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Moonlight Daughter

von Isa-chan
GeschichteHumor, Liebesgeschichte / P16
Josef Kostan Mick St. John
27.09.2010
21.09.2012
39
78.585
1
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Dieses Kapitel
11 Reviews
 
27.09.2010 3.458
 
Hallöchen ihr lieben Leser und Leserinnen ^^
Es ist Silvester. Und dazu gibts von mir natürlich ein Kapi (das Freitag ist, lassenw ir mal außer Acht ^^)
Ich hoffe euch wird dieses Kapi auch gefallen. ich bin mir da schon fast sicher ;)
Aber nun viel Spaß =)





Der große Tag war endlich gekommen. An diesem Abend sollte die Gala im Kunstmuseum von Los Angeles sein. Josephine war schon total aufgeregt. Schließlich hatte sie sich jede Menge Mühe gegeben. Egal ob es die Dekoration, das Essen oder die Kunstwerke war. Außerdem musste sie noch eine Rede halten, vor hunderten von Gästen. Und Josephine war der Typ Mensch, der nicht gerne im Mittelpunkt stand. Dass Josef dabei war, machte die Sache auch nicht unbedingt besser.
Obwohl die Party erst um acht Uhr losgehen sollte, war die junge Frau schon um zwölf Uhr wach. Sie konnte einfach nicht mehr schlafen. Außerdem, brauchten Frauen ja immer Stunden im Bad, sie bildete da keine Ausnahme.

Nachdem Josephine fast eine Stunde in der Badewanne verbracht hatte; Haare waschen, Entspannungsbad und ein Peeling gehörten einfach dazu; machte sie sich daran ihre Haare zu trocknen. Da sie sehr lang waren, brauchte sie dementsprechend. Also wickelte sie zuerst in ein Handtuch ein und begann, sich mit einer Körperlotion einzureiben. Als auch das erledigt war, föhnte sie sich die angetrockneten Haare gänzlich trocken.
Jetzt hatte sie leider ein Problem. Was sollte sie mit ihren Locken machen. Einen Knoten wollte sie nicht. Der hätte nicht zu ihr gepasst. Das war ihr schon immer zu streng. Außerdem passte der nicht zum Stil des Kleides.
Kurzerhand entschloss sie sich für einen seitlichen Zopf. Diesen wollte sie nach vorn über ihre Schulter hängen lassen.
Also schnappte sich Josy ein Haarband und begann.

Sie brauchte erstaunlich lange dafür, aber sie wollte es ja auch ordentlich haben. Es sah auch sehr schön aus und er umrahmte ihr hübsches Gesicht. ‚Dann sagen wir mal dem Make up den Kampf an.’ Gedacht, getan.
Nach etwa einer halben Stunde war sie fertig. Es war ein dezentes Make up. Dennoch waren ihre blauen Augen, dunkel umrandet. Ihre Wangen zierte ein wenig Rouge, allerdings nur, damit sie ein wenig glänzten. Auf ihre Lippen trug sie ein leicht rotes Lipgloss auf. Er pflegte zugleich und machte ihre vollen Lippen noch etwas geschmeidiger.
Schnell suchte sich Josy noch ein Parfum aus, sie hatte nämlich ein „paar“ Fläschchen, und besprühte sich ein wenig. Es roch gut. Nach Rosen. Zufrieden mit sich ging Josephine zu ihrem Kleiderschrank. Dort schlüpfte sie schnell in ihre Unterwäsche. Natürlich auch neu gekauft, extra für diesen Abend.
Vorsichtig, um auch ja nichts kaputt zu machen, zog sie das Kleid an und band sich den Gürtel um. Ihre schwarzen High Heels hatte sie sich schon rausgestellt. Aber die würde sie sich erst später anziehen. Der Abend würde sowieso schon lang werden, und zu lange konnte auch Josy in diesen Dingern nicht laufen.
Jetzt ging es an den Schmuck. Eine passende Kette war schnell gefunden. Es war eine Kette mit einem schwarzen Herz daran. Dieses konnte man aufklappen um Bildern darin zu befestigen. Mick hatte es ihr geschenkt, kurz bevor sie zur Uni ging. Es war ein Abschiedsgeschenk gewesen, es sollte sie immer an Zuhause erinnern. Im Nachhinein etwas sinnlos, da sie ja wiedergekommen ist. Aber es war trotzdem süß.
Langsam öffnete Josy das Medaillon. Darin befand sich ein Foto von Mick und im Deckel eines von Josef. Ein Hoch auf die moderne Technik. Durch sie waren auch Vampire auf Fotos zu sehen.
Lächelnd betrachtete sie die Bilder. Wenigstens konnte man durch den Rouge nicht sehen, dass sie bei Josefs Bild rot geworden war. Schnell schloss sie den Anhänger also wieder und hängte sich die Kette um.
Auch Ohrringe waren schnell gefunden. Josy hatte sie sich in New York gekauft, passend zu der Kette. Auch an den Ohrringen hing jeweils ein kleines, schwarzes Herz.

