Banshee IX - Life on MRC

GeschichteMystery, Horror / P16 Slash
Cyclops / Scott Summers Jubilee / Jubilation Lee Phoenix / (Doktor) Jean Elaine Grey Professor X / (Professor) Charles Francis Xavier Siryn / Theresa Maeve Rourke Cassidy Wolverine
09.10.2010
16.06.2011
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Cover: http://kaempferdesfriedens.blogspot.com/2010/11/cover-fur-banshee-8-life-von-mrc.html

Im Aufenthaltsraum herrschte wie immer reges Treiben. So bald die Schüler mit ihren Hausaufgaben fertig waren, trafen sie sich entweder hier oder draußen wieder. Da es heute aber ein regnerischer Tag war, waren fast alle Schüler hier zu finden.
Über die Mattscheibe des großen Plasmabildschirms flimmerten die Top 100 der US Charts; auch wenn kaum ein Schüler hin sah oder der Musik lauschte.
  Terry lümmelte auf dem Sofa und blätterte in einer Teenyzeitschrift, als sie angesprochen wurde.
  „Terry, hast du Lust mit uns Kicker zu spielen?“ fragte Rahne sie. Rahne und Terry kannten sich schon lange bevor sie beide ans Xavier Institut für junge Begabte kamen. Rahne war die Adoptivtochter von Dr. Moira MacTaggert, diese war wiederum die Frau von Sean Cassidy – Terrys Vater.
Terry hatte die gleichen Kräfte wie ihr Vater und Schwester Irene. Sie konnte nicht nur sehr laut schreien, sonder auch mit einer bestimmten Frequenz ihrer Stimme den Menschen in ihrer Umgebung Schmerzen zufügen oder bis hin zur Bewusstlosigkeit paralysieren.
  „Aber ich bekomme den Keeper!“ sagte Terry, legte ihre Zeitschrift bei Seite und ging in die andere Ecke des Aufenthaltsraumes, wo Bobby und Marie beim Tischfußball auf sie warteten.
  „Wir gegen euch!“ sagte Marie.
  „Okay!“ antwortete Terry und band sich die roten langen Haare im Nacken zusammen, damit sie beim Spiel nicht störten. „Wer als erstes zehn Punkte hat gewinnt!“
  Nachdem sie sich auf alles geeinigt hatten, begannen sie auch mit dem Spiel. Nach wenigen Minuten stand es 8:5 für Marie und Bobby.
  „Ihr könnt auch gerne direkt aufgeben!“ sagte Bobby.
  „Vergiss es!“ Rahne drehte den Hebel und schoss ein Tor. „Wir halten es gerne spannend!“
  Sehr schnell holten die beiden Mädchen auf, aber dann landete Marie einen Glückstreffer und holte auf.
  „Das nächste Tor gewinnt!“ sagte Bobby und sah seine Freundin an; Marie nickte.
  „Dann lass uns mal gewinnen!“ sagte Rahne und sah Terry an; nach weniger als einer Minute schoss sie das Siegestor mit dem eigenen Torwart.
Vor Freude jubelten die beiden laut los, aber Terry verstummte schnell wieder, als sie sah, wie alle im Aufenthaltsraum sich die Ohren zu hielten und sich teilweise sogar vor Schmerzen krümmten.
  „Musste das sein!“ wurde sie von Billy angeblafft.
  „Tut mir Leid…“ sagte Terry und sah durch die Runde. „Das war keine Absicht!“
  Noch weitere Schüler beschimpften Terry oder blafften sie an, weil sie – versehentlich – zu laut geschrieen hatte.


