Semper Fi/Nebenfiguren: Extratouren

von RowenaR
GeschichteAllgemein / P16
Evan Lorne Jennifer Keller John Sheppard OC (Own Character)
24.08.2010
26.11.2018
20
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A/N: Ich präsentiere… die Extratouren. Wie bereits in der Inhaltsangabe gesagt, dies hier ist der Platz für geschnittene Szenen, die aus Plot- oder Timing-Gründen keinen Platz mehr in der eigentlichen Story gefunden haben, angehängte Szenen, Codas, one shots, für die ich keine eigene Story aufmachen will, Wunschstories… alles aus dem Semper Fi/Nebenfiguren-Universum (jedenfalls all das, was in Atlantis spielt).

Den Anfang machen zwei unübliche Verdächtige, gute Ratschläge und ein bisschen Alkohol. Das Ganze spielt kurz nach Abgelenkt, also noch vor Auf Urlaub und entstand als eines von zwei Geburtstagsgeschenken für meine beta, Kassandra (eigentlich war nur eine Story geplant, aber der Song läuft gerade rauf und runter im Radio und ich hab so eine kleine… Obsession). Ich mag besonders den Spruch auf dem T-Shirt ;) (der leider nicht meine Erfindung ist, sondern die von Farva von Air Force Blues… mal googeln und dann lachen ;))

~*~


Kurz nach Eins


“Another shot of whiskey, can't stop looking at the door
Wishing you'd come sweeping in the way you did before
And I wonder if I ever cross your mind?
For me it happens all the time

It's a quarter after one, I'm a little drunk and I need you now
Said I wouldn't call but I lost all control and I need you now
And I don't know how I can do without
I just need you now.”


Lady Antebellum, “Need You Now”


Sie ist wirklich eine Idiotin. Oder er ist einer. Oder sie sind beide Idioten. Ach, wie auch immer… es ist mitten in der Nacht und er sollte wirklich schlafen… und nicht das tun, was er gerade tut, nämlich in einem Gemeinschaftsraum herumsitzen, aus dem Fenster starren und immer mal wieder einen Schluck aus einer Büchse Bier nehmen, die irgendwer im Kühlschrank stehengelassen und vergessen zu beschriften hat.

Okay, morgen ist kein Einsatz angesetzt – zumindest keiner, den der Boss angekündigt hat – aber na ja… an einem Ort wie Atlantis lernt man sehr schnell, jedes Bisschen Schlaf zu nehmen, das man kriegen kann. Das ist wahrscheinlich das Erste, was er über den Ort gelernt hat, an den sie ihn kurz nachdem er die Academy abgeschlossen hat, verschifft haben – na ja, praktisch kurz bevor er gelernt hat, dass sein CO sich einen Dreck um die Vorschriften der Air Force schert. Oder es so aussah, als würde er das tun. Ach, egal.

Aber wenigstens kann er sich mit Gedanken an Einsätze oder seinen Boss davon ablenken, wie sehr er sich vor nur ein paar Stunden sein Privatleben versaut hat. Er weiß immer noch nicht, wie genau er hier geendet ist, aber es hat eigentlich ganz unschuldig angefangen – ein Gespräch über Urlaubspläne mit Kassandra – und hat in einem großen Streit über Familie und Verantwortung und ein Feigling sein und ihm nicht zuhören und… jeder Menge anderem Kram, den er nicht mehr zusammen kriegen würde, wenn sein Leben davon abhängen würde geendet. Na ja, und damit, dass Kassandra ihn aus ihrem Quartier geschmissen hat und es sehr deutlich gemacht hat, dass sie nicht erwartet, dass er noch mal zurückkommt, wenn er weiß, was gut für ihn ist… jemals wieder.

Ja… offenbar ist seine Irgendwie-Freundin, die zu einer richtigen Freundin wurde, gerade zu seiner Ex-Freundin geworden und er ist sich nicht mal ganz sicher, ob er weiß, warum das passiert ist. Nachdem er sich im Korridor vor ihrem Quartier wiedergefunden hatte, hatte er einen Augenblick lang erwogen, sich in den Sportraum zu verziehen und sich da abzuarbeiten, aber vor nur zwei Wochen hatte er dort Captain Cadman vorgefunden, die ziemlich wütend den Sandsack vermöbelt hatte und er war klug genug gewesen, seine Anwesenheit nicht deutlich zu machen, weil er sich noch rechtzeitig an das Gebrüll erinnert hatte, das er kurz vorher aus ihrem Labor gehört hatte, bevor er sich leise wieder zurückgezogen hatte. Und da er McKay heute auch in ihr Labor hatte gehen sehen, kurz, bevor er an Kassandras Tür geklopft hatte, hatte er sich das mit dem Sportraum doch noch mal überlegt, weil die Chance, dass er dort wieder eine wirklich wütende Laura Cadman vorfinden würde, zu hoch war.

