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Banshee IX - Life on MRC

GeschichteMystery, Horror / P16 Slash
Cyclops / Scott Summers Jubilee / Jubilation Lee Phoenix / (Doktor) Jean Elaine Grey Professor X / (Professor) Charles Francis Xavier Siryn / Theresa Maeve Rourke Cassidy Wolverine
09.10.2010
16.06.2011
26
66.965
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09.10.2010 3.285
 
Irene hatte es nicht mehr geschafft einzuschlafen, nachdem Sandra gegangen war. Erst als es zu Dämmern begann fand noch Irene etwas schlaf.
Es kam ihr so vor, als wenn sie gerade erst eingeschlafen wäre, als ein lautes Klopfen sie wieder weckte.
  „Irene, ist alles in Ordnung mit Ihnen?“ fragte Sandra und steckte den Kopf durch die Tür.
  „Ja, ich bin nur Müde!“ sagte Irene und streckte sich. „Aber eine heiße Dusche und einen Kaffee könnte ich schon vertragen.“
  „Dann ist gut!“ Sandra seufzte, „Es ist schon Mittag und ich machte mir Sorgen, weil ich Sie bisher nicht gesehen hatte.“
  „Sie sagten mir doch, ich soll ausschlafen!“ Irene lachte, aber schnell wurde sie wieder ernst, als sie Sandra ansah. „Sie sind doch nicht zu mir gekommen um zu sehen, ob ich noch schlafe!“
  Sandra nickte: „Ich habe vorhin ein Gespräch von Billy und Nigel mitgehört. Anscheinend hat Billy Sie hypnotisierst, damit Sie sich in ihrem Zimmer einsperren und das Fenster öffnen. Die Jungs wollten Ihnen wohl einen Streich spielen.“
  „Das wäre nichts neues, bei den beiden!“ Irene schüttelte den Kopf, als sie daran dachte, was die Jungs schon alles angestellt hatten. „Haben Billy und Nigel meine Blutproben geklaut?“
  Sandra schüttelte den Kopf: „Nein. Als sie die beiden drauf ansprach haben die Jungs geschworen nichts von den verschwundenen Proben zu wissen. Ich war sogar im Labor um sicher zu gehen, dass es nicht Teil des Streiches war, dass Sie glaubten die Proben seien weg.“
  „Und? Hab ich mir wirklich nur eingebildet Proben in mein Zimmer gebracht zu haben?“
  „Es fehlte ein weiterer Satz und er war auch nicht im Kühlschrank.“
  Auf Deutsch fluchend griff sich Irene an die Nasenwurzel.
  „Und noch etwas habe ich gestern Abend herausgefunden“, sagte Sandra und unterbrach damit Irenes fluchen. „Nachdem ich gestern von Ihnen weg gegangen bin, hab ich noch mal nach Vlad gesehen. Er war nicht in seinem Zimmer oder sonst wo im Haus zu finden. Doch heute Morgen war er wieder in der Küche – als wenn nichts gewesen wäre.“
  „Sie glauben mir also, dass Vlad mit der Sache etwas zu tun haben könnte?“
  „Irgendwie schon, auch wenn ich mich weigere zu glauben, dass Vlad ein Vampir ist. Viel mehr glaube ich, dass Billy auch ihn hypnotisiert hat, damit er bei Ihnen durchs Fenster steigt.“
  „Wollen wir es hoffen!“ Irene stieg nun erst mal aus dem Bett und steuerte das angrenzende Badezimmer an. „Ich geh erst mal unter die Dusche und dann rede ich mit Sean und Moira.“
  Sandra nickte: „Sagen Sie mir dann bitte Bescheid, ich würde gern dabei sein und Stellung für Sie beziehen, falls Sean Sie nicht ernst nehmen sollte!“


  „Ich geh schon!“ rief Rahne. Sie sprang vom Sofa, wo sich fast alle Bewohner vom MRC – wie eine Großfamilie – versammelt hatten und sich eine Familiensendung ansahen. Eilig verließ Rahne das Wohnzimmer und eilte zur Tür.
