie nicht so weit weg!“ rief Sandra.
  „Nicht so laut!“ nörgelte Mr. Sinclair und griff sich an die Stirn. Seine Beine gaben unter ihm nach und er stütze sich bei Sandra ab.
  Sandra sackte unter dem plötzlichen Zusatzgewicht fast zusammen. Sie war zwar nicht so klein wie Irene, aber Mr. Sinclair war weit über sechs Fuß groß (entspricht etwa 190cm) und dementsprechenden schwer.
Vorsichtig griff Sandra in die linke vordere Hosentasche. Ihre Finger bekamen etwas zu fassen. Es war warm, lang, hart und fing plötzlich an zu vibrieren.
Erschrocken zog sie ihre Hand zurück und sah ihn an: „Ich hoffe für Sie, dass das Ihr Handy war!“
  „Rechte Hosentasche, vorne!“ sagte Mr. Sinclair, die Augen halb geschlossen.
  „Viel bleibt auch nicht mehr übrig!“ sagte Sandra. Sie lehnte ihn wieder gegen den Baum und wunderte sich, dass er überhaupt noch in der Lage war sich aufrecht zu halten.
„Hoffentlich haben Sie das Ding nicht verloren!“ sagte Sandra mehr zu sich selbst als zu ihm, aber dann bekam sie es zu fassen. Doch wo war nun Vlad? Und vor allem wo war Irene?


  Irene war nicht in der Lage einen klaren Gedanken zu fassen, sondern ließ sich von Vlad immer weiter abdrängen.
  „…oder ich mache Sie zu einer der Meinen“, Vlad lächelte Irene an und streichelte sanft ihre Wange, „Dann könnte ich Sie zu meiner Frau machen!“
  Ein kalter Schauer lief Irene über den Rücken. Sie wollte weder ein Vampir werde noch seine Ehefrau, egal ob lebend oder untot.
  Vlad bleckte die Zähne und griff nach Irenes Zopf und zog so daran, dass sie den Kopf schief legte und ihre Halsschlagader frei gab und kam Irene Hals bedrohlich nah.
  Endlich war Irene wieder in der Lage sich zu bewegen. Geschickt drehte sie sich unter ihm weg; seine Kiefer schlugen laut zusammen und verrieten Irene, wie knapp es war. Sie rannte los und ein Ruck an ihrem Hinterkopf verriet ihr, dass er ihr Haare ausgerissen hatte, aber wenigstens hatte er sie losgelassen.
Hastig sah sich Irene um und stellte fest, dass sie Sandra aus den Augen verloren hatte.
  „Irene?“
  Erleichtert atmete Irene auf, als sie Sandras Ruf hörte; anscheinend war sie doch nicht so weit weg. Sie rannte in die Richtung, aus der Sandras Stimme kam.
  „Du kannst mir nicht entkommen!“ rief Vlad ihr nach.
  Irene rannte so schnell sie konnte, bis sie Sandra sah.
  Sandra hielt das silberne Kreuz von Mr. Sinclair in der Hand und hielt es hoch.
  „Du gehörst mir!“ rief Vlad und warf sich Irene in den Rücken, auf das beide unsanft zu Boden gingen.
  „Michael… Gabriel… Raphael…“ begann Sandra die Namen der Erzengel zu nennen, doch dann machte sie einen Fehler, „Ariel…“
  „Uriel!“ rief Irene, die vergebens versuchte sich von Vlad zu befreien, der sie mit seinem Gewicht im Boden hielt. Wenigstens konnte er sie so nicht beißen.
„Der Kerl heißt Uriel!“
  Sandra startete einen neuen Versuch, aber nichts passierte.
  Vlad lachte über den missglückten Versuch, was sich Irene zu nutze machte und sich von ihm befreite.
  „Geben Sie mir das Kreuz“, sagte Mr. Sinclair und streckte die Hand aus.
  „Beeilen Sie sich!“ sagte Sandra und stützte ihn wieder ab.
  „Sie hat Recht!“ sagte Irene und wich einem Hieb von Vlad aus, der es weiterhin auf Irene abgesehen hatte.
„Wird Zeit, dass Sie uns den Hintern retten!“
  „Hoffentlich passiert Ihnen nichts!“ sagte er zu Sandra und sprach die Formel, „Terra pestem…“
  Vlad fluchte und wollte fliehen, doch Irene packte seinen rechten Arm und hielt ihn fest so gut es ging.
  „… teneto – Salus…“
  Irene sah, dass Vlad etwas in der Hand hielt. Sie sah genau hin und erkannt mit Schrecken, was es war.
  „…hic maneto!” beendete Mr. Sinclair die Fromel, mit der er sein Kreuz aktivierte.
  „Sandra, machen Sie die Augen zu!“ rief Irene und lies Vlad los.
  Vlad stolperte nach vorne, aber er kam nicht weit, denn im gleichen Moment erstrahlte ein helles Licht, das alles in seinem Umkreis umhüllte…
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