The Secret is Love

GeschichteRomanze / P12
Captain Sharon Raydor Charlene "Charlie" Johnson Deputy Chief Brenda Leigh Johnson Special Agent Fritz Howard
30.07.2010
20.08.2017
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30.07.2010 1.801
 
Disclaimer: Sharon Raydor und Brenda Leigh Johnson gehören nicht mir. Aber diese Geschichte, DIE gehört mir ganz allein *fiesgrins*
Pairing: Brenda/Sharon
Widmung: Für Kyra Sedgwick und Mary McDonnell, die perfekt miteinander harmoniert haben…



„ Ich liebe dich auch Fritzi. Bye!“ Das Telefonat war vorbei. Gott sei Dank. Brenda fragte sich einmal mehr, wie lange das noch so weitergehen würde. Andauernd irgendwelche absurden Ausreden zu erfinden, um heiklen Situationen aus dem Weg zu gehen. Ihren Mann anzulügen. Immer und immer wieder. Sie fühlte sich schrecklich deswegen, doch wie sah die Alternative aus? Gab es überhaupt eine? Sie zuckte zusammen, als jemand sie am Arm berührte und mit weicher Stimme fragte: „ Wird es dir zu viel?“ Sharon. Nur wegen ihr konnte Brenda das alles tun. Hielt sie das alles durch. In manchen Sekunden fragte sie sich, ob das, was sie taten richtig war…aber eine Antwort darauf hatte sie bisher nicht gefunden. Sie wusste nur, dass sie jede Sekunde mit Sharon genoss.
Eben diese riss sie nun aus ihren Gedanken. „ Ich habe dich etwas gefragt. Wird es dir zu viel? Möchtest du, dass wir es beenden?“ Ein Blick in ihre Augen und Brenda kannte die Antwort. „ Nein“, sagte sie und seufzte, „ Es wäre wahrscheinlich klüger, aber…nein, ich…du bist mir einfach zu wichtig.“ Die Untertreibung des Jahres – Das war Brenda in dem Augenblick klar, als sie es aussprach. Du bist mir einfach zu wichtig traf nicht einmal annähernd das, was sie wirklich für die Brünette empfand. Die Zeit mit Sharon war…unbeschreiblich. Intensiv. Leidenschaftlich. Liebevoll. Eine Mischung von allem. Mit einem Lächeln registrierte Brenda die Erleichterung im Gesicht ihrer Freundin. „ Das…ist gut, wirklich. Verstehe mich bitte nicht falsch, ich hätte eine andere Antwort auch akzeptiert…auch wenn’s wehgetan hätte.“ Diese Sachlichkeit, die sie an den Tag legte. Diese unfassbare Ruhe. Doch Brenda wusste, dass das nur eine Täuschung war. Ein Schutzschild, das Sharon um sich errichtet hatte, um ihre Emotionen verbergen zu können. Und es funktionierte wirklich gut. Diese Selbstbeherrschung faszinierte Brenda, wie so viele andere Dinge auch.