  „Terry, was machst du da?“ fragte Sean, als er seine Tochter dabei beobachtete, wie sie an ihrem Verband fummelte.
  „Es juckt da drunter!“ beschwerte sich Terry. Verzweifelt sah sie nach Moira. „Kannst du mir den Verband wechseln? Das jucken macht mich verrückt!“
  „Tut mir Leid, Terry, aber in Irenes Arbeit mische ich mich nicht ein. Du musst dich also noch etwas gedulden!“
  „Soll ich dich das jucken vergessen lassen?“ fragte Billy und grinste Terry an.
  Terry wollte gerade ablehnen, da ließ ein lauter Knall sie zusammen schrecken.
  „Wer war da an der Tür?“ rief Moira.
  „Nur ein Staubsaugervertreter!“ sagte Rahne. Sichtlich genervt setzte sie sich neben Terry.
  „Staubsaubervertreter?“ fragte Sean und es klingelte erneut. „Auf einem Sonntag?“
  Rahne grummelte etwas vor sich hin.
  „Ich geh schon, Dad!“ sagte Terry, als Sean sie gerade erheben wollte. „Das lenkt mich von dem Jucken ab!“
Kaum hatte Terry die Tür erreicht, da klingelte es erneut. „Warum müssen Vertreter auch immer so aufdringlich sein?“ fragte sie sich und öffnete die Tür und sah einen großen blonden Mann vor sich stehen.
„Onkel John?“ Terry glaubte ihren Augen kaum, aber dann begrüßte sie ihn, in dem sie ihm an den Hals sprang.
  „Hallo Terry!“ sagte er und legte seine Arme um sie.
  „Was machst du denn hier? Ach, egal, ich freu mich einfach dich zu sehen!“
  „Das merke ich – auch wenn deine Schwester anscheinend immer noch nicht gut auf mich zu sprechen ist.“
  „Das ist ne Sache zwischen dir und Rahne!“ sagte Terry, packte Onkel John bei der Hand und zog ihn mit sich. „Komm mit, Dad ist im Wohnzimmer. Er wird sich sicher freuen dich zu sehen!“
  Sean kam ihnen schon entgegen und begrüßte den Gast per Handschlag. „John, schön dich mal wieder zu sehen. Lass uns in den kleinen Salon gehen, dort können wir ungestört reden. Terry, sagst du Moira bitte bescheid!“
  „Mach ich Dad!“ sagte Terry. „Onkel John, erzählst du mir nachher wieder von deiner Arbeit!“
  „Wenn ich mal in den Ruhestand gehe, dann schreib ich ein Buch und werde es dir widmen!“
  Terry gefiel der Gedanke, dass jemand ihr ein Buch widmete. Eigentlich war sie zu alt für Gruselgeschichten, aber sie liebte es, wenn Onkel John ihr von seiner Arbeit als Geisterjäger erzählte. Eigentlich war er nicht ihr Onkel, aber er hatte ihr damals angeboten ihn so zu nennen und seither nannte sie ihn so.
  „Ich hab es schon gehört!“ sagte Moira und schob sich an Terry vorbei.
  „Hoffentlich verschwindet der Kerl bald wieder!“ nörgelte Rahne, als Moira außer Hörweite war und sah dann ihre Ziehschwester an, „Soll er dir ein Buch widmen, so lange ich mich nicht darin wieder finde!“
  „Warum bist du nur so Nachtragend?“ fragte Terry. „Onkel John hat sich doch bei dir entschuldigt.“
  „Für das was er getan hat, gibt es keine Entschuldigung!“ sagte Rahne und erhob sich. Sie ging auf die Terrasse, nahm ihre Wolfsgestalt an und rannte in den Wald.
  „Rahne kann ja eine richtige Zicke sein!“ stellte Billy fest.
