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Nektar und Ambrosia

von ami1
GeschichteAbenteuer / P12 / Gen
Cherit Dante Vale Lok Lambert Metz Sophie Casterwill Zhalia Moon
16.08.2010
03.09.2010
4
7.950
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16.08.2010 4.494
 
2. Kapitel: Ambrosia - Die Speise der Götter

Idäische Grotte
Kreta
Griechenland

„Kugelblitz.“, Mit einem leisen Zischen weitete sich ein Lichtkreis von ein paar Metern um sie und erhellte karge Steinwände und staubedeckte Steinfliesen.
„Na ja, ist ja nicht gerade Götter gerecht hier…Au!“, Für diese Bemerkung hatte er von Sophie einen Schlag auf den Hinterkopf kassiert.
„Glaubst du etwa hier hätte Zeus gelebt? Seine Kinderstube wird weiter hinten, am Ende des Ganges sein! Aber wenn du dich nicht endlich mal beeilst werden wir das nie herausfinden!“
„Jawohl, Frau Lehrerin…“
„Das habe ich gehört!“, Kam es von weiter vorne, „Trottel…“
„Passt auf. Ich glaube nicht das der geheime Eingang, das einzige ist, womit Rea ihren Sohn geschützt hat.“, schaltete sich Dante ein.
„Du meinst, es könnte noch weitere Rätsel geben?“, Aus dem Schatten des Lichtkegels meldete sich Zhalia zum ersten Mal zu Wort.
„Rätsel und auch Fallen. Also seid vorsichtig.“
„Hm…wenn mich nicht alles täuscht endet der Gang hier.“, Sophie hatte sich bis zu einer Wand vorgetastet und war davor stehen geblieben.
„Nein, sieh doch, er zweigt nur ab. Welchen Gang sollen wir nehmen?“, Zhalia stand etwas ratlos vor einer Kreuzung, an der ein Weg nach links und der andere nach rechts führte.
„Hm, ich kann nichts erkennen was uns einen Hinweis auf den richtigen Weg geben könnte.“, Mit gerunzelter Stirn leuchtete Dante die Wände ab, „Keine Rätsel, keine Malereien, keine merkwürdigen Felsformationen. Ich fürchte uns bleibt nichts anderes übrig, als uns auf zu teilen. Lok, Sophie und Cherit. Ihr nehmt den linken Gang. Zhalia und ich werden uns mal den Rechten ansehen. Markiert euren Weg, damit ihr wieder zurück finden könnt. In einer Stunde treffen wir uns wieder hier.“
„In Ordnung. Komm Sophie, auf zur Schatzkammer!“
„Lok, hier gibt es keine Schatzkammer, nur ein altes Kinderzimmer.“
„Von einem GOTT! Das ähnelt bestimmt einer Schatzkammer.“
„Das glaubst du doch wohl selber nicht…“, Langsam verhallten die streitenden Stimmen in der Ferne und die zwei schlanken Silhouetten, umflattert von einem kleinen Drachen wurden von der Dunkelheit geschluckt.
„Ob das gute geht mit den beiden…“, Zweifelnd blickte Zhalia ihnen nach.
„Sie haben ja noch Cherit dabei.“
„Und das soll ein Trost sein? Komm wenn wir weiter hier rumstehen finden wir das Ambrosia-Zeug nie.“
Gemeinsam machten sich die Beiden auf den Weg in die Dunkelheit, immer drauf gefasst fliegenden Messern, herumspritzendem Gift, oder anderen gemeinen Dingen auszuweichen.
Es brauchte gar nicht viel herumirren in der Dunkelheit, nur beleuchtet von einer kleinen Lichtkugel, da zweigte ein weiterer Gang nach rechts ab.
„Was machen wir? Weiter gehen, oder den Gang erkunden?“, Dante überließ es ihr sich den etwas schmaleren Abzweig anzusehen, während er Wände und Decke, des Hauptgangs nach versteckten Hinweisen abtastete.
„Dante? Also hier ist nichts. Die Wände sehen genauso aus wie überall, nicht mal ein Kreidestrich oder sowas. Also Rea hätte es uns schon wenigstens ein bisschen einfacher machen können!“
„Zhalia? Hörst du das?“
„Nein. Aber jetzt mal ernsthaft es muss doch irgendeinen Wegweiser geben, oder wenigstens einen kleinen Hinweis. Es gibt immer eine-“, Ihr Monolog wurde von Dantes Ausruf unterbrochen.
