Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

Banshee IX - Life on MRC

GeschichteMystery, Horror / P16 Slash
Cyclops / Scott Summers Jubilee / Jubilation Lee Phoenix / (Doktor) Jean Elaine Grey Professor X / (Professor) Charles Francis Xavier Siryn / Theresa Maeve Rourke Cassidy Wolverine
09.10.2010
16.06.2011
26
66.965
2
Alle Kapitel
35 Reviews
Dieses Kapitel
3 Reviews
 
09.10.2010 2.768
 
„Willst du fahren?“ fragte Sean und sah Irene über das Dach des blauen Kombis an.
  „Ich kenn den Weg doch gar nicht!“ sagte Irene und wollte gerade einsteigen, als sie ihren Fehler bemerkte. Sie hatte vergessen, dass in Schottland auf der Linken Seite gefahren wurde. Gedankenverloren war sie an die rechte Seite des Wagens gegangen, weil das für sie sonst die Beifahrerseite ist. „Briten…“
  Sean lachte: „Ich kann dir auch sagen, wo du hin musst!“
  Sie konnte zwar mit Gangschaltung fahren, aber ohne vorher mal eine Probefahrt gemacht zu haben traute sie sich nicht zu den Wagen im Linksverkehr ohne Macken auf die Fähre zu kriegen. Irene lehnte dankend ab, ging auf die linke Seite und stieg ein.
  Sean startete den Motor und fuhr los.
  „Nun sag schon, was du zu sagen hast!“ drängte Irene, als Sean vom Grundstück gefahren war.
  „Was meinst du?“
  „Bin ich nicht zum Einkaufen eingeteilt, weil ich gestern Alkohol hatte?“
  „Hat man dir gesagt, dass Einkaufen mit mir eine Strafe sei?“ Sean warf Irene einen schnellen Blick zu und sah dann wieder zur Straße. „Du hast einen Sonderstatus hier, aber nutz das nicht aus!“
  „Das werde ich nicht wagen!“ versicherte Irene.
  „Wollen wir es hoffen. Und um auf deine Frage zurück zu kommen: Moira und mir war aufgefallen, dass du dich fast nur von Müsli und Bannocks ernährst. Moira war daher der Meinung, dass du mal für uns kochen sollst.“
  „Deutsche Küche?“
  Sean nickte: „Genau. Dann hast du auch etwas, was du magst. Obwohl ich nicht verstehe, warum du mein Haggis nicht mal probiert hast.“
  Allein beim Gedanken an Haggis wurde Irene übel. „Dann werde ich mal sehen, was ich im Supermarkt so bekomme…“


  Es war Abend in Schottland und Irene hatte es sich vor dem Fernseher bequem gemacht. Einige Schüler hatten sich zu ihr gesellt und waren wie gebannt, als Buffy – die Vampirjägerin über die Mattscheibe flimmerte.
  „Hast du nichts anderes zu tun?“ fragte Sean. „Du sitzt schon seit Stunden vor dem Fernseher.“
  „Nicht ganz“, sagte Nigel, „Sie war vorhin mit einer Kim am telefonieren!“
  „Und der Name Sam fiel auf öfters!“ ergänzte Billy.
  „Ihr sollt nicht meine Gespräche belauschen!“ tadelte Irene die Jungs. Sie war froh, dass das Gespräch mit Kim gut gelaufen war, wenn man darüber weg sah, dass Kim nun unbedingt mal Irene im Institut besuchen wollte.
  „So wie das aussieht habt ihr für heute den Fernseher in Beschlag“, Sean sah durch die Runde. „Und was guckt ihr heute sonst noch?“
  „Gleich kommt noch eine Folge Buffy und danach Van Hellsing, Vampires und…“ Irene griff nach der Fernsehzeitung, „Wes Cravens Dracula Teil eins; Teil zwei und drei kommen nächste Woche.“
  „Ihr wollt euch das wirklich alles ansehen?“ fragte Sean. „Das geht fast bis drei Uhr in der Nacht.“
  „Heute ist Vampire-Night, das muss ich doch ausnutzen. Und die meisten von uns schlafen mittendrin ein“ sagte Irene. „Psst, es geht weiter!“
  „Macht doch was ihr wollt“, seufzte Sean, verschwand auf die Terrasse und zündete sich seine Pfeife an.
  Irene warf noch einen Blick zu Sean und sah dann Buffy zu, wie sie einem Vampir einen Pflock durchs Herz jagte.
Heute liebte Irene Vampirfilme. Romane mit Werwölfen und Vampiren legte sie nur aus der Hand, wenn es sein musste. Doch als Irene noch ein Kind war, da bekam sie sogar schon von kindgerechten Vampirgeschichten Alpträume.
Jedes Kind hatte eben ein Monster unter dem Bett oder einen schwarzen Mann im Schrank – bei Irene war es eben der Vampir vor dem Fenster.
  „Schwester Irene, reichen Sie mir mal das Popcorn, bitte?“ fragte Billy und streckte die Hand aus.
  „Hier!“ sagte Irene, reichte ihm die Schüssel und sah Billy in die Augen…


