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Ein Elektrisierendes Team Teil 2 - Die Vergangenheit zieht vorbei

von James-Li
GeschichteLiebesgeschichte / P16 Slash
Megavolt Quackerjack
25.09.2010
25.09.2010
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21.970
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25.09.2010 21.970
 
Am nächsten Morgen erwachte ich mit dem wohligen Gefühl tiefster Geborgenheit und Wärme. Schnell entdeckte ich den Grund dafür, Quackerjack hatte mich im Schlaf von hinten umarmt. Ich konnte seinen warmen Atem spüren der meinen Nacken kitzelte. Ein zufriedenes Lächeln stahl sich auf mein Gesicht als ich an die vergangene Nacht dachte. Das alles war kein Traum gewesen. Vorsichtig um ihn nicht zu wecken drehte ich mich in der Umarmung, um meinem Geliebten ins Gesicht blicken zu können. Er strahlte eine wunderbare Ruhe und Zufriedenheit aus wenn er so selig schlief. Einfach bezaubernd.
Ich konnte nicht widerstehen und küsste ihn zärtlich auf die warmen Lippen. Wie ich dieses Gefühl liebe. Ich frage mich ernsthaft wie ich bisher ohne seine Nähe überleben konnte.
Langsam regte sich Leben in meinem Freund, wohlig kuschelte er sich noch etwas mehr in meine Arme die ich inzwischen liebevoll um ihn geschlossen hatte. Seine Augenlieder flackerten sacht als er erwachte. Kaum hatte er mich fokussiert breitete sich ein warmes Lächeln auf seinem Gesicht aus. Er lehnte sich etwas vor und küsste mich sacht.
„Guten Morgen Liebster.“
Hauchte er mir verschlafen entgegen.
Liebster, wie schön das aus seinem Munde klang. Gott die Liebe machte aus mir echt ein Weichei, aber der Preis war mir recht, wenn ich nur in seiner Nähe sein durfte.
„Guten Morgen Quackie. Hast du gut geschlafen?“
Klischees, ich liebe Klischees.
„Besser als je zuvor.“
Gestand er mir mit einem breiten Lächeln. Zum anbeißen.
Gedankenverloren kraulte ich seinen Nacken und spielte mit seinen weichen Federn. Nie hätte ich zu träumen gewagt das ich mal ein solches Gefühl  einem anderen Mann entgegenbringen könnte. Nein, völlig egal ob Mann oder Frau. Ich hätte nie geglaubt dieses Gefühl überhaupt empfinden zu können. Nie war ich glücklicher mich geirrt zu haben.
Quackerjack rückte noch etwas dichter an mich ran, kuschelte seinen Kopf unter mein Kinn. Er schien sich in dieser Position wohl zu fühlen, das sollte ich mir merken.
Ewig hätte ich noch im Bett bleiben und meinen Engel ansehen können. Doch plötzlich lies mich ein lautes Räuspern hochschrecken.
„Bushroot!“ Bemerkte ich treffend. „Wie um alles in der Welt kommst du hier rein?“
Wozu besaß man eigentlich ein Hochsicherheitssystem wenn trotzdem plötzlich Leute in deinem Zimmer standen?
Zu seiner Ehre sei gesagt dass er zumindest schuldbewusst dreinblickte uns gestört zu haben.
„Verzeiht ihr beiden. Aber ihr seit Gestern einfach aus meiner Wohnung verschwunden, ohne das ich wusste ob Quackerjack überhaupt wieder bei Bewusstsein ist.“ Verlegen scharrte er mit seinen Wurzeln auf dem Boden.
Irgendwie war ich immer noch zu geschockt um sauer zu sein. Quackerjack schien es ähnlich zu gehen, denn mein Freund hatte sich noch gar nicht zu dieser plötzlichen Erscheinung geäußert, sondern blickte Reg nur mit großen Augen an. Außerdem hatte er ja Recht, und er machte sich nur Sorgen um uns.
„Alles klar, und wie kommst du in mein Schlafzimmer?“
Das wollte ich jetzt doch genauer wissen.
„Uhm, ich hab mich einfach von einem Baum durchs Fenster heben lassen, weil ich unten keine Klingel entdecken konnte.“
„Aha.“
Stimmt, so etwas wie eine Klingel besaß ich nicht. Der einzige der mich je besuchte war Quackerjack und bei ihm hatte ich seltsamerweise immer gewusst wenn er vor der Tür stand…Wenn ich so genau drüber nachdenke, woher eigentlich? Plötzlich fiel mir ein dass auch er gespürt hatte als ich Gestern Nacht vor seiner Fabrik lungerte. Da mir jedoch alle möglichen Erklärungen definitiv zu kitschig erschienen, beschloss ich nicht näher darüber nachzudenken.
„Also ähm, geht es Quackerjack denn wieder besser? Er scheint mir immer noch etwas abwesend zu sein.“
Besorgt mustere Reginald meinen Freund. Ich folgte seinem Blick und stellte fest dass es langsam wirklich merkwürdig wurde. Quackie starrte unser Gemüse auf zwei Beinen nur an. Doch sein Blick hatte sich verändert, er schien irgendwie…wütend zu sein. Ich legte meine Hand auf seine Schulter, dabei verrutschte die Decke die ich mir schnell bis zum Kinn hochgezogen hatte, als Reg hereingeplatzt war.
Ein Funkeln blitzte in Quackerjacks Augen auf.
„Starr ihn nicht so an!“
Völlig überraschend war der Erpel aufgesprungen und spie Reginald die Worte geradezu entgegen. Was war denn jetzt los? Er konnte doch nicht ernsthaft eifersüchtig auf Blattspinat sein. Oder?
Entsetzt versuchte ich meinen Freund zu beruhigen. Reg hingegen nahm die ganze Aktion ziemlich gelassen hin. Er lächelte sogar.
„Dann scheint zwischen euch ja endlich alles geklärt. Ich muss sagen ich bin richtig stolz auf dich Megavolt.“
Er zwinkerte mir freundlich zu, schwerer Fehler. Nun war Quackie vollends aus dem Bett gesprungen und ging bedrohlich auf Bushroot zu. Doch zu meiner Verwunderung konnte ich auch Tränen in seinen Augenwinkeln erkennen. Unsere Beziehung schien mir noch mit vielen Schwierigkeiten verbunden. Seltsamerweise empfand ich nichts als Freude bei dem Gedanken. Freude darauf, Quackerjack noch näher kennen zu lernen. Alles über ihn zu erfahren. Schon verrückt.
Gehetzt sprang ich ebenfalls aus dem Bett, nicht ohne mir vorher meine Decke umgewickelt zu haben. Ich wollte Quackies Nerven wirklich nicht noch mehr strapazieren.
Ich lief auf ihn zu und umarmte ihn zärtlich von hinten. Küsste beruhigend seinen samtenen Nacken.
„Es ist alles in Ordnung Liebster.“ Sprach ich ihm liebevoll zu. „Ich lasse mich dir nicht nehmen.“
Zumindest schien ich die richtigen Worte gefunden zu haben. Schon ruhiger geworden lehnte er sich in meine Umarmung, behielt dabei jedoch Reg weiter fest im Blick.
„Megavolt hat Recht Quackerjack.“ Begann nun auch Bushroot sich zu verteidigen. „Glaub mir, ich will ihn dir nicht wegnehmen. Ich wollte nur wissen wie es dir geht und bin schon wieder weg. Entschuldigt noch mal die Störung. Wenn ihr wollt, würde ich mich freuen wenn ihr später vorbeikommt und mir alles erzählt.“
Mit diesen Worten hatte sich der Pflanzenerpel auch schon aus dem Fenster geschwungen, er wollte Quackies Geduld wohl nicht auf die Probe stellen.
Sobald er weg war drehte sich Quackerjack blitzschnell in meiner Umarmung um. Meine Decke glitt zu Boden und er drückte sich fest an meine Brust. Da er etwas größer war als ich lehnte er sein Kinn auf meine Schulter.
„Entschuldige Megavolt, das war kindisch von mir.“ Schluchzte er.
Das er das Wort „kindisch“ mal negativ verwenden würde. Doch ich konnte gut verstehen was in ihm vorging. Er hatte definitiv immer noch Angst nicht geliebt zu werden, oder meine Liebe wieder zu verlieren. Wie ich seine Eltern verfluchte für das was sie ihm antaten.
Behutsam drückte ich ihn von mir fort um in seine Augen sehen zu können, hielt dabei aber ständig Körperkontakt.
„Du brauchst dich nicht zu entschuldigen Quackerjack, ich verstehe dich.“
Ich konnte nicht anders, zog ihn wieder näher an mich und legte meine Lippen auf seine. Darauf schmeckte ich dass Salz seiner Tränen. Er legte seine Arme um meine Hüfte und erwiderte den Kuss. Meine Arme strichen sanft über seinen Rücken und legten sich schließlich um seinen Nacken. Näher, ich wollte ihm näher sein.

„Ich gehöre dir.“
Hauchte er unerwartet, nachdem wir uns aus dem Kuss gelöst hatten.
„Und ich möchte, das…Das auch du, nur mir gehörst.“
Meine Wangen färbten sich glutrot bei seinen Worten. Himmel was klang das erotisch.
Ich musste schwer schlucken bevor ich ihm antworten konnte:
„Ich bin dein.“
Wenn möglich wurde mein Gesicht noch heißer.
„Für mich gibt es nur dich.“
Er lächelte mich glücklich an, ich liebe dieses Lächeln einfach, ich kann es nicht oft genug betonen.
„Es tut mir wirklich leid wie ich mich aufgeführt habe. Ich werde mich später bei Reg entschuldigen. Ich fürchte nur, ich bin noch etwas durcheinander.“
„Ich verstehe dich Quackie. Mach dir nicht zu viele Gedanken. Ehrlich gesagt, gefällt mir die Vorstellung auch ein wenig, dass du mich so verteidigst. Außerdem, würde ich genau so handeln.“
Das würde ich wirklich, die Vorstellung das irgendwer Quackerjack auch nur einen falschen Blick zu werfen könnte, machte mich rasend. Wer hätte gedacht dass wir beide so Besitz ergreifend sind? Wieder etwas Neues entdeckt und wieder eine Gemeinsamkeit gefunden.

Später am Tag fanden wir uns dann tatsächlich bei Bushroot ein und erzählten mit hochroten Wangen was vorgefallen war. Die zu intimen Details ließen wir selbstverständlich aus.
Wir beschlossen zu warten bis sich die „Fürchterlichen Fünf“ ohnehin wieder zusammen schlossen um den Liquidator einzuweihen. Negaduck hingegen, sollte davon besser nie erfahren. Wir hingen nämlich an unserem Leben.
Bushroot allerdings war geradezu rührend. Er schien sich ehrlich für uns zu freuen, was am Ende sogar Quackie fürs Erste davon überzeugte, das Blattspinat keine Gefahr darstellte. Fürs Erste, mal sehen wie viele Stunden das anhielt.
So sehr wie sich Reg hinein steigerte frage ich mich ob es ihm am Ende ähnlich geht wie mir. War er auch heimlich verliebt und freute sich jetzt dass es eine Möglichkeit gab, das alles gut ausging? Wer weiß, ich jedenfalls nicht. Ich nahm mir vor mal näher darüber nachzudenken, leider vergaß ich derlei Vorhaben immer sehr schnell wieder…Es schadet einfach dem Gedächtnis ständig Stromstößen ausgesetzt zu sein. Es gab nur eines auf der Welt von dem ich sicher war das sich niemals ein grauer Schleier über die Erinnerung legen würde,  und zwar alles was mit Quackerjack zusammenhing.
Ja ja nennt mich kitschig.
Da Quackie seiner Fabrik aus verständlichen Gründen erstmal ein paar Tage fernbleiben wollte, beschlossen wir dass er solange bei mir wohnt. Ohne ihn könnte ich sowieso nicht mehr schlafen, ich brauchte Quackerjack inzwischen wie die Luft zum Atmen. Genau so wie ich, ein paar Milliarden Volt in meinen Adern brauche. Noch nie habe ich so sehr geliebt.

Ich sagte doch schon es ist mir völlig gleich ob ihr mich kitschig nennt!

Am nächsten Tag hatte ich das Gefühl die Welt aus den Angeln heben zu können vor lauter Glück. Ich hatte gute Lust meine Freude in die Welt hinaus zurufen, oder so was in der Art.
Es war bedauerlich, das wir niemals als normales Paar durch St. Erpelsburg laufen konnten. Dabei war mir so sehr danach mit meinem Freund anzugeben.
Allerdings, wer sagte eigentlich dass das nicht ginge? Sicher, als Quackerjack und Megavolt war es unmöglich. Aber warum nicht als Jack und Elmo?
„Ich möchte dass wir etwas zusammen unternehmen.“
Teilte ich einem völlig verschlafenden Quackerjack mit sobald dieser auch nur ein Auge aufgeschlagen hatte.
„Hä...?“
Na ja, so früh am Morgen konnte man nicht mehr erwarten. Ich schmunzelte und küsste meinen Engel sanft wach.
„Ich möchte dass wir etwas zusammen unternehmen.“
Versuchte ich schließlich noch einmal.
„Nicht als Superschurken Duo, sondern nur als Jack und Elmo.“
Im ersten Moment sah Quackerjack begeistert aus von der Vorstellung, doch dann legte sich ein Schatten auf sein Gesicht.
„Was ist wenn uns jemand erkennt?“
„Wer sollte uns erkennen Ouackie? Niemand hier hat dich je ohne deine Maske gesehen, und wenn ich nicht in meinem üblichen Overall herumlaufe, sehe sogar ich ganz harmlos aus.“
Quackerjack musste an meinem Blick bemerkt haben wie wichtig mir die Sache war, denn plötzlich lächelte er zärtlich.
„Also gibt es nur noch ein Problem.“
Verständnislos sah ich an, ein Problem?
„Wir brauchen neue Klamotten!“
Ach so. Musste er mich immer so erschrecken?
„Doch bei Not, Übel und Plagen nicht verzagen, Quackie fragen! Ob du es glaubst oder nicht, ich besitze mehr als nuuuuurrrr dieses Outfit!“
Nach dieser Ankündigung, oder war es eine Drohung? Fand ich mich auch schon in meinem Auto auf dem Weg zur Spielzeugfabrik wieder. Wann bei Edisson hatte ich mich angezogen? Na egal.
Kaum in Quackies Trautem Heim angekommen, wurde ich aufs Bett verfrachtet und bekam eine Oneman Modenshow zu sehen. Aber ich hätte eh kein anderes Model als Quackerjack akzeptiert.
Nach einiger Zeit fragte ich mich allerdings ob er das ernst meinte. Quackerjack hatte so ziemlich jeden Blödsinn in seinem Schrank. Kostüme, Bayerische Lederhosen, Fußballtrikots, halt alles was man ganz sicher nicht für den normalen Gebrauch benutzte.
„Wenn wir so draußen rumlaufen werden wir schon allein wegen dieser lächerlichen Klamotten eingebuchtet“
Teilte ich ihm meine Meinung taktvoll mit.  
„Jetzt mach mal kein Gezeter Peter!“ Fuhr mir Bananabrain über den Mund. Na toll.
„Also gut Voltie, ich verstehe ja was du meinst.“ Räumte Quackie schließlich ein.
„Aber was hältst du davon?“ Er kam mit einer eleganten Geste hinter der Schranktür hervor.
„Ähm…“
Ich konnte spüren wie mir sämtliches Blut zuerst in den Kopf schoss um sich dann schließlich in tieferen Regionen zu sammeln. Ich vergaß sogar, mich über die Bezeichnung Voltie aufzuregen.
„Na, ist das unauffällig genug?“ Fragte Quackerjack völlig ernst
„Ich glaube nicht dass wir dasselbe darunter verstehen…“
Ich schluckte schwer und wandte den Blick ab um meine Selbstbeherrschung nicht völlig zu verlieren.
„Zieh das wieder aus!“
„Aber der Verkäufer meinte, das wäre der letzte Schrei für ein nettes Spielchen.“
„Das glaub ich aufs Wort…“
Nach einigem Hin und Her fand sich für Quackerjack eine, zwar recht Körperbetonte aber dennoch hinnehmbare, schwarze Hose und ein schlichtes T-Shirt. Obligatorisch natürlich mit Smiley.
Ich hingegen griff mir eine einfach Blue Jeans. Warum lagen seine normalen Sachen eigentlich alle so eng an? Wollte er einen Ausgleich für sein sonstiges Narren Kostüm schaffen? Na ja, Hauptsache sie passte, dazu wählte ich ein schlichtes weißes Hemd das ich mir lose um die Brust zu knöpfte.
Perfekt, zwei völlig unauffällige, junge Männer.

„Ohne Cowboyhut Quackerjack!“
„Ist ja gut…“
Den Nietengürtel lies er sich allerdings nicht wegnehmen, aber damit konnte ich leben.
Kaum zu glauben das wir endlich soweit waren aus dem Haus zu gehen. Mein Herz schlug auffällig schnell, was für ein irres Gefühl.
Zögernd ergriff ich Quackies Hand, ein sanfter Rotschimmer legte sich auf mein Gesicht. Beruhigend warm schlossen sich seine Finger um meine.
Ich hatte das Gefühl das alle Welt uns anstarrte.
Wie ich es genoss.
„Ich bin stolz auf dich, das du dich ohne Maske draußen bewegst. Jack“
Hauchte ich ihm beim gehen zärtlich ins Ohr. Mein Freund fühlte sich zwar sichtlich noch etwas unwohl, aber das legte sich bei jedem Meter mehr und mehr. Schließlich lag ein breites, befreites Lächeln auf seinem Gesicht, als er den Kopf in den Nacken legte um die Sonne besser auf seinem Gesicht zu spüren.
Ich liebe dich.
Doch wenn man die ganze Zeit den Blick nach oben richtet fällt es schwer auf den Weg zu achten. Natürlich musste Quackie auch sofort jemanden anrempeln.
„Hey, pass doch auf wo ich hinlaufe!“
Ich schmunzelte, es war selten das Quackie so freundlich und zurückhaltend reagierte. Der Mann sah uns noch einen Moment nach. Mir gefiel der Blick nicht den er aufgelegt hatte, er war seltsam. Aber nicht in dem Sinne wie Bushroot es handhabte. Vermutlich gehörte er zu den extrem homophoben Leuten die Angst um ihre Sexualität hatten.
Hoffe ich.
Schnell hatte ich den Mann allerdings wieder vergessen, was nicht schwer fällt wenn man neben seinem Geliebten durch einen schönen Park spaziert.
Doch plötzlich zerriss eine laute, fast schon als schrill zu bezeichnende Stimme die idyllische Stille des Parks.
„Michael! Oh Michael, hab ich dich endlich wieder gefunden.“
Ich dachte mir bleibt das Herz stehen, als ich die Stimme erkannte. Das konnte, das durfte einfach nicht wahr sein.
Ein rascher Blick auf meinen Freund bestätigte meine Befürchtung. Er war ganz blass geworden und mit einem Ruck stehen geblieben. Er lies es zu das die Frau ihn von hinten umarmte, wirkte wie erstarrt.
Blanke Angst kroch mir den Rücken hoch und legte sich wie eine widerliche, eiskalte Hand um mein Herz.
Nein.
„Michael mein Liebling, wie konntest du mir das antun? Einfach wegzulaufen. Aber ich wusste dass wir uns wieder finden würden. Komm mit mir nach Hause Michael, komm mit.“
Ich war gerade dabei einzugreifen da mein Geliebter immer noch unter einem Schock zu stehen schien. Doch da rührte er sich endlich. Energisch löste er sich aus der Umklammerung seiner Mutter, drehte sich blitzschnell um und packte sie an den Schultern. Mit eindringlicher Stimme sprach er auf sie ein.
„Mutter! Hör zu, sieh mich an! Ich bin nicht Michael! Ich bin Jack, dein Sohn Jack“
Tränen standen in seine Augen, welche im hellen Sonnenlicht glitzerten. Es musste ihm sehr schwer fallen seine Mutter vor den Kopf zu stoßen, aber sie konnte nicht ewig mit dieser Lüge leben.
Hilflos stand ich daneben, was sollte ich machen? Das hier war alleine Quackies Kampf, ich war sicher dass er es alleine überwinden wollte.
Seine Mutter starrte ihn an, mit diesem leeren Blick den sie schon hatte als Jack noch ganz klein war. Doch nun veränderte sich der Ausdruck, leichter Wahnsinn schwang in diesen Augen mit. Irgendwie machte mir diese Frau inzwischen richtig Angst.
„Was redest du da? Du bist mein kluger, mein schöner Sohn Michael.“
Was sollte das denn bedeuten? War Quackerjack vielleicht nicht klug und schön? Ich spürte wie die Elektrizität in mir zu pulsieren begann.
„Michael ist tot, wann willst du das endlich akzeptieren?“
Jetzt schrie er seine Mutter an, es zerriss mir das Herz zu sehen wie wenig diese Frau dieses wunderbare Wesen zu schätzen wusste.
Quackerjack stieß seine Mutter nun endgültig von sich. Sie taumelte leicht zurück.
„Wenn du es nicht einsehen willst ist das dein Problem, du wirst mich nicht länger runterziehen.“
Er ergriff wieder meine Hand, diesmal fest und bestimmend, doch ich spürte wie er am, ganzen Körper zitterte.
„Lass uns gehen Me…Elmo.“
Wir drehten uns um und ließen diese Verrückte allein im Park stehen. Erst gingen wir einige Schritte im ruhigen Tempo, dann plötzlich wie auf ein Kommando liefen wir beide los. Fort, bloß fort von dieser Frau.
Atemlos hielten wir an als wir das Ende des Parks erreicht hatten.
„Es tut mir so Leid Megs, sie hat alles ruiniert. Ich…“
Doch ich lies meinen Freund gar nicht erst ausreden, fest schloss ich ihn in eine Umarmung.
„Ich bin so stolz auf dich Quackie, so unendlich stolz.“
Meine Stimme war nicht mehr als ein Flüstern und ich spürte wie auch mir die Tränen kamen.
„Jetzt ist es endgültig vorbei, du bist Jack, du musst nie wieder Michael sein.“
Unerwartet zog er mich noch fester an sich und küsste mich stürmisch.
„Du hast mich gerettet Megavolt.“
Schon legten sich seine Lippen noch einmal auf meine. Ich erwiderte nichts mehr sondern versank in diesem Kuss. Bevor ich die Augen schloss bemerkte ich den Typen von eben, der uns wieder diesen Blick zuwarf. Doch es konnte mir in diesem Moment nicht gleichgültiger sein.

