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Banshee IX - Life on MRC

GeschichteMystery, Horror / P16 Slash
Cyclops / Scott Summers Jubilee / Jubilation Lee Phoenix / (Doktor) Jean Elaine Grey Professor X / (Professor) Charles Francis Xavier Siryn / Theresa Maeve Rourke Cassidy Wolverine
09.10.2010
16.06.2011
26
66.965
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09.10.2010 3.079
 
„Guten Morgen!“ sagte Irene, als sie in die Küche kam und sah sich verwundert um. Sie war allein. Keine Moira da, die Frühstück machte und keine Schüler die sich gierig die Bäuche füllten.
Um sicher zu gehen, dass sie nicht verschlafen hatte sah Irene auf die Uhr – nein, sie hatte nicht verschlafen, es war Frühstückszeit.
  „Morgen!“
  Irene fuhr vor Schreck zusammen und drehte sich langsam um. „Sandra, erschrecken Sie mich doch nicht so!“
  „Das lag nicht in meiner Absicht!“ sagte Sandra und öffnete den Kühlschrank. „Ich mach mir Rührei mit Speck, soll ich für Sie auch eine Portion machen, Irene?“
  „Gerne!“ Irene wollte Sandra zur Hand gehen und durchsuchte die Schränke nach einer Pfanne.
  „Hatten Sie noch keinen Küchendienst?“ fragte Sandra und ging zielstrebig zum Schrank mit dem Kochgeschirr.
  „Bisher noch nicht.“ Irene setze sich an den Küchentisch und sah Sandra zu. Sie würde ihr nur im Weg stehen, wenn sie helfen wollte. „Obwohl ich von Moira in mancher Beziehung wie eine Schülerin behandelt werde, hab ich doch so manches Privileg hier.“
  „Das kenne ich aus meiner Zeit“, lachte Sandra. „Als ich damals im Labor war hab ich alles um mich herum vergessen und erst Rest den Küchendienst. Hätte Sean mich nicht aus dem Labor geholt hätte ich auch das Essen vergessen.“
  „Apropos Essen: Hat heute keiner Hunger?“ Irene sah demonstrativ durch die leere Küche.
  „Am Wochenende ist jeder für sich selber verantwortlich!“ erklärte Sandra und stellte einen Teller vor Irene. „Moira und Sean schlafen gerne mal aus, bevor Sean mit zwei Schülern zum Einkaufen fährt. Erst abends kocht Moira dann wieder.“
  Irene nickte und aß ihr Rührei. „Wie lange schläft Moira denn in der Regel?“
  Sandra grinste unweigerlich: „Sie sind ja schlimmer wie ich. Ich konnte es damals auch nicht erwarten im Labor zu arbeiten.“
  „Ich hänge mit meinem Zeitplan hinterher, weil Vlad…“ Irene unterbrach sich. Sie hatte keine Beweise dafür das Vlad für das Chaos im Labor zuständig war.
  Sandra sah Irene ernst an: „Kann es sein, dass Sie Vlad nicht mögen? Gestern haben Sie ihn angeblich auf dem Festland gesehen, dabei war er zu Hause, als wir ankamen. Wie hätte er das schaffen sollen, wenn ich nicht geflogen ist? Und nun behaupten Sie, dass er das Labor verwüstet hat… Oder wissen Sie etwa, das er es war?“
  „Nein…“ Irene kniff sich in die Nasenwurzel. „Ich hab mich wirklich auf den Jungen eingeschossen, dabei kenne ich ihn nicht mal!“
  „Guten Morgen!“
  Irene drehte sich um und sah Vlad in der Tür stehen. Sie und Sandra erwiderten seinen Gruß und Sandra bot ihm den Rest Rührei an.
  „Vielen Dank, Dr. Kalewood“, sagte Vlad. Mit gesenktem Blick nahm er sein Frühstück zu sich.
  Sandra sah Irene an und deutete mit einem Kopfnicken auf Vlad.
  „Vlad, es tut mir Leid, dass ich dich gestern so angegangen bin.“
  „Schon gut, Schwester Irene.“ Vlad sah auf, mied aber Irene in die Augen zu sehen. „Mr. Cassidy hat auch gemerkt dass ich gelogen habe; Sie haben es nur vor ihm bemerkt.“
  „Nun wo das geklärt ist, würde ich dich gerne näher kennen lernen, Vlad.“ Irene sah den jungen Mutanten an. „Was hast du für Hobbys? Was magst du für Musik?“
  Vlad senkte wieder schüchtern den Kopf: „Ich lese gerne und höre gerne Nightwish.“
  „Was ist dein Lieblingslied von Nightwish?“ fragte Irene, da sie die Band selber gerne hörte.
