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Smash High (MMFF)

MitmachgeschichteAbenteuer, Fantasy / P12
Kirby Mario Ness Solid Snake Sonic Zelda
22.09.2010
13.05.2011
14
20.203
 
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22.09.2010 1.755
 
Die Sonne war noch immer hinter den dichten grauen Wolken, die den Himmel verschleierten, verborgen. Der Staub auf der Straße wurde ein weiteres Mal aufgewirbelt, als das nächste Fahrzeug erschien. Es war zweifellos Außergewöhnlich, aber nur weil es sich so sehr von den anderen Unterschied. Es war ein stinknormales Taxi mit einem Pilzsymbol auf der Fahrertür. Ein seltsames Männchen mit rot gepunktetem Pilzhut saß auf dem Fahrersitz und in der hinteren Sitzreihe waren zwei Passagiere erkennbar.
Die Türen öffneten sich und ein weiteres Männchen mit Pilzhut, der bei ihm allerdings gelb und braun war, trat auf die Straße. In der Hand hielt es einen alten und knorrigen Gehstock. Auf der anderen Seite stieg ein Mädchen aus. Sie trug ein viel zu klein wirkendes schwarzes T-Shirt, das sowohl von speckigem Stoff als auch von zahlreichen Rissen geziert wurde, und hatte helle Bänder um ihre Arme geschlungen, die leicht herabhingen nach der langen Reise. Von einer seltenen Brise getrieben, wehten ihre Haare, die ihren Kopf wie einen Schleier umfingen, leicht in Richtung Eingangstor.
„Das Macht dann 96 Münzen, Mr. Toadsworth.“ sagte der Fahrer in gedehnten Worten zu dem alten Artgenossen. „96??? Das ist ja Wucher! Sehe ich aus wie Krösus?“ schimpfte der Alte in sich hinein und wühlte in seinen Taschen nach Geld. „Ich habe nur 90. Das muss ihnen reichen! Ich bin immerhin ein berühmter Lehrer.“ „Ich fahre sie zurück wenn sie nicht zahlen!“ drohte der Fahrer. „Aber das würde sie ja noch mehr kosten!“ konterte Toadsworth schwach. „Na gut! Mir fällt was ein.“ gab er letztendlich klein bei.
Langsam drehte sich Toadsworth zu Milou um, die das anderen Mädchen, das mit Toadsworth gekommen wart, interessiert begutachtete. „Lust auf ne Übungsrunde „Münz-Kampf“?“ fragte der alte Pilzmann beiläufig. „Eine Runde was?“ brachte das Mädchen gerade noch heraus, bevor der knorrige Gehstock in ihre Magengrube schlug. Einige Münzen schossen aus ihrem Körper hervor. Bevor sie sich wieder fangen konnte sammelte Toadsworth das Geld auf, gab es dem Taxifahrer und wackelte so schnell er konnte davon.
Milou hustete vernehmlich und hielt sich den Bauch. „Was zum..?“ stotterte sie langsam und schwankte. Ein dünner Arm umschloss ihren Bauch und half ihr sich zu setzen. Als das verletzte Mädchen die Augen wieder öffnete saß die Neue vor ihr und lächelte sie an. „Hey!“ stieß sie aus. „Ich bin Risa. Was Toadsworth da gemacht hat war ziemlich übel... Aber bei einem Lehrer der Smash-High kann man so was ja erwarten, oder?“ Risa hockte sich neben Milou und sobald diese wieder in der Lage zu reden, fingen die Beiden ein anregendes und bald ziemlich überdrehtes Gespräch an.
Während Lara, Jonathan, Rock und Bernard weiter auf die Straße starrten und Tom versuchte sich in das Gespräch der Mädchen einzumischen, zeichnete sich ein neues Objekt am Ende der Straße ab.
Es kam langsamer näher als die anderen und war auch viel kleiner. Es wirkte nicht direkt wie ein motorisiertes Fahrzeug, eher wie ein schwebendes Kreuz. Doch ehe die neuen Schüler das Objekt genauer betrachten konnten, ertönte ein schrecklicher Schmerzensschrei hinter ihnen und alle zuckten erschreckt zusammen. Als sie sich umwandten sahen sie zunächst nichts, bis Jonathan, der größte von ihnen, auf die Spitze des Stahltors zeigte.
Zwischen den Messerschalfen Gitterstäben steckte ein Teenager mit einer grauen Lederjacke und blauem Haar, der wütend in sich hineinfluchte. Er murmelte Sachen wie: „Verdammt“ und „Täuschung“, Einmal sogar „Wollten die mich umbringen?“. Er schien die anderen zunächst gar nicht zu bemerken, bis Milou laut aufschrie und das Schweigen der Schüler brach.