Inzwischen war es 17:30 Uhr. Bald würde die Limousine da sein. Ja ganz recht, eine Limousine. Mr. Smith hatte Josy informiert, dass der Sponsor darauf bestand, sie mit einer Limo zur Gala zu bringen. ‚So ein hinterhältiger Vampir’, hatte sie damals gedacht. Er wusste doch genau was für eine Wirkung er auf sie, und wahrscheinlich jede andere Frau dieser Welt, hatte. Nichtsdestotrotz freute sie sich. Aber wer würde das nicht. Außerdem war sie geschmeichelt.
In ihre kleine schwarze Handtasche packte sie noch schnell ihr Handy, den Geldbeutel und ihren Schlüssel, als es an der Tür klingelte. Schnell zog sie sich ihre High Heels an und öffnete. Davor stand Manuel. Sein neuer schwarzer Anzug stand ihm hervorragend. Den hatten die beiden Frauen gut ausgesucht. „Hey Josy. Du siehst traumhaft aus.“
„Ohhhh, danke schön. Das ist lieb von dir. Du bist aber auch nicht zu verachten.“
„Na wenn ich schon dazu gezwungen werde mitzukommen, muss ich doch gut aussehen“, grinste er.
„Für wen? Mich, oder die Männerwelt?“, grinste Josy zurück. Er schmollte daraufhin nur.
Lachend bat sie ihn hinein und schloss die Tür hinter ihm.
„Warum sollte ich eigentlich schon so früh da sein?“
„Ich werde schon früher abgeholt um noch ein paar Dinge zu klären. Deshalb hab ich dich schon so früh hergebeten.“
„Abgeholt?“
„Ja, du wirst schon sehen“, grinste sie.

Kurz darauf klingelte es erneut an der Tür. Josy sah auf den kleinen Bildschirm neben der Tür. Man konnte sehen, dass ein Mann vor der Tür stand. Das musste der Chauffeur sein. Schnell öffnete die Frau und lächelte ihm entgegen.
„Miss St. John, ihre Limousine steht bereit.“
„Danke schön.“ Sie schnappte sich noch schnell ihre Handtasche und verließ zusammen mit Manuel die Wohnung.
Unten vor der Tür stand die gleiche Limousine wie damals, als Josy nach Hause gebracht wurde. Manuel war sichtlich beeindruckt, denn er sagte im ersten Moment nichts. Grinsend stieg die Brünette ein, gefolgt vom Staatsanwalt. Langsam setzte der Wagen sich in Bewegung. Auf zu einer ganz besonderen Nacht. Wie besonders sollte Josephine bald herausfinden.

Nach nur ein paar Minuten kamen sie am Museum an. Schon jetzt wurde es von Scheinwerfern erleuchtet. Diese waren auf zwei riesige Banner gerichtet, die rechts und links neben der Eingangstür hingen. Darauf stand: Leonardo da Vinci, ein wahres Genie.
Diese Banner hatte Josy eigenhändig entworfen. Es hat sie zwar sehr viel Zeit gekostet, aber schlussendlich hatte sie es dann doch noch geschafft, ein passendes Motiv zu finden. Die Mona Lisa.
Der Chauffeur hielt ihr die Tür auf und half ihr hinaus. Sehr galant, aber das passte, schließlich arbeitete er für Josef. Und der umgab sich schließlich nur mit Stil.
Als Manuel und Josy durch die Eingangstür traten, staunte der schwarzhaarige nichts schlecht. Der gesamte Ausstellungsraum war mit weißem, rotem und grünem Stoff behangen. Das gedämpfte Licht brachte die Atmosphäre und die Kunstwerke besonders gut zur Geltung.
Auf den Tischen waren Kerzen und kleine Blumensträuße verteilt. Es sah alles sehr edel aus. Josephine war sichtlich stolz auf sich.
Manuel ebenfalls: „Das hast du wunderbar gemacht Josy. Da könnte ich mich schon fast für Kunst interessieren.“
„Natürlich“, grinste sie, „Wenn du möchtest, kannst du dir die Ausstellung ein wenig ankucken. Emily wird in etwa einer Stunde da sein. Die Reporter sind immer früher da. Dann kannst du dich ja ein wenig mit ihr unterhalten.“
„Danke dass ich nicht den ganzen Abend deine Begleitung mimen muss.“
„Phe“, beleidigt drehte sie sich weg. Er legte nur beschwichtigend eine Hand auf ihre Schulter. Seufzend gab sie sich geschlagen. Schmollen brachte bei dem Kerl ja so gut wie nie was. Stattdessen kümmerte sie sich lieber noch um die letzten kleinen Erledigungen.