„Verdammt! Weg hier, Zhalia!“, Verblüfft drehte sich Angesprochene um, so dass sie gerade noch sah wie eine riesige, den gesamten Gang ausfüllende Steinkugel mit wachsender Geschwindigkeit auf sie zugerollt kam. Vor Schreck wie gelähmt, war sie unfähig sich auch nur einen Zentimeter zu rühren, dafür kreisten in ihrem Kopf umso wilder die Gedanken.
‚Da habe ich meinen Hinweis. Damit wird uns jetzt wohl die Entscheidung abgenommen, welchen Weg wir nehmen. Ich kann mich nicht rühren, verdammt. Wo ist Dante? Was wenn ihm was passiert? Hätte ich doch bloß-‘
Selbst ihr Gedanken-Monolog war vor Dante nicht sicher, diesmal war Zhalia aber eher dankbar unterbrochen worden zu sein, denn Dante hatte sich mit einem Hyperschritt von der Wand auf sie zu katapultiert und stieß sie unsanft aus der Kugelbahn in den Abzweig hinein.
„Federfall!“, sanft landeten sie in Sicherheit. Zhalia fand sich in Dantes Armen wieder, wo er sie im Brautstil aufgefangen hatte.  Erleichtert schloss sie für einen kurzen Moment die Augen. In Sicherheit. Zum Glück.
„Nicht das das jetzt zur Gewohnheit wird, dass ich dich dauernd retten muss.“, Schmunzelnd blickte Dante auf die junge Frau in seinen Armen herab.
„Bild dir da bloß nichts drauf ein.“, Sie erwiderte sein Lächeln und langsam kamen sich ihre Gesichter immer näher. Ihr Herz schlug schneller und ihr Blick verlor sich in den Tiefen seiner goldbraunen Augen.
„Beweg dich nicht.“
„Hatte ich nicht vor.“, hauchte sie auch wenn seine ernste Miene und sorgenvoll gerunzelte Stirn nicht zur Situation passen wollten.
„Nein.“, Er zog amüsiert die Augenbrauen hoch, „Ernsthaft. Beweg dich nicht.“
Jetzt nahm auch sie aus den Augenwinkeln die langen Reihen mit Löchern wahr, die nur auf eine Pfeil-Falle schließen lassen konnten. Nur eine falsche Bewegung und ein Bombardement von Wurfgeschossen würde über sie herein brechen. Sie fluchte leise, während sie merkte wie ihr Gesicht immer Wärmer wurde und sie hoffte, dass die aufsteigende Röte in der Dunkelheit nicht zu erkennen war. Wie hatte sie nur so dumm sein können?
„Ich glaube es hat etwas mit den Fliesen zu tun.“, Vorsichtig wandte Zhalia den Kopf in Richtung Boden und entdeckte und einer Menge Staub und Schmutz, dass die Platten schwarz-weiß gemustert waren, fast wie ein Schachbrett. Im Moment standen sie auf einer der weißen Fliesen, also konnte die Gefahr von denen schon einmal nicht ausgehen.
„Ich denke, dass wir die weißen Fliesen ohne Gefahr betreten können.“
„Gut, äh du kannst mich dann jetzt runterlassen.“
„Oh, hm sicher.“, Verlegen stellte Dante sie neben sich auf die weiße Platte ab.
„Hyperschritt!“, Hallte es zweistimmig von den Wänden wider und wenig später schon hatten die Beiden das Feld überquert und liefen schweigend nebeneinander her, weiter den Gang entlang.

Sophie und Lok
Die beiden Teenager standen unterdessen ziemlich ratlos vor einer Weggabelung und suchten die Wände nach Hinweisen ab.
„Cherit, kannst du an der Decke irgendetwas finden?“, Lok legte den Kopf in den Nacken und versuchte in der Dunkelheit den kleinen Drachen auszumachen, der über ihnen schwebte.
„Nein, tut mir Leid, Lok. Hier ist auch nichts.“
„Lok!“, Auf Sophies ruf hin, tastete er sich in Richtung ihrer Stimme, „Sieh dir das mal an.“
Der fahle Schein des Kugelblitzes beleuchtete eine kleine Feldspalte, um die ungelenk ein schiefer Kreis eingeritzt worden war. „Was zum Teufel ist das?“
„Es sieht aus wie ein, hm ich weiß nicht, es erinnert mich an irgendetwas…Aber ich weiß nicht genau.“, Leise vor sich hin grübelnd schüttelte sie den Kopf.
