Shitsui no Jidai

von Aoiyuki
GeschichteAbenteuer, Romanze / P12
Alexis Rhodes Atticus Rhodes Chazz Princeton Jaden Yuki OC (Own Character) Zane Truesdale
27.09.2010
15.01.2020
39
127665
13
Alle Kapitel
153 Reviews
Dieses Kapitel
2 Reviews
 
 Datenschutzinfo
 
 
Hallo zusammen! Ja, ich bin es endlich mal wieder!! Nach einem Jahr habe ich es tatsächlich geschafft, ein neues Kapitel hochzustellen. Vielleicht gibt es ja noch alte Leser hier, die die Geschichte mal von Anfang an verfolgt hatten? Ich habe mit dieser Geschichte angefangen, als ich 13 war. Das war vor 9 Jahren. Damals ging ich noch zur Schule und jetzt bin ich im vierten Jahr meines Medizinstudiums. Man merkt sicherlich eine Veränderung im Schreibstil/oder eine Veränderung in den Charakteren. Aber zum jetzigen Verlauf passt das sogar ganz gut witzigerweise... Ich meine, nach einer Gehirnwäsche von Sartorius verändert man sich doch schon, oder?
Jedenfalls habe ich wieder die Yu-Gi-Oh Folgen 87 u. 88 als Vorlage genommen. Ich werde aber auch noch mal Duelle wieder selber schreiben, das macht einfach mehr Spaß. Aber wie dem auch sei, ich versuche wirklich, diese Geschichte bis zum bitteren Ende fertigzustellen... Die FF liegt mir schon ziemlich am Herzen. Ich würde mich sehr über Kommentare freuen! Vielleicht sind ja hier noch alte Fans der Geschichte... Oder auch neue Fans!! :)

Vielleicht noch mal zu dem, was geschehen ist (ab dem Duell mit Aster):
Jaden hat das Duell verloren und konnte dadurch seine Karten nicht mehr sehen. Er hat vor, die Insel zu verlassen. Dann streiten sich auch noch Mio und Chazz und alles eskaliert: Mio gesteht Chazz endlich ihre Liebe! Da sie Angst hat, abgewiesen zu werden, läuft sie weg. Chazz sucht nach ihr und trifft dabei auf Sartorius. Er verliert das Duell gegen ihn und wird auf die Seite der Gesellschaft des Lichts gezogen. Er hat es auch geschafft, Alexis auf seine Seite zu ziehen. In der Zwischenzeit hat auch das Genex-Turnier begonnen. Jaden beschließt, sich Chazz zu stellen. Dieser kommt auf die gleiche Idee und fordert ihn zu einem Duell heraus... Mio ist bisher noch nicht wiedergefunden worden und keiner weiß, wo sie sich zurzeit befindet...

Viel Spaß!


37. Kapitel: Vom Licht geblendet (II)

Weiß. Alles war weiß. Seine Wände waren weiß. Seine Uniform war weiß. Seine Karten waren weiß.
In der Gesellschaft des Lichts war alles weiß. Es gab überall nur Licht. Licht, das alles erleuchtete. Licht, das die stärkste Macht im Universum war. Eine Macht, die zu voller Stärke verhalf.
Chazz Princeton seufzte. Wieso lag er auf seinem Bett und war dennoch unzufrieden? Sein Blick fiel auf ein schwarzes Insekt an der Wand. Schwarz. Wieso gab Schwarz ihm so viel Beruhigung? Schwarz war doch falsch. Schwarz war die Dunkelheit. Schwarz war der Schatten. Nur das Licht war das Richtige.
Doch wieso… wieso hatte er so Kopfschmerzen? Und da war ein Mädchen mit schwarzen Haaren und blauen Augen… Er hatte mit ihr gesprochen, bevor er hier war. Aber er konnte sich an nichts mehr erinnern. Wie hieß dieses Mädchen? Ihre Augen erinnerten ihn an den Ozean. Aber er hatte sie nicht mehr wieder gesehen. Und ihre Haarfarbe… sie war auch schwarz. Sie hatte schwarze, lange Haare. Sie verschwand nicht mehr aus seinem Kopf. Wenn er doch nur ihren Namen wüsste…  Immer wieder vergaß er ihn.
Aber wieso ist sie mir so wichtig? Wieso verschwindet sie nicht aus meinem Kopf? Ich habe das Gefühl, etwas Wichtiges vergessen zu haben… nur was? Und eigentlich habe ich doch immer Alexis geliebt… oder nicht? Aber wie kann es sein, dass ich immer an dieses schwarzhaarige Mädchen denke - und nicht an Alexis?

