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Banshee IX - Life on MRC

GeschichteMystery, Horror / P16 Slash
Cyclops / Scott Summers Jubilee / Jubilation Lee Phoenix / (Doktor) Jean Elaine Grey Professor X / (Professor) Charles Francis Xavier Siryn / Theresa Maeve Rourke Cassidy Wolverine
09.10.2010
16.06.2011
26
66.965
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09.10.2010 2.226
 
„Morgen!“ rief Sam in die Runde, als sie die Küche betrat. Da sie heute länger geschlafen hatte, war die Auswahl am Frühstücksbuffet nur noch gering, aber es reichte für sie aus. Vor allem war sie durstig.
  „Hast du dich gestern gut erholt?“ fragte Logan Sam.
  Sam nickte: „Weitestgehend. Nur will ich meinen alten Stundenplan wieder und Irenes Unterricht muss jemand anders übernehmen!“
  „Alles schon erledigt!“ versicherte Jean ihr. „Scott geht es auch wieder gut und er will Morgen wieder unterrichten. Und um deinen Stundenplan an der Uni haben wir uns auch schon gekümmert.“
  Sam war beeindruckt. Nachdem Logan sie gestern auf ihr Zimmer gebracht hatte, hatte sie sich zurückgezogen. Sie hatte von all dem gar nichts mitgekriegt und als Ororo ihr Abendessen gebracht hatte, hatte sie auch kein Wort darüber verloren.
„Was würde ich nur ohne euch machen?“ fragte Sam und seufzte erleichtert.
  „Wozu hat man denn Freunde?“ Jean lächelte Sam an.
  „Wo wir gerade bei den guten Nachrichten sind…“ Kurt beugte sich etwas vor und senkte die Stimme. „Ich glaub das Problem mit Anna hat sich auch erledigt!“
  „Wie kommst du da drauf?“ fragte Sam. Sie biss sich auf die Zunge, damit sie nicht zu lachen anfing; sie wusste genau, worauf Kurt hinaus wollte.
  „Ich hab gestern noch Geräusche aus Annas Zimmer gehört und als ich nachsah, da lag sie nicht allein im Bett.“
  „Wie bitte?“ entfuhr es Ororo so laut, dass eine Schüler sie fragend ansahen.
  „Na der Bubi wird von mir war zu hören kriegen!“ Logan knurrte bedrohlich. „Wer war es?“
  „Das ist es ja gerade“, sagte Kurt und sah durch die Runde, „Es war Jubilee.“
  „Bist du dir sicher, dass du gestern bei der Nachtwache nicht eingeschlafen bist und das geträumt hast?“ fragte Sam.
  „Ich bin mir sicher!“ Kurt warf ihr einen bösen Blick zu.
  „Seht es doch mal von der positiven Seite“, sagte Logen. Er lehnte sich lässig zurück und grinste breit. „Anna wird sich so schnell keinen mehr an den Hals werfen und Jubilee scheint ihren Liebeskummer auch überwunden zu haben!“
  „Das war ja klar, dass du so darüber denkst!“ Kurt sah Logan böse an und wechselte ins Deutsche. „Alter Lustmolch!“
  „Was kann ich dafür, dass du so verklemmt bist?“ antworte Logen ihm, natürlich sprach auch er deutsch. „Dann sind Rose, Sam und Irene eben nicht mehr die einzigen Lesben hier. Vielleicht ist das bei Anna und Jubilee auch nur eine Phase!“
  „Verklemmt?“ empörte sich Kurt. „Nur weil ich…“
  „Hört ihr wohl auf!“ Sam ging dazwischen. Sie merkte, dass sie durch die Anspannung der beiden Männer am Tisch selber aggressiv wurde. „Ihr streit euch wie zwei kleine Kinder! Und wenn einer von euch Gerüchte streut, das Anna und Jubilee gekuschelt haben – wenn man das überhaupt kuscheln nennen kann – sind sie noch lange nicht lesbisch!“
  „Wer ist lesbisch?“ rief einer der wenigen anwesenden Schüler.
  „Hier, ich!“ rief Rose, woraufhin keine weiteren Fragen oder dumme Kommentare folgten.
Rose sah zu Sam und zwinkerte ihr zu; Sam zwinkerte zurück und ihre Lippen formten ein Danke.