Zwei Tage später waren wir in meinem Leuchtturm und ich arbeitete gerade an einer neuen Erfindung. Schon in der Schule war es mir ja gelungen statische Elektrizität nutzbar zu machen, doch mit dieser Weiterentwicklung konnte man sogar mehr als nur eine Glühbirne damit antreiben. War nur noch nicht ganz ausgereift, manchmal fehlten mir einfach die nötigen Gerätschaften um schneller voran zukommen.
Quackerjack schien vergnügter als je zuvor, er hüpfte auf seinem Pogostick durch den Raum und tanzte mit Bananabrain zum Hamsterdance, doch zwischendurch wurde er plötzlich ganz ruhig, kam zu mir und legte seine Arme um mich. Ganz still, einfach als wollte er sich überzeugen dass ich noch da bin.
Ich liebte beide Seiten an ihm, doch wenn er so liebebedürftig zu mir kam unterbrach ich jedes Mal meine Arbeit um ihn zärtlich in den Arm zu nehmen. Auch jetzt saßen wir wieder auf dem Boden, ich hatte ihn auf meinen Schoß gehoben um ihn ganz dicht an mich drücken zu können und wir betrachteten mein bisheriges Werk.
„Du bist ein Genie Megavolt, das weiß nur keiner zu schätzen.“
Es tat wirklich gut ab und zu ein Lob zu hören, von ihm ganz besonders.
Plötzlich wurde die friedliche Stimmung zwischen uns unterbrochen, als jemand am Fuße des Turms nach mir rief.
„Ein Einschreiben für Mr. Sputterspark alias Megavolt!“
Wir sahen uns einen Moment verwundert an, wer wusste denn bitte schön noch meinen richtigen Namen? Gleichzeitig waren wir am Fenster und spähten hinab. Dort stand tatsächlich ein Briefträger mit einem großen Umschlag in der Hand. Er winkte zu uns rauf als er uns entdeckte.
„Sind sie Mr. Sputterspark? Ich habe hier ein Einschreiben vom Werk für Statische Elektrizität für sie.“
Wie um seine Aussage zu betonen deutete er auf den Umschlag.
Hatte ich schon wieder meine Stromrechnung nicht bezahlt? Aber was hatte das Werk für Statische Elektrizität damit zu tun?
Da es sich nur um einen einzelnen Mann handelte, der noch dazu nicht arrogant genug wirkte um Doofwing zu sein, beschloss ich runter zu gehen.
Skeptisch blickte ich dem Briefträger ins Gesicht, doch der schien wirklich keine bösen Absichten zu hegen. Freundlich bat er mich um eine Unterschrift, drückte mir den Umschlag in die Hand und verschwand auch schon wieder. Vielleicht sollte ich mir doch eine Türklingel anschaffen, nur für den Fall das sich Besuch jetzt doch häufte. Ein Vorteil wäre zum Beispiel keine Pflanzenerpel mehr in seinem Zimmer stehen zu haben, jedenfalls nicht bevor man sie hereingebeten hatte.
Schon auf dem Weg die Treppe wieder hoch öffnete ich den Brief, beschloss aber, erst in Quackies Gegenwart zu lesen.
Dieser wartete schon gespannt auf mich.
„Was ist es, was ist es?“
Ich schmunzelte, wer von uns war eigentlich neugieriger?

„Sehr geehrter Mr. Sputterspark,
wir wollen uns kurz fassen. Natürlich ist uns ihr Handeln als der berüchtigte Verbrecher Megavolt sehr wohl bekannt. Dennoch erkennen wir in Ihnen eines der größten Physik Genies unserer Zeit.
Wir wollen Sie bitten in unserem Unternehmen, in der Forschungsabteilung zu arbeiten.
Selbstverständlich unter den besten Vorraussetzungen. Sie erhalten ein Monatsgehalt von 4000 Talern, dazu alle nötigen Utensilien und Gerätschaften sowie unsere volle Unterstützung, die Sie für Ihre Forschung benötigen.
Wir garantieren Ihnen eine absolute Geheimhaltung ihrer Identität.
Es wäre uns eine Ehre Sie bald in unserem Team begrüßen zu dürfen. Leute mit Ihren Fähigkeiten sind selten geworden Mr. Sputterspark, Sie können es noch weit bringen.
Sollten Sie Interesse an unserem Angebot haben, kommen Sie doch bitte Morgen um 12 Uhr in unsere Institution, damit wir alles weitere persönlich besprechen können.
Wir erwarten Ihren Besuch mit Freude.
Mit freundlichen Grüßen
James Twat
Ausschussvorsitzender.“

Ich konnte es nicht fassen, das war genau das wovon ich seit meiner Schulzeit geträumt hatte. Es war der Weg den ich einschlagen wollte, bevor ich wegen Specko zu Megavolt wurde.
Das Werk für Statische Elektrizität war mein großes Ziel gewesen.
Ich wurde aus meinen Gedanken gerissen als sich plötzlich ein Verrückter im Clownskostüm auf mich stürzte.
Lachend fielen wir auf den Boden, Quackerjack über mich gebeugt.
„Wer sagt es denn Voltie? Es erkennt ja doch noch jemand dein Talent. Du wirst doch hingehen oder? Oder? Oder?“
Zärtlich hob ich einen Arm um Quackie über die samtweiche Wange zu streicheln.
„Nun schon möglich, zumindest…“
Ich zog meine Hand zurück und blickte zur Seite.
„Zumindest? Zumindest was? Reeeeeeeede!“ Quackerjack war in seiner Euphorie kaum zu bremsen.
„Zumindest, wird mich dort niemand Voltie nennen.“
Mit diesen Worten drehte ich den Spieß um, warf mich meinerseits auf meinen Freund und begann ihn hemmungslos durch zu kitzeln.
Nach einer Weile, während der Quackerjack mindestens fünfmal um Gnade flehen musste, lagen wir wieder ruhig am Boden. Diesmal hatte ich mich über Quackie gebeugt, wir waren beide rot im Gesicht von der Anstrengung und unser Atmen ging unregelmäßig.
Ich sah meinem Freund in die Augen, die feucht vor Lachtränen glänzten.
„Ich habe ehrlich gesagt auch ein wenig Angst dort hin zu gehen.“
Gestand ich verlegen, warum wusste ich selber nicht. Aber ehrliche Arbeit war ich einfach nicht mehr gewöhnt, vor allem keine so gut bezahlte.
„Was ist wenn ich Morgen dorthin gehe und völlig versage?“
Nun war es an Quackerjack mir über die Wange zu streicheln, langsam fand seine Hand ihren Weg zu meinem Nacken. Liebevoll zog er mich ein Stück weiter zu sich runter.
Unsere Lippen waren nur noch Millimeter voneinander entfernt.
„Warum solltest du versagen? Es ist doch dein Traum.“
Hauchte er mir zärtlich entgegen bevor sich unserer Lippen in einem weiteren Kuss fanden.
Den restlichen Tag verbrachten wir damit meine Erfindung weiter fertig zustellen. Quackerjack hatte vielleicht keine Ahnung von Physik, aber er war ein sehr geschickter Techniker. Es war fast schon Poesie mit anzusehen, wie passgenau sich die Einzelteile unter seiner Hand zusammenfügten.
Ich war ihm dankbar dass er mir half, obwohl er lieber an seinem eigenen Spielzeug arbeiten würde. Es war deutlich zu spüren dass er sich ehrlich für mich freute und mitfieberte. Nichts machte mich glücklicher als seine Unterstützung.

Natürlich konnte ich in dieser Nacht partout nicht einschlafen, mein Herz schlug mir bis zum Hals vor Nervosität.
Es war ungefähr Mitternacht, ich lag hellwach im Bett und starrte an die Decke. Verdammt was war schon dabei? War doch nur ein Vorstellungsgespräch. Ich seufzte schwer.
„Bist du immer noch wach Voltie?“ ertönte plötzlich Quackerjacks verschlafene Stimme neben mir. Er setzte sich im Bett auf, schlang seine Arme um die Knie und sah liebevoll zu mir herüber.
„Du bist wirklich ein Idiot.“ Meinte er zärtlich. Dann wandte er den Blick von mir ab und blickte Gedankenverloren an die schwarze Decke. „Weißt du, wir haben zusammen den Zeitkreisel gebaut, was hauptsächlich dein Verdienst ist. Noch dazu hast du es geschafft eine komplizierte Umprogrammierung alleine vorzunehmen, du hast eine Methode entwickelt Gedanken in Daten umzuwandeln. Du warst es auch der damals unseren Relaxomat entwickelt hat. Du kannst Nervenanspannung zu elektrischer Energie komprimieren.“
Jetzt sah er mich wieder an, legte sich nieder und rutschte ganz dicht an mich heran. Seine gefiederten Finger fuhren leichte Bahnen auf meiner Brust als er weiter sprach:
„Obwohl du nicht einmal die Highschool beendet hast, gelang es dir das alles und noch mehr selber zu erarbeiten.“ Müde legte er seinen Kopf auf meine Brust und kuschelte sich eng an mich. „Ich glaube an dich.“ Waren die letzten Worte von ihm ehe er wieder friedlich einschlief.
Ich sah ihm noch eine Weile beim schlafen zu, es hatte etwas ungemein Beruhigendes an sich. Außerdem war ich froh dass er sich in meiner Nähe so wohl fühlte.
Seufzend kuschelte ich mich schließlich tiefer in mein Kissen und drehte mich so dass Quackies Kopf jetzt unter meinem Kinn ruhte, wohl wissend dass ihm das gefiel.
„Ich danke dir, das du an mich glaubst.“ Flüsterte ich, meine Stimme klang belegt von der Müdigkeit. Ich küsste ihn auf die Stirn.
„Ich liebe dich.“
Und dann war auch ich, endlich eingeschlafen.
Trotz der wenigen Stunden Schlaf war ich am Morgen hell wach. Was ich wohl der beruhigenden Nähe meines Geliebten zu verdanken hatte.
Der im Übrigen nicht im Bett lag wo er liegen sollte. Noch als ich mich suchend im Zimmer umsah, stieg mir der Geruch von frischem Toast in die Nase. Im selben Moment kam Quackerjack aus meiner Kochnische hervor.
„Guten Morgen Schlafmütze, ich habe Frühstück gemacht. Na ja, ich habe es zumindest versucht.“
Ein Blick auf die, leicht Angekokelten, Spiegeleier zeigte mir das es ein recht kläglicher Versuch gewesen war. Aber wen störte das schon? Noch nie hatte jemand für mich Essen gemacht, das gefiel mir.
„Ich wollte dass du gestärkt zu deinem Vorstellungsgespräch gehst, aber ich sorge wohl eher für eine Magenverstimmung.“ Meinte er etwas geknickt.
„Unsinn, du kennst mich doch, ich mag es gut durchgeschmurgelt.“ Meine Laune war trotz der frühen Stunde bereits auf einem Hochpunkt angelangt.
Fröhlich, mit viel Gelächter, verbrachten wir unser Frühstück. Doch dann wurde es Zeit für mich aus dem Haus zu gehen. Da ich schlecht im gelben Overall auftauchen konnte, hatte ich mich kurz entschlossen für das Outfit von Gestern entschieden.
Quackerjack begleitete mich zum Fuß des Turms.
„Viel Erfolg Voltie! Ich bin sicher das du großartig ankommen wirst.“
Ich zog ihn kurz in meine Arme. Ohne dich wäre ich nichts.
„Danke Quackie, bis später.“ Ich atmete noch einmal tief durch und machte mich dann auf den Weg. Quackerjack winkte mir überschwänglich hinterher bis ich außer Sichtweite war. Sogar Mr. Bananabrain schien mir, von Quackies Schulter aus, zuzulächeln. Unheimlich.

Den Weg zu dem Institut kannte ich im Schlaf, schließlich hatte mich an Physik die statische Ladung immer am meisten interessiert.

Ich will euch auch gar nicht mit großen Erklärungen langweilen. Kurz gesagt das Vorstellungsgespräch lief elektrisierend gut.
Es war ein unbeschreibliches Gefühl vor Leuten zu stehen die tatsächlich verstanden wovon ich rede. Mehr noch, welche das alles auch noch genauso hoch faszinierend fanden wie ich.
Was meine Erfindung zur Nutzung der statischen Elektrizität angeht, so waren die Herrschaften allesamt begeistert und beeindruckt. Ich glaube ich bin in meinem ganzen leben nicht so sehr gelobt worden wie an diesem Tag. Ein schönes Gefühl das die Selbstachtung anhebt.
Natürlich waren diese Leute kein Vergleich zu Quackerjacks strahlendem Lächeln. Ich glaube wenn er zuhause nicht auf mich warten würde, wäre der ganze Tag nur halb so gut.
Meine Schritte beschleunigten sich von selber, warum war ich eigentlich zu Fuß gelaufen? Ach ja, zu nervös um auf Verkehrsregeln zu achten.
Es war faszinierend, zwei Sekunden nachdem der Leuchtturm in mein Blickfeld geraten war, erschien Quackerjacks Kopf im obersten Fenster. Als hätte er sicher gewusst das ich auf dem Weg war.
Freudig streckte ich meine Finger in die Höhe die das Victory Zeichen bildeten. Sein erfreutes Lachen konnte ich bis zu mir herunter hören.
Das war das Glück.

Wir verbrachten eigentlich den ganzen Tag damit uns gegenseitig in immer größere Euphorie zu reden. Mal ganz ehrlich, mit Quackerjack würde es sogar Spaß machen sich über Wellpappe zu unterhalten, aber diesen Erfolg mit ihm zu feiern war das größte.
„Hätte nicht gedacht mal normale Leute zu treffen die mich so akzeptieren wie ich bin.“ Lies ich ihn wissen.
Allerdings bist du mir noch sehr viel lieber. Schade dass mir mal wieder der Mut fehlte, ihm das ins Gesicht zu sagen. Aber du verstehst mich auch so, das weiß ich.
Quackerjack lächelte mich verständnisvoll an. Er wusste wie wertvoll es war um seiner selbst geliebt zu werden.
An meinem ersten richtigen Arbeitstag der am nächsten Morgen begann, war ich natürlich wieder ultra nervös. Jedoch unbegründet wie ich am Ende des Tages schließlich erleichtert feststellte. Der Erfolg brach nicht ab. Ich wurde unterstützt und gefördert wo es nur ging. Zum ersten Mal konnte ich mich Gefahren los und völlig legal meiner Arbeit widmen. Zugegeben es fehlte etwas der Nervenkitzel wenn man nicht ständig damit rechnen musste das ein gewisser Maskierter Erpel auftauchte, aber ansonsten machte es großen Spaß dort zu arbeiten. Zusammen würden wir die Welt der Elektronik revolutionieren.
Allerdings konnte ich es mir nicht verkneifen, die arme, gestresste Glühbirne meiner Schreibtischlampe aus dem Institut zu entwenden. Das arme Ding musste einfach gerettet werden. Es war interessant zu sehen wie viele verschiedene Arten von seltsamen Blicken Menschen auflegen konnten. Der meiner Kollegen gehörte zweifelsohne zu der Gattung der höchst amüsanten. Doch selbst in dieser Situation erhob niemand das Wort gegen mich. Sie mussten wirklich überzeugt von mir sein.

Am darauf folgenden Tag war meine Laune dementsprechend entspannter. Allerdings brauchte ich drei Versuche aus dem Haus zu gehen, da Quackie an diesem Morgen besonders Schmusebedürftig war.
Ob meine Kollegen zu meinem dämlichen, breiten Grinsen wohl irgendetwas kommentieren würden? Gut gelaunt wie nie und fröhlich pfeifend ging ich an diesem Tag, unter Quackies ununterbrochenen Unterstützungsrufen, zur Arbeit.

- - -

Lange noch rief ich Megavolt lautstark hinterher. Ich bin so froh dass sich alles auf diese Weise entwickelt. Voltie schien selbstsicherer als je zuvor.  Ich weiß ja selber wie wichtig es ist gesehen und akzeptiert zu werden.
„So mögen wir unseren Voltie am liebsten, nicht war Mr. Bananabrain?“
„Genau so soll es sein, Brian.“ Antwortete mein Freund ebenso enthusiastisch wie ich selber war. Ich lachte glucksend vor mich hin, einfach nur weil ich so glücklich war. Doch plötzlich riss mich jemand aus meiner Hochstimmung.
„Ein Einschreiben für Mr. Quackerjack.“
Hä? War die: „Wir schreiben Superschurken einen Brief Woche“ und ich wusste nichts davon?
Der fragliche Briefträger lächelte mich betont freundlich an, mir gefiel dieser Blick nicht. Ganz und gar nicht.
„Na geben sie schon her.“ Unwirsch riss ich dem Kerl den Umschlag aus der Hand. Ob sich die Spielzeugläden nun doch endlich für meine Produkte interessierten?
„Was ist denn noch? Hauen sie schon ab Mann!“ Fuhr ich den Überbringer an, der sich jedoch weiterhin nicht von der Stelle rührte. Das gefiel mir immer weniger.
„Tut mir leid Sir. Ich wurde beauftragt auf Ihre Antwort zu warten.“
Meine Antwort? Worauf? Ich hatte inzwischen fast ein wenig Angst diesen Brief zu öffnen.
„Von wem ist der Brief überhaupt?“ Ich besah mir den Umschlag genauer, doch kein Absender war darauf verzeichnet.
„Das werden sie dem Inhalt des Schreibens entnehmen müssen Sir.“ Der Kerl wurde mir mit jedem Atemzug unsympathischer.
Aber was half es? Eine Briefbombe dürfte es schon nicht sein, das würde ich erkennen. Also öffnete ich mit einem unguten Gefühl das Schreiben.