  Am Abend gab es eine Lehrerkonferenz; wenn es auch nur kurz etwas zu besprechen gab, dann trafen sich die Lehrer im Büro von Professor Xavier, aber in diesem Fall war ein Klassenzimmer doch bequemer, da es mehr Sitzmöglichkeiten für alle gab.
Logan erzählte Irene und Sam, was heute passiert war, da die beiden Frauen, zum Zeitpunkt, als Terry versehentlich der Schrei rausgerutscht war, sich noch in der Columbia University befanden.
  „Das ist mir damals aber auch passiert“, gestand Irene. „Am schlimmsten war es, wenn sich jemand den Spaß erlaubte und mich erschreckte.“
  „Das mag ja sein, aber Terry hat gelernt mit ihren Kräften umzugehen“, erklärte Scott ihr. „Sean hat ihr beigebracht ihre Stimme zu kontrollieren, bevor sie hier her kam. Sie sollte mit gleichaltrigen lernen, was bei Moira damals nicht möglich war.“
  „Ihr tut ja gerade so, als wenn sie das mit Absicht gemacht hätte!“ warf Sam ein. „Ich bin ihr vorhin begegnet und sie schämt sich so sehr, dass sie nicht mal den Mund auf kriegte um mich zu grüßen. Sie hatte einfach nur einen schlechten Tag, das ist alles!“
  „Leider nicht!“ Jean legte eine Hand auf die Schulter der Empathin. „Vor einigen Tagen kam Terry zu mir, weil sie Halsschmerzen hatte. Und als ich sie dann bat „A zu sagen…“
  „Fand ich sie Ohnmächtig auf dem Boden!“ unterbrach Scott seine Frau jäh. „Terry hat wenigstens Hilfe geholt.“
  „Hör auf ihr Vorwürfe zu machen!“ sagte Sam an Scott gerichtet. „Terry hat Jean sicher nicht verletzen wollen, also hör auf mit den Vorwürfen und mach mal einen Vorschlag, wie wir ihr helfen können!“
  Scott verschränkte die Arme vor der Brust und drehte sich demonstrativ von Sam weg. Nachdem die Empathin ihm eine Ohrfeige verpasst hatte (siehe Banshee VIII – Amish Rose), spielte er ihr gegenüber schnell den Beleidigten; was Sam meistens mehr als nur Recht war.
  „Können wir das auf später verschieben, ich muss noch lernen!“ Irene lenkte das Thema wieder in die eigentliche Richtung: Warum hatte Terry ihre Kräfte plötzlich nicht mehr unter Kontrolle?
  Es gab eine Diskussion, welche Gründe es geben konnte, aber alles ging darauf hinaus, dass sie Terry selber fragen mussten ob vielleicht irgendetwas sie psychisch belastete und ihre Selbstbeherrschung darunter litt.
  „Wenn sie ein Junge wäre, dann würde ich sagen, sie hat Stimmbruch!“ scherzte Logan.
  Jean und Irene sahen sich an und sagten gleichzeitig: „Das ist es!“
  Fragend zog Logan eine Augenbraue hoch. „Ich verstehe fast nix von Medizin, aber nen Stimmbruch haben doch eigentlich nur Jungs!“
  „Die Stimme von jungen Mädchen ändert sich auch, nur dauert es da länger!“ erklärte Irene.
  „Und was machen wir da?“ fragte Ororo.
  Logan grinste: „Wir könnten ihr Gesangsunterricht geben!“
  „Genug!“ sagte Professor Xavier ernst uns sah Irene an. „Dir macht es nichts aus, wenn Terry ihre Kräfte einsetzt. Könntest du…“
  Irene schüttelte den Kopf: „Nein, so gerne ich das auch machen würde, aber das schaffe ich nicht. In wenigen Wochen bin ich in Schottland wegen meiner Doktorarbeit. Ich hab jetzt schon kaum Zeit für irgendwas.“
  Schweigend nickend nahm Professor Xavier Irenes Erklärung an.
  „Und außerdem...“ Sam grinste und sah zu Logan, „… Irene singt nur unter der Dusche, weil sie glaubt, dass ich die schiefen Töne nicht höre!“
  Ein schriller Schrei unterbrach die Lehrerkonferenz. Die Anwesenden tauschten nur Blicke aus und jeder wusste, was er zu tun hatte.
Jean machte sich auf dem Weg zu Krankenstation, während Irene sich bei Kurt Unterhakte und sich von ihm teleportieren ließ. Ororo, Logan und Scott hatten es nicht so eilig, machten sich aber schnellen Schrittes auf um die Schaulustigen Schüler im Zaun zu halten.
Professor Xavier und Sam blieben allein zurück.


