The blue of desire

von Jules22
GeschichteRomanze / P18 Slash
12.09.2010
19.09.2010
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Dieses Kapitel
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Hey :)

Das hier ist eine genehmigte Übersetzung der Story "The Blue of desire" von fyredancer (Again, thank you for letting me translate your story :) ). Ich hoffe ihr habt genau so viel Spaß mit meiner Übersetzung, wie ich mit der Originalstory auf Englisch hatte ;)

Die Geschichte hat insgesamt 17 Kapitel (75974 Wörter), ich weiß aber noch nicht ob ich einige Kapitel noch teile, weil sie zum Ende hin ziemlich lang werden. Posten werde ich wahrscheinlich immer einmal die Woche.

Und jetzt wünsch ich euch viel Spaß beim ersten Kapitel und hoffe es gefällt euch :)

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"Ich frage mich, warum dein Gesicht mich anmacht."

Bill Trumper zuckte zusammen und griff nach seinem Sandwich, als es aus seinen plötzlich schlaffen Händen rutschte. Er fing es auf, bevor es den dreckigen Asphalt aufkam, doch es war knapp. Er strich es trotzdem ab, konzentrierte sich eher auf diese kleine Tätigkeit als aufzuschauen und in die Augen des jungen Mannes zu schauen, der ihn so beiläufig mit dieser schockierenden Äußerung getroffen hatte.

Es war ein wunderschöner Tag auf dem Campus und Bill und sein Freund Tom Kaulitz genossen das schöne Wetter zwischen den Stunden so lange sie konnten. Der Campus streckte sich vor ihnen aus, wie eine glänzende grüne Platte, kreuz und quer durchbrochen, durch die Studenten, die von oder zu ihren Klassen liefen. Bill und Tom saßen am Ecktisch, den Bill als "ihren" ansah, auf der Terrasse außerhalb des Gebäudes der Studentenvereinigung. Es war, um es kurz zu sagen, ein typischer Wochentag und sie hatten sich wie üblich über Hausaufgaben oder Pläne oder was auch immer ihnen eingefallen war unterhalten, bis Tom diese Bombe auf ihn abgeworfen hatte.

"Bill?", fragte Tom, der so klang, als würde er auf eine Antwort warten.

Eine Antwort. Bills Magen flachte ab, als er sich an die Frage erinnerte. '.... dein Gesicht macht mich an.' Als ob das eine Frage wäre, es war eine Aussage und dazu noch eine zu der er nicht geeignet war, sie zu beantworten.

"Na ja, woher soll ich das denn wissen?", rief Bill aus, wissend das seine Stimme ein wenig zu laut war. Er krümmte seine Schultern und schaute auf sein Sandwich hinunter, als wenn dieses ihn eher verraten hätte, als Tom.

Tom war auf dem Campus nur allzu berüchtigt als "One-Night Knockout Kaulitz." Er schenkte den Mädchen die Zeit ihres Lebens für eine Nacht, doch er rief sie nie ein zweites Mal an. Er war kein Idiot deswegen; wie er es Bill und ihrem Freund Andreas erzählte, er hatte einfach keine Zeit eine gute Beziehung mit einem Mädchen zu pflegen, wenn er all seine freie Zeit mit Leichtathletik, Hausaufgaben und mit Bill und Andreas verbrachte. Er führte sie zu ein paar Dates aus, schlief mit ihnen und erzählte ihnen dann, sie wären nette Mädchen; zu nett für ihn - oder so was. Bill war sich mit den Details nicht sicher. Tom war diskret genug über seine Begegnungen mit Mädchen, dass Bill kaum wusste, dass er sie hatte, doch als Beweis, hatte er schon die Aussagen einiger Mädchen aufgeschnappt.

Der Punkt war, Tom war hetero. Er war mehr als hetero. Er war der Neid aller Männer, er bekam jedes Mädchen, wann er wollte und ohne später an lästige Bedingungen geknüpft zu sein. Es waren genug Mädchen über die letzten anderthalb Jahre ihrer Freundschaft gewesen, dass Bill es als ein Übergewicht an Beweisen für jede Jury sah, die Tom Orientierung entscheiden sollte.

Darum wusste Bill, dass seine hartnäckige Schwärmerei eine elende, hoffnungslose Fantasie war.

"Whoa, beruhig dich.", sagte Tom, der selbst zum Verzweifeln ruhig war. Er lächelte sein vertrautes schiefes Lächeln und ungeachtet was vorher passiert war, fühlte Bill seine Unruhe verschwinden.

