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Banshee IX - Life on MRC

GeschichteMystery, Horror / P16 Slash
Cyclops / Scott Summers Jubilee / Jubilation Lee Phoenix / (Doktor) Jean Elaine Grey Professor X / (Professor) Charles Francis Xavier Siryn / Theresa Maeve Rourke Cassidy Wolverine
09.10.2010
16.06.2011
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66.965
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09.10.2010 2.748
 
Als der Wecker klingelte fühlte Sam sich wie gerädert. Sie war gestern ins Bett gefallen und sofort eingeschlafen. Sie war so erschöpft gewesen, dass sie nicht mal ihren Schlafanzug angezogen hatte.
„Wie gut, dass heute Freitag ist“, sagte sie sich und verschwand ins Bad. Sie hatte einen so fiesen Geschmack im Mund, dass sie ihr Mundwasser am liebsten getrunken hätte anstatt es wieder auszuspucken.
Unter der heißen Dusche wären ihr fast wieder die Augen zugefallen, doch um das zu verhindern drehte sie das Wasser so kalt wie nur möglich auf.
„Jetzt bin ich wach!“ zitternd kam sie aus der Dusche und zog sich frische Kleidung an und ging frühstücken.
  „Schlecht geschlafen?“ fragte Kurt sie.
  „Daran liegt es nicht. Ich brauch einfach nur Wochenende!“ sagte Sam und rührte lustlos ihren Kaffee um.
  „Sam, hast du dich auch bei Scott angesteckt?“ fragte Jean.
  „Nein, sicher nicht. Aber wie geht es deinem Mann? Ich hab ihn die letzten Tage gar nicht gesehen?“
  „Das Fieber ist fast weg, aber er hat noch immer Husten und seine Nase läuft.“
  „Schön zu hören“, Sam zwang sich zu lächeln. Natürlich freute sie sich, dass es Scott wieder besser ging, aber sie war gerade nicht in der Stimmung. Sie erhob sich vom Tisch, schnappte sich noch etwas Obst und verabschiedete sich.
„Ich muss los. Wir sehen uns dann heute Abend.“


  „Hat Sam überhaupt was gegessen?“ fragte Kurt und sah Sam hinterher, die aus der Küche eilte.
  Jean schüttelte den Kopf. „Irene hatte mich schon gebeten auf Sam acht zu geben, aber ich habe ja nicht mal eine Chance dazu. Sie ist ja schon fast schlimmer wie Irene!“
  „Nur mit dem Unterschied, dass Irene mehr weg steckt“, brummte Logan. „Es fehlt nicht mehr viel und die klappt und zusammen.“
  „Sag doch so was nicht!“ sagte Kurt.
  „Ich muss ihm aber auch Recht geben“, mischte sich Ororo ein. „Sam ist blass, sie wirkt gehetzt und bei den Mahlzeiten fehlt sie auch meistens.“
  Jean seufzte: „Und wie soll ich Irene beibringen, dass Sam… Ich mag nicht dran denken.“
  „Wenn Sam heute von der Schule kommt, dann rede ich mit ihr!“ versprach Logan. „Vielleicht hört sie ja auf mich.“
  „Danke, Logan.“ Jean stellte ein Frühstück für Scott zusammen, der immer noch das Bett hütete. „Wir sehen uns dann spätestens beim Mittagessen.“


