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Gefährliche Spiele

von SKR
GeschichteKrimi / P18 / Gen
Det. Alexandra Eames Det. Robert Goren
28.08.2010
29.10.2010
14
18.326
 
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28.08.2010 1.649
 
  Gefährliche Spiele

 Autor: Unbekannt
 e-mail:   Unbekannt-SGC-inside@es-ist-liebe.de
 Rating: Action / Allgemein / Goren-OC-Romanze
 Inhalt: Eine geheimnisvolle Frau rettet Robert Goren das Leben und verwickelt ihn dadurch in mehr als ein gefährliches Spiel. Robert sieht sich einem russischen Waffenhändlerring gegenüber und entdeckt Gefühle für eine nicht gerade kooperationswillige FBI-Agentin.
 Disclaimer: Alle Charaktere und sämtliche Rechte an Law&Order: Criminal Intent gehören nicht mir. Diese Fanfiktion wurde lediglich zum Spaß geschrieben und nicht um damit Geld zu verdienen. Jegliche Ähnlichkeiten zu Lebenden und Toten Personen sind zufällig und nicht beabsichtigt. Alle weiteren Charaktere sind Eigentum des Autors.

 Handelnde Personen:

Det. Robert Goren
Det. Alexandra Eames
Angela Bennett / FBI-Agent Jade Harris
FBI-Agent Jerry Beckman
Anton Pamschenkow


Gefährliche Spiele


 Lebensmittelgeschäft Easy Buy
Downtown Manhattan
New York City
Sonntag, 23.00 Uhr


Ich schaue mich prüfend auf der Straße um. Es sind nicht viele Menschen unterwegs, denn das Wetter ist miserabel. Es regnet seit heute morgen. Auf den Gehwegen stockt das Wasser bisweilen bis zu den Knöcheln. Es ist bereits elf Uhr abends. Die Straßenlaternen geben einen flüchtigen Schein von sich, doch zusammen mit den vielen Neonschildern und dem Licht der privaten Haushalte erhellen sie die Stadt. In der Gegend, in der ich mich bewege, ist nur tags über etwas los. Heute, am Sonntagabend, ist die Straße wie ausgestorben.

Ich betrete den Supermarkt und gehe zielstrebig auf das Regal mit den Nahrungsmitteldosen zu. Während ich vorgebe, mich brennend für die Dosenmakaronie zu interessieren, mustere ich die Kunden im Laden. Ein Mann, nur wenig älter als ich, steht vor dem Weinregal. Er trägt eine dunkelblaue Jeans und ein dunkelgraues Jackett. Darunter schimmert ein schwarzes Hemd hervor. Der Mann hat breite Schultern, schwarze Haare, die leicht grau meliert sind und den Gesichtsausdruck eines Mannes der weiß was er will. Er sieht zu mir hinüber und unsere Blicke treffen sich für einpaar Sekunden. Seine Augen sind braun und aufgeweckt und sie erwecken tief in meinem Inneren ein seltsam vertrautes Gefühl.

Während ich den Blick von dem Mann losreiße, mache ich mich wieder hinter dem Regal klein, um mich weiter umzusehen. Eine Mutter mit zwei kleinen Kindern treibt sich beim Gemüse herum. Die beiden Jungen können nicht älter als fünf und sieben sein. Einer der Jungs reibt sich verstohlen die Augen. Die Kinder müssten wahrscheinlich schon längst im Bett sein.

Der Kassierer ist ein untersetzter alter Mann, mit tiefen Furchen im Gesicht, die von einem Leben voller Sorgen und harter körperlicher Arbeit zeugen. Er steht etwas gebückt hinter dem Tresen. Auf den ersten Blick würde ich auf ein Hüftleiden schließen. Das muss ziemlich schmerzhaft sein. Der Kassierer beobachtet den Mann am Weinregal, das nur zwei Meter von ihm entfernt steht.

Ein Jugendlicher, etwa siebzehn Jahre alt, begutachtet links von mir die Ships im Regal.

Ein unanständiger Fluch geht mir durch den Kopf, als ich den Kopf hebe und die nahenden Schwierigkeiten auf mich zurollen sehe. Eigentlich bin ich im Supermarkt, um mich mit meinem Kontaktmann zu treffen. Er sagt, er hat Informationen wegen des Waffendeals hinter dem ich schon mehrere Monate undercouver her bin.