  „Red nie wieder schlecht von ihr, Billy, sonst werde ich Onkel John auf dich hetzen!“
  „Ich hab ja solche Angst…“ scherzte Billy. „Ist Onkel John etwa Jäger und macht aus mir einen Bettvorleger?“
  Terry sah Billy streng in die Augen: „Ja, er ist Jäger. Ein Geisterjäger, um genau zu sein!“


  Erst klingelte es, dann knallte eine Tür, dann klingelte es noch zwei Mal und dann drang Terrys erfreutes Rufen bis zu Irenes Zimmer.
Irene hoffte nur, dass Terry vor lauter Euphorie nicht versehentlich wieder zu laut geworden ist, aber sie hatte keine Vision und Terry rief auch weder sie noch ihren Dad um zu helfen.
„Heute ist mein freier Tag!“ sagte Irene sich und machte sich daran ihre Haare zu flechten. „Ich habe heute zwar Küchendienst, aber ich hab damals immer so gerne gekocht, dass es für mich keine Arbeit ist.“
Mit dem Kochen musste Irene erst in einigen Stunden beginnen, aber sie hatte jetzt schon Hunger und wollte sich mit Bannocks stärken – sie liebte diese Haferkekse einfach und könnte sich nur davon ernähren.
Als Irene dann auf den Flur trat, da sah sie wie Sean einen blonden Mann in den kleinen Salon führte.
„Das kann doch nicht wahr sein…“ sagte sie sich und wich einen Schritt zurück.
  Kurz nachdem Sean und der Gast im kleinen Salon verschwunden war, wollte auch Moira zu ihnen, entdeckte aber Irene und blieb stehen.
„Na, ausgeschlafen?“
  „Das mit letzter Nacht tut mir Leid!“ sagte Irene. „Ich würde deswegen gleich gerne noch mal mit dir und Sean reden.“
  „Das muss etwas warten. Du hast sicher gemerkt, dass wir einen Gast haben.“
  „Ja, das ist mir nicht entgangen!“
  „Sean erwartet mich!“ sagte Moira und bat Irene noch, dass sie sich Terrys Wunde noch mal ansehen sollte. „Sie sagt, es würde unter dem Verband jucken, aber ich wollte mich nicht in deine Behandlung einmischen!“
  „Dann heilt die Wunde bereits ab, aber ich werde es mir gleich ansehen!“ versicherte Irene und machte sich dann schnell auf dem Weg zu Terry, damit Sean sie nicht doch noch zu sich rief.


  Sandra nutze ihren freien Nachmittag für einen Spaziergang über die Insel. Damals hatte sie nie die Zeit gefunden die teilweise noch unberührte Natur und die Luft hier zu genießen. Nun, wo sie Moira bei ihrer Rolle als Mentor für Irene half, da konnte sie all das nachholen, was sie damals verpasst hatte.
Wenn Sandra an Irene dachte, fühlte sie sich an sich selber erinnert. Die beiden Frauen hatten den gleichen Ehrgeiz und beide hatten sie das Talent Sean ungewollt zu reizen.
Ein Knacken im Unterholz ließ Sandra aufschrecken. Langsam drehte sie sich zum Wald, wo ein Paar leuchtende Augen aus dem Schatten kamen und sich ihr langsam näherten.
Sandra bekam es mit der Angst zu tun. Langsam ging sie rückwärts, den Blick nicht von den glühenden Augenpaar ablassend, die jede Bewegung verfolgten.
Mit einem schnellen Blick über die Schulter sah Sandra zum Haus und stellte fest, dass sie es nicht schaffen würde, auch dann nicht, wenn sie rennen würde; langsam ging sie weiter Rückwärts und hoffte nicht zu stolpern.
  Plötzlich machte der Schatten mit den leuchtenden Augen einen Satz nach vorn auf Sandra zu.
  Nun, wo die Gestalt den Schatten des Waldes verlassen hatte, konnte sie erkennen, um was – besser gesagt um wen – es sich dabei handelte.
„Rahne, du hast mich erschreckt!“
  „Das war auch meine Absicht!“ knurrte die Wolfsgestallt. „Ich will allein sein!“
  „Das ist dein gutes Recht, aber warum schleichst du durch den Wald und verkriechst dich nicht in dein Zimmer!“
  „Weil ich den Geruch von Mr. Sinclair nicht ertrage!“ knurrte sie.