  Endlich hatte Sam Mittagspause. Lange hätte sie es in den Lesesaal auch nicht mehr ausgehalten. Die abgestandene Luft, die Heizung voll aufgedreht und eine Mischung der verschiedensten Parfums und Aftershaves bereiteten Sam wieder Kopfschmerzen.
Der kalte Wind peitsche Sam um die Nase, aber sie genoss den Sauerstoff und atmete mehrmals tief durch, als sie sich auf dem Weg zur Mensa machte.
  „Hey, Sam, warte auf mich!“
  Sie drehte sich um und blieb stehen. „Hallo Kim.“
  „Ich hab noch ein Medizinbuch von Irene, was sie vor den Ferien wieder haben muss.“ Kim kramte in ihrem Rucksack. „Mist, ich hab es zu Hause vergessen. Hast du Zeit? Ich wohn nur zwei Straßen weiter.“
  „Aber nur kurz, ich hab heute noch Kurse und hatte noch kein Mittagessen.“
  „Das trifft sich gut!“ Kim hakte sich bei Sam unter und führte sie vom Campus runter. „Wir gehen zu mir und ich koch uns dann ne Kleinigkeit.“
  „Das ist nett von dir!“ sagte Sam. Sie war sich nicht sicher, ob es an ihrem Kopfschmerzen lag, aber irgendwas stimmte mit Kim nicht. Sie war besorgt und nervös.
  „Ich bin zwar kein Sterne-Koch, aber besser als in der Mensa schmeckt es alle male!“
  „Das ist gut…“ Sam seufzte. Eine richtige Mahlzeit würde ich sicher gut tun, denn wenn sie heute zu Hause war, dann würde sie nur noch Reste bekommen.
  Kim sah sie fragend an: „Zweifelst du an meinen Kochkünsten?“
  „Nein, ich bin nur froh, dass du kein Sterne-Koch bist“, Sam musste unweigerlich lachen, obwohl das den Druck hinter ihrer Stirn erhöhte, „Ich könnte mir ein so gutes Essen auch nicht leisten!“


  Es dauerte keine fünf Minuten und sie waren an Kims Wohnhaus angekommen.
  „Das ist aber kein Studentenwohnheim“, stelle Sam fest.
  „Ich hab das Privileg reicher Eltern“, sagte Kim und hielt Sam die Tür auf. „So lange ich gute Noten haben zahlen sie mir die Miete und das Studium. Allerdings hab ich nur eine kleine Wohnung unter dem Dach. Aufzug oder Treppe?“
  „Treppe!“ sagte Sam und machte sich an die Stufen. „Ist gesund und hält den Kreislauf in Schwung!“
  Kim ging Sam nach. Sie dachte noch an den Anruf von Irene, den sie gestern erhalten hatte und hoffte, dass Irenes Sorgen unbegründet waren.
Doch erst wollte Kim das Vertrauen von Sam gewinnen in dem sie sie bekochte und dann konnte sie mit ihr reden.
  „Das sind mehr Stufen, als ich dachte!“ keuchte Sam, als sie endlich oben Angekommen waren. Sie stellte ihre Tasche auf den Rücken und lehnte sich gegen die Wand.
  „Du bist etwas blass um die Nase. Geht es dir nicht gut?“ Kim legte Sam die linke Hand auf die Schulter und griff unauffällig nach Sams Handgelenk um den Puls zu ertasten. Irene hatte ihr das damals gezeigt. Durch die Berührung baut man eine Art Bindung auf und kann gleichzeitig den Puls fühlen.
  „Ich hab nur Kopfschmerzen, das ist alles!“ Sam sah Kim leicht erbost an und entzog sich ihrem lockeren Griff. „Also kein Grund zur Sorge oder Irenes Notfalltricks!“
  „Tut mir Leid. Fast alle Mediziner sind Hypochonder und sehen Krankheiten bei anderen, die gar nicht da sind.“ Kim schloss die Tür auf und trat in die Wohnung. „Zieh bitte deine Schuhe aus!“
  Sam tat wie ihr geheißen wurde und trat dann ein.
  „Sie dich ruhig um und mach es dir bequem. Ich bin derweil in der Küche!“
  „Du hast ne schöne Wohnung!“
  „Danke!“ rief Kim aus der Küche zurück und durchsuchte den Kühlschrank. Sie hatte weiterhin Irenes Worte im Kopf und lauschte Sams Schritten durch die Wohnung.
„Magst du Käsemakkaroni?“
  Sam blieb ihr eine antwort Schuldig.
  „Sam?“ rief Kim diesmal etwas lauter und warf einen Blick ins Wohnzimmer.
„Scheiße…“ entfuhr es ihr, als sie Sam zusammengesackt auf dem Sofa liegen sah. Sie eilte zu ihr, rüttelte sie und versuchte sie zu wecken – ohne Erfolg. Sie überprüfte Sams Vitalwerte und legte sie dann grade auf den Rücken.
„Woher wusste Irene das nur?“ fragte sich Kim und überprüfte Sams Blutdruck mit einem elektrischen Messgerät, dass sie am Handgelenk anlegen musste.
„Wie konnte Irene davon nur wissen?“ fragte sich Kim, als sie die Werte von Sam sah. Sie eilte in die Küche und bereitete eine Infusion vor. Ein halber Liter Natriumchlorid versetzt mit Vitamin B-Komplex.
Kim verabreichte Sam dann die Infusion und deckte Sam zu, damit sie nicht auskühlte. Dann schnappte sie sich ihr Handy und verschwand ins Angrenzende Schlafzimmer. Die Tür ließ sie auf um Sam im Auge behalten zu können.
  Nach mehrmaligem Klingen ging Irene dann endlich an ihr Handy: „Hallo Kim!“
  „Irene, ich hab Sam bei mir und es sie ist wirklich zusammengebrochen! Woher wusstest du davon?“
  „Kim, ich erklär dir gerne alles, jetzt fehlt mir gerade die Zeit“, sagte Irene ausweichend.
  „Wie, keine Zeit. Bist du schon wieder unterwegs zu einem Notfall?“
  „Notfall?“ Irene hielt kurz inne, „Nicht wirklich, aber ich weiß nicht, wie lange ich noch Netz habe.“
  „Ich höre einen Motor, bist du mit dem Auto unterwegs?“
  „Nein, nicht im Auto, auf einem Motorboot!“
  „Willst du mich auf den Arm nehmen?“ blaffte Kim sie an, „Nun sag mir sofort, woher wusstest, dass…“
  „Okay, wenn du es wirklich wissen willst…“ seufzte Irene.
  „Und ob ich es wissen will!“
  „Kim, wenn Sam ausgeschlafen hat, dann soll sie dir alles erklären. Ach und wenn sie sich weigert, sag ihr einen schönen Gruß von Banshee!“
  „Ich kenne deinen Dickschädel, daher werde ich wohl heute von dir keine Antwort mehr erhalten!“ Kim musste einsehen, dass sie keine Chance hatte. „Meldest du dich später noch mal?“
  „Okay, dann ruf ich dich Morgen wieder an. Bye!“ sagte Irene.
  Ein Knacken in der Leitung verriet Kim, dass Irene die Verbindung getrennt hatte. Sie legte ihr Handy bei Seite und setzte sich aufs Bett. Sie machte sich Sorgen um Sam, aber sie hatte Irene versprochen sich um sie zu kümmern und keinen Arzt zu rufen. Und auch wenn sie gerade wütend auf Irene, war, weil sie ihr keine Antworten gab, Kim konnte und wollte ihr Wort nicht brechen und würde sich um Sam kümmern, so weit es ihr möglich war.