Rock handelte als erster. Er nahm einen Gitterstab in jede Hand und begann hinaufzuklettern. „Wie bist du dahin gekommen?“ fragte er den anderen erstaunt und zog sich langsam den geschnörkelten Stahl hinaufschob. „Das... ist eine lange Geschichte...“ murmelte der Fremde nur abwesend. Rock hatte aufgehört zu klettern. Seine empfindlichen Finger mit Latexhaut-Implantaten waren ganz zerfetzt und der Stahl war jetzt ebenso scharfkantig wie die Speerspitzen am Gipfel des Zauns.
„Ich komme nicht weiter!“ stieß der Androide aus und ließ sich fallen. Der Junge oben am Zaun ließ ein kleines Quitschen vernehmen. „Vielleicht kann ich helfen!“ ertönte eine etwas schüchterne Stimme hinter ihnen.
Als alle (außer dem Fremden im Zaun, der noch immer mit seinen verklemmten Körperteilen beschäftigt war) ihren Blick der neuen Erscheinung zuwandten, klappte den meisten der Mund auf. Jonathan pfiff leise durch die Zähne. Vor ihnen schwebte ein Mädchen. Sie trug einen Rucksack auf dem Rücken, der in ein fein gegliedertes Instrument auslief. Es hatte die Form eines Flügelpaars auf dem Rücken des Mädchens. Die längste Feder, die in der Mitte hing, war Feuerrot.
„Darf ich mal?“ sagte sie, nun etwas enthusiastischer, und stieg ein paar Zentimeter an, um über die anderen hinweg zu fliegen. Ihr grünes Haar, das zu einem Zopf gebunden war und nur ein Paar einzelne Strähnen zuließ, wehte leicht im Luftzug, ebenso auch ihr weißes Kleid. Sie wandte ihren Blick auf den Jungen im Zaun, dann richtete sie die Hände auf ihn.
Ein kleiner Wirbelsturm entstand und hob den Fremden aus dem Zaun hervor. Dieser wirkte erleichtert, bis er die drei Meter bis zum Boden unter sich sah. Doch der Wirbel setzte ihn wohlbehalten neben den anderen ab, wo er erstmal zu Boden sank und röchelte. Das geflügelte Mädchen landete elegant neben ihm und zog ihren Rucksack aus. Eindeutig: Die Flügel waren an der Umhängetasche befestigt.
Sie half dem armen Kerl, der noch immer schwer atmete hilfsbereit auf, bevor sie mehr zu allen als nur zu ihm sagte: „Hallo! Ich bin Kiara. Ich glaube ihr seid auch Studenten. Wie heißt ihr?“ Wie immer bisher trat Tom als erster vor und bot sich als Vorsteller an. „Ich bin Tom, die da sind Jonny, Milou, Risa und... wartet mal!“ Er wandte sich dem Röchelnden, der noch immer an Kiara gelehnt war und dem Fremden mit dem skelettartigen Stahlarm zu. „Wer seid ihr eigentlich?“
„Bernard.“ Mehr kam nicht von dem Anzugträger. Kaum war das Wort ausgesprochen, schloss er die Augen und runzelte die Stirn, als hätte er einen seltsamen Traum, um nicht am Gespräch teilnehmen zu müssen. „Tu... Turonga...“ Der Mann aus dem Zaun hatte offenbar seine Sprache wiedergefunden und wich jetzt leicht zurück als er merkte, dass ein Mädchen ihn berührt hatte. Leichte Panik stand in seinen Augen. Er sah aus wie ein Mensch, der sehr lange kaum menschlichen Umgang gehabt hatte.
Kiara wirkte leicht besorgt, als plötzlich ein lautes Quietschen ertönte. Es klang wie tausende rostiger Uhren, die zu einem letzten Ticken ansetzten, wie etliche Dampflocks, die langsam anfuhren. Es war das Geräusch des überdimensionalen Tors, welches sich in diesem Moment öffnete, um ihnen Einlass zu gewähren.
Alle Probleme waren vergessen. Die jungen Leute gingen durch die Tür, sahen das große Schulgebäude mit dem gepflasterten Vorplatz vor sich im Licht der Sonne erstrahlen, die sich endlich durch die Wolken gekämpft hatte. Ein ergreifender Moment. Selbst Bernard, der erst jetzt aufgestanden war, wusste, dies würde er nie vergessen. Es war der Aufbruch in ein neues Leb...