Mit schief gelegtem Kopf und zusammen gekniffenen Augen kniete Lok sich vor das Felsgebilde. „Das… sieht irgendwie aus wie ein Maul. Da sind sogar kleine spitzen von den Zähnen und der Kreis drum herum ist ein Kopf!“, Sophies Kopf fuhr hoch, „Lok! Das ist es du bist ein Genie!“
„Ähw wirklich? Ich meine, klar das wusste ich schon vorher.“
„Versteh doch! Das ist Kronos! Der Vater von Zeus!“
„Der der sein Kind auffressen wollte? Warum sollte ein Bild von ihm an der Wand zum Kinderzimmer seines Sohns gemeißelt sein? Also ich meine, es ist ein ziemlich hässliches Bild, aber…“
„Lok!“, Unterbrach Sophie ihn ungeduldig, „Es ist ein Rätsel. Wenn wir es lösen werden wir wahrscheinlich einen Hinweis auf den richtigen Weg erhalten. Gib mir nur einen Augenblick zum nachdenken.“, Vor Aufregung lief sie hektisch auf und ab, „Kronos wollte seinen Sohn fressen.“
„Soweit war ich auch schon.“, Schmollte Lok. Sophie beachtete ihn gar nicht.
„Daraufhin hat Rhea Zeus in dieser Höhle untergebracht und seinem Vater stattdessen einen in Windeln gewickelten Stein gegeben, den dieser dann verschlungen hat.“
„Lag ihm bestimmt schwer ihm Magen.“, Grinste Lok, der wieder von Sophie vollkommen ignoriert wurde.
„Jedenfalls symbolisiert das Bild wahrscheinlich diese Szene. Das bedeutet wenn wir einen Stein in die Felsspalte, also Kronos Mund stecken, lösen wir wahrscheinlich irgendeinen Mechanismus aus, der uns weiterhilft.“, Noch während Sophie gesprochen hatte, war Lok in die Knie gegangen und hielt schon nach wenigen Sekunden Sophie einen kleinen Steinbrocken vor die Nase. „So einen in etwa?“
„Danke.“, Vorsichtig schob sie den dargebotenen Gegenstand in die Lücke und beide warteten mit angehaltenem Atem, dass etwas passieren würde.
Nach ein paar Sekunden stieß Lok die Luft aus, die er unwillkürlich angehalten hatte und schüttelte resigniert den Kopf. „Warum kann sowas nicht einmal auf Anhieb funktionieren? Vielleicht sollten wir-“, Niemand würde je erfahren, was sie vielleicht sollten, denn in diesem Augenblick öffnete sich unter ihren Füßen eine versteckte Falltür und ließ die Beiden, begleitet von einem erschrockenen Schrei Seiten Sophies in die Tiefe stürzen.
Der Aufprall war kurz und schmerzlos, denn schon nach wenigen Sekunden rutschten sie auf einer Art Spiralrutsche weiter abwärts. „Was ist hier los?“, Gelang es Lok hervorzu bringen, als er sich vom ersten Schrecken erholt hatte und versuchte mit seinem Händen die Geschwindigkeit der Rutschpartie zu verringern. Den einzigen Effekt den das hatte, war das Sophie gegen ihn prallte und Cherit, der sich in letzter Sekunde an ihrem Haar festgekrallt hatte, zeitgleich mit ihr aufquietschte. Weiter ging es, nicht mehr ganz so schnell und auch eher waagerecht, als abwärts, aber immer noch einiger Restgeschwindigkeit.
Ohne Vorwarnung endete  die unfreiwillige Rutschfahrt abrupt und Lok, der im Gegensatz zu Sophie nicht rechtzeitig reagiert und gebremst hatte, knallte im Zuge der Zugkraft mit voller Wucht gegen, die gegenüberliegende Steinwand. Unter dem lauten Lachen seiner Teamkameraden rappelte er sich auf und betastete vorsichtig seine Nase. „Das ist nicht lustig! Ich hätte mich ernsthaft verletzten können!“
„Ja.“, Verzweifelt versuchte Sophie ihr kichern in ihrer Hand zu ersticken, „Entschuldige. Das ist eine sehr ern-“, sie könnte nicht weitersprechen, da ihr ein erneuter Lachanfall, das Wort abschnitt.