  Sandra verstand nur Bahnhof. „Ein Verwandter von dir?“
  „Zum Glück nicht! Der Kerl hat nur den gleichen Nachnamen wie ich. Und auch wenn Terry ihn Onkel John nennt, so habe ich kein Interesse an seiner Freundschaft. Und es ist mir egal, was Sean und Moira dazu sagen!“
  „Jetzt machst du mich aber neugierig!“ sagte Sandra.
  „Wenn sie es wirklich wissen wollen“, sagte Rahne und nahm wieder ihre Menschengestallt an, „dann erzähle ich es Ihnen. Aber ich will nicht in Sichtweite vom Haus sein!“


  „Was führt dich zu uns, John? Das ist doch sicherlich kein Höflichkeitsbesuch.“
Fragte Sean seinen alten Freund John Sinclair. Die beiden hatten damals zusammen gearbeitet, aber dann trennten sich ihre Wege, als Sean zu Interpol ging und sein Freund John zu Scotland Yard. Aber das tat der Freundschaft nichts ab und so lernte John auch die Familie von Sean kennen und war im MRC ein gern gesehener Gast – wenn man Rahnes Meinung mal außen vor ließ.
  „Leider muss ich dir recht geben“, sagte John und sah Moira an, die sich gerade zu ihnen gesellte. „Ich bin nach Schottland gekommen, weil ich auf der Suche nach einem Vampir bin.“
  „Und warum bist du dann bei uns?“ fragte Sean. „Hat Irene dich gestern angerufen, nachdem sie einen Alptraum hatte?“
  „Wer ist Irene?“ fragte John und sah zu Moira.
  „Irene arbeitet in Salem Center und will hier ihre Doktorarbeit schreiben. Doch bisher kam immer was dazwischen.“
  John nickte: „Wie dem auch sei: Ich habe in der Nacht zum Samstag eine Spur verfolgt und sie führte mich zum Wasser. Suko und ich haben am Festland gewacht, aber es tat sich nichts. Auch in der letzen Nacht ist der Vampir nicht wieder aufgetaucht. Ich wollte nur sicher gehen, dass ich nicht versehentlich einen von euren Schülern gefolgt bin.“
  „Das mit Rahne war dir wohl eine Lehre!“ sagte Moira und lächelte Zwanghaft, doch in ihrer Stimmung klang Tadel mit.
  „Sie wird mir das wohl nie verzeihen!“ John seufzte. „Wäre es denn möglich, dass ich mal mit den Schülern und allen anderen im MRC reden kann. Vielleicht hat ja jemand was gesehen.“
  „Rahne und einige Mädchen waren Freitag unterwegs, sie haben sicher etwas gesehen. Aber ich denke, wir sollten Rahne nicht damit bedrängen, mit dir zu sprechen.“
  „Vielleicht muss ich nicht mal mit ihr reden.“
  Moira erhob sich: „Dann mache ich uns erst mal Kaffee und ruf alle zusammen!“


  Rahne und Sandra gingen ein Stück in den Wald hinein und Rahne erzählte davon, wie sie John Sinclair kennen gelernt hatte.
„Ich hatte meine Kräfte damals nicht im Griff und bin als Wolf durch die Gegend geirrt. Ein Geistlicher hat damals gesehen, wie ich mich verwandelte und die Jagd auf mich eröffnet. Ich wurde als Werwolf gebrandmarkt und man sagte mir nach, ich habe Schafe gerissen; dabei habe ich nicht mal Hasen gejagt.“
  „Das muss eine schwere Zeit für dich gewesen sein!“
  „Das war sie!“ Rahne wandte den Blick ab um ihre Tränen zu verbergen. „Ich habe mich immer versteckt, wenn ich meine Wolfsgestallt annahm, aber das hat nichts genutzt. Der Geistliche hatte einige Anwohner zusammen getrommelt und mich gefunden. Sie jagten mich durch die Stadt und so traf ich das erste mal auf John Sinclair. Ich hörte wie er sich selber Geisterjäger nannte und sich der Jagd anschloss…“
Rahne hielt inne und kämpfte mit den Tränen, die die schmerzhaften Erinnerungen an damals mit sich brachten.
