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Moonlight Daughter

von Isa-chan
GeschichteHumor, Liebesgeschichte / P16
Josef Kostan Mick St. John
27.09.2010
21.09.2012
39
78.585
1
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27.09.2010 2.135
 
So Leute hier bin ich wieder. Ich hab ja eine Woche ausgesetzt wie ihr sicher schon bemerkt habt. Aber auch nur, weil ich mit dem Kapi nicht hinterher kam. Soll ja auch bei mir mal vorkommen (vor allem das erste mal)
Aber ich verspreche euch, dass dieses Kapi das warten wert ist. (Oder ich hoffe es zumindest)
Ich danke noch einmal anni85, die mir beim Kapi ein wenig geholfen hat. Dann noch meiner Beta Emily-san. Und natürlich bei meinen Reviewschreibern.
Aber jetzt zum Kapi.




Wie angekündigt durfte Josephine das Krankenhaus am nächsten Tag verlassen. Ihre Schulter hatte sich nicht verschlimmert und der Arzt sah keinen Grund, sie länger als nötig da zu behalten.
Deshalb saß die junge Frau auch nun in ihrer Wohnung. Mick hatte sie vormittags abgeholt, denn Auto fahren durfte sie ja in den nächsten zwei Monaten nicht. Auch im Museum war schon bescheid gegeben. Zumindest einen Monat lang hatte Josy einen Krankenschein. Er wäre eigentlich länger gewesen, aber sie hatte nun mal einen unglaublichen Dickkopf und wollte arbeiten gehen. Auch Micks gutes Zureden half da nicht viel.
Auch gab es einen kleinen „Streit“. Josephine wollte Emily noch nicht bescheid geben. Sie würde sich nur furchtbar aufregen und sonst was machen. Wahrscheinlich würde sie Josef noch an die Gurgel gehen.
Leider brauchte die Brünette ihre beste Freundin. Sie konnte sich ja nicht alleine helfen. Und Mick konnte ja auch nicht Tag und Nacht bei ihr sein. Aber dieses Problem musste wohl wann anders gelöst werden. Jetzt wollte Josy erst einmal ein wenig die Ruhe genießen. Sie saß entspannt auf ihrer Couch und betrachtete die untergehende Sonne durch die großen Fenster. Wie sie diesen Anblick doch liebte. Und sie bekam ihn so gut wie jeden Abend. Ein kleines Lächeln schlich sich auf Josephines Züge.

Sie wurde allerdings aus ihren Gedanken gerissen, als es an der Tür klingelte. ‚Wer kann das sein?’ Josy erwartete niemanden und um diese Zeit kam eigentlich auch niemand mehr zu Besuch. /Vielleicht ist es Mick. Hat bestimmt irgendwas vergessen./
‚Da könntest du Recht haben.’ Wahrscheinlich wollte ihr Vater nur noch einmal nach ihr sehen. Er wollte ja schon bei ihr übernachten, wenn sich die junge Frau nicht vehement dagegen gewehrt hätte. Nicht, dass sie ihren Dad nicht mochte, aber sie wollte auch allein sein. Und so hilflos wie er tat, war sie dann auch wieder nicht. Seufzend öffnete sie die Tür.
„Dad, ich habe dir doch gesagt, dass…“ Mitten in ihrem Satz hielt sie inne. Ihr stockte der Atem, denn vor ihr stand nicht Mick.
Vor ihr stand Josef. Den Kopf leicht gesenkt schaute er sie an.
Die junge Frau war fassungslos. Warum um alles in der Welt stand Josef hier? Und dann auch noch so…traurig?
Sein Aussehen war wirklich nicht das Beste. Selbst für einen Vampir war er blass. Dunkle Ringe waren unter seinen Augen. Er musste tagelang nicht mehr geschlafen haben. Und getrunken hatte er bestimmt auch nicht viel. Und sein Blick. Seine sonst so warmen, braunen Augen waren von Trauer getrübt. Josy war geschockt. So hatte sie den Mann vor sich noch nie gesehen.
„Darf ich reinkommen?“, fragte er leise. Die Brünette konnte nur nicken. Zu mehr war sie in dem Moment nicht in der Lage.
Schnell machte sie ihm Platz. Er schlurfte an ihr vorbei ins Wohnzimmer. Unendlich besorgt folgte Josy ihm. Sie wollte wissen, warum der Mann vor ihr so mitgenommen aussah.