**

Mein Name ist Jade Harris. Ich bin aus San Francisco und arbeite für das Federal Bureau of Investigation. Zurzeit bin ich allerdings an die Behörde für Heimatschutz ausgeliehen worden. Vor einem Jahr trat die Heimatschutzbehörde in Gestalt von Agent Jerry Beckman an mich heran. Er war befugt sich nach einem Agenten einer anderen Bundesbehörde zu erkundigen und ihn zu einem Undercouver-Einsatz heranzuziehen.

Der Fall war einfach: Der Heimatschutz war bereits seit zwei Jahren hinter einem weltweit operierendem Waffenhändler namens Anton Pamschenkow her. Er war ihnen bereits oft aufgefallen, konnte sich der Verurteilung aber mehrmals entziehen. Seine Anwälte hatten die besten Universitäten besucht und fanden auch bei der besten Beweislage ein Schlupfloch im Gesetzestext. Und wenn die Anwälte nicht weiter wussten, dann hatte Pamschenkow immer noch zwei Schläger in der Hinterhand, die Zeugen verschwinden lassen konnten. Einer dieser Zeugen war Beckmans Partner gewesen.

Wenige Wochen nach Beckmans Besuch in der kalifornischen FBI-Zentrale wurde ich zu Angela Bennett – einer Waffenhändlerin aus Sacramento, mit den besten Referenzen in der Szene und dem Lebenslauf einer Profilkillerin.  

**

Nun halte ich mich unauffällig hinter den Dosenmakaronis versteckt und beobachte den jungen Mann mit der dunklen Daunenjacke, der soeben das Geschäft betreten hatte. In seiner Jackentasche hat er eine verdächtig aussehende Wölbung, die mein geschultes Auge sofort als Ausbeulung einer Kleinkaliberwaffe erkennt. Kaum habe ich meinen Gedanken zu Ende geführt, als auch schon der etwas abgegriffene Befehl „Geld her und keine Dummheiten.“ ertönt. Ich schaue mich unauffällig im Geschäft um.

Die Frau mit den zwei Jungen steht nun vor dem Müsliregal und presst die beiden verängstigten Wesen an sich. Der Mann in Jeans und Jackett beobachtet die Situation aufmerksam vom Weinregal aus, ein weiterer junger Mann drückt sich bei den Shipstüten herum.

Der Kassierer reagiert professionell ruhig, einwenig zu ruhig für meinen Geschmack, und öffnet die Kasse. Eine Hand am Bargeld, die andere blitzartig unter den Ladentisch schiebend befördert der Ladeninhaber eine Waffe hervor. Die zwei Männer stehen sich schussbereit gegenüber. Ich überlege kurz ob ich eingreife, doch habe ich Angst meine Tarnung zu ruinieren.

Als ich mich dennoch gerade dafür entschieden habe, tritt der Jackettträger mit den aufgeweckten Augen, auf den jungen Räuber zu und redet beschwichtigend auf ihn ein. Seine Stimme ist sanft, aber bestimmt. Er klingt wie ein Mann, der sich schon einmal in solch einer Situation befunden hat. Seine Körperhaltung ist bewusst offen, um ja nicht den Anschein von Aggression zu erregen. Seine Hände hat er beschwichtigend gehoben, aber nicht höher als zur Hüfte. Er sieht ihm nicht direkt in die Augen, sondern leicht an ihm vorbei. Genau solch eine Haltung würde auch ich während eines Geiseltrainings einnehmen.

Durch die Beschwörungsversuche des Jackettträgers wird der junge Räuber noch nervöser, woraufhin der Mann langsam einige Schritte zurücktritt. Er hält die Hände abwehrend in die Höhe und sein Blick ist weiterhin fest, entschlossen.
„Dann nehmen Sie die Waffe hinunter.“, richtet er nun seine Worte an den Kassierer.
„Damit mich schon wieder einer dieser Bastarde ausraubt?“, erklang die wütende Antwort des Händlers.