„Ja ja, sehr witzig, wirklich.“, Vor sich hin grummelnd, durchquerte er den Raum und schritt beleidigt durch den einzigen Ausgang, den es in dem Kreisrunden Raum zu finden gab, gefolgt von einer immer noch kichernden Sophie.
„Wo sind wir hier überhaupt?“, Cherit, der sich als erster von seinem lachanfall erholt hatte, blickte verwirrt von den kahlen Steinwänden über den festgestampften Lehmboden, zum Ende des Ganges, der offensichtlich eine Sackgasse war. Nach nur wenigen Schritten hatten die drei eine stabile Steinmauer erreicht, die ihnen den weiteren Weg versperrte.
„Und jetzt?“
„Das, mein lieber Lok, ist eine gute Frage. Ich würde vorschlagen wir fangen damit an zu klären, wie ihr hierher gekommen seit.“, Überrascht drehte Angesprochener sich um, wo Dante und Zhalia sie mindestens ebenso verblüfft ansahen.
„Na ja, also wir sind durch eine merkwürdige Falltür gefallen und nach einer rasanten Rutschpartie hier unten angekommen.“
„Das heißt, eigentlich dahinten in einem runden Raum, nachdem“, Sophie konnte sich ein breites Grinsen nicht verkneifen, „Lok gegen eine Wand geschleudert wurde.“
„Vielen Dank, musst du das der ganzen Welt erzählen?!“, Wütend sah Lok von der immer noch grinsenden Sophie, zu Dante und Zhalia die sich sichtlich Mühe gaben keine Miene zu verziehen.
„Interessant. Wir sind einfach nur dem Gang gefolgt und müssen offensichtlich auf der richtigen Fährte sein.“
„Will heißen, wir können uns ja nicht alle vollkommen vertan haben.“, Mischte sich Cherit von oben ein.
„Lasst uns die Mauer noch einmal genauer ansehen. Vielleicht finden wir einen Hinweis.“, Mit diesen Worten beugte Dante sich vor und nahm einen der unteren Backsteine genauer in Augenschein.
„Also ich kenn mich mit sowas ja nicht sonderlich gut aus, aber diese Mauer scheint mir nicht für die Ewigkeit gemacht.“, Testend klopfte Zhalia gegen einen der Steine, „Und jemanden aufhalten kann sie auch ni-“, Sie hatte den letzten Satz noch nicht zu Ende gesprochen, da löste sich mit einem knirschen der Stein, an den sie geklopft hatte und mit lautem Getöse und einer Menge Staub verabschiedete sich auch der Rest der Mauer. Als sich der aufgewirbelte Schmutz etwas lichtete, stand das Huntik-Team vor dem Schutt einer ehemaligen Mauer, begraben unter einem Teil der Decke, der gleich mit hinunter gestürzt war.
„Äh, ups.“, Peinlich berührt starrte Zhalia auf den Schutthaufen vor ihnen, „Das hm wollte ich nicht.“
„Definitiv nicht für die Ewigkeit gemacht.“, bemerkte Dante trocken, bevor er über den Steinhaufen hinweg stieg und die anderen hinter sich her winkte.
Nach wenigen Metern machte der Gang einen Knick und öffnete sich in einen großen Raum mit hoher Decke.
Die Wände waren aus glatt poliertem Stein, in den schmale Rillen eingehämmert worden waren. Sie formten sich zu Reliefen, die verschiedene Bilder und Szenen darstellten: ein kleiner Junge der über eine Wiese lief, eine glücklich grasende Ziege, zwei Frauen die auf einem Felsen saßen und Weidenkörbe flochten, eine lachende Frau an einem Lagerfeuer...
Als sie den Raum betraten und aufsahen, konnten sie erstmals die Decke erkennen: Sie war aus einem dunklen Stein gefertigt und viele kleine helle Punkte schimmerten an ihr. Zusammen bildeten sie ein originalgetreues Abbild des Sternenhimmels.
„Wow“, hauchte Sophie atemlos. „Anhand der astronomischen Daten müsste man heraus finden können wann diese Höhle erbaut wurde, das ist... unglaublich.“
In der Mitte war ein größerer Kreis eingelassen, der wohl den Vollmond darstellen sollte. Durch ihn fiel ein breiter Lichtstrahl, der einen steinernen Sockel unter ihm beleuchtete. Darauf lag ein in roten Samt eingeschlagenes Päckchen.