Es wurde ersetzt durch das dumme ziehen in seiner Mitte, jenes ziehen das Bill manchmal packte, wenn Tom etwas süßes oder aufmerksames tat. Der rastlose, zuckende Schmerz, der ihn oft einholte, seit dem ersten Mal als Tom in angegrinst hatte, während Andreas ihn Bill als seinen neuen Mitbewohner vorgestellt hatte. Leider verweigerte Bills rebellierende Mitte Toms demonstrative Heterosexualität anzuerkennen, und so schwärme Bill immer noch für Tom und Tom war, natürlich, immer noch hetero.

Und jetzt das. Bill wiederholte die Aussage in seinen Gedanken, um nach einem Hinweis von Zweideutigkeit zu suchen. 'Ich frag mich warum dein Gesicht...' Da war keine versteckte Bedeutung hinter. 'mich anmacht.' Er wurde rot.

"Willst du mich verarschen?", wollte Bill wissen, setzte sein Sandwich auf das Tablett und fummelte an einem seiner schweren silbernen Ringe herum. Tom wusste, dass er bi war, und er und Andreas wussten auch, dass Bill eine der seltensten Kreaturen - eine Jungfrau im 2.Semester an der Uni, war. Er hatte  seinen Freunden sehr ernsthaft erklärt, dass er auf "Den Einen" warten würde, Betonung auf die Großbuchstaben, und dass er bisher nur auf einer Reihe von erfolglosen oder gründlich katastrophalen Dates gewesen war.

Es war nicht Bills Schuld, dass sein stures Innenleben sich weigerte jemanden genauso zu wollen, wie er Tom wollte.

Noch dachte er, er hätte seine chancenlose Anziehung zu seinem besten Freund erfolgreich verschleiert. Doch wenn Tom so plötzlich so was sagte... hatte er es herausgefunden? Bills Magen verdrehte sich schmerzhaft. Nein, das wäre zu grausam. Tom würde ihn nie so quälen.

"Was?", rief Tom aus, seine Augen wurden groß. "Nein, warum würde ich... Ich verarsche dich nicht Bill. Oh man." Er lehnte sich zu seiner Seite des Tisches zurück und tippte eine Pommes in Ketchup, seine ernsten braunen Augen immer noch auf Bill fixiert.

"Na ja, du und Andreas habt mich oft genug damit aufgezogen, dass ich wie ein Mädchen aussehen.", meckerte Bill, zog einen seiner Ringe ab und spielte mit ihm herum, bevor er ihn wieder aufzog. Er blickte zu Tom, der ihn immer noch ansah, dann musste er runter auf den Hof schauen, bevor die schwache Hitze auf seinen Wangen sich weiter verbreitete.
"Also wenn es ein Witz ist, dann ist er nicht lustig."

"Das war kein Witz.", sagte Tom leise.

Etwas in seiner Stimme ließ Bill scharf zu seinem Freund blicken. Das war ein Ton, den er noch nie von Tom gehört hatte, etwas dunkles und gewisses, und etwas tief in Bills Bauch zuckte zur Antwort. Tom schaute ihn immer noch an und jetzt spielte er mit seinem Ring in der Lippe, ein geistesabwesendes schnalzen seiner Zunge das die Aufmerksamkeit auf seinen sinnlichen Mund zog und  Bills Vorstellung in Aufruhr setzte, als er daran dachte was diese Zunge an anderen Stellen alles machen könnte.

Bills Mund war plötzlich trocken. "Was willst du von mir hören?", murmelte er, nahm sein Sandwich, aß es aber nicht. Sein Appetit war ihm vergangen, genauso wie sein Sinn für Humor. Er war plötzlich sicher, dass das alles nur ein Teil eines durchdachten Scherzes und er die Zielscheibe war.

"Was denkst du denn?", fragte Tom, lehnte sich vor und legte seine breiten, zierlichen Hände auf den Tisch und faltete sie zusammen. Seine Augen waren ernst und felsenfest auf Bill gerichtet.