Und da er es auch nicht riskieren wollte, einem seiner Team-Kameraden über den Weg zu laufen – vor allem nicht dem Boss, weil der Mann ihm manchmal immer noch damit Angst macht, dass er in genau den falschen Momenten zuviel wahrnimmt – hatte er sich in den weniger bewohnte Teil von Atlantis zurückgezogen und versucht, seine Frustration mit einer Methode, die sich auf der Academy als sehr wirksam erwiesen hatte, wenn gar nichts anderes mehr funktioniert hatte, abzuarbeiten: Liegestütze, Sit-Ups und dann noch mehr Liegestütze und Sit-Ups.

Allerdings… hatte nicht mal das geholfen und nach ein paar erfolglosen Versuchen, einzuschlafen, hatte er beschlossen, da er schon mal wach war, konnte er sich auch gleich an einen weniger deprimierenden Ort begeben – da ihn sein Quartier viel zu sehr an Kassandra erinnert und sie ist jetzt gerade die eine Sache, an die er nicht denken will. Also ist es jetzt der leere Gemeinschaftsraum und das Bier und… „Erzählen Sie mir nicht, dass Sie endlich die Kunst gelernt haben, statt um Erlaubnis zu fragen, lieber nach Vergebung zu betteln, Lieutenant.“

Gute Güte. Als er plötzlich die Stimme von Major Moore hinter sich vernommen hat, ist er tatsächlich zusammengezuckt. Einen Augenblick lang überlegt er, den Major einfach zu ignorieren und weiter aus dem Fenster zu starren, aber andererseits… ist er immer noch nur ein Lieutenant und so nervig Major Moore auch ist, er ist immer noch der ältere Dienstgrad. Und vor allem ist er ein älterer Dienstgrad, den man sich wirklich nicht zum Feind machen sollte, wenn man in Atlantis ein halbwegs friedliches Leben führen will.

Also dreht er sich um… und ist ein bisschen überrascht. Die Mitten-in-der-Nacht-Version von Major Moore sieht irgendwie ganz anders aus, als die Version, die er kennt. Stattdessen gibt es da zerzaustes Haare, ein ausgewaschenes T-Shirt, auf dem er geradeso die Worte „Three Words: Fight. Er. Pilot.“ erkennen kann, und Trainingshosen. Na ja, das und ein allgemein sehr müder Eindruck, den er sonst so gar nicht von Major „Ich habe schon für mein Land getötet, als deine Mama dich noch nicht mal aus dem Haus gelassen hat.“ Moore kennt.

Er räuspert sich. „Mit allem nötigen Respekt… ich glaube nicht, dass mein Privatleben Sie irgendetwas angeht, Sir.“

Das entlockt dem Major nur etwas, das wie Ahnungslosigkeit aussehen würde, wenn das nicht Major Moore wäre… und etwas, das wie ein unterdrücktes amüsiertes Grinsen aussieht. „Ich meinte das Bier, Lieutenant.“

Oh… oh, verdammt. Natürlich meinte Moore das Bier… nicht das, was heute passiert ist. Das kann er doch auch wirklich gar nicht wissen.

Hm.

Oder vielleicht… vielleicht ist die Idee gar nicht so abwegig. Er ist immer noch davon überzeugt, dass es der Major gewesen war, der ihn an Cadman verpetzt hatte, weil auf der Liste der Leute, die dazu fähig sind und/oder die Erlaubnis haben, Zugang zu den Sicherheitskameras zu haben, Moore derjenige ist, dem er das zutrauen würde. Also… sollte er ihn wohl nicht unterschätzen. Vorsichtig räuspert er sich. „Natürlich, Sir. Ich… äh…“

„Is’ da noch eins von denen im Kühlschrank?“ Das… verwirrt ihn immer noch. Normalerweise wirft ihm Moore nur böse Blicke zu und fährt ihn an, seitdem er den Fehler gemacht hat, seinem Unmut über seinen Boss ein bisschen zu laut Luft zu machen in der Kantine. Irgendjemand – Meyers, zum Beispiel – hätte ihm ja wirklich vorher mal erzählen können, dass Major Lorne und Major Moore Freunde sind, also wirklich.

