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Come Sit With Me

von Kahnah
GeschichteDrama / P12 / Gen
Chrno Rosette Christopher
30.07.2010
30.07.2010
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Die Idee hierzu kam mir, nachdem ich Folge 24 zum zweiten mal schaute. Man sieht zwar, wie die Uhr aufhört zu ticken und Rosette stirbt, aber wenn Azmaria sie später findet, wurde sie bewegt, was nur Chrono getan haben konnte. Was ist also genau nach Rosettes Tod geschehen?
- basierend auf dem englischen Dialog, falls sich manche Wundern. Die Übersetzungen sind vielleicht nicht 100% richtig, habt erbarmen mit mir -
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Come Sit With Me


„Ich...“ Die Tränen tropften an ihrem Kinn hinab, während sie versuchte sie zu stoppen auch wenn sie das nicht brauchte. Nicht wenn nur sie zwei hier waren. „Ich wusste es, aber ich habe solche Angst.“
Die Hand des Dämons griff nach ihrer, so wie sie es im gleichen Moment tat.
„Ich habe Angst.“ Ihre Stimme brach endgültig. Nach all den Jahren, nachdem sie so lange stark war, gab Rosette Christopher die Maske auf und sprach endlich die Wahrheit aus: „Ich will nicht sterben!“
Obwohl ihre restliche Kraft bis vor einigen Augenblicken nur noch ein Schatten ihrer früheren gewesen war, presste sie sich jetzt mit aller Macht an ihm und versuchte ihr Gesicht in seiner Schulter zu vergraben: „Ich will... Ich will nur noch ein wenig länger leben! Ist das so falsch?“
Chrono konnte spüren, wie schwer diese Worte waren, wie sehr sie ihn trafen. Er war dafür verantwortlich, er hielt sie davon ab, länger zu leben. Genauso wie früher. „Nein Rosette.“
Sie begann noch heftiger zu weinen, während die Sonne vor ihnen unterging und alles blutrot färbte. Vielleicht war es sogar ihr Blut. Das Blut aus den Stigmata, welche nur sehr langsam verheilten.
Die Uhr tickte ihre Zeit herunter und mit einem mal wurde das Mädchen ganz ruhig. Sie drehte den Kopf zur Seite, schaute in den Sonnenuntergang, der vielleicht nur ein Sinnbild für ihr Leben war.
„Chrono...“
Er wartete, hoffte auf die Worte, von den sie beide wussten, dass sie verboten und zugleich so wahr waren, sodass niemand von ihnen wagte, sie auszusprechen.
„Danke.“, hauchte sie und ihre zitternde Hand drückte seine fester.
Die Uhr verstummte, während die Sonne hinter dem Horizont verschwand. Trotzdem starrte er immer noch zu diesem Punkt, wo es am längsten hell sein würde. Solange noch Licht da war, solange gab es noch Hoffnung und solange... solange würde Rosette vielleicht noch leben.
Aber das Licht hielt länger als die Wärme in ihren Fingern, während ihr Körper schwer gegen seinen drückte.
Es wirkte zu surreal, zu grausam, als das es wahr sein konnte. Warum sollte Gott das zulassen? War Rosette nicht eine Heilige? Was hatte sie schon getan außer an seiner Front zu kämpfen? Warum sollte sie das hier verdienen?
Nur wegen dem Bündnis mit einem Dämon? Nur wegen ihm?
Als wüsste er nicht, dass diese Fragen ihn nur im Kreis führen würden, zu oft hatte er sie sich selbst schon gestellt. Vielleicht war es einfach sein Schicksal, dass diejenigen die er liebte, starben. Er hatte nur erhofft, dass Gott diese Bürde von ihm nehmen würde, wenn er alles daran setzte, Aion aufzuhalten. Wenn er selbst, als Sündiger an der Seite des Herrn kämpfte.
Vielleicht waren Gottes Wege wirklich unergründlich.
Endlich senkte er die roten Augen von dem Sonnenuntergang, der schon lange gegangen war. Sie tränten.
Mit seiner freien Hand musste er Rosette stützen, damit sie nicht fiel, während seine andere immer noch ihre hielt. Es war so unfair.
„Hey.“ Er schüttelte sie sanft. „Hey Rosette.“
Würde sie aufwachen? Würde Gott ihnen noch eine Chance geben, nach all dem, was sie für ihn getan hatten?
Nein.
Er fasste sie an der Schulter und drückte sie in eine sitzende Position, seine eigenen Wunden schmerzten dabei. Ihr Kopf rollte ohne Halt nach hinten und ihre goldenes Haare fingen das letzte Licht ein, während sie über das Holz hinter ihnen fielen.
Ihre Haut war ganz bleich und genauso kühl wie die Finger zwischen seinen. Er befürchtete, sie würden brechen, wenn er zu fest drückte.
„Rosette.“
Es war schon keine Frage mehr, nur noch eine kalte Feststellung. Also war es tatsächlich vorbei, Gott hatte sie zu sich geholt.
In seiner Leere war kein Platz für Wut, trotzdem empfand er sie. Er schwor sich, dass es nicht sein letztes Gefühl sein sollte, dass es nicht mit einer Sünde enden sollte.
Chrono fuhr dem Mädchen durch die Haare, erblickte dabei die fast verheilten Wunden, die Gott in ihre Haut geritzt hatte und lehnte den Kopf gegen ihren.
Die Uhr gab ein totes Geräusch von sich, während er in die Dunkelheit sah, die jetzt nur noch übrig war.
Und während er ebenfalls sein ewiges Leben aufgab, konnte er nur daran denken, dass sie das Licht und er die Finsternis war. Der Engel und der Dämon.
Und zusammengebracht, konnten sie sich nur gegenseitig auslöschen.
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