  „Woher willst du wissen, was zwischen den beiden war?“ fragte Kurt. „Du warst doch nicht dabei… Oder hast du bis in dein Zimmer gespürt was da los war.
  Sam konnte sich das Lachen nun nicht mehr verkneifen. „Auch wenn ich versprochen habe, dass ich es verrate, aber es geht wohl nicht anders…“
  „Oh mein Gott…“ Kurt vergrub sein Gesicht in den Händen. „Ich denke, ich will es gar nicht wissen.“
  „Ich schon…“ Logan grinste süffisant und versicherte Sam, dass sie Irene nichts verraten würde.
  „Ich lag unter dem Bett!“ sagte Sam schließlich. „Wir haben bei Anna eine Pyjamaparty gemacht und du solltest uns nicht dabei erwischen.“
   Kurt nahm seine Hände von Gesicht und sah Sam fragend an.
  Logan lachte schallend drauf los und klopfte Sam auf die Schulter: „Pöllwein, du bist wirklich wie Irene… Einfach unverbesserlich…“


  Anna war sich nicht sicher, ob sie sich wieder unter Kontrolle hatte. Gestern hatte sie sich lange im Griff, aber dann gewann ihre animalische Seite die Oberhand. Ohne dass sie es gewollt hatte, hatte sie sich einen Tiger verwandelt und Mr. Logan angegriffen.
Sie schämte sich so, für das, was sie wieder getan hatte und hoffte, dass ihre schmerzhaften, geprellten Rippen ihr halfen die Kontrolle zu behalten.
  „Anna, bist du da?“
  Fragend ging sie zur Tür. Wer wollte denn jetzt was von ihr? Frühstück hatte sie sich in aller Früh geholt und sich dann wieder in ihrem Zimmer verkrochen. Und fürs Mittagessen war es eindeutig noch zu früh.
Anna öffnete die Tür nur einen Spalt und steckte den Kopf durch.
  „Hi!“ sagten Alex und Mike gleichzeitig.
  „Kommt rein!“ Anna machte eine einladende Geste. Sie wusste zwar nicht, warum gerade die beiden zur ihr wollten, aber sie musste sich wenigstens keine Sorgen machen, dass einer der beiden ihren Zustand ausnutzen würde.
  Alex setzte sich auf den Schreibtischstuhl von Anna und zog sich Mike auf seinen Schoß.
  Anna setzte sich auf ihr Bett und grinste. Selbst wenn sie die Kontrolle verlieren würde, so wäre dass den beiden wohl peinlicher als ihr.
„Was führt euch zu mir?“
  „Wir machen uns sorgen um dich!“ sagte Mike. „Seit Tage bist du nicht mehr aus deinem Zimmer gekommen, obwohl du nicht krank bist.“
  Alex nickte: „Terry ist ja gerade nicht da, aber wenn du reden möchtest, hören wir dir gerne zu.“
  „Danke“, Anna atmete erleichtert auf. „Aber es ist mir schon fast peinlich.
  Mike sah Alex an: „Sie ist also unglücklich verliebt!“
  „Alex schob seinen Freund zur Seite ohne ihn von seinem Schoß zu scheuchen und sah zu Anna. „Ist es das? Hast du Liebeskummer?“
  Beschämt wandte Anna den Blick ab. Sie wäre um einiges glücklicher, wenn es um Liebeskummer handeln würde.
  „Hey, was ist los!“ Mike setze sich neben sie aufs Bett und streichelte ihr sanft über den Rücken.
  Anna rutschte näher zu Mike und schmiegte ihren Kopf an seine Schulter. „Das gefällt mir!“ schnurrte sie.
  „Mike, hör sofort auf damit!“
  „Du hast ihm nichts zu befehlen!“ fauchte Anna und sah zu Alex.
  „In diesem Fall schon! Deine Körpertemperatur ist gerade gestiegen und dein Herz schlägt schneller!“ sagte Alex. Seine Augen leuchteten, während er Anna von oben bis unten musterte. „Anstatt dich zu entspannen scheinst du erregt zu sein!“
  Abrupt sprang Mike vom Bett auf und stellte sich zu seinem Freund.
