Liebe und ihre Lebenswege

GeschichteDrama, Romanze / P16 Slash
Alex Gaskarth Jack Barakat Rian Dawson Zack Merrick
18.08.2010
06.03.2020
20
56.558
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18.08.2010 2.174
 
Hier kommt das zweite überarbeitete Kapitel!
Viel Spaß;)
*Kuchen und Kekse hinstell*
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2. Kapitel: Erste Stunde, schlimmste Stunde

“Ich glaub das einfach nicht! Hör endlich auf damit! Es zerstört deine Lunge und so ganz nebenbei auch meine!”, zeterte Jack Gabe an, während dieser seinen Zigarettenstummel von sich wegschnipste.
“Bleib mal ganz geschmeidig, Jacky!”, erwiderte Angesprochener belustigt und strich seinem Gegenüber sanft über die Wange, um ihn zum einen zu beruhigen und zum anderen seinen Worten einen stärkeren Ausdruck zu verleihen.
“Ich versteh dich nicht”, seufzte Jack, ließ es jedoch zu, dass Gabe einen Arm um seine Hüfte legte.
“Du sollst mich auch nicht verstehen sondern lieben”, zwinkerte Gabe frech. Jack lehnte seinen Kopf gegen Gabes Schulter und ließ sich von ihm in Richtung Schulgebäude ziehen. Rian und William, welche unmittelbar in ihrer Nähe standen, wurden weder von Jack noch Gabe bemerkt. Dafür waren die beiden viel zu sehr in ihrer Diskussion über das Rauchen vertieft.

Zwar wirkten die beiden schon seit Jahren wie ein Paar, doch waren sie es nie gewesen. Wahrscheinlich würden sie es auch nie sein. Dafür würde Jacks Zeitplan schon sorgen. Stattdessen musste er sich wohl auf die ein oder andere Cheerleadertussi einlassen. Das einzige, was den beiden blieb, waren die kurzen Minuten der Fahrt zur Schule und der Weg zum Schulgebäude, in welchen sie sich Nahe stehen durften. Schweren Herzens riss sich Jack von Gabe los, warf ihm noch einen letzen entschuldigenden Blick zu und dann waren sie bereits bei ihren Freunden - zumindest den beiden, die nun mit ihnen zusammen einen Kurs hatten - und in der Schule angekommen. Zack nickte Jack und Gabe bei ihrer Ankunft zu, während Nate vollkommen in Gedanken versunken schien. Anstatt die beiden zu begrüßen, erschien er durch sie hindurch zusehen, bis Zack ihm den Ellenbogen in die Rippen stieß und ihm etwas ins Ohr flüsterte. Was es war, konnte Jack durch die Entfernung und die Lautstärke seiner anderen Mitschüler nicht verstehen, doch interessierte es ihn auch nicht wirklich. Die Hauptsache war, dass er da war.
“Morgen Leute”, lächelte Jack die beiden Wartenden an und auch Gabe begrüßte die beiden mit einem Handschlag, welcher von Nates Seite aus nur halbherzig erwidert wurde. Jack blickte daraufhin fragend zu Zack, welcher wiederum grinste und mit seinen Daumen und Zeigefingern ein Herz darstellte. Gabe hingegen fackelte nicht lang und sprach Nate direkt an. “Na, Nate! Was geht? Verknallt oder was?”
“Was? Na ja, vielleicht ein wenig! Aber,… ist auch egal. Wir, wir sollten uns beeilen. Ihr seid ziemlich spät dran.”, erklärte Nate entschieden.
“Gabes Schuld”, erwiderte Jack locker.