Doch jetzt geschah etwas, das sie nie für möglich gehalten hätte: Sharon weinte. Still. Nur ihre Tränen konnte sie nicht verbergen. So hatte Brenda sie noch nie erlebt. „ Ich kann das aber nicht mehr, Brenda. Ich kann nicht.“, gestand die sonst so toughe Polizistin und versuchte wieder Herr ihrer Sinne zu werden, „ Wir treffen uns nun schon seit über drei Monaten. Und wenn wir uns eine Zeitlang nicht sehen, dann kann ich nicht aufhören an dich zu denken. Ich“, sie lachte und schüttelte den Kopf, „ ich kann mich kaum mehr auf meine Arbeit konzentrieren. Und dabei habe ich so viel zu tun. Aber ich denke immer zu an dich! Ich…das muss aufhören.“ Beim Reden war sie im Zimmer auf und ab gegangen, jetzt blieb sie vor der völlig zur Salzsäule erstarrten Brenda stehen, blickte sie sanft an und sagte leise: „ Brenda, die Stunden, die wir miteinander verbringen sind so wunder wunderschön. Aber...ich will mehr! Ich will mit dir zusammen sein! Nicht nur ein bis zweimal in der Woche für ein paar Stunden, sondern immer, verstehst du das?“ Brenda wurde abwechselnd heiß und kalt: Sie hatte so gehofft, dass dieser Tag nie kommen würde. Dass sie sich nie zwischen Sharon und Fritz entscheiden müsste. Sharon und Fritz. Sie stand zwischen einer Frau und einem Mann – wow, das war eine Prämiere in ihrem Leben! - zwischen zwei Menschen, die ihr unendlich viel bedeuteten. Fritz war ihr Ehemann – sie hatte ihn, im Gegensatz zu ihrem ersten Mann, aus Liebe geheiratet. Sie hatte mit ihm alt werden wollen. Sogar ein Kind war geplant gewesen. Sie liebte Fritz auch jetzt noch und bereute ihre Heirat nicht eine Sekunde lang. Ihre Ehe lief fantastisch! Aber dann war da noch Sharon, ihre wundervolle Sharon… Als sie einander kennen lernten deutet nichts, aber auch gar nichts auf das hin, was da jetzt zwischen ihnen geschah. Brenda konnte sich ein Grinsen nicht verkneifen: Hätte man ihr noch vor einem Jahr erklärt, sie würde sich auf eine Affäre mit Captain Sharon Raydor einlassen – sie hätte ihn für verrückt erklärt! Naja, irgendwie war das Ganze ja auch verrückt: Sie saß hier in einem Hotelzimmer, in einen Bademantel gehüllt, auf einem Bett, in welchem sie noch vor einer Stunde mit Sharon…oh Mann, das war definitiv verrückt. Doch irgendwie auch wieder nicht. Denn offen gestanden, hatte es schon bei ihrer ersten Begegnung gefunkt. Nur die Art, wie Brenda es interpretiert hatte, war völlig falsch gewesen – ein Phänomen, das ihr sonst nie unterkam…
„ Verflixt und zugenäht!“, rutschte es ihr plötzlich heraus. Auweia! Sharon blickte sie irritiert und etwas verunsichert an: „ Wie meinst du das?“ Brenda hüstelte verlegen: „ Nicht so wichtig…Aber was erwartest du von mir? Soll ich Fritz verlassen?“ Sharon wurde ernst: „ Offen gesagt, ist es genau das, was ich will, ja!“ Brenda war fassungslos: „ A…aber.“ Die Brünette seufzte und fasste sie bei der Hand. „ Brenda schau“, begann sie, „ Für Menschen wie mich ist es nicht gerade einfach eine Beziehung einzugehen. Zumal, wenn man…du weißt schon...na, wenn man als Frau eine Frau liebt. Allein ein Coming-out zu wagen ist in meiner Position schon fast ein Todesurteil. Wer will schon eine Lesbe als Vorgesetzte haben? Nein warte“, unterband sie den Versuch eines Einwands von Brenda und fuhr fort, „ Ich weiß, du gibst es nicht gern zu, aber gerade bei uns im öffentlichen Dienst ist dieses Thema ein absolutes Tabu. Jahrelang habe ich meine sexuelle Gesinnung geheim gehalten, aus Angst vor Anfeindungen. Ich habe sogar einen Mann geheiratet, nur um gut getarnt zu bleiben. Ja ich habe mich fast geschämt, nicht so zu sein, wie andere Menschen! Doch dann lernte ich dich kennen und es war um mich geschehen.“Brenda kicherte: „ Na, das hast du gut überspielt.“ –