Bill musste wegschauen und biss sich auf die Lippe. Seine Brust war eng. Tom wusste es nicht, er konnte es nicht wissen. Er hatte gesagt, er würde nicht scherzen, doch jetzt schien es wie ein kranker Scherz, nicht mehr das freundliche Sticheln das er von Andreas bekam und auch von Tom vor dem jetzigen Zeitpunkt, und er wollte einfach nur noch schreien.
"Ich denke, du musst mal wieder flachgelegt werden.", sagte er schließlich, ließ seine Stimme unbeschwert und neckend. Er zeigte mit einer beringten Hand auf sich selbst. "Mein Gesicht macht dich an? Komm schon! Du weißt, dass ich kein Mädchen bin, also fängst du am besten gar nicht damit an, mich wie eins zu behandeln."

Tom machte ein Geräusch, als ob er die Luft angehalten hatte. Er streckte seinen Arm aus, um nach Bills vergessenden Sandwich zu greifen. "Vielleicht hast du Recht. Willst du das noch aufessen?"

"Finger weg, das ist meins!", kreischte Bill, schlug auf die Hand seines Freundes und ignorierte den Schauer, der ihn durchlief, als ihre Haut sich berührte. Er sollte inzwischen daran gewöhnt sein, dass Tom persönlichen Freiraum als ein Konzept ansah, dass auf andere Personen bezogen war, aber nicht auf ihn. Die Belastung durch Hautkontakt wurde mit Nähe natürlich nicht besser, also tat Bill das Beste was er konnte um damit fertig zu werden.

"Du wirst das sowieso nicht essen.", behauptete Tom "Sei nicht so geizig."

"Ich pack es ein und esse es später. Du hast noch nicht mal deine Pommes zu Ende gegessen!"

"Die sind kalt.", murrte Tom. "Du weißt dass ich kein kaltes Essen esse, was eigentlich heiß sein sollte."

"Oh, also gibst du mir jetzt die Schuld, dass du das Zeug nicht schnell genug gegessen hast...", begann Bill, erleichtert dass sie wieder zurückfielen in das normales Muster der Neckerei und die unangenehme Abweichung beendet war.

"Hey! Bin ich zu spät zur Essensschlacht?", rief eine bekannte Stimme und Andreas Levin ließ seine Tasche auf den Stuhl neben Bill fallen, zersaute Bills Haar bevor er sich selbst hinsetze.

"Nein, du bist gerade richtig.", sagte Tom ruhig, doch Bill dachte, dass er genervt aussah.

"Oh, gut.", sagte Andreas und griff nach dem umstrittenen Sandwich. Bevor Bill mehr machen konnte, als seine Augen erschrocken aufzureißen, stopfte Andreas sich umgehend die Hälfte des Restes in den Mund und sagte während undeutlichen Bissen. "Du wolltest das nicht aufessen, oder?"

Bill ließ seinen Kopf in die Hände fallen. "Ist jetzt sowieso egal.", murmelte er resigniert.

"Komm.", sagte Andreas und tätschelte seine Schulter. "Wir müssen in den Unterricht."

"Richtig.", erwiderte Bill, stand auf und nahm seinen Rucksack und seine Handtasche. Das war wenigstens wieder normal. Er und Tom hatten beide eine Lesung um elf Uhr im selben Gebäude; sie aßen zusammen Mittag; Andreas traf sie später für die Literatur Lesung, die die drei zusammen hatten. "Tom?"

Tom saß immer noch auf seinem Stuhl, die Hände vor ihm, sein Blick ging quer über die Terrasse.

Bill erspähte den Weg von Toms Blick und verdrehte seine Augen. Tom hatte Augenkontakt mit einem hübschen, zierlichen Brünetten einige Tische weiter. Sie winkte zu ihm herüber.

"Oho, aufgepasst, Ariel ist auf Beute aus.", frohlockte Andreas, der mitbekommen hatte, wohin Toms Aufmerksamkeit gegangen war.

"Okay, also, wir sollten besser zum Unterricht gehen.", sagte Bill, schob seine dunklen Haare über eine Schulter bevor er seinen Rucksack aufsetzte.

Ariel war aufgestanden und ging in ihre Richtung, ihre Augen gezielt auf Tom gerichtet.

"Hey, ich seh euch später Leute.", sagte Tom und stand auf, nahm Bills Tablett und stapelte es unter sein eigenes.

"Wie immer.", sagte Andreas mit einem Lachen, drehte sich zu Bill und zog an seinem Shirt.

"Ja, egal.", sagte Bill und versuchte es wie das übliche abzutun. Toms komisches Geständnis war immer noch in seinem Kopf und auf einmal konnte er nicht schnell genug weg gehen. "Gehen wir, Andi." Er verlief die Terrasse ohne zurück zu Tom zu schauen oder auf Andreas zu warten. Er wusste, zumindest einer seiner Freunde würde ihn einholen.