  Sam hatte Irene noch eine Email geschrieben und war dann ins Bett gegangen. Sie wollte nicht, dass Irene bemerkte, dass sie sich überarbeitet hatte. Morgen würde es ihr sicher besser gehen und dann konnte sie in aller Ruhe mit ihrer Verlobten sprechen und traute sich dann auch vor die Webcam, ohne das Irene ihr Vorwürfe machen würde.
Sam lag noch wach und starrte in die Dunkelheit. Gerde als der Schlaf über sie kam, da spürte sie fremde Emotionen. Erst dachte sie daran, dass Logan einen Alpraum hatte, aber die Emotionen wurden stärker. Unter die Nervosität mischte sich noch Freude und Angst
„Ich will gar nicht wissen, was er da wieder träumt…“ sagte Sam zu sich selbst und drehte sich um.
  „Mist…“
  Sam schrak auf. Da war eindeutig jemand in ihrem Zimmer und hatte sich gerade an ihrem Schreibtisch gestoßen.
Automatisch griff Sam in Richtung Licht, aber bevor sie den Schalter ereichte, da hielt ihr jemand den Mund zu und zerrte sie aus dem Bett.
Vergebens versuchte Sam sich zu wehren, aber es gelang ihr nicht. Es war, als wenn ihre Schläge und Tritte ins Leere gingen. Sie wurde bis zu ihren Schrank gezerrt und dann war es so, als wenn sie den Boden unter den Füßen verlieren würde, doch Sam fiel nicht hin. Es war ehr ein Gefühl, als wenn sie schweben würde.
  „Sie sind da!“ hörte Sam Stimmen. „Dämpft das Licht, sonst wird sie geblendet!“
  Und dann sah Sam, wie sie von der Dunkelheit plötzlich ins Licht kam.
  „Hallo Samantha!“ sagte Jubilee, die am anderen Ende des Zimmers stand. „Und willkommen zu Annas Pyjamaparty!“
  Sam sah sich um. Hinter ihr stand Kitty. Nun wusste Sam, wer sie entführt hatte und wie sie in das Zimmer von Anna gekommen war. Kitty war mit ihr quer durch die Decke gephast und dann über den Schrank in Annas Zimmer gelangt.
„Pyjamaparty!“ sagte Sam und sah durch die Runde. Neben Jubilee und Kitty hatten sich hier auch Rose, Marie und andere Mädchen aus Annas Klasse versammelt und es sich in dem Zimmer eingefunden; alle trugen sie ihre Pyjamas oder Nachthemden. In einer Ecke standen Limonadenflaschen, Chipstüten und Salzgebäck.
„Ich kann gar nicht sagen, wie enttäuscht ich von euch bin!“ sagte Sam und sah erneut, aber diesmal leicht erbost, durch die Rund, doch dann lächelte sie. „Wie könnt ihr eine Pyjamaparty machen ohne Eis?“
  Erleichtert atmeten die Mädchen auf.
  „Sie werden uns also nicht verraten?“ fragte Anna.
  Sam schüttelte den Kopf: „Warum sollte ich? Immerhin mach ich doch mit!“
  Kitty machte Musik an, achtete aber darauf, dass sie nicht zu laut war und verteilte den Knabberkram und die Limonade; während sich die Mädchen und Sam auf den Boden setzen und anfingen zu quatschen.