Im Unterrichtsraum angekommen, blickte Jack wieder einmal in die selben gelangweilten Gesichter wie immer. Bis auf einen Neuankömmling war nichts anders. Mit einem einzigen Blick konnte Jack erkennen, dass er ein Drummer oder zumindest sehr sportlich war. Seine Oberarme deuteten zumindest daraufhin. Sie waren muskulös. Ob er wohl ein guter Schlagzeuger war?
Seufzend ließ er sich auf seinen Stuhl und seine Tasche neben sich sinken. Danach buffte er Zack mit dem Ellenbogen an.
“Wer ist denn der Neue? Kennst du den?”, wollte er erfahren. Zack ließ seinen Blick in die Richtung des Neuankömmlings schweifen. Sein zuvor müder Blick wandelte sich in Windeseile zu einem interessierten.
“Nein, aber ich würde ihn gern mal kennen lernen. Meinste der is gut in Bio, Praxis?”, grinste er dreckig.
“Du denkst auch nur an das Eine, oder? Das ist so was von schrecklich mit dir! Du bist so ein… Macho! Achtest du eigentlich immer nur auf das Äußere?”, fuhr Nate ihn augenblicklich in einem flüsternden Tonfall an.
“Ich weiß, Alexandro würde nie so denken. Aber, nicht jeder steht auf kleine-Mädchen-Musik und vor allem nicht auf Softies!”, konterte Zack siegessicher. Unterdessen hatte Gabe unter dem Tisch seine Hand auf Jacks Oberschenkel gelegt und strich gedankenverloren über diesen. Jacks verwirrter Blick traf daraufhin Gabes sehnsüchtigen. Wenn es ihm erlaubt gewesen wäre, hätte er eingegriffen und Gabe geküsst, damit er nicht weiterhin einen Schmollmund zog, aber er durfte es nicht. Zum zweiten Mal an diesem Morgen wurde ihm fast das Herz zerrissen - Gabe ging es dabei wahrscheinlich nicht besser -, als er Gabes Hand weg schlug und aufstand. Eines wurde Jack in diesem Augenblick bewusst: lange würde Gabe das nicht mehr aushalten. Langsam aber sicher würde ihn diese Geheimnistuerei kaputt machen und das wollte Jack unter allen Umständen vermeiden.

Seitdem Billy und er am Parkplatz die beiden Bonzenkinder beobachtet hatten, hatte er nicht einmal mehr gesprochen. Stattdessen wirkte er in sich gekehrt und auch ein wenig traurig. Rian verstand die Welt nicht mehr. Doch noch ehe sich Rian sein hübsches Köpfchen darüber zerbrechen konnte, stand bereits jemand vor ihm, der ihm den Atem raubte: Jack Bassam Barakat. Aus weiter Entfernung wirkte er unscheinbar, uninteressant und auch ein wenig langweilig, aber jetzt, wo er wahrhaftig vor Rians Tisch stand, war alles vollkommen anders. Er spürte wie sein Herz um einiges schneller zu hüpfen begann und ihm heiß und kalt zu gleich wurde. Was war da nur mit ihm los? Werde ich krank. Bitte nicht! Gleich in der ersten Woche krank sein, kommt nicht gut!, dachte er sich.
“Was willst du denn hier?”, knurrte Billy ihn an. Jack begutachtete ihn mit einem forschenden Blick, änderte diesen Sekunden später jedoch zu einem herablassenden.
“Von dir sicher nichts, William”, dann wandte er sich Rian zu, “Du bist neu, nicht wahr?” Rian nahm die gesamte Szenerie nur verschwommen wahr. Zu sehr musste er sich damit befassen, nicht sofort in Ohnmacht zu fallen. Wahrscheinlich wäre ein Arztbesuch bei solchen Problemen angebracht. Ob sein Dad ihm helfen konnte? Langsam nickte er, nachdem er den Ellenbogen seines anderen Sitznachbarn in seinen Rippen spürte. Jack lächelte Rian freundlich entgegen und streckte ihm die Hand entgegen, welche Rian verwirrt annahm.
“Mein Name ist Jack Barakat. Ich bin Schul- sowie Jahrgangssprecher. Solltest du also Probleme jeglicher Art haben, kannst du dich mir gerne anvertrauen und wir werden versuchen eine Lösung zu finden. Wenn du nichts dagegen hast, werde ich dir nach dieser Doppelstunde die Schule zeigen. Wie heißt du überhaupt?”, stellte er sich vor.
“Rian, Rian Dawson. Ich, ich werd’s mir merken”, antwortete er kurz. Mehr Worte hatte er beim besten Willen nicht herausbekommen. Dafür fehlte ihm die notwendige Luft in den Lungen. Jack nickte erhaben und verschwand wieder nach ganz hinten an seinen Platz, wo bereits ein Wuschelkopf, welcher ganz außen neben dem Fenster saß, Gabe, welcher der Sitznachbar zu Jacks anderer Seite war, und ein Zwerg, welcher neben Gabe saß, auf ihn warteten. Was auch immer Jacks Nähe versprühte und so unendlich angenehm machte, war so schnell weg, wie es mit Jacks Ankunft gekommen war. Rian blickte nach hinten zu der Vierertruppe. Um ehrlich zu sein, war Jack nicht einmal Rians Typ. Warum flippte er dann so aus? Was war das? Warum versprühte Jack so eine eigenartige Aura? War es überhaupt Jack oder etwas anderes? Um sich von seinen Gedanken abzulenken, stupste er Billy an und fragte ihm, wer die restlichen beiden wären.
“Der Wuschelkopf heißt Zack Merrick. Er hat mal mit Jack zusammen eine Band gegründet. Ist aber schon länger her und nach meinen Informationen existiert die Band nicht einmal mehr. Außerdem ist er ein Sportlerass. Der Kleinere heißt Nate Novarro. Wenn du an den ran kommst, bist du gut! Er ist der beste Freund von Gabe und wirkt immer etwas abwesend. Nun ja, und die beiden gehören auch zu dem Götterclan, außerdem…”, doch Rian wird wohl nie erfahren, was Billy noch sagen wollte, da dieser jäh unterbrochen wurde.

