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Smash High (MMFF)

MitmachgeschichteAbenteuer, Fantasy / P12 / Gen
Kirby Mario Ness Solid Snake Sonic Zelda
22.09.2010
13.05.2011
14
20.203
 
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22.09.2010 1.432
 
Charakter 3: Milou Sparks von Emmy-chii

Der Wecker klingelte. Sein monotones Rattern konnte Milou nicht mehr so hartnäckig aus dem Schlaf reißen wie noch vor einem Jahr, als er noch neu war. Sie hatte sich daran gewöhnt. Das und die Tatsache, dass sie am Tag zuvor erst gegen Mitternacht im Bett gewesen war, bewirkte, dass sie erst um acht Uhr aus dem Schlaf schreckte.
„Ahhhh!“ kreischte sie auf, als sie einen Blick auf das lärmende Gerät warf, dass noch immer laut schrillte, als wollte es „Du kommst zu spät, du kommst zu spät, du kommst zu spät!“ sagen. Mit einem hektischen Satz sprang sie aus dem weichen Bett auf und warf ihren Schlafanzug von sich weg. Hastig griff sie nach ihrem dunkelblauen T-Shirt und streifte es sich über, dann hastete sie vor die Kommode und zog ihren Kamm rasch durch ihr Haar, wobei sie mehr ausriss als nötig gewesen wäre.
Eine hartnäckige Strähne ihres blonden Haars hing ihr Mitten ins Gesicht und verdeckte eines ihrer hellblauen Augen teilweise. Schnell fegte sie sie zur Seite, wo sie sich zu den anderen Haaren gesellte, welche ihre Wange und ihre Schultern teilweise verdeckten. Mit einem kurzen und prüfenden Blick in den Spiegel stand sie auf und rannte ins Wohnzimmer, um ein hektisches Frühstück zu verputzen.
Ihr Vater stand bereits an der Theke und hackte Karotten. Heute war Samstag, also lag es an ihm, das Frühstück zuzubereiten. Er sah nur kurz auf, als seine Tochter sich an den Küchentisch setzte und begann Toast in sich hineinzustopfen.
„Du hast aber lang gebraucht um dich anzuziehen!“ sagte er fröhlich und versetzte einer weiteren Karotte einen Hieb, wobei er die Augen nie von dem Messer abwandte. Der Umgang mit der Klinge lag ihm nicht. Lag wohl in der Familie. „Ich dachte du wolltest heute eine deiner Freundinnen treffen!“
„Hab dön Wöckör nöscht bömörkt...“ nuschelte sie an zwei Kilo Brot vorbei, die sie schnell herunterschlang. „Dann solltest du vielleicht Bescheid sagen dass du später kommst. Sonst macht sich deine Freundin noch Sorgen.“ riet ihr ihr Vater weise.
„Nein!“, sagte sie und nutzte die kurze Gelegenheit, bevor die nächste Ladung folgte, diesmal eine Schale Rührei. „Ich schaff das noch. Ich hab noch zehn Minuten.“ Schnell schluckte sie die Portion herunter, stand auf, rannte zur Tür und machte Anstalten sich Sandalen anzuziehen.
„Viel Spaß, Kleine! Übrigens, wenn ich du wäre würde ich mir eine Hose anziehen!“ Kopfschüttelnd betrachtete ihr Vater Milou dabei, wie sie panisch auf ihre nackten Beine hinabstarrte und, beinahe stolpernd, die Treppe zu ihrem Zimmer wieder hochrannte. Aktuell war sie sehr froh dass ihr T-Shirt beachtliche Übergröße hatte.
Als sie schließlich 3 Minuten später vor der Haustür stand, diesmal mit einer langen schwarzen Jeans, der einzigen Hose die sie auf Anhieb gefunden hatte, obwohl sie sowohl oben, als auch unten viel zu eng war, war die Sonne über Boston schon längst aufgegangen und strahlte auf die hohen Häuser in der Nachbarschaft hinab.
Sie sah auf ihre Uhr. Noch sieben Minuten! Ein Glück dass sie ziemlich flink auf den Beinen war! Doch das war nicht das einzige was sie auszeichnete. Während sie schnell und schneller rannte dachte sie an die letzten Monate seit ihrem 14. Geburtstag zurück. Turbulente Zeiten.
Als Milou am Morgen ihres Geburtstags die Kerzen ausblies, fing die ganze verrückte Geschichte an. Denn anstatt auszugehen, fingen sie nur an immer heller und heißer zu brennen, bis ihre ganze schöne Zitronentorte mit Wachs bekleckert war. Als sie dann versuchte das Wachs mit einem Löffel abzukratzen, begann dieser sich in ihrer Hand zu verformen, bis er am ehesten noch wie eine Brezel aussah.
Die Krönung folgte, als sie letztendlich mit ihrer Hand versuchte die Flammen zu ersticken. Doch als ihre Hand noch heller zu leuchten begann als die Flammen und sie damit letztendlich die Tischdecke ansteckte, gab sie es schließlich auf. Nach vierzehn Jahren erklärte sich ihre Mutter dann endlich bereit zuzugeben, dass sie und somit auch ihre Tochter, eine Magierin war.
Auf Anraten ihrer Mutter und ihres ebenso überraschten Vaters, der genau so unwissend wie seine Tochter gewesen war, hatte sie sich bereit erklärt ihre Kräfte nicht in der Öffentlichkeit zu nutzen. Das würde wohl zu sehr auffallen.

