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Gefährliche Spiele

von SKR
GeschichteKrimi / P18 / Gen
Det. Alexandra Eames Det. Robert Goren
28.08.2010
29.10.2010
14
18.326
 
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28.08.2010 2.545
 
 Polizeirevier des Major Case
New York City
Montag, 15.00 Uhr


Das Großraumbüro sieht aus wir unseres im FBI. Viele Schreibtische, viele Polizisten, hektisches Treiben und eine Menge Papierkram, der sich auf den Schreibtischen stapelte. Ich fühle mich gleich einwenig heimisch hier und atme tief den Duft nach Waffenöl und Fallakten ein.

Ich werde durch das Büro zu einer unscheinbaren grauen Tür geführt. Eames öffnet sie für uns. Es ist ein Verhörraum. Graue, blanke Kacheln schreien geradezu nach einem Innenarchitekten und die Metallstühle samt Tisch sehen nach Gefängnisrestbestand aus. Ich sollte die beiden mal zu uns einladen, dann können sie sich ansehen wie Steuergelder in einer angenehm-praktischen Weise eingesetzt worden sind. Unsere Verhörräume sind nämlich in einem angenehmen dunkelbraun gestrichen. Angeblich drückt die Farbe Vertrauen aus und lässt die Verdächtigen schneller reden. Ich kann das zwar nicht beweisen, aber genauso wenig widerlegen.

Robert nimmt mir die Handschellen ab. „Setzen Sie sich. Wir sind gleich wieder bei Ihnen.“, sagt er und verlässt mit Detektive Eames den Raum. Ich habe Zeit mich etwas zu sammeln.

**

Eames schloss die Tür hinter sich und beauftragte einen Cop davor Wache zu halten. Dann ging sie zu den Schreibtischen von sich selbst und Goren hinüber. Dieser tippte bereits etwas in seinen Computer ein.
„Angela Bennett ist bei uns aktenkundig.“, sagte er und deutete Eames an, sich hinter ihn zu stellen.
„Sie ist Inhaberin einer Personenschutzfirma in Sacramento, wurde einmal wegen illegalen Waffenbesitzes festgenommen und zweimal im Zusammenhang mit Ermittlungen zu einem Waffenschmugglerring verhört.“
Er stockte und sah zu Eames auf. Diese hatte ihren Blick bereits auf den unteren Bildschirmrand geworfen.
„Ihr Vater, John Bennett, war ein mehrfach verurteilter Waffenhändler, mit den besten Beziehungen in die internationale Waffenszene. Man nimmt an, dass Angela Bennett sein Geschäft geerbt hat.“ Sie zeigte auf die Stelle an der das vermerkt war. Goren nickte stumm.
„Ich vermute,“ sagte er, „das sie es deshalb vorgezogen hat, nicht mit uns zu sprechen. Sie ist sicher kein Fan der Polizei.“
„Trotzdem hat sie dir zwei Mal das Leben gerettet. Und das obwohl du dich als Polizist zu erkennen gegeben hattest.“ Eames ging zu ihrem Schreibtisch zurück. Dort besah sie sich die Waffe und den Waffenschein, die sie Angela Bennett abgenommen hatte. Die Sig Sauer schien legal angemeldet zu sein. Außerdem ist das eine Kaliber .45 Pistole, während die Schießerei im Easy Buy Lebensmittelladen mit einer Waffe, Kaliber .38 ausgetragen wurde.
„Bist du sicher, dass wir die richtige Frau festgenommen haben?“
Goren hörte die Frage, konnte es aber nicht glauben. „Natürlich. Wieso?“
„Das ist nicht die Waffe mit der gestern geschossen wurde. Das Kaliber passt nicht.“, sagte Eames nachdenklich.
„Dann hat sie die Waffen ausgetauscht. Sie wird des Waffenhandels verdächtigt. Das sollte für sie kein Problem sein.“, antwortete er.
Eames fand, dass ihr Partner einwenig trotzig klang, verkniff sich aber jeden Kommentar darüber.

