Liebe und ihre Lebenswege

GeschichteDrama, Romanze / P16 Slash
18.08.2010
15.08.2017
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Dieses Kapitel
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Hallo Leutz =)
Hier ist meine erste All Time Low Story. ich hoffe, sie gefällt ;)
Ich konnte es einfach nicht lassen. Ich musste sie einfach zu Papier bringen und on stellen.
Viel Spaß beim Lesen!
*Kekse, Kuchen, Kaffe und Kakao dalass*
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1. Kapitel: Schulbeginn


Müde streckte er sich. Ein kurzer Blick auf seinen Wecker, welcher auf dem Nachttisch thronte, verriet ihm, dass er noch nicht allzu spät dran war. Er hatte noch gut zwei Stunden Zeit bis zum Schulbeginn.
Wieder einmal war es nicht der Wecker gewesen, der ihn aus seinen Träumen riss. Ein weiteres Mal war er von selbst erwacht. Der Wecker würde erst in einer Stunde oder sogar noch später ertönen. Noch bevor er ihn vergessen konnte, stellte er ihn aus.
Wieder hatte er denselben Traum gehabt. Wieder hatte er von denselben Personen geträumt. Ein weiteres Mal wusste er nicht, was er bedeutete und auch einen weiteren Tag würde er damit verschwenden über diesen immer wiederkehrenden Traum nachzudenken. Bisher konnte Jack Bassam Barakat jedes Rätsel knacken und auch jede Aufgabe lösen, die ihm vorgesetzt wurde. Nicht umsonst war er Jahrgangsbester, Schulsprecher und Jahrgangssprecher zugleich.
Doch trotz alledem vermochte er nicht zu sagen, was dieser Traum bedeuten sollte. Er hatte schon wieder von zwei vollkommen verschiedenen Menschen geträumt, die für ihn - auch wenn er es sich nicht eingestehen wollte - alles bedeuteten. Alexander William Gaskarth und Gabriel Eduardo Saporta, so hießen sie. Doch mehr als Alex’ Namen und die Tatsache, dass dieser Junge ihn hasste und genauso wie auch Gabe in seinen Jahrgang ging, wusste er nicht über ihn. Vor einigen Jahren wäre dies wohl noch anders gewesen...
Gabe hingegen kannte Jack schon fast sein ganzes Leben. Zumindest fühlte es sich für ihn so an. In Wirklichkeit kannten sie einander gerade mal vier Jahre. Recht wenig im Vergleich zu 16 Jahren, wie Jack fand.

Seufzend erhob er sich. Wie jeden Morgen gab er resigniert auf und ließ den Traum gegen ihn siegen. Stattdessen versuchte er sich abzulenken und nahm erst einmal eine Morgendusche, wobei er sich mit dieser versuchte all seine Sorgen vom Körper zu waschen. Zumindest für eine halbe Stunde musste er nicht den perfekten Menschen mimen, sondern konnte ganz und gar in seiner eigenen Welt versinken. In einer Welt, wo er keinerlei Pflichten hatte und nicht immer und überall perfekt sein musste.

Nachdem er sich fertig gemacht hatte, blickte er in das Zimmer seines jüngeren Bruders Frank. Das Zimmer war leer, also musste er sich nicht mehr um diesen kümmern, was für ihn hieß, dass er mehr Zeit fürs Frühstück hatte. Allerdings wusste er nicht, ob der Junge erst seit kurzem wach war oder die gesamte Nacht außerhalb verbracht hatte.
Falls Frank die Nacht zu Hause verbracht haben sollt, wurde er wahrscheinlich durch Alejandro - Jacks älteren Bruder - geweckt. Alejandro war bereits Referendar und dies an Jacks und Franks Highschool. Des Weiteren würde er Jacks Kurs in den Fächern Sport, Geschichte und Physik übernehmen, wobei er den Sportunterricht nicht allein managte, sondern mit einem anderen Referendaren zusammen. Die beiden kannten sich wohl schon seit sehr langer Zeit. Zumindest hatte Alejandro dies seinen jüngeren Geschwistern erzählt. Jack musste zugeben, dass er Alejandro noch nicht allzu lang kannte. Um ehrlich zu sein hatte er ihn erst vor drei Monaten - zu Anfang der Sommerferien, welche leider schon seit gut einem Monat rum waren - kennen gelernt. Damals ist er zu ihnen gezogen, auch wenn nicht mit der größten Freude. Er war auch nur aus Kostengründe zu ihnen gezogen. Schließlich war eine eigene Wohnung teuer und als Student beziehungsweise Referendar verdiente man nicht die Welt. Zumeist befand er sich sowieso nicht im Haus, sondern trieb sich in der Stadt rum.