Der junge Mann schüttelte den Kopf. Zeitverschwendung. Vielleicht würde das Duell mit Jaden Yuki, seinem Erzrivalen, Klarheit in alles bringen. Vielleicht würde er dann dieses Mädchen für immer vergessen. Jaden Yuki musste aus dem Weg geräumt werden. Für Meister Sartorius.
Chazz blickte auf die Uhr. Zehn Minuten vor zwölf. Es war an der Zeit. Endlich konnte er Jaden Yuki zeigen, wie mächtig er geworden war. Seine alten Karten waren wertlos. Es zählten nur die starken, weißen Ritter, die er von Meister Sartorius als Geschenk erhalten hatte. Und er würde ihm beweisen, dass er ein treuer Untergebener war.

~*~

Die Uhr schlug zehn Minuten nach zwölf. Ungeduldig wartete Chazz Princeton. Inzwischen hatten sich um ihn herum zahlreiche Zuschauer versammelt, die gespannt auf das Duell der zwei Kontrahenten warteten. Dann, am Horizont, erschien eine in rot gekleidete Gestalt mit braunen Haaren. Es war sein Erzrivale Jaden Yuki.
Genervt stöhnte der schwarzhaarige Student auf. Er hatte lange genug gewartet.
„Tut mir leid, ich bin spät dran!“, rief sein braunhaarige Rivale.
„Was soll das, Yuki?! Ich habe lange genug gewartet!“, rief er dem Slifer Studenten genervt zu. Er wollte endlich dieses Duell hinter sich bringen. Mit einem glorreichen Sieg. Doch was sah er da in der linken Hand seines Gegenübers?
„Sieh mal, was ich gefunden habe: Deine alte, schwarze Uniform! Sie steht dir viel besser als diese weiße Uniform.“
Chazz wurde wütend. „Wie kannst du es wagen?! Diese weiße Uniform ist der Beweis zu meiner Loyalität zu Meister Sartorius! Ich werde sie niemals abnehmen!“
Auf einmal fing sein Kopf an zu schmerzen. Szenen, wie er sich duellierte, erschienen. Er trug den schwarzen Mantel. Schwarz… Schon wieder diese verfluchte Farbe! Und dann, blaue Augen, schwarze Haare… Ein Mädchen in einer Slifer Red Uniform. Sie stritten sich. Dann verblasste die Szene und er war zurück im Hier und Jetzt. Er schüttelte den Kopf. Das durfte nicht wahr sein. Er musste Jaden Yuki besiegen. Er musste all das vergessen… Egal, was es für Erinnerungen waren. Er gehörte zur Gesellschaft des Lichtes.
Jaden Yuki schien nichts gemerkt zu haben. „Ich hänge den Mantel hier vorne hin, falls du es dir anders überlegst, Chazz!“
„Halt die Klappe und lass uns mit dem Duell beginnen!“, rief Chazz ihm genervt zu. Er wusste nicht, was sein Rivale vorhatte, aber es gefiel ihm ganz und gar nicht. Der Slifer Student versuchte, ihn aus dem Konzept zu bringen. Er redete so mit ihm, als wären sie einmal Freunde gewesen. Doch das war nicht wahr und er würde es seinem Gegner beweisen. Diese Freundschaft zwischen ihnen hatte es nie gegeben.

„Duell!“, riefen beide Kontrahenten.

Chazz LP: 4000
Jaden LP: 4000

Chazz hatte anfangen. Und eigentlich schien es sehr gut für ihn zu laufen. Er hatte die Karte Weißer Ritter Schwertkämpfer gespielt, zusammen mit einer verdeckten Karte. Ein gutes, starkes Monster zu Beginn.
Jaden Yuki spielte daraufhin seine altbekannte Karte „Elementarheld“ Sparkman. Ein nerviges Heldenmonster. Aber er kannte es und wusste, womit er es zutun hatte.
Doch dann… dann hatte Jaden Yuki dieses Monster gespielt. Eine Karte, um sich über ihn lustig zu machen. Es war… gelber Ojama. Ein schwaches, hässliches, kleines Monster. Es wurde mit Hilfe der Zauberkarte „Guter Held“ spezialbeschworen und hatte auch noch 300 Angriffspunkte erhalten.

„So, und jetzt gelber Ojama… greif an!!“, rief der Slifer Red Duellant. „Öffne deine Augen, Boss!“, rief das hässliche, kleine Monster ihm zu.
Und dann wurde er vom gelben Ojama angegriffen. Chazz dachte, es wäre nur ein leichter Schlag ins Gesicht, dem ihm das Monster verpasst hatte. Doch seine Wange schmerzte höllisch.
Der schwarzhaarige Duellant schüttelte fassungslos den Kopf. Was zur Hölle sollte das??? Und so ein Faustschlag von einem Monster von dieser kleinen Größe sollte nicht so wehtun!
„Was soll das, Jaden?!“, rief Chazz wütend. „Machst du dich etwa über mich lustig??“ Solche Unterklasse-Monster… das war doch eine Frechheit! Seine Hände zitterten vor Wut.

