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Gefährliche Spiele

von SKR
GeschichteKrimi / P18 / Gen
Det. Alexandra Eames Det. Robert Goren
28.08.2010
29.10.2010
14
18.326
 
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28.08.2010 992
 
Ich habe mir einen von Antons Wagen geben lassen. Er hat zugestimmt, dass ich mich um Robert kümmere. Nachdem ich das getan habe, soll ich den Wagen auf einem Parkplatz in Manhattan abstellen. Einer seiner Männer wird ihn abends abholen.

Antons Männer haben mir geholfen Robert in den Kofferraum zu hieven. Jetzt fahre ich durch Manhattan. Ich weiß ich kann ihn nicht lange im Kofferraum liegen lassen. Er ist noch immer gefesselt und hat noch die schwarze Kapuze auf.

Ich biege auf einen Parkplatz ein wo mein eigener Wagen geparkt ist. Es ist ein Leihwagen und ich benutze ihn nicht oft seit ich in New York bin.

Ich parke Antons Wagen und stelle den Motor ab. Dann steige ich aus und gehe zum Heck des Wagens, um den Kofferraum zu öffnen.

Robert bewegt sich heftig. Er versucht sich aus seinen Fesseln zu befreien. Das Problem mit Kabelbindern ist aber, dass sie sich immer tiefer in die Haut schneiden, je heftiger man sich gegen sie zu wehren versucht.

Beim Geräusch des sich öffnenden Kofferraums hält Robert in seiner Bewegung inne.

Ich beuge mich zu ihm hinunter und ziehe ihm die Kapuze vom Kopf. Er versucht sich gegen mich zu wehren. Ich lege meine Hände auf seine Wangen und zwinge ihn mich anzusehen. Das Tageslicht scheint ihn zu blenden.

„Robert, beruhige dich. Es wird dir nichts geschehen.“ Er wehrt sich weiter.

„ROBERT!“, schreie ich. Er beruhigt sich langsam, sodass ich meine Hände von ihm nehmen kann.

Er blinzelt gegen das helle Licht des Tages an, während ich ihm beruhigend über den Kopf streiche.

„Robert? Kannst du dich umdrehen?“, frage ich sanft. Während er gehorcht stelle ich einen Fuß auf die Stoßstange und ziehe mein Messer aus der Scheide an meinem Knöchel.

„Nicht bewegen!“, ermahne ich Robert. Ich zerschneide seine Fesseln.

Nachdem er sich wieder bewegen kann versucht er sich aufzusetzen. Robert ist immer noch geschwächt. Er ist durchnässt und er scheint zu frieren. Er ist noch nicht in der Lage alleine aufzustehen.

„Es tut mir so leid. Bist du verletzt?“ Ich mache mir ehrliche Sorgen um ihn. Er ist sehr blass. Wenn Anton ihn um zehn Uhr vor meiner Tür aufgegriffen hat, dann ist er mehr als zwei Stunden in seiner Gewalt gewesen. Nicht auszudenken, was weitere zwei Stunden mit ihm gemacht hätten.

„Ich kann nicht sagen, dass ich nicht gewarnt worden bin.“ Roberts Stimme ist leise und zittert. Genau wie sein Körper. Trotzdem schafft er es noch sarkastisch zu sein.

„Warte hier! Ich bin gleich zurück.“

Robert muss dringend aus den nassen Sachen raus. Ich gehe einpaar Schritte die Straße hinunter. An einem Souvenierstand kaufe ich ein überteuertes New York Sweatshirt und Socken auf denen „Ich liebe New York“ steht. Auf der anderen Straßenseite sehe ich einen Herrenausstatter, wo ich eine Jeans kaufe, in der Hoffnung mich in der Größe nicht völlig zu vertun.

Mit den Tüten bewaffnet eile ich zurück zum Parkplatz. Robert sitzt mittlerweile aufrecht an den Kofferraum gelehnt da. Er sieht furchtbar aus.

„Hey.“ Ich berühre ihn leicht an der Schulter. Er wehrt sich nicht.

„Zieh dich aus.“, sage ich sanft. „Ich habe dir trockene Sachen besorgt.“

Robert scheint zu zweifeln. „Du wirst dich erkälten.“, erkläre ich beruhigend.

Als er anfängt mit zitternden Händen sein Jackett auszuziehen, biete ich meine Hilfe an. Er widerspricht nicht.

Vorsichtig streife ich das Jackett von Roberts Schultern. Er stöhnt bei der Bewegung der Arme nach hinten. „Entschuldige.“, murmle ich leise.

Als nächstes ist sein Hemd an der Reihe. Langsam öffne ich einen Knopf nach dem anderen. Ich muss zugeben, dass es mir gefällt Robert auszuziehen. Ich streife ihm das Hemd ab. Meine Hände berühren nun seine nackte Haut. Er ist ziemlich kalt, was meine Erregung auf Null zurückschraubt und meine Sorge wieder auf einhundertundachtzig ansteigen lässt.

„Du musst total frieren.“, stelle ich unnötigerweise fest. Ich ziehe das Sweatshirt aus der Tüte und halte es hoch. Robert quitiet den New York Aufdruck mit einer hochgezogenen Augenbraue.

„Ich weiß.“ Ich schüttle den Kopf. Es wird schon gehen. Behutsam streife ich das Sweatshirt über Roberts Kopf und die Arme. Er schlingt sofort die Arme um seinen Körper, als ich damit fertig bin.

„Hast du auch eine Hose dabei?“, höre ich Robert leise fragen.

Ich lächle. „Natürlich. Und Socken habe ich auch mitgebracht.“ Ich halte sie hoch.

„Na toll.“

„Hey, hör auf zu grummeln. Sie sind besser als eine Lungenentzündung.“

Ich habe die richtige Größe für das Sweatshirt ausgewählt. Aber nun zögere ich ihm auch bei der Hose zu helfen. Es erscheint mir nicht richtig zu sein.

Robert greift nach meiner Hand und führt sie an seinen Mund. Er küsst zärtlich meine Handfläche, so wie er es auch schon gestern Abend getan hat.

Seine plötzliche zärtliche Geste überrascht mich zutiefst. Nachdem er durch meine Mitschuld gequält wurde hatte ich Zärtlichkeiten seinerseits nicht erwartet.

„Es ist nicht deine Schuld.“, flüstert er mir zu. „Ich weiß, was du gesagt hast war nötig.“

Robert schiebt meine Hand auf seinen Gürtel hinunter. „Es ist besser als eine Lungenentzündung.“, flüstert er.

Ich kann Robert nicht ansehen als ich den Knopf seiner Hose öffne und sie zu Boden gleiten lasse. Ich helfe ihm dabei in die neue Jeans zu steigen und auch die Socken wechsle ich für ihn.

Völlig neu eingekleidet lehnt Robert nun am Auto.

„Mein Wagen steht dort drüben.“ Ich zeige auf eine dunkelblaue Limousine. „Komm.“ Ich greife Robert um die Hüfte und stütze ihn auf meinen Wagen zu.

Er lässt sich auf dem Beifahrersitz nieder. Aus dem Kofferraum hole ich eine Decke und lege sie Robert um den Körper. Dann gehe ich noch einmal zurück zu Antons Wagen, schließe den Kofferraum und verstecke den Schlüssel unter dem hinteren rechten Wagenrad. Ich rufe Anton an und sage ihm wo seine Leute den Wagen finden.

Ich steige zu Robert in den Wagen. Es wird höchste Zeit, dass er erfährt was hier gespielt wird. Beckman wird das nicht gefallen, aber er kann mich mal. Ich starte den Motor und fahre Richtung Jersey davon.
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