  „Und wie bist du entkommen?“ fragte Sandra. Tröstend legte Sandra ihr eine Hand auf die Schulter.
„Ich bin ihnen nur mit Mühe entkommen. Ich konnte in den Wald flüchten und schaffte es dort mich wieder in mich selbst zu verwandeln. Und dann war da plötzlich wieder Mr. Sinclair. Er war mir bis in den Wald gefolgt und hat mich gesehen. Er sagte, er habe eine Pistole mit Silberkugeln und er würde sie benutzen. Ich versuchte ihn davon zu überzeugen, dass ich kein Werwolf bin und nichts unrechtes getan habe, doch das alles schien ihn nicht zu interessieren.“
  „Damals hatten die Menschen kaum was von Mutanten gehört.“
  „Darum wollte er mir auch nicht glauben. Zu meinem Glück hatte er sich im Unterholz verfangen und ich konnte fliehen. Erst als Moira mich bei sich aufnahm fühlte ich mich sicher. Doch dann sind wir uns erneut begegnet.“
  „Hat er wieder versucht dich zu erschießen?“
  „Ja. Er ist ein Freund von Sean und wurde von ihm eingeladen. Es war ein dummer Zufall, dass wir uns wieder sahen.“
  „Verstehe…“ sagte Sandra und nickte.
  „Kaum das er mich sah, zog er wieder seine Waffe. Er warnte Moira und Sean vor mir, sagte ihnen, dass ich ein Werwolf sei und gefährlich.“
  „Und was ist dann passiert?“
  „Moira ist dazwischen gegangen. Noch bevor Sean oder ich reagieren konnte hat sie ihm die Waffe abgenommen und ihn ausgemeckert. Sie fragte ihn, wie er es wagen könnte ihre Tochter anzugreifen.“ Rahne lächelte unbewusst. „Da hat sie mich zum ersten Mal so bezeichnet.“
  „Und dann hat er es eingesehen?“
  „Nicht sofort“; Rahne seufzte, „Moira und Sean haben ihn stundenlang mit ihm geredet. Danach hat er sich bei mir entschuldigt.“
  „Aber du bist immer noch wütend auf ihn“, stellte Sandra fest.
  „Er hat versucht mich zu töten!“ schrie Rahne und unterdrückte weiter ihre Tränen, „Könnten Sie das verzeihen?“
  „Nein, dass könnte ich nicht!“ gestand Sandra.
  „Und nachdem er sich dann entschuldigt hatte, meinte er zu mir, ich solle ihn Onkel John nennen, so wie meine Schwester!“ Nun ließ Rahne ihren Tränen freien lauf, „Als ob damit alles vergessen wäre…“
  „Ist schon gut!“ Sandra nahm sie tröstend in die Arme. „Weder Sean noch Moira können verlangen, dass du ihn Onkel nennst oder ihm verzeihst.“
  Rahne hatte sich schnell wieder im Griff und löste sich aus Sandras Armen. „Danke!“
  „Schon gut!“ sagte Sandra. „Lass uns zurück zum Haus gehen, und dann sehe ich mal nach, ob Mr. Sinclair noch da ist und finde heraus, was er hier will.“
  Rahne nickte. „Gut, aber ich warte außer Sichtweite.“
  „Nicht nötig! Ich geh in mein Zimmer und dann kletterst du durchs Fenster rein und versteckst dich dort erst mal.“
  Rahne war einverstanden und ging mit Sandra wieder zum Haus. Doch bevor sich ihre Wege trennten, da sprach Rahne Sandra noch mal an: „Danke, Sandra!“
  „Schon gut, ich helfe doch gerne!“
  Rahne nahm wieder ihre Wolfsgestallt an, schlich unbemerkt am Haus entlang und wartete darauf, dass Sandra sie rein ließ.


  „Erzähl mir mal was von deinem Onkel John“, forderte Irene Terry auf, als sie ihr den Verband abnahm.