  Als Irene und Kurt sich im Flur materialisierten, da waren schon die ersten Gaffer vom Dienst, wie Irene sie gerne nannte, anwesend und hatten Terry eingekreist. Aber das reichte nicht, einige machten Terry Vorwürfe und beschimpften sie.
  „Macht Platz!“ sagte Irene in einen lauten Befehlston und schob sich durch die Schüler, die teilweise schon größer waren wie sie und erreichte endlich Terry.
„Was steht ihr hier noch so rum? Habt ihr nix besseres zu tun?“ fragte Irene und sah durch die Menge.
  Sofort löste sich die Traube aus Schülern auf und Kurt konnte zu ihnen.
  „Was ist passiert, Terry?“ fragte Irene sie. Sie hatte den Schüler, der zusammengekrümmt am Boden lag im Blickwinkel. Kurt würde ihn zu Jean bringen, damit Irene sich um Terry kümmern könnte.
  Terry sah Irene an, Verzweiflung und Angst spielte sich in ihrem Gesicht wieder.
  „Lass uns nach draußen gehen!“ sagte Irene und legte Terry einen Arm um die Schulter.
  Terry setzte zum Protest an, aber sie sagte dann doch kein Wort. Schüchtern sah sie zu Boden und ließ sich von Irene zur Tür führen.


  Es regnete draußen leicht. Irene hatte Regenschirme besorgt, bevor sie mit Terry in den Wald ging.
  „Terry, ich bitte dich, rede mit mir. Ich bin nicht hier um die Vorwürfe zu machen, sondern weil ich dir helfen will.“
  Terry schwieg weiterhin.
  Irene griff ihr unters Kinn und zwang sie sie anzusehen. „Terry, du musst keine Angst haben. Hier hört uns keiner und da wir die gleichen Kräfte haben, kann mir nichts passieren.“
  Es dauerte noch einen Moment, aber dann traute sich Terry doch etwas zu sagen.
„Ich hab das nicht gewollt!“ wisperte Terry.
  „Ich weiß!“ sagte Irene und hörte Terry zu, als sie von ihren Missgeschicken erzählte.
  „… und als er dann nieste, da hab ich mich einfach nur erschreckt.“
  «Das haben wir gehört!» dachte sich Irene, verkniff sich aber ihren Kommentar.
  „Ich weiß auch nicht, warum ich meine Stimme nicht mehr Kontrollieren kann. Ich will doch niemanden wehtun!“ Terry wurde unmerklich lauter und wandte den Blick ab.
  „Ich weiß!“ sagte Irene und nahm Terry in den Arm. „Wir alle wissen, dass das keine Absicht war. Und wir werden gemeinsam eine Lösung finden um dir zu helfen.“
  „Danke, Schwester Irene!“ Terry schluchzte leise.
  Was beide noch nicht wussten war, dass Professor Xavier und Sam bereits eine Lösung gefunden hatten.


  „Vielleicht ist es besser, wenn sie zu ihrem Vater zurückgeht. Er kann sich sicher besser um sie kümmern wie wir hier!“ meinte Professor Xavier zu Sam.
  „Vom Prinzip her stimme ich Ihnen zu“, sagte Sam, „doch es wird dann für Terry und die anderen Schüler so aussehen, dass Sie Terry loswerden wollen.“
  „Das befürchte ich auch. Doch Sean hat selber zu viele Pflichten um hier her zu kommen um Terry zu helfen; ich sehe keine andere Möglichkeit als sie zurück zu schicken. Es ist ja auch zu ihrem besten.“
  Sam überlegte, wie man Terry helfen konnte, ohne dass sie sich gleich abgeschoben fühlt. Und dann kam ihr die Idee: „Wir schicken Terry und noch einige andere Schüler ihm Rahmen eines Schüleraustausches zu Sean und Moira.“
  „Ein Schüleraustausch?“
  „Ja!“ sagte Sam. „Sean kann sich dann mit Terry befassen und nebenher können die Schüler Schottland kennen lernen. Moira hat doch auch einen kleinen Schulkomplex auf dem Anwesen, dort kann sie doch sicherlich noch einige Schüler unterrichten. Und Irene ist in wenigen Wochen auch da. Wenn sie nicht gerade an ihrer Doktorarbeit schreibt oder im Labor arbeitet, dann wird sie Sean und Moira sicherlich unter die Arme greifen.“
  „Das könnte für Irene aber eine Menge Stress bedeuten!“ äußerte Professor Xavier seine Bedenken.
  „Sie kennen doch Irene!“ Sam musste unweigerlich lachen, „Wenn sie keinen Stress hat, dann wird ihr langweilig. Und so können wir das Angenehme mit dem nützlichen verbinden!“
  „Ja, da hast du Recht“, nun musste auch Professor Xavier lächeln. „Ich werde dann mal Sean und Moira anrufen. Und du überlegst dir schon mal, wenn du noch alles auf den Schüleraustausch schicken möchtest.“
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