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And The Days Are Numbered

GeschichteAllgemein / P12 / Gen
Sebastian LaCroix
19.08.2010
19.08.2010
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Ich dachte mir, ein kleiner OS über LaCroix wäre mal etwas Neues. ^^ Ich kann mich nämlich nicht entscheiden, ob ich ihn mögen oder verabscheuen soll… (ja, ich habe es bis zum Schluss gespielt, ganz ehrlich, irgendwo hat der Typ doch ein Rad ab!). Ich muss dazu sagen, dass er mit vielleicht etwas OOC geraten ist, bin mir da nicht ganz sicher. Ich hoffe zwar nicht, aber... >_<

Hier mal ein komplett anderes Ende unseres geliebten Spiels.

Vielleicht fabriziere ich später noch einen OS über meine geliebte Malkavianer. ^_^



LGLJ



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Es gab einen dumpfen Knall, als der schwere Schlüssel zu Boden fiel. Mit einem letzten verächtlichen Blick drehte sich der junge Brujah herum und verließ den Raum, die Türen fielen hinter ihm ins Schloss.

Sebastian LaCroix wischte das Blut – sein eigenes Blut – von seinen Händen und wirkte überaus zufrieden.

Er hatte nicht damit gerechnet, dass der Brujah ihm Treue schwören würde. Und selbst wenn er es getan hätte, so hätte er jetzt sein Ende gefunden.

Er würde mit niemandem seine neue Macht teilen, die dort in diesem Sarg schlief und nur darauf wartete, von ihm geweckt zu werden.

Das dumme Küken sollte zurück zu seinen Anarchen gehen, von denen es dachte, dort sei es gut aufgehoben.

Wenn er erst einmal das Unheil aus dem Sarkophag befreit hatte, würde Los Angeles nie wieder ein Freistaat der Anarchen sein.

Er gab zu, dass er jungen Brujah unterschätzt hatte. Aber es war umso besser, dass er sich nicht einfach töten ließ. Naiv hatte er dem Prinzen all das aus dem Wege geräumt, was ihm hinderlich war. Und er, Sebastian LaCroix, hatte keinen Finger krumm machen müssen.

Er ärgerte ihn dennoch, dass er Nines Rodriguez nicht losgeworden war. Ohne ihn hätten sich die Anarchen chaotisch verteilt, aber Ming Xiao war vernichtet, das genügte ihm auch. Im Vergleich zu dem Anarchen war sie wohl die das größere Übel gewesen.



Mit einem leisen Ächzen zog er sich wieder auf die Beine. Er hätte den Dolch nicht so achtlos auf seinem Schreibtisch liegen lassen sollen, das närrische Küken wäre sonst wahrscheinlich auch nicht auf ihn losgegangen.

Er schüttelte den Kopf, um den Jungen aus dem Kopf zu bekommen. Er war nicht mehr von Interesse.



„So schwer, wie er aussieht“, murmelte er, als er den Schlüssel hochhob.

Langsam näherte er sich dem hohen Sarg, stellte den klobigen Öffner darauf ab, betrachtete für einen Moment gedankenverloren die Ruhestätte.



Als die Anarchen1944 den Prinzen Don Sebastian zusammen mit den meisten Ahnen der Stadt Los Angeles im Zuge der zweiten Anarchenrevolte vernichteten und L.A. als Freistaat der Anarchen ausgerufen hatten, taten sie ihm den größten Gefallen. Als er die Macht in dieser ordnungslosen Stadt ergriff, hatte er endlich die letzten Mittel zur Verfügung, um nach dieser wertvollen Reliquie zu suchen.

Dass der vorhergehende Prinz seinen Namen trug, hielt er nicht als schlechtes Omen, auch wenn ihm das viele einzureden versuchten.

Nach jahrzehntelanger Suche spielte ihm das Glück abermals in die Hände, als die Elizabeth Dane vor Anker ging. Nie hätte er sich träumen lassen, dass es so einfach würde, an den Sarkophag zu kommen.

Ein dünnes Lächeln spielte um seine Lippen. Das Küken, das ihn hatte beschaffen müssen, würde sicher etwas anders darüber urteilen.



Es erstaunte LaCroix selbst, seine Hände zittern zu sehen, als er den Schlüssel packte und in die dafür vorgesehene Öffnung gleiten ließ.

