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Smash High (MMFF)

MitmachgeschichteAbenteuer, Fantasy / P12 / Gen
Kirby Mario Ness Solid Snake Sonic Zelda
22.09.2010
13.05.2011
14
20.203
 
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22.09.2010 1.459
 
Da ich mit den Vorstellungen der weiteren Beiden bereits angemeldeten Chars gerade nicht weiterkomme, habe ich ersteinmal das Vorstellungskapitel von meinem eigenen Charakter verfasst. Hier ist Bernard Facat!

Die Westküste der Vereinigten Staaten von Amerika ist ein berauschender Ort. Einer der Orte an denen 'die Zeit still steht' wie man so schön sagt. Als einer der schönsten Plätze an der Küste gilt der berühmte 'Malibu Beach' bei Los Angeles. Es wäre doch ein Traum in dieser Stadt des Glanzes zu leben, diese bezaubernde Meereslandschaft quasi um die Ecke zu haben und dann auch noch über stinkreiche Eltern zu verfügen, die einem quasi alles bezahlen, oder?
Für euch vielleicht. Nicht aber für Bernard Facat. Bernard lebte in Beverly Hills, dem teuersten und schönsten Stadtteil in der Stadt in der Wunder war werden. Sein Vater war seit vierzig Jahren ein berühmter Filmproduzent, der mit dem einspielen vieler Millionen beschäftigt war, und seine Mutter war seit zwanzig Jahren damit beschäftigt, ebendiese wieder auszugeben. Hätte man einen von ihnen nach dem Namen ihres Sohns gefragt, hätten sie ihn erst in ihrem Adressbuch nachschlagen müssen.
Beinahe exakt diese Worte dachte Bernard während er seine Augen öffnete und einen Blick durch sein Zimmer warf. Nicht weit von seinem Bett stand ein CD-Regal aus poliertem Holz. Er war ein Fan klassischer Musik und hörte nichts lieber als ein wenig Mozart und manchmal auch Beethoven, obwohl ihm letzterer manchmal etwas zu exzentrisch war. Seine Musikvorlieben hingen allerdings größtenteils damit zusammen, dass seine Eltern ihn immer strikt von der 'Arbeitermusik', wie sie alles AUSSER Klassik nannten, ferngehalten hatten.
Über seinem Bett hing ein großes weißes Poster, dass ein Flugzeug zeigte, welches Bomben auf eine afrikanische Kleinstadt abwarf. Untertitelt war das ganze mit „We want a world without arms.“ Wer die Geschichte Bernards kannte, konnte auf ironische Weise gut verstehen, warum eben dieses Poster seine Wand zierte. Bei den Erinnerungen fasste er sich an die Stirn und massierte sie leicht. Mit seiner linken Hand. Alles andere wäre auch sehr umständlich gewesen.
Denn sein rechter Arm endete an seinem Ellenbogen. Über die kahle Stelle, an der sein Unterarm hängen sollte, hatte sich längst wieder Haut gespannt. Er hatte seine rechte Hand schließlich schon vor über einem Jahr verloren. In einer Zeit als sein Leben nicht ganz so trostlos gewesen war.
Es war in den Sommerferien gewesen. Er hatte seine Großmutter, die in Santa Barbara lebte, besucht und den Urlaub bei ihr ausklingen lassen. Er hatte seine Großmutter immer gemocht. Im Gegensatz zu seinen Eltern ging sie immer mit ihm los, redete mit ihm, spielte mit ihm, brachte ihm Spanisch bei (Was ihm aber nicht so viel Spaß machte wie die ersten drei Tätigkeiten) und ging mit ihm angeln.
Ihr Haus stand etwas schief und war nicht annähernd so sauber wie das Haus in Beverly Hills, in dem er sonst lebte. Doch ebendiese Atmosphäre schätzte Bernard sehr. Es war ebendieser Kontrast zu seinem normalen Leben, der ihn sein normales Leben mit seinen desinteressierten Eltern ertragen ließ.  Und er meinte er könnte ohne seine Großmutter und das alte Haus sicher keinen Sommer überleben. Inzwischen war er vom Gegenteil überzeugt worden. Wenn man das Leben nannte.
Er war gerade in der Küche gewesen, dem Zimmer das am nächsten am Ausgang war, als das Haus in die Luft flog. Das rettete ihn. Er fiel in Ohnmacht, umhüllt von dem Geräusch brennenden und brechenden Holzes, dem Geruch erstickenden Rauchs und unerträglichen Schmerzen. Das nächste woran er sich erinnerte waren die Ärzte in der teuersten Klinik in LA, die sagten sie hätten weder seine Großmutter, noch seinen Unterarm retten können.
Die Ursache für die Explosion wurde nie geklärt. Vielleicht war es nur eine defekte Gasleitung in dem baufälligen Haus gewesen, aber Bernard war den Verdacht nie losgeworden, dass ein Anschlag dahinter steckte. Das war der Hauptgrund für seinen ausgeprägten Hass auf Sprengwaffen.
Das Aufstehen war für Bernard nicht mehr annähernd so anstrengend wie es das vor einem Jahr gewesen war. Er hatte sich daran gewöhnt, dass er nur einen voll funktionstüchtigen Arm hatte.
Auf seinem Nachttisch lag die Protese, die ihm seine Eltern gekauft hatten, als sein Unterarm verloren gegangen war. Sie sah mehr wie der Arm eines Skeletts aus, als wie der eines Menschen. Er durfte sie auf keinen Fall belasten und schreiben konnte er damit auch nicht. Wahrscheinlich hatten sie seine Eltern nur gekauft, damit seine Arme unter seinem Anzug halbwegs gleich aussahen.