20 Uhr. Es war soweit. Die ersten Gäste trafen ein. Eigens dafür hatte das Museum einen Parkservice eingerichtet. Es kamen nämlich nicht alle in edlen Limousinen. Einige fuhren auch mit ihrem eigenen, teuren Autos vor.
Die Fotografen prügelten sich fast schon um einen guten Platz am roten Teppich. Er wurde nur für die V.I.P.s ausgerollt. Und davon gab es in Los Angeles ja mehr als genug. Nur einer fehlte: Josef. Um ihn konnte sich Josy im Moment allerdings wenig Gedanken machen, da sie an der Eingangstür die Gäste begrüßen musste. Mister Smith legte großen Wert darauf, dass sie dies persönlich tat. Und sie tat es auch gern, es lenkte sie von ihrer Rede ab, die sie zu Beginn der Veranstaltung halten würde.

Aber lange konnte sie das auch nicht aufschieben. Irgendwann waren alle Gäste eingetroffen. Lediglich Josef war nirgends zu sehen. Aber das sollte ihr nur recht sein, so musste sie sich keine Blöße geben. Andererseits war es schlecht, er war schließlich der Sponsor. Josy wurde aus ihren Gedanken gerissen, als ihr jemand auf die Schulter tippte. Als sie sich umdrehte, schaute sie in Emilys Gesicht.
„Josy, du siehst toll aus.“
„Du auch.“
„Danke. Deine Deko ist auch fantastisch. Du hast echt Talent.“
„So viele Komplimente hab ich gar nicht verdient“, meinte sie etwas verlegen.
„Oh doch hast du.“
„OK, ich belass es dabei. Und bei dir? Schon genügend Stars zu Interviews überredet?“
„Ein paar. Allerdings muss ich noch mit dir eins führen. Aber das können wir auch noch später machen. Zur Not am Telefon. Aber ich brauche noch den Sponsor. Josef Kostan. Hast du den irgendwo gesehen?“
„Nein, leider nicht. Dabei soll er auch noch auf die Bühne.“
„Ich drück dir die Daumen dass er schnell kommt. Und für deine Rede auch. Du schaffst das schon“, beruhigend legte Emily ihr einen Arm um die Schulter. So konnte sie Josy wenigstens ein klein wenig beruhigen. „Danke. Ich hoffe ich kippe nicht um.“

Der Augenblick der Wahrheit war gekommen. Die Gäste standen alle im Raum und warteten darauf, dass die Ausstellung offiziell eröffnet wurde. Bang und mit zitternden Knien stand Josephine neben der Bühne. In wenigen Minuten würde sie zum Rednerpult gehen und zu diesen Menschen sprechen. Und von Josef fehlte noch immer jeder Spur.
‚Ganz ruhig Josy. Du schaffst das schon. Denk einfach an das was Josef dir mal beigebracht hat’, sprach sie sich schon seit ein paar Minuten Mut zu. Das was er ihr beigebracht hatte war, dass man gute Mine immer zu bösem Spiel machen konnte. Josy durfte sich einfach nichts anmerken lassen. Freundlich lächeln und so tun als würde man das jeden Tag tun. Schauspielern, hieß das Zauberwort.
Noch einmal atmete sie tief durch. Dann straffte sie die Schultern, setzte ein freundliches Lächeln auf und betrat die Bühne.
Ein Scheinwerfer folgte ihr bei jedem Schritt und ebenso wurden auch die Gespräche leiser, bis sie schließlich ganz verstummten.
„Meine lieben Gäste, ich freue mich, Sie heute hier begrüßen zu dürfen. Es freut mich, dass es doch noch Menschen gibt, die sich für Kunst interessieren. Für mich, als ehemalige Kunststudentin, ist es eine ganz besondere Ehre, heute vor Ihnen zu sprechen. Ich hoffe, Sie können diese Ausstellung genießen.“ Ein kleiner Applaus folgte, bevor Josy weiter redete: „Bevor ich nun die Ausstellung, und das Buffet“, einstimmiges Lachen, „offiziell eröffne, wird der großzügige Sponsor noch ein paar Worte an Sie richten. Ich darf begrüßen: Mister Josef Kostan!“