"Hey", sagte Andreas nach einem Augenblick, machte große Schritte und fasste mit ihm Schritt.

Bill schnitt eine Grimasse, die eigentlich ein Lächeln sein sollte, zu seinem Freund.

"Du siehst irgendwie komisch aus.", bemerkte Andreas und blickte ihn prüfend an während sie nebeneinander zu einem der alten Backsteingebäude am Ende des Campus gingen.

"Hmmm", sagte Bill abgelenkt, zog eine kleine Puderdose aus seiner Tasche um seine Zähne nach Resten von Spinat oder anderem zu kontrollieren, während sie liefen. Wenn er schon dabei war, trug er seinen neuen glänzenden  Lieblingsgloss auf, der ein wenig nach Beeren schmeckte.

"Hat Tom was komisches zu dir gesagt?", stupste Andreas ihn an und griff nach Bills Schulter, um ihm anzuhalten. "Wirklich Bill, ich hab dich noch nie so unwohl gesehen, seit du von einem deiner schlechten Date wiedergekommen bist."

Bill fühlte, wie er anfing rot zu werden. "Es ist nichts.", begann er.

"Hat Tom die erzählt dass er...", Andreas machte eine Handbewegung, die alles sein könnte, von jemanden in den Bauch stechen zu etwas sehr viel anzüglicherem.

Bill hörte ruckartig auf, Hitze stieg in sein Gesicht in einer übelkeitserregenden Welle. "Oh Gott, er hat dir nichts gesagt, oder?", sagte er zwischen zusammengebissenen Zähnen. "Andi..."

"Was? Er ist mein Mitbewohner und mein Freund; wir reden über Zeug.", sagte Andreas, vergnügt über Bills unübersichtlichen Unbehagen.

"Ugh", sagte Bill. Er kreuzte seine Arme über der Brust und funkelte den Gehweg an.

"Tschuldige, ich hab ihm gesagt, er soll es dir nicht erzählen.", sagte Andreas "Es ist ein bisschen viel, findest du nicht? Ich meine, was sollst du denn zu so etwas sagen, Bill..."

Bill biss auf seine Lippe und dachte daran über die Schulter zu schauen, oder sein Handy zu schnappen und Tom zu schreiben, aber er wusste, es war sinnlos. Ungeachtet der Tatsache, dass Bill von dieser peinlichen Unterhaltung gerettet werden wollte, war Tom auf Beutejagd und wenn er zu spät zum Unterricht kam, dann kam er halt zu spät. Nicht nur das, denn Bill war derjenige gewesen der ihm gesagt hatte, dass er mal wieder flachgelegt werden sollte. Das war es; Tom würde flachgelegt werden und die Dinge würden wieder normal werden.

Andreas fuhr fort, ".... wenn dein bester Freund dir erzählt, dass er an dein Gesicht denkt, wenn er kommt?"

Bills Mund fiel auf. Die Welt schwankte in eine alarmierende Unschärfe um ihn herum und einen Moment dachte er, sein Herz hätte aufgehört zu schlagen, bis er merkte, dass das hämmernde Geräusch in seinem Ohr sein Puls war. "Er was?"

Andreas machte ein Gesicht, als ob er endlich begriffen hatte, dass er etwas gesagt hatte, was er nicht hätte sagen sollen. "Oh....hat er dir den Teil nicht erzählt?"

"Vielleicht nicht all diese Wörter in der exakten Reihenfolge.", lenkte Bill ein.

Andreas Augen wurden größer. "Whoops. Na ja, vergiss dass ich was gesagt habe, okay? Ich bin sicher dass ist nur eine Phase oder so." Er ging weiter, rückte seinen Rucksack höher auf seine Schultern und schaute auf seine Uhr.

Bill knirschte mit den Zähnen. "Wie soll ich daran nicht denken?, murmelte er. Mit einem leisen, verzweifelten Stöhnen packte er sich an den Kopf. Gerade stellte er sich Toms Gesicht vor, wenn er kam.

Er wollte sterben. Oder Tom schlagen wenn er ihn das nächste Mal sah. Keine Option würde ihm wirklich aus seinem Dilemma helfen, doch eine würde ihn vielleicht helfen sich besser zu fühlen.

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Würd mich freuen wenn ihr kurz eure Meinung dalasst :)
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