“Bevor du fragst: Nein, Mum ist nicht da und sie wird auch nicht zum Frühstück erscheinen. Also, wie immer! Aber dafür beehrt uns Frankie mit seiner Anwesenheit”, grinste Alejandro vom Küchentisch aus Jack an. Jacks Blick fiel auf den gedeckten Tisch, welcher ihm schon fast zu voll erschien.
“Morgen”, brachte er schließlich gähnend hervor. “Hast du auch an Kaffee gedacht?”
“Klar, ansonsten wäre ich wohl kaum so munter”, erwiderte Jacks großer Bruder lächelnd.
“Stimmt”, schmunzelte Angesprochener. Ein letztes Mals streckte sich Jack, dann setzte er sich gegenüber von Aley auf einen Stuhl, um zu frühstücken und auf Frank zu warten.
“Zusammen oder getrennt zur Schule?”, versuchte Jack das Gespräch am Leben zu erhalten. Ein müdes Schulterzucken von Seiten Alejandros und ein polterndes Geräusch, welches die beiden zusammenzucken ließ, beendete ihr Gespräch jedoch fürs Erste.

Sich die Augen reibend erwachte Robert Rian Dawson aus seinem Schlaf. Natürlich hatte ihn der Wecker aus seiner Traumwelt gerissen. Wie sollte es auch anders sein?
Voller Tatendrang stellte er den noch immer piepsenden Wecker aus und sprang auf die Beine. In Windeseile hatte er sich für seinen ersten Tag an der neuen Highschool fertig gemacht. Den Rucksack für die Schule hatte er bereits einen Tag zuvor gepackt. Dies erschien zwar streberhaft, doch wollte er an seinem ersten Tag nicht zu spät kommen. Zudem würde er ansonsten wahrscheinlich die Hälfte vergessen.
Als er die Küche betrat, fand er sie leer vor. Dafür war jedoch der Tisch gedeckt und ein Zettel lag auf seinem Frühstücksbrettchen.
“Guten Morgen Robbie!
Tut mir Leid, dass ich nicht mehr da bin. Die Arbeit ruft. Viel Spaß und Glück an deinem ersten Tag. Dein Essensgeld liegt auf der Kommode im Flur. Bis heute Abend! Dad”
Seufzend legte Rian den Zettel beiseite. Es war immer dasselbe mit seinem Vater. Er dachte - vor allem seit der Trennung von Verena, Rians jetziger Exstiefmutter - nur noch an seine Arbeit. Er versteifte sich viel zu sehr darauf, zumindest wenn es nach Rians ging. Außerdem war Rians Dad der einzige, der ihn Robbie nennen und somit bei seinem Erstnamen ansprechen durfte. Für jeden anderen bedeutete dies eine Todsünde, aber bei seinem Dad war es etwas anderes. Schließlich durfte auch Rian seinen Vater “Max” nennen, also mit dem Vornamen ansprechen. Diesem konnte er dies ohne Weiteres verzeihen.
Wahrscheinlich war sein Vater auch einfach nur ein Workaholic oder suchte nach der dritten Scheidung nun Ablenkung. Da konnte ein 17-jähriger Sohn nicht wirklich Abhilfe schaffen. Vor allem wenn dessen Interessen sich vollkommen von denen des Vaters unterschieden.
Nach dem Frühstück räumte Rian den Tisch ab und machte sich mit dem Essensgeld in der Hosentasche auf zur Bushaltestelle.

An der Bushalte angekommen, traf er dort bereits auf die ersten demotivierten und müden Gesichter in seinem Alter. “Wundervoll!”, dachte Rian resigniert, “Scheint so, als wenn diese Highschool sich nicht groß von den anderen unterscheidet. Hoffentlich sitze ich nicht neben irgend so einem Player oder nem Cheerleader. Schreckliche Wesen!”
Plötzlich stieß etwas Hartes gegen ihn und brachte ihn schon fast zu Fall, doch konnte sich Rian mit Ach und Krach noch auf den Beinen halten. Das “etwas”, was ihnen fast zu Boden gezwungen hatte, konnte er als menschliches Wesen identifizieren, welches augenblicklich begann drauf loszuplappern: “Sorry! Dich hab ich grad voll nicht gesehen. Tut mir echt total Leid!“ Der Typ hatte schulterlanges, braunes Haar und war um einiges größer als Rian. Gegenüber diesem Typen fühlte sich Rian schon fast wie ein Zwerg.
“Ist schon okay”, winkte Rian ab.
“Dann ist gut! Ich bin übrigens Bill!”, wurde Rian eine Hand entgegengestreckt.
“Rian”, stellte er sich stockend vor.
“Cooler Name. Du bist neu, oder? Natürlich bist du neu! Ansonsten hätte ich dich hier ja schon mal gesehen. Du gehst auch auf die Hudson, oder? Du musst! Immerhin fährt der Bus, der von dieser Haltestelle aus fährt, nur zu der Schule. Also?”, quetschte Bill Rian aus. Vollkommen überfordert antwortete dieser stotternd: “Ähm… ich… ja?”
“Super! Guck mal! Da kommt unser Bus!”, freute sich Rians riesiger, neuer und erster "Freund" in Hoboken.

