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Logan & Sam

von Howlett
GeschichteLiebesgeschichte / P18 / Gen
Gambit / Remy LeBeau Wolverine
28.09.2010
06.12.2010
31
53.326
7
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28.09.2010 1.729
 
Sie bogen auf den Highway ab und Logans Laune hätte nicht besser sein können. Vor sich die weite freie Straße, unter sich ein Auto mit dem man, dank ein paar kleiner Verbesserungen, den Rausch der Geschwindigkeit erleben konnte, und dazu die Aussicht heute Abend gemütlich in irgend einer Kneipe zu sitzen und ein paar Bier zu kippen. Das Jean wegen ihrem „guten Jungen“ miese Laune hatte und dass dieser jetzt, aus Angst sein Täubchen könnte auf Abwege kommen, im eigenen Saft schmorte, war sozusagen noch der Bonus auf alles.

Seit sie losgefahren waren hatte Jean kein Wort gesprochen. Sie war eingestiegen, hatte sich angegurtet und starrte stur aus dem Seitenfenster. Logan störte dies nicht weiter, den er hatte eh keine Lust auf Konversation, geschweige noch darauf den Trostspender spielen zu müssen. Er suchte einen guten Sender im Radio, trat das Gaspedal so weit es ging durch und pfiff fröhlich vor sich hin, während sie Meile um Meile hinter sich ließen.

„Wir sind fast da.“ Logan wurde aus seinen Gedanken gerissen und sah zu Jean.
„Die nächste Ausfahrt ist es“, beendete Sie den Satz, lächelte Logan kurz an und starrte wieder aus dem Fenster.
„Ja, gleich geschafft“, sagte Logan mehr zu sich selbst und nahm kurz darauf die Abfahrt die sie in eine kleine Stadt, die für ihn so unbedeutend war, dass er deren Namen schon kurz hinter dem Ortsschild wieder vergessen hatte, führte.
„Wo lang“, fragte er Jean, die nicht da erste Mal hier war.
„Folge einfach der Straße, die führt direkt zum Hotel“
Die Uhr zeigte 21:30 Uhr, es wurde langsam dunkel, aber es war immer noch früh genug um sich ein wenig zu amüsieren. Logan betrachtete die Gegend durch die sie fuhren aufmerksam. Sie waren schon an ein, zwei Pubs vorbei gekommen und auch das Etablissement in einer Seitenstraße, aus dem verheißungsvolles rotes Licht drang war ihm nicht entgangen.