Lieber Sohn,

ich nehme an das dein Freund im Moment die beste Zeit seines Lebens verlebt.
Ist es nicht Ironie des Schicksals, das deine liebe Mutter Geschäftsführerin eines der größten Unternehmen im Bereich der Elektrischen Versorgung ist. Was mich gleichzeitig zum Hauptsponsor des Werkes für Statische Elektrizität macht.
Nachdem dein Vater uns, auf tragische Weise, verlassen hatte wurde ich, als First Lady des Unternehmens, automatisch zum Vorsitz erklärt.
Ich habe dich so sehr vermisst mein geliebter Sohn. Also setzte ich die besten Privat Detektive die sich für Geld kaufen ließen auf dich an.
Du bist ein echter Schelm das du ständig diese Maske aufgesetzt hattest. So konnten wir dich Jahrelang nicht finden. Jedoch an diesem wundervollen Tag Vorgestern warst du endlich bereit zu mir zurückzukehren. Nur deshalb hast du dein Gesicht wieder in der Öffentlichkeit gezeigt.
Das du dich irgendwo in St. Erpelsburg befindest, war mir von Anfang an klar. Als Kind hast du schon immer von dieser wundervollen Stadt geschwärmt. Ich kenne doch meinen Sohn.
Wie glücklich war ich als mir einer der Detektive vor zwei Tagen berichtete dich gesehen zu haben.
Da man den Fähigkeiten solcher Leute natürlich nie ganz vertrauen kann habe ich mir oft die Freiheit genommen sie bei Ihrer Arbeit zu begleiten. So war ich glücklicherweise schon in der Nähe, als du dich absichtlich zu erkennen gabst. Du bist mir vielleicht einer, so fest hättest du den armen Mann gar nicht anrempeln brauchen, glaub mir, ich erkenne meinen geliebten Sohn immer und überall wieder.
Ich war sehr enttäuscht dass du dennoch darauf bestandest dieses schreckliche Spiel mit mir weiter zu spielen.
Aber dafür hast du ja auch von dir aus deine Schwäche offenbart. Es war fast schon zu einfach anhand des Gesichtes und des Namens, den du uns ja selber genannt hast, die Identität deines Freundes auszumachen.
Nachdem ich wusste wer er war habe ich meine Beziehungen spielen lassen um ihn in das Institut für Statische Elektrizität zu bringen. Als Hauptsponsor war das für mich keine große Sache, aber das war dir selbstverständlich klar.
Jetzt ist alles geklärt, dein Freund ist glücklich, er braucht dich nicht mehr und steht dir somit nicht länger im Weg.
Aber ich brauche dich mein Sohn, ich liebe dich. Komm zu mir zurück, es schickt sich nicht für einen Mann von Welt ständig nur mit einem anderen Mann zusammen zu leben. Stell dir vor die Leute würden denken mein Sohn hätte Homosexuelle Neigungen, welche Schande das für die Familie wäre.
Wie dem auch sei, solltest du weiterhin darauf bestehen dieses dumme Spiel Weiterzutreiben, werde ich selbstverständlich sämtlichen Absprachen zurücknehmen und dein Freund bekommt die Anerkennung die er verdient. Nicht die geringste. Wie schade wäre das für deinen Freund, wo er doch jetzt zum ersten Mal in seinem Leben nicht das Gefühl haben muss wie der Abschaum behandelt zu werden, der er ist.
Sollte deine Einstellung sich trotzdem nicht ändern, so sollte dir klar sein das sich nicht nur die besten Detektive, sondern auch die besten Killer für Geld kaufen lassen.
Oh, keine Sorge mein Liebling, ich würde doch meinem Schatz kein Haar krümmen lassen. Nein, der Anschlag gilt natürlich nur deinem geistesgestörten Freund.
Wenn er nicht mehr ist, ist dein Spielchen wirklich vorbei. Ich bin gespannt wie weit du noch spielen willst.

Ich biete dir folgende Option an: Kehre morgen zu mir zurück, dann wird dein Freund ewig glücklich sein. Andernfalls werden augenblicklich oben genannte Maßnahmen umgesetzt.
Teile dem Überbringer dieser Nachricht deine Antwort mit.
Ich warte auf dich Michael.
Deine dich liebende Mutter

Kraftlos lies ich den Brief sinken. Der Bote stand immer noch mit diesem abscheulichen Lächeln auf den Lippen neben mir. Ich spürte wie mir Tränen der Verzweiflung in den Augen brannten.
Sicher hatte ich gewusst wer mein Vater war, aber das er starb und dieser Verrückten alles hinterlassen hatte war ein Tiefschlag.
Was sollte ich nur tun? Gerade jetzt wo Megavolt endlich glücklich war, nur wegen dieser Anstellung. Ich könnte nicht ertragen dass alles wieder so wurde wie in seiner Schulzeit, geschweige denn einen Mordanschlag auf ihn verantworten.
Hatte meine Mutter am Ende sogar Recht? Brauchte er mich gar nicht mehr, jetzt wo er Anerkennung fand? Er durfte niemals erfahren dass alles nur ein abgekartetes Spiel war. Nein ich wollte dass er glücklich war.
Niedergeschlagen nahm ich Bananabrain in beide Hände und sah ihn an, als könnte er mir Rat geben.
„Ich liebe ihn Bananabrain, ich möchte bei ihm sein, aber…Wenn ihn das nicht glücklich macht. Wenn er dafür leiden muss. Wenn ich ihn dadurch sogar in Gefahr bringe, dann ist es doch egoistisch in seiner Nähe zu bleiben…“
In mir zog sich alles zusammen, alleine bei dem Gedanken ohne ihn zu sein, andererseits. Ich wusste das meine Mutter ihre Drohung war machen würde, wie weit sie alleine schon gegangen war um mich zu finden.
Mutlos lies ich den Kopf hängen.
„Bitte teilen sie meiner Mutter folgendes mit: Ich werde morgen zu ihr zurückkommen, solange sie verspricht Megavolt kein Leid zuzufügen, egal in welcher Form.“
Verzweifelt sank ich auf die Knie und vergrub mein Gesicht in den Händen.
„Sehr wohl Sir.“ War die knappe Antwort des Boten und schon war er, mitsamt seinem schleimigen Lächeln, verschwunden.“
Langsam schlich ich die Treppe in den Turm hinauf. Mich zu kennen hatte Voltie wirklich nichts als Ärger gebracht, es würde besser sein für immer aus seinem Leben zu verschwinden. Wenn da nur nicht meine Gefühle für ihn wären.
„Ich durfte ihm bisher noch nicht einmal nahe sein.“ Flüsterte ich meinem Freund zu.
Erschöpft lies ich mich auf Megs weiches Bett sinken. Innerlich bereitete ich mich auf den Abschied vor. Dies würde die letzte Nacht sein, die wir zusammen verbrachten.

- - -

Ich war etwas erschöpft als ich mich endlich auf den Weg nach Hause machen konnte, Heute wollte man mich partout nicht gehen lassen. Anerkennung war mit viel Arbeit verbunden.
Jetzt freute ich mich nur noch darauf, Quackerjack wieder in meine Arme zu schließen. So viel Spaß die Arbeit auch machte, sie konnte das Gefühl seiner Nähe niemals ersetzen.
Heute erschien mein Freund nicht direkt am Fenster, ich war fast schon ein wenig enttäuscht. Doch sobald ich das obere Stockwerk betreten hatte verflüchtigte sich dieses Gefühl.
Quackie erwartete mich direkt am Eingang, noch bevor ich soviel wie „Hallo“ sagen konnte, hatte er mich von hinten umarmt.
„Ich hab dich vermisst.“ Hauchte er mir ins Ohr und begann zaghaft meinen Nacken mit Küssen zu bedecken.
Verlegen und mit hochroten Wangen löste ich mich von ihm um sein Gesicht sehen zu können. Der Blick den er mir zuwarf lies mir den Atmen stocken. Ich schluckte schwer bevor ich überhaupt einen Ton raus brachte. „I…Ich dich auch…“
Himmel wie rot konnte man noch werden? Außerdem machte mir die plötzliche Hitze im Raum schwer zu schaffen.
Jetzt lächelte er mich an: „War die Arbeit erfolgreich?“
Endlich ein sicheres Terrain, irgendwie fiel es mir Heute schwer in seiner Gegenwart klar zu denken.
„Ja sehr, ein neuer Vorschlag von mir wurde einstimmig angenommen.“ Ich war stolz nicht zu stottern.
„Das freut mich.“ Sein Lächeln wirkte plötzlich anders, jedoch lies er mir keine Zeit näher darüber nachzudenken, oder ihn gar danach zu fragen. Wieder kam er ganz dicht an mich heran, seine Arme legten sich um meinen Nacken. Wie in Trance drückte er seine Lippen auf meine. Sein Kuss war intensiver als sonst, fordernder. Plötzlich fühlte ich seine heiße Zunge die bittend über meine Lippen strich. Wie von selbst öffneten sich meine Lippen um ihm Einlass zu gewähren, kleine elektrische Funken knisterten als wir tiefer in diesem Kuss versanken. Erschrocken wollte ich zurückweichen, um ihm keine Schmerzen zuzufügen. Doch er lies es gar nicht erst zu sondern zog mich nur noch enger an sich heran.
Ich kann nicht sagen dass mir das nicht gefiel, aber es löste ein ganz seltsames Gefühl in mir aus. Mein Freund brachte mich Heute um mein letztes bisschen Verstand. Aber was war so anders an ihm? Ich konnte es einfach nicht bestimmen. Schon gar nicht wenn sein heißer Atem mein Gesicht kitzelte. Er senkte den Blick und verteilte zärtliche Küsse auf meiner Wange, bis hinunter zu meinem Hals.
„Bitte, schlaf mit mir…“
Seine Stimme war nicht mehr als ein Flüstern, sein Kopf verlegen gesenkt. Doch ich hatte jedes Wort verstanden.
Deshalb war er so anders als sonst. Ich wollte etwas erwidern, doch sein plötzliches Aufblicken lies jeden Laut in meiner Kehle ersticken. Diese Augen, dieser Blick der sich voller Verlangen in meine Seele brannte.
Ich hatte davon geträumt, schon bevor ich mir meiner Gefühle überhaupt bewusst wurde. Damals schämte ich mich für diese Phantasien meinem Kumpel gegenüber, doch jetzt war er es der…Allein der Gedanke daran genügte um mein Herz schneller schlagen zu lassen.
Er schien keine klare Antwort von mir zu erwarten. Immer noch mit diesem sehnsüchtigen Blick, ging er langsam Rückwärts Richtung Bett und zog mich sanft mit sich.
Woher kam seine plötzliche Entschlossenheit?
Seine Augen Unverwand in meinen versunken, begann er langsam mein Hemd auf zuknöpfen.
Immer hatte ich überlegt wie ich ihn jemals fragen könnte und nun ergab sich alles von ihm aus. Eindeutig war ich der größere Feigling. Aber mir gefiel seine Initiative, er gab mir das Gefühl auch begehrenswert zu sein. Lange hatte ich gezweifelt ob ich überhaupt diese Gefühle in ihm auslösen konnte.
Seine warmen Hände strichen über meine Brust, ruhig streifte er mir das Hemd von den Schultern. Es gab kein zurück, warum auch?
Endlich schaffte ich es mich aus meiner völligen Starre zu lösen, um seine Zärtlichkeiten zu erwidern. Verlangend begann ich ihn zu küssen, seine Lippen, seinen Hals. Vorsichtig benutze ich meine Zähne. Ja, ich wollte ihm nahe sein, daran gab es keinen Zweifel.
Meine Hände fanden ihren Weg an seinem Rücken entlang, mit einem letzten Blick in seine Augen überzeugte ich mich davon dass er es ernst meinte. Mit pochendem Herzen öffnete ich den Reißverschluss seines Anzugs.
Sicher, ich hatte ihn schon vorher so gesehen, aber durch diese ganze Situation hatte ich das Gefühl der Anblick seiner entblößten Haut wäre völlig überraschend. Niemals sah er so schön aus wie jetzt.
Seine Wangen färbten sich rot als er bemerkte wie ich ihn ansah. Verlegen wandte er den Kopf zur Seite. So wunderschön und er gehörte ganz allein mir. Niemals sollte jemand anderes ihn so sehen.
„Ich lie…“
Doch er legte mir einen Finger auf die Lippen bevor ich aussprechen konnte.
„Sag nichts mehr. Sieh mich an.“ Ohne den Blick von mir zu wenden, löste er seinen Gürtel, langsam lies er das Narrenkostüm von seiner Hüfte gleiten.
Seine Federn glänzten seidig, luden regelrecht dazu ein berührt zu werden.                                                                                                                                                                                                                                          
Geschickt entledigte er sich seiner Schuhe und lies sich auf mein Bett sinken. So nervös war ich in meinem ganzen Leben noch nicht, eigentlich hatte ich keine Ahnung was ich machen sollte. Ich war mir meines Körpers unangenehm bewusst, hatte plötzlich das Gefühl jede meiner Bewegungen sei ungeschickt neben seiner Grazie. Unsicher trat ich näher an ihn heran, sofort setze er sich auf. Einladend streckte er die Arme nach mir aus.
„Hab keine Angst Megavolt.“ Er lehnte seinen Kopf an meinen Bauch, ich bemerkte gar nicht dass er mir die Jeans vom Körper strich. Dann wieder dieser verzehrende Blick
Auf einmal stand ich halb nackt vor ihm, ich schämte mich mehr denn je meines Körpers.
„Du bist wunderschön.“ Versicherte er mir als könnte er meine Gedanken lesen.
Wieso wusste er immer was gerade in mir vorging? Meine Schuhe landeten neben seinen, als ich mich langsam zu ihm auf das Bett kniete.
Er lag unter mir, sein Blick so voller Leidenschaft und Vertrauen auf mich gerichtet.
„Berühre mich Megs.“ Er nahm meine Hände und führte sie an seinen Körper um seine Worte zu unterstreichen.
Wie von selbst strichen meine Finger über seine Brust. Das Gefühl seiner seidenweichen Federn unter meinen Händen war unbeschreiblich. Durfte ich wirklich weitergehen?
Sein leises Stöhnen war Antwort genug. Er legte seinen Kopf in den Nacken, hob mir seine Hüfte fordernd entgegen, so dass unsere Lenden aneinander rieben. Diese Berührung war wie ein elektrischer Schlag, durchfuhr meinen ganzen Körper wie ein Blitz. Nur sehr viel intensiver als selbiger.
Zögernd lies ich meine Hand an seinem Körper entlang wandern, ich wollte mehr von ihm spüren.
Leicht strich ich zwischen seinen Beinen entlang, ich konnte spüren dass er erregt war. Wegen mir, nichts erfüllte mich mehr mit Freude als die Tatsache dass er genau so empfand wie ich.
Mit einem glücklichen Lächeln sah ich auf, wollte noch mal dieses Vertrauen in seine Augen sehen. Ich erschrak als ich die Tränen bemerkte die in seinen Augenwinkeln glitzerten.
Sofort zog ich meine Hand zurück.
„Quackerjack, was ist denn los? Bitte du musst mir sagen wenn ich zu schnell vorgehe.“
Das letzte was ich wollte war ihn zu bedrängen, aber er wollte es doch so, oder etwa nicht? Warum die Tränen?
Besorgt beugte ich mich über ihn, strich ihm zärtlich über die Wange.
Er schüttelte leicht den Kopf und legte seine Hand auf meine, welche immer noch auf seiner Wange ruhte.
„Es tut mir Leid, es ist nichts. Bitte hör nicht auf, mach weiter. Ich will das du mich berührst.“
Trotz seiner Worte war ich etwas verunsichert. Ich beugte mich weiter vor um meine Stirn an seine zu legen. Das Gefühl der Liebe das mich in diesem Moment durchflutete war unbeschreiblich stark.
Sein Blick war wieder auf mich gerichtet, noch einmal ergriff er meine Hand, führte sie an seinem Körper hinab.
„Mach bitte weiter.“ Flehte er wiederholt.
Wem sollte ich glauben? Seinen Worten oder seinen Tränen. Er machte es mir schwer eine überlegte Entscheidung zu treffen, indem er meinen Kopf zu sich runter zog und meine Lippen in einem innigen Kuss fing. Meine Selbstbeherrschung kannte auch Grenzen, soeben wurden sie überschritten.
Ich konnte einfach nicht mehr anders als meine Hand unter seine Shorts streichen zu lassen, ihn zu berühren. Sein Glied pochte heiß gegen meine Handfläche. Zögernd begann ich meine Hand in langsamen Rhythmus auf und ab gleiten zu lassen.
Sein erregtes Stöhnen wurde lauter, doch seine Tränen versiegten nicht. Da er jedoch ansonsten in keiner Weise abgeneigt schien, schaffte ich es nicht mehr aufzuhören.
Ich löste meinen festen Griff um seine Erregung, befreite ihn von dem letzten, störenden Stück Stoff.
Einen Moment konnte ich nichts weiter tun als ihn anzusehen. Er ist so schön. Etwas anderes war ich nicht zu denken im Stande.
So kniete ich über ihm, meine Arme an seinen Seiten abgestützt, starrte ihn nur an.
Plötzlich fühlte ich seine Hände an meinen Shorts. Sein Blick niemals von meinen Augen abgewendet, als wollte er in ihnen lesen.
Ob er die unendliche Liebe für ihn erkennen konnte? Ich war so versunken in seinen Anblick das ich kaum bemerkte dass auch ich, nun völlig entkleidet war.
Ich schämte mich so sehr vor ihm, wie konnte ich annehmen so einem schönen Geschöpf etwas geben zu können?
Mit sanftem Druck gebot er mir mich hinzu legen, so dass nun er sich über mich beugen konnte.
„Ich merke doch was in dir vorgeht, warum glaubst du mir nicht dass du wunderschön bist? Ich begehre dich Megavolt, ich will dich spüren.“
Seine Worte waren wie ein Balsam für mich. Er hatte mich niemals belogen, warum sollte ich ihm nicht glauben?
Etwas Feuchtes tropfte auf meine Wange, da bemerkte ich dass immer noch Tränen in seinen Augen standen.
„Warum sagst du mir nicht weshalb du weinst Quackie?“
Diesmal wich er meinem forschenden Blick aus. „Ich sagte doch schon mach dir keine Gedanken deswegen. Es sind nur…Freudentränen, weil…weil ich dir endlich nah sein darf.“
Er schluckte schwer, doch sein Lächeln dabei wirkte so echt. Wenn er es sagte, es gab einfach keinen Grund ihm nicht zu glauben.
Nun lies er sich wieder in die Kissen sinken, zog mich über sich. Eigentlich hatte mir die Position von eben gut gefallen, doch scheinbar wollte er sehnsüchtig von mir berührt werden.
In diesem Moment hätte ich ihm keine Bitte der Welt abschlagen können.
Zaghaft lies ich meine Hüfte kreisen um unsere Lenden immer und immer wieder aneinander zu reiben.
Ich hielt es kaum noch aus. Einem Instinkt folgend führte ich meine Finger an seine Lippen. Sofort nahm er sie in den Mund. Seine heiße Zunge glitt verführerisch darüber. Meine angefeuchteten Finger lies ich nun wieder, etwas zögernd, an seinem Körper hinunter wandern.
„Bitte…“ War alles was er sagte, aber dieses eine Wort reichte aus um meine Hemmungen zu überwinden.
Langsam und vorsichtig führte ich einen Finger in ihn ein.
Quackie gab ein unterdrücktes Stöhnen von sich und ich konnte spürte wie sich sein Körper unter mir verkrampfte.
"Versuch dich zu entspannen Quackerjack, ich will dir nicht wehtun."
Zärtlich fing ich die sündigen Lippen meines Freundes in einem weiteren Kuss. Ich merkte dass er sich wieder etwas entspannte und drang weiter in ihn ein. Begann sanft den Finger zu bewegen.
"Fühlt sich das gut an Quackie?"
Auf einmal war ich wieder schrecklich schüchtern. Was wenn ich ihn verletze? Was wenn ich ihm keine Befriedigung bringen konnte?  So etwas hatte ich doch noch nie zuvor getan.
„Jede deiner Berührungen fühlt sich gut an.“ Hauchte er etwas atemlos. „Mach bitte weiter.“
Trotz seiner entschlossenen Worte lag ein verdächtiger Rotschimmer auf seinen, Tränen feuchten Wangen.
Auf meinem Gesicht breitete sich ein zärtliches Lächeln aus.
Mein Geliebter sah so verlegen, so schüchtern aus. So völlig hilflos.
Sanft bewegte ich meinen Finger ein weiteres Mal in einer lockenden Bewegung.
Quackerjack schien so überwältigt das dieser noch nicht einmal merkte dass ich vorsichtig einen zweiten Finger hinzufügte.
Verlangend bedeckte ich seinen Körper mit heißen Küssen während die Bewegung meiner Hand immer schneller wurde.
Langsam reichte es mir nicht mehr. Quackerjacks heißer Körper, nackt und völlig ergeben unter mir brachte mich an den Rand von allem.
"Quackie darf ich? Ich will dich so sehr..."
Im Rausch der Gefühle war seine Stimme nur noch ein heiseres Flüstern: "Ja Megavolt, bitte warte nicht länger. Ich will dich spüren..."
Verlangend zog er mich in einen weiteren Kuss.
Ich nahm mir ausgiebig Zeit um den innigen Kuss zu erwidern bevor ich mit meiner Hand nach der Nachtischschublade langte und eine kleine Tube hervor holte.
Gut konnte ich mich erinnern wie ich sie einmal rot bis an die Haarspitzen gekauft hatte. Das war nach einem dieser besagten Träume gewesen und ich hatte mich dafür geschämt überhaupt so weit zu denken. Doch jetzt…
Ich verteilte etwas des kühlen Gels auf meiner Erregung. Sichtlich röter um die Nase begann ich auch zärtlich etwas zwischen Quackies wohlgeformten Pobacken zu reiben.
"Ich will dir nicht wehtun Geliebter, bitte sag mir wenn es unangenehm für dich ist." Meine Lippen waren nur einen Hauch von seinem Ohr entfernt, dann fing ich seine Lippen wieder in einem leidenschaftlichen Kuss um ihn von dem kommenden etwas abzulenken. Denn ich konnte deutlich spüren das Quackie doch immer nervöser wurde, trotz aller Leidenschaft.
Vorsichtig, als wäre mein Freund aus Meisner Porzellan gefertigt, drang ich in ihn ein.
Das Gefühl welches mich nun umfing war viel intensiver als ich es mir je vorgestellt hatte.
Allein der Gedanke tief in Quackerjack zu sein, hatte mich schon immer an den Rand der Ekstase getrieben.
Aber meinen Geliebten fest um mich geschlossen zu spüren durchzog mich mit einem unbeschreibliches Gefühl das meinen ganzen Körper einnahm.
"Ah...Quackie..."
Ich konnte ein lautes Stöhnen nicht unterdrücken. Mein Gott, so eng. Er raubt mir alle Sinne...
"Q…Quackie, bist du ok? Darf ich weitergehen Geliebter?"
Seine Augen blickten voller Verlangen zu mir auf.
„Ja, bitte nimm mich. Ich gehöre dir Megavolt.“ Seine Stimme klang rauchig vor Erregung.
Seine Worte, gesprochen mit einem Ausdruck purer Leidenschaft in den Augen, waren endgültig zuviel für mich.
Feste stieß ich zu. Fester als ich vorgehabt hatte, doch seine Enge machte mich wahnsinnig. Ich versuchte mich etwas zurückzuhalten um meinen Geliebten nicht zu verletzen. Trotzdem wurden meine Stöße immer schneller und fester.
"Gott Quackie, du machst mich wahnsinnig. Ich lie…“
Doch wieder unterbrach er meine Worte indem er mich stürmisch küsste. Ich verstand nicht ganz weshalb er das tat, aber vielleicht machten ihn diese Worte in dieser Situation einfach zu verlegen. Es fiel mir schwer länger darüber nachzudenken, vor Lust konnte ich kaum noch einen klaren Gedanken fassen.
Sein heißer Körper um meine pochende Erregung geschlossen, sein Stöhnen, der Duft der von seinem Körper ausging, seine Wärme. Das alles trieb mich immer weiter.
Mit einer Hand griff ich zwischen unsere Körper und begann seine Erregung im Rhythmus meiner Stöße zu pumpen.
Mit einem letzten harten Stoß konnte ich mich nicht mehr zurückhalten.
Den Namen meines Geliebten auf den Lippen ergoss ich mich in seinem heißen Körper.
Wie gerne hätte ich ihm gesagt das ich ihn liebe, gerade jetzt, in dieser Situation völligen Vertrauens. Doch ich wagte es nicht mehr.
Mein Höhepunkt schien auch ihn an den Rand getrieben zu haben, sein ganzer Körper zitterte vor Erregung unter mir. Ich fühlte seinen heißen Samen über meine Finger laufen als er mir mit einem lauten Stöhnen folgte.
Vorsichtig zog ich mich aus ihm zurück, er breitete seine Arme aus und zog mich fest an seinen Körper. Unaufhaltsam liefen brennende Tränen seine Wangen entlang.
Doch ich wollte ihn nicht weiter mit Fragen quälen. Ich liebe dich Quackerjack, niemals möchte ich ohne dich sein.
Meine Gedanken fanden nur in einem stummen Blick zu ihm, aber ich war sicher dass er sie verstand.
Behutsam legte ich mich neben ihn, breitete meine Decke über uns aus. Liebevoll nahm ich ihn fest in den Arm, betete seinen Kopf unter mein Kinn.
Auf einmal wurde ich von einer wunderbaren Müdigkeit umhüllt, ich fühlte mich schläfrig und geborgen.
Glücklich wie noch nie zuvor schlief ich ein während ich noch spürte wie mich seine gefiederten Finger sanft streichelten.