  „Planet Hell!“ sagte Vlad und erhob sich um seinen Teller weg zu räumen. „Entschuldigen Sie mich bitte, aber ich muss noch Hausaufgaben machen.“
  „Hab ich was Falsches gesagt?“ fragte Irene.
  „Nicht das ich wüsste“, Sandra zuckte mit den Schultern, „Er will wohl keine Freundschaften knüpfen.“


  Irene wollte nicht auf Moira warten und bat daher Sandra ihr im Labor zu helfen; immerhin kannte Sandra sich um Labor aus und Irene wollte auch erst mal nur ein Blutbild erstellen.
  „Sind die Proben alle von einer Person?“ fragte Sandra, als sie sich einen langen weißen Laborkittel überzog.
  „Ja, das sind sie. Ich hab Logan jeweils fünfundzwanzig EDTA, Serum und Plasma abgenommen. Sie können sich sicher vorstellen, dass er nicht davon begeistert war.“
  Sandra sah Irene aus großen Augen an und rechnete nach, wie viel Blut Irene ihrem Protagonisten abgenommen hatte. „Es hört sich im ersten Moment nach viel an, aber bei das Rote Kreuz will bei der Blutspende mehr haben.“
  Irene nickte: „Das stimmt, vor allem wenn man alle auf einmal abnimmt, aber ich hätte Logan kein zweites Mal an die Nadel gekriegt.“
  „Und was nehmen Sie für Vergleichsproben?“ fragte Sandra weiter, als sie zum Kühlschrank gingen.
  „Ich wollte Moira um eine Probe bitten als Vergleichsgruppe Mensch, und dann finde ich hier sicherlich noch jemanden, der mir eine zweite Mutantenprobe gibt.“
  „Wenn Sie wieder so viel Blut wollen wird sich nicht nur Moira weigern.“
  Irene nickte: „Schon, aber ich brauch von Moira nur so viel, dass ich ein Blutbild und eine BSG machen kann und etwas in Ersatz habe. Und sollte sich sonst keiner freiwillig melden, dann…“
  „Was dann?“ fragte Sandra, als Irene inne hielt und ein viel sagendes Grinsen aufsetzte. „Von mir bekommen Sie kein Blut, wenn sie so gierig sind wie ein Vampir.“
  Irene zuckte wieder zusammen. Logan hatte sie auch Vampir genannt, als sie ihm Blut abnahm. Dabei war sie garantiert kein Vampir!
„Ich wollte eigentlich sagen, dass ich dann mein eigenes Blut nehme und wenn es sein muss, nehme ich es mir auch selbst ab!“
  Sandra musterte Irene: „Das würden Sie wirklich tun?“
  „Natürlich, oder glauben Sie, ich lass mich von jemanden anzapfen?“ Irene zwinkerte Sandra zu und öffnete den Laborkühlschrank. Sie sah rein, machte die Tür zu, wieder auf und sah Sandra an. „Haben wir einen zweiten Kühlschrank im Labor?“
  „Nein, warum?“
  „Weil meine Proben nicht mehr das sind!“ sagte Irene. „Ich hab gestern drei Proben in den Kühlschrank gestellt.“
  „Irene, ich will Ihnen nicht zu nahe treten, aber sie hatten gestern fünf Gin-Tonic, sind Sie sich sicher, dass…“
  „Ich war gestern nicht betrunken, sonder angeheitert!“ Irene schnaubte und verschränkte die Arme vor der Brust, „Und ich war gestern hier um die Proben in den Kühlschrank zu stellen, das war etwa eine Stunde bevor wir aufgebrochen sind!“
  Sandra ging zu dem Eisschrank und zählte die Proben von Irene nach, die noch vorhanden waren. „Dreiundzwanzig von jeder Sorte!“ stellte sie fest. „Haben Sie sich vielleicht vorher verzählt?“
  „Garantiert nicht!“ sagte Irene und nahm eine Probe raus. „Ich hab alle Proben mit Namen und Nummer versehen. Und ich hab mich garantier nicht verzählt! Irgendjemand hat den zweiten Satz Proben vernichtet!“
  Sandra seufzte: „Wenigstens steht das Labor noch!“
  Irene funkelte sie böse an. Sie war gerade nicht zu Scherzen aufgelegt. Immer mehr sprach dafür, dass es hier auf der Insel einen Vampir gab, wenn nicht sogar im MRC selbst. Und alles sprach dafür, dass es Vlad sein musste, doch Irene fehlte der endgültige Beweiß…


  Sam fühlte sich heute schon etwas besser und nahm sich die Zeit in aller Ruhe zu frühstücken. Aus dem Augenwinkel sah sie Jubilee und Rose, die auch noch aßen und wusste daher, dass es für sie kein Grund zu Eile gab.