„Chazz! Ich versuche nur, dich zurückzuholen! Ich… Ich weiß es am besten, mir wäre es auch fast passiert. Dass Sartorius mich kontrolliert hätte. Er nutzt unsere Schwächen aus. Er will uns alle auf seine Seite ziehen!“ Was meinte er damit? Sartorius und Kontrolle? So ein Unsinn!
„Ich habe mich freiwillig angeschlossen!“, erwiderte Chazz überzeugt. Er war sich sicher! Er hatte sich freiwillig angeschlossen… oder? Wieso kamen in ihm auf einmal Zweifel auf? Das machte alles keinen Sinn.

Von nun an nahm das Duell einen seltsamen Lauf an. Jaden Yuki plante all seine Züge mit diesen Ojama-Monstern. Er beschwor sie immer wieder. Chazz konnte sich das nicht gefallen lassen. Als sein Gegner mit der sonderbaren Karte „Ojama Delta Hurricane“ sein gesamtes Spielfeld zerstörte, ließ er sich nicht unterkriegen und beschwor durch seine eben zerstörte Fallenkarte sein stärkstes Monster Weißer Ritter Lord.


Chazz lächelte, als sein Monster sich majestätisch auf dem Spielfeld erhob. „Meister Sartorius schenkte mir diese mächtige Karte. Es ist meine Aufgabe, die Welt mit der Macht des Lichtes zu reinigen! Gemeinsam mit Sartorius werden wir herrschen!“
„Chazz…“, erwiderte sein Gegenüber ungläubig. Wieso sah er ihn so voller Unglauben an? Was sollte das?
„Los!! Greif den schwarzen Ojama an!“
Und es ging wieder so weiter. Immer wieder erschienen diese kleinen Gnome. Immer wieder.  Er wurde sie einfach nicht los! Sie sollten einfach verschwinden, sich von ihm fernhalten!

„Ich aktiviere den Effekt von der Fallenkarte „Überlimit“! Ich zahle 500 Lebenspunkte und hole den gelben Ojama zurück!“
Die Lebenspunkte des Slifer Reds betrugen nur noch 200. Der gelbe Ojama wurde zurück auf das Spielfeld geholt. Langsam hatte Chazz genug

„Das reicht! Was willst du mit diesen Verrückten??“
„Diese Verrückten… sind deine Freunde!!“
Das kleine, gelbe Geschöpf erhob sich geschwächt. Es trug überall Verbände und war verwundet.
„Greif mich an, so viel du willst, Boss… Aber sag mir nicht, dass ich dir nie etwas bedeutet hätte!!“ Es sank zu Boden und weinte.
„Er hat Recht, Chazz…“
„Mitleid ist das einzige, was ich für dieses Geschöpf fühle! Ja, Mitleid!! Weil es so erbärmlich ist!“
„Du schuldest den Ojama Brüdern eine Menge, Chazz. Ohne sie wärst du gar nichts!“, erwiderte Jaden Yuki.
Chazz‘ Kopf schmerzte.

Er musste gegen seine Brüder kämpfen. Doch er durfte nur schwache Monster verwenden. Eigentlich ein Ding der Unmöglichkeit. Doch da gab es drei kleine, verrückte Monster, die ihm beim Sieg geholfen hatten: Gelb, Grau und Grün. Ein verrücktes Trio. Sie zeigten ihm, was wahre Stärke bedeutete. Er war stolz darauf, ein Verlierer der Verlierer zu sein. Denn nur wer ganz unten war, konnte zu einem starken Duellanten werden.

„Was…“, murmelte Chazz. Was passierte hier??
„Bitte, Boss…“, jammerte das kleine Monster. „Außerdem“, fügte der Ojama hinzu,  „… wollten wir doch zusammen nach unserer Freundin Mio suchen! Du wolltest sie wiederfinden!!“
„… Mio?“ Chazz wurde auf einmal ganz still. Mio. Der Name… Das Mädchen vielleicht??

Mio… Schwarze Haare… Blaue Augen… Sie wiederfinden…


Laut schluchzte sie auf, dann riss sie sich von ihm los und rannte weg. Chazz lehnte sich völlig fertig gegen einen Baum. Am liebsten wollte er ihr folgen, doch er konnte es nicht. Sie wollte allein sein.