„HALT!!!“ die kreischende Stimme kam aus einem weiteren Fahrzeug, das in so krassen Gegensatz zu der packenden Schönheit des Gebäudes stand, dass es wie gewollt wirkte. Es war ein neonorangener Van mit mehreren Blumenmustern, die darauf abgedruckt waren, das aus irgendeinem Grund eine Wasserspur hinter sich auf der Fahrbahn ließ. Bald wurde klar weshalb: Auf dem Dach des Vans war ein Pool eingelassen.
Die Insassen des Beckens klammerten sich am Rand fest um nicht weggeschleudert zu werden, denn der Wagen fuhr mindestens hundertneunzig um noch rechtzeitiganzukommen. Die Badegäste waren leicht verschwommen, durch die hohe Geschwindigkeit. Es waren auf jeden Fall drei Mädchen in Bikinis darunter und... und ein Teenager. Das Auto sah wie eine verquere Mischung aus einem Hippybus und einem Barbieset aus.
Mit einem großen Schwappen, dass die Fahrerkabine übergoss, hielt der Wagen vor dem Tor und eines der leicht bekleideten Mädchen sprang raus, wobei sie den Teenager mit sich zerrte. Dessen Gebahren war nun wirklich seltsam. Er trug weiße Boxershorts und hatte eine augenähnliche Tätowierung auf dem Arm, welcher sich an dem Pool festklammerte. Sein Mund war hämisch verzogen und plapperte in schneller Sprache die kichernden Mädchen an, wogegen die Augen leicht panisch waren und sich sein Oberkörper an sich in die Bewegung des Mädchens, dass an seinem anderen Arm zog, hineinlehnte. Letztendlich lief es darauf hinaus, dass der Junge auf die Straße fiel und sich die Ellenbogen aufschrammte.
Die Frau, die an ihm gezogen hatte, war zwar mit ihm gestürzt, doch elegant gelandet. Ihr orangener Bikini war mit einer türkisen Brosche verziert und zeigte mehr von ihrem Körper als nötig gewesen wäre um die Blicke aller männlichen Anwesenden auf sich zu ziehen. Alle, bis auf den des Jungen der sich langsam aufrappelte und scheinbar mit sich selbst sprach. „Du dämlicher Hitzkopf!“ sagte er, scheinbar zu sich selbst, was allerdings schwer zu erkennen war, denn ein Auge war mit einem dunklen, krustenähnlichen Panzer bedeckt. Das andere war schimmernd rot und wurde von feuchten Strähnen weißen Haares teils verdeckt.
„Wo sind meine Klamotten?“ sagte er wieder. Seltsam... es war eindeutig die selbe Stimme, die über die selben Lippen gekommen war, doch der Tonfall war völlig anders. „Scheiß auf Klamotten!“ Das war nun wieder der erste Tonfall. „Wir hätten keine Klamotten gebraucht. Ich war drauf und dran bei den Mädels was ordentliches zu starten!“ „Wir sind hier um auf diese Schule zu gehen, nicht damit du eine Affäre anfängst!“
Die beiden Stimmen waren bald in einen Streit verwickelt und die Frau im Bikini, die in die Fahrerkabine hineingefasst hatte, konnte nur schlimmeres verhindern, indem sie dem Jungen eine weiße Kutte zuwarf. „Hier sind eure Klamotten.“ sagte sie, bevor sie sich den anderen Schülern zuwandte. „Ich bin übrigens Daisy!“ sagte sie zwinkernd, kletterte den Wagen wieder hoch und warf sich zurück in den Pool. „Setz mich beim Lehrereingang ab Brad!“ rief sie und brach in heftiges Kichern aus als der Wagen weiter fuhr.
Die anderen, vor allem die männlichen Schüler, die Daisys verrückten Abgang beobachtet hatten, warfen ihre Blicke jetzt wieder den streitenden Stimmen zu, die nun die Kutte angelegt hatten. Sie war mit vielen roten Augen bestickt und hatte auf der einen Seite keinen Ärmel, was das Augentatoo freilegte. „Wer bist du?“ fragte Tom, hartnäckig wie eh und jeh die seltsame Erscheinung.
„Morlon!“ ertönte die achtungheischende Stimme und ein eingebildetes Grinsen bedeckte das Gesicht des Fremden, welches bald in ein eingeschüchtertes, aber wütendes überging. „Morlon UND Saziel!“ ertönte nun die andere Stimme, viel weniger geschwollen. Tom gab sich mit dieser Antwort zufrieden und winkte die Beiden hinter sich her, sodass sie das Tor durchschreiten konnten. Die Schule lag im hellen Licht vor ihnen.
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