„Wie geht es denn Anna?“ fragte sie Jean.
  „Schon besser. Sie möchte nur noch etwas Abstand, aber das schlimmste scheint vorbei zu sein. Ich bringe ihr nachher ihr Frühstück und wollte dann noch mal mit ihr reden.“
  „Kannst du Anna dann bitten, dass sie nach dem Frühstück zum Training runter kommt. Sie kann mir sicherlich bei den Mädels helfen.“
  „Sam, ich denke nicht, dass du den Mädchen groß was beibringen kannst!“ sagte Logan.
  „Nur weil ich keine schwarzen Gürtel in Karate habe heißt das noch lange nicht, dass ich den Mädchen nicht ein paar Tricks zeigen kann um sich zu wehren!“ keifte Sam ihn an. „Und außerdem wird das ihrem Selbstvertrauen gut tun, damit so etwas wie mit Kurt nicht noch mal passiert.“
  Kurt nickte kaum merklich und schloss sich Sams Meinung an. „Es wird den Mädchen nicht Schaden. Ich sehe das so wie mit dem Tanzkurs. Erst sagten alle, dass es Schwachsinn wäre, aber ein Grossteil aus dem Tanzkurs hat beim Training große Fortschritte gemacht.“
  „Schon gut, Elf, du hast ja Recht!“ brummte Logan und wandte sich wieder an Sam. „Aber ich werde mir trotzdem ansehen, was du da Verahnstallstest.“


  Sam wollte nicht länger auf Anna oder Logan warten und startete daher schon das Training mit den Mädchen. Sie war sogar froh darüber, dass sie allein mit den Mädchen war, denn so konnte Anna sich nicht auf die Gegenwehr vorbereiten, wenn sie den Angreifer mimte.
„Jubilee, du stellst dich vor mich und greifst mir an die Schultern!“ wies Sam sie an. Als das Mädchen dann vor ihr Stand und sie fest bei den Schultern packte, da zeigte Sam ihr, wie sie sich aus diesem Griff befreien konnte. Natürlich deutete sie es nur an.
„Und das übt ihr nun Gegenseitig, aber nur andeuten!“ wies Sam die Mädchen an und beobachtete sie dabei.
Eine innere Unruhe stieg in ihr auf, doch sie konnte sie nicht zuordnen. Und dann glaubte sie auch noch Lärm zu hören.
Sam fragte sich, ob sie nicht ausgeruht genug war und überlegte das Training abzubrechen. Der Vorfall gestern hatte ihr mehr als gereicht.
  „Das nennst du Training?“ maulte Logan sie an und kam in den Gefahrenraum. „Das sieht aus wie Tanztraining für Fortgeschrittene!“
  „Logan, das ist mein Training!“ fuhr Sam ihn an. Sie musterte ihn und bemerkte, das er Verletz war. „Was ist passiert? Deine Schulter blutet!“
  Logan griff sich an die Verletze Seite und brummte etwas vor sich hin. „Anna hat es schon wieder auf mich abgesehen gehabt! Hab gar nicht gemerkt, dass sie mich wieder erwischt hat.“
  „Was ist mit Anna?“ fragte Sam. Sie wusste nun, woher diese innere Unruhe kam.
  „Der geht es so weit gut“, Logan zuckte mit den Schultern und zog sein blutiges Oberteil aus um es unachtsam auf den Boden zu werfen. „Dieses Mal musste ich sie etwas härter ran nehmen.“
  Jubilee und Rose sahen sich fragend an.
  Sam spürte die Verwirrung der Mädchen, die von Annas derzeitigem Verhalten nichts wussten.
„Logan, was hast du getan?“
  „Reg dich ab, ich hab die Krallen nicht ausgefahren, im Gegensatz zu ihr!“ brummte Logan und deutete auf die Striemen auf seiner Brust. Die Wunden waren schon wieder verheilt und nur das getrocknete Blut zeigte an, wo er verletzt war. Auch seine Schulter war schon fast wieder verheilt.
„Hey, Rose, geh mal zu Miss Grey-Summers auf die Krankenstation; sie freut sich sicher über eine Helfende Hand, wo Irene nicht da ist.“
  Rosa sah Sam an und eilte dann schnellen Schrittes davon.