“Barakat! Verpiss dich von Zack”, kam es von der Tür. Ein Junge mit schulterlangen dunkelblonden bis braunen Haaren stand in dieser. Seine Muskeln konnte man deutlich unter dem Shirt erkennen. Ob er wohl auch zu den Sportlern gehörte?
“Charmant wie eh und je, Gaskarth. Aber anders habe ich deine Begrüßung auch nicht erwartet.”, lächelte Jack müde.
“Schön und jetzt verzieh dich!”, entgegnete Gaskarth mit einem abwertenden Unterton.
“Was ist denn das für’n Spinner?”, flüsterte Rian verwirrt.
“Das ist Alexander William Gaskarth. Er ist der Sohn unseres Direx, ein Sportler, arrogant wie sonst was, Frauenschwarm und - am aller wichtigsten - er kann Jack auf den Tod nicht ausstehen. Ich weiß nicht, was zwischen den beiden passiert ist. Früher sollen sie wohl mal sehr gute Freunde gewesen sein, aber nachdem Alex die Schule gewechselt hat und sie sich aus den Augen verloren haben, hat sich ihr Verhältnis sehr abgekühlt. Mit Nate und Zack kommt er sogar super klar! Um genau zu sein, ist Zack sogar sein bester Kumpel. Gabe hingegen hält immer zu Jack und von daher ist auch das Verhältnis zwischen Gabe und Alex leicht angespannt.”, erklärte Billy fast lautlos, doch konnte Rian es mit viel Konzentration nichts desto trotz verstehen. Hingegen sein zweiter Sitznachbar musste super-hyper-gute-Ohren haben, denn er erschien Billys Erklärung mit Leichtigkeit verstanden zu haben.
“Glaube aber nicht, dass du an den besser rankommst. Er gehört ebenfalls zu den Göttern der Schule!”, ergänzte dieser. In der Zwischenzeit hatte Rian sogar herausgefunden, dass sein Sitznachbar Spencer hieß und der Sohn eines Lehrers war. Des Weiteren hatte er erfahren können, dass Spencer auch noch einen Zwillingsbruder hatte, welcher ihm jedoch in keinster Weise ähnelte. Spencer erschien eher still, zurückhaltend und unscheinbar. Sein Bruderherz Sean hingegen war laut, alles andere als schüchtern und schrill, was sich auch an seinem Styling abzulesen ließ.