Im Wohnzimmer setzte sich Josef auf die Couch. Josy auf den Sessel gegenüber. Sie wollte ihm noch nicht so nahe sein. Er hatte sie zu sehr verletzt. Auch wenn ein Teil in ihr lautstark danach schrie, sich neben Josef zu setzen und ihn in den Arm zu nehmen. Ihn zu trösten und dafür zu sorgen, dass die Traurigkeit aus seinem Blick schwand.
Besorgt schaute die Brünette den Vampir vor sich an. Dieser hatte den Blick reumütig gesenkt und nur leise begann er zu sprechen: „Josephine, es tut mir so leid.“ Seine Stimme passte zu seinem Aussehen. Kratzig, als müsste er Tränen zurückhalten, die er ja gar nicht vergießen konnte.
„Josef, was ist mit dir? Du siehst furchtbar aus.“ Auch wenn Josy mehr als wütend war – zu Recht wohlgemerkt – konnte sie ihre Sorge nicht unterdrücken. Denn trotz allem, liebte sie diesen Mann. Es schmerzte, ihn so verloren zu sehen. Es waren beinahe schon körperliche Schmerzen. Auch für ihn.
„Ich habe tagelang nicht geschlafen. Ich habe mir Sorgen um dich gemacht. Und Vorwürfe. Ich hätte bei dir sein sollen, stattdessen bin ich zu Sarah. Es tut mir so unendlich leid, Josy.“ Endlich hob er seinen Blick. Und darin fand Josephine die tiefen Schuldgefühle, die er sich gab, obwohl er nur teilweise an der ganzen Situation Schuld war.
Und sie entdeckte noch etwas. Liebe. Sie entdeckte eine große, unbändige Liebe in diesen ausdrucksstarken, braunen Augen. Und für einen Moment war sie gefesselt. Gefesselt von dem Mann vor sich. Dem Mann, den sie mit ganzem Herzen liebte. Trotz allem, was er ihr angetan hatte.

Wie hypnotisiert stand Josephine auf. Den Blick wandte sie nicht einen Moment von Josef. Und er auch nicht von ihr. Sie beide, waren in einem Moment der Zweisamkeit. Und nicht auf körperlicher Ebene. Nein, das hier ging tiefer.
Sie schauten sich einfach nur in die Augen und versuchten die Seele des jeweils anderen zu erblicken. Wie in Zeitlupe schritt die Brünette auf den Millionär zu. Dieser war inzwischen auch aufgestanden und ein Funke Hoffnung blitzte in seinen Augen auf.
Und die war auch nicht unberechtigt. Josy überbrückte den letzten Meter und schmiegte sich an seine Brust. Den linken Arm schlang sie so gut es ging um ihn. Sie wollte ihren Gefühlen freien Lauf lassen. Sie wollte bei ihm sein. Brauchte ihn mehr als alles auf der Welt. Auch wenn ihr Verstand schon schrie, dass sie es nicht tun sollte, so war es ihr egal. Es zählte nur dieser Moment.
Auch Josef schlang seine Arme um die junge Frau. Er drückte sie so fest es ging an sich. Ohne ihr dabei weh zu tun versteht sich.
Und auch ihm ging es in dem Moment besser. Es war, als würde sich bei beiden ein wenig das Loch in ihren Herzen schließen. Als ob ein Teil von ihnen zurückgekehrt war.
Es war Balsam für ihre geschundenen Seelen.