Ein längerer Applaus folgte, bei dem Josy betete, dass der Vampir endlich aufgetaucht war. Wenn nicht, wäre das ganz schön peinlich geworden. Zu ihrem Glück betrat er in diesem Moment die Bühne. Charmant lächelte er ihr zu, gab ihr die Hand und trat an das Rednerpult.
„Vielen Dank Miss St. John. Ich kann mich Ihren Worten nur anschließen. Ich freue mich, solch eine schöne Ausstellung sponsern zu dürfen. Bitte einen Applaus für die junge Dame.“
‚Oh mein Gott.’ Es war ein Wunder dass man ihren Herzschlag nicht im ganzen Raum hörte, während die Menge Beifall gab.
„Ich möchte Sie nun nicht weiter aufhalten und gebe, mit Einverständnis der Organisatorin, hiermit die Ausstellung frei!“
Noch ein letztes Mal applaudierten die Zuschauer ehe sie sich den Kunstwerken widmeten. Josef und Josephine waren in der Zwischenzeit von der Bühne gegangen und wurden auch schon prompt von Reportern belagert. Emily hatte sich bis nach vorne durchgekämpft. „Mister Kostan, würden Sie mir vielleicht ein Interview geben?“
„Gerne, aber nicht im Moment. Jetzt möchte ich die Ausstellung in Ruhe genießen.“ Mit diesen Worten wandte er sich zum Gehen.
Josy beugte sich noch kurz zu Emily und flüsterte: „Ich schau mal was sich machen lässt.“ Dann verschwand sie ebenfalls in der Menge.


Endlich konnte sie mal ein paar Momente verschnaufen. Josy wurde fast überall angehalten und man gratulierte ihr für diese fantastische Gala. Sie konnte keine zwei Schritte gehen, ohne wieder die gleichen Worte zu hören. Umso schöner war es dann, als sie mal etwas Ruhe hatte. Die meisten Gäste tummelten sich nicht mehr auf dem Platz vor der Bühne, sondern hatten sich in der gesamten Ausstellung verteilt. Es schien ihnen zu gefallen, denn Josy hatte keinerlei Beschwerden gehört.
Auf einmal hörte sie Schritte näher kommen. Ein Blick zur Seite genügte um zu sehen dass es Manuel war. ‚Den hab ich ja vollkommen vergessen. Hoffentlich ist er mir nicht böse.’
Sein Grinsen sprach allerdings eine andere Sprache. „Na endlich finde ich dich auch mal.“
„Entschuldige, ich wurde überall angehalten. Die wollten mir alle für die Gala gratulieren.“
„Ich hätte jetzt ja was anderes erwartet.“
„Und was?“, fragte sie etwas misstrauisch.
„Na der Kerl. Josef Kostan. Das war eindeutig der aus dem Black Rose.“
„Jetzt fang nicht wieder damit an.“
„Warum denn nicht?“
„Weil ich dir und Emily schon gesagt habe dass daraus nichts wird. Bitte belass es wenigstens heute Abend dabei.“ Er schien dann doch Mitleid mit ihr zu haben, denn er wechselte das Thema.
„Na schön. Aber nun zu was anderem. Wäre es zu viel verlangt, wenn ich eine meiner besten Freundinnen um einen Tanz bitten würde?“
„Das ist zwar furchtbar lieb von dir, aber du weißt doch genau dass ich nicht tanzen kann.“
„Keine Sorge, es kommt nur auf den an der führt.“
„Auf deine Verantwortung“, gab sie sich geschlagen, nahm seine Hand und ließ sich von ihm auf die Tanzfläche führen.