Ich erwachte mit einem Frösteln. müde sah ich mich um und bemerkte sofort das es Quackerjacks Abwesenheit war die mich geweckt hatte. Es war noch dunkel draußen und ein Blick zur Uhr bestätigte dass es gerade mal halb drei war.
Ich war verwirrt, wo war Quackerjack? Um diese Zeit würde er wohl kaum schon das Frühstück anrichten. Ich angelte mir meine Shorts vom Boden und zog sie an. Quackies Sachen waren auch verschwunden.
Mein nächster hoffnungsvoller Blick huschte Richtung Badezimmer, doch sofort erkannte ich dass kein Lichtspalt unter der Tür zu sehen war. Natürlich sah ich trotzdem nach, nur zur Sicherheit. Doch wie schon geahnt lag das Badezimmer völlig unberührt vor mir.
Panik kroch langsam in mir hoch, krampfhaft versuchte ich mir einzureden das alles in Ordnung sei. Mit einem Stromstoss entflammte ich sämtliche Lichter. Die Helligkeit blendete meine müden Augen, aber so konnte ich wenigsten wirklich jeden Winkel einsehen.
Mein Freund blieb verschwunden. Vielleicht war er einfach nur draußen um Luft zu schnappen. Um halb drei in der Früh, warum nicht? Doch auf dem Weg zur Türe erblickte ich aus den Augenwinkeln etwas weißes das auf dem Nachtisch lag. Ein klein wenig erleichtert stellte ich fest das wenigstens Mr. Bananabrain noch da war. Weit konnte mein Freund also nicht sein.
Beim näher treten erkannte ich das es sich bei dem weißen Etwas um eine Nachricht handelte. Aha, jetzt würde sich alles aufklären. Erleichtert atmete ich auf.
Die Nachricht war kurz:

„Ich will wieder Michael sein. Lebe wohl.“

Obwohl der Brief so kurz war musste ich ihn ein paar Mal lesen um den Sinn darin zu verstehen. Aber selbst dann konnte ich es einfach nicht glauben, ich wollte es nicht glauben. Kraftlos lies ich mich zurück auf mein Bett sinken, ich hatte das Gefühl das die ganze Welt in sich zusammenfiel. Meine Welt.
Er ist zurückgegangen zu seiner Mutter? Er will ewig jemanden spielen der er nicht ist? Warum so plötzlich, was  ist passiert?
Es ergab einfach keinen Sinn, diese Nacht war doch noch alles in Ordnung gewesen. Wir waren zum ersten Mal vereint. War alles nur ein einziges, grausames Spiel gewesen?  Meine Augen standen vor Tränen. Gestern noch hielt ich mich für den glücklichsten Mann der Welt und nun? Nun war alles zerstört, mein Leben hatte ohne Quackerjack einfach keinen tieferen Sinn. Selbst als wir nur Freunde waren, wäre es ohne ihn trist und langweilig gewesen. Doch jetzt, wo ich wusste wie sehr ich ihn liebe, war es unerträglich.
Ich nahm Bananabrain vom Nachttisch und drückte die Puppe fest an mich. Sie war das einzige was mir von meinem Geliebten geblieben war. Fast schien es mir als wäre auch der Ausdruck auf dem Gesicht der Figur trauriger als sonst.
Jetzt, wo ich Quackerjacks Maskottchen betrachtete, sickerte die unendliche Tragweite dieses Briefes erst richtig zu mir durch. Ohne dass ich etwas dagegen hätte tun können, liefen mir heiße Tränen die Wangen herab.
Die restliche Nacht saß ich nur da und weinte mir den Schmerz von der Seele. Mir war als könnte ich noch seine sanften Berührungen auf meiner Haut spüren. Der Gedanke zerriss mein Herz entzwei.
Als endlich der Tag anbrach schleppte ich mich müde und am Boden zerstört zur Arbeit. Was hätte ich sonst machen sollen? Vielleicht half es freundliches Zureden meiner Arbeitskollegen zu hören. Das ich Sorgen hatte konnte man mir zweifelsohne ansehen. In einem Schaufenster spiegelten sich die Auswirkungen einer Tränenreichen, schlaflosen Nacht. Tiefe, dunkle Ringe zogen sich unter meinen Blutunterlaufenden Augen. Kein schöner Anblick, aber mir war es gleichgültig.
Auf der Arbeit allerdings schien sich niemand an meiner Verfassung zu stören. Keiner sprach mich auf meinen Zustand an. Nur die üblichen Begrüßungsfloskeln und schon widmete sich jeder wieder seiner Arbeit.
Unfähig etwas anderes zu unternehmen arbeitete ich wie in Trance an meinen Projekten. Verursachte einen kompletten Kurzschluss weil meine unkontrollierten Tränen die Elektronik lahm legten. Doch selbst jetzt äußerte keiner Bedenken um meine Verfassung. „So was kann passieren“ war alles was ich zuhören bekam.
Trotzdem verging der Tag erschreckend schnell, bis ich mich wieder auf den Weg zu meinem verlassenen Leuchtturm machen musste. Mein Einziger Begleiter war Mr. Bananabrain.

Kräfte zehrend und erdrückend zogen sich die Tage auf dieses weise dahin. Mit jeder Stunde wurden der Schmerz und die Sehnsucht größer. Die Sehnsucht nach dem Mann für den ich mein Leben gegeben hätte.
Keine Nachricht, kein Anruf von ihm. Irgendetwas das mir sagte dass er mich doch noch liebt.
Unzählige Male rief ich bei mir selber an, nur um seine Stimme zu hören. Denn vor Ewigkeiten, lange bevor wir zusammen waren, hatten wir aus Spaß meine Mailbox zusammen besprochen. Aus gefallen hatte ich es dann einfach so belassen. Fröhlich drang Quackerjacks Stimme an mein Ohr, was mir jedes Mal aufs neue Tränen in die Augen trieb. Aber ich konnte nicht damit aufhören, als wäre ich süchtig nach ihm.

Nach fast einem Monat war ich nur noch ein Schatten meiner selbst. Innerlich völlig zerstört schleppte ich mich auch an diesem Tag aufs Neue, durch eisigen Nieselregen, von der Arbeit zum Leuchtturm. Plötzlich bemerkte ich eine elegante Limousine die an mir vorbei fuhr. Das Fenster der Rückbank stand offen. Dort, auf den edel bezogenen Ledersitzen, saß er. Quackerjack. Gekleidet in einen dunklen Anzug und mit völlig ausdruckslosem Gesicht. Genau so hatte er ausgesehen als er in diesem apathischen Zustand war. Ich rief ihn an doch er reagierte nicht. Verzweifelt lief ich der Limousine hinterher, rief immer und immer wieder seinen Namen. Doch keine Geste zeigte mir dass er mich überhaupt hören konnte. Schließlich geriet ich ins Straucheln und landete auf dem Regennassen Asphalt. Kleine Funken stoben von meinem Körper, doch es war mir egal.  Das Fahrzeug bog um eine Ecke und war somit aus meinem Sichtfeld verschwunden. Geschlagen lag ich in einer Pfütze und starrte mit Tränen verhangenden Augen in die Richtung in der Quackerjack verschwunden war. Passanten gingen an mir vorbei, starrten mich an, einige lachten, manche schüttelten nur missbilligend, über meinen heruntergekommen Zustand, den Kopf. Doch das alles hätte mir nicht gleichgültiger sein können.
Plötzlich spürte ich jedoch eine warme Hand auf meiner Schulter:
„Quackerjack?“ Rief ich aus, obwohl es überhaupt nicht sein konnte. Als ich mich der Person zuwendete erkannte ich einen, sehr besorgt aussehenden, Reginald Bushroot. Um nicht direkt erkannt zu werden hatte er sich ein Trenchcoat um den Körper gewickelt und ein Wollmütze auf dem Kopf.
„Bushroot…“ Ich konnte die Enttäuschung nicht aus meiner Stimme verbannen. Er ignorierte diese Tatsache und half mir auf.
„Megavolt, was bei allen Pflanzen dieser Erde ist passiert? Wie siehst du aus? Ich versuche schon seit Tagen euch zu erreichen doch dein Turm ist tagsüber völlig verlassen und dein Handy ist ständig besetzt. Ich war sogar in Quackerjacks Spielzeugfabrik um euch zu suchen. Nichts! Verdammt ich hab mir Sorgen gemacht.“
Er schien sich das alles dringend von der Seele reden zu müssen deshalb lies ich den Redeschwall schweigend über mich ergehen.
„Tut mir Leid…“ War alles was ich erwiderte.

Bushroot lies mich erst wieder los als wir an meinem Turm angekommen waren. Bevor er eine Erklärung verlangte scheuchte er mich energisch unter die Dusche. Da ich eh schon nass geworden war kam es darauf sowieso nicht mehr an. Während ich mich des Straßenschmutzes entledigte brühte er einen frischen Kräutertee für mich auf. Nicht das ich so was besitzen würde, aber wozu war er ein Erpel der Pflanzen gebieten konnte?
In meinen Bademantel gewickelt kam ich schließlich dampfend aus dem Bad. Was Quackerjack wohl dazu sagen würde das mich Reg in diesem leicht bekleideten Zustand sah? Bei dem Gedanken zog sich alles in mir zusammen. Vorsorglich wickelte ich mir noch eine Decke um den Körper.
„So, jetzt erzähl und ich will die Wahrheit hören!“
Seine Stimme lies keinen Widerspruch zu.
Und ich erzählte, erzählte ihm einfach alles. Es war ein erleichterndes Gefühl endlich darüber reden zu können, das sich endlich jemand für mich interessierte.
Seine Wangen färbten sich rot, als ich gestand das Quackerjack und ich miteinander geschlafen hatten. Doch dann bildeten sich auf seiner Stirn nur noch Sorgenfalten.
„Megavolt, warum nur bist du nicht zu mir gekommen? Wir sind doch Freunde!“ Er war völlig aufgelöst vor Sorge. Eine gute Seele, das wusste ich schon immer.
„Es hätte doch nichts geändert.“ Bekannte ich niedergeschlagen, trotzdem fühlte ich mich jetzt, wo ich darüber reden konnte, etwas besser.
„Was hab ich nur falsch gemacht Reg? War er eifersüchtig? Auf meine Anstellung? Auf das Geld? Habe ich ihn verletzt als wir miteinander geschlafen haben? War alles doch nur ein verdammtes Spiel von ihm? Wieso will er Michael sein? WIESO?“

Es war das zweite Mal das Bushroot mich schlug. Der Klang hallte laut in dem Leuchtturm wieder.
Verwirrt sah ich ihn an, diesmal wusste ich wirklich nicht was ich getan hatte. Ich sollte es bald erfahren.