„Was…“ Der Name! Der Name des Mädchens war Mio! Er sah zum schwarzen Mantel. Sein schwarzer Mantel. Alles verschwamm plötzlich vor ihm.

Zusammen stellten sie sich an einem Baum unter. Der Wind tobte und peitschte Mio um die Ohren. Sie verschränkte zitternd ihre Arme. Ihre Beine schlotterten wegen der Kälte. Chazz musterte sie amüsiert. „Was ist so lustig?!“, brummte sie genervt. „Du frierst“, stellte er fest. „Blitzmerker“, entgegnete sie und blickte in die Ferne. Mit einer kurzen Bewegung streifte er seinen Mantel ab und hielt ihn vor Mios Gesicht. Er schaute zur Seite.
„Nimm.“
Sie hob eine Augenbraue.„Was soll ich damit?“
„Na was wohl?“, erwiderte er.
„Nein, ich nehme ihn nicht!“
„Wie kann man so dumm sein! Nun nimm ihn doch!
„Nein!“
„Dann eben ni…“

„Sonst bist du derjenige, der friert!“, sagte sie und blickte Chazz direkt ins Gesicht. Ihre blauen Augen trafen auf grau.
„Ich will nicht, dass du wegen mir krank wirst“, fügte sie leise hinzu. Zuerst war er verwundert, lächelte aber dann. Ohne ein weiteres Wort zu sagen, legte Chazz ihr seinen Mantel sanft über die Schultern. „Mach dir darüber mal keine Sorgen.“
Er schmunzelte, als sie seinen Mantel enger um sich zog und sich darin einmummelte.


„Mio!“, stieß Chazz laut aus. „Ich… wollte nach Mio suchen... wieso auch immer sie verschwand…“

Dann veränderte sich wieder die Szene.
Er sah einen groß gewachsenen Mann mit langen Haaren. Er grinste boshaft. „Mein Name ist Sartorius. Ich bin Aster Phoenix‘ Manager.“
Dann sah er sich selbst, wie er den Mann entschlossen ansah.

„Ich nehme das Duell an!“, sagte Chazz. „Ich bin Chazz Princeton und werde Ihnen zeigen, was ich kann!“
Sartorius lächelte. „Dein Schicksal … ist von diesem Augenblick an vorherbestimmt.“

Er sah, wie er das Duell verlor. Wie seine Lebenspunkte auf null sanken.
„Ich habe also… gegen Sartorius verloren?“

Die Szene verschwamm vor seinen Augen. Kurz war alles schwarz. Dann kam er langsam wieder zu sich. Sein Kopf fühlte sich klarer an. Als ob sich ein dichter Nebel plötzlich lichtete. Er blinzelte mehrmals.

Er war am Haupttor der Duellakademie. Vor ihm stand Jaden. Offenbar duellierten sie sich. Er sah sich weiter um. Er sah seinen gelben Ojama. Moment!… Aber wieso war sein Ojama auf der Spielfeldseite von Jaden? Das waren doch seine Monster!
„Hä? Was macht mein lahmes Monster auf deinem Feld?“, sagte er vorwurfsvoll. Sein Kopf schmerzte immer noch.

„OOOOH, ER HAT GESAGT, WIR SIND SEINE MONSTER!“, schrie der gelbe Ojama überglücklich auf.
„Halt die Klappe“, erwiderte Chazz genervt. Bei der schrillen Stimme pochte sein Kopf umso mehr. Aber was war denn mit dem gelben Ojama los? Wieso war das Monster so aufgebracht? Und wieso konnte er sich nicht daran erinnern, wie es zu diesem Duell mit Jaden kam?
„Na endlich! Wir haben den alten Chazz wieder zurück!“, erwiderte Jaden überglücklich. Doch Chazz überging seinen Kommentar.
„Jaden… hast du etwa mein Deck geklaut?!“ Das war das Einzige, was ihm in diesem Moment einfiel. Um sich irgendwie diese merkwürdige Situation zu erklären.
„Hä, spinnst du?? Sag mal erinnerst du dich denn an gar nichts mehr?? Sartorius hat dir eine gewaltige Gehirnwäsche verpasst!“ Der gelbe Ojama nickte dabei.
„… Gehirnwäsche?“ Das würde zumindest erklären, wieso er diese… weiße Uniform trug. Erst jetzt fiel ihm auf, was er überhaupt anhatte! Er hasste doch weiß… Was war mit ihm passiert?
„Ja, du bist der Gesellschaft des Lichts beigetreten und wurdest zur Marionette von Sartorius!
„Marionette von Sartorius? Soll das ein Witz sein? Wobei…“ Tatsächlich konnte er sich seit dem Duell mit Sartorius an nichts mehr erinnern. Also war es wahr?
Er blickte auf den weißen Ärmel der Uniform, der inzwischen schon ganz verschmutzt war. Er wurde wütend. Dieses Weiß konnte er nicht mehr sehen! Er wollte wieder er selbst sein!