  Aus dem Schnurren wurde ein leises, bedrohliches knurren und Anna merkte, dass die Verwandlung war schon das Zwischenstadium – halb Mensch halb Tiger – und nur ihre schmerzenden Rippen verhinderten, dass sie sich ganz verwandelte.
  „Tut mir Leid!“ sagte Mike.
  Fragend sah Anna zu ihm, weil sie nicht wusste, was ihm Leid tat, doch dann wusste sie es; Mike verpasste ihr einen so derben Stromschlag, dass ihr die Sinne schwanden.


  Sam hatte nach dem Frühstück noch etwas in ihren Schulbüchern geblättert, als sie sich plötzlich schütteln musste.
„Hast du gerade an mich gedacht, Liebling?“ Sam grinste und sah das Foto von Irene an, die sie an ihrer Seite des Bett stehen hatte. „Verdammt, ich habe Prinz vergessen!“
Sam sprang auf und zog sich schnell um und eilte zum Stall. Prinz war sicherlich nicht verhungert, da es immer jemanden gab, der sich um die Pferde kümmerte und auch Prinz seine Portion Hafer gab, aber das letzte mal hatte Sam den Schwarzen Hengst am Donnerstag gestriegelt und Auslauf gewährt.
Im Stall angekommen wurde sie schon freudig erwartet; Prinz tänzelte in seiner Box und wieherte laut.
„Na du Vielfraß, alles klar?“ fragte Sam ihn und reichte ihm einen Apfel. „Tut mir Leid, dass ich keine Zeit für dich gefunden hatte. Aber nun machen wir einen Ausritt, dann darfst du auf die Koppel und vor der Dämmerung drehen wir noch mal eine Runde. Na, was sagst du dazu?“
  Prinz schnaubte und stieß mit der Schnauze an Sams rechte Hosentasche.
  „Du nimmst meine Entschuldigung also an?“ fragte sie und reichte ihm die Zuckerstückchen, die er in der Hosentasche gewittert hatte.
Sam vergewisserte sich noch, dass Prinz auch Stroh und Futterrüben bekommen hatte und legte ihm dann sein Zaunzeug an. Hunger hatte er immer, aber sie wollte nicht riskieren, dass Prinz an jedem Grasbüschel stoppte.


  Anna fühlte sich wie nach einem Dauerlauf. Sie war außer Atem und spürte wie ihr Herz schnell und kräftig in ihrer Brust schlug. Langsam wurde ihr bewusst, dass sie am Boden lag und die Augen geschlossen hatte. Gedämpft hörte sie Stimmen, doch das Blut rauschte ihr so laut in den Ohren, dass sie kein Wort verstand.
Vorsichtig öffnete Anna die Augen und erkannte Mike und Alex, die vor ihr hockten und sie ansahen.
  „Geht es dir gut?“ fragte Alex besorgt.
  Anna nickte und setze sich hin. Ihr war etwas schwindelig, aber ansonst ging es ihr wirklich gut. „Wie lange war ich weggetreten?“
  „Keine zwei Minuten!“ sagte Mike und sah Alex an. „Und du wolltest Mrs. Grey-Summers holen!“
  Alex sah seinen Freund böse an: „Du hast genug Volt durch Anna gejagt, dass sie zuckend zu Boden ging!“
  „Ihr seid wie ein altes Ehepaar!“ Anna lachte, wurde aber dann schnell wieder ernst und bat Alex, dass er ihr den Nacken kraulte.
  „Vergiss es!“ sagte Alex und schüttelte den Kopf, „Sonst muss Mike dir noch mal einen Stromschlag verpassen, damit du mich nicht anfällst.“
  „Darum geht es ja gerade, Alex. Ich glaube, der Stromschlag hat mir geholfen, aber ich bin mir nicht sicher.“
  Alex sah Mike fragend an.
  „Ich bin bereit“, sagte Mike, woraufhin Alex begann Anna den Nacken zu kraulen.
  Anna blieb ruhig, sie schnurrte nicht mal. Zufrieden bedankte sich erst bei Alex und dann bei Mike.
„Ich glaub ihr habt mir vorerst geholfen!“ Anna lächelte kurz und erzählte ihnen dann, warum sie sich seit einigen Tagen in ihrem Zimmer verkrochen hatte.