Er konnte wirklich gut tanzen. Josy musste so gut wie nichts tun. Aber irgendwie konnte sie sich nicht ganz fallen lassen. Außerdem beherrschte sie dem Cha Cha Cha nicht. Deswegen stellten sich die beiden nach kurzer Zeit auch schon an die Seite. „Tut mir echt leid Manuel, aber ich hab dir ja gesagt, dass ich das nicht kann.“
„Ach, kein Thema. Vielleicht finde ich ja noch Emily. Mit der hab ich ja schon des öfteren das Tanzbein geschwungen“, grinste er zurück. Josy musste bei diesem Kommentar ebenfalls grinsen. Allerdings verging ihr das recht schnell, als auf einmal eine Stimme hinter ihr ertönte: „Möchtest du mich deiner Begleitung denn nicht vorstellen, Josephine?“ Angesprochener rutschte das Herz in die nicht vorhandene Hose, als sie Josef so urplötzlich hinter sich ausmachte. Mit bleichen Gesicht drehte sie sich zu ihm um. Sie war allerdings etwas überrascht. Sein Sarkasmus war nichts ungewöhnliches, aber sonst hatte er immer noch ein recht überhebliches Grinsen aufgesetzt. Nun jedoch schaute er fast schon wütend.
'Was hat er nur?'
„Josef, das ist Manuel. Er hat sich dazu bereit erklärt mich heute hier her zu begleiten“, stellte sie den schwarzhaarigen vor. Als der Vampir die dargebotene Hand ergriff, schaute er noch immer recht finster. Und Josephine wusste, dass das nichts gutes heißen konnte. Wenigstens hatte Manuel selbst noch nichts davon mitbekommen.
„Sehr erfreut. Dürfte ich Ihnen wohl die Dame entführen? Ich würde mich freuen wenn sie mir ebenfalls einen Tanz schenken würde.“ Beim letzten Satz lächelte er Josy charmant an. Gott sei dank verbarg der Rouge ihre Röte.
„Aber gern, ich wollte sowieso etwas trinken gehen. Auf wiedersehen Josy“, verabschiedete sich Manuel. Noch einmal Küsschen links und rechts und schon war er in der Menge verschwunden.
Was er jedoch nicht mitbekam, und Josy fragte sich ernsthaft ob sie es sich nicht nur eingebildet hatte, war, dass Josef geknurrt hatte, als Manuel sich auf diese Weise von ihr verabschiedete.

Der Millionär überspielte seine vorige Stimmung gekonnt und hielt ihr stattdessen die Hand entgegen. Zögerlich ergriff sie diese und ließ sich von ihm erneut auf die Tanzfläche führen. Aber irgendetwas war anders. Josephine bekam gar nicht so recht mit, wo sie hinging. Es war, als ob sie ihren Geist völlig abgestellt hätte. In diesem Moment zählte nur noch Josef.
'Oh nein, jetzt fang ich schon wieder so an. Aber was muss der Kerl auch so gut aussehen?!' Und tatsächlich. Josef sah an diesem Abend fantastisch aus. Er trug einen schlichten schwarzen Anzug mit einem Blutroten Hemd. Seine braunen Haare waren, trotz dass es ein gehobener Anlass war, leicht zerstrubbelt. Und Josy wünschte sich, einmal durch fahren zu dürfen. Im nächsten Moment verfluchte sie sich allerdings schon selbst. Wie konnte man nur so von jemandem gefesselt werden?

Sie wurde abrupt aus ihren Gedanken gerissen, als langsame Musik den Raum erfüllte. Josy hatte gar nicht gemerkt, dass sie sich bereits mitten auf der Tanzfläche befanden, umringt von zahllosen anderen Paaren. Alle hatten sich schon aufgestellt, bereit für einen Wiener Walzer. Darauf konnte sie zumindest bei der Musik schließen.
Nackte Panik ergriff die Brünette als ihr die Situation bewusst wurde. Sie stand mit einem der reichsten Männer der Stadt auf der Tanzfläche. Rund herum andere Tanzpaare und auch Reporter, die sich um ein gutes Foto beinahe krankenhausreif schlugen. Und nun sollte sie ernsthaft einen Walzer tanzen. Das konnte doch alles nicht wahr sein. Bevor sie jedoch nur über Flucht nachdenken konnte, setzte die Musik ein und Josef setze sich in Bewegung. Seine Schritte waren flüssig und er dirigierte sie sanft in die gewünschte Richtung.