“Vielen Dank Mr. Gaskarth, dass Sie uns allen so eindrucksvoll zeigen, wie sehr Sie an einem heiß begehrten Platz neben Mr. Merrick interessiert sind. Ich würde Ihnen aber trotzdem eher vorschlagen sich auf einen anderen Platz zu setzen, damit ich dann doch endlich mit meinem Englischunterricht beginnen kann. Das wäre wirklich sehr reizend von Ihnen, wissen Sie? Sie können mir ja nach der Stunde dann erklären, was so besonders an einem Platz neben Mr. Merrick ist. Können wir so verbleiben?”, riss eine kühle Stimme vom Lehrerpult Rian aus seinen Gedanken. Rians Blick fiel zu allererst auf die Person, der die Stimme gehörte. Für einen Lehrer wirkte er noch recht jung, um nicht zu sagen viel zu jung. Er hatte schwarzes, durch gestuftes, schulterlanges Haar und haselnussbraune Augen.
“Schüchter’ deine Schüler doch nicht schon ein, bevor der Unterricht überhaupt begonnen hat. Das finde ich nicht sehr nett von dir und verstößt gegen die Ideale dieser Elite-Highschool”, grinste ein ebenso junger Mann, welcher an die Fensterbank gelehnt stand. Er hatte kurze braune Haare und braune, warme Augen. Dem Mann am Lehrerpult entwich ein kleines Schmunzeln.
“Ich würde meine Schüler niemals einschüchtern. Ich habe Alex einzig und allein darauf hingewiesen, dass mein Unterricht bereits begonnen hat und er noch immer gequatscht hat, nicht wahr?”, wandte er sich mit seinen beiden Schlussworten an Alexander, welcher nun neben Nate saß.
“Ja, wie auch immer”, murmelte er in seinen nicht vorhandenen Bart. Dann fiel der Blick des Lehrers am Lehrerpult auf Rian. Scheinbar hatte er ihn nun bemerkt.
“Wie erfreulich ein neues Gesicht.”, lächelte er Rian ermutigend entgegen. “Ich bin Mr. Watkins, Ihr Englischlehrer, wie Sie…”, versuchte sich der Lehrer vorzustellen, kam jedoch nicht weiter.
“Referendar!”, rief jemand von der hinteren Reihe hinein und unterbrach somit Mr. Watkins’ Erklärung. Die gesamte Klasse drehte sich nach hinten um.
“Boah, musst du immer rein kreischen, Sean? Das hätte I…”, dann unterbrach sich Jack jedoch mit einem Räuspern selbst, “Mr. Watkins doch bestimmt selbst erklärt.”
“Zick doch nicht gleich so rum, Jack”, verteidigte sich Angesprochener.
“Aber deine ständigen Reinrufe nerven uns alle total ab. Vor allem am frühen Morgen!”, nahm Gabe sichtlich genervt den Schulsprecher in Schutz.
Sean öffnete gerade den Mund, um etwas zu erwidern, jedoch schloss er diesen sehr schnell, als er das Räuspern von Mr. Watkins vernahm.
“Kommen Sie nach vorne und stellen sich bitte vor. Keine Scheu! Ich beiß auch nicht”, wandte er sich zwinkernd wieder Rian zu.
“Dann kann sich mein Kollege auch gleich vorstellen. Ich denke, dass ihr ihn noch nicht kennt außer vielleicht... Jack”, fügte er noch zwinkernd hinzu.
„Das ist ein absoluter Albtraum“, hörte Rian Jack flüstern und konnte währenddessen erkennen, wie dieser sein Gesicht in seinen Händen vergrub. Für den Bruchteil einer Sekunde hatte er sich zu ihm umgedreht, um dann seinen Weg nach vorne fortzusetzen. Innerhalb dieses kurzen Moments hatte er Zacks Blick aufgefangen, welcher ihn überaus interessiert musterte.

“Er ist einfach klasse. Wie geschmeidig er geht. Wie toll sein Anzug und seine Haare doch sitzen. Wie gern würde ich ihm jetzt einfach mal…”, träumte Sean vor sich hin.
“Du solltest nicht allzu laut sprechen. Andernfalls könnte Ian dich noch hören oder Joe”, zerrte Jack Sean aus seinem Tagtraum. Angesprochener blickte über die beiden Tische fragend zu Jack. “Wer ist Joe? Der Fensterbanktyp?”, wollte Sean erfahren. Jack nickte daraufhin nur müde.
“Woher kennst du ihn?”, bohrte Sean weiter nach.
“Man, halt deine dämliche Fresse, Junge! Ich will wissen, wer der Vogel da vorne ist. Kapito?”, wetterte Gabe ein weiteres Mal gegen Sean.
“Bleib ruhig, Ba… Gabe. Andernfalls bekommst du den wertvollen Unterricht und die noch viel wertvollere Vorstellungsrunde nicht mit”, flüsterte Jack in einem beruhigenden Tonfall und strich unter dem Tisch behutsam über Gabes Handrücken.
Währenddessen räusperte sich Rian, um die Aufmerksamkeit des gesamten Kurses auf sich zu ziehen.
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