Der Captain kam schnellen Schrittes auf seine beiden besten Detektives zu. „Die Frau im Verhörraum,“, sagte er „ist das Ihre mysteriöse Retterin?“
„Ja, das ist sie.“, antwortete Goren und warf seiner Partnerin einen strengen Blick zu.
„Und, ist das die Waffe?“
Eames sah auf die Sig hinunter, die auf ihrer Tischplatte lag. „Nein.“
„Woher wissen Sie dann, dass sie auf den Jungen geschossen hat?“ Die Frage strotzte nur so vor Unglaube.
„Wir wissen es nicht.“, sagte Eames. „Aber wir können sie fragen.“
Der Captain nickte verstehend. „Gut, tun sie das. Und nehmen Sie einen Verbandskasten mit. Ihre Verdächtige scheint sich verletzt zu haben.“

**

Nachdenklich gehe ich im Raum umher und bleibe vor dem sizilianischen Spiegel stehen. Mir fällt auf, dass meine Wangen etwas schmutzig sind. Eilig wische ich mir über das Gesicht. So kann man ja nicht rumlaufen. Während ich mir den Dreck von den Wangen reibe sehe ich den großen Riss in meiner Jacke. Er reicht am rechten Arm, vom Oberarm bis hinunter zum Handgelenk. Ich muss den Arm umständlich verdrehen, um Genaueres sehen zu können. Tatsächlich hat der Ausflug ins Gleisbett genauso meine Bluse in Stücke gerissen.

„Na toll!“

Ich schiebe Jacken- und Blusenärmel etwas auseinander und darunter kommt ein langer gerader Kratzer zum Vorschein. Mein Unterarm blutet einwenig und endlich bemerke ich auch einen leichten Schmerz, der von der Wunde ausgeht. Vermutlich hinderte der Adrenalinschub die Schmerzproduktion.

Nachdem ich die Jacke ausgezogen habe betrachte ich den Riss genauer. Er ist viel zu groß und ausgefranst, um ihn nähen zu lassen. Außerdem hat der Ausflug ins New Yorker U-Bahn-System auch den Rest meiner Jacke in Mitleidenschaft gezogen. Ich bin dankbar dafür, dass ich die Designerjacke nicht selbst bezahlt habe. Sie gehört zu meinem Image als Angela Bennett. Mit meinem Gehalt hätte ich mir diese Jacke nie leisten können.

Ich hänge die Jacke über die Stuhllehne hinter mir und mustere nun das ganze Ausmaß des Desasters meiner Bluse. Dieses gute Stück habe ich selbst gekauft. Es ist meine Lieblingsbluse, doch auch sie ist total ruiniert.

Genervt und mit stechenden Schmerzen im Arm kremple ich den Rest meines Blusenärmels bis zum Ellenbogen hoch. Der Kratzer ist, Gott sei Dank, nur oberflächlich. Einwenig Blut hat meine Bluse verschmiert und auf meinem hellen Arm eine unansehnliche Spur hinterlassen. Vorsichtig betaste ich den etwa zehn Zentimeter langen Riss in meiner Haut. Der Schmerz wird stärker, als ich die Verletzung berühre. Ich zucke sofort davor zurück.

**

Die Tür zum Verhörraum öffnet sich und Robert Goren betritt den Raum. Er hat einen Verbandskasten bei sich.

Ich ziehe meine kaputte Jacke vom Stuhl und gehe auf die andere Seite des Tisches, wo ich mich in den Metallstuhl, mit dem Gesicht zum Spiegel, niederlasse. Robert nimmt sich den anderen Stuhl und stellt ihn in einem neunzig Grad Winkel neben mich. Dann setzt er sich.

„Sie haben nicht gesagt, dass Sie sich verletzt haben.“, sagt er und öffnet nebenbei den Verbandskasten.
„Ich habe es bis eben auch nicht gewusst.“ Ich sehe ihn an. Seine braunen Augen beobachten mich aufmerksam. Er nickt.
„Ich habe mich noch gar nicht für gestern Abend bedankt. Und für heute auch nicht.“ Ein Blick voller Dankbarkeit trifft mich genau ins Herz.
„Lassen Sie´s.“, winke ich ab.
Robert greift in den Verbandskasten und holt Desinfektionsmittel und einen Tupfer heraus. Er befeuchtet den Tupfer, dann sieht er mich wieder an.
„Darf ich?“, fragt er sanft und deutet auf meinen Arm.
Ich strecke meinen Arm etwas in seine Richtung aus, sodass er bequem an die Wunde herankommt.