Letztendlich kam sie dann doch noch an der Boston Artists Dump-Müllhalde an, an der sie sich mit einer ihrer Freundinnen verabredet hatte. Es ging das Gerücht um, illegaler radioaktiver Abfall würde zu dieser Deponie geliefert. Sie brannte darauf der Sache nachzugehen. Unbekannte Orte zu erkunden war ihr Hobby.
Wiedereinmal sah sie auf ihre Uhr. Zwanzig nach acht. Sie hatte sich um viertel nach mit Mina, einer ihrer liebsten Freundinnen, hier verabredet. Mina kam nie zu spät. Wo steckte sie? War sie vielleicht schon reingegangen?
Milou sah sich in der Straße um. Niemand zu sehen. Schnell drehte sie sich um. Der Zaun, der die Müllkippe umgab, war etwas rostig, doch wirkte stabil. Trotz ihrer zierlichen Erscheinung und den recht mager gebauten Armen war sie eine ziemlich gute Kletterin und so schwang sie sich schnell und elegant den rostigen Zaun empor.
Die Magierin landete in einer Sektion des Schrottplatzes, die offenbar mit zahlreichen kaputten Küchengeräten angefüllt war. Sie sah sich um. Zwischen Bergen von kaputten Spülmaschinen bis hin zu ramponierten Toastern war hier alles vertreten.
„Hey Milly!“ Von einer der höheren Mauern, die den Schrottplatz in einzelne Sektionen unterteilten her, ertönte die Stimme ihrer Freundin, die sie bei ihrem Kosenamen rief. „Du warst also doch schon drinnen!“ rief Milou zur Antwort zurück. „Komm mal wieder runter! Wenn wir was raus finden wollen müssen wir in eine der anderen Abteilungen!“
„Jo, Hast Recht!“ bestätigte Mina und machte Anstalten die Mauer hinabzuklettern. Was jetzt geschah, ging so schnell, dass beide kaum etwas mitbekamen. Darum werde ich es so beschreiben wie es sich wirklich zutrug.
Da es am Tag zuvor geregnet hatte, war die Mauer recht nass. Mina, die eine gute Stelle für den Abstieg suchte, rutschte auf einer der kleinen Pfützen aus und stürzte die Mauer herunter, zu überrascht um halt finden zu können. Das einzige was Milou sah, war ihre Freundin, die auf einen Haufen angerosteter Küchenmesser stürzte.
Genug mit der verdammten Geheimhaltung, jetzt hieß es Handeln! Schnell rannte das Mädchen auf ihre Freundin zu. „Bitte!“, sagte sie sich leise, „Bitte! Funktioniere nur dieses eine Mal!“. Milou streckte ihre Hände aus und deutete auf einen Punkt zwischen Mina, die nur noch eineinhalb Meter vom sicheren Tod trennten, und den Messern, die wie das offene Maul eines Raubtieres das kommende Opfer hoffnungsvoll erwarteten.
Mit einem schallenden Knall erschien eine Art Plattform aus gleißendem Licht nur gut einen halben Meter über der tödlichen Falle und fing das inzwischen ohnmächtige Mädchen auf. Da die Magierin nicht wusste wie lange die Bare halten würde, lief sie weiter auf Mina zu und hob sie von der Platte herab auf den Boden. Ihr Herz klopfte noch immer wie wild.
Erst jetzt fiel ihr ein leises Klatschen hinter ihr auf. Als sie sich umwandte, sah sie einen blonden Mann mit kantigem Kinn und auffälligem Bart. Er trug eine grüne Jacke, die Recht altmodisch wirkte und mit einem weißen Gürtel verschnürt war, darunter eine Art langes braunes Hemd mit einer weißen Schürze. Seine weiße Kniebundhose und seine Sandalen in Kombination mit dem Schwert auf seinem Rücken rundeten sein altertümliches Erscheinungsbild ab.
„Gute Arbeit, Hexe!“ sagte er in einem Tonfall, der zwischen Bewunderung und Spott lag. Dieser Mann hatte offenbar die ganze Zeit dort gestanden und ihr zugesehen. Und er hatte ihr nicht einmal geholfen! Milous hitziges Temperament kochte hoch und vernebelte ihre Sinne.
„Sie feiger Idiot! Haben sie mal daran gedacht dass es hier um ein Menschenleben ging? Sie hätten sie einfach so sterben lassen?“ die Worte sprudelten aus ihrem zu einer zornigen Grimasse verzogenen Mund. Wenn man sie erstmal in Fahrt kommen ließ, war sie nicht mehr aufzuhalten.
„Unsinn! Ich wusste du würdest sie retten! Du bist etwas besonderes! Genau das was wir suchen. Lass mich dir die Situation erläutern.“ Langsam regte sich Milou wieder ab. Es würde ja nicht schaden dem Fremdling zuzuhören.
„Mein Name ist Moe und ich bin Lehrer an der 'Nintendo academy of smashing arts'. Wir nehmen außergewöhnliche Leute wie dich auf und machen respektable und berühmte Smash-Kämpfer aus ihnen. Das sollte dir ein Begriff sein.“
Das war es. Insgeheim hatte sie lange davon geträumt, auch so einer zu werden, als sie von ihrer Einzigartigkeit erfahren hatte. Doch was würde aus Mina werden? „OK.“, sagte sie letztendlich, „aber nur unter zwei Bedingungen. Sie kümmern sich um meine Freundin und sorgen dafür, dass sie nach Hause kommt. Und sie lassen mich noch mal nach Hause. Diese Jeans BRINGEN MICH UM!“
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