„Weg damit!!“ Er warf die weiße Uniform weg und zog sich rasch seinen schwarzen, vertrauten Mantel über. Sein Schwarz. Seine Farbe. Er grinste. Der alte Chazz war wieder zurück.
„Und alle… Ichi!“, rief er.
Die anderen riefen: „Jyu! Hyaku! Sen!“
„… THUNDER!!“
„Chazz ist wieder zurück!“ Jaden schlug gemeinsam mit dem gelben Ojama ein.
Die anderen Zuschauer jubelten ihm freudig zu. Darunter erblickte er auch einige in weißen Uniformen. Diese beäugten ihn misstrauisch. Unterlagen sie auch einer Gehirnwäsche? Dann sah er sich weiter um und erkannte Hassleberry. Doch seine Augen suchten weiter.
Wo war sie? Wo war Mio? Er hatte wohl laut seinem Ojama nach ihr suchen wollen. Aber wieso war sie weggerannt? Und wieso… war sie nicht hier? Irgendetwas stimmte nicht. Sie wäre doch die Erste gewesen, die ihm die Hölle heiß gemacht hätte, wenn er eine Marionette von Sartorius geworden wäre.  Sicherlich hätte sie gemeinsam mit Jaden hier gestanden.

Er atmete tief durch. Er war gerade mitten in einem Duell. Alle beobachteten ihn. Er musste dringend nach dem Duell mit Jaden sprechen.
„Ich weiß nicht, was passiert ist, aber ich möchte mich mit dir zuende duellieren, Jaden. Und danach muss ich mit dir dringend reden. Es geht um Mio.“Jaden nickte wissend.
„Alles klar.“ Doch wieso wurde sein Blick auf einmal kurz traurig? Chazz blinzelte. Jaden trug wieder sein typisches Grinsen. Hatte er sich etwa getäuscht? Jaden würde doch sicher etwas über Mio wissen! Entschlossener denn je wollte Chazz schnell das Duell hinter sich bringen. Das konnte er aber nur mit seinen eigenen Monstern an der Seite – wie auch immer sie plötzlich auf Jadens Feld gekommen waren.
„Also… bringen wir es hinter uns!“, sagte Chazz entschlossen.

Chazz LP: 3300
Jaden LP: 200


Er war immer noch am Zug. Sehr gut.
„Ich muss noch eine Sache vorher erledigen: Ich aktiviere Friedhofswechsel. Nachdem ich 1000 Lebenspunkte gezahlt habe, kann ich alle Monster auf dem Spielfeld zerstören.“

Chazz LP: 3300 → 2300

Tosende Flammen erschienen plötzlich auf dem Spielfeld und zerstörten den gelben Ojama und Chazz‘ alte, hässliche Karte Weißer Ritter Lord.
„Als Nächstes tauschen wir alle Karten von unseren Friedhöfen gegenseitig aus!“
„Wir tauschen unsere Karten?“, fragte Jaden überrascht.
Chazz ging auf ihn zu, um seine Karten zurückzuerhalten. „Ganz genau, ich hole mir jetzt meine Karten zurück.“ Es war ein gutes Gefühl, seine Ojamas wieder bei sich zu haben. Wie hatte er sie überhaupt weggeben können? Er fragte sich immer noch, wie sie in Jadens Hände gekommen waren. Dass er die Karten von ihm gestohlen hatte, wäre wohl die einfachste Erklärung gewesen, aber so etwas würde Jaden Yuki nicht tun.
„Gut, ich bin noch weiterhin dran. Also pass gut auf! Ich spiele die Karte Infernale Transaktion:
Du rufst ein Monster von mindestens 2000 Angriffspunkten von deinem Friedhof auf. Und was mich betrifft… ich kann mir eine Zauberkarte aus meinem Friedhof nehmen. Ich wähle… Ojamandala!“
Währenddessen erschien auf Jadens Feld Weißer Ritter Lord (2000/2000 → 2300/2000).
Chazz‘ Feind. Das Monster zeigte ihm, wie tief er unter Sartorius‘ Kontrolle gestanden hatte. Wie tief er gefallen war. Doch er würde beweisen, dass der alte Chazz wieder zurückgekehrt war. Und der schwarzhaarige Duellant wusste genau, was er zutun hatte.
„So, jetzt geht’s weiter: Ich aktiviere die Zauberkarte Ojamandala!“, sagte er grinsend.