  „Er ist eigentlich nicht mein Onkel“, gestand Terry. „Er ist ein guter Freund von Dad und er wollte damals, dass wie ich ihn Onkel nenne. Ich tue es auch jetzt noch, obwohl Dad meint, ich wäre zu alt dafür.“
  „Du scheinst ihn ja sehr zu mögen.“
  Terry strahlte: „Ja. Und immer wenn er da ist erzählt er mir von seiner Arbeit. Das klingt jetzt vielleicht unglaubwürdig, aber er ist Geisterjäger und arbeitet für Scotland Yard.“
  Irene inspizierte die Hand von Terry. „Siehst du, es heilt gut ab. Den Verband wirst du nur noch wenige Tage tragen müssen.“
  „Das kann noch etwas warten, Hauptsache ich bin vom Küchendienst befreit!“
  „Ich habe mit nichts anderem gerechnet“, sagte Irene und schüttelte den Kopf. „Und ich glaube dir, was John Sinclair angeht.“
  „Woher kennen Sie seinen Nachnamen?“ fragte Terry.
  „Ich bin ihm schon mal begegnet.“
  „Wann?“
  „Nach dem Konzert, als ich mich kurz von euch getrennt hatte, da bin ich ihm begegnet. Aber das erst mal traf ich ihn, als er uns in Salem Center besuchte.“
  „Wann war Onkel John denn bei uns in der Schule?“
  „Das war in den Ferien, Rahne und du, ich ward hier in Schottland. Mr. Sinclair war bei uns, weil er einen Dämon suchte. Kurz vorher war Herr Wagner in England gewesen und wurde dort für einen Dämon gehalten. Irgendwie hatte die Spur ihn nach Salem Center geführt. Er sprach mit den Lehrern und den Schülern, die zu dem Zeitpunkt noch in der Schule waren. Durch einen dummen Zufall begegnete Herr Wagner und Mr. Sinclair sich, als Herr Wagner gerade keinen Imagewandler trug.“
  „Und was ist dann passiert?“ fragte Terry, „Herr Wagner ist doch kein Dämon, Onkel John kann ihn daher nicht vernichtet haben… Und er ist ja noch an der Schule!“
  „Mr. Sinclair hat sein Kreuz genommen und etwas auf Latein gesagt. Dann strömte ein Licht aus dem Kreuz und blendete mich. Herr Wagner packte mich dann und teleportierte mit mir. Ich war danach erst mal für einige Tage erblindet und danach trug ich noch Tage lang eine von Mr. Summers Rubinquarzbrillen getragen, weil ich so Lichtempfindlich war. Herr Wagner ist nichts passiert.“
  „Davon hat Onkel John mir gar nichts erzählt.“
  „Mrs. Grey Summers hat die Erinnerungen von Mr. Sinclair und seinem Partner verändert. Sie hat herausgefunden, dass man nicht nur Herr Wagner sondern auch ich für einen Dämon gehalten wurde. Es war besser, wenn er glaubte, dass die Gefahr weg wäre, damit er nicht noch mal wieder kommt.“
  Terry war so in die Erzählung vertieft, das sie gar nicht gemerkt hatte, wie dass Irene ihre Hand neu verbunden hatte. Fragend sah sie erst ihre Hand an und dann Irene, die eine Eintragung in Terrys Krankenakte machte.
„Hat sein Kreuz auch auf Sie reagiert?“
  „Ja, das hat es. Damals in Salem Center und jetzt hier auf dem Festland.“ Irene legte die Krankenakte bei Seite und sah Terry an: „Woher weißt du das mit dem Kreuz eigentlich?“
  „Onkel John hat mir alles von seiner Arbeit und seinem Kreuz erzählt.“
  „Darf ich dich um was bitten, Terry?“
  „Natürlich, Schwester Irene.“
  „Sag bitte niemanden, was ich dir heute erzählt habe. Nicht bevor ich weiß, was Mr. Sinclair wirklich will.“
  Terry nickte verständnisvoll: „Versprochen!“
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