„Glaubst du denn wirklich das Quackerjack aus solch banalen Gründen handeln würde? Das er dich wegen so etwas wortlos, einfach verlässt? Traust du ihm das zu? Hast du wirklich so wenig vertrauen in eure Liebe?“
Das saß. Mal wieder. Aber er hatte Recht. Nein, eigentlich hielt ich Quackerjack in keiner Weise für so Oberflächlich. Nur wollte mir in meiner derzeitigen Verfassung einfach nichts Gescheites einfallen.
Bushroots Gesicht entspannte sich wieder als er merkte wie niedergeschlagen ich war.
„Tut mir leid Megavolt, in Wirklichkeit denkst du das gar nicht oder?“
Wieder legte er mir beruhigend seine Hand auf die Schulter. „Ich bin sicher da steckt mehr dahinter. Denk noch mal genau nach, was ist die letzte Zeit vorgefallen? Wann habt ihr seine Mutter eigentlich getroffen?“
Ich schluckte die Tränen runter, es war gut das Reginald da war und alles von Außen logisch betrachtete.
„Der Tag nachdem wir bei dir waren, sind wir zusammen ohne Maskierung spazieren gegangen. Da sind wir dann leider zufällig seiner Mutter begegnet.“
„…Zufall…“ Murmelte Reg vor sich hin.
Bei dieser Bemerkung starrte ich den Pflanzenerpel überrascht an. Mir war noch gar nicht in den Sinn gekommen das es möglicherweise kein Zufall gewesen war. Trotz meines inneren Aufruhrs versuchte ich mir den Tag genauer ins Gedächtnis zu rufen. Irgendetwas war da, eine Kleinigkeit die in meinem Kopf lauerte. Eine Erinnerung die ich noch nicht richtig zu ergreifen vermochte.
Doch mit einem Mal war es wieder da.
„Da war ein Mann…“
Jetzt war es Reg der mich mit großen Augen verwirrt ansah: „Was für ein Mann? Wovon redest du?“
„An dem Tag als wir Quackies Mutter trafen, kurz zuvor hatte er einen Mann angerempelt der uns ganz seltsam angesehen hatte. Wenn ich genauer drüber nachdenke würde ich sagen er sah auch etwas überrascht aus.“ Erzählte ich aufgeregt.
„Noch was, nachdem wir davongelaufen sind, am Ende des Parks, da war er plötzlich wieder. Derselbe Mann, derselbe Blick. Er hat uns beobachtet als wir…als wir uns…na ja als wir uns geküsst haben…“ Meine Wangen färbten sich trotz der Aufregung leicht rot.
Reginald war so nett nicht näher auf die Umstände einzugehen sondern versuchte die Angelegenheit logisch zu überdenken.
„Sag mal Megavolt, würdest du seiner Mutter zutrauen das sie gar nicht zufällig vor Ort war? Das sie Quackerjack möglicherweise hat suchen lassen? Die ganzen Jahre?“
Die Antwort viel mir nicht schwer, nach allem was ich gesehen, was ich gehört hatte würde ich dieser Frau so ziemlich alles zutrauen.
„Jederzeit, es klingt vielleicht merkwürdig wenn gerade ich das sage, aber ich halte diese Person für absolut Geistesgestört. Und das meine ich nicht im übertragenden Sinne.“
„Also ergibt sich folgende mögliche Schlussfolgerung: Dieser Mann war ein Detektiv, vielleicht sogar einer von vielen. Natürlich konnten sie Quackerjack dank seiner Maske nie identifizieren, doch an diesem Tag lief er zum ersten Mal ohne herum. Wenn wir jetzt noch ein klein wenig Zufall dazu addieren fügt sich alles zusammen.“
Entsetzt sah ich Reg an, ich spürte wie mir wieder die Tränen kamen.
„Also ist es meine Schuld dass sie ihn gefunden hat. Ich wollte unbedingt unmaskiert nach draußen.“ Wieder lies ich mich auf mein Bett sinken und vergrub mein Gesicht in den Händen. „Ich habe ihn ihr Quasi ausgeliefert.“
Ich spürte Regs Mitleidigen Blick mehr als das ich ihn sah. „Megavolt…Niemand konnte ahnen das sie ihn immer noch sucht. Außerdem ist überhaupt nicht bewiesen das es wirklich so war.“
Wütend sprang ich auf. „Sie sucht nicht ihn, diese kranke Frau interessiert sich doch nur für Michael! Quackerjack ist ihr völlig egal, mehr noch, er existiert für sie gar nicht!“ Wild pochte Elektrizität in meinen Adern. Bushroot wich zurück als gefährliche Funken von meinem Körper stoben. Quackerjack war nie vor mir zurückgewichen, auch wenn er so manchen Stromschlag einstecken musste.
Einen Moment starrte ich Reg an, inzwischen war mein Körper von bläulichen Blitzen umgeben. Ich versuchte mich zu beruhigen bevor ich die Kontrolle über diese Kraft verlor. Zu sehen wie ein Freund vor einem zurückweicht tat weh, aber lange nicht so sehr wie die Erinnerung an ihn, an Quackerjack.
Langsam ebbte die Elektrizität ab. „Einen Anfang Bushbrain, wir brauchen einen Anfang. Wie können wir herausfinden was vorgefallen ist? Wo Quackerjack sich aufhält? Als ich ihn Heute gesehen hab saß er in einer Limousine, seine Mutter scheint demnach Vermögend zu sein. Vielleicht finden wir etwas heraus wenn wir die Oberschicht unter die Lupe nehmen.“
Dank Regs Hilfe war ich nun fest entschlossen mich nicht weiter hängen zu lassen sondern Quackerjack zurück zu erobern.
Mit festem Blick sah ich wieder zu Reginald, welcher verschreckt im Raum stand und mich mit einem Ausdruck in den Augen ansah den er sonst nur bei Negaduck innehatte. Das tat mir nun doch leid, ich wollte nicht so sein wie unser selbsternannter Anführer.
„Wirst du mir helfen Reg?“ Ich versuchte meine Stimme sanft klingen zu lassen, obwohl ich innerlich voller Hass auf Quackerjacks Mutter brannte.
Bushroot lachte verlegen: „Weißt du Megavolt, du kannst einem richtig Angst einjagen. Aber sicher, ich helfe dir, wozu sind Freunde sonst da?“
Mein Lächeln war ehrlich: „Ich danke dir Reg. Ok, aber wie kommen wir an die Oberschicht ran? Irgendeine Veranstaltung oder so wäre gut, wo dieser ganzer Abschaum auf einem Haufen versammelt ist. Fällt dir dazu was ein?“
Seinem Blick zu urteilen wagte Bushroot es gar nicht erst keinen Einfall zu haben. „Heute Abend soll ein Wohltätigkeitsball im Museum stattfinden. Möglich das wir dort eine Chance haben.“
„Ein Versuch ist es jedenfalls wert, möglicherweise…ist Quackerjack dann auch selber dort…“ Der Gedanke jagte mir einerseits freudige Schauer über den Rücken, andererseits hatte ich Angst davor von ihm fort gestoßen zu werden. Energisch schüttelte ich den Kopf um wieder klar zu werden, es hatte keinen Sinn sich vorher darüber Gedanken zu machen. Ich musste mit ihm sprechen, musste wissen was vorgefallen war das er sich gezwungen sah mich zu verlassen. Wenn er wirklich nichts mehr für mich empfinden sollte, so würde ich ihn gehen lassen müssen…
„Ich hab Angst…“ Flüsterte ich mehr zu mir selber. Da halfen auch Bushroots einfühlsame Worte nichts. Quackerjack war immer der einzige gewesen der mir meine Angst nehmen konnte. Doch das war hier nicht möglich.

Der Abend kam schnell. Vorher borgten wir für mich einen Anzug, den ich hatte vor mich erstmal unauffällig unter die Leute zu mischen, während Bushroot die Parkplätze draußen im Auge behielt. Schließlich war eine wandelnde Pflanze, im Anzug nicht unauffälliger. Erstaunlich das Doofwing bei unserem „Einkauf“ nicht auftauchte sondern nur gewöhnliche Polizisten. Als wir am Museum ankamen und ich die festlich beleuchteten Räumlichkeiten betrat wurde mir auch schnell bewusst warum Darkwing sich nicht eingemischt hatte. Den Arm seiner Freundin Morgana untergehackt stolzierte er durch die Hallen. Am Buffet konnte ich auch noch seinen Gefährten Quack erkennen. Das würde unser ganzes Vorhaben nicht gerade erleichtern. Aber davon lies ich mich sicher nicht abhalten. Aufmerksam blickte ich um mich, versuchte unter den vielen Gesichtern Quackerjacks zu erkennen. Unwirsch winkte ich einem Kellner ab der mir etwas zu Trinken anbot. Mitten in der Bewegung hielt ich plötzlich inne. Da war er, auf der Tanzfläche. Sein Gesicht war nach wie vor ausdruckslos als er sich mit der kichernden Frau im Arm zur Musik bewegte. Oder vielmehr lies er sich von seiner Begleiterin über die Fläche ziehen. Nicht eine Regung zeigte, dass er es überhaupt mitbekam. Ich hatte einen Kloß im Hals und mein Herz zog sich schmerzhaft zusammen bei dem Anblick. Gerade wollte ich auf das Paar zustürmen als sich Darkwing mit Morgana auf die Tanzfläche schob. Einen Moment zögerte ich. Unschlüssig was ich tun sollte, doch als ich sah wie diese Tussi sich an Quackie klammerte reichte es mir. Energisch drängte ich mich durch die tanzenden Paare zu den beiden. Doch ich konnte keine Szene riskieren, also verbeugte ich mich höflich vor den beiden: „Darf ich bitten?“ Meine Augen waren unverwandt auf Quackerjack gerichtet. Die Frau kicherte geschmeichelt und wollte schon meine dargebotene Hand ergreifen, doch sobald sie von Quackie abblies stellte ich mich zwischen die beiden und nahm die Hand meines Freundes fest in meine. Ich hörte leises Getuschel um mich herum und die Blondine verschwand gedemütigt in der Menge. Doch mir war alles gleich, endlich, endlich war ich wieder in Quackerjacks Nähe. Eng zog ich ihn beim Tanzen an mich heran.
Zum ersten Mal zeigte nun auch mein Geliebter eine Regung, seine Augen weiteten sich und seine Lippen formten wortlos meinen Namen. Ich war erleichtert, hatte ich doch schon einen weiteren Apathischen Anfall befürchtet.
Seine Augen huschten schnell durch den Raum als würde er jemanden suchen, dann flüsterte er mir nervös zu:
„Megavolt, was machst du hier? Du darfst nicht…“
Er brachte den Satz nicht zu Ende, erschrocken sah er in eine Richtung und begann sofort sich aus meiner Umarmung zu lösen.
„Nein, bitte erklär mir was los ist! Warum hast du mich verlassen? Warum willst du zu deiner Mutter zurück?“ Meine Stimme war nur ein verzweifeltes Flehen, doch Quackerjack schüttelte nur verstreut den Kopf. „Ich kann nicht, bitte geh!“
Mit diesen Worten löste er sich endgültig von mir und verschwand schnell in der Menge, ich konnte gerade noch sehen das Tränen in seine Augen standen. Hilflos stand ich mitten auf der Tanzflächen und blickte ihm mit Tränen verhangenden Augen nach „Quackerjack…“ Die Menge hatte einen Freiraum um uns gebildet, nun standen alle Leute um mich herum, tuschelten und lachten zum Teil verhalten. Für die Umstehenden musste es den Anschein haben, als hätte ich Quackerjack belästigt und er mich abgewiesen.
Ich wollte nur eins, ihm hinterher. Doch plötzlich hielt mich jemand an der Schulter fest. „Momentchen Mal, dich kenn ich doch irgendwo her!“
Diese Stimme, das hatte mir wirklich noch gefehlt. Ich versuchte mich so zu drehen das Darkwing mein Gesicht nicht sehen konnte doch schon wurde ich energisch herumgewirbelt.
„Aha, dacht ich’s mir doch! Megavolt! Bist wohl hinter dem Geld unschuldiger Museumsbesucher her, nicht wah…“ Er brach ab als er meine Tränen sah, es schien ihn zu verwirren. Ich schämte mich, vor allem dafür das ich Quackerjack vor all diesen reichen Leuten, mit denen er nun ständig Kontakt halten musste, blamiert hatte.
Darkwing zumindest schienen seine klugen Sprüche im Hals stecken geblieben zu sein, wieso musste der mich auch erkennen obwohl ich wie ein normaler Bürger herumlief?
„I…Ich weiß zwar nicht was du Halunke von dem jungen Herrn wolltest aber ich werde dich Übeltäter im Namen aller Bürger von St. Erpelsburg richten!“
Er hatte seine Sprache wieder. Zumindest schien er Quackerjack nicht zu erkennen. Aber musste er so laut reden? Musste er sich einmischen und wieder den Helden spielen? Doch plötzlich war Morgana hinter ihm, mit einem seltsamen Blick sah sie mich an.
„Lass ihn Darkie, er hat doch nichts getan.“ Trotz der Hilfe gefiel mir ihr Blick nicht, sie sah so aus als würde sie um einiges mehr verstehen als ihr einfältiger Begleiter. Ich wandte mein Gesicht ab, bisher hatte mich nur Bushroot mit diesem Blick angesehen und allein diese Tatsache beunruhigte mich.
„Aber Morgie, er ist ein Superschurke.“ Noch versuchte Darkwing seine Heldenehre zu verteidigen. Doch Morgana war unerbittlich. „Du verstehst das nicht Liebling, lass ihn.“
Diese Wortwahl, aber inzwischen war es mir fast schon egal ob Morgana etwas ahnte, was würde das schon ändern. Zumindest war es meine Fahrkarte in die Freiheit bevor noch Quackerjacks Mutter etwas mitbekam.
Auch ein Held konnte diesem Augenaufschlag nichts entgegensetzen, so wurde ich von einem Aufpasser zur Tür gebracht. Schließlich hatte ich ja augenscheinlich einen der feinen Herrschaften erzürnt.
Mein Rausschmeißer schien die ganze Angelegenheit jedoch ziemlich locker zu sehen, vermutlich war er einfach andere Kaliber als mich gewöhnt. Zumindest solange er mich nur für einen unglückseligen Casanova hielt.
„Da haste dir ja echt den Falschen ausgesucht um jemanden anzuschwuchteln Alter. Verschwinde lieber bevor seine Mami das mitkriegt, sonst wird dir am Ende glatt noch der Strom abgestellt.
Ich ignorierte die Bezeichnung als Schwuchtel geflissentlich, vielmehr verwirrte mich wie er auf die Assoziation  mit dem Strom kam. Wusste er wer ich bin? Aber woher, jemand der nicht unbedingt mein Erzfeind war konnte mich unmöglich ohne mein typisches Outfit erkennen. „Ähm, wie meinen sie das mit dem Strom?“ Ich kam mir dämlich vor, aber lieber gleich klären als einem Missverständnis zu unterliegen. Meine Vermutung war richtig, er wusste gar nicht wer ich bin.
„Was den Kumpel, du weißt gar nicht wen du da gerade anmachen wolltest?“
Er lachte herzlich als hätte er einen besonders guten Witz gemacht. Ich lachte nicht.
Freundschaftlich haute er mir seine Pranke auf die Schulter.
„Schlag dir den feinen Pinkel besser aus dem Kopf, er ist der Sohn der Vorstandstante von diesem großen Elektrokonzern.“
Ich klappte meinen Mund wieder zu als ich merkte dass er offen stand. „Elektrokonzern?“ Wiederholte ich wie in Trance.
„Jau, du weißt schon, son Laden der dafür sorgt das dat Licht bei dir Zuhause brennt.“
Er lachte wieder so selten dämlich, doch ich war schon längst um die Ecke des Gebäudes gelaufen um Bushroot zu suchen.
Dieser erwartete mich bereits besorgt. „Megavolt was war denn los? Ich hab gesehen das dich so ein bulliger Typ raus gebracht hat.“
Ich war immer noch geschockt von dem was ich eben gehört hatte, ein ungutes Gefühl kroch in mir hoch. Doch zuerst erzählte ich genau was vorgefallen war.
„Du hast also Quackerjack wieder gesehen…“ Bushroot lächelte mich an, auch wenn es ein trauriges, mitfühlendes Lächeln war.
„Für einen kurzen Moment durfte ich ihn wieder in meinen Armen halten Reg. Und er hat geweint als er von mir fortlief. Ich bin mir sicher das er unglücklich ist, das…Das er mich möglicherweise doch noch…“
„…Das er dich doch noch liebt…“ Vollendete er meinen Satz.
„Ja…“ Ich senkte den Kopf.
„Ich bin mir sicher dass es so ist.“ Diesmal war Regs Lächeln fröhlicher.
„Aber da gibt es noch etwas was ich rausgefunden hab. Dieser Rausschmeißer eben hat verlauten lassen das Quackies Mutter Vorstand eines großen Konzerns für Elektrische Versorgung ist…“
Er sah mich verständnislos an. „Also deshalb ist sie so reich.“
„…Ja… Lass uns nach Hause gehen, ich…Ich muss etwas nachprüfen…“
Bushroot schien nicht zu verstehen was diese neue Tatsache bedeuten könnte. Dieses ungute Gefühl, welches mich nun schon seit Wochen begleitete, breitete sich immer weiter in mir aus.
Ich vergeudete keine Zeit damit Reginald meine Vermutung zu erklären, behielt ich Recht würde er es so oder so erfahren.
Kaum an meinem Leuchtturm angekommen, eilte ich nach oben und setze mich an den Rechner.
Leider war dieser Türsteher zu unterbelichtet gewesen um mir genau sagen zu können welches Unternehmen diese Frau leitete, also musste ich das nun selber herausfinden. Um meine Ahnung sofort zu klären besuchte ich zunächst die Homepage des Institutes für das ich zurzeit tätig war. Doch hier fanden sich nur Informationen über die Forschung und allgemein über Statische Elektrizität. Einzig Mr. Twat war als Vorsitzender aufgeführt. Das brachte mich nicht wirklich weiter.
„Megavolt? Wonach suchst du eigentlich?“ Wurde ich von Bushroot unterbrochen, doch mir war immer noch nicht nach erklären, nicht bevor ich mich bestätigt wusste.
„Ich müsste diesen Twat mal näher unter die Lupe nehmen, am besten wäre es, könnte ich seine E-Mails abrufen. Ich atmete gestresst aus, es half ja nichts.
„Reg, ich hab den dringenden Verdacht dass möglicherweise Quackies Mutter hinter dem Werk für Statische Elektrizität stehen könnte. Das ich ihr möglicherweise näher bin als mir lieb ist.
Ich starrte auf den Bildschirm als würde dort die Antwort auf all meine Fragen stehen.
„Aber vielleicht ist das gar nicht so schlecht, die Frau weiß sicher nicht dass ausgerechnet ich in diesem Unternehmen arbeite. Vielleicht bietet sich so die Möglichkeit Quackie zu retten. Ich muss das herausfinden.“
Gehetzt sah ich auf die Uhr. „Das Werk hat schon lange geschlossen…Sehr gut.“
Ich sprang auf.
„Willst du da jetzt etwa einbrechen? Wenn die dich erwischen bist du deinen Job los.“ Reginalds Worte klangen ernsthaft besorgt, ich sah ihn an als wenn er nicht mehr ganz richtig im Kopf wäre.
„Sag mal hast du nicht verstanden worum es geht? Es geht um Quackerjack, denkst du ernsthaft das der Job mir wichtiger wäre?“ Beschämt blickte der Pflanzen Erpel zu Boden. „Natürlich nicht, so hab ich das nicht gemeint. Tut mir leid.“
Mitleidig sah ich ihn an. „Ich weiß ja was du meinst, es ist ein Risiko, wenn wir beide im Gefängnis landen, ist niemand mehr da der Quackerjack helfen könnte. Einzige Möglichkeit, wir lassen uns nicht erwischen!“
Entschlossen machte ich mich auf den Weg ohne darauf zu achten ob Bushroot folgte. Doch schon bald sah ich ihn neben mir herlaufen. Ein wenig tröstete mich diese Tatsache, ich war nicht alleine.
Wir verzichteten darauf mit meinem Elektromobil zu fahren, zu auffällig. Außerdem war das Institut nicht weit entfernt gelegen.
Das große Gebäude lag völlig im Dunkeln und wirkte irgendwie bedrohlich. So als würde es ein dunkles Geheimnis hüten.
Ich ging voran zum Hintereingang der nur vom Vorstand benutzt wurde. Die Türen waren mit einem Hochsicherheitsschloss gesichert, welche sich einzig über die Eingabe eines zehnstelligen Identifikationscodes öffnen ließen.  
„Kennst du die Geheimzahl Megavolt?“
„Gehöre ich zum Vorstand?“
„Ich könnte einen Baum bitten die Türe für uns einzuschlagen.“
„Du könntest auch gleich Darkwing anrufen und ihm sagen was wir vorhaben…“
„Was sollen wir sonnst machen?“
„Das!“ Meinte ich trocken und legte meine Hand auf den Touchscreen, was diesen augenblicklich kurzschloss.
Die Türe öffnete sich mit einem leisen Summen. Energisch betrat ich das dunkle Gebäude, Bushroot folgte mit einem Schaudern.
„Ich hasse die Dunkelheit.“ Meine Stimme klang angewidert und ich brachte mit einem Fingerschnippen die nahe gelegenen Glühbirnen zum leuchten. Ich durfte nicht unvorsichtig werden und das gesamte Gebäude ausleuchten, möglicherweise würde sonst jemand von außen das Licht bemerken.
Ich wusste wo sich das Büro von Mr. Twat befand, schließlich war ich bei meinem Vorstellungsgespräch dort gewesen.
Ohne Umwege trat ich an seinen Schreibtisch und schaltete den Rechner ein. Nun hieß es sich in sein E-Mail Programm zu hacken. Doch selbst wenn mir alles gelang, hieß das noch lange nicht dass uns das weiter bringen würde. Vielleicht hatte Twat gar keinen Kontakt zu Quackerjacks Mutter. Oder er hatte die E-Mails gelöscht, oder sie hatten sich nur telefonisch unterhalten. Es gab so viele Möglichkeiten zu scheitern. Doch irgendwo musste ich mit suchen anfangen.
Nachdem ich das Programm geöffnet hatte wurde natürlich ein Passwort abgefragt. Ich setzte mich ruhig auf den Stuhl und legte meine Finger auf die Tastatur.
Bitte Keyboard, du musst mir helfen. Gibt es eine Zahlen oder Buchstaben Kombination die Twat öfter benutzt?
Nichts.
Ich versuchte mich noch mehr auf die leichten elektrischen Impulse zu konzentrieren welche von der Tastatur ausgingen.
Bitte, es geht um den wichtigsten Menschen in meinem Leben. Hilf mir, mein Freund.
Und plötzlich konnte ich spüren wie die Elektrizität bei einer Taste stärker wurde. Ich drückte sie, dann wanderte der Impuls zur nächsten Taste. So wurden meine Finger nach und nach geleitet, bis sich die Worte „Thales von Milet“ gebildet hatten. Nun lies sich das Programm problemlos öffnen.
„Thales von Milet, natürlich! Ich danke dir mein Freund.“ Bushroot sah mich verwirrt an, schließlich hatte er meinen Gedanklichen Disput mit der Tastatur nicht mitbekommen.
„Von wem reden wir hier?“
„Das Passwort Bushroot, ich habe das Passwort! Thales von Milet, er soll sich bereits in der Antike mit elektrostatischer Aufladung von Bernstein befasst haben. Kein Wunder das Twat seinen Namen als Passwort benutzt. Wer würde schon darauf kommen?
Also, lass uns sehen ob wir einen Hinweis finden.“
Ich scrollte durch den gesamten Posteingang, aber ohne zu wissen wonach ich suchte sprang mir nichts Außergewöhnliches ins Auge. Dann öffnete ich den Ordner seiner gespeicherten E-Mails, plötzlich machte mein Herz einen Satz. Da stand mein Name im Betreff einer Mail.
Ich sah mich kurz um, Bushroot wollte mich nicht bedrängen und hatte sich deshalb ans Fenster gestellt wo er sich leise mit einer Topfpflanze unterhielt. Schnell öffnete ich die Mail und begann zu lesen. Doch mit jedem Wort legte sich  mehr und mehr eine eisige Hand um mein Herz.
Damit hatte ich nicht gerechnet, dieser Gedanke wäre mir niemals gekommen. Hier stand schwarz auf weiß dass ich nur auf Anweisung des Hauptsponsors eingestellt wurde. Das jegliche Unterstützung und sämtliche Vorteile die mir widerfahren waren, nur aufgrund von Absprachen zustande kamen. Da sonst dem Institut jegliche Gelder gestrichen würden.
Hier stand auch das das Institut dafür zu sorgen hatte das ich möglichst lange auf der Arbeit aufgehalten werde. Damit ich… dem Sohn des Sponsors nicht zu nahe komme.
Abgeschickt wurde diese E-Mail aus dem Hauptstromkraftwerk von St. Erpelsburg. Dort also war Quackerjacks Mutter Vorstand. Im größten und mächtigsten Unternehmen der ganzen Stadt.
Sie hatte alles geplant.
Ich schloss das Programm und schaltete den Rechner aus. Ich wollte nur noch raus hier.
Das ganze Zimmer schien sich zu drehen als ich aufstand. In meiner Hektik stieß ich einen Ordner vom Schreibtisch. Ein Briefumschlag rutschte heraus und landete vor meinen Füßen. Ich wollte ihn schon wieder zurück in den Ordner schieben als mir die Anschrift auffiel. „An Mr. Quackerjack“ stand dort. Das machte mich stutzig. Also öffnete ich den Brief mit einem unguten Gefühl. Schlimmer konnte es eh nicht mehr werden.
Doch dann las ich dass selbe Schreiben welches Quackerjack einst von seiner Mutter erhalten hatte.
Sie hatte wirklich alles geplant.
Mir wurde übel und ich hatte plötzlich das Gefühl keine Luft mehr zu bekommen. Verzweifelt atmete ich schneller ein und aus. Doch noch immer schien kaum Sauerstoff durch meine Lunge zu dringen.
Glücklicherweise war Bushroot sofort zur Stelle als er merkte wie ich zu Hyperventilieren begann. Er sprach beruhigend auf mich ein, legte seine Blätterartigen Hände Trichterförmig um meinen Mund und zählte mit mir die Atemzüge. Schließlich regulierte sich meine Atmung wieder, doch mir war immer noch elend zu mute