Also nickt er nur wortlos und sieht dem Major dabei zu, wie er zum Kühlschrank hinüber schlurft und eine weitere unbeschriftete Dose herausfischt. Wenigstens ist er jetzt nicht mehr der einzige Bier-Dieb.

Als Moore fertig ist, kommt er zurück und lässt sich auf das Sofa ihm gegenüber fallen, nimmt einen sehr langen Schluck aus der Dose und lehnt sich dann zurück, die Augen geschlossen. Wie jetzt? Was zur Hölle… oh. Oh. Könnte es sein, das… ach nein. Ganz sicher hat Captain Reece ihn nicht rausgeschmissen… oder?

Verdammt, seine Neugier ist einfach zu groß, um sich zurückhalten zu können… und ansonsten kann er einfach dem Alkohol die Schuld geben, falls das hier schiefgeht. Also räuspert er sich wieder. „Entschuldigen Sie, Sir, aber… ist alles in Ordnung? Sie sehen nicht gerade… erholt aus.“

Das war ziemlich… mutig – im Sinne von „dumm“ – und er ist sich nicht ganz sicher, ob ihm das das Mitleid der Sergeants… oder deren unsterbliche Bewunderung einbringen wird. Von Moore… bringt es ihm eine erhobene Augenbraue und ein sachliches: „Wenn 36 Jahre du alt bist, nicht besser du wirst aussehen, hm?“

Was… Lach jetzt nicht, Joe, lach – jetzt – nicht. Er ist ein Major, er ist mehr oder weniger der beste Freund vom Boss, er kann dir das Leben zur Hölle machen. Halte dich… kurz. „Hätte nie gedacht, dass Sie Star-Wars-Fan sind, Sir.“

Moore zuckt nur mit den Schultern. „Bin ich auch nicht. Das ist nur das einzige Zitat, an das ich mich erinnern kann.“

Okay, das… lief doch gar nicht so schlecht, oder? „Natürlich, Sir.“

Jetzt verzieht Moore das Gesicht. Oh, verdammt, was hat er denn jetzt wieder falsch gemacht? Zuviel Attitüde? Ist der Sarkasmus durchgekommen? Argh. „Hey, es sind schon seltsamere Sachen passiert, okay? Ich weiß zum Beispiel, dass Ihr Boss… nein, das müssen Sie ihn selber fragen.“ Was… was soll das denn heißen? Sein Boss und… was? Ist ein Star-Wars-Fan? Er will den Major danach fragen, aber es sieht so aus, als hätte er das vorhergesehen und versucht es deswegen mit einer Ablenkung: „Also… Ärger im Paradies, ja?“

Oh Gott, wie macht er das nur? Also, ja, er hatte auch vorher schon Angst vor Moore… aber jetzt wird ihm klar, dass er noch viel mehr Angst haben sollte. Vielleicht sogar mehr als vor Captain Cadman. Und von der Art, wie Moore ihn ansieht – als wüsste er mehr, als ihm lieb ist – weiß er, dass er es ebenso gut auch zugeben kann. „Nur ein bisschen, Sir. Und… entschuldigen Sie bitte, aber… was hat Sie darauf gebracht?“

Aus irgendeinem Grund hofft er, dass die Dose Bier gereicht hat, um Moores Zunge genug zu lockern, dass er ihm wenigstens ein bisschen was von seinem Geheimnis erzählt… „Ganz einfach. Hab den Lärm aus Miss Wilsons Quartier schon aus einer Meile Entfernung den Korridor runter gehört und dann eins und eins zusammengezählt… und da sind Sie, wie ein Häufchen Elend.“

Äh… geht’s nur ihm so oder… hat das gerade so geklungen, als würde Major Moore im letzten Teil eigentlich über sich sprechen? Na ja, die Art, wie er sich gerade durch die unordentlichen Haare gefahren ist und die fast leere Büchse angestarrt hat lässt schon ahnen, dass… dass er so was wie Gefühle hat?