„Das muss es sein.“ Dante darauf zu. Seine Schritte hallten laut wieder. „Das ist es.“ Ehrfürchtig streckte er die Hände danach aus und hob es behutsam empor. Die übrigen Team-Mitglieder sammelten sich um ihn. Die Welt schien still zu stehen, als er den roten Stoff zurück schlug. Darunter verborgen lag etwas, das aussah wie ein goldenes Stück Fladenbrot.
„Das ist es...“, wiederholte Dante, „Ambrosia, die Speise der Götter.“

„Wir haben es!“ Triumphierend hielt Dante das in roten Stoff geschlagene Päckchen in der Händen. „Jetzt nichts wie raus hier.“
    „Nicht so schnell, Dante Val“, ertönte eine wohlbekannte Stimme aus Richtung Eingang. Sie wirbelten herum. Im Torbogen stand, mit einem höhnischen Grinsen auf den Lippen, DaFoe. „Wir können doch nicht zulassen, dass du dich einfach so aus dem Staub machst. Ergreift sie!“
    Die vier Agenten die ihn begleitet hatten sprinteten nach vorne. „Hyperschritt!“
    „Nicht so eilig meine Lieben.“ Dante griff nach dem Amulett, das um seinen Hals hing. „Komm zu mir. Caliban!“ Ein gleißend blaues Licht erstrahlte als der Titan, mit gezogenem Säbel, vor ihm erschien. Gemeinsam stürmten sie den nahenden Angreifern entgegen.
    „Dann mal los!“ Lok warf einen Blick zu Sophie hinüber. „Ich nehme mal an ein wenig Hilfe wird Dante nicht schaden.“ Er hielt das kleine schildförmige Amulett empor. „Hilf uns, Freelancer!“
    „Wir schaffen das, Sabriel.“
    Nach einem doppelten Aufleuchten standen auch bei ihnen zwei Titanen: Der eine in einer silber glänzenden Rüstung, die andere mit langem Haar und einem Helm mit geschwungenen Hörnern, der den oberen Teil ihres Gesichts verdeckte.
    „Auf geht’s.“ Begleitet von den beiden Titanen rannte Lok los, während Sophie weiter hinten stehen blieb und sich auf ein Glühen in ihren Händen konzentrierte. „Kugelblitz!“ Die rot glühende Kugel traf einen der Agenten in die Brust und warf ihn einige Meter zurück.
    „Gut gezielt.“ Lok grinste sie an.
    „Dank - Pass auf!“
    Lok drehte sich um und sah gerade noch wie ein Agent ausholte. Instinktmäßig duckte er sich und die Faust verfehlte ihn nur um wenige Zentimeter. „Na warte.“ Er lehnte sich zurück, nutzte den Schwung den er dadurch bekam und rammte seine Faust dem Agenten in den Solarplexus. Der Anzugträger brach keuchend zusammen. Während er sich krümmend am Boden lag zog er ein Amulett hervor. „Zeig's ihnen... Redcap...“, presste er zwischen den zusammengebissenen Zähnen hervor.
    Ein grauer Titan mit filzigem Haar und langen Krallen brach aus dem Amulett hervor. Er blieb leicht gebeugt mit gefletschten Zähnen vor dem jungen Suchenden stehen. Der trat einen Schritt zurück. „Also... ein bisschen Hilfe könnte jetzt nicht schaden.“ Wie aufs Stichwort erschien Freelancer neben ihm und hielt sein Schild vor ihn. Es gab ein kreischendes Geräusch als Redcaps Krallen daran entlang schrappten. Es blieb verdutzt stehen und betrachtete seine linke Klaue, an der die Krallen abgesplittert waren. „Hey, wir sind hier in einem Kampf und nicht im Nagelstudio.“ Redcap sah auf, doch da hatte Freelancer ihm auch schon den Schild entgegen geschmettert. Nach einem letzten adergefrierendem Schrei löste es sich in auf und kehrte in Form eines Funkenregens in sein Amulett zurück.
    „Na also, das ging doch.“ Lok sah sich um: Dante und Caliban lieferten sich gerade ein kleineres Scharmützel mit DaFoe und Kreutalk. Um die restlichen Agenten kümmerten sich Sophie und Zhalia, an deren Seite Sabriel, Gareon und Kilthane kämpften. Es sah gar nicht so schlecht für sie aus.
