Hoffen und Bangen

von Lhutien
GeschichteAbenteuer, Romanze / P12
George Challenger John Roxton Marguerite Krux Ned Malone Veronica
06.09.2010
29.03.2013
8
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1. Kapitel – Eine schwangere Marguerite

Roxton erwachte vom Duft frisch gekochten Kaffees und öffnete langsam seine Augen. Ein Blick zur Seite zeigte ihm, dass die andere Hälfte des Bettes leer war. Er wollte eigentlich noch nicht aufstehen, aber der Gedanke an eine Tasse heißen Kaffee überzeugte ihn dann doch.

Da die Sonne noch nicht aufgegangen war, konnte er sicher sein, dass seine Freunde noch schliefen. Trotzdem zog er eine Hose und ein Shirt über bevor er in den Hauptraum ging. Dort fand er Marguerite, was ihn nicht überraschte. Sie stand mit dem Rücken zu ihm vor der Arbeitsplatte und summte eine fröhliche Melodie, die Roxton nicht kannte. Er lächelte und ging zu ihr herüber, legte seine Arme um sie und legte seinen Kopf auf ihre Schulter.

„Guten Morgen, mein Schatz…. Das riecht köstlich!“

Er sah, wie Marguerite lächelte als sie antwortete: „Es hat dich also tatsächlich aus dem Bett locken können, aber solltest du mich nicht zuerst fragen, wie wir geschlafen haben?“

„Habt ihr beiden gut geschlafen?“, fragte Roxton und streichelte ihren Bauch, der in den letzten acht Monaten immer runder geworden war.

„Sehr gut sogar“, antwortete sie und drehte sich zu ihm um. „Möchtest du jetzt eine Tasse?“

Roxton nickte und ließ sie los, so dass sie zwei Tassen holen konnte. Als er sich an den Tisch setzte, konnte er die Augen noch immer nicht von Marguerite lösen. Die Schwangerschaft stand ihr gut, sehr gut sogar. Ihre Wangen waren rosig und vor allem war sie sanfter geworden – etwas, das alle begrüßten.

Als sie nun zum Tisch kam, zog er sie auf seinen Schoß und küsste sie. Ihre Lippen waren weich und er hielt sie fest in seinen Armen. Jetzt wäre schön…

Er hob sie hoch und trug sie Richtung Schlafzimmer.

„Hey!“, protestierte Marguerite mit einem Lächeln. „Was ist mit dem Kaffee?“

„Der kann warten… Was ist los, Marguerite – hast du Angst schwanger zu werden?“

~*~


Ungefähr eine Stunde später war Veronica die erste, die den Hauptraum betrat um Frühstück zu machen. Sie bemerkte, dass schon jemand Kaffee gekocht hatte. Muss wohl Marguerite gewesen sein, dachte sie und holte Teller und Tassen. Seit sie schwanger ist, hat sie ein besseres Auge für solche Dinge.

Nachdem sie den Tisch gedeckt hatte, setze sich Veronica, lehnte sich zurück und bald war sie in Gedanken bei Ned und ihrer Beziehung. Es hatte eine ganze Weile gedauert, bis ihnen klar geworden war, wie sie wirklich füreinander fühlten, aber jetzt waren sie schon fast ein Jahr ein Paar und es war kein Ende in Sicht.

Ein Lächeln breitete sich auf Veronicas Gesicht aus.

Sie war sich absolut sicher – nein, sie wusste -, dass sie den Mann gefunden hatte, mit dem sie den Rest ihres Lebens verbringen wollte. Wenn sie bei ihm war, fühlte sie sich sicher, geborgen und geliebt – von dem ehrlichsten Mann, den sie jemals kannte. Da war nur die eine Sache…

Als sie hörte, dass jemand den Raum betrat, blickte sie auf. Es war Challenger.

„Guten Morgen“, sagte sie und schob ihre Gedanken beiseite. Sie würde später mit Marguerite darüber sprechen. Irgendwann.

„Guten Morgen, Veronica“, antwortete Challenger und nahm auf dem Stuhl zu ihrer Linken Platz. “Ist alles in Ordnung mit dir?”

Veronica nickte. “Könnte nicht besser sein.”

Ein paar Minuten traten Roxton und Marguerite ein, so dass Ned als einziger noch fehlte. Veronica überlegte gerade, nach ihm zu schauen, als er herein kam. Ihre Blicke trafen sich und Veronica fühlte sich glücklich. Er ist das Beste, das mir je passiert ist, dachte sie.

„Guten Morgen alle zusammen“, rief Ned fröhlich, umrundete den Tisch, beugte sich vor und gab Veronica einen langen, liebevollen Kuss auf die Lippen. Dann nahm auch er Platz und sie frühstückten gemeinsam.

Schon bald kreisten die Gespräche darum, was sie für heute geplant hatten. Veronica hörte, wie Roxton fragte: „Wo werden Sie heute hingehen?“ und Challenger antworten: „Ich werde die südwestliche Region noch einmal prüfen. Zehn Kilometer sollte ich wohl schaffen.“ Er war noch immer besessen davon, einen Weg vom Plateau zu finden.

Veronica mochte diese Bemühungen gar nicht. Warum auch? Alles soll so bleiben, wie es ist, dachte sie bei sich. Sie wollte keinen ihrer Freunde verlieren – sie war lange genug alleine gewesen. Das wollte sie nie wieder sein.
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