  „Vielleicht solltest du dich an uns halten!“ schlug Mike vor; Alex sah ihn erneut fragend an.
  „Und wie soll mir das helfen?“ fragte Anna. „Ich meine, ich hab kein Problem mit euch und eurer Beziehung, aber nur weil ich bei euch buchstäblich abblitze ist mir noch lange nicht geholfen.“
  Mike erklärte Anna und Alex, wie er Anna helfen wollte.
„Ich hatte damals auch eine Katze, Anna, daher weiß ich, dass es nur eine Phase ist. Bald ist es vorbei und dann hast du erst mal lange Zeit Ruhe damit.“
  „Bist du dir da sicher? Ich meine, ich bin keine 08/15 Hauskatze sondern ein Sibirischer Tiger.“
  Mike nickte zuversichtlich: „Ich bin mir sicher. Und wenn das erst mal vorbei ist, dann haben Schwester Irene und Mrs. Grey-Summers genug Zeit um eine Lösung zu finden.“
  Anna war mit der Erklärung von Mike zufrieden. Sie hakte sich bei ihm und Alex unter und sagte: „Wo ich jetzt meine Bodyguards habe, würde ich doch gerne einen kleinen Spaziergang machen.“


  Sam drehte mit Prinz eine von Irenes üblichen Runden: Zum See und zurück. Doch anstatt Prinz zum Stall zu führen, dirigierte sie ihn direkt zur Koppel, wobei sie einigen Pärchen begegnete, die das trockene Wetter für einen Spaziergang zu nutzen um etwas Zweisamkeit zu haben. Doch ein verliebtes Paar stellte sich als Trio raus.
Im leichten Trapp steuerte Sam Prinz auf Anna zu, die sich bei Mike und Alex untergehakt hatte und mit ihnen im Gleichschritt in Richtung Obsthain spazierte.
  „Hallo Samantha!“ rief Anna ihr zu, als sie sie sah.
  „Hallo, Anna.“ Sam brachte Prinz zum halten und musterte die drei.
  „Wir wissen bescheid!“ sagte Mike.
  Sam nickte, wohl wissend, dass weder Alex noch Mike die Situation für sich nutzen würden.
„Das freut mich für dich, Anna.“ Sam spürte, dass es Anna gut tat, mal das Zimmer zu verlassen und keine Angst vor peinlichen Situationen haben musste. „Und wie haltet ihr Anna zurück?“ fragte Sam. Sie war sich nicht sicher, wie Alex und Mike Anna aufhalten sollten, wenn sogar Logan Mühe hatte ihr Temperament zu bremsen.
  „Immer wenn Anna wegen einen Jungen anfängt zu schnurren, verpasse ich ihr einen kleinen Stromschlag“; erklärte Mike ihr.
  Anna nickte eifrig: „Das hilft wirklich!“
  Sam musste unweigerlich grinsen. Sie dachte daran, was Irene ihr damals wegen Mike und ihren Piercing erzählt hatte (siehe Banshee III – Entführt).
„Aber pass auf, dass du Anna mit der Elektrotherapie nicht zu sehr unter Strom stellst, das ist auch nicht gesund!“
  „Da passe ich schon drauf auf!“ Versprach Alex. „Also machen Sie sich mal keine Sorgen, Samantha.“
  „Auch wenn ich euch vertraue, so bin ich dennoch etwas skeptisch.“
  „Es ist nur eine Übergangslösung“, erklärte Anna.
  „So lange es dir dabei gut geht, spricht für mich nichts dagegen.“ Sam hatte gestern schon gemerkt, wie sehr sich Anna über die Pyjamaparty gefreut hatte. Isolation war eben für niemanden gut.
„Ich bring nur schnell Prinz auf die Koppel und dann sag ich den anderen Lehrern bescheid. Dann gibt es keine Missverständnisse, wenn du Anna unter Strom setzt, Mike.“
  Mike nickte.
  „Wollen wir dann weiter?“ fragte Anna, „Ich hab Bewegungsdrang!“
  Sam sah dem Trio noch nach und treib dann Prinz auf die Koppel.
Sie war stolz auf die Schüler, immerhin hatten sie es geschafft Anna zu helfen.
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