Kraftlos torkelte ich zum Ausgang, fort nur fort.
Reginald stütze mich, bedrängte mich aber sonst in keiner Weise zu erzählen was passiert war. Seine rücksichtsvolle Art war ein Segen für mich.
Irgendwie schafften wir es zurück in meinen Leuchtturm. Erschöpft lies ich mich auf mein Bett fallen. Bushroot setze sich auf die Bettkante. Er wollte mir beruhigend über den Kopf streicheln doch ich stieß seine Hand sofort weg. „Fass mich nicht an!“ Schrie ich. Doch dann wurde meine Stimme sofort leiser, ich setze mich auf und schlang meine Arme um die Knie. „Fass mich bitte nicht an Reg.“ Murmelte ich. „Nur Quackerjack darf das…“
Reginald der Anfangs bestürzt zurückgewichen war, blickte nunmehr mitleidig auf mich herab.
„Entschuldige Megavolt, das wollte ich doch gar nicht…“
Eine lange Pause entstand in der nur unsere Atemzüge die Stille durchbrachen. Doch schließlich hielt es auch der Verständnisvollste Erpel nicht mehr aus.
„Bitte Megavolt, willst du mir nicht sagen was du herausgefunden hast? Was hat dich denn so schockiert? Du hast dir doch schon gedacht das Quackerjacks Mutter hinter dem Institut steht.“
Mein Blick war leer als ich ihn ansah. Ich fühlte mich vollkommen ausgehöhlt, selbst weinen konnte ich nicht mehr.
„Sie hatte alles geplant Reg. Seit wir ihr im Park begegnet sind. Meine Anstellung, wie ich dort behandelt wurde einfach alles. Nur, damit ich nicht mehr in seiner Nähe bin. Außerdem drohte sie Quackerjack das sie Auftragskiller auf mich ansetzt wenn er nicht zu ihr zurückkommt.“
Meine Stimme wurde immer mehr zu einem Flüstern bis ich schließlich schwieg. Bushroot sah mich aus weit geöffneten Augen ungläubig an.
Ich dachte daran wie Quackerjack sich gefühlt haben musste, in unserer letzten gemeinsamen Nacht. Nur er wusste dass der nächste Morgen Trennung bedeutete. Er allein trug die Last auf seinen Schultern mein Leben zu beschützen und den Schmerz zu ertragen.
„Seine Tränen in dieser Nacht…hätte ich doch nur gewusst was sie bedeuten…“ Flüsterte ich mehr zu mir selbst.
Er war also wirklich nicht freiwillig zu seiner Mutter zurückgekehrt. Sondern ganz allein aus Liebe zu mir. Zumindest hatte ich endlich Gewissheit.
Trotzdem, allein der Gedanke daran was er alles durchmachen musste. Sogar jetzt, in diesem Augenblick, war er bei seiner Mutter. Eingesperrt in ein makaberes Schauspiel. Welchen Schmerz musste es bereiten niemals als der angesehen zu werden der man ist. Immer nur Michael spielen zu müssen, jeden Tag, jede Stunde, jede Minute…Ohne Hoffnung auf Erlösung. Den selbige würde meinen Tod bedeuten. Und wenn er mich nur halb so sehr liebt wie ich ihn, so war ich sicher das er das niemals verantworten würde. Auch ich würde lieber sterben als Quackerjack zu gefährden.
Im ersten Moment schien mir die ganze Situation völlig ausweglos. Was nützten einem alle Superkräfte dieser Erde gegen jemanden der dich einfach von hinten erschießt? Doch solange diese Gefahr für mich nicht gebannt war, würde Quackerjack niemals zu mir zurückkehren, da war ich sicher. Dafür waren wir uns zu ähnlich…
Spontan wollte mir einfach keine Lösung einfallen, ich wusste nur eins. Mir war es lieber zu sterben als weiterhin von ihm getrennt zu sein. Gemeinsam lies sich bestimmt eine Lösung finden. Wir haben schon soviel gemeinsam durch gestanden. Selbst wenn ich dadurch wieder zum Mörder werden sollte, ich musste Quackerjack befreien.
Fest entschlossen teilte ich Bushroot meinen Plan mit. Ich war davon ausgegangen das ihn meine Entschlossenheit, sogar zu töten, entsetzen würde. Doch er sah mich nur an, zum ersten Mal wirkten seine Augen kalt und erbarmungslos.
„Es gibt Dinge die sind es wert dafür zu sündigen…“
Schön das wir da einer Meinung waren. Ich vermied es ihn darauf anzusprechen, was kümmerte es mich welche dunklen Geheimnisse mein Freund mit sich trug. Jeder von uns wäre bereits alles andere als im Paradies willkommen…
Gefühle hin oder her, wir waren Superschurken. Nicht umsonst war ich bereits zweimal zum Tode verurteilt worden.
Quackerjack war mir bereits entrissen worden, ich hatte nichts mehr zu verlieren.

„Also gut, das bedeutet dann wohl dass du mir weiterhin beistehen wirst ja? Ich muss zu ihm Reg, ich muss.“
Ich blickte zum Fenster hinaus, die Nacht war klar und man konnte die Sterne am Himmel stehen sehen. Genau so eine Sternenklare Nacht war auch gewesen, als ich Quackerjack zum ersten Mal begegnet bin.
„Wir müssen herausfinden wo seine Mutter wohnt und der schnellste Weg an diese Information dürfte über meinen „lieben“ Mr. Twat gehen.“ Meine Stimme triefte vor Sarkasmus. Wieder warf ich einen Blick auf die Uhr, es war bereits halb elf, die ideale Zeit um in Aktion zu treten.
Wir machten uns auf den Weg, ein kurzer Blick ins Telefonbuch hatte ausgereicht um Twats Adresse ausfindig zumachen. Schade dass ich nie erfahren hatte wie Quackerjack mit Nachnamen hieß, das würde uns einiges an Zeit und Arbeit ersparen.
Doch darauf kam es nun auch nicht mehr an. Als wir Twats Haus erreichten lagen bereits alle Fenster im Dunkeln. Das würde ein freudiges erwachen geben.
Diesmal machten wir es uns einfach und ließen uns, von einem Baum, direkt durch das geöffnete Schlafzimmer Fenster im dritten Stock heben. Dass auf diesem Weg jemand eindringen könnte, damit hätte er wohl im Leben nicht gerechnet.
Wir stellten uns rechts und links neben seinem Bett auf, er war alleine. Schien keine nähere Familie zu haben. Bestens, so würde ihn auch niemand vermissen sollte er sich als unkooperativ erweisen…
„Auf ein Wort Twat.“ Sagte ich laut.
Das erste was mein Arbeitgeber sehen konnte, als er die Augen aufschlug, waren elektrische Blitze die dicht vor seinem Gesicht tanzten. Sein zweiter Blick fiel auf einen zur Pflanze mutierten Erpel.
„Ich würde ihnen raten keinen falschen Mucks zu machen.“ Meinte ich höflich, während die Elektrizität zwischen meinen Fingern pulsierte.
Twats war die blanke Fassungslosigkeit ins Gesicht geschrieben. „Mr. Sputterspark“, meinte er erbost. „Was erlauben sie sich?“ Jedoch war er darauf bedacht möglichst nicht zu laut zu sprechen.
„Ich bin Megavolt!“
Mit beiden Händen packte ich seinen Kragen und zog ihn ruckartig an mich heran, so dass mein Gegenüber schmerzvoll das Gesicht verzog.
„Und sie sagen mir jetzt augenblicklich wo ich ihren hochgeschätzten Hauptsponsor finde oder ich werde ungemütlich.“
„Sp…Sponsor? Ich habe keine Ahnung wovon sie reden, aber ich sage ihnen, das hier wird ein Nachspiel haben…“
Scheint so als müsste ich wirklich ungemütlich werden. Ohne weitere Worte erhöhte ich die Spannung und jagte sie durch seinen Körper. Nicht genug um ihn zu töten, aber er würde es spüren, da könnt ihr sicher sein. Sein ganzer Körper zuckte unkontrolliert und er schrie laut vor Schmerz. Teilnahmslos beobachtete ich das Schauspiel bevor ich die Spannung schließlich wieder senkte.
„Es heißt ja Schläge auf den Hinterkopf erhöhen das Denkvermögen, in ihrem Fall müssen sie wohl mit einem Stromschlag vorlieb nehmen. Jetzt sagen sie mir wo ich Quackerjacks Mutter finde oder sie spüren ihren Herzschlag zum letzten Mal.“
Twats keuchte immer noch von dem Schock und kalter Schweiß ran an seinem Körper entlang. Unsicher blickte er zwischen mir und Bushroot hin und her. Seine Augen blieben schließlich wieder auf mir haften und er seufzte einmal ergeben auf.
„Sie wissen es also inzwischen, ich habe ihr gesagt es ist zu riskant.“ Murmelte er mehr zu sich selbst. Doch dann wurde seine Stimme wieder fester. Die panische Angst war daraus verschwunden und in seinen Augen spiegelte sich so etwas wie Verständnis. Nicht das mich das interessierte. Hinterher konnte jeder bereuen was er getan hatte, das war leicht. Besonders im Angesicht des sicheren Todes.
„Sie finden den jungen Herr Michael und seine Mutter an der „Goldhawkeroad“ Nummer 67. Bitte lassen sie mich am leben.“
Mit aller Kraft zerrte ich ihn aus dem Bett und warf ihn zu Boden.
„Sein Name ist Jack! Nicht Michael!“ schrie ich ohnmächtig vor Zorn. Gefährlich baute sich die Elektrizität in meinen Adern auf, bereit diesen unwürdigen Mann vor mir zu rösten. Doch plötzlich legte Bushroot beruhigend seine Hand auf meine Schulter.
„Megavolt, das konnte er doch nicht wissen. Sie hat bestimmt unaufhörlich von Michael gesprochen. Das hier ist nur ein bemitleidungswürdiges Wesen das um seine Existenz bangt.“ Doch ich konnte an seiner Stimme hören dass er nicht aus Barmherzigkeit sprach, sondern nur aus Vernunft.
„Du hast recht Reg, verschwenden wir nicht unsere Zeit mit dieser Amöbe, wir haben wichtigeres zu tun.“
Ich warf meinem ehemaligen Arbeitgeber noch einen verabscheuenden Blick zu, dann waren wir auch schon auf demselben Weg verschwunden den wir gekommen waren.
Auf dem Weg zur Goldhawkeroad 67.