  Ein schriller Schrei ließ Sean aus seinem Träumen aufschrecken. Im Dunkeln tastete er nach seiner Frau und fragte sie, ob mit ihr alles in Ordnung ist.
  Moira lag zusammengekrümmt im Bett und hielt sich die Hände an die Ohren. „Ich dachte Terry hat sich wieder im Griff!“
  „Das war auch nicht Terry!“
  Wütend schob Moira die Bettdecke bei Seite und schwang die Beine aus dem Bett. „Dann hoffe ich für Irene, dass sie einen verdammt guten Grund für das Geschrei hat!“ Sie zog sich ihren Bademantel über und wollte schon aus dem Zimmer eilen, aber Sean stellte sich ihr in den Weg.
  „Lass mich mit ihr reden!“ sagte er ihr und schob sich an ihr vorbei in den Flur. „Mich kann sie wenigstens nicht Zusammenschreien!“
Sean ging den Flur entlang und schickte die Schüler, die neugierig auf den Flur traten oder vor Irenes Zimmer standen zurück auf ihre Zimmer. Nur Sandra schickte er nicht weg.
  „Sie hat abgeschlossen!“ sagte die blonde Frau. Sie sah Sean an, blickte dann aber an ihm vorbei.
  Erst dachte Sean, dass die Schüler wieder aus ihren Zimmern lugten, aber als er sich dann langsam umdrehte, da sah er Moira hinter sich stehen.
„Und zu Irene sagst du, sie hat einen Dickschädel?“
  Moira ignorierte Seans Kommentar und ging zur Tür. Vergebens drückte sie die Klinke runter und rüttelte an der Tür; von der anderen Seite drang lautes gepolter.
  „Ich versuch mal das Schloss zu knacken!“ sagte Sandra. Sie legte die Hand ans Schloss. Plötzlich fiel ihr Arm erschlafft runter und eine Geisterhand glitt in die Tür.
  Sean spürte einen kalten Luftzug, der unter der Tür her kam. Er befürchtete, dass Irene Schlafwandelte und aus dem Fenster geklettert war. „Beeil dich, Sandra!“
  Ein Klicken verriet, dass Sandra das Schloss geöffnet hatte; ihre Geisterhand glitt zurück in ihrem Körper und sie eilte in das Zimmer von Irene.


  „Es kommt jemand!“ warnte Anna.
  Sofort sprangen alle auf, versteckten die Getränke, den Knabberkram und dann sich selbst. Das kleine Badezimmer war schnell so voll, das die Tür kaum noch zu ging, daher phaste Kitty sich und einige Mädchen ins Nachbarzimmer.
  Samantha knipste noch schnell das Licht aus und rollte sich unter das Bett, wo die Tagesdecke sie verdeckte.
Jubilee legte sich neben Anna ins Bett und zog sich die Bettdecke über den Kopf.
  Die Tür ging langsam auf und Herr Wagner streckte vorsichtig den Kopf rein.
„Anna, ist alles in Ordnung?“
  „Ja…“
  „Ich hab was gehört und wollte nachsehen.“
  „Ich konnte nicht schlafen und hab mir Musik angemacht. Tut mir Leid, wenn es vorhin zu laut war. Hoffentlich habe ich niemanden geweckt.“
  „Ich denke nicht, dass sich jemand gestört fühlte. Aber ist wirklich alles in Ordnung?“ fragte er weiter, betrat das Zimmer und schloss die Tür hinter sich.
„Ich kann im Dunkeln zwar nicht sehen, aber es ist hell genug um zu sehen, dass da jemand neben dir im Bett liegt.“
  „Herr Wagner, ich hab garantiert keinen Jungen auf meinem Zimmer!“ beteuerte Anna, was ja auch der Wahrheit entsprach.
  „Und wer liegt dann neben dir?“ fragte er weiter.
  Jubilee schlug die Decke weg und setze sich auf.
„Hallo, Herr Wagner!“ sagte sie zog leicht verlegen den Kopf ein.
  „Jubilee?“
  „Wir können alles erklären!“ sagte Anna und machte ihr Nachtlicht an.
  Er starrte die Mädchen ungläubig an, sagte aber nichts.
  „Ich hab mich so einsam gefühlt, da bin ich dann zu Anna rüber“, sagte Jubilee, legte einen Arm um Anna und schmiegte sich an sie. „Darf ich heute Nacht hier bleiben? Bitte? Wir sind auch ganz leise!“
  „Wenn ihr wirklich zusammen sein wollt, dann kann ich euch nicht aufhalten…“ Herr Wagner öffnete die Tür und ging wieder, aber dann blieb er noch mal stehen und drehte sich um. „Aber seid leise, ich will nicht noch mal nach euch sehen müssen!“
  „Versprochen!“ sagte Anna und Jubilee gleichzeitig.
  Es dauerte noch einen scheinbar endlosen Moment, bis Samantha unter dem Bett hervor kroch und somit das Zeichen gab, dass er wieder weg war.
„Wie gut, dass Logan heute keine Nachtwache hat“, sagte sie und lotste die anderen aus dem Badezimmer. „Er hätte sofort gemerkt, dass etwas nicht stimmt.
  „Dann hätten wir Logan mit einem Bier bestechen müssen!“ sagte Marie.
  „Ich glaube aber, dann hätten wir ein anderes Problem gehabt!“ sagte Anna und sah Samantha an.
  „Keine Sorge, ich hätte den Ärger bekommen!“ sagte Samantha und machte eine abwertende Geste. „Immerhin hab ich mich diese Woche überarbeitet und gönne mir keine Ruhe.“
  „Und genau deshalb haben wir diese Party gemacht!“ sagte Marie zu Samantha, „Wir wollten Sie mal auf andere Gedanken bringen!“
  Samantha griff sich eine Limonadenflasche, hielt sie hoch und sah durch die Runde. „Nun, wo der Schreck vorbei ist“ sagte sie und prostete in die Runde, „Partytime!“