Der blonde Kainit blinzelte. Hatte er sich das eingebildet, oder hatte es eben ein Glühen um die Öffnung herum gegeben?

Es rumpelte, als sich die Verankerungen im Inneren lösten, dann zischte es vernehmlich und er musste nicht einmal etwas dafür tun, damit sich die Sargplatte bewegte.

Der schwere Stein schob sich von selbst zurück und gab den Blick auf tiefe Finsternis in seinem Bauch frei.

Momente lang starrte er nur auf den Rand, bis er sich überwand und seine Augen tiefer wandern ließ. Er wusste nicht, was ihn erwartete, machte sich auf das Schlimmste gefasst.



Dort, inmitten der zähen Dunkelheit lag sie.



Vor Erleichterung stieß er ein Lachen aus, dann beugte er sich weiter nach unten. Seine rechte Hand griff in die Schwärze, die trotz des Lichtes um ihn herum nicht weichen wollte. Seine Finger trafen auf samtweiche Haut, von der er befürchtete, sie mit seiner Berührung sofort zu zerstören.

Ihre Aura leuchtete im Inneren des Sargs, der genau mit ihrer Größe übereinstimme, als wäre er für sie gemacht.



Als er mit seinem Blick wieder zu ihrem Gesicht zurückkehrte, traf ihn der Blick aus verblassten blauen Augen und er taumelte einen Schritt zurück.



Schlanke Finger mit gepflegten Nägeln, die nichts von den Spuren der Alterung aufwiesen, schoben sich über den Sargrand, griffen zu und zogen einen Körper aus der Finsternis der Zeit.



Hätte sich nicht alles an ihm wie Blei angefühlt, hätte LaCroix geglaubt, er müsse auf die Knie gehen, doch er konnte sich nicht bewegen. Er starrte nur auf dieses Wesen, das der Ruhestätte entstieg, lange, blasse Beine darüber schob und langsam mit den Füßen auf dem Parkett aufkam.

Gefühle der Zweifel beschlichen ihn, die er nie zuvor so gekannt hatte. Er hatte geglaubt, es wäre einfach, sein Verstand und sein Instinkt hatten ihm dies stets bestätigt, er hatte sich nicht die Welt schön gelogen, sondern stets auf Tatsachen gepocht.

Hatte er einen unwiderruflichen Fehler begangen?



Sie sah sich neugierig um, als sie ihrem Gefängnis endlich entstiegen war. War sie nun endlich an ihrem Ziel angekommen?

Ihr Kopf drehte sich zu dem Ventrue, der sie wenig hoheitlich anstarrte, als könne er nicht glauben, was er erweckt hatte.

Ihre vollen Lippen verzogen sich zu einem spottenden Lächeln, ehe es liebevoll wurde. „Sebastian…“

In seinen Körper schien die Bewegungsfähigkeit zurückzukehren. Sein Starren wurde ungläubige Bewunderung, einen Hauch von Misstrauen lag ebenfalls darin verborgen.

„Es war so einsam ohne dich“, flüsterte sie und flog regelrecht auf ihn zu. Sie schlang die Arme um seinen Hals, während er automatisch seine Hände auf ihren nackten Rücken drückte, um sie eng an sich zu ziehen.

„Du hast mir gefehlt“, bekannte sie, es klang aufrichtig und gleichzeitig wie ein bitteres Geständnis. „All die Jahre… gefangen in dieser…dieser Truhe!“ Verächtlich sah sie auf den Sarg, ehe sie ihre filigranen Hände um sein Gesicht legte.

LaCroix hatte Mühe, sich zu beherrschen. Das Wissen, dass sie seinen Kopf wie eine Seifenblase zerdrücken konnte, beunruhigte ihn. Aber er hatte es so gewollt. „Ich habe dich nun daraus befreit. Lass es hinter dir.“ Ohne es zu merken, hatte er vom Englischen ins Französische gewechselt, sie lächelte erleichtert. „Du hast Recht“, sagte sie und bewies, dass sie keine Mühe hatte, ihn zu verstehen. „Nun bin ich hier.“ Sie löste sich von ihm und ging ein paar federnde Schritte im Raum umher. „Nun ist es also an der Zeit.“ Über ihre Schulter blickte sie zu dem Prinzen, der sich offensichtlich wieder gefangen hatte.