  Logan sah ihr nach und wartete darauf, dass die Türen sich geschlossen hatten. Er tippte einen Code in das automatische Schloss ein und verriegelte so die Tür.
  „Logan, was soll das?“ zischte Sam.
  Er würdigte Sam keines Blickes und ging direkt auf Jubilee zu. „Na, schon was gelernt?“
  Jubilee wich vor ihm zurück und ließ sich in die Ecke drängen.
  „Gute Arbeit Sam, sie ist nun noch leichtere Beute!“ raunte Logan und grinste süffisant.
  „Logan, was soll das?“ Sam ging auf ihn zu, packte ihm beim Arm und wollte ihn weg zerren; doch er war viel stärker und stieß Sam von sich.
Unsanft landete Sam auf dem Boden. Angsterfüllt sah sie zu Logan.
„Hör auf, du machst ihr Angst!“ schrie Sam ihn an.
  „Tue ich das?“ fragte Logan. Er trat bis auf eine halbe Armlänge an Jubilee ran. Er griff ihr unters Kinn und zwang sie dazu in anzusehen. „Mache ich dir wirklich Angst?“
  „Logan!“ schrie Sam.
  „Klappe zu, Pöllwein!“ fuhr er sie an. Er streckte seinen linken Arm nach Sam aus und fuhr die Krallen aus. Er sah sie an, knurrte und wandte sich dann wieder an Jubilee ohne die drohenden Krallen runter zu nehmen.
„Nun sag schon, mache ich dir wirklich Angst!“
  Sam schrak zurück. In ihrem Hals bildete sich ein Kloß und machte ihr das Atmen schwer. Sie konnte Jubilee nicht helfen ohne sich selbst zu verletzen. Hilflos sah sie zu, wie das eingeschüchterte Mädchen den Blick abwandte und Tränen ihre Wangen runter liefen.
  „Ich hab dich was gefragt!“ raunte Logan Jubilee an. Als er wieder keine Antwort bekam lachte er auf. Er nahm seine Hand von ihrem Kinn, griff an ihre Taille und zog sie an sich ran. Langsam beugte er sich an ihr Ohr und flüsterte so laut, dass „Schüchtern? Na gut, aber das werde ich dir schon austreiben!“
  „NEIN!“
  Sam wurde plötzlich von Jubilees pyrokinetischen Kräften geblendet und sah nicht, was geschah. Sie hörte nur einen dumpfen Aufprall und hoffte, dass es nicht Jubilee war, die zusammengebrochen war. Zudem glaubte Sam verbranntes Fleisch zu riechen.
Sie konzentrierte sich auf ihre Empathie, aber sie konnte nicht glauben, dass sie neben Überraschung auch Freude spürte. So langsam konnte sie aber etwas mehr als nur Schemen erkennen und sah zu Jubilee.
  „Fassen Sie mich nie wieder an!“ schnauzte Jubilee. Sie hatte die Arme weit nach vorn gestreckt. Eine letzte Träne rann ihre Wange runter, aber ansonsten wirkte sie entschlossen und nicht mehr eingeschüchtert.
Langsam nahm sie die Arme runter und sah Sam flehendlich an.
  „Drei… Acht… Sieben… Raute!“ verriet Sam ihr den Code, damit Jubilee den Gefahrenraum verlassen konnte.
  Kaum waren die Türen hinter dem Mädchen zu, da begann Logan schallend zu lachen.
  Nun erst sah Sam zu ihm und merkte, dass sein gesamter Brustkorb Brandwunden aufwies, die langsam wieder verheilten.
  „Das hat gesessen!“ sagte Logan und stand auf. Er sah an sich runter und zuckte mit den Schultern. „Hätte ich das Shirt nicht ausgezogen, dann würde ich jetzt Brennen!“
  „Wie konntest du nur?“ Sam sah ihn Fassungslos an. „Du hast Jubilee Angst gemacht!“
  „Jepp!“ Logan nickte, „Das war Sinn der Sache. Was bringt es, wenn Jubilee vor Angst erstarrt und sich nicht wehrt. Nun kannst du sicher sein, dass ihr nie wieder das gleiche passiert wie mit Jakob!“
  „Du hast das alles geplant?“ fauchte Sam. „Halb nackt hast du mit den Ängsten des Mädchens gespielt, obwohl du wusstest, wie ich darauf reagiere?“
  „Tut mir Leid, aber darauf konnte ich keine Rücksicht nehmen. Und der Erfolg spricht für mich.“ Logan zuckte mit den Schultern. „Sam, ist alles in Ordnung?“
  Schluchzend sackte Sam auf die Knie: „Tu das nie wieder, Logan!“
Tränen rannen ihr die Wangen runter, als sie ihn anschrie: „Tu das nie wieder!“
  Logan kniete sich neben Sam und nahm sie in den Arm.
