Crossed saber and chainsaw

von Aerias
GeschichteAbenteuer / P16
Frederica Sawyer Shenhua
30.08.2010
30.08.2010
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Es war bereits Mittag, als Sawyer zum ersten Mal seit Tagen die Augen wieder öffnete. Ihr Kopf brummte und tat höllisch weh. Die junge Frau war noch völlig benommen und musste erst kurz überlegen, bis ihr wieder einfiel, was geschehen war. Sie hatte mit ein paar anderen Kopfgeldjägern an der Jagd auf Falschgelddruckerin Greenback Jane teilgenommen. Doch leider wurde diese von einer verrückten Bande Piraten gerettet. Wie war der Name von diesem Haufen noch gleich? Lagoon Company?! Ach, ist ja auch egal, dachte sich Sawyer, während sie versuchte aufzustehen. Ihre Rippen schmerzten fürchterlich. Wahrscheinlich hatte sie sich bei dem eher weniger eleganten Sturz vom Dach der Lagerhalle einige Rippen gebrochen. Sie zog ihr Oberteil aus und sah etwas was ihr mehr als zu Denken gab. Wer in aller Welt hatte ihren Oberkörper verbunden? Doch nicht etwa dieser seltsame Möchtegernheld? Sawyer zog sich wieder an und stand mit aller Kraft vom Bett auf. Dann wackelte sie zur Tür und ging auf den Flur hinaus. Zumindest dachte sie, dass da ein Flur war. Doch zu ihrer Überraschung fand sie ein spärlich eingerichtetes Wohnzimmer vor. Sie war allein in einer fremden Wohnung. Sie musste mehrmals schlucken. Allein? Doch plötzlich hörte sie ein Klirren aus dem hinteren Teil des Wohnzimmers. Langsam schlich Sawyer in das Zimmer hinein und schaute nach, wer für diesen Lärm verantwortlich war. Doch die Person, die sie da vom Küchentresen angrinste, kam ihr unheimlich bekannt vor.
"Oh du schon wach? Ich gedacht du noch schlafen eine Weile. Naja, dann du können essen mit mir. Schön das du wieder alles gut." Shenhua drehte sich wieder zum Tresen um und sammelte die Scherben der Schüssel, die sie fallen gelassen hatte, auf. "Hoffentlich du mögen Nudelsuppe Thailand, Sawyer. Du dich doch setzen an Tisch, ich gleich fertig." Sie gab die restlichen Chiligewürze in den Kochtopf, dann füllte sie zwei Portionen in neue Schüsseln. "Ach Sawyer, eh ich vergesse, Rotten und ich dir gekauft neue Sprachdings. Du noch kennen Rotten? Wir es gelegt neben dein Bett, du gesehen?" Shenhua drehte sich um. "Oh, du nicht gefunden? Dann du schnell gehen und holen, sonst du so schweighaft, das ganz und gar nicht gut."
Sawyer hoffte, dass dies nur ein schlechter Traum war. Doch auch ein kurzes Blinzeln brachte diese seltsame Frau nicht dazu, zu verschwinden. Plötzlich kamen die Erinnerungen in ihr hoch. Sie kannte diese Frau. Genau, das war diese komische Asiatin, die wie wild mit ihren Säbeln rumgefuchtelt hat, nur um wenig später von einer Nonne und einer Piratin ausgetrickst zu werden. Sawyer wollte gerade antworten, als sie merkte, dass ihr Ultravoice weg war. Der dicke Kloß in ihrem Hals verhinderte das Schlucken. Sie setzt sich auf den Boden und tat nichts mehr.
Oh nein, nicht doch. Shenhua ging zu ihr. "Hey du, du nicht ok? Komm, ich dir holen dein Sprechding, du warten hier, ja?" Das ging ja gut los. Kaum wach und schon wieder Depressionen. Sie stand auf und ging in ihr gemeinsames Zimmer. Neben Sawyers Bett lag, noch schön eingepackt, das neue Ultravoice, welches man direkt am Hals befestigen konnte. Es war sehr teuer gewesen und Shenhua und Rotten haben zusammengelegt. Sie nahm das Gerät und ging wieder zu Sawyer. "Hier du, wir dir das gekauft, du jetzt dran machen, ja? Dann alles gut." Sie fuchtelte mit dem verpackten Ultravoice vor Sawyers Nase herum. Dann legte sie es vor ihr ab und wartete.