  Sandra stürmte in das Zimmer von Irene. Fahles Mondlicht viel in den Raum und ließ nur Schemen erkennen. Sandra schaltete das Licht an. Kalter Wind kam durch das geöffnete Fenster und ließ Sandra zittern. Aus Angst, dass Irene aus dem Fenster geklettert war, sah Sandra sich im Zimmer um. Erleichtert stellte sie fest, dass Irene noch da war.
  Irene saß aufrecht im Bett, den Rücken an die Wand gelehnt. Ihr Blick war starr auf das Fenster gerichtet und sie hatte die Decke bis zum Hals hochgezogen. Ihr Atem raste und ihre Stirn war schweißnass.
  „Irene, ist alle in Ordnung?“ fragte Sandra uns setze sich zu ihr aufs Bett, doch Irene zeigte keine Reaktion.
Sandra griff vorsichtig nach Irenes Schulter und sprach sie erneut an.
  Irene schrak auf und sah Sandra an. Ihr Atem ging nun so schnell, dass sie schon fast Hyperventilierte.
  „Ganz ruhig, Irene. Alles ist gut!“ Sandra redete auf sie ein. Aus dem Augenwinkel sah sie, dass Sean und Moira auch ins Zimmer wollten, aber sie brachte sie mit einer Geste dazu stehen zu bleiben.
„Haben Sie schlecht geträumt?“
  „Es war jemand im meinem Zimmer!“ sagte Irene und sah Sandra an. Langsam beruhigte sie sich wieder. „Er stand an meinem Bett und sah mich an. Und dann verschwand er plötzlich und ich sah nur noch einen roten Nebelschleier.“
  „Du solltest weniger Horror Filme gucken!“ tadelte Sean sie, „Dann träumst du auch nicht so einen Mist!“
  „Ich glaube ihr!“ sagte Sandra. Sie griff Irene unters Kinn und drehte ihren Kopf so, dass Sean Irene in die Augen sehen konnte.
  Sean sah Irene nur an, sagte aber nichts weiter; und auch Moira starrte Irene nur an.
  „Was ist? Warum seht ihr mich so an?“ Irene wurde wieder unruhig.
  „Irene, Ihnen ist eine Ader im Auge geplatzt. Ihr Auge ist rot unterlaufen und das machte den roten Nebel, den Sie gehen haben.“ Sandra griff nach dem Taschentuch, das auf der Kommode lag. Sie wischte damit Irene die Wange ab und zeigte ihr dann den rötlichen Fleck; eine blutige Träne, die Irene unbemerkt vergossen hatte.
  „Aber ich bleib dabei, dass ich jemanden hier gesehen habe!“ Irene sah Sean und Moira an. „Er ist aus dem Fenster raus!“
  „Deine Tür abgeschlossen und wenn jemand von außen an das Fenster gegangen wäre, dann wäre der Alarm losgegangen.“ sagte Sean. „Warum sollte jemand in dein Zimmer einbrechen? Was gibt es denn hier zu holen?“
  „Ich hab meine Tür aber nicht abgeschlossen oder das Fenster auf gemacht. Das ist mir viel zu kalt!“ Irene sprang plötzlich aus dem Bett und eilte zu der Kühlbox, mit der sie die Blutproben transportiert hatte. Sie machte den Deckel auf und sah rein.
„Leer!“ sagte sie und sah Sandra an. „Das ist der dritte Satz Proben, der mir geklaut wurde! Ich hab die Proben hier auftauen wollen, weil ich sicher sein wollte, dass sie nicht noch mal vernichtet werden, wenn ich sie im Labor lasse. Und nun sind sie weg!“