    „Hey ho, Lok.“ Cherit landete auf seiner Schulter. Er warf einen prüfenden Blick auf den reglos am Boden liegenden Agenten. „Denn hast du aber ordentlich erwischt. So schnell steht der nicht mehr auf.“
    „Danke.“
    „Na warte, Dante Val.“ DaFoe wich vor den Hieben seines Gegners zurück.
    „Ich will aber nicht warten.“ Dante folgte ihm. „Flinkes Feuer.“ Einige wohlplatzierte Schläge trafen DaFoe an Schläfe, Kehlkopf und Schlüsselbein. Der verdrehte die Augen und kippte nach hinten weg. „Sieht so aus als wären wir hier fertig.“
   
    „Nein.“ Eine dunkle Stimme hallte durch den Raum. Ein kantiger Mann mit kurzgeschnittenem blondem Haar stand in der Tunnelöffnung. „Ich werde nicht zulassen, dass du die Pläne der Organisation weiterhin durchkreuzen“, verkündete Grier mit donnernder Stimme, „Diese Mission hat höchste Priorität und ich werde sie zu einem erfolgreichen Ende bringen.“
    „Grier.“ Dante wand sich ihm zu. „Und wie ich sehe bist du nicht allein.“ Tatsächlich hatte Grier Verstärkung dabei. Mehrere Männer in beigen T-Shirts und Armeehosen standen um ihn herum, bereit seine Befehle entgegen zu nehmen.
    „Mir war von Anfang an klar, dass DaFoe diesem Auftrag nicht gewachsen war, also habe ich eine zweite Truppe bereit gemacht und bin ihm gefolgt.“ Grier straffte die Schultern.
    „Und jetzt willst du uns vermutlich das Ambrosia abnehmen.“
    „In der Tat.“
    „Tja, tut mir leid, aber das werde ich wohl nicht kampflos hergeben.“
    „Das hatte ich auch nicht erwartet.“ Er griff nach einem Amulett in Form eines Bärenkopfes. „Los, Breaker!“ Mit markerschütterndem Gebrüll baute sich der vierarmige Grizzley zwischen den beiden Kontrahenten auf. „Wenn du kämpfen willst, dann kämpfen wir.“
    Ein Lächeln huschte über Dantes Gesicht. „In der Tat, das will ich. Ich warte schon ewig auf einen guten Kampf mit dir.“ Er zog ein weiteres Amulett aus dem Inneren seines Mantels hervor. „Komm, Metagolem!“
    Der Höhlenboden erbebte als die beiden Titanen aufeinander losgingen.
    „Na los, Grier, du willst dich doch wohl nicht hinter deinem Titan verstecken.“ Dante sah ihn herausfordernd an.
    „Ganz bestimmt nicht.“ Mit grimmigem Gesichtsausdruck trat er auf ihn zu.
    „Eines muss man dir lassen, du bist ein Mann der Ehre.“ Dante ließ seinen Mantel zu Boden fallen. „Flinkes Feuer.“
    „Schattenschwert.“
    Während die Beiden Hiebe und Tritte austauschten, bildeten Zhalia, Lok und Sophie einen Halbkreis um sich gegen die übrigen Angreifer und die neue Verstärkung zu wehren.
    „Das ist nicht gut“, raunte Zhalia ihnen zu. „Sie sind eindeutig in der Überzahl und wir sind erschöpft. Und sie wissen das.“ Wie zur Bestätigung schlug knapp neben ihr ein blauer Blitz ein.
    „Kältestrahl.“
    „Ehrengarde.“
    Weiter blaue Blitze prallten an einem unsichtbaren Schutzschild ab, das sich um Sophie herum gebildet hatte.
    „Uns bleibt nichts anderes übrig als unsere letzten Titanen zu rufen.“ Zhalia kniff die Lippen zusammen. „Diene deiner Herrin, König Basilisk.“
    „Mach dich bereit, Feyone.“
    „Steh uns zur Seite, Lindorm.“
    Während sie sich zu einem letzten Wiederstand zusammen schlossen, stürmten die Agenten, ebenfalls mit gezückten Amuletten, auf sie zu.
