Tiredness

von Yu-chan85
GeschichteAllgemein / P18
05.08.2010
02.05.2011
22
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Kapitel 1

“Verdammt noch mal du Idiot ich hab keinen anderen angeguckt!”

“Ach nein? Dann hab ich mir das alles nur eingebildet oder was?”

“Wäre ja nicht das erste Mal!”

“Klar, ich bin krank, schon klar. Hör zu, ich bin nicht blöd und ich kann schon unterscheiden wenn du jemanden einfach nur ansiehst oder wenn deine Augen an ihm kleben!”

“Sicher bist du krank, hör dich mal bei unseren Freunden um. Ich bin ja nicht die Einzige die das denkt!”

“Ja schon klar, das dir deine Freundin recht gibt ist ja wohl klar. Die ist ja nicht besser wie du!”

“Was soll das denn heissen? Sprich dich aus Ji Jong!”

“Vergiss es einfach, ich verpiss mich!”

“Gute Idee mach das, verschwinde… Arschloch!”

“Schlampe!”

Wir schmissen uns wieder furchtbar nette Worte an den Kopf dabei lief es jetzt ein paar Monate recht gut.

Nachdem Ji Jong mal begriffen hatte das ich nur ihn liebte blieb es ziemlich lange in seinem Kopf doch man merkte irgendwann seinen verärgerten Blick und für mich war es klar das er irgendwann wieder austicken würde aber das es direkt so sein würde, damit hatte ich nicht gerechnet.

Jetzt war er also mit einem lauten Türknallen weg und im Gegensatz zu den vielen anderen Malen war ich erleichtert das ich allein war.
Nicht wie sonst hing ich deprimiert in einem Ecken sondern fühlte mich irgendwie befreit.
Doch dieses Gefühl machte  mir auch irgendwo Angst.
So beschloss ich Min- Lee anzurufen.

Klar war ich mir bewusst das es verdammt spät war aber ich konnte jetzt niemanden gebrauchen der mir sagte das Ji Jong es nicht so meinte, ich doch wüsste wie er ist.
Ich brauchte jetzt jemanden der mir bestätigte das er ein Idiot und ein Arschloch war und wer würde sich da besser eignen als Min -Lee?
Verschlafen ging sie ran und als ich mich meldete fauchte sie mich an.

“Thien, hast du schon mal auf die Uhr geschaut?”

“Ja hab ich aber… ich muss mit dir reden!”

“Was ist denn um Himmels Willen?”

“Es geht um Ji Jong!” druckste ich etwas rum, ich wusste ja das sie das noch weniger toll fand als die Tatsache so spät noch mit mir reden zu müssen.

“Wegen dem kleinen Scheisser muss ich jetzt wach gemacht werden oder was? Oh man, dir ist schon klar das er so keine Symphatiepunkte bei mir sammelt ja? Erzähl, was hat er gemacht!”

“Darum geht es eigentlich in dem Sinne nicht. Ich meine irgendwie schon aber mich beschäftigt gerade etwas anderes!”

“Und ich will wissen was Scheisserchen gemacht hat damit ich mich wieder aufregen kann und ihm das nächste mal eine reinhauen kann wenn ich ihn seh.”

Ich liess mich dann breit schlagen und erzählte ihr dann eben was passiert war.
Das wir in einem Club waren und ich mich ganz normal umgesehen hatte und er direkt annahm ich hätte jemand anderem im Auge gehabt.
Das er darauf hin total ausflippte und schon in dem Club eine Szene machte musste ich nicht erwähnen. Das konnte sie sich denken und erst recht wusste sie was zu Hause abging.

“Na euer Frieden hat ja wirklich lange angehalten …alle Achtung. Oh man Thien, ich sags ja wirklich ungern aber meinst du echt das er das ist, was du wirklich willst? Zum einen dieser ganze Stress den ihr immer habt und dann noch das ihr so an für sich gar nicht zusammen passt?”

“Ich hab dich angerufen also hör mir auch zu. Als er dann gegangen ist, das war irgendwie komisch. Sonst hab ich mich immer fertig gemacht und jetzt war ich irgendwie… ich weiss auch nicht, fast erleichtert. Das beschäftigt mich jetzt und da wollte ich mal mit dir reden.”

“Du warst erleichtert das er gegangen ist?”

“Ja, ich weiss ja auch nicht. Irgendwie froh das ich jetzt nicht die Nacht noch mit ihm durchdiskutieren muss und überhaupt, das ich meine Ruhe hab.”

“Dich interessiert es nicht wo er gerade ist?”

“Um ehrlich zu sein nicht die Bohne. Mal davon abgesehen das der eh irgendwo bei seinen Freunden ist.”

“Willst du meine ehrliche Meinung hören?”

“Ja klar deswegen hab ich ja auch dich angerufen!”