LaCroix neigte den Kopf ein Stück, seine kühlen Augen fixierten sie. „So ist es.“

„Dann soll es so sein. Ich schenke dir mein Leben, mein Blut, meine Seele, meinen Körper“, sprach sie langsam.

Er hörte ihr schweigend zu, sein Blick streifte über das lange, hellblonde Haar, das ihr schönes Gesicht umspielte. „Ich schenke dir Liliths Macht, Sebastian.“



Auch wenn die Gesellschaft der Vampire den Glauben an Kain und Vorsintflutliche verbat, wusste er es besser. Selbstverständlich hielt er sich als Prinz an diese Richtlinie, aber er wusste, dass sie existierten.



Kain wanderte in das Land Nod aus, nachdem er seinen Bruder Abel erschlug. Gott verstieß ihn, untersagte ihm, je wieder von den von ihm erschaffenen Früchten zu kosten, er solle Blut trinken. Dann nahm Gott Kain jegliche Möglichkeit, in das himmlische Paradies zu gelangen: er schenkte ihm Unsterblichkeit.

Kain blieb eine Äone lang im Land Nod, doch der ewigen Einsamkeit war er überdrüssig und er kehrte zurück in das Land, das sein Bruder Set aufgebaut hatte. Hier gründete und herrschte er über eine große Stadt. Doch das Gefühl der Einsamkeit verließ ihn nicht, denn er war der Einzige seiner Art. Und so beschloss er, Nachkommen zu zeugen, beging eine weitere Todsünde, denn seine Kinder wurden nicht auf herkömmlichem Wege erschaffen. Drei Menschen hat Kain seinen Fluch aufgezwungen, die weiterhin dreizehn Kinder zeugten. Doch er fürchtete die Rache Gottes und untersagte es seinen Kindern und Enkeln eine weitere Generation zu zeugen.

Nach der großen Sintflut ging Kain ins Exil und lernte dort Lilith kennen.

Lilith, eine der zehn unheiligen Seraphim, die wie er aus dem Paradies vertrieben wurde. Adams erstes Weib, das seit dieser Zeit mit dem Teufel vermählt war.



Es war eine Märchen, die ein Camarilla-Mitglied belächelte, abtat und nicht wieder davon sprach.

LaCroix blickte in das Gesicht der Kainstochter vor sich. Nun, vielleicht würde Lilithtochter besser passen.

Wie konnte er eine Legende als Unfug abtun, wenn vor ihm eine Frau stand, die den Kuss der Verdammnis nicht von Kain, sondern von Lilith erhalten hatte?!

Mit der Kraft von Lilith wäre es ihm ein leichtes, seine Widersacher zu zermalmen. Er richtete sich zu seiner vollen Größe auf, um seine Lippen spielte ein gönnerhaftes Lächeln. „Selisa-“

„Sebastian, du weißt, weshalb ich diese Entscheidung getroffen habe“, fiel sie ihm ins Wort, ihre Stimme war schneidender.

„Das weiß ich“, antwortete er geduldig. Bald würde er bekommen, wonach er seit Jahren strebte. Und diese Stadt wäre erst der Anfang. „Selisa, das weiß ich und ich bin dir sehr dankbar, dass du deine Macht nicht verschwinden lässt. Dein bevorstehender Tod stimmt mich traurig, aber du bist der Welt abgeneigt. Ich respektiere deine Gefühle.“

In Wahrheit verstand er es nicht einmal ansatzweise, aber er konnte schon immer gut reden.

An ihrem dünnen Lächeln erkannte er, dass sie wusste, dass er log. Es änderte nichts. Sie hatte sich ihm versprochen.

„Du sollst die Stärke Liliths erhalten. Und ihre Kunde verbreiten und diese Kreaturen“, sie spuckte das Wort beinahe aus, als sie aus dem Fenster sah, „den Zorn einer verlassenen Göttin lehren. Die Kainskinder sollen zittern vor ihr.“ Als ein entferntes Scheinwerferlicht auf ihren Körper fiel, glitzerte er auf und LaCroix stellte fest, dass er bis jetzt kaum wahrgenommen hatte, dass sie nackt war. Vor mehr als hundert Jahren war es ihm ein vertrauter Anblick gewesen, aber jetzt sah er sie mit den Augen eines erfahrenen Mannes. Sie war übernatürlich schön, Lilith hatte aber sicher kein großes Wunder an ihr vollführen müssen, denn auch vor ihrer Wandlung war sie stets von seltener Schönheit gewesen.