Um ehrlich zu sein… bis zu diesem Moment hat er sich immer gefragt, ob Maureen Reece vielleicht irgendwie außerirdischer Kontrolle ausgesetzt wurde, weil er nie verstanden hat, wie jemand wie sie – klug, witzig, nett – etwas mit jemandem wie Thomas Moore anfangen konnte. Aber dieser kleine Einblick… hat ihm gesagt, dass da doch mehr an der vielleicht mysteriösesten Beziehung in Atlantis dran ist.

So… und was jetzt? Sollte er etwas sagen? Oder sollte er… „Wie auch immer… wollen Sie wissen, wie Sie den nächsten großen Streit verhindern können?“ Oh… oh, hat Major Moore ihm gerade angeboten, ihn an seiner unendlichen Stabsoffizierweisheit teilhaben zu lassen?

Leider ist er gerade nicht in der Stimmung für Ratschläge von Stabsoffizieren. Außerdem, was soll das eigentlich, dass ihm Stabsoffiziere immer wieder ungefragt Ratschläge geben, so oft sie können? Nicht mal die Sergeants sind so freigiebig mit Ratschlägen. Andererseits hat man ihm Respekt vor Vorgesetzten wirklich tief eingedrillt und er ist müde und auch nicht mehr ganz nüchtern… ach, was soll’s. „Ich würde nicht nein sagen, wenn Sie einen Vorschlag für mich hätten, Sir.“

Moore lehnt sich wieder zurück und versucht… wichtig auszusehen. Okay… „Also, die Sache ist die… Atlantis-Frauen haben immer irgendwas zu sagen und normalerweise ist es was Schlaues und Vernünftiges. Der größte Fehler, den wir machen können ist, ihnen nicht zuzuhören.“ Das… war aber jetzt einfach, oder? Jeder weiß doch, dass Bewohnerinnen von Atlantis klug sind, weil sie sonst nicht hier wären… oh, Moment. Er meinte die andere Art von klug. Oder vielleicht beide.

Und verdammt, das war ein weiterer überraschender Hinweis darauf, wie die Beziehung zwischen Moore und Reece vermutlich funktioniert. Er kann einfach nicht widerstehen, noch ein bisschen nachzubohren. „Worauf haben Sie nicht gehört, Sir?“

Okay, jetzt wirft Moore ihm doch einen dieser Todesblicke zu. „Vorsicht, Lieutenant. Überschreiten Sie nicht Ihre Grenzen.“

Klar. Rückzug jetzt. „Würde ich nicht mal im Traum dran denken, Sir.“

Oh Gott, hoffentlich kam das jetzt so rüber, wie er das wollte und der Major glaubt ihm tatsächlich… er würde es nie zugeben, aber abgesehen von seinem Boss und Colonel Sheppard ist Major Moore der Offizier, der ihm am meisten in den Hintern treten kann im unbewaffneten Nahkampf… und sich von seinen Vorgesetzten verprügeln zu lassen zählt jetzt nicht unbedingt zu seinen Hobbys. „Das würde ich Ihnen auch raten.“ Puh. Das war knapp. „Und jetzt gehen Sie zurück und hören Sie Ihrer Technikerin zu. Sie werden überrascht sein, was passiert.“

Ja, klar. Als würde Kass ihm je wieder zuhören. „Sir, ich denke nicht…“ Wieder so ein… halb-böser Blick. Was denn? Wütend, dass er es gewagt hat, gegen seinen kostbaren Ratschlag zu sprechen?

„Und ich denke, dass Sie viel zu schnell aufgeben. Muss ich Ihnen wirklich im Detail erläutern, wie verknallt Miss Wilson in Sie ist?“ Wie… was… warum? Und… hat Moore ihn gerade beschuldigt, ein Weichei zu sein?

Niemand tut das ungestraft. „In Ordnung, Sir. Aber wenn sie mich wieder rausschmeißt…“

„Ist es immer noch Ihre Schuld, weil Sie nicht auf sie gehört haben”, sagt Moore nur, grinst und zuckt mit den Schultern. Dieser… Bastard. „Und jetzt gehen Sie schon. Das Leben ist zu kurz, um es damit zu verschwenden, voneinander getrennt zu sein… vor allem hier.“ Oh… oh, okay. Damit hat Moore durchaus Recht. Und er erinnert sich immer noch sehr lebhaft daran, wie angespannt und besorgt der Boss gewesen war, als Captain Cadman in der Hand dieser Genii-Hybriden oder wie auch immer die sich nannten war.