  Der Geruch von Essen stieg Sam in die Nase. Obwohl sie es kuschelig und gemütlich hatte, brachte ihr knurrender Magen sie doch dazu die Augen zu öffnen.
Mit verklärtem Blick sah Sam sich um. Sie wusste nicht, wo sie war oder wie sie hier hingekommen war.
Sam spürte, dass sie nicht allein war. Irgendjemand war in ihrer Nähe und sorgte sich.
  „Hey, wie geht es dir?“
  Sam ging sich mit der rechten Hand über die Augen und ihr Blick klärte sich. Sie erkannte, dass Kim vor ihr hockte und dass sie sich Sorgen machte.
Nun kam Sam auch die Erinnerung daran wieder, dass sie mit zu Kim gegangen war. Kim wollte in die Küche und etwas für sie beide Kochen, als Sam sich die Wohnung ansah und zu ihren Kopfschmerzen noch Schwindel kam.
„Meine Kopfschmerzen sind weg, aber dafür hab ich einen widerlichen Geschmack im Mund.“
  „Kommt von dem Vitamin B“, erklärte Kim und tastete erneut Sams Puls.
  Dieses mal lies Sam zu, dass Kim sie untersuchte und ließ auch ohne weiteres den Blutdruck messen.
  „Irene hat mich gestern angerufen und mich gebeten, dass ich dich unter einen Vorwand zu mir locke. Sie sagte mir, dass du bei mir zusammenbrechen wirst…“ Kim hielt inne. „Irene sagte mir auch, was ich dir für eine Infusion geben soll.“
  Sam spürte, dass Kim die Wahrheit sagte, aber irgendetwas schien sie zu bedrücken.
„Was bedrückt dich?“ fragte Sam schließlich und setzte sich auf. Erst überkam sie noch ein wenig Schwindel, aber der verging sehr schnell wieder.
  „Ich hab eben mit Irene telefoniert“, sagte Kim. Sie reichte Sam ein Glas Wasser und sagte ihr dann, was Irene ihr gesagt hat.
„… und wenn du mir nicht erklären willst, was los ist, soll ich dich von Banshee grüßen!“
  Sam massierte sich die Schläfen: „Das ist mal wieder typisch Irene. Ich erklär dir gerne alles…“
  „Aber?“ fragte Kim.
  „Nicht so ungeduldig!“ beschwerte sich Sam. Erst jetzt bemerkte sie, dass sie ein Pflaster in der linken Ellenbeuge hatte. Sie vermutete, dass Kim ihr dort die Infusion angelegt hatte. „Kim, ich will deine Gastfreundschaft nicht strapazieren, aber ich hab Hunger und es riecht hier verdammt lecker!“
  Kim seufzte: „Du bist fast so schlimm wie Irene. Aber nach dem Essen, will ich Antworten!“
  „Versprochen!“ Sam nickte, „Ich werde dir alle sagen und dir ehrliche Antworten geben.“
  Kim war zufrieden und verschwand noch mal in der Küche. „Das Essen dauert noch einen Moment, ruh dich noch etwas aus. Du kannst dir auch gerne den Fernseher anmachen!“
  „Danke!“ rief Sam zurück. Sie legte sich noch mal hin und hoffte, dass Kim ihr auch glauben würde.