Chazz LP: 2300 → 1300

Voller Freude erschien das bunte Ojama-Trio auf Chazz‘ Spielfeld (0/1000) im Verteidigungsmodus. Er lächelte. Er würde es vor keinem zugeben wollen, doch er hatte sie wirklich vermisst.
„Seid ihr bereit, Jungs?“ Im Chor quietschten sie freudig: „Boss! Du hast uns nicht aufgegeben!“
Chazz lächelte. „Natürlich nicht!“
„Also…“, meinte Jaden, „… wie ich immer sage: du musst das Beste aus den Karten, die du hast, machen! Los, Weißer Ritter Lord, greif den gelben Ojama an!“
Mit seiner riesigen Waffe sprang der Ritter hoch empor und zerstörte den gelben Ojama.
„Jetzt aktiviert sich Ritter Lords besondere Fähigkeit: dir werden 300 Punkte als Schaden abgezogen.“
Nun attackierte der große, weiße Ritter auch Chazz. Schützend hielt er sich seine Hände vor das Gesicht.

Chazz 1300 → 1000

Erbost quiekten die Ojama-Brüder. „Kein Grund zur Sorge. Ich mache das schon“, meinte Chazz beruhigend.
„Mein Zug! Ich spiele die permanente Zauberkarte Goblinverwandler. Mit dieser Karte kann ich einmal pro Zug ein Monster immun gegen Schäden machen. Und dafür, wenn ich den Effekt aktiviere, kannst du eine Karte aus deinem Deck ziehen - damit ist mein Zug beenden.“ So konnte er seine Ojamas ganz gut beschützen.
„Na schön! Jetzt ist Schluss mit der Spielerei!“, sagte Jaden entschlossen.
„Ich spiele meinen Glow Moss (300/900) in Angriffsposition.“ Ein blau leuchtendes Monster erschien auf dem Spielfeld. Chazz runzelte die Stirn. Eine neue Karte? Er kannte sie noch gar nicht.
„Er ist nicht sehr stark, aber er hat eine besondere Fähigkeit, wenn er aufs Feld gerufen wird“, erklärte Jaden, der wohl seinen fragenden Blick erkannt hatte. „Du musst die oberste Karte in deinem Deck umdrehen und mir zeigen. Was mein Monster dann tut, hängt davon ab, welche Karte du gezogen hast.“
Chazz zog seine oberste Karte aus dem Deck und zeigte sie Jaden. „Es ist die Zauberkarte Schweigsame Verdammnis.“
„Sehr gut! Glow Moss kann dich jetzt direkt angreifen! Los, Glow Moss!“
Das blaue Monster verpasste Chazz einen harten Schlag ins Gesicht.

Chazz 1000 → 700

„Ich bin noch nicht fertig! Als nächstes kommt Weißer Ritter Lord: greif den grünen Ojama an!“, rief der Slifer Red Student. Der grüne Ojama zitterte.
„Nicht so hastig! Dank Goblinverwandler erhält der grüne Ojama keinen Schaden und bleibt auf dem Feld!“
„Das stimmt, aber ich kann eine weitere Karte aus meinem Deck ziehen!“
Chazz war nun am Zug. „Das interessiert mich nicht viel. Ich aktiviere meine Zauberkarte Schweigsame Verdammnis! Damit kann ich ein Monster von meinem Friedhof ins Spiel rufen… Los, gelber Ojama, komm zurück!“ Breit grinsend erschien der kleine, gelbe Ojama zurück auf dem Spielfeld. Doch schnell verschwand seine Freude.
„Wir können ihn nicht besiegen!!“, schrien alle drei Ojamas verzweifelt.
„He, jetzt lasst euch nicht unterkriegen“, sagte Chazz in ruhiger Stimme.
„Ihr seid meine Trümpfe in meinem Deck, ihr würdet niemals gegen ein Monster von Sartorius verlieren!“
„… Trümpfe? Dass unser Boss das jemals sagen würde…“ Vielleicht war es auch das letzte Mal, dachte sich Chazz schmunzelnd. Sie sollen ja auch noch auf dem Boden bleiben.
„Los, zeigt, wie stark ihr seid!! Ich aktiviere die Karte: Begrabenes Schicksal! Wenn du eine Zauberkarte bereits benutzt hast, diese aber nicht auf deinem Friedhof liegt… kann ich sie in mein Blatt holen. Es ist…“, er legte die Karte auf seine Dueldisk, „…Ojama Delta Hurricane! Auf geht’s, Jungs!“

Euphorisch formatierten sich die Ojamas. Sie sprangen in die Luft, bildeten sich zu einem Kreis und drehten sich so schnell, dass ein riesiger Hurricane entstand. Alle Karten von Jadens Spielfeld wurden zerstört. Riesige Staubwolken versperrten die Sicht. Dann klärte es sich langsam auf und Jadens Spielseite war komplett leer.
Es schien, als hätte Chazz‘ das Blatt wenden können. Doch er wusste, dass dem nicht so war…

(Chazz 700 → 0)

Wenn nämlich der Weiße Ritter Lord durch den Effekt einer Zauberkarte zerstört wurde… verlor man 1000 Lebenspunkte. Ein letzter Blick von seinen Ojamas. Sie sahen ihn kurz traurig an, doch sie wussten, dass Chazz das Richtige getan hatte.