Josephine war vollkommen gefangen. Sie merkte noch nicht einmal dass sie tanzte. Es war ihr eher, als würde sie über das Parkett schweben. Und sie hatte nur noch Augen für Josef. An diesem Augenblick war etwas magisches. Die beiden schauten sich tief in die Augen und versuchten beide etwas zu finden, wovon sie nicht wussten ob es existierte. Sie waren praktisch in ihrer eigenen kleinen Welt gefangen.
Aus dieser wurden sie allerdings wieder herausgerissen, als die Musik endete und tosender Applaus begann. Unsanft landete Josephine wieder in der Wirklichkeit. Und die sah folgendermaßen aus:
Sie beide standen allein, mitten auf der Tanzfläche. Alle anderen Paare hatten ihnen Platz gemacht. Die Reporter drängelten sich am Rand und schossen ein Foto nach dem anderen. Vermutlich arbeiteten sie schon an der nächsten Knüllerstory. Aber Josy war das im Moment egal, sie wollte nur noch weg und nicht mehr im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit stehen.
Glücklicherweise erfüllte ihr Josef diesen Wunsch unbewusst, indem er sie von der Tanzfläche führte.


Inzwischen war es drei Uhr nachts. Die Party war ein voller Erfolg geworden. Die Gäste waren begeistert gewesen und hatten nur Lob zu verkünden. Auch die Reporter schienen mehr als zufrieden gewesen zu sein. Was allerdings auch an einem ganz bestimmten Tanzpaar gelegen haben könnte, welches sich gerade in einer Limousine auf den Weg zu den Hills befand.
Im Innern herrschte allerdings nicht die Stimmung die man erwartet hätte. Beide hatten sich an das jeweils andere Ende der Sitzbank verzogen. Josy weigerte sich, auch nur in Josefs Richtung zu schauen, auch wenn sie es so gerne wollte. Stattdessen starrte sie stur weiter durch das getönte Fenster. Die brennenden Blicke in ihrem Rücken, ignorierte sie vehement. Auch wenn sie schon mehr als einmal versucht war, sich umzudrehen und Josef um den Hals zu fallen. /Nix da. Du hast auch deine Würde. Der Kerl soll mal schön zappeln!/ Das sagt sich allerdings auch so leicht wenn man nur ein logischer Verstand war.
Das war im nächsten Moment aber auch egal, denn urplötzlich nahm der Wagen eine schnelle Kurve. Josephine, die sich natürlich nicht angeschnallt hatte, rutsche in die entgegengesetzte Richtung ins Wageninnere. Zu ihrem Bedauern saß genau dort Josef. Und zu ihrem noch größeren Bedauern, oder auch nicht, je nachdem wie man es sah, saß sie ihm in diesem Moment wirklich sehr nahe. Und ihre Gesichter waren auch nur Zentimeter voneinander entfernt.
Als ob es geplant gewesen wäre, nutzte Josef diese Situation natürlich aus und legte seine Lippen auf die ihren.

Josephine dachte, sie würde gleich in Ohnmacht fallen, als sie seine kalten, weichen Lippen spürte. Ein wahres Feuerwerk an Emotionen explodierte in ihrem Inneren und veranlasste sie dazu genüsslich seufzend die Augen zu schließen. Genau dieses Seufzen nutzte er aus und schob seine Zunge in ihren Mund. Er umkreiste ihre und focht einen stillen, aber nicht weniger leidenschaftlichen Kampf mit ihr aus.
Dieses Mal ergriff die junge Frau auch sofort die Initiative, im Moment war ihr sowieso alles egal, Hauptsache Josef würde niemals aufhören sie so feurig zu küssen.
Sie vergrub ihre Hände in seinen Haaren und zog ihn ein Stück zu sich heran. Gleichzeitig setze sie sich flink auf seinen Schoß. Und eines stand fest: heute Nacht würde sie ihn ganz bestimmt nicht mehr gehen lassen.




Na? Na? Na? ^^
War das gut oder was? ^^
Schreibt mir doch bitte gaaaaaaaaaanz viele Reviews
Und einen guten Rutsch ins neue Jahr. Nur bitte nicht zu wörtlich nehmen XD

LG
Isa-chan
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