Sie drehte sich zu ihm herum, in ihren hellen Augen flackerte Wut. „Ich vertraue dir immer noch, obwohl du eins von diesen erbärmlichen Kindern Kains geworden bist.“

Jetzt war er es, der die Distanz zwischen ihnen verringerte, einen Arm um ihre Hüften legte. „Ich habe den Kuss zuerst bekommen“, erinnerte er, „und das habe ich mir ganz sicher nicht ausgesucht, Selisa.“

Besänftigt strich sie ihm über die Wange. „Du weißt, dass ich dich liebe. Das weißt du doch?“

„Selbstverständlich. Und ich liebe dich.“ Zumindest hatte er das einmal. Jetzt regte sich keinerlei emotionales Interesse mehr an ihr.

„Wir hätten ein so schönes Leben führen können“, seufzte sie. „Du warst mir immer ein so guter Bruder.“

Er zwang sich zu einem Lächeln. Es lag ihm fern, in der Vergangenheit zu wühlen. Er hatte geglaubt, sie sei getötet wurden. Und irgendwann, als er den Schmerz verdaut hatte, kam das Leiden. Danach war es nur noch Gleichgültigkeit. Bis er von ihrer Wandlung durch Lilith erfahren hatte.



Ein Poltern außerhalb ließ die blonden Geschwister aufsehen.

„Wir haben nicht mehr viel Zeit“, murmelte LaCroix und die blonde Vampirin legte den Kopf schief. „Ich rieche das Blut eines… was ist das? Brujah?“

„Anarchen“, schimpfte er und trennte sich von ihr. „Sie denken wahrscheinlich, ich habe mein Ende beim Öffnen des Sarges gefunden. Törichte Trottel.“

„Oh, dann lass sie mich do-“

Ihre Worte gingen in dem Knallen der Türen unter, die aus den Angeln gerissen wurden. Der Anarch, der zu dem Bedauern des Prinzen nicht Nines Rodriguez war, blieb augenblicklich stehen. Seinem grimmigen Gesichtsausdruck wich fassungslosem Staunen, als er die beiden blonden Vampire erblickte. Die Ähnlichkeit zwischen ihnen war nicht zu leugnen; es konnten nur Zwillinge sein.

Bevor er einen Schritt weiter in den Raum setzen konnte, jagte die Blonde auf ihn zu, im Sprung riss sie ihn zu Boden und schlug ihre Reißzähne in seinen Hals.

LaCroix beobachtete Selisa desinteressiert. Er konnte weitere Störungen nicht gebrauchen. Er wollte endlich das, worauf er seit Jahren warten musste.

Mit einem hellen Seufzen richtete sich die Tochter Liliths wieder auf, sie lächelte ihrem Bruder mit blutverschmierten Lippen zu. „Öffne deinen Mantel für mich.“

Auch jetzt protestierte er nicht, tat, was sie verlangte. Er ließ auch zu, dass sie ihre schlanken Arme unter seine Jacke schob, sich an ihn lehnte und auf seinem weißen Hemd eine Blutspur hinterließ. „Ich bin bereit“, flüsterte sie, „mach meiner traurigen Existenz ein Ende. Ich will die Welt nicht mehr ertragen müssen“, bat sie und LaCroix hielt ein gleichmütiges Lächeln gerade noch zurück.

„Adieu, mon amour“, flüsterte der Kainit und zerstach mit seinen Fangzähnen, die er immer so sorgfältig zu verbergen wusste, ihre makellose Haut.



Ihr Stöhnen und Aufschluchzen hörte er schon gar nicht mehr.

Das Blut der Lilithtochter hatte einen so eigenen Geschmack, das es ihm fast die Sinne raubte. Noch nie hatte er Vergleichbares zu sich genommen! Es schmeckte nicht metallisch, es schmeckte süß und gleichzeitig hatte es eine gewisse Schärfe, von der er glaubte, sie nur mit dem nächsten Schluck ertragen zu können.

Die Vitae floss nur so in ihn hinein, er spürte den Tod, der sich auf Selisa stürzte, sie aus seinen Armen riss.



Dann hatte er sie leergetrunken.

Er ließ die leblose Hülle seiner Schwester fallen, stieg über sie hinweg, während sie zu Asche zerfiel.