Die Hologramme verschwanden. Chazz sank zu Boden. Er hatte diese Niederlage einstecken müssen, um mit allem abschließen zu können. Dass er unter Sartorius Kontrolle gestanden hatte. Dass er eine Marionette von ihm gewesen war. Doch das Duell war endlich vorbei. Chazz merkte, wie Jaden auf ihn zugerannt kam, gefolgt von Hassleberry, Syrus und…. Täuschte er sich oder war das auch Aster Phoenix?
„Du bist wieder zurück Chazz“, rief Jaden freudig. Auch einige Ra Yellows und Slifer Reds hatten sich um die kleine Gruppe versammelt.
Kurz atmete der Duellant durch. Er war erschöpft und müde. Er musste gleich in Ruhe mit Jaden reden, um zu wissen, was genau mit Mio passiert wa-

„… Wie erbärmlich! Ich weiß einfach nicht, was ich dazu sagen soll...“
Chazz erstarrte. Er kannte diese Stimme. Doch diese Stimme… war eiskalt.
„Mio?!!“
Alle Blicke waren auf sie gerichtet. Alles war auf einmal still. Als ob die Zeit stehen geblieben wäre.
Vor ihnen stand Mio. Ihre langen, schwarzen Haare reichten ihr bis zu den Hüften. Ihre Augen waren dunkel und leer. Kein leuchtendes Ozeanblau. Sie trug eine weiße Uniform. Die Uniform der Gesellschaft des Lichtes.

„Mio…“, flüsterte Chazz leise. Er konnte nicht klar denken. Er war gerade erst wieder richtig zu sich gekommen, hatte sich von der Organisation befreien können… und wollte sich danach mit der Frage beschäftigen, was mit Mio passiert war. Und jetzt stand sie auf einmal vor ihnen? Und in einer weißen Uniform?
„Was ist mit ihr passiert?“, fragte Hassleberry. Aster runzelte die Stirn.
„Das…“, stammelte Jaden. Er trat nach vorne. „Mio!! Wo warst du die ganze Zeit?? Wir haben uns alle Sorgen gemacht! Du bist auf einmal verschwunden!!“
Sie ignorierte Jaden.
„Tja, offenbar hast du versagt, Princeton“, sagte das Mädchen kalt. Ihr Blick durchbohrte Chazz. Ihre blauen Augen leuchteten nicht.
Chazz konnte noch keinen richtigen, klaren Gedanken fassen. Sie hatten sich das letzte Mal gesehen, als… als Mio ihm ihre Gefühle gestanden hatte.

„Und wieso regst du dich dann so auf??! Na los, sag es mir!!“

Sie kniff verzweifelt ihre Augen zusammen.
„Weil ich dich liebe, verdammt noch mal!!“, schrie sie laut.


Er erinnerte sich wieder. Er hatte sie nicht mehr wiedergefunden. Dann war er auf Sartorius getroffen und wurde zu seiner Marionette dieser Gesellschaft. Aber wieso… wieso war Mio dort? Das passte nicht. Er wusste, dass sie stark war!! Sie hatte Chazz zügig in ihrem ersten Duell besiegt, weil er sie unterschätzt hatte. Seine Hände zitterten. Was hatte Sartorius nur mit ihr gemacht?? Wieso Mio??
„Mio… was ist mit dir passiert?“, brachte er schockiert heraus. Er hatte sich gefreut, sie wieder zu sehen. Er hatte alle Missverständnisse aus dem Weg räumen wollen.
Aber jetzt… jetzt gehörte sie zur Gesellschaft des Lichts… Sie gehörte Sartorius.

Das Mädchen stemmte ihre Hände in die Hüften.
„Ich habe die Erleuchtung gefunden dank Meister Sartorius. Ich habe ihm all das hier zu verdanken. Dass ich stärker geworden bin. Jetzt sehe ich umso mehr, wie schwach ihr alle seid.
Und du, Princeton, hast Meister Sartorius enttäuscht. Ich hätte mehr von dir erwartet.“ Ihr Blick durchbohrte ihn.