Sawyer blickte auf und starrte das Halsband an. Darauf wusste sie nichts zu sagen. Ok, wie auch. Das einzige, was sie in diesem Moment tat, war, die seltsame Asiatin zu umarmen. Sie nahm das Halsband, legte es sich um und drückte einen Knopf, der sich am Ultravoice befand. Diese krächzende Stimme war ihr nur zu gut bekannt...es war ihre eigene. Die Stimme, zu der sie seit frühester Kindheit verdammt schien. Doch die Frau, die vor ihr kniete zeigte keinerlei Abneigung gegenüber ihr. Warum? Sawyer war verwirrt...sie wusste zwar wen sie da vor sich hatte, aber sie wusste nicht, was für ein Mensch diese Frau war. "Warum...warum habt ihr mich nicht da liegen lassen?", wollte Sawyer wissen.
"Oh Dummerchen, du doch Glück, also wir dich mitgenommen, weil wir auch Glück. Du doch nicht wegen so kleines Job gehen in Jenseits, du." Sie stupste Sawyer an die Nase, dann stand sie auf und ging zurück in die Küche. "Du in Ordnung wenn bleiben hier? Wir gedacht alle zusammen wohnen ist gut, also wir dich haben mitgenommen. Du teilen Zimmer mit mir, ok? Und wenn du wieder ganz in Ordnung wir suchen nach neues Arbeit." Mit den Schüsseln ging Shenhua zurück zu Sawyer und drückte ihr eine davon in die Hand, dann setzte sie sich und begann zu essen.
Sawyer stand auf und setzte sich zu ihr an den kleinen Tisch. Während des Essens ließ sie Shenhua keine Sekunde aus den Augen. Doch eine Frage lag Sawyer auf der Zunge: "Wen meintest du mit "wir"? Ich sehe hier niemand anderen als dich." Trotzdem sah sie sich noch ein weiteres Mal um, um auch sicher zu gehen, dass sie mit ihrer Behauptung nicht falsch lag. Genüsslich schlürfte Shenhua ihre Suppe. Ausnahmsweise musste sie zugeben, das sie recht gut gelungen war. Trotzdem entging ihr nicht, wie sich Sawyer verstollen umsah, als suche sie etwas. Weil sie aber weiterhin schwieg, ergriff die Asiatin das Wort: "Was du suchen, Zwerg? Du doch hoffentlich nix vermisst? Dein Spielzeug wir haben dir gelegt in Kiste unter Bett, damit nicht wegkommt. Es noch voll funktioniert, ich selbst getestet." Ja, die Kettensäge hatte bei der ganzen Aktion wahrscheinlich am wenigsten Schaden genommen. Shenhua hatte sie an einem Möchtegernmesserkämpfer ausprobiert um zu sehen, ob noch alles in Ordnung war, dann hatte sie das Ding eigenhändig sauber gemacht und ganz ordentlich in der Nähe des Cleaners verstaut. "Danke", sagte Sawyer und tappte müde in das Schlafzimmer, kroch unter das Bett und holte ihre Kettensäge hervor. Sie war überrascht wie sauber sie war und dass sie den Sturz vom Dach so gut überstanden hatte. Sie legte die Waffe auf ihr Bett und ging zu der Asiatin zurück. Diese schlürfte noch immer ihre Suppe. "Wer wohnt hier noch?", fragte Sawyer plötzlich. Shenhua schluckte die Nudeln herunter und drehte sich um: "Oh, ich dir nicht gesagt? Wir WG mit Kerl der immer macht so ein komisches Auftritt. Rotten sein Name, du noch kennen?" In diesem Moment klingelte das Telefon. Sie stand auf und nahm ab. Die Stimme am anderen Ende der Leitung war ihr nur zu vertraut. Schon länger ließ sie sich ihre Waffen nur noch bei einem ganz bestimmten Händler anfertigen. Er teilte Shenhua mit, das ihre Klinge wieder repariert sei und er auch gleich noch einen Satz Wurfmesser besorgt hatte. Sie bedankte sich bei ihm und legte auf. Dann wand sie sich wieder Sawyer zu. "Das mein neuer Waffenmann gewesen, es gesagt das Klinge wieder in Ordnung. Ich sie noch muss abholen, du Lust auf ein wenig frische Luft?" Sawyer nickte nur kurz. Sie erinnerte sich noch zu gut an diesen Vollidioten, welcher nur wegen seiner Schutzweste überlebt hatte. Wäre er nicht auf ihrer Seite gewesen, hätte sie ihn am liebsten selbst erledigt. Aber im Moment konnten sie froh über jeden sein, der sie nicht umbringen wollte. Dann sah sie wieder zu der Asiatin und sagte mit krächzender Stimme: "Ok, ich komme mit. Ein bisschen frische Luft kann ja nicht schaden." Ein Lächeln huschte über ihre Lippen. //Diese Frau scheint mir wirklich freundlich gesinnt zu sein.//, dachte die junge Frau, stand auf und signalisierte Shenhua, dass sie zum Aufbruch bereit war.