Es brennt und sticht bei der ersten Berührung so sehr, dass ich meinen Arm reflexartig zurückziehe.
„Entschuldigung.“ Robert greift nach meinem Arm und zieht ihn sanft zu sich zurück. Ich lasse ihn gewähren. Vorsichtig und benahe zärtlich versorgt er den Kratzer. Seine Finger gleiten geschmeidig über meine Haut und hinterlassen dort eine angenehme Wärme.

Ich beobachte Robert genau. Er ist wirklich süß.
Obwohl sein Haar bereits einwenig von grauen Strähnchen durchsetzt ist, wirkt er dennoch nicht alt. Vielmehr lässt ihn das für mich noch attraktiver wirken. Um seine sanften Augen haben sich leichte Fältchen gebildet. Seine Wangen sind von kurzen Bartstoppeln bedeckt. Und sein Kinn ist maskulin kantig und wenn er es nach vorne reckt, wirkt es beinahe kindlich trotzig.

Als ich bemerke, dass auch ich aus den Augenwinkeln beobachtet werde, erröte ich sofort. Ich wende meinen Blick von Robert Goren ab und richte ihn auf den Spiegel. Ich bin mir ganz sicher, dass Detektive Eames dahinter steht und uns beobachtet. Sie wartet auf den richtigen Augenblick um dazu zu stoßen.

Mein Arm ist professionell verbunden und Robert packt das restliche Verbandszeug zurück in den Plastekoffer. Ich bedanke mich für die Hilfe, obwohl ich bereits bereue, dass Robert so schnell fertig ist. Es störte mich nicht von ihm berührt zu werden. Es fühlte sich sehr gut an, richtig.

Vermutlich sollte ich mich nicht zu ihm hingezogen fühlen. Mein Auftrag darf nicht durch Persönliches gefährdet werden. Obwohl mein Kopf das genau weiß, fühle ich eine Spannung in der Luft liegen, derer ich mich nicht entziehen kann.

**

Die Tür zum Verhörraum öffnet sich erneut und Detektive Eames stößt zu uns. Robert erhebt sich, stellt den Stuhl an seinen Platz zurück und tritt neben ihn. Eames setzt sich mir gegenüber und schlägt eine Akte auf, die sie mitgebracht hat.

„Angela Bennett – Personenschützerin, wegen illegalen Waffenbesitzes vorbestraft und im Verdacht stehend einem Waffenhändlerring anzugehören.“, liest Eames aus der Akte von Angela Bennett vor.
„Sind Sie deshalb gestern Nacht vom Tatort geflohen?“, fragt sie und mustert mich direkt.
Ich lehne mich im Stuhl zurück und verschränke abwehrend die Arme vor der Brust. Ich erwidere ihren Blick. „Ich weiß nicht wovon Sie sprechen.“ Wie geplant leugne ich erst einmal alles.
„Gestern Nacht gegen dreiundzwanzig Uhr haben zwei bewaffnete Männer versucht das Easy Buy Lebensmittelgeschäft, gegenüber des Cafe Rouge auszurauben. Sie haben einen der Räuber angeschossen, bevor dieser das Feuer auf meinen Partner eröffnen konnte.“
Ich sehe erst Detektive Eames an, dann Goren. „Wie gesagt: Ich weiß nicht wovon Sie sprechen.“

„Dann waren Sie gestern Nacht also nicht in diesem Geschäft?“ Eames wirft ihrem Partner einen undeutbaren Blick zu. Glaubt sie ihm etwa nicht, dass er mich wieder erkannt hat? Bis auf Gorens Aussage und der der anderen Leute im Laden fehlen ihnen auch jegliche Beweise. Trotzdem finde ich, sollte sie ihm in dieser Beziehung etwas mehr zutrauen. Goren macht diesen Job sicher nicht erst seit gestern.