    „Los, Jokoul.“
    „Verstärker.“
    Die beiden Parteien prallten mit lautem Getöse aufeinander. Titanen rangen miteinander, Zauber flogen umher, Körper ächzten unter den Schlägen ihrer Gegner. Im Getümmel drohte Lok die Orientierung zu verlieren und fand sich schließlich einem von Griers Männern gegenüber.
    „Hyperschritt.“
    Er sprang hoch und trat ihn gegen die Brust, ließ ihn in die Felswand krachen, doch es näherten sich bereits zwei weitere Agenten.
    „Zwillingszauber. Kugelblitz.“
    Zwei der magischen Geschosse trafen sie und ließen sie einen Stück zurück torkeln. „Griers Männer sind eindeutig besser trainiert als DaFoes“, murmelte Lok, während er Ausschau nach Sophie, der Urheberin des Zaubers, hielt. Sie stand einige Meter weiter und versuchte sich aus dem Griff eines Agenten los zu strampeln.
    „Schockstoß.“
    Der Kopf des Agenten wurde zurück gerissen und er ließ Sophie los als sein restlicher Körper folgte. Sie fiel keuchend zu Boden. „Sophie!“ Lok schrie auf und wollte zu ihr hinüber eilen, wurde jedoch von einem Jokoul aufgehalten, das sich ihm keckernd ihn den Weg stellte. „Nein!“ Er zuckte zurück. Mit scheppernden Waffen schmiss sich Freelancer zwischen sie und kehrte in Form eines blauen Glühens in sein Amulett zurück, als Jokouls Klauen einen Spalt in seiner Rüstung fanden.
    „Kältestrahl.“
    Auch Jokoul verschwand, doch Lok hatte Sophie aus den Augen verloren.
    Diese rang gerade mit einem rothaarigen Agenten. Sie griff nach seinem Gesicht und drückte ihm die Daumen unter den Kiefer. Er heulte auf vor Schmerz, schaffte es jedoch sie am Kragen zu packen und über die Hüfte zu werfen. Mit einem dumpfen Schlag der ihr die Luft aus den Lungen presste fiel sie mit dem Rücken voran auf den Boden. Durch einen Schleier der sich über ihre Sinne legte nahm sie war wie er sich zu ihr umdrehte und über sie beugte.
    Mit einem schrillen Kampfschrei trat sie ihm in den Bauch, griff erneut in sein Gesicht und schlug ihm auf die Nase als er leicht gekrümmt zu Boden ging. „Du glaubst wohl“, presste sie hervor, „Dass ich einfacher zu erledigen bin, weil ich ein Mädchen bin, wie? Tja da hast du dich-“ Sie rammte ihm das Knie zwischen die Beine. „-wohl geirrt.“
    Während der Agent sich stöhnend und mit verdrehten Augen am Boden wand, stand sie auf und wischte sich eine Strähne aus dem verschwitzen Gesicht. Schwer atmend sah sie sich um: Die Lage hatte sich in den letzten Minuten dramatisch verschlechtert. Dante war voll und ganz damit beschäftigt Grier in Schach zu halten, die übrigen Agenten der Organisation hatten keine Probleme damit ihnen mehr als nur Widerstand zu leisten und von ihren Titanen waren nur noch Lindorm, Sabriel und König Basilisk übrig.
    Es sah nicht gut für sie aus.
    „Ich hoffe doch ich störe Sie nicht in Ihren Gedankengängen.“ Eine Agentin mit kurzen Haaren und breitem Kreuz kam auf sie zu.
    „Drachenfaust.“
    Sophie warf sich zur Seite und die Agentin hieb mit magischer Kraft auf die Wand ein. Stein bröckelte.
    „Schockstoß.“
    Die Agentin taumelte zurück und Sophie krabbelte vorwärts, auf die Stelle an der die Risse waren zu. Hastig fuhr sie mit den Fingern über die Wand, die Augen in höchste Konzentration zu Schlitzen verengt. Sie war sich sicher, dass sie hier gerade eben etwas gesehen hatte. Ein Funkeln, wie von etwas metallischem, oder einem Stein... Da!
    Sie ertastete einen kleinen Hohlraum, der wohl einmal in der Wand verborgen gewesen war, griff hinein und zog etwas heraus.
    Ein Amulett. Ein lindgrüner Stein, um den sich silberne Blätter rankten. Sie spürte den Titan der darin gebunden war, aber sie musste sich konzentrieren um eine Bindung zu ihm herstellen zu können. Sie schloss die Augen und versuchte sich an die Meditationsübungen, die sie mit Santiago gemacht hatte zu erinnern.