“Ich denke das du ohne ihn besser dran wärst. Wenn du schon selber sagst das du froh warst als er weg war oder du dich erleichtert gefühlt hast dann denke ich weißt du die Antwort eigentlich schon selber. Im Grunde war mir das auch klar, es war eben nur eine Frage der Zeit bis du darauf kommst. Den Stress den er macht der ist nun mal nicht ohne und der zerrt an den Nerven. Vor allem wenn man so treu doof ist wie du.”

“Sag das dem, nicht mir!”

“Dem sag ich gar nichts, dem hau ich höchstens eine rein. Ich hab noch nie verstanden was an dem so toll sein soll!”

“Soll ich es dir noch mal sagen?”

“Nein lass mal, ich wollte heute gern noch irgendwann schlafen aber Thien, so kann das nicht weitergehen. Ihr macht euch ja selber kaputt.”

“Ich weiss aber… ach ich weiss auch nicht. Ich denke ich werde jetzt in´s Bett gehen und schlafen!”

“Ja schön, jetzt bin ich wach und du gehst schlafen aber ist okay, so kann ich vielleicht auch noch ein paar Stunden die Augen zu machen. Ich meld mich morgen mal kurz um zu erfahren was Scheisserchen gemeint hat!”

“Ok, danke Min-Lee, bis Morgen!”

“Nix zu danken... Bye!”

Ich hatte schon einen richtigen Horror vor dieser Nacht. Ich fand ja doch keine Ruhe wenn ich wusste das er nicht auf der Couch oder neben mir im Bett lag.
Immer noch grübelnd schleppte ich mich in´s Bett nachdem ich mich fertig gemacht hatte und legte mich hin.

Langsam schloss ich meine Augen und siehe da.
Ich verschwendete gar nicht so viel Gedanken an ihn wie ich eigentlich annahm und schlief auch für meine Verhältnisse recht schnell ein.

Als ich am nächsten Morgen meine Augen aufmachte und durch die Wohnung spazierte war Ji Jong immer noch nicht zu Hause.
Nun gut,  wenn er eben schmollen wollte dann sollte er das machen.
Ich wäre diesmal nicht diejenige die nachgeben würde.
Ich kümmerte mich erst mal um den Haushalt und sah zu das ich auch die Wäsche raus gehangen bekäme ehe das schöne Wetter  vorbei wäre.

Nachdem auch das erledigt war ging ich wieder rein und trank erst mal meine Tasse Kaffee in Ruhe als ich hörte das die Tür aufging.
Ich blieb gelassen auf der Couch sitzen und rührte mich nicht.
Wenn er reden wollte dann bitte, er könnte ja den Mund aufmachen.

Ich hörte wie er in die Küche ging und da ein wenig mit den Tassen rumklimperte ehe er langsam in´s Wohnzimmer kam, wirklich beschissen aussah.

“Hey!” setzte er sich neben mich.

Ich sah ihn nur kurz an sagte aber nichts.

“Ich muss mit dir reden Thien!”

“Dann mach!” blieb ich weiterhin so kühl.

Ich war mir nicht so sicher ob er es ernst meinte oder ob ihn einfach nur sein schlechtes Gewissen dazu trieb.

“Das mit gestern das …das tut mir wirklich leid. Ich hab da überreagiert und weiss auch nicht was wieder los war. Ich kann immer nur wieder sagen das ich dich liebe und Angst habe dich zu verlieren aber…!”

“Was aber!” zeigte ich mich immer noch wenig beeindruckt von seinen Worten.

Er schaute mich irgendwie anders an als sonst, irgendetwas stimmte nicht, da war ich mir sicher uns so langsam beunruhigte mich das Ganze etwas.
Um ehrlich zu sein war ich innerlich total durch den Wind, so kannte ich ihn nicht.

“Was denkst du denn wo ich die Nacht war? Bei den Jungs?” schaute er weg.

“Ja!” antwortete ich ihm kurz um ihn dann zu ermahnen das er mich ansehen sollte.

Nut unter zögern schaute er mir ins Gesicht und sagte “Da war ich aber nicht!”

Schlagartig wurde mir schlecht, mein Herz pochte unaufhaltsam als ich ihn etwas lauter fragte “Wo warst du?”

“Ich…!” er brach einfach ab und ich merkte wie es ihm furchtbar schwer fiel.

“Wo warst du?” schrei ich ihn an.

“Ich weiss nicht wo genau ich war ich weiss nur das, also… ich weiss nur das ich in einem Bett gelegen habe.”

Meine Augen weiteten sich und ich schüttelte den Kopf.

“Ich weiss nicht wie ich das sagen soll Thien. Ich weiss ja selber nicht wie das passieren konnte aber ich…!”

“Ji Jong jetzt sag endlich das was du sagen willst verdammt noch mal. Sonst bekommst du deine Fresse auch immer auf also jetzt sag!”

Ich drängelte ihn so sehr in der Hoffnung das sich mein Verdacht nicht bewahrheiten würde.

“Ich… ich… Scheiße ich hab dich betrogen. Es tut mir leid ich weiss…!” das war der Moment in dem ich mich ausklinkte.