Ich hatte mich noch nie zuvor in diese Gegend verirrt. Sicher, es würde sich lohnen die feinen Herrschaften mal um ein paar Millionen zu erleichtern, aber ich war nicht der Typ für Einbrüche in Privat Haushalte. Mir waren Banken und Geschäfte lieber. Keine Ahnung wieso.
Haus Nummer 67, eigentlich passt die Bezeichnung Manor besser, war Traumhaft gelegen, der Garten umsäumt von einem filigranen Messingzaun und mit Aussicht auf einen kleinen Park.
Ich fand es einfach nur furchtbar.
Bushroot gefiel der kleine Park, mir gefiel die Vorstellung Quackies Mutter in dem Teich zu versenken der sich darin befand.
Jetzt wäre es praktisch zu wissen in welchem Teil des Hauses Quackerjacks Zimmer gelegen war. Wir beschlossen erst einmal hinter das Haus zu schleichen. Bei Edison sogar der Garten war elektronisch gesichert. Die Betonung liegt auf „war“, ich bin schließlich nicht umsonst Megavolt.
Am hinteren Teil des Hauses waren im zweiten Stock Balkone angebracht, ich konnte sehen dass dort ein Fenster offen stand. Selbst wenn dieses Zimmer nicht Quackies war, so bot es doch einen günstigen Einstieg.
Wieder hob uns ein Baum bis hinauf zum Balkon, wo wir uns allerdings erstmal auf einem, darunter gelegenen, Vorsprung versteckten um die Lage zu peilen. Das war ein geschickter Zug gewesen, denn trotz der Fortgeschrittenen Uhrzeit hörten wir plötzlich Stimmen. Mit klopfendem Herzen erkannte ich Quackies darunter. Doch die zweite gehörte eindeutig seiner Mutter.
„Michael! Du siehst dir ja schon wieder dieses Photo an, du weißt das ich das nicht wünsche!“
Schmerzhaft zog sich mein Herz zusammen, dass sie in ihm immer noch Michael sah.
„Aber Mutter es ist doch nur…“
Doch Quackerjack durfte gar nicht erst zu Ende sprechen, schrill unterbrach sie ihren Sohn.
„Ich will davon nichts mehr hören, weg mit diesem Schund!“
„Nein!“ Versuchte mein Freund noch zu protestieren, doch schon erklang ein Geräusch, das sicher schließen lies, das etwas zerrissen wurde.
„So vielleicht nimmst du jetzt endlich Vernunft an.“ Ich hörte dass jemand auf den Balkon raus trat. Plötzlich segelten Papierschnipsel dicht an unserem Versteck vorbei. Einer Eingebung folgend erhöhte ich die Statische Elektrizität in meiner Handfläche so dass die Fetzen von ihr angezogen wurden.
Im Zimmer war nun alles Still, bis auf leises Schluchzen.
Quackerjack, er weint doch nicht etwa?
Doch bevor wir in sein Zimmer schlichen warf ich einen Blick auf meine Handfläche.
Moment Mal, war das nicht?
Ich schob die Einzelteile wieder zusammen, so dass man das ehemalige Photo erkennen konnte. Bushroot blickte mir neugierig über die Schulter.
Eine Mischung aus Trauer und Rührung machte sich in meinem Herzen breit, als ich das Bild erkannte. Es war ein Photo von mir und Quackerjack, mit Selbstauslöser geschossen, an dem Tag wo wir die Fabrik für ihn gefunden hatten. Einen Teil seines Verstecks konnte man im Hintergrund erkennen. Deutlich war zu sehen wie glücklich und ausgelassen wir an diesem Tag gewesen waren.
„Das…Das war unser erstes gemeinsames Photo.“ Noch während ich sprach griff ich in die Innentasche meines Overalls und holte dasselbe Photo hervor.
„Ich wusste nicht dass er es auch noch bei sich hat…“
Bushroot sah mich tief ergriffen an.
Energisch schüttelte ich den Kopf und steckte sowohl mein Photo als auch die Schnipsel des anderen Exemplars zurück in meine Tasche.
„Los jetzt Reg, seine Mutter scheint aus dem Zimmer gegangen zu sein, die Gelegenheit ist günstig.“
Behänd schwang ich mich auf den Balkon. Der angrenzende Raum lag im Dunkeln, trotzdem konnte ich die Person erkennen die mit hängendem Kopf auf dem Bett saß. Ich bemerkte gar nicht mehr das Bushroot mir, aus Rücksicht, nicht nach drinnen gefolgt war. Aber es hätte mich eh nicht interessiert, mein ganzes Sein war auf Quackerjack gerichtet.
Ich wollte gerade etwas sagen als er plötzlich den Kopf hob und in meine Richtung sah. Als hätte er gespürt das ich da war.
Er sah so ungewohnt aus, mit diesem traurigen Blick und dem seidene Pyjama, statt seines breiten Lächelns und schlichten Shorts. Trotzdem, das war mein Quackerjack.
Im ersten Moment schwiegen wir uns nur an. Seine Augen waren im ungläubigen Erstaunen aufgerissen. Doch schließlich breitete sich Verzweiflung und Panik in seinem Blick aus.
„Megavolt, was machst du hier? Du musst verschwinden. Du kannst das nicht verstehen, ich muss Michael sein. Geh, bitte…“ Er flüsterte damit seine Mutter nichts mitbekam, aber seine Stimme klang trotzdem eindringlich.
Ohne ein Wort zu erwidern holte ich die Schnipsel aus meiner Tasche und hielt sie ihm hin. Seine Hand zuckte als wollte er sie nach dem Bild ausstrecken, aber dann zog er sie doch zurück.
„Nein, es hat keinen Zweck. Wirf es weg, ich hätte es niemals wieder hervorholen dürfen. Auch du musst endlich gehen. Quackerjack war eng mit dir verbunden, aber nicht Michael. Und ich bin Michael, weil…weil ich es so will.“
Er wandte den Blick von mir ab.
Es zerschnitt mir das Herz, wusste ich doch dass er sich nur meinetwegen so quälte.
Ich ging noch einen Schritt auf ihn zu, er kam mir nicht entgegen wich aber auch nicht weiter zurück.
Zaghaft legte ich meine Hand auf seine Schulter, mit der anderen hob ich sein Kinn. Sah in seine Tränen verhangenden Augen.
„Bitte geh…“ Flüsterte er nun mit kraftloser, zitternder Stimme. „Geh…“
„Ich kann nicht.“ Erwiderte ich ruhig. „Ich liebe dich.“
Vorsichtig zog ich ihn an mich, er wehrte sich nicht sondern blickte nur flehend in meine Augen. Als wollte er mich bitten ihn nicht weiter zu quälen. Ich liebe dich so sehr.
Zögernd legte ich meine Lippen auf seine. Einen kurzen Moment lang schloss Quackie die Augen und erwiderte, doch dann löste er sich ruckartig aus meiner Umarmung.
„Nein ich kann nicht, wirklich, es geht nicht.“
So hatte es keinen Zweck, er hatte sich vorgenommen mich zu beschützen, egal wie viel Leid das bedeutete.
Energisch packte ich ihn an den Armen, zwang ihn in meine Augen zu sehen.
„Jetzt hör mir zu. Du denkst ich verstehe nichts. Du glaubst ich wüsste nicht was in dir vorgeht. Aber du irrst dich.“
„Nein Megavolt, es ist anders, du kannst nicht wissen…“
„Ich habe weder Angst vor deiner Mutter, noch vor dem Tod noch interessiert es mich wie mich ein paar Menschen behandeln.“
Fiel ich ihm ins Wort. Das verschlug meinem Freund die Sprache. Ungläubig sah er mich an, seine Lippen formten Tonlos die Worte: „Du weißt?“
„Ja ich weiß über alles Bescheid, allerdings erst seit Heute. Ich habe den Brief gelesen den deine Mutter dir hat zukommen lassen.“
Er wandte den Blick von mir ab. "Es tut mir so leid, ich wollte nicht das du es erfährst, ich wollte das du glücklich sein kannst."
"Glücklich? Quackie, ohne dich kann ich niemals glücklich werden."
Wieder zog ich ihn in meine Arme, er wehrte sich nicht.
"Komm mit mir Quackie, wir werden einen Weg finden." Ich sah ihm fest in die Augen.
"Auch wenn ich deine Mutter dafür töten müsste...es tut mir leid, aber so empfinde ich nunmal..."
Ein bisschen kalt kam ich mir schon vor, ihm ins Gesicht zu sagen das ich seinen einzigen, lebenden Anverwandten auslöschen würde.
Erst sah er mich bestürzt an, doch dann legte sich ein mildes Lächeln auf seine Lippen: "Vielleicht wäre sie glücklicher, wenn sie wieder mit Michael vereint wäre..."
Erleichtert blickte ich ihn an. "Lass uns gehen Quackerjack."
Es sah ganz so aus, als würde er endlich einwilligen. Mein Herz schlug schneller, einerseits vor Freude, andererseits vor Aufregung und Angst vor dem was uns nun erwarten würde.
In dem Moment erklang Bushroots Stimme vom Fenster her und sein Kopf tauchte in der Fensteröffnung auf. Ich hatte ihn fast vergessen.
"Lasst uns hier verschwinden Megavolt, ich glaube ich höre Quackerjacks Mutter kommen."
Nickend ging ich in Richtung Fenster, wollte endlich fort von hier. Doch dann bemerkte ich das Quackerjack keine Anstalten machte sich zu bewegen. Wie gebannt starrte er Reginald an wie eine Erscheinung.
"Quackie? Was ist denn..." Doch er fiel mir ins Wort.
"Was soll das? Was macht "er" hier?" Seine Stimme wurde lauter, unvorsichtig laut.
Verwirrt sah ich zu Regs hinüber. "Ähm, er hat mir geholfen, dich zu finden und deine Mutter zu entlarfen. Ich war so fertig, ich konnte keinen klaren Gedanken mehr ohne dich..." Doch wieder fuhr er mir über den Mund. "Geholfen? Ja das glaub ich gern. Ich wusste doch gleich das er es auf dich abgesehen hat.." Jetzt schluchzte er und fügte mit zitternder, leiser Stimme hinzu: "Und du lässt dich darauf ein...du brauchst mich gar nicht, du hast mich doch schon längst ersetzt..."
Ich klappte meinen Mund auf um etwas zu erwidern, aber es kam kein Ton heraus. Hatte ich ihm wirklich das Gefühl gegeben? Plötzlich fiel mir die Szene in meinem Turm ein, als Bushroot plötzlich aufgetaucht war. Quackerjacks sichtliche Verstörung darüber. Wie konnte ich nur so ein Idiot sein, ausgerechnet mit Reg hier aufzutauchen?
Aus den Augenwinkeln sah ich wie Reginald schlicht seinen Kopf wegdrehte, ohne etwas zu wieder sprechen. Doch wirklich bestürzt sah er nicht aus. Das konnte doch nicht allen ernstes wahr sein oder? Ich meinem, warum hätte er mir sonst geholfen?
Plötzlich fielen mir viele kleine Szenen ein, in denen er mich, angeblich unabsichtlich berührt hatte. Um mich zu trösten oder ähnliches.
Ich glaube ich werde paranoid.
Doch ich wollte so etwas nicht glauben.
Noch wärend meine Gedanken Purzelbäume schlugen, erhob Bushroot nun doch das Wort.
"Du hast recht, Quackerjack. Ja, ich mag Megavolt, aber..."
Ich starrte ihn an, in Quackerjacks Augen lag nur Trauer und Wissen.
Bevor wir beide etwas sagen konnten sprach der Pflanzenerpel weiter:
"Aber ich wollte mich niemals zwischen euch stellen. Als ich gesehen habe, was ihr einander bedeutet, habe ich ihn schon aufgegeben. Und als ich ihn dann fand, am Boden zerstört weil du weg warst Quackerjack, da wusste ich das ich niemals eine Chance gegen dich hätte. Ich wollte wirklich nur helfen, wollte das er glücklich ist. Mit dir, das kannst du doch verstehen oder? Auch du hast dein Lebensglück für ihn weggeworfen um in zu retten. Genau so habe auch ich gehandelt."
Nach diesen Worten kehrte eine unangenehme Stille ein.
Ich war wie vor den Kopf geschlagen. Was war eigentlich los? Damals in der Schule hatte man mich behandelt wie ein Stück Dreck, und nun stritten sich zwei Freunde um mich?
Ich hatte das Gefühl das jemand etwas sagen musste, oder die ganze Situation würde eskallieren.
"Es tut mir leid Bushroot, ich habe in meiner Verzweiflung überhaupt nicht mehr auf die Gefühle anderer geachtet. Doch wie du schon selber gesagt hast...ich könnte nie, ich meine...Ich liebe Quackerjack...für immer."
Entgegen meiner Befürchtung lächelte Bushroot, ein ehrliches, aufrichtiges Lächeln. "Das weiß ich, und es ist gut so. Sonst wäre ja alles umsonst gewesen."
Verlegen blickte er zu Quackerjack hinüber, der die ganze zeit über nichts mehr gesagt hatte.
"Kannst du mir verzeihen?"
Quackerjack sah stattdessen mir in die Augen, ging auf mich zu und lehnte seinen Stirn an meine Schulter. Er nickte schwach:
"Ja, weil ich dir vertraue Megavolt. Wenn du sagst du liebst mich dann..."
Ich sagte nichts mehr, Worte wären nur fehl am Platz gewesen. Erleichtert schloss ich meinen Geliebten in die Arme.
Bushroot sah uns lächelnd an.
"Küss mich."
War Quackies sanfter Befehl. Unendlich froh richtete ich mich auf um seiner Bitte nachzukommen.
Doch in dem Moment wurde die Tür aufgerissen und eine Frau richtete eine Waffe auf mich.
"Lassen sie sofort meinen Sohn los!" Kreischte Quackerjacks Mutter hysterisch. "Loslassen sage ich!"
Mein Körper reagierte schneller als mein Verstand, der von dem plötzlichen auftauchen wie gelähmt war. Wir waren viel zu unvorsichtig gewesen. Mit einem Fingerzeig gab ich der Stehlampe neben der Tür einen kurzen Befehl, und schon wickelte sich ein festes Stromkabel um die Hand von Quackies Mutter. Vor Schreck kreischend lies sie die Waffe fallen. Im nu hatte Quackerjack sich diese geschnappt und zielte nun seinerseits auf seine Mutter. Auch wenn seine Hände zitterten.
"Nein Quackie...!" Rief ich, ich wollte nicht das er seine eigene Mutter umbringen musste.
Doch dafür war es eh schon zuspät. Ich sah nur wie mehrere Waffen auf uns gerichtet wurden. Hinter Quackerjacks Mutter tauchten ein paar Männer auf, auch vom Fenster stiegen zwei ins Zimmer. Verdammt, das ganze Haus war wohl umstellt gewesen. Und die Söldner hatten nur auf einen Befehl von ihrer Chefin gewartet.
Kraftlos lies mein Geliebter die Waffe sinken. War jetzt alles vorbei? Obwohl wir es so weit geschafft hatten?
Bushroot, der grundsätzlich etwas gegen Gewalt hatte, kauerte ängstlich in einer Zimmer Ecke.
Quackerjack wandte mir seinen Kopf zu, seine unendlich hoffnungslosen Augen. Diese Augen, in denen ich schon sooft versunken war.
In dem Moment wo sein Blick mich traf, erfasste mich ein nie gekanntes Gefühl ohnmächtiger Wut. Ich spürte wie die Elektrizität in meinen Adern zu pulsieren begann. Mit einer solchen Intensität das ich sie kaum zu kontrollieren vermochte.
Durch die plötzliche Energieschwankung wurde die gesamte Stromversorgung der Stadt lahm gelegt. Mit einem male lag das Zimmer in völliger Dunkelheit.
Endlich wieder Geistesgegenwärtig, fasste ich Quackerjack an der Hand, brüllte Reg zu uns zu folgen und sprang mit Quackie aus dem Fenster. Die Tatsache das wir uns im zweiten Stock befanden völlig ignorierend.
Unsanft, aber dank Bushroots Hilfe, relativ unbeschadet, landeten wir alle drei in einem Busch. Schon flackerten die ersten Lichter der Stadt wieder auf. Wie gehetzt, was ja auch der Wahrheit entsprach, rannten wir von dem Gelände.
Hinein in die, immer heller werdenden, Straßen der Stadt.
Dann hörte ich plötzlich Motorengeräusche und mir sank erneut der Mut. Wie sollten wir jetzt noch entkommen? In dem Moment rannten wir quasi frontal in die einzige Person hinein, die unsere Situation noch verschlimmern konnte.
Darkwing Duck.
Inklusive Freundin Morgana.
Ich hätte heulen können.
Ach was, es standen eh schon Tränen in meinen Augen. Genau wie bei Quackie und Reg.
"Aha, Megavolt! Wusste ichs doch das du hinter diesem Stromausfall steckst!" Blaffte unser Erzfeind auch sofort freundlich in meine Richtung.
Schon wurde eine Gaspistole auf uns gerichtet. Noch mehr Waffen, ich glaube ich werde für lange Zeit keine mehr benutzen. Immer vorausgesetzt das wir alle diese Geschichte überlebten.
"Also wie hast du das angestellt, Steckerbirne?" Forderte er nun höflich eine Erklärung.
Ich hatte keine Ahnung. Ich wusste selber nicht das ich dazu imstande war. Das gab ich genauso weiter. Darkwing brachte meine Ehrlichkeit fast zu einem Tobsuchtsanfall.
Dann schien Doofwing Quackerjack überhaupt erst zu bemerken, doch natürlich konnte er ihn, im Schlafanzug, nicht erkennen. Folglich verkannte er die Situation völlig.
Das ist doch der Junge Herr vom Wohltätigkeits Ball. Damals bist du ihm auch schon auf die Pelle gerückt. Ich weiß zwar nicht seit wann Entführung auch auf deinem Programm steht, aber ich werde dein übles unternehmen unterbinden. Ich verdrehte genervt die Augen, wir hatten jetzt wirklich andere Sorgen als einen begriffsstutzigen Erpel im Cape.
Schon hörte ich wie hinter uns ein Auto hielt und mehrere Leute ausstiegen.
Umstellt. Aus und vorbei.
Da jetzt eh alles egal war drückte sich Quackerjack eng an mich. Ich hielt ihn fest in meinen Armen. Wenn wir schon sterben würden, dann ehrenvoll.
Und zusammen! Das war das einzige womit wir seine Mutter im Endeffekt doch besiegen konnten.
Mein Freund zitterte vor Angst. Doch das bemerkte ich aufgrund meines eigenen Zitterns kaum. Bushroot stand einen halben Fuß neben uns. Mit nicht weniger Angst in den Augen, aber auch ebenso entschlossen, wie wir.

Verwirrt beobachtete Darkwing die, allesamt sehr seriös gekleideten, Neuankömmlinge.
"Ähm, ich bin sicher diese beiden, er zeigte auf Bushroot und mich, haben verdient was sie mit ihnen vorhaben."
Sein Blick glitt viel sagend über die gezückten Waffen.
"Aber ich bin der Beschützer dieser Stadt und habe die Situation voll im Griff. Also wenn sie jetzt bitte..."
Er stoppte durch einen einzigen Blick von Quackies Mutter. Was für ein Held.
Plötzlich trat seine Freundin Morgana einen Schritt vor. Darkwing wollte sie aufhalten aber sie winkte ruhig ab.
Ihr Blick glitt von Quackerjacks Mutter, zu ihm und landete schließlich mit einem wissenden Lächeln bei mir.
Das konnte einfach keine einfache, weibliche, Intuition mehr sein. Ich war inzwischen sicher, das die Magierin Gedanken lesen, oder zumindest erahnen konnte.
Würde erklären warum sie nun verwirrt die Stirn runzelte. Bei dem Wirrwarr das gerade durch unsere Köpfe spukte.
Doch sie schien, den Blick auf mich und Quackerjack gerichtet, eine Entscheidung getroffen zu haben.
Sie schloss die Augen, konzentrierte sich, und plötzlich hielten alle einen Blumenstrauß, statt einer Waffe in der Hand. Ich hörte Bushroot neben mir hart schlucken.
Mit einem befriedigten Lächeln wandte sie sich ab und stellte sich wieder etwas hinter ihren Freund. Dieser konnte sich die Situation nicht wirklich erklären.
"Ähm, Morgana Liebes. Du hast vergessen meine Waffe zu verschonen..."
"Nein habe ich nicht. Misch dich hier nicht ein Darki, das ist etwas was du nicht verstehst. Hier geht es nicht um Entführung oder Manipulation der Stromversorgung, hier geht es um die wichtigste Sache auf Erden. Ich wollte nur das dieser Kampf fairer wird." Damit schwieg sie und Darkwing konnte keine weiteren Erklärungen aus ihr herausbekommen.
Doch dank ihr hatten wir nun eine, vorher nie zur Option stehende, Chance.
Mir war es plötzlich völlig egal ob sie das tat weil sie unsere Gefühle ach so süß fand.
Gleichzeitig mit Quackerjack griff ich an.
Leider musste ich feststellen das meine Kräfte, nach dem Ausbruch von eben, stark nachgelassen hatten. Ich konnte also nur kleine Elektroschocks, und vor allem Schläge verteilen. Quackerjack verstand sich sowieso bestens auf Waffenlosen Nahkampf.
Bushroot hielt sich wie immer im Hintergrund, er verabscheute Gewalt nach wie vor, außerdem kam er nicht über die Blumensträuße hinweg...

Ich war absolut miserable.
Man merkte deutlich das ich mich bisher immer nur auf meine Kräfte verlassen hatte. Kein Wunder das ich im Sport immer so eine Niete war, das hier war absolut demütigend.
Trotzdem blieb mir ja nicht viel anderes übrig als es zu versuchen, doch die Söldner waren geübt und durch trainiert. Ich erwischte einen und boxte ihm mit ganzer Kraft in den Magen. Außer das ich mir danach mit Schmerz verzerrtem Gesicht das Handgelenk halten musste hatte mein Angriff gar keinen Effekt. Im Gegenteil, das ich dem Typ so nahe gekommen war nutze dieser, um seinerseits zuzuschlagen. Seine Faust bohrte sich Zentimeter tief in meinen Sodaplexus und raubte mir den Atem. Röchelnd sackte ich auf meine Knie.
Während ich noch nach Luft schnappte wurde ich unsanft auf den Bauch gedreht. Eine eiserne Hand drückte meinen Kopf zu Boden. Ich spürte ein Gewicht auf meinem Rücken und meine Hände wurden schmerzhaft zusammengehalten. Damit war mein Handlungsspielraum plötzlich auf Null begrenzt. Jede Bewegung, jeder Versuch sich zu befreien verursachte nur Schmerzen. Mein Gesicht zeigte in die Richtung in der sich Quackerjack verbissen und weit aus effektiver als ich, schlug. hilflos musste ich mit ansehen wie mein Freund inzwischen von drei Mann attackiert wurde. Seine Mutter stand ruhig daneben. Doch ein winziges Lächeln zeigte an, das sie innerlich stolz auf ihren "Michael" war. Darkwing Duck stand währenddessen immer noch belämmert in der Gegend herum und konnte einfach nicht fassen das er nicht gebraucht wurde.
Ich konnte seinem Gesicht ansehen das er krampfhaft versuchte eine Logik in dem Geschehen zu finden. Alles was er wusste war, das der junge Mann im Schlafanzug der Sohn von der Frau war die ihn gerade verprügeln lies. Warum das reiche Söhnchen ausgerechnet mit mir aufgetaucht war und jetzt scheinbar gegen seine Mutter auf meiner Seite kämpfte war selbstverständlich völlig befremdend und unverständlich für ihn.
Ich hoffte das der Erpel nichts blödes anstellen würde...
Aber ich sollte ihn inzwischen besser kennen. Seinen "ich bin der Held von St. Erpelsburg" Instinkt auspackend rannte er mitten ins Kampfgeschehen.
Mit ausgestrecktem Zeigefinger stellte er sich vor einen Söldner: "Haltet sofort ein!" rief er laut.
In dem Moment bemerkte Quackie unseren Erzfeind, für den Bruchteil einer Sekunde war er von dessen Geschrei abgelenkt. Doch diese Sekunde reichte seinem geübten Gegner um einen vernichtenden Treffer anzubringen. Die Faust traf meinen Geliebten mitten ins Gesicht und er stürzte unkontrolliert zu Boden, sein Kopf schlug hart auf den Asphalt auf. Blut sickerte sofort aus einer Kopfwunde.
"NEIN!" schrie ich laut.
"STOP!" Schalte plötzlich die hysterische Stimme von Quackerjacks Mutter über den Platz. Sofort ließen die Söldner von Quackie ab, welcher bewusstlos am Boden lag.
"Mein kleiner Liebling, mein süßer Michael..." Zitternd ging sie auf ihren Sohn zu. Wenn ich mich doch nur bewegen könnte. Da ich aber zur Zeit anderweitig gebunden war blieb mir nur zu schreien.
"Fassen sie ihn nicht an! Quackerjack!" Wenn er doch nur aufwachen würde.
Als ich den Namen meines Geliebten rief drehte sich Darkwing suchend um. Der festen Überzeugung einen Psychopathischen Erpel im Narrenkostüm zu erblicken. Natürlich war dem nicht so, weil besagter Erpel unerkannter Weise neben ihm am Boden lag.
Als Doofwing, Quakerjack nicht entdecken konnte warf er mir einen irritierten Blick zu, meine Augen waren jedoch  fest auf meinen Freund gerichtet. Er folgte meinem Blick, konnte aber nur eine Mutter und ihren Sohn sehen.
Quackies Mutter hatte sich inzwischen neben Jack gekniet und wollte ihm gerade über die Wange streicheln als er endlich zu sich kam. Angewidert schlug er ihre Hand weg. Doch zu mehr war er nicht fähig, ich sah sein Schmerz verzerrtes Gesicht und in mir zog sich alles zusammen.