Minutenlang standen die beiden einfach nur da. Mehr nicht. Sie hielten sich einfach nur in den Armen. Keiner von beiden sagte ein Wort. Das einzige was man hören konnte, war beider Atemzüge.
Inzwischen hatte Josy ihren Kopf an seine Brust gelehnt und zufrieden die Augen geschlossen. Josef hingegen hatte sein Gesicht in ihren Haaren vergraben und atmete tief ihren Geruch ein. Zu lange musste er darauf verzichten. Und nun würde er Josephine nicht mehr allein lassen. Egal was passierte. Da müsste schon der Teufel persönlich vorbei kommen um ihn in die Hölle zu ziehen. Und selbst dann würde Josef noch kämpfen.
Bei diesen Gedanken drückte er die Frau in seinen Armen unbewusst noch mehr an sich. Was allerdings keine so gute Idee war.
Schmerzhaft verzog Josy das Gesicht.
„Josef...du tust mir weh...“ Augenblicklich ließ er locker und schaute sie besorgt an. „Entschuldige.“ Josy konnte deutlich seine Sorge heraushören.
„Ist schon gut.“ Trotz der noch leichten Schmerzen musste sie lächeln. Besorgt war Josef unheimlich süß. Und bevor er nachfragen konnte, warum sie denn nun lächelte, legte sie sanft ihre Lippen auf die seinen.
Augenblicklich vergaß er seine Fragen und erwiderte den Kuss ebenso sanft. Zärtlich legte er die Arme um Josy und zog sie ein wenig an sich heran.
Auch sie legte einen Arm um seinen Hals und verringerte den Abstand zwischen ihnen noch ein wenig.
Und dieser Kuss war nicht leidenschaftlich wie die anderen. Er war auch nicht fordernd. Er war nur voller Liebe und Zuneigung. Etwas, was beide in den wenigen Tagen vermisst hatten.

Auch als die beiden den Kuss wieder lösten, ließen sie sich nicht aus den Augen. Der Augenblick war magisch. Die beiden schienen in ihrer eigenen kleinen Welt zu sein.
Erneut musste Josephine lächeln. Und dieses Mal erwiderte Josef ihr Lächeln. Wenn auch nur zaghaft. Er war vorsichtig; wollte nicht noch einmal etwas überstürzen. Doch eine Sache musste er noch sagen, egal wie.
„Josy, ich…“ Er stockte und Josy runzelte die Stirn. ‚Seit wann scheut Josef davor, etwas zu sagen. Sonst hat er doch auch so eine große Klappe.’
Noch einmal atmete der Millionär tief ein, dann… „Ich liebe dich.“

Stille. Josephine wagte es nicht, auch nur zu atmen. Zu geschockt war sie. Aber im positiven Sinn. Noch einmal musste sie sich das durch den Kopf gehen lassen. Josef Kostan, der begehrteste Mann der Stadt, hatte IHR gerade seine Liebe gestanden.
Am liebsten hätte Josy sich gezwickt, um sich zu vergewissern, dass das kein Traum war. Aber sie konnte sich kaum rühren.
Leider wurde Josef dadurch ganz schön unruhig. Er dachte wohl, dass sie seine Gefühle nun nicht mehr erwiderte. Aber er sollte gleich vom Gegenteil überzeugt werden, denn schon im nächsten Augenblick lagen Josy’s Lippen wieder auf seinen. Zwar nur kurz, aber sie unterstrichen ihre nächste Aussage: „Ich liebe dich auch, Josef.“