Die Spannung in der Luft ist beinahe greifbar. Ich fühle mich unbehaglich. Die Situation droht zu eskalieren und ich sehe mich schnell nach der Frau mit den Kindern um, als ich den Jackettträger sagen höre: „Ich bin Polizist – also leg endlich die Waffe weg!“ In einem Moment in dem der Räuber abgelenkt ist, zieht der Polizist seine Waffe aus dem Holster und richtet sie direkt auf die Brust des jungen Räubers.

Für meinen Geschmack sind hier viel zu viele Waffen im Raum. Ich nehme vorsichtshalber meine eigene Undercouver-Dienstwaffe aus dem Hosenbund. Ich habe extra eine nicht vorbelastete Pistole besorgt. Mit einer Polizei-Dienstwaffe undercouver zugehen, ist völlig ausgeschlossen. Meine Tarnung muss perfekt sein. Von der Waffe bis hin zu der gefälschten Identität. Fehler kann ich mir nicht leisten. Aber so wie es aussieht schleudere ich gerade kopfüber in einen extragroßen Fehler hinein.

Noch bevor ich die Situation weiter ausloten kann, höre ich das Spannen eines Laufes, das ganz sicher nicht von den drei Waffenträgern an der Kasse kommt. Der Junge, den ich zu Anfang zwar gesehen, aber nicht weiter beachtet habe, hat ein Schrotgewehr aus dem Mantel gezogen und richtet es nun auf den Polizisten. Ich zögere keine Sekunde, sondern drücke sofort ab. Drei weitere Schüsse ertönen fast zeitgleich aus der Waffe des Polizisten. Ich sehe wie sowohl der junge Räuber, den ich getroffen habe, als auch sein Komplize zu Boden gehen.

Ich trete aus meinem Versteck, gehe auf den jungen Mann zu, der am Boden liegt und schiebe mit dem Fuß sein Gewehr zur Seite. Dann gehe ich auf die Knie und fessle ihn mit meinem Gürtel, den ich schnell aus meinem Hosenbund löse. Das Schrotgewehr nehme ich an mich und entnehme die nicht abgegebenen Patronen. Der Junge, den ich getroffen habe, ist nur an der Schulter verletzt. Ganz anders sieht es bei seinem Freund aus, der bewegungslos auf dem Boden liegt. Der Polizist entwendet ihm die Waffe, so wie ich es eben getan habe und der Kassierer legt geschockt seinen Revolver aus der Hand.

Ich muss schnell verschwinden. Ich kann es mir nicht leisten meine Tarnung aufzugeben und auf dem Polizeirevier Fragen zu beantworten. Auf meinem Weg nach draußen komme ich an der Familie vorbei die verängstigt auf dem Boden hockt.
„Sind Sie okay?“, frage ich die Frau und diese nickt. Ich stelle das leere Gewehr neben sie und verschwinde so schnell ich kann durch den Hinterausgang.

**

Robert Gorens Puls raste, als er die Waffe des Räubers mit dem Fuß zur Seite kickte. Drei Einschusslöcher in der Brust des Mannes ließen keinen Zweifel daran, dass er tot war, trotzdem kontrollierte Goren seinen Puls. Er war nicht vorhanden. Nachdem Goren sich überzeugt hatte, dass der Räuber durch seinen Schuss getötet wurde, wandte er sich an den  Kassierer. „Bitte legen Sie den Revolver weg.“, sagte er ruhig.

Der alte Mann sah geschockt auf das Blut, dass aus den drei Wunden des Toten sickerte. Er schob seine Waffe zurück unter den Ladentisch und Goren sicherte die Waffe des jungen Räubers. Dann ging er in den hinteren Teil des Ladens zu dem zweiten Räuber hinüber. Dieser lag auf dem Bauch, gefesselt mit einem Gürtel. Blut quoll aus der Wunde an der Schulter. Goren schaute sich nach der Waffe des Schützen um. Die Schrotflinte stand neben einer Frau, die einen Gang weiter auf dem Boden kauerte. Das Gewehr war offen. Die Patronen lagen der Frau zu Füßen. Die Waffe war gesichert.

Er sah sich suchend nach der Frau um, die er im Augenwinkel gesehen hatte und die wahrscheinlich auf den Jungen geschossen hatte. Doch sie war verschwunden. Er nahm das Schrotgewehr an sich, um es zu sichern und rief mit seinem Handy Verstärkung und einen Rettungswagen, während er sich nach dem Wohlbefinden der Familie erkundigte.
 
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