  „Fass mich nicht an!“ fauchte Sam und schlug seinen Arm weg. „Ich komme ganz gut allein zu Recht!“
  „Sicher?“
  Sam sah ihn an, doch dann senkte sie den Blick und „Nein…“
  „Schon gut!“ sagte Logan und wagte es erneut Sam in den Arm zu nehmen und dieses Mal ließ sie es zu.
„Du hast Versucht Irene nachzueifern.“
  Sam nickte: „Und ich bin kläglich gescheitert…“
  „Viele von uns hätten das nicht mal einen Tag durchgehalten, du hast es fast eine ganze Woche geschafft!“
  Das indirekte Kompliment brachte Sam zum lachen.
  „Na komm“, Logan erhob sich und bot Sam eine Hand an um ihr auf zu helfen. „Ich bring dich auf dein Zimmer und du gönnst dir etwas Ruhe.“
  Sam nahm die ihr dargebotene Hand an und ließ sich von Logan auf ihr Zimmer bringen.
„Danke…“ sagte Sam noch und schloss die Tür hinter sich.


  Logan blieb noch einen Moment vor der geschlossenen Tür stehen und lauschte. Er wollte sicher gehen, dass er Sam allein lassen konnte.
Hinter der Tür drang gedämpft das Geräusch von Schritten und dann war es still; Sam hatte sich wohl umgezogen und dann ins Bett gelegt.
Nun überlegte Logan, ob er noch mal nach Jubilee sehen sollte; von Anna wollte er sich noch etwas fern halten. Er hatte die ganze Zeit überlegt, wie er Rose und Anna von sich fern halten konnte, damit er mit Jubilee und Sam allein war. Dass Anna sich erneut in einen Tiger verwandelte und ihn anfiel konnte Logan nicht wissen, aber er nutze die Gunst der Stunde, auch wenn Anna aggressiver war als beim letzen Mal. Er wollte sie nicht verletzen, aber er musste schon ziemlich deutlich werden, damit sie endlich von ihm abließ. Da er sie wieder gegen die Wand geschleudert hatte, schickte er sie auf die Krankenstation und gab Jean direkt bescheid, bevor er Rose auch noch los schickte.
Gedankenverloren strich Logan sich über die Brust, wo die Brandwunden längst verheilt waren und dachte an Jubilees Abwehrreaktion.
  „Ist mit Sam alles in Ordnung?“
  Logan sah auf und sah Jean, die gerade den Flur betrat und ihn musterte.
„Wie geht es unserem Schmusekätzchen?“
  „Ihr tut alles, weh, aber wenigstens hast du ihr nichts gebrochen! Ich mach mir aber mehr Sorgen um Sam.“
  Logan nickte: „Sie ist mit den Nerven am Ende, aber ich konnte sie überzeugen sich auszuruhen.“
  Jean nickte erleichtert, als sie das hörte, doch ihre Sorge wurde sehr schnell wieder mehr.
  „Wie wir vermutet haben hat Sam versucht Irene nachzueifern; ich finde es schon bemerkenswert, dass sie so lange durchgehalten hat. Ich bin kein Mediziner, aber ich würde sagen, sie steht kurz vor einem Zusammenbruch.“
  „Doch so schlimm?“ fragte Jean entsetzt. „Ich will nur eben nach Scott sehen, dann rede mit Professor Xavier. Er sollte Sam vom Unterricht hier befreien, damit sie sich auf die Uni konzentrieren kann. Aber erst mal soll sie sich das Wochenende ausruhen.“
  „Ist wohl das Beste, dann brauchen wir kein Auge mehr auf sie haben, bis Irene wieder da ist. Ich geh derweil mal zu Marie und sag ihr, dass Sam erst mal keine Zeit für sie haben wird.“
  „Mach das!“, sagte Jean und setzte ihren Weg fort. „Ach und Logan…“
  Er blieb am Flurende stehen und dreht sich noch mal zu Jean um: „Ja?“
  „Zieh dir was über!“
  Logan sah noch mal an sich runter und grinste dann Jean an: „Sag nicht, es gefällt dir nicht!“
  „Du solltest dir weniger Gedanken darum machen was mir gefällt, sondern was die anderen Mädchen dazu sagen könnten. Sonst hast du sehr schnell mehr als nur Anna als Fan.“
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