Endlich. Logan parkte den Wagen vor einem prächtig anmutendem Backsteingebäude. Auf dem erleuchtetem Schild war „Waverley Hous“ zu lesen und 5 Sterne waren abgebildet. „Nicht schlecht“, dachte er, stieg aus und streckte sich lautstark und ausgiebig, während Jean schon dabei war Ihre Tasche vom Rücksitz zu zerren. Logan schnappte seinen Rucksack und folgte Ihr zum Eingang. In der Zeit, in der er sich in der Lobby umsah, kümmerte Jean sich an der Rezeption um die Formalitäten. Ziemlich schnell schien alles erledigt zu sein und sie kam auf Logan zu.
„Unser Zimmer liegen nebeneinander“, sie hielt ihm zwei Schlüssel, an denen große ovale Messingschilder mit der Nr. 15 und 16 baumelten, entgegen. „Such dir eins aus!“  Logan zuckte mit den Schultern und griff zu.
Gemeinsam stiegen sie die Treppe, die in den 1. Stock führte hoch. Sie beraten einen nicht allzu langen Flur, der mit einem teuren Teppich ausgelegt war, und von dessen Decke ein ziemlich verschnörkelter Kronleuchter hing, der gedimmtes Licht spendete. Logan schloss Zimmer Nr.15 auf und warf den Rucksack hinein.
Jean sagte, „gute Nacht“ und wollte an ihm vorbeigehen, doch Logan drehte sich ihr so schnell entgegen, dass sie abrupt stehen blieb.
„Was denn, du willst doch nicht etwa schon schlafen gehen?“, fragte er mit einem eigenartigen Lächeln, das sie nicht zu deuten wusste......, (oder doch?) und machte einen Schritt auf sie zu.
Unwillkürlich wich sie vor ihm zurück, hatte aber sofort die Wand im Rücken.
„Doch, ich würde gern einfach nur noch abschalten“, erwiderte sie fast schüchtern und blickte zu Boden, weil sie es irgendwie nicht schaffte seinem Blick stand zu halten.
Logan stützte seine rechte Hand, kurz über ihrer Schulter, gegen die Wand, neigte seine Kopf, so dass sein Gesicht dem ihren gefährlich nah kam, und sprach in gedämpfter Lautstärke.
„Hmmm......., man muss doch dazu nicht unbedingt schlafen.“
Oh Gott diese tiefe, rauchige Stimme. Jean spürte wie ihr ein Schauer über den Rücken lief, und sie schluckte gegen die Trockenheit in Ihrer Kehle.
„Es gibt doch viel amüsantere Methoden um abzuschalten“, setzte er noch eins drauf und fuhr ihr dabei mit der Rückseite, seines Linken Zeigefingers über die Wange .
Sie schloss kurz die Augen, sah ihn dann direkt an, versuchte sich nicht anmerken zu lassen was in ihr vorging, wie sehr sie ihn noch immer wollte, aber Logan wusste bescheid.
Er sah die geweiteten Pupillen und die leicht Röte die in ihr Gesicht trat. Hörte wie sich die Frequenz ihres Herzschlags zusammen mit der Geschwindigkeit ihres Atems erhöhte. Und nicht zuletzt konnte er es riechen, ja..., er kannte den Duft den sie verströmte wenn sie erregt war.
Es war lange her das er ihr so nah war, doch er ahnte was in ihrem Kopf vor sich ging. Wie sie das für und wider, von dem was da kommen mochte abwägte, wie ihr Verstand gegen ihre Sehnsucht, sich einfach von ihm nehmen zu lassen ankämpfte.
Zwei mal schon hatte ihr Verstand in der Vergangenheit gewonnen, zwei mal hatte Sie ihn Nahe kommen lassen und dann letzter Sekunde von sich gestoßen, um ihn mit der unerfüllten Gier in sich zurück zu lassen.
Aber heute......., heute konnte er sie habe, dessen war er sich fast sicher. Er stellte sich vor wie er sie nimmt, sie anschließend mit ihrem schlechten Gewissen liegen lässt. Wie sie Scott unter Tränen alles beichtet.
Scott, der Edle, der Kultivierte, ob er ihr verzeihen würde? Egal.

„Was für Methoden?“, fragte sie.
Logan stieß sich von der Wand ab, stellte sich mit verschränkten Armen und einem viel zu breitem Grinsen hin, „hmmm,...... also ich zum Beispiel, kipp mir jetzt ordentlich einen hinter die Binde.“
Jean sagte nichts, sah ihn nur an. In ihrem Gesicht war abzulesen, dass er sie vor den Kopf gestoßen hatte, doch es interessierte ihn nicht.
„Ich will dich nicht mehr Dr. Grey“, dachte er, als er sich umdrehte und ging, „ich bin drüber weg.“
Sollte sie doch da stehen. Sollte sie doch wenigstens mal ansatzweise spüren wie es sich anfühlt, erst angelockt und dann davon gejagt zu werden. Sie hatte es verdient!
Nein, was wollte er mit ihr, einer Frau die sich nicht fallen lassen konnte, die jede ihrer Emotionen analysieren musste, sich immer kontrollierte. Jean war zu kompliziert, jedenfalls für ihn.
Was er wollte war Eine, mit der er seine Lust ausleben konnte, hemmungslos, rücksichtslos, in all ihren Fassetten, und so eine würde sich hier sicher finden lassen,.... für ein paar Dollar.

