Warten

GeschichteDrama / P12
21.09.2010
21.09.2010
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Ich widme dieses Gedicht dem jungen Mann, der heute morgen um genau 2 Uhr und 22 Minuten Ortszeit in Neuseeland verstarb und mir damit die Qual des Wartens nahm. Er starb an seinem Geburtstag.
Mein Herz, ich liebe dich!



Warten


Ein Tag.

Eine Nachricht.

Ein Schock.

Ein Ereignis.

Und dann nur noch warten.

Nichts kann ich tun.

Nur warten.

Hoffen.

Schreiben.

Warten.

Immer nur warten.

Warten, dass du aufwachst.

Warten, dass du den Kampf nicht aufgibst.

Warten, dass du zu mir zurückkehrst.

Hoffen, dass du leben willst.

Hoffen, dass dich meine Nachrichten erreichen.

Schreiben.

Nachrichten für dich.

Gedichte für dich.

Ich kann nur warten.

Nichts als warten.

Warten...

Und schreiben...

Und hoffen.

Aber was, wenn ich keine Hoffnung mehr habe?

Wenn ich alle Tränen geweint habe, die,

Mein Körper zu weinen vermag?

Wenn auch keine Wut mehr da ist?

Keine Wut auf dich.

Keine Wut auf das, was geschehen ist.

Keine Wut auf die, die es hätten verhindern können, auch wenn ich weiß, dass sie nichts dafür können.

Keine Wut mehr.

Keine Hoffnung mehr.

Nur

Noch

Warten.