Er stand auf, schraubte die Protese an und begann, seine Klamotten rauszusuchen. Seine Eltern bestanden darauf, dass er sich immer in einem Hemd, einem Anzug und einer Leinenhose kleidete. Da Bernard ihnen nicht widersprechen wollte kleidete er sich an wie jeden Tag, ein blutrotes Hemd, eine schwarze Hose mit grauen Nadelstreifen und eine dazu passende Anzugjacke. Dann ging er ins Bad um seine Haare zu richten.
Als der sechzehnjährige Teenager in den Spiegel sah, merkte er wie sehr er sich geändert hatte. Da seine Eltern ihn seit seines Unfalls kaum mehr das Haus verlassen ließen, war seine sehr dunkle Hautfarbe deutlich ausgeblichen und wirkte etwas gräulich. Seine roten Rastalocken hingen ihm ins ganze Gesicht und er hatte tiefe Falten unter seinen gelblichen Augen. Er seufzte. Kaum zu glauben, aber er sah wirklich erbärmlich aus. Das war nicht das richtige Leben für jemanden mit seinem Intellekt.
Er nahm den Kamm, der auf der Spüle lag und kämmte seine Haare zurück, so dass sie wie Würmer von seinem Hinterkopf abstanden. Etwas Haarspray drauf; fertig. Dann hielt er seine Hände unter das kalte Wasser und schlug sie, nass wie sie waren, in sein Gesicht, versuchte den Schlaf aus sich heraus zu waschen.
Als er sich frisch gemacht hatte ging er in den unteren Stock seines Hauses. Das war der Anfang seines neuen Lebens. Als er ahnungslos das Wohnzimmer betrat, sah er erstaunt, dass seine Eltern beide noch da waren. Sein Vater war sonst um diese Zeit immer im Studio-Büro und seine Mutter in der Boutique 'Bureau', im Stadtzentrum. Zudem saßen sie nebeneinander auf dem Sofa, zusammen am Ecktisch.
Sein Vater schien sehr aufgebracht. Er redete sehr schnell und sehr laut. „... absolut glücklich mit seiner aktuellen Schule. Wir haben uns nie für irgendein Stipendium beworben. Er muss nicht auf irgendeine Schule mit einem berühmten Namen. Er hat schon einen berühmteren Namen als ihre Schule jemals haben wird.“
„Dessen bin ich mir völlig im klaren, Sir.“ antwortete der Mann, der seinen Eltern gegenübersaß. Er war groß, dunkelhäutig und hatte kurze Rastalocken, kürzer als die von Bernard, die schwarz waren. „Aber ihr Junge ist etwas Besonderes. Es wäre eine Verschwendung, wenn aus ihm nichts als ihre kleine Marionette würde, die irgendwann ihr Imperium erbt. Zudem ziehen wir es vor, die potenziellen Schüler persönlich zu fragen ob sie beitreten möchten. Würden sie ihren Jungen mal herholen?“
„Nicht nötig.“ Der Rotharige trat näher heran und war nun für alle Anwesenden sichtbar. Der Schwarze sah ihn sich genauer an und lächelte. „Hi, ich bin Zip. Ich arbeite als Lehrer an der Smash-High und wir...“ „Sag kein Wort ohne deinen Anwalt, Junge!“ unterbrach ihn Bernards Vater. Das war ein offensichtlicher Manipulationsversuch. Offensichtlicher als je zuvor.
„Lass den Mann reden, Vater.“ sagte er und starrte seinem Vater bohrend in die Augen. Ihre Blicke trafen sich. Nach einigen Sekunden sah sein Vater weg und starrte stattdessen Zip an. „Gut. Lass ihn reden.“ Zip, der offenbar etwas verwirrt war, wandte seinen Blick zu dem Jungen zurück und sprach weiter.
„Ich bezweifle nicht dass es dir an Einzigartigkeit mangelt. Geh durch irgendeine Stadt der Welt und suche nach einem Anzug tragenden Jungen mit Rastas und einem Metallarm und ich schwöre du wirst nicht fündig. Aber wenn du auf unsere Schule möchtest, ein Smash-Kämpfer werden willst, musst du all dein Erbe und deinen Reichtum zurücklassen. Bist du dazu bereit?“
Der Produzent grinste. Er schien sich sehr sicher, dass sein Sohn ein solches Angebot nie annehmen würde. „Liebend gern.“ antwortete Bernard zur allgemeinen Verwunderung. „Ich würde alles tun um aus dieser sterilen Zelle zu entkommen, die ihr Reichtum nennt. Wann geht’s los?“
„Junge!“, brüllte sein Vater, jetzt wutentbrannt, „ich bin dein Erziehungsberechtigter! Du gehst nirgendwo hin! Wer soll dir deine teuren Anzüge kaufen, wenn nicht ich? Wie willst du ohne die deine Abnormität verbergen?  Wer soll für den anderen Schnickschnack sorgen, den ich dir finanziere? Du bleibst hier!“
Bernard sah seinen Vater an. Eine Spur von Abscheu war auf dem früh ergrauten Gesicht zu erkennen. „Scheiß auf deine teuren Anzüge!“ sagte er, griff sich an den rechten Ärmel und riss ihn mitsamt dem Hemdsärmel ab. Unter dem zerfetzten Stück, das gerademal seinen Oberarm bedeckte, war der Metallarm deutlich zu erkennen. Unheilvoll schimmerte er durch den Raum. „Gehen wir.“ sagte er zu Zip und warf den Ärmel zu Boden wie ein Deserteur seine Militärmarken.
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