„Nein, ich war nicht dort.“, antworte ich auf Eames Frage.

Robert löst sich aus seiner Starre neben Eames und tritt um den Tisch herum, näher an mich heran. „Wirklich nicht?“
„Wirklich nicht.“, beharre ich.
„Sie haben genickt.“
„Wie bitte?“
„Als Detektive Eames Sie fragte, ob Sie gestern in diesem Geschäft waren, haben Sie es verneint, dabei aber genickt.“

Ich sehe zu Robert auf. Habe ich tatsächlich genickt? Das ist mir gar nicht aufgefallen. Ich suche fieberhaft nach einer Erklärung.

„Muskelschwäche.“, sage ich schließlich. „Ist angeboren.“

Ein Lächeln huscht über Roberts Gesicht. Er glaubt mir kein Wort.

„Was ist hiermit?“, fragt Eames und hält den Dollar aus dem Cafe hoch. Er ist in eine Beweismitteltüte verpackt. Wie überflüssig. Auf dem Schein sind sicher viele Fingerabdrücke, von vielen verschiedenen Menschen.

„Ein Dollar.“, sage ich und versuche nicht allzu sarkastisch zu klingen.
„Diesen Dollar haben Sie im Cafe Rouge einer Kellnerin gegeben, damit diese ihn an Detektive Goren weitergibt.“
Ich beuge mich etwas vor. Auf dem Dollar sehe ich den Satz: „Robert, Sie müssen aufhören nach mit zu suchen.“ Es handelt sich eindeutig um meine Handschrift. „Ich kann mich nicht daran erinnern, diesen Dollar schon einmal gesehen zu haben.“
„Und wie kommen Ihre Fingerabdrücke dann auf den Schein?“ Eames klang genervt. Ich kann es ihr nicht verübeln. Hätte ich solch ein Verhör zu führen, wäre ich schon ausgerastet.
„Auf dem Dollar befinden sich meine Fingerabdrücke?“ Oh Mann, ich bin so scheinheilig. „Wahrscheinlich geht so ein Geldschein am Tag durch ein Dutzend Hände.“

„Also: wenn Sie gestern Nacht nicht im Easy Buy waren, nicht auf den Räuber geschossen haben und wenn Sie nicht diesen Dollar mit einer Nachricht für mich versehen haben – wieso sind Sie dann aus dem Cafe geflohen?“ Robert versucht sich ebenfalls zurück zu halten.

„Ich bin nicht geflohen,“, sage ich ruhig. „ich musste einen Zug erwischen.“

Detektive Eames ist der Verzweiflung nahe. Sie hebt die Hände vor die Augen und schiebt einige Haarsträhnen aus dem Gesicht. Ein Augenrollen folgt. Sie fängt an mir ernsthaft leid zu tun. Ich bemerke Roberts Blick. Er sieht mich an. Sofort versuche ich die Maske der knallharten Waffenhändlerin wieder auszusetzen. Er soll nicht sehen, dass mir dieses Spiel ebenso wenig Spaß macht wie ihnen.

„Kann ich jetzt gehen?“, frage ich. Ich bin schon viel zu lange hier. Außerdem haben sie keine Beweise, um mich wegen irgendetwas anzuklagen.

Eames deutet auf die Tür. „Sie dürfen gehen.“

Robert tritt an mir vorbei und öffnet die Tür zum Verhörraum. Ich stehe auf, verabschiede mich mit einem freundlichen Nicken von Eames und nehme meine zerrissene Jacke von der Stuhllehne. Robert steht im Türrahmen und macht keine Anstalten zur Seite zu treten. Ich werfe ihm einen fragenden Blick zu. Als er immer noch nicht reagiert schiebe ich mich an ihm vorbei.