  Kim hörte gebannt zu, als Sam ihr von Irenes Begabung erzählte. Schon am ersten Schultag hatte Kim gemerkt, dass Irene keine Gewöhnliche Studentin war, schob das aber auf die Tatsache, dass sie älter war und schon Berufserfahrung hatte.
  „Du glaubst mir nicht!“ sagte Sam. Es war keine Frage sondern eine Feststellung.
  „Doch, natürlich glaub ich dir!“ sagte Kim; obwohl es nicht der Fall war. Sie konnte nicht glauben, was Sam ihr gerade erzählt hatte.
  „Kim, ich bin auch ein Mutant!“ Sam seufzte, „Eine Empathin um genau zu sein. Ein wandelnder Lügendetektor, wie Irene immer sagt.“
  Kim erhob sich und ging wie ein aufgescheuchtes Huhn hin und her. „Es fällt mir schwer dir zu glauben!“
  „Das kann ich verstehen“, sagte Sam, „Aber denk doch mal an die Zeit in Gotham zurück.“
  Kim blieb plötzlich stehen und wurde leicht blass. Sie setze sich sofort aufs Sofa neben Sam. Die Erinnerung an den Vorfall von damals bereitete ihr Übelkeit (siehe Banshee VII – Schools Life).
„Irene wusste es also… Deshalb ist sie mir gefolgt!“ Kim sah zu Sam rüber. „Und das mit dir wusste sie auch. Sie hat mich gestern angerufen und mir gesagt, dass ich dich unter einem Vorwand zu mir locken sollte.“
  Sam nickte nur knapp: „So wird es wohl gewesen sein. Irene sieht was passiert, kann es aber nicht verhindern sondern nur versuchen das schlimmste zu vermeiden.“
  „Ist bestimmt nicht einfach mit einer solchen Bebung zu leben.“
  „Ist es auch nicht“, stimmte Sam ihr zu. „Aber Irene hat gelernt damit klar zu kommen; so wie ich. Kim, ich spüre, dass du noch Fragen hast.“
  Kim lachte zwanghaft: „Ja, sehr viele Fragen sogar!“
  „Irene will ja, dass ich dir alles erzähle. Doch vorher hab ich noch eine Frage: Warum hast du eine Infusion hier gehabt?“
  „Ich konnte damals keine Infusionen anlegen und Irene hat mir Nachhilfe gegeben. Sie hatte damals Infusionen und alles mitgebracht. Ich sollte an ihr üben…“
  „Das erklärt, warum Irene eine zeitlang so zerstochene Arme hatte. Damals dachten wir schon, dass sie sich Heroin spritz!“
  „Ja, das war meine Schuld. Aber danach konnte ich fast so gut Infusionen legen wie Irene“, Kim stieg das Blut in die Wangen, „Aus dieser Zeit ist die Infusion noch übrig. Irene meinte damals, ich soll die Infusion aufbewahren, damit ich für Notfälle eine im Haus hab. Damit hat sie wohl dich gemeint.“
  „Bei Irene weiß man das nie… Aber nun zu deinen Fragen!“