    „Entspann dich... Versuch alles um dich herum aus zu blenden...“
    Sie holte tief Luft und hielt das Amulett empor.
    „Beschütze uns, Adrastea.“
    Aus einem grünen Strahlen trat eine hochgewachsene schlanke Gestallt in kurzen griechischen Gewändern und mit einem Blätterkranz auf dem Kopf hervor. Sie sah Sophie aus ihren grün leuchtenden Augen an, packte dann Schild und Speer, die sie davor noch locker gehalten hatte und stürmte auf ihre Angreiferin zu. Die stämmige Agentin keuchte überrascht auf, als sie den Speerschaft gegen die Schläfe bekam und ging zu Boden.
    Sophie schob sich an der Wand empor, ihre Beine waren immer noch etwas zittrig.
    Die neu beschworene Titanin schlug sich unterdessen einen Weg durch die Reihen ihrer Gegner frei. Schließlich kam sie neben Lindorm zum Stehen. Sie legte eine Hand auf seinen bebenden Leib, es gab ein kurzes Aufleuchten und der Drache stürzte sich mit, wie es schien, doppelter Kraft in den Kampf.
    Die Reihen der Organisation begannen schwankte. Beseelt von dem neuen Kampfgeist, der auf ihrer Seite erwacht war, begaben sich auch Zhalia und Lok neu motiviert ins Gefecht.
    Ihre Rufe hallten von den Wänden wieder, als sie ihren Angreifern entgegen rannten. Die hinterste Reihe begann schon sich langsam zurück zu ziehen und angesteckt von der Furcht ihrer Kameraden ergriffen auch die übrigen Agenten schnell die Flucht.
    Triumphierend hielt Lok die geballte Faust empor. „Wir haben es geschafft.“
    Am anderen Ende des Raums sah Dante grinsend zu Grier hinüber. „Sieht aus als wäre es Zeit für dich zu gehen.“
    Grier biss die Zähne zusammen. „Anscheinend.“
    „Willst du nicht auf Rache oder etwas ähnliches schwören?“
    „Ich bin hier um die Pläne der Organisation durch zu führen und nicht meine persönlichen Fehden aus zu tragen.“ Er warf sich DaFoes bewusstlosen Körper über die Schulter. „Und ich weiß wann ich besiegt bin.“ Mit diesen Worten verschwand er in der Dunkelheit des Tunnels.

    „Sehr gut gemacht Team.“ Dante wand sich ihnen zu.
    „Ja super gemacht. Besonders du Sophie.“ Lok klopfte ihr kumpelhaft auf den Rücken.
    „Ach das, ähm, das war doch nichts.“ Sie spürte wie ihr die Röte ins Gesicht stieg.
    „Aber das will ich doch meinen. Du hast immerhin eine Bindung zu einem neuen Titan hergestellt und ihn direkt in den Kampf gerufen. So was schaffen sonst nur erfahrene Suchende.“ Dante warf einen Blick zu Zhalia hinüber. „Möchtest du uns deine neue Freundin vielleicht einmal vorstellen?“
    Sophie nickte. „Aber natürlich.“ Sie hielt das Amulett über das Holotome, das Dante vor ihr aufgeklappt hatte.
„Adrestea. Typ: Gaia-Titan. Größe: Durchschnittlich. Besondere Fähigkeit: Kräfteschub.“

~Anhang~
Sooo.... heute endlich das neue Kapitel. Ich habe mich sehr bemüht mehr auf die Grammatik zu achten und hoffe das ich nichts über sehen habe.
Erst einmal noch ein großes Dankeschön an alle unsere fleißigen Reviewschreiber *Danke!* Wir sind immer noch ganz baff, dass wir in so kurzer Zeit so viel Feedback bekommen haben. Also großes Lob an euch.
Hm ja ich habe Firunwin noch versprochen einen Disclamer einzufügen, da sie es einem von euch Lesern versprochen hat, also hie bitte sehr:

~Disclamer~
Alle Charaktere und die Meisten ihrer Eigenarten gehören nicht mir, sondern Iginio Straffi~

lg Ami und Firunwin

P.S.: Ich bin mri nicht sicher ob das an den Anfang oder ans Ende gehört, also hoffe ich das das egal ist....
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