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The Secret is Love

GeschichteLiebesgeschichte / P12 / Gen
Captain Sharon Raydor Charlene "Charlie" Johnson Deputy Chief Brenda Leigh Johnson Special Agent Fritz Howard
30.07.2010
20.08.2017
5
7.705
1
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Dieses Kapitel
2 Reviews
 
30.07.2010 1.906
 
Für Lamia Lilith, meinen treuesten Fan dieser Story!!!

Es war kurios. Es war komplett verrückt. Es war mit nichts zu vergleichen, was sie jemals erlebt hatte. ABER...es fühlte sich wahnsinnig gut an! Es dämmerte bereits, die Sonne bahnte sich ihren Weg und hing jetzt als glühender orange- farbender Feuerball am Firmament. Noch hielten ihr vereinzelte Sterne tapfer stand, doch schon in wenigen Stunden würde sich eine strahlende Sonne gegen die Mächte der Nacht durchgesetzt haben. Wie poetisch... Brenda seufzte und drehte sich um zu ihrer schlafenden Freundin. Das morgendliche Licht umspielte ihr dichtes braunes Haar, welches sich wie Wasser über ihre Schultern auf das Kissen ergoss. Ich wünschte, ich hätte so tolles Haar, dachte Brenda fasziniert. Vorsichtig strich sie Sharon eine Strähne aus dem Gesicht, um es besser betrachten zu können. Wie jung sie aussah. Ihre Haut war glatt, wie das Blatt einer Blüte und sie roch gut. Brenda hätte ewig so da liegen können, wäre da bloß nicht das nur allzu vertraute Piepsen ihres Handys gewesen. Oh bitte, nicht jetzt – das war gemein! Noch bevor Brenda auch nur in Erwägung ziehen konnte, den frühmorgendlichen Störenfried einfach zu ignorieren, tippte Sharon ihr schlaftrunken auf den Arm und murmelte: „ Tu uns beiden den Gefallen und geh ans Telefon, ja?“ Sie erahnte das verdutzte Gesicht ihrer Freundin, grinste und ergänzte, ohne die Augen zu öffnen: „ Bevor du fragst, nur ein Wort: Multitasking.“ Brenda stellte sich vor, wie Sharon sogar im Schlaf für Recht und Ordnung sorgte und musste lachen. Dann schwang sie sich aus dem Bett und begann nach ihrem Handy zu suchen. Minutenlang. Verflixt und zugenäht, wo war das verdammte Ding denn nur? Schließlich beschloss Sharon, ihr zu helfen. Kopfschüttelnd zog sie das Handy unter Brendas Bluse hervor und gab es Brenda, die verlegen errötete und sagte: „ Du bist ein Schatz! Was täte ich nur ohne dich?“ –
„ Tja, DAS frage ich mich auch!“, seufzte Sharon. Verschmitzt zwinkerte Brenda ihr zu und nahm dann den Anruf entgegen: „ Deputy Chief Brenda Leigh Johnson.“
Nachdem Brenda ihr Telefonat mit Lieutenant Flynn beendet hatte – es ging um den Abschlussbericht eines Falles – war sie wieder zu Sharon ins Bett gekrochen. Sie hatten aneinander geschmiegt da gelegen und beobachtet, wie die Sonne immer mehr an Kraft gewann, bis sie schließlich in voller Pracht den Himmel über Los Angeles in ihren Besitz nahm. Es war zu schön, um wahr zu sein! „ Was hältst du von einem schönen Frühstück?“, meinte Sharon schließlich und streckte sich. Brenda hatte sie noch nie so entspannt und fröhlich erlebt. Kaum zu glauben, dass sie der Auslöser dafür war! Sie schürzte die Lippen und erwiderte: „ Hm...und woran hattest du da gedacht?“

Wenig später saßen beide Frauen an einem üppig gedeckten Frühstückstisch, der an Auswahl nichts zu wünschen übrig ließ: Da gab es ein Körbchen mit frischen Croissants, eine Obstschale mit Bananen, Orangen und Erdbeeren, Konfitüre in allen möglichen Variationen und – das allerwichtigste – herrlich duftendem Kaffee. Brenda fühlte sich wie im Schlaraffenland. Gefühlsmäßig lag sie auf einer kuschelweichen, lauschigen Wolke 7. Alles war perfekt…naja, fast alles. Sie musste an Fritz denken, den sie wenige Stunden zuvor das Herz gebrochen hatte. Eine Welle des schlechten Gewissens überkam sie: Durfte sie glücklich sein, während ihr Mann am Boden zerstört war? Denn auch wenn sie sich gegen ihn und ihre Ehe entschieden hatte, so fühlte sie sich ihm noch immer tief verbunden. Sharon spürte Brendas Traurigkeit und legte ihr eine Hand auf den Arm. „ Bereust du deine Entscheidung?“, fragte sie zaghaft, doch Brenda schüttelte heftig den Kopf und antwortete: „ Nein! Nein, es ist nur…ich mache mir einfach Sorgen um Fritz. Ich hab Angst, er könnte wieder rückfällig werden.“ Sharon nickte. Sie kannte die Geschichte um Fritz‘ Alkoholproblem, er war zwar seit ca. fünf Jahren trocken, doch die neue Situation könnte ihm zum Verhängnis werden. Sie wollte sich lieber nicht ausmalen, was passierte, würde Brendas Befürchtung wahr werden… Doch was sollte sie tun? Zu Fritz gehen und sagen: „ Agent Howard, ich bin der Grund, weshalb Brenda Sie verlassen hat. Also, wenn Sie auf jemanden wütend sein wollen, dann bitte auf mich! Denn ich habe Ihr Leben zerstört, ich habe…“ In Sharons Ohren rauschte es. Schuldgefühle stiegen in ihr hoch und Erinnerungen, die sie schon vor Jahren verschüttet zu haben glaubte. Denn sie wusste, wie Fritz Howard sich jetzt fühlte. Kannte diesen grenzenlosen Schmerz. Denn auch sie hatte einst eine Person verloren, die sie für ihre große Liebe gehalten hatte. Mit der sie hatte alt werden wollen. Ihr Name war Bridget Stevens. Und dann hatte sie ihr das Herz gebrochen… Mit aller Gewalt schüttelte Sharon den Gedanken ab. Nein, jetzt war definitiv nicht der richtige Zeitpunkt über diese Frau nachzudenken! Vorsichtig rückte sie mit dem Stuhl näher zu Brenda, umfasste ihre Taille und legte das Kinn auf ihre Schulter: „ Weißt du, ich kenne da einige Leute beim FBI. Unter anderem einen sehr guten Freund von Fritz. Joshua McFinnigan (du kennst ihn sicher). Ich könnte ihn anrufen und bitten, nach deinem…nach Agent Howard zu sehen. Was hältst du davon?“ Brenda kuschelte sich an ihre Freundin. Ihre Nähe tat gut. Dann strich sie ihr übers Haar und flüsterte: „ Ach Süße, da sind wir nun endlich zusammen – und ich rede pausenlos von meinem Ex. Entschuldige bitte, es ist nur…“ – „ …dass du dich um sein Wohlbefinden sorgst.“, vollendete Sharon den Satz für sie, „ Das verstehe ich doch! Und das mag ich so an dir: du stellst das Wohlergehen anderer über dein eigenes Glück.“ Nicht immer die beste Lösung, dachte Brenda, fühlte sich aber dennoch geschmeichelt. „ Du bist mir deshalb also nicht böse?“, hakte sie noch einmal nach. Sharon schüttelte vehement den Kopf: „ Aber nein.“ Da konnte Brenda nicht anders und küsste ihre Freundin, trotz vollem Mund (sie hatte gerade in ein Croissant gebissen). Dann verpasste sie ihr einen Nasenstüber und sagte: „ Ich liebe dich, Sharon Raydor!“ Diese lächelte und erwiderte: „ Und ich liebe dich, Brenda Leigh Johnson!“

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Währenddessen in der Wohnung von Brenda und Fritz…
Guten Tag, das ist der Anrufbeantworter von Brenda Leigh Johnson Und Fritz Howard. Ganz offensichtlich sind wir zurzeit verhindert. Sie können aber gern nach dem Piep eine Nachricht für uns hinterlassen. Danke sehr…danke vielmals!
Er hätte sich etwas Originelleres gewünscht, aber sie hatte gemeint, es solle kein Kunstwerk werden, sondern ein funktionaler Text. Typisch für sie! Es hatte einige Dinge gegeben, die ihn an ihr störten. Jetzt allerdings hätte er ihr das alles verziehen. Doch sie war fort, vermutlich für immer. Und vorher hatte sie ihm noch eben schnell das Herz gebrochen. Ich habe keine Ehefrau mehr, schoss es ihm durch den Kopf, einfach so. Und dabei hatte er gedacht, Brenda wäre die Liebe seines Lebens. Okay, das hatte er bei Cindy Collins damals auch gedacht. Cindy, seine erste Ehefrau, die Brenda bis zum heutigen Tage Elaine nannte. Aber warum? Er kannte doch überhaupt keine Elaine! Insgeheim hatte er mit dem Gedanken gespielt, seine Tochter einmal Elaine zu nennen. Elaine Howard, das Kind von Brenda Leigh Johnson und ihm. Doch dieses Kind würde es nun niemals geben. Autsch, da war es wieder. Dieser Stich mitten ins Herz. Mühsam rappelte sich Fritz auf und war erstaunt, sich mitten im Flur wiederzufinden. Auf dem Boden liegend. Verwirrt versuchte er sich zu erinnern, wie er hier gelandet war. Und wem – zum Teufel – gehörte der hochhackige Schuh, der an der Kommode lag? Vielleicht…ein kleiner Hoffnungsfunken blitzte in ihm auf…vielleicht war Brenda ja zurückgekehrt. Er krabbelte zur Kommode, zog sich an ihr hoch und stand wankend auf. Und ihm war, als würden Tausende von kleinen Bomben in seinem Schädel explodieren. Atombomben. „ Brenda?“, stolpernd bewegte er sich auf das Schlafzimmer zu, „ Schatz, bist du da?“ Endlich erreichte er die Tür und öffnete sie einen Spalt. Das erste, was er sah, war eine schmaler Arm, der vom Ehebett herabbaumelte, dann die dazugehörige Schulter und langes, lockiges blondes Haar. Es ist wirklich Brenda, dachte Fritz und sein Herz tat einen freudigen Sprung. Voller Glück schob er die Tür nun ganz auf, sprang ins Zimmer, direkt auf das Bett zu – und erstarrte. Brenda lag auf dem Bauch, das Haar verdeckte ihr Gesicht. Unter ihr hatte sich ein großer roter Fleck ausgebreitet. Oh Gott nein, bitte nicht! Doch schon als er mit dem Zeigefinger ihren Puls erfühlen wollte, wusste Fritz, dass sie tot war. Die Leichenstarre hatte schon eingesetzt. Nun konnte Fritz auch die Stichverletzungen an ihrem Körper erkennen…und die durchgeschnittene Kehle! Fassungslos wich Fritz von der Leiche zurück und prallte mit der Hand gegen den Türpfosten. Doch er spürte den Schmerz gar nicht. Ihm ging nur ein Gedanke durch den Kopf. Wie von Sinnen torkelte er aus dem Schlafzimmer, durch die ganze Wohnung, bis er endlich sein Handy fand. Zitternd wählte er die erste Nummer, die ihm einfiel, nämlich die des FID – der Abteilung für innerpolizeiliche Ermittlungen.

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Sie hatten sich dreimal hintereinander geliebt und lagen nun verschwitzt, aber überglücklich nebeneinander auf dem Sofa. „ Wow“, seufzte Brenda, „ ich hätte nie gedacht…“ – „ dass Frauen so guten Sex miteinander haben können?“, ergänzte Sharon schelmisch grinsend. Immer muss sie das letzte Wort haben, dachte Brenda und blickte begehrlich auf die nackten Brüste ihrer Freundin, die sie eben noch an ihrem Hals gespürt hatte. Aber sie hatte recht! Genau dieser Gedanke war ihr durch den Kopf gegangen. Sie hatte schon mit einigen Männern geschlafen und war dabei auch durchaus auf ihre Kosten gekommen. Aber der Sex mit Sharon war so anders, als alles, was sie bisher kennengelernt hatte. Hier ging es nicht nur darum, endlich den Höhepunkt zu erreichen und einen Orgasmus zu bekommen. Mit Sharon ging es darum, jede Sekunde auszukosten. Es ging um Zärtlichkeit und Respekt vor dem Körper der anderen. Doch das konnte Brenda ihr schlecht sagen! Also entschied sie sich für die Methode des Ausweichens. „ Also, wie wollen wir den Tag starten?“, fragte sie. Sharon grinste: Brenda wich ihr aus. Hatte sie auch nicht anders erwartet. „ Hmmm“, machte sie und kitzelte eine von Brendas Brustwarzen, die halb unter der Decke hervorschaute, „ ich dachte, das haben wir schon getan?“ Brenda wollte gerade erwidern, dass ihr das noch lange nicht reiche und um ein weiteres Mal bitten, als plötzlich ein Handy piepste. „ Das ist dieses Mal aber nicht meins!“, beeilte sie sich zu versichern. Tatsächlich erkannte Sharon es als ihr eigenes Handy, das auf dem Frisiertisch lag. Geschwind schlang sie sich die Bettdecke um den Körper, erhob sich und ging zum Hand. Unterwegs verlor sie die Bettdecke, grinste Brenda kokett an, lehnte sich lässig gegen den Tisch und nahm den Anruf entgegen: „ Captain Sharon Raydor.“ Brenda, die es äußerst amüsant fand, dass ihre Freundin trotz ihrer Nacktheit so schnell zum Dienstlichen übergehen konnte, schlüpfte währenddessen in Bademantel und Pantoffeln. „ Ja…ja, ich…verstehe. Vielen Dank, ich bin in einer halben Stunde da.“, beendete Sharon ihr Telefonat, legte auf und wandte sich Brenda zu. Diese erschrak über das plötzlich aschfahle Gesicht ihrer Freundin und fragte: „ Was…was ist denn passiert?“ Sharon schluckte und fuhr sich übers Gesicht. „ Sharon?“ – „ Brenda“, setzte sie an und räusperte sich, „ es geht um…deinen Mann. Ahm…Meine Leute sind schon auf dem Weg…ich muss auch gleich los…“ Brenda zitterte. Sie sah schon die grauenvollsten Szenarien vor sich. „ Was ist mit Fritz. Los, sag schon! Es...es ist ihm  doch nicht etwa etwas passiert?Er ist doch nicht...ich meine, Ist er…?“ Beruhigend legte Sharon ihr den Arm um die Schultern: „ Nein, nein, Fritz geht es gut! Es ist nur so…Es ist möglich, dass Fritz heute Nacht einen Mord begangen hat.“
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