  Draußen begann es zu dämmern und Sam wurde klar, dass sie nicht nur den Unterricht verpasst hatte, sondern auch wieder nach Hause musste.
  „Ich habe bedenken dich fahren zu lassen!“ sagte Kim, „Aber deine Empathie hat anscheinend Irenes Dickkopf absorbiert.“
  „Kim, ich kann…“
  Kim lachte: „Ich weiß, dass das keinen Sinn ergibt. Aber ich weiß auch, dass ich dich nicht aufhalten kann und dafür muss ich nicht in die Zukunft sehen können.“
  „Bin ich wirklich so schlimm?“ fragte Sam. Sie war sich nicht bewusst, dass Irene einen so starken Einfluss auf sie hatte.
  „Nicht wirklich.“ Kim erhob sich vom Sofa und schaltete das Licht an. „Soll ich dich nach Hause bringen?“
  Sam spürte erneut Sorgen bei Kim, doch Sam war mit dem Wagen da und den wollte sie nicht stehen lassen.
„Wird nicht nötig sein.“
  „Dickschädel!“ sagte Kim und räumte ihre Gläser in die Küche. „Aber ich werde dich bis zu deinem Wagen bringen!“
  „Danke!“ erwiderte Sam. Sie wollte nicht zugeben, dass sie den Weg zum Campus allein nicht wieder finden würde.
  „Und wenn Irene zurück ist, dann will ich euch mal besuchen!“


  Sam kam die Strecke nach Hause besonders lange vor. Es ging ihr zwar schon besser als heute Vormittag, aber sie wollte nur noch ein heißes Bad und dann noch mit Irene sprechen und dann ins Bett.
Nachdem sie den Wagen geparkt hatte, spähte Sam auf den Flur. Sie stellte sicher, dass niemand zu sehen war und machte sich mit leisen Schritten auf den Weg zu ihrem Zimmer.
  „Du bist heute aber spät!“ begrüßte Logan sie.
  Vor Schreck zuckte Sam zusammen. Sie hatte nicht ihn kommen hören oder gar eine Emotion von ihm gespürt.
„Erschreck mich doch nicht!“ fuhr sie ihn an, nachdem sie sich wieder gefasst hatte.
  Er ging auf sie zu. „Du wirkst etwas blass. Geht es dir wirklich gut?“
  „Ich bin nur müde, das ist alles!“ Sam wollte an Logan vorbei, doch er stellte sich ihr in den Weg. Mit vor der Brust verschränkten Armen musterte er sie: „Und das soll ich dir glauben?“
  „Ja, das sollst du!“ sagte Sam im scharfen Tonfall. Es war nicht ihre Art so mit irgendjemanden zu reden, schon gar nicht mit ihren Freunden, doch auch sie hatte ein Recht darauf mal schlechte Laune zu haben.
„Und bevor du fragst, ich war noch bei Kim. Kim ist eine Kommilitonin von Irene und wir drei Essen öfters zusammen in der Mensa.“
Sie schob sich an Logan vorbei.
  „Jetzt sei doch nicht gleich eingeschnappt Sam, ich meine es doch nur gut mit dir!“ rief er Sam noch hinterher; doch Sam überhörte ihn einfach.
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