Chazz schüttelte schockiert den Kopf.
„Was redest du da??“, rief er verzweifelt. Erst jetzt fiel ihm auf, dass Mio größer geworden war. Ihre Haare waren auch länger geworden. Statt einem Pony trug sie einen Mittelscheitel. Ihre Gesichtszüge waren kantiger. Das Kindliche war verschwunden. Wie viele Monate waren überhaupt vergangen? Verdammt, was war nur passiert? Er hatte kein Zeitgefühl mehr!!

„Ich erfülle nur meine Pflicht. In den letzten Monaten habe ich dank Meister Sartorius meine wahre Stärke gefunden.“
„Aber du warst nicht auf der Insel!“, warf auf einmal Jaden ein.
Sie lachte kalt. „Natürlich nicht. Ich hatte Wichtigeres zutun.“
Der schwarzhaarige Duellant konnte immer noch nicht fassen, was für eine Person dort vor ihm stand. Chazz erkannte sie einfach nicht mehr wieder. Das Strahlen ihrer Augen war verschwunden…

„Nun gut. Ich werde vorerst auf der Insel bleiben und meine Pflichten weiterhin erfüllen. Ich rate euch, dass ihr euch nicht in den Weg stellt!“
Sie drehte sich um, um zu gehen.
„Warte!“, rief Chazz mit lauter Stimme. Für ihn war das Gespräch noch nicht beendet.
„Hey, macht da Platz!“ Er wollte die anderen Leibwächter der Gesellschaft des Lichts von ihr zur Seite stoßen. Doch auf einmal spürte er eine Faust im Gesicht. Unsanft fiel er zu Boden.
„Chazz!!“, rief Jaden.
Für einen kurzen Moment war ihm schwarz vor Augen. Dann erhob er sich rasch, obwohl ihm übel war. Doch er wollte sich keine weitere Blöße geben. Aber er hatte keine Chance gegen die anderen, sie waren in Überzahl. Jaden und Hassleberry kamen zu ihm geeilt. „Was soll das?“, rief Jaden wütend. Doch sie erhielten keine Antwort.
Mio sah Chazz nur abschätzig an. Es traf ihn, dass sie ihn so ansah. Es schmerzte.
„Was willst du?“, fragte sie emotionslos.
„Ich verstehe das nicht, Mio! Ich verstehe nicht, wie das passieren konnte! Erinnerst du dich an gar nichts mehr?“ Er ignorierte den pochenden Schmerz in seiner Wange.
Sie drehte sich leicht zu ihm um. „An was soll ich mich schon erinnern? Steh mir nicht im Weg, du Versager.“ Mit diesen Worten ging sie. Und alle anderen der Gesellschaft des Lichts folgten ihr. Sie umschwärmten Mio und sorgten dafür, dass jeder ihr Platz machte. Und dass keiner ihr zu nahe kam.
Sie musste Sartorius rechte Hand geworden sein. Sie hatte eine der höchsten Positionen in der Gesellschaft des Lichts.

Und Chazz konnte nichts tun. Er ließ sie gehen. Genauso, wie er sie nach ihrem Streit gehen ließ. Er tat nichts. Erschöpft lehnte er sich gegen eine der Steinstatuen. Er fuhr sich über seine Wange. Sie schmerzte höllisch. Ihm war schwindelig.
„Alles okay?“, fragte Jaden besorgt. Chazz antwortete nicht. Er hatte immer noch diese eiskalte Mio vor Augen. In der weißen Uniform. Dann erschien vor ihm das Bild einer lachenden Mio. Ihre blauen Augen strahlten. Das war die alte Mio. Hatte er sie endgültig verloren?
„Was geht hier vor, Jaden?“, fragte Chazz erschöpft. Er fuhr sich durch seine Haare. Er versuchte, die Ereignisse zu sortieren. Was war überhaupt mit ihm passiert? Er wusste nur, dass er Mitglied dieser Organisation geworden war und einer Gehirnwäsche unterzogen wurde. Und wie viel Zeit verdammt noch mal war seitdem vergangen?
„Ich kann mich an nichts erinnern“, sagte er müde. Er sah zu Aster Phoenix. „Und was macht er eigentlich hier? Was ist alles passiert?“
„Ich glaube, das ist wohl eine lange Geschichte“, meinte Hassleberry.




Ich fand es gar nicht so leicht, das Kapitel zu schreiben. Zum Teil übernehme ich die Dialoge aus dem Anime, aber ich versuche, mir da auch meine Freiheiten zu nehmen. Ich denke, die nächsten Kapitel werden dann wieder ein wenig anders werden.
Merkt man eigentlich gut den Kontrast zwischen dem kontrollierten Chazz und dem normalen Chazz? Freue mich sehr über Rückmeldungen!
Review schreiben