Meyers hat ihm hinterher in seiner üblichen… diplomatischen Art erzählt, dass der Boss und Cadman einen ziemlich großen Streit hatten, bevor man sie gekidnappt hatte, und dass sie es offenbar nicht mehr geschafft hatten, sich vor diesem Einsatz wieder miteinander zu versöhnen. Zumindest… hatte er dann endlich verstanden, warum der Boss alle Vorschriften und Standard-Protokolle ignoriert hatte, als die Tür zu Cadmans Zelle endlich offen war. Er holt tief Luft. „Damit könnten Sie allerdings Recht haben, Sir. Wenn Sie mich jetzt… bitte entschuldigen würden?“

Moore bedeutet ihm nur, sich in Bewegung zu setzen, also steht er auf, wirft die leere Dose weg… und dreht sich an der Tür doch noch mal um, weil er sich etwas gefragt hat. „Nur noch… eine weitere Frage, falls Sie nichts dagegen haben… Was ist mit Ihnen, Sir?“

Einen Augenblick lang sieht Moore ehrlich verwirrt aus. Wie jetzt? „Äh… was ist mit mir?“

Oh verdammt, jetzt ist er gezwungen, ausführlicher zu werden. Wie soll er das jetzt formulieren, ohne dass er das nächste Mal verprügelt… „Na ja, Sie wissen schon… Captain Reece… Ihre Couch…“ Okay, ganz sicher nicht so.

Dem Ausdruck in Moores Gesicht nach zu urteilen hat er gerade ernsthaft überlegt, ihm das zu geben, was er vermutlich für diesen Kommentar verdient hat, aber dann scheint er sich entschieden zu haben, ihm ein bisschen Spielraum zu geben… wahrscheinlich, weil er am Ende doch auf seinen Rat gehört hat. Also statt ihn wieder mit Blicken umbringen zu wollen, zuckt Moore nur wieder mit den Schultern und versucht, lässig zu klingen. „Ach, sie beruhigt sich schon wieder.“

Ganz ehrlich? Den kleinen Einblicken nach zu urteilen, die er gerade in Moores und Reeces Beziehung bekommen hat, könnte er fast glauben, dass Moore nicht halb so überzeugt davon ist, wie es aussieht und es fasziniert ihn, dass es ganz offenbar Dinge gibt, vor denen sogar dieser Typ Angst hat. „Oder… Sie könnten auf Ihren eigenen Rat hören.“ Verdammt. Verdammt, verdammt, verdammt, warum kann er nicht einfach mal seine große Klappe halten? Er hat sich doch geschworen, dass er das nie wieder passieren lässt, nachdem ihm Cadman dieses eine Mal den Arsch aufgerissen hat. Und dann tut er es doch immer und immer und immer wieder.

Und nein, Moore sieht nicht gerade amüsiert aus. „Hab ich Ihnen nicht eben gesagt, dass Sie vorsichtig sein sollten?“ Hm… oder vielleicht… vielleicht ist er doch ein bisschen amüsiert? Ist das da ein Zucken in seinem Mundwinkel?

Aber wie auch immer… er sollte jetzt besser gehen, bevor er sich so tief in die Scheiße redet, dass er nie wieder aus dieser Nummer herauskommt. „Ich sag’s ja nur, Sir… ich sag’s ja nur.“

„Weniger reden, mehr Bewegung zurück zu Ihrer Technikerin, Lieutenant.“ Autsch.

Es ist allerdings ein guter Vorschlag… eigentlich ist es das, was er schon die ganze Zeit, seit sie ihn rausgeschmissen hat, tun wollte und jetzt, da er mehr oder weniger den Befehl dazu bekommen hat… das ist ein Zeichen, wirklich. „Ja, Sir. Natürlich, Sir.“ Er ist versucht, Moore viel Glück bei dem Versuch zu wünschen, von der Couch runter und in Captain Reeces Herz – na ja, und das Schlafzimmer – wieder reinzukommen, aber nun ja… man hat ihm gesagt, den Bogen nicht zu sehr zu überspannen und das wäre definitiv den Bogen überspannen. Also belässt er es bei: „Und… gute Nacht, Sir.“

Das bringt ihm nur ein ungeduldiges Nicken und Handwedeln vom Major und er nimmt das als guten Augenblick, zu gehen. Er hat jetzt sowieso etwas wichtigeres zu tun… und das ist, Kassandra zuzuhören, ganz egal, ob sie nun will oder nicht und wenn es das Letzte ist, was er tut. Ja, guter Plan.
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