Darkwing hielt den Augenblick für günstig um seine komplett mentale Schwäche bloß zustellen.
"Also gut Megavolt, ich weiß das dein Kumpel auch hier ist. Wo versteckt er sich?"
Konnte man wirklich so blind und bescheuert sein? Mir reichte es und zwar endgültig.
Lautstark teilte ich unserem Möchtegern Held meine Meinung über ihn mit.
"Du nennst dich einen Held und erkennst noch nicht mal einen Erzfeind wenn er vor dir steht. Mach die Augen auf Doofwing, das dort IST Quackerjack!"
Einen Moment lang lies Darkwing seine Blicke über besagte Person streifen, seine Augen blieben kurz an Quackies Schnabel und Zähnen hängen. Da schien endlich, endlich der Groschen zu fallen.
Abwesend zeigte er auf ihn.
"Das ist Quackerjack?"
Ich nickte ergeben. Doch bevor ich nochmal den Mund aufmachen konnte mischte sich Quackies Mutter wieder ein.
"Unsinn! Alles Unsinn, das hast du ihm eingeredet!" Sie zeigte viel sagend auf mich.
"Mein süßer, unschuldiger Michael, nur wegen dir hat er sich so verändert. Aber wenn du nicht mehr bist wird er wieder mir gehören. Wird er mein Michael sein, wie früher!"
Sie spie die Worte voller Hass in meine Richtung und plötzlich stürzte sie auf mich zu. In ihren Augen lag der blanke Wahnsinn. Ich bekam Angst aber da ich immer noch am Boden gehalten wurde konnte ich mich nicht wehren. Unwirsch gab sie den Befehl mich los zulassen, aber bevor ich mich rühren konnte packte sie mich an den Schultern und drehte mich um. Ich stöhnte auf als mein Hinterkopf schmerzhaft auf den Beton schlug. Doch plötzlich waren ihre Hände an meinem Hals, sie drückte zu .
Verzweifelt versuchte ich wenigstens eine geringe Spannung aufzubauen oder mich zu bewegen, aber der plötzliche Sauerstoff Mangel machte jede Maßnahme unmöglich.
"H...Hilfe..." War alles was ich röcheln konnte.
Währenddessen versuchte Quackie verzweifelt sich aufzurichten, doch er taumelte sofort wieder hin. Unfähig sein Gleichgewicht zu halten. Erschöpft und mit Tränen verhangenen Augen sah er Darkwing an der immer noch wie angewurzelt da stand.
"Verdammt. HILF IHM!" Befahl er unfreundlich. Doch in dieser Situation blieb keine Zeit für Höflichkeiten.
Es wirkte. Darkwing schien aus seiner Versteinerung zu erwachen. Superschurke hin oder her, Verbrecher mussten seiner Meinung nach ins Gefängnis nicht ins Jenseits.
Er packte die hysterische Frau und zerrte sie von mir runter. Hustend und keuchend jappste ich nach Luft als der Druck um meinen Hals verschwunden war.
Mir war bereits ganz schwarz vor Augen, es drehte sich alles und ich zitterte am ganzen Körper.
Darkwing rang indessen weiter mit Quackerjacks Mutter, versuchte sie zu beruhigen.
"Gute Frau so nehmen sie doch Vernunft an. Jemanden umzubringen ist doch keine Lösung. Diese Verbrecher kommen ins Gefängnis wo sie hingehören. Also bitte beruhigen sie sich."
Ein wenig beeindruckt war ich schon. Das er uns, nach allem was wir ihm schon angetan hatten, immer noch als Lebenswert betrachtete zeigte definitiv eine gewisse Stärke. Nicht das ich das jemals zugeben würde.
Quackies Mutter schien weniger begeistert. Sie schrie wie am Spieß, stieß und kickte um sich zu befreien. Ihre Hasserfüllten Augen waren die ganze Zeit über wie besessen auf mich gerichtet.
"Deine Schuld, alles deine Schuld..." Wiederholte sie unaufhörlich.
Plötzlich fiel ihr in ihrer Raserei wieder ein das sie ja nicht alleine war.
"Worauf wartet ihr Dummköpfe? Greift an!" Befahl sie ihren Söldnern, aber nichts tat sich. Gehetzt sah sie über ihre Schulter und musste feststellen das sämtliche Handlanger Wortwörtlich am Boden fest gewachsen waren. Dicke Schlingpflanzen wuchsen aus der Erde und hatten die bulligen Kerle gefesselt.
Bushroot schien ebenfalls aus seiner Starre erwacht zu sein. Ich wollte mich bedanken aber ich konnte ihn nirgendwo entdecken.
Darkwing nutze den günstigen Moment der Überraschung um der netten Dame Handschellen anzulegen.
"Tut mir Leid meine Dame aber versuchter Mord und Anstiftung zu Gewalt sind kein Kavaliersdelikt. Ich muss auch sie bitten mich zur Polizei zu begleiten."
Inzwischen mit relativ gelassenem Blick befestigte er ein Ende der Handschellen an einer Schlingpflanze. Dann wandte er sich an uns.
"Ich muss wirklich zugeben ich habe nicht die leiseste Ahnung worum es hier ging..." Er warf einen Hilfe suchenden Blick zu Morgana, aber diese schüttelte nur bedeutungsvoll den Kopf. Nicht gewillt weitere Informationen Preis zugeben.
"Aber wie dem auch sei, ihr seit Stadtbekannte Superschurken argo gehört ihr ins Gefängnis."
Mir war alles egal. Mein Verstand versuchte gerade zu begreifen das es vorbei war. Das wir gerettet waren. Richtig glauben konnte ich es noch nicht. mein Blick fiel auf Quckerjack, dieser hatte es zumindest geschafft sich aufzusetzen. Das Oberteil seines Pyjamas hatte er ausgezogen und als Verband für seinen Kopf benutzt. Die Wunde schien wenigstens nicht weiter zu bluten. Er hatte den gleichen verklärten, ungläubigen Blick wie ich aufgesetzt.
Darkwing ergriff meinen Oberarm und zog mich daran hoch. Bevor ich das leichte Schwanken meines Körpers unter Kontrolle bringen konnte wurden mir auch schon Handschellen angelegt. Aber selbst das konnte meine, so langsam entstehende, hoch Laune nicht mehr trüben. Unser Erzfeind schleifte mich mehr oder weniger hinüber zu Quackerjack. Was nicht an  meiner übermäßigen Gegenwehr lag sondern schlicht daran das ich mich kaum aufrecht halten konnte. Ich hasse das Gefühl wenn sämtliche Elektrizität aus meinem Körper verschwunden ist.
Als wir bei Quackie angelangt waren konnte auch dieser wieder aufrecht stehen. In diesem Moment schien ich endgültig zu begreifen das es vorbei war. Das wir gesiegt hatten. Ich sah meinem Geliebten in die Augen. Sicher er war zerzaust, dreckig und etwas getrocknetes Blut klebte an seiner Wange. Doch ich hatte nie zuvor etwas schöneres gesehen.
Das Schloss rastete mit einem leisen Klicken ein und schon waren auch Quackie die Hände auf dem Rücken gebunden. Wir nahmen diese Tatsache gar nicht war. Sobald ich meine Sinne wieder weitgehend unter Kontrolle hatten ging ich einen Schritt auf meinen Freund zu und wir versanken in einem innigen Kuss.
Wie gerne hätte ich ihn berührt, ihn fest in meine Arme geschlossen. Doch die Handschellen machten es mir unmöglich. So blieb uns nur dieser Kuss.
Niemals zuvor hatte ich seine Lippen so intensiv wahrgenommen, seinen Duft, seine Wärme, seine Nähe. Mir schien als könne die Welt jetzt getrost untergehen.
Ich kannte das Glück.
Darkwing kannte es nicht.
Bisher hatte uns dieser den Rücken zugekehrt um etwas zu Morgana zu sagen. Doch als diese ein entzücktes Seufzen hören lies und in unsere Richtung blickte, beging er den Fehler es ihr gleich zu tun.
Unser Kuss wurde von einem dumpfen Geräusch unterbrochen als Darkwings Kopf mit dem Boden kollidierte. Jetzt wurde uns auch bewusst das wir nicht alleine waren. Doch es gab Dinge die ließen sich nicht mehr ändern. Morgana hatte ein sehr befriedigtes Lächeln aufgesetzt und ihre Augen sagten klar: "Ich hatte also recht."
Schön für sie.
Mir aber ziemlich egal.
Wichtiger war diese Chance zu nutzen. Wir wollten unsere Wiedervereinigung nun wirklich nicht im Erpelsburger Knast feiern.
Unsicher sahen wir zuerst uns an, dann Morgana. Doch diese nickte leicht um uns zu verstehen zu geben das sie nichts gegen eine Flucht unternehmen würde.
Keine Ahnung weshalb sie unsere Liebe so ergreifend fand. Das musste wieder eine dieser Frauen Geschichten sein die ich noch nie verstanden hatte.
Ohne Hast drehten wir dem Kampfschauplatz den Rücken zu. Das Hysterische Gekreische von Quackerjacks Mutter, das nach unserem Kuss noch lauter und durchdringender geworden war, ignorierten wir gekonnt.
Einen kurzen Moment lang fragte ich mich wo Bushroot wohl steckte. Aber ich war sicher das er uns nur nicht stören wollte. Hatte er doch längst erkannt das er für mich nie mehr als ein Freund sein würde.
Ich bemerkte die blauen Augen nicht die uns von einem Baum aus herab nach sahen. Tränen verschwommen, aber auf den Lippen ein mutiges Lächeln welches zeigte, das sein Besitzer viel stärker war als er aussah. Ein wahrer Freund.


Eine nasse Hand legte sich auf meine Schulter als ich mit tiefen Seufzen beobachtete wie sich Megavolt und Quackerjack küssten.
„Das ist jetzt das zweite Mal, das meine Liebe unerwidert bleibt...“
Zärtlich wurde ich in eine Umarmung gezogen. Ich spürte wie das Wasser durch meine Membran drang und merkte erst jetzt wie ausgedorrt ich war.
„Du weißt doch, alle guten Dinge sind drei...“
Seine Umarmung wurde etwas fester. Ich seufzte nochmal tief, aber diesmal zufrieden und geborgen.
„Danke Liqui...“


Da wir uns nicht an der Hand nehmen konnten gingen Quackie und ich Schulter an Schulter nach Hause. Zurück zu meinem Leuchtturm. Wo nebenbei  bemerkt eine Glühbirne auf mich wartete bei der ich mich immer noch nicht entschuldigt hatte. Ich hoffe die Sache war inzwischen Verjährt.
Wir torkelten mehr unseren Weg entlang als das wir ihn gingen. Wenn der körperliche Gesundheitszustand eh schon angeschlagen war halfen Handschellen auf dem Rücken nicht viel weiter.
Plötzlich lies Quackerjack sich zu Boden, auf den Rücken fallen. Im ersten Moment befürchtete ich, er wäre zusammengebrochen. Doch dann schwang er seine Arme elegant hinter dem Rücken hervor, seine Beine hindurch und schon waren seine Hände vorne.
Ich hätte mir gegen die Stirn geschlagen wenn meine Hände nicht noch auf dem Rücken gebunden wären. Wie konnte ich einen so alten Trick vergessen? Ich tat es Quackerjack gleich, so lief es sich gleich um Längen sicherer.
Außerdem konnte ich so nun, wenn auch etwas ungeschickt, in meine Innentasche greifen. Mir war da nämlich was eingefallen. Umständlich holte ich eine gelbe, irre grinsende Puppe hervor. Mr. Bananabrain.
Quackerjack quietschte vor Begeisterung und drückte ihn feste an sich.
Großartig, ich werde eifersüchtig auf ein Plüschtier. Gerade als ich mir wünschte ich hätte Bananabrain nie hervorgeholt, drückte sich Quackie ganz fest an meine Brust. Umarmen konnte er mich ja nicht. Aber als er seinen Kopf wie eine Katze unter mein Kinn rieb, war ich sofort für alles entschädigt.
Ich schalte mich selber einen Vollpfosten. Eifersüchtig auf Bananabrain, war ich noch zu retten?
Beruhigt und unendlich glücklich strich ich ihm über die Wange.
Jetzt wo die innere Anspannung nachgelassen hatte, spürte ich wie mein Herz in seiner Gegenwart schneller schlug. Wie mir seine Nähe plötzlich wieder zu schaffen machte. So lange waren wir nicht zusammen gewesen.
Ein extrem ungünstiger Moment für meine Hormone um zu erwachen. Ich hätte mich dafür Ohrfeigen können. Wie konnte ich jetzt an so etwas denken? Nach allem was passiert war?
Als wir an meinem Turm ankamen war ich das reinste Nervenbündel. Bei jeder seiner Berührungen zuckte ich zusammen wie ein Schulmädchen.
Klar das mein Körper für so unhilfreiche Aktionen noch Kraft hat...

Quackerjack kramte aus einer meiner Schubladen einen Dietrich hervor, ergriff meine Hände und wollte die Handschellen lösen. Ich schreckte bei der Berührung zurück, knallte gegen ein Regal und zu guter Letzt fiel mir ein Buch auf den Kopf, welches durch den Aufprall umgeworfen wurde.
War das peinlich.
Nun schien auch mein Freund endlich zu bemerken das ich mich idiotischer als sonst benahm. Was aber noch sonderbarer war, er selber verhielt sich auch anders.
Er lachte gar nicht.
In aller Ruhe ergriff er meine Handgelenke und öffnete die Handschellen, danach seine eigenen.
Ich saß da auf dem Boden und starrte seine Hände an. Waren die schon immer so faszinierend gewesen? So feingliedrig und wunderschön?
Seine Finger waren so interessant das ich gar nicht mitbekam wie er mir schon eine Weile in die Augen sah. Als ich es dann merkte führte es nur dazu das ich noch verlegener wurde.
Plötzlich verkürzte er den Abstand zwischen uns, seine Arme legten sich um meinen Nacken und er vergrub sein Gesicht an meiner Brust.
„Ich hab dich so sehr vermisst...“ Hörte ich ihn flüstern.
Wie von selbst schlossen sich meine Arme fest um seinen Körper.
Ich wollte etwas erwidern, ihm sagen das es mir genau so geht, aber seine unmittelbare Nähe lies mir den Atem stocken.
Er richtete sich wieder auf, ein klein wenig enttäuscht, wie es mir schien, blickte er mich an. Meine Stimme versagte mir auch weiterhin ihren Dienst.
Schließlich stand mein Freund auf. „Ich sollte Duschen, überall klebt Blut an mir...“
Er wand sich um und ging Richtung Bad. Ja eine Dusche würde auch mir nicht schaden.
„W...Warte Quackie, würde es dich stören wenn ich mit komme? Keine Sorge, meine Energie ist soweit abgesunken, ich kann dich nicht verletzen.“ Fügte ich schnell hinzu als ich seinen skeptischen Blick bemerkte.
„Das weiß ich doch Voltie...“
Dieser Name, aber ich konnte mich in diesem Moment nicht wirklich darüber aufregen. Der Gedanke, alleine mit Quackerjack unter einer Dusche zu stehen übertönte alles andere.
Inzwischen war ich dennoch bei dem festen Entschluss angelangt meine verdammten Hormone unter Kontrolle zubringen und die Finger von meinem Freund zu lassen.
Gemeinsam Duschen, ja. Ihn berühren, nein.
Ich folgte ihm ins Bad, nur um meinen Entschluss kurzzeitig wieder wanken zu sehen. Er war gerade dabei sich die seidene Pyjama Hose vom Körper zu streifen.
Ich starrte ihn an, meine Wangen glühten, doch ich hielt verbissen an meinem Vorhaben fest.
Nun wollte er den provisorischen Verband um seinen Kopf  lösen, doch die Seide klebte unangenehm an seinen Kopffedern fest. Er verzog das Gesicht und lies seufzend von dem Verband ab.
Innerlich musste ich lachen, er vertrug so viele Schmerzen aber wenn an seinen Federn auch nur ein bisschen geziept wurde stellte dies ein unüberwindbares Hindernis da.
Für diesen Moment hatte ich meine Gefühle völlig unter Kontrolle. Schließlich ging es darum Quackie zu helfen.
„Warte, ich helfe dir.“
Seine Augen weiteten sich zuerst verängstigt, doch dann siegte das Vertrauen in mich. Ich war gerührt. So vorsichtig es ging löste ich einzelne verklebte Federn bis ich ihn von dem Stoff befreit hatte.
Zum Glück blutete die Wunde nicht weiter, trotzdem, nach dem Duschen würde ich die Verletzung ordentlich verbinden.
Ich drehte das Wasser der Dusche auf damit sich die Temperatur ein pendeln konnte und entledigte mich meines gelben Overalls.
Zunächst vielen mir seine Blicke gar nicht auf.

Schließlich war ich fertig und wir stellten uns beide unter das rauschende Nass. Es  ist immer ein seltsames Gefühl für mich mit Wasser in Berührung zu kommen, doch es fühlte sich sehr angenehm und erfrischend an.
Ich wollte nach dem Duschbad greifen doch Quackie war schneller.
„Ich will das machen“ quietschte er vergnügt. Kaum zu glauben das wir vor wenigen Stunden noch um unser Leben gekämpft haben. Mein Freund lies sich definitiv nicht lange runter ziehen.
Bevor ich die Chance hatte zu wieder sprechen wurde ich auch schon in duftenden Schaum gehüllt.
Mir wurde ganz schwindelig von dem Gefühl seiner Hände, überall an meinem Körper.
Ich biss mir auf die Lippen um kein verräterisches Stöhnen von mir zu geben. Doch nach einiger Zeit hörten seine Berührungen auf, ich spürte nur das er sich an meinen Rücken lehnte. Konnte seine Stirn an meinem Nacken fühlen.
„Quackie, alles in Ordnung?“ Begann ich vorsichtig. Er schreckte auf als hätte er geschlafen.
„Alles in bessster Ordnung!“ Trällerte er fröhlich und machte mit seiner Arbeit weiter. Ich wagte es nicht mich um zudrehen, irgendwie hatte ich im Gefühl das er gerade nicht wollte das ich ihn ansehe.
Schließlich war aller Dreck und die damit verbundenen schlechten Erinnerungen von uns gewaschen. Fürsorglich spülte ich seine Verletzung mit warmen Wasser aus. So schlimm schien die Wunde wirklich nicht zu sein, zum Glück.
Wir wickelten uns in Bademäntel und ließen uns auf meinem Bett nieder. Irgendwo im Schrank fand ich meinen Verbandskasten wieder, ich brauchte ihn nur selten, aber wenigstens besaß ich so etwas wie Desinfektionsmittel und Bandagen.
„Halt still, es könnte etwas brennen.“ Meinte ich mit gespielter Strenge. Quackie nickte nur ergeben, überhaupt war er ziemlich still geworden seit wir unter der Dusche standen.
Ich hatte meinen Freund kaum verarztet und den Verbandskasten verstaut als ich plötzlich von einer starken Hand gepackt wurde und mich völlig überrumpelt auf dem Bett wieder fand. Quackerjack über mich gebeugt, ich konnte gar nichts sagen vor Überraschung, doch war ich entsetzt als mir die Tränen auffielen die in seinen Augen standen.
Nein, es durfte nicht schon wieder etwas zwischen uns stehen. „Was ist los Quackie? Bitte sag mir doch was...“
Ich wurde unterbrochen als er leise lachte, aber es klang verzweifelt.
„Verzeih mir Megavolt, es ist nur...Ich kann mich gerade selbst nicht leiden...Nach allem was wir in den letzten Monaten durchgestanden haben, der Verzweiflung in der ich dich zurückgelassen habe...“
Er setze sich auf und vergrub sein Gesicht in den Händen. Es fiel mir so schwer ihm zu folgen, nur weil sich unsere Lenden fast berührten. Wie konnte ich jetzt nur an so etwas denken?
Mit leiser Stimme fuhr er fort:
„Nach all dem sollte ich glücklich sein, einfach bei dir sein zu können aber ich...“
Er verschluckte sich fast an seinen eigenen Worten. Vorsichtig blickte er mir wieder in die Augen, sein Gesicht war glutrot.
„Ich will dich, ich begehre dich. Jetzt in diesem Moment wie noch nie zuvor. Bitte verzeih mir.“
Kein Laut kam mehr über meine Lippen als mir klar wurde was seine Worte bedeuteten. Ich ergriff sein Handgelenk, zog ihn über mich und küsste seine Lippen wie ich ihn noch nie geküsst hatte.
„Wir sind beide Idioten, wir sind wohl wirklich füreinander geschaffen.“ Brachte ich schließlich Atemlos hervor.
Sein übliches Lächeln breitete sich auf seinem Gesicht aus als er verstand.
Im nächsten Moment fühlte ich seinen heißen Atem an meinem Hals...





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