Vampire City - Tage zum verrückt werden

GeschichteAbenteuer / P12
10.08.2010
14.09.2010
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„Man, Anna, was ist denn los?!“. Meine beste Freundin Anna zog mich aufgeregt über den Schulflur und auch alle anderen Mädchen denen ich über den Weg lief wirkten hektisch und aufgewühlt. Das unangenehme Gefühl dass ich etwas Wichtiges verpasst hatte schlich sich bei mir ein. Was war denn los? „Komm einfach Hailie..“, sagte Anna und zog mich hinaus auf den Schulhof. Hier wimmelte es bereits von weiblichen Schülerinnen, allesamt total aufgetakelt und mindestens so aufgeregt wie Anna, welche jetzt ein verknalltes Seufzen ausstieß und mich endlich freigab. Misstrauisch folgte ich  ihrem Blick und entdeckte das ganz offensichtlich teure Auto in der Mitte. Da es wahrscheinlich war dass sie nicht das Auto bewunderte wartete ich erstmal ab und lag mit meiner Vermutung richtig. Ein Mann stolzierte locker lässig aus dem Schulgebäude und setzte sich in das teure Auto. Die Mädchen seufzten glücklich. Ich verstand die Aufregung jedoch nicht so ganz.

Mann rein. Tür zu. Motor an und Auto weg. Spannend.

„War’s das?“. Normalerweise war ich nicht so schlecht gelaunt doch nachdem ich heute morgen meinen Kopf ziemlich übel an der Kühlschranktüre gestoßen hatte, bemerkt hatte dass mein Kater auf meine Hausaufgaben gepinkelt hatte UND in der Zeitung stand dass meine Lieblingsgetränkemarke verklagt wurde weil angeblich Kokainspuren im Getränk gefunden wurden hatte ich die Nase voll von dem Tag und konnte das Ende kaum abwarten. „Ist der nicht total süß?“, kicherte Anna und ich konnte sehen wie ihre Wangen deutlich rosa wurden.
„Hm. Wer ist das überhaupt?“, fragte ich und heuchelte Interesse vor. Ich hatte sein Gesicht kaum gesehen und konnte dazu also nichts sagen. „Ein neuer Schüler aus Atlanta. Seine Eltern ließen sich scheiden und jetzt wohnt er hier bei seinem Onkel. Sein Name ist Jason.“. Ungläubisch starrte ich sie an. „Und woher weißt du das alles?“, fragte ich aber sie legte nur ein Grinsen auf und zuckte mit den Schultern. „Tja.“.

Das war dann auch das ‚aufregendste‘ an dem Tag, wenn man das Blut des toten Froschs in Biologie auf meinem weißen T-Shirt nicht mitzählte. Ein grauenhafter Tag. Wieder Zuhause ließ ich meinen Rucksack direkt von meinem Rücken fallen und ging in die Küche zum Kühlschrank. Zum Glück hatte ich noch drei Paletten mit Dosen voll von meinem Lieblingsgetränk gebunkert, so dass es mir jetzt treu zur Seite stehen konnte und wenigstens ein bisschen des Tages retten konnte. Als ich mich damit auf die Couch verkrümelte und den Fernseher anschaltete fragte ich mich ob ich wenn ich eine große Menge davon trinken würde high werden würde. Intressante Theorie die nach einer Nachprüfung verlangte. Da ich sowieso nichts besseres zutun hatte konnte ich das auch gleich jetzt machen.

Vor mir standen mindestens 50 leere Dosen und ein leerer Eimer für den Fall dass ich brechen müsste. Mir war kotzübel, aber high war ich definitiv nicht. All zu viel Kokain kann da also nicht drin sein, oder? Oder muss man sich das direkt spritzen oder durch die Nase ziehen? Ich muss zugeben dass ich davon überhaupt keine Ahnung hatte und das war wohl mehr oder weniger auch gut so.
„Hailie? Bist du da?“, die Stimme meiner Mutter gemischt mit dem Klimpern ihres Schlüssels. „Wo soll ich sonst sein, Mum?“, rief ich zurück und kurz darauf ging die Tür auf und meine Mutter kam herein. „Hattest du einen guten Tag?“, fragte sie aber ich wusste genau dass sie mir überhaupt nicht zuhörte und es sie sowieso nicht interessierte. „Ja ganz große Klasse. Ich wurd heute auf dem Männerklo entjungfert. Drei mal.“. „Das ist schön mein Schatz. Hat dein Daddy angerufen?“, ich sag ja sie hört mir nicht zu. „Nein.“. „Er sollte doch anrufen! Ich kann dich und deinen Bruder morgen nicht zur Schule bringen okay? Sei mir nicht böse.“, mit diesen Worten sprintete sie in die Küche und ich hörte wie sie das Abendessen vorbereitete. „Schon okay, Mum!“.
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