  „Irene, willst du mir etwa sagen, dass wir einen Vampir im Haus haben?“ fragte Moira.
  „Ich hoffe es nicht“, gab Irene kleinlaut zurück.
  „Es reich!“ sagte Sean mit lauter Stimme an Irene gewandt. „Seitdem du hier bist geht alles drunter und drüber. Gestern kamst du betrunken nach Hause und hast angeblich Vlad auf dem Festland gesehen und nun behauptest du, dass jemand in deinem Zimmer war und deine Blutproben geklaut hat?“
  „Sean, bitte“, ermahnte Moira ihn, „Du weckst noch alle auf!“
  „Würdest du bitte aufhören Irene zu verteidigen!“ Sean warf seiner Frau einen bösen Blick zu und sah dann Irene mit dem gleichen Blick an. „Vielleicht ist ja sogar Vlad dein Vampir!“
  Irene sah von Sean zu Sandra: „Das hat er gesagt!“
  Verzweifelt schüttelte Sandra den Kopf. „Das ist ja wie im Kindergarten! Wir sollten alle wieder ins Bett gehen und morgen in aller Ruhe darüber reden!“
  „Das ist wohl das Beste!“ sagte Moira und zog Sean mit sich mit.
  Als Sean und Moira weg waren, da machte Sandra erst mal die Tür zu, damit sie mit Irene ungestört reden konnte.
„Ich mach mir Sorgen um Sie, Irene.“
  „Warum?“ fragte Irene und verkroch sich wieder unter ihre Bettdecke, nachdem sie das Fenster geschlossen hatte. „Halten Sie mich auch für verrückt?“
  „Nein!“ Sandra schüttelte den Kopf und setzte sich auf die Bettkante. „Mir ist aufgefallen, dass Sie kaum was Essen und Sie setzen sich selber sehr stark unter Druck. Und das mit ihrem Auge…“
  „Das kann jeden mal passieren, das ist nichts schlimmes!“ sagte Irene.
  „Das ist es nicht, aber in Ihrem Fall könnte es ein Symptom für Hypertonie sein.“
  „Mein Blutdruck ist etwas erhöht, weil ich mich gerade furchtbar erschreckt habe!“
  „Das mag sein, aber ich mache mir trotzdem Sorgen um Sie“, Sandra griff nach der Hand von Irene und drückte sie sanft, „Gönnen Sie sich etwas Ruhe und vergessen sie mal für einen Tag ihre Doktorarbeit.“
  „Na gut…“ Irene seufzte, „Vor Montag werden die anderen Geräte nicht da sein, dann kann ich mich morgen auf meinen Küchendienst konzentrieren und finde vielleicht auch endlich mal wieder die Zeit mit Sam zu reden.“
  Sandra nickte zufrieden. „So, und nun schlafen Sie sich erst mal aus!“
  „Gute Nacht.“
  „Gute Nacht“, sagte Sandra und glitt durch den Türspalt.
  „Und Sandra…“
  „Ja?“
  „Danke!“
  Sandra lächelte Irene noch an, knipste das Licht aus und ging wieder zu ihrem Zimmer. Doch bevor sie selber wieder ins Bett ging, fragte sie sich, ob sie nicht noch mal nach Vlad sehen sollte. Denn als Irene geschrieen hatte, war er der einzige, der nicht neugierig aus seinem Zimmer blickte oder auf den Flur getreten war…
Review schreiben
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast