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The Secret is Love

GeschichteLiebesgeschichte / P12 / Gen
Captain Sharon Raydor Charlene "Charlie" Johnson Deputy Chief Brenda Leigh Johnson Special Agent Fritz Howard
30.07.2010
20.08.2017
5
7.705
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20.08.2017 1.014
 
Vierzehn Stunden zuvor...

„ Vater vergib mir, denn ich habe gesündigt. Im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.“, flüsterte Sharon und bekreuzigte sich. Ihr Beichtvater, Pater Graham Jonas verzichtete auf das üblicherweise zu vollziehende Beichtritual. Immerhin kannte er Sharon Raydor schon seit ihrer Jugend und war für sie beinahe ein väterlicher Freund. So lächelte er warmherzig und fragte mit sanfter Stimme: „ Was haben Sie auf dem Herzen, meine Tochter?“
Sharon seufzte tief. Wo sollte sie nur anfangen? Es gab so viele Sünden zu beichten.

Ihr Beruf, der sie dazu zwang auf Menschen zu schießen (wenn auch immer mit Grund, dennoch war es Sünde).

Ihr allabendliches Ritual, zwei bis drei Gläser Wein zu trinken (zugegeben, ein harmloses Hobby, aber dennoch...)

Ihre Liebe zu Frauen war natürlich eine der obersten Sünden aus dem Blickwinkel der katholischen Kirche. Sie stammte aus einem streng katholischen Elternhaus und es hatte eine schiere Ewigkeit gedauert, bis sie zu der Überzeugung kam, dass sie nun einmal liebte, wen sie liebte. Und dennoch war auch das Sünde.

Oh und nicht zu vergessen, dass sie gerade dabei war, eine Ehe zu zerstören. Die Ehe von Brenda und Agent Fritz Howard... Diese Sünde wog am Schwersten.

Manchmal wusste Sharon überhaupt nicht, wie sie jemals wieder ohne schlechtes Gewissen in den Spiegel schauen sollte. Zumal sie Agent Howard wirklich sehr schätzte.
Und trotzdem schläfst du mit seiner Frau, schoss es ihr zynisch durch den Kopf.
- Das war doch niemals geplant gewesen!
- Nun, geplant vielleicht nicht. Aber du hast dich immer zu Brenda hingezogen gefühlt. Seit eurer ersten Begegnung.
- Nun ja, nicht direkt. Eigentlich war sie mir zu Beginn ein Dorn im Auge gewesen.
- Wirklich? Hast du nicht vielmehr in ihr eine ebenbürtige Frau gesehen. Das, was du dir immer in einer Partnerschaft gewünscht hast?
- Nun...hm...ja. Eine ebenbürtige Frau mit einem Hang zu fürchterlichen Blümchen-Kleidern.
- Ach komm schon, genau das fandest du doch so süß an ihr!
- Ja, das stimmt. Die Blümchen-Klamotten und ihre chaotische Mentalität. Einfach goldig.
- Und begehrenswert.
- Ja. Vor allem ihr zauberhaftes Lächeln. Sie ist die überwältigendste Frau, die mir je begegnet ist.
- Stimmt UND sie ist die Frau von Agent Howard.
- Ich weiß...ich weiß es ja.
- Und warum schläfst du dann mit ihr?
- Hey, hier geht es nicht ausschließlich um die Befriedigung fleischlicher Lust. Ich LIEBE Brenda. Ich liebe sie, wie ich noch nie einen Menschen zuvor geliebt habe!
- Und dennoch ist es Sünde...

Tränen liefen über Sharons Wangen und nur mühsam konnte sie ein Schluchzen unterdrücken.
Das war doch verrückt: einerseits war sie so glücklich, wie noch nie zuvor in ihrem Leben. Sie liebte Brenda und Brenda liebte sie. Und andererseits fühlte sie sich gleichzeitig schäbig und hinterhältig Agent Howard gegenüber. Das musste einfach aufhören – es musste AUFHÖREN!
Deshalb hatte sie Brenda die Bedingung gestellt, Fritz reinen Wein auszuschenken...und damit ihre Ehe zu zerstören...

„ Vater vergib mir, denn ich habe gesündigt. Aber ich...ich kann nicht darüber reden. Jedenfalls jetzt noch nicht. Es tut mir leid.“, sagte sie und seufzte erneut.
Pater Jonas nickte nachsichtig und erwiderte: „ Komm wieder, wenn du soweit bist, meine Tochter. Denn vergiss nicht: Vergebung ist geduldig.“
Sharon lächelte zaghaft, bedankte sich und verließ den Beichtstuhl mit einem flauen Gefühl im Magen.


Zurück in der Gegenwart...

„ Nein, das kann nicht sein. Fritz würde nie einen Menschen kaltblütig töten. Nie...niemals!“, stammelte Brenda und zog die Knie fester an ihren Körper.
Sharon zerriss es das Herz zu sehen, wie Brenda wie ein Häuflein Elend vor ihr saß und am ganzen Körper zitterte. Entschlossen legte sie den Blazer zurück, den sie gerade anziehen wollte und setzte sich zu ihrer Freundin aufs Bett. „ Brenda Liebes, es ist ja auch noch nicht gesagt, dass Fritz überhaupt jemanden umgebracht hat. Sicher ist nur...“, sie wog ihre nächsten Worte sorgfältig ab, bevor sie fortfuhr: „ ...dass in eurer Wohnung eine tote Frau gefunden wurde. Fritz selbst hat mich angerufen. Ich habe ihm geraten, sofort die Spurensicherung zu alarmieren. Und ich selbst muss auch zum Tatort – du weißt ja, dieser Fall fällt in meinen Zuständigkeitsbereich.“ Brenda begann bitterlich zu weinen und flüsterte: „ Großer Gott, das ist alles meine Schuld. Ich...Sharon, ich komme mit.“ – „Nein, Brenda, du weißt, dass das nicht geht. Du bist als seine Frau zu sehr involviert. Außerdem“, sie schluckte, „ außerdem ist es in der momentanen Situation ohnehin keine gute Idee, wenn ihr jetzt aufeinander treffen würdet.“

Brenda schniefte und nickte stumm. Ja, Sharon hatte recht. Sie war viel zu aufgewühlt und ohnehin wäre sie wahrscheinlich die letzte Person gewesen, die Fritz jetzt zu Gesicht bekommen wollen würde. Dennoch bereitete es ihr unendliche Qualen, jetzt nicht für Fritz da sein zu dürfen, denn auch wenn ihre Ehe vorbei war, bedeutete er ihr noch immer sehr viel.
Sharon legte die Arme um sie und Brenda kuschelte sich dankbar an ihre Schulter. „ Sharon, bitte versprich mir, dass Fritz gut behandelt wird. Er...er ist kein Mörder.“, sagte sie leise. Sharon nickte, nahm Brendas Gesicht zwischen ihre Hände und antwortete: „ Brenda, ich werde sehen, was ich für ihn tun kann. Ich verspreche dir, dass ich herausfinden werde, was Fritz heute Nacht widerfahren ist, okay?“ – „ Okay.“ – „ Gut, ich...ich muss jetzt aber wirklich los. Oder soll ich meinen Stellvertreter schicken? Denn eigentlich möchte ich dich jetzt nicht gern allein lassen.“, bot Sharon an, doch Brenda schüttelte heftig den Kopf und sagte:
„ Nein Sharon, bitte geh du. Nur dir wird es gelingen, den Fall aufzuklären. Ich...ich vertraue dir.“

Gerührt strich Sharon ihr über die Wange und küsste sie zärtlich. Während sie aufstand ließ sie Brendas Hand nicht los, sie wollte ihr solange wie möglich  Halt geben. Brenda blinzelte ihre Tränen fort, lächelte tapfer und ermutigte sie, zu gehen: „ Ich...ich komme schon zurecht.“ Sharon nickte, zog sich den Blazer über, gab ihr noch einen Kuss und ging zur Tür. Ehe sie sie öffnete, drehte sie sich noch einmal um und sagte: „ Vergiss nie, dass ich dich liebe, Brenda.“ – Und ich liebe dich, Sharon.“, erwiderte diese.

Dann schloss sich die Tür hinter Sharon. Brenda kauerte sich in die Ecke des Sofas und begann erneut, hemmungslos zu weinen.
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