Logan war wieder in der Lobby angekommen und steuerte aufs Hotelrestaurant zu, nahm gleich am Tresen platz, bestellte ein Bier und nen Whisky. Er kippte das Bier in einem Zug runter, spülte mit dem Whisky nach, um gleich noch mal das Selbe zu ordern.
Nach dem er dies ein paar mal wiederholt hatte war er in der richtigen Stimmung um etwas „abzuschalten“.
Er verlies das Hotel, orientierte sich kurz, und wollte gerade die Richtung aus der sie gekommen waren einschlagen, als etwas seinen Hintern streifte. Als er sich umsah lief jemand davon. Er griff an seine Gesäßtasche, „na toll“, aber nicht mit Ihm. Wäre ja noch schöner, dass er sich so einfach die Brieftasche klauen lässt.
Der Dieb trug eine schwarze Hose, und eine schwarze Lederjacke mit einer graue Stoffkapuze, die er sich über den Kopf gezogen hatte. Er war ganzschön flink und Logan musste ordentlich Gas geben um dran zu bleiben.
Er folgte Ihm um die Ecke in eine Straße, an der sich zur Linken eine Mauer entlang zog, und die zur Rechten von vielen kleinen Häusern im Kolonialstil gesäumt war.
Der Langfinger hatte seinen Verfolger bemerkt und legte noch an Geschwindigkeit zu, aber Logan kam unaufhaltsam näher, war schon fast bei ihm, als dieser plötzlich an die Mauer sprang und sich daran hoch zog.
Logan packte den Knöchel seines linken Beines und wollte ziehen, da traf ihn der Stiefel des Rechten hart im Gesicht . Er fluchte, musste aber kurz von ihm ablassen und schon war dieser auf der anderen Seite.
„Nicht so, Freundchen“, knurrte Logan, der jetzt richtig sauer war. Er sprang über die Mauer in den Park und nahm die Verfolgung wieder auf.
„Verdammt kann der rennen“, dachte er und holte jetzt alles aus sich raus. Gleich, nur noch ein Stück, Logan setzte zum Sprung an, schlang die Arme um die Hüften des Flüchtenden und brachte ihn zu Fall. Er war über ihm, riss ihn rum und hob die geballte Faust um ihm ordentlich eins auf die Nase zu geben, als er eine lange, lockige, blonde Strähne sah, die seitlich aus der Kapuze hing.

Samantha, die sich aber von allen bloß Sam nennen ließ, lag schwer atmend auf dem Rücken. Über sich dieser Typ mit der komischen Frisur, der wütend die Zähne fletschte und dessen Backenbart wild, bald wie die Mähne eines Tieres, von seinem Gesicht abstand. Sam sah seine Faust, erwartete jeden Moment einen kräftigen schlag ins Gesicht zu bekommen, aber sie war wie Paralysiert, konnte nicht mal die Hände zur Abwehr heben. Sie lag nur da und starrte in seinen Augen,..... wie wunderschön sie waren. Sie konnte die Farbe im Licht der Laterne neben sich, nicht genau ausmachen, waren sie grün oder braun? Keine Ahnung. Sie sah nur wie sie strahlten, welche Stärke und welches Feuer aus ihnen brannte.

Der Schlag blieb aus, die Züge seines Gesichtes wurden weicher. Er packte sie am Kragen,  zog sie in die sitzende Position und setzte sich keuchend daneben.
„Was zum Teufel sollte das?“
„Tut mir leid“, meinte die Junge Frau etwas kleinlaut, und hielt dem Fremden seine Brieftasche hin.
„Oh toll, tut dir also leid, dass du mich beklaut hast“
„Hey komm schon, wenn du dir ne Übernachtung in so einem Schuppen leisten kannst, dann wirst du auch ne kleine Spende abdrücken können. Dachte ich.“
„Spende“, wiederholte Logan mit hochgezogener Augenbraue, „und für was sollte ich Spenden, für Drogen?“
„Herr Gott, Drogen sind doch nicht das Einzige wofür man Geld braucht.“ Entgegnete Sam eine  Spur unfreundlicher, als Sie es eigentlich beabsichtigte. „Du hast dein Geld zurück und ich verschwinde“
„Warte“, Logan hielt sie am Arm fest, „Hast du Hunger?“ Seine Gesichtszüge waren jetzt sanft und in seiner Stimme lag etwas fürsorgliches.
Sam lebte schon eine ganze Weile auf der Straße. Hatte gelernt Fremden, vor allem fremden Männern zu mistrauen. Es waren wieder seine Augen, die sie dieses Misstrauen vergessen ließen. In ihnen war nichts falsches, sondern ....Wärme? Ja, anders war nicht zu beschreiben was sie sah.
„Auch“, antwortete Sie.
„Komm mit!“
Sam zögerte.
„Na was denn? Ich denke du hast Hunger“, sagte er lächelnd, „übrigens ich bin Logan.“
„Sam.“
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