Mit einem Aufstöhnen lehnte er sich an die Wand neben den Fenstern, das Blut rauschte durch seine Adern, weckte in ihm den Wunsch, zu schreien.

Das Erbe Kains und Liliths begegnete sich, zerrissen ihm fast die Adern. Husten und keuchend brach er zusammen, als uralte Kräfte in seinem Inneren miteinander rangen.

Alles das, was ihn zu einem anerkannten Ventrue gemacht hatte, verließ ihn in Sekundenschnelle. Seine Selbstbeherrschung starb, Krämpfe schüttelten den schlanken Körper des Prinzen, von Arroganz keine Spur mehr.

Das Tier, das sich in seiner Brust wand, brüllte unter Schmerzen, noch nie hatte er dessen Stimme so laut gehört.

Es knackte und knirschte in seinem Mund, als sich die Eckzähne an seinem Unterkiefer weiter herausschoben, er hörte das Reißen von Muskeln, ohne einzuordnen, woher es kam.

Entfernt nahm er noch das Splittern von Glas wahr, ehe ihn willkommene Dunkelheit mit sich riss.





Als LaCroix zu sich kam, spürte er seine Glieder kaum. Irritierte blinzelte er, zwang seinen Kopf nach rechts. Ein Fenster war kaputt, er musste es irgendwie zerstört haben. Die Sterne funkelten erhaben über der Stadt, er konnte also nicht allzu lang bewusstlos gewesen sein.

Langsam richtete er sich auf, war überrascht, wie leicht es ihm gelang. Er fühlte sich eigenartig, ihm war, als berührte er mit den Füßen kaum den Boden.

Ich bin nicht vernichtet, stellte der Prinz fest, sah an sich herunter. Soweit konnte er keine Veränderung feststellen, aber er fühlte es. Und es fühlte sich verdammt gut an.

Bedauernd stellte er fest, dass er kein Objekt zum Testen dieser utopischen Macht hatte, die durch seine Adern strömte. Aber das würde sich bald finden.



Sebastian LaCroix hielt inne, als er Staub aufwirbelte. Als ihm klar wurde, dass es die Überreste seiner Schwester waren, lächelte er. Es dauerte ihn nicht, ihr untotes Leben beendet zu haben. Besser hätte es ihm gar nicht ergehen können.

Er erreichte immer seine Ziele und vernichtete alles, was sich ihm entgegenstellte, er erbrachte jedes Opfer - und wenn es seine Zwillingsschwester war.



Er machte kehrt und hockte sich an das zerbrochene Fenster. Er wollte das Loch nur etwas vergrößern, doch kaum, dass er seine Hand an das Glas gelegt hatte, hatte er es schon regelrecht herausgebrochen. Seine Augenbrauen wanderten ein Stück nach oben, dann lachte er. „Fabelhaft!“ Er würde zwar noch lernen müssen, sich zu zügeln, aber er war geduldig.

Eine Windböe riss seinen Mantel nach hinten, ließ ihn flattern, doch er richtete seine Augen auf die Gruppe Anarchen, die sich vor dem Ventrue-Tower gesammelt hatten. Einige von ihnen blickten zu ihm hinauf, es dauerte nicht lange, bis er die gesamte Aufmerksamkeit der Kainiten hatte.

Seine Schwester hatte ihm zu sehr vertraut. Er hatte nicht vor, Liliths Erbe weiterzutragen oder gar an Kain Rache zu nehmen. Nichts läge ihm ferner. Er hatte andere Ziele und würde sie gnadenlos verfolgen. Ab jetzt nahm er die Sache selbst in die Hand, seine Marionetten hatten ihm ausgedient.

Und bald hatte es die letzten Anarchen in Los Angeles gegeben.

Mit einem boshaften Grinsen erhob er sich, Meter unter ihm wurden Rufe laut, unverkennbar waren die Anarchen von seinem Überleben völlig aus der Bahn geworfen.

Über seine Schulter hinweg sah der Kainit den Sarkophag von Ankara noch einmal flüchtig an, ehe seine Augen in die Nacht zurückkehrten. Er hatte lang genug auf diesen Moment gewartet. Sie konnten ihn nicht mehr aufhalten.



La Croix sprang.



Die Zeit derer, die sich immer wieder gegen ihn aufgelehnt hatten, war abgelaufen. Ihre Tage waren gezählt.
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