Ein glückliches und erleichtertes Lächeln machte sich auf Josefs Zügen breit. Es war, als hätte man ihm gerade ein ganzes Gebirge von den Schultern genommen. Als ob man ihm gesagt hätte, dass er in die Sonne gehen konnte, ohne, dass etwas passierte. Er schien von innen her zu strahlen. Und Josy ließ sich davon nur zu gern anstecken. Auch sie lächelte ihn glücklich an.
Doch dann erinnerte sie sich an etwas. „Josef, warum siehst du so furchtbar blass aus? Ich meine, noch mehr als sonst.“ Sie war besorgt. Und zwar sehr.
„Ich habe nicht viel geschlafen, seit ich aus New York zurück bin. Und getrunken hab ich auch sehr wenig.“ Obwohl man noch immer die Müdigkeit aus seiner Stimme heraushören konnte, merkte Josy, dass es ihm wesentlich besser ging. Trotzdem machte sie sich Sorgen. Also dirigierte sie ihn kurzerhand auf das Sofa. Danach holte sie einen Liter Blut aus ihrer Küche. Sie hatte schließlich immer etwas da. Ob für Mick oder Josef, war egal, irgendwer würde es schon trinken. In dem Fall eben Josef.
Und er hatte einen großen Durst. Obwohl es „nur“ A-Positiv war, trank er den Beutel gierig leer. Dabei trank er immer ziemlich zivilisiert. Aber der Durst übernahm in dem Fall die Oberhand.

Dafür sah er danach wesentlich besser aus. Die Augenringe waren ein wenig verblasst und auch seine Haut nahm ein wenig an Farbe zu. Diese Tatsache beruhigte Josephine ungemein.
„Geht’s dir jetzt besser?“
„Ein wenig, danke“, grinste er sie an und streckte den Arm aus. Sie ließ sich das nur zu gern gefallen und setzte sich auf seinen Schoß. Dort schmiegte sie sich an ihn. Ihr Ohr direkt an seinem Herzen. Und sie wusste, es gehörte ihr, auch wenn es nicht mehr schlug.
So saßen die beiden minutenlang. Einfach so ohne irgendetwas zu sagen. Aber es war sehr entspannt. Doch irgendwann setzte sich Josy wieder auf.
„Josef, du solltest ein wenig schlafen. Du siehst furchtbar aus.“
„Und du liebst mich trotzdem“, grinste er.
/Sag mal, wie schnell kriegt der sein Ego wieder?/
'Hast recht, das kriegen wir wieder hin.'

Aus heiterem Himmel heraus packte Josy den Vampir am Ohr und zog ihn zu sich. Er war daraufhin ziemlich erschrocken. Und anscheinend tat es auch ein klein wenig weh.
„Jetzt hör mir mal gut zu mein Freund. Du verkrümelst dich ganz schnell in deine Kühltruhe, oder ich werfe dich ganz schnell raus.“ Bei diesen Worten sah sie ihn ziemlich finster an. Auch wenn sie ihn liebte, musste da auch mal ein Machtwort gesprochen werden.
Und es schien auch zu helfen, denn Josef nickte vorsichtig. Er wollte sie nicht unnötig aufregen. Für ihre Schulter wäre das auch nicht unbedingt förderlich. Also setzte er die Brünette vorsichtig auf der Couch ab und verkrümelte sich in die Küche. Dort befand sich seine Kühltruhe nämlich. Schlafzimmer wäre zwar praktischer gewesen, aber das hätte Probleme mit dem Lieferer gegeben. Denn wer hatte schon eine Kühltruhe im Schlafzimmer?

Als Josef gerade im Begriff war in die eisige Kiste zu steigen, stand Josephine im Türrahmen. Lächelnd schritt sie auf ihn zu und drückte ihm einen Kuss auf die Wange. „Ruh dich aus. Ich bin morgen auch noch da. Mir wird nichts passieren.“ Sie hatte seinen doch leicht sorgenvollen Blick erkannt. Und sie fand es mehr als süß, dass er sich solche Sorgen machte.
Doch er musste sich auch geschlagen geben. Einerseits wegen ihrer warmen Worte und dem liebenswürdigen Hundeblick den sie aufsetzte, andererseits zollte die Erschöpfung allmählich ihren Tribut.
Noch einmal küsste der Vampir seine Freundin sanft auf die Lippen, bevor er in die Kühltruhe stieg und in einen „Schlaf“ abdriftete.
Und auch Josy legte sich hin. Sie wollte auch ein wenig Ruhe.






Und? Hat sich das warten gelohnt?
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