Als ich auf die Türschwelle trete, findet er endlich seine Sprache wieder. „Bleiben Sie länger in der Stadt?“
Sofort halte ich in der Bewegung inne und sehe zu Robert Goren auf. Er ist etwa einen dreiviertel Kopf größer als ich. Ich bin ihm nun so nahe wie ich es schon in der U-Bahn gewesen bin. Ich kann sein Rasierwasser riechen, versuche aber meine Gefühle im Zaum zu halten. Ich sehe ihm nun fest in die Augen.
„Fragt das der Detektive Robert Goren, oder der Mann?“ Robert scheint von meiner Frage überrascht zu sein. Ich mustere ihn genau. „Das dachte ich mir.“

Ich setzte meinen Weg fort. Meine ganze Willenskraft ist nötig, um dem Drang zu widerstehen mich umzudrehen.

**

Eames erhob sich von dem Metallstuhl. Ihr Partner Goren stand im Türrahmen des Verhörraumes und sah Angela Bennett hinterher. Sie stellte sich neben ihn.
„Du magst die Frau.“, stellte sie unnötigerweise das Offensichtliche fest.
Goren wandte seinen Blick nicht ab. „Sie hat mir zwei Mal das Leben gerettet. Es fällt mir schwer sie nicht zu mögen.“
„Dann geh´ ihr hinterher. Biete ihr an, sie nach Hause zu fahren.“, schlug Eames sanft vor. Sie kannte Goren. Er brauchte Ermunterung, um den ersten Schritt zu tun.
„Sie ist eine Waffenhändlerin, Eames.“
„Sie mag dich.“ Eames berührte sanft seinen Arm. „Sei kein Dummkopf.“

**

Ich hämmere wie verrückt auf den Fahrstuhlknopf ein. Natürlich weiß ich, dass er so auch nicht schneller kommt, aber es hilft mir etwas die Aggressionen abzubauen, die in mir wüten. Was habe ich mir bloß dabei gedacht diesen ätzenden Auftrag anzunehmen? Ich hatte einen guten Job in San Francisco. Mein Chef mag mich. Meine Kollegen auch. Das Essen war abwechslungsreich. Die Leute sind dort etwas verrückt, aber daran gewöhnt man sich schnell. Und das Klima ist mild. Was also habe ich mir dabei gedacht meinen Hintern an die Heimatschutzbehörde auszuleihen, um einen verrückten Waffenhändler zu verhaften?

Der Fahrstuhl kommt endlich und ich steige ein. Wieder hämmere ich auf einen der Knöpfe, der mich ins Erdgeschoss bringen soll. Die Türen schließen sich und ich atme erleichtert auf.

Im letzten Moment schiebt sich eine Hand zwischen die beiden Fahrstuhltüren und drücken sie wieder auseinander. Ich halte unwillkürlich die Luft an. Robert Goren betritt den Fahrstuhl. Er bleibt direkt hinter den Türen stehen, bis sie sich geschlossen haben. Dann zieht er sein Jackett aus und hält es mir hin. Ich werfe ihm einen verwirrten Blick zu.

„Ihre Jacke ist zerrissen und es wird kälter draußen.“ Seine Augen sind so warm und zärtlich, während er mich ansieht. Ich nehme das Jackett und schlüpfe hinein. Es ist mindestens zwei Nummern zu groß für mich, aber es riecht nach ihm.
„Darf ich Sie nach Hause fahren?“, fragt mich Robert leise.
Ich schüttle den Kopf. „Das geht nicht.“
„Weil Sie nicht von einem Cop nach Hause gebracht werden wollen?“
Bilde ich mir das ein oder klingt er beleidigt? Ich weiche seinem Blick aus.
„Sie wissen warum.“, sage ich ganz leise. Ich bin mir nicht einmal sicher, dass er mich gehört hat.
„Warum lügen Sie wegen der Schießerei?“
Ich zucke die Schultern.
Der Fahrstuhl hält im Erdgeschoss und die Türen öffnen sich wieder.
„Ich schulde Ihnen etwas.“
Ich trete an Robert Goren vorbei, bleibe jedoch noch einmal stehen.
„Sie müssen aufhören nach mir zu suchen, Robert.“, sage ich und gehe.
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