Kaum waren sie ausgestiegen - oder eher durch den Überfluss an Schülern rausgeschubst worden - zog Bill Rian weiter in die Nähe eines Parkplatzes zwischen zwei Bäume, während er Rian damit zutextete, was er auf der Schule zu beachten hatte. Es war im Endeffekt dasselbe wie auf jeder anderen Highschool. Wie immer gab es Poser, Freaks, Cheerleader und den ganzen anderen Müll und Cliquenwahnsinn. Von seiner vorherigen Euphorie für die neue Schule und das neue Schuljahr war nichts mehr zu spüren.
“Aber weißt du, was das Beste an unserer Schule ist?”, fragte ihn Bill. Rian zuckte müde mit den Schultern. Das ganze Gebrabbel entfaltete langsam aber sicher eine einschläfernde Wirkung auf ihn. “Dadurch, dass diese Schule die Beste in Hoboken ist, sind hier auch die Bonzenkinder”, freute sich Bill, wobei Rian keinesfalls verstand, was an diesem Umstand gerade so unendlich toll sein sollte, bis ein metalllic blauer Sportwagen vorfuhr. Rian und Bill hielten gleichzeitig den Atem an. Rian eher aus dem Grund, weil das Auto einfach nur atemberaubend und unendliche teuer aussah. Er wollte seinen Augen nicht trauen. Das Auto war nicht nur irgendein Auto! Es war ein Audi TT. Nach einigen Sekunden, welche sich wie eine halbe Ewigkeit anfühlten, erlangte er jedoch die Fähigkeit zu atmen wieder, während Bill scheinbar noch immer der Atem stockte. Langsam fragte sich Rian, ob dies für seinen neuen Kumpel wirklich so gesund war. Dann blickte er fragend zwischen Bill und dem Schlitten hin und her.

Fast schon in Zeitlupe öffneten sich die Fahrer- und Beifahrertür und genauso schnell stiegen auch die beiden Insassen aus. Der Beifahrer noch langsamer als der Fahrer. Das Erste, was Rian von dem Fahrer betrachten konnte, waren die schwarzen Haare, welche mit blonden Strähnchen versetzt waren. Sein Pony erschien ihm fast vor die Augen zu fallen, tat es erstaunlicherweise jedoch nicht. Am prägnantesten war jedoch seine Nase, da sie im Gegensatz zum Rest seines Gesichts riesig erschien. Des Weiteren trug er weiße Sneakers, eine schwarze Skinnyjeans  und ein schwarzes, eng anliegendes Shirt, auf welchem in goldener Schrift Skelanimals stand und darüber der Kopf eines Skelanimals - ebenfalls in Gold - abgebildet war.
Das Erscheinungsbild des Beifahrers hätte unterschiedlicher nicht sein können. Er trug schwarz-weiße Sneakers mit lila Schnürsenkeln, eine weiße Skinny, ein lila sehr eng anliegendes Shirt, einige Goldketten, eine fette Armbanduhr -wahrscheinlich eine Rolex oder so - und versteckte seine braunen Haare unter einer bunten Cap. Mit gespielter Coolness gingen die beiden scheinbar in die Richtung von Rian und Bill, welcher im Gegensatz zu Rian einem Herzinfarkt nahe war. Abrupt blieben sie stehen. Sie schienen Rian und Bill nicht einmal bemerkt zu haben. Während sich der Beifahrer eine Zigarette anzündete, schloss der andere Augen verdrehend das Auto via Fernsteuerung ab. Neben dem von Coolness triefenden Gang hatten die beiden jedoch eine Sache gemeinsam: sie trugen beide coole Sonnenbrillen mit riesigen Gläsern.

“Wer sind denn die beiden schrägen Vögel?” fragte Rian abwertend. “Der Beifahrer heißt Gabriel Eduardo Saporta und ist…”, doch dann unterbrach sich Bill selbst. Ein sanfter Rotschimmer zierte sein Gesicht. “Und der andere heißt Jack Bassam Barakat. Er ist unser Schul- und Jahrgangssprecher und spielt ganz nebenbei Anstandswauwau für Gabe”, erklärte Bill mit düsterer Stimme als er von Jack erzählte.
“Na ja, wenn du sie kennst, können die ja nicht so verkehrt sein. Begrüßen wir sie jetzt?”
“WAS? Das meinst du doch nicht ernst, oder? Sag mal, spinnst du? Du hast echt noch eine Menge zu lernen, um auf dieser Schule zu überleben, Bro. Ganz nebenbei gehören die beiden zu den Göttern der Schule! Jacks Onkel ist der Schulleiter und Gabe… nun ja, der ist ein Rebell und unendlich heiß! Jeder und jede will mit mindestens einem von den beiden etwas zu tun haben. Natürlich nur im positiven Sinne! Also sie sind nicht irgendwelche Kids, sie sind die Kids! Wir können doch nicht einfach zu ihnen hinspazieren und “Hallo sagen“! Die beiden müssen uns ansprechen! Wir sind nur Fußvolk, aber die beiden gehören zu…”, flüsterte Bill Rian erfurchtsvoll zu.
“Ja, ja! Ich weiß, die Götter der Schule”, beendete Rian Bills Satz und betonte vor allem den letzten Teil.

Jack und Gabriel schienen über irgendetwas zu diskutieren. Dummerweise standen die beiden noch immer zu weit weg, als dass Rian sie hätte belauschen können. Doch an Jacks Gestikulation konnte er erkennen, dass sich dieser über etwas tierisch aufzuregen schien.

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