„ Das ist nicht witzig, Brenda Leigh Johnson!“, sagte Sharon ein wenig gekränkt, nickte dann aber verlegen, „ Ja ich weiß, ich hab mich aufgeführt wie ein Miststück. Ich habe mich in deine Ermittlungen eingemischt und die Arbeit von dir und deinem Team in Frage gestellt. Das war ungerecht, denn in Wirklichkeit war ich beeindruckt von eurem Zusammenhalt. Jeder steht für jeden ein. Und gemeinsam wird der Fall gelöst. Stück für Stück. – Und das ist allein dein Verdienst.“ Sie lächelte und strich Brenda über die Wange: „ Mag sein, dass ich älter bin als du und vielleicht etwas mehr Erfahrung habe…aber die Arbeit, die du leistest, Brenda, macht das alles wett. Zum ersten Mal während meiner Zeit im Polizeidienst habe ich jemanden gefunden, der mit mir auf Augenhöhe steht. Und davon abgesehen“, sie räusperte sich und schmunzelte nervös, „ bin ich zum ersten Mal in meinem Leben wirklich…also ich meine. – Ach verdammt, ich bin zum ersten Mal wirklich verliebt!“, jetzt hielt Sharon nichts mehr, „ Ich liebe dich Brenda. Mehr als du dir vorstellen kannst! Und ich schäme mich auch nicht wieder dafür…so wie ich es früher tat, wenn eine Frau mir gefallen hat. Ich weiß nicht, es fühlt sich einfach richtig an.“ Da war sie wieder, diese Sachlichkeit. Das klingt fast so, als ob sie mir mitteilen wolle, dass die Sonne scheint, dachte Brenda leicht pikiert. Doch im selben Moment tat ihr dieser Gedanke leid, wusste sie doch, wie schwer es Sharon fiel, ihre Gefühle auszudrücken…und vielleicht hatte es ja auch damit zu tun, dass sie – Brenda – mit dieser Situation komplett überfordert war.
Dass Sharon in sie verliebt war, hatte sie schon gewusst. Dass auch sie tiefe Gefühle für sie hegte, stand auch außer Frage. Was Sharon aber nicht wusste war, dass Brenda sich Will Pope anvertraut hatte. Ihm konnte sie nichts vormachen, er kannte sie besser, als jeder andere. Wahrscheinlich sogar besser, als sie selbst. Schließlich hatte sie ihm von ihrer Affäre mit einer Frau erzählt, hatte aber nicht Sharons Namen genannt. Himmel, sie wusste genau, was Will von einer innerdienstlichen Liaison hielt. Ihr erging es auch nicht anders. Oder besser, ihr WAR es nicht anders ergangen, bis eine gewisse Frau… Er war schon überrascht gewesen, doch dann hatte er sich gefangen und sie gefragt: „ Liebst du sie?“ Die Frage war so schlicht über seine Lippen gekommen, als wäre es das einfachste der Welt. Aber es war nicht einfach! Nichts war mehr einfach! Immer, wenn sie mit Fritz schlief, sah sie Sharon vor sich. Jeden Morgen beim Aufwachen sah sie Sharon vor sich. Jeden Abend, bevor sie einschlief, sah sie Sharon vor sich. Sie träumte jede Nacht von Sharon… Sharon. Sharon. Sharon. „ Verflixt und zugenäht!“ Hoppla! Sie hatte es schon wieder gesagt. „ Oh Gott“, flüsterte Sharon mit piepsiger Stimme, „ Du siehst so süß aus, wenn du das sagst! Aber was zur Hölle willst du damit eigentlich sagen?“ Jetzt war es an Brenda, ihre Gedanken preis zu geben: „ Ich weiß nicht. Verflixt und zugenäht – das heißt so viel, wie…damit meine ich, dass…oh Gott Sharon, ich bin momentan so schrecklich verwirrt. Weißt du, mich überfordert die ganze Situation. Dass ich Fritz anlüge. Unsere Treffen.“, sie schluckte, „ Und dann meine Gefühlsachterbahn. Die Schmetterlinge in meinem Bauch, wenn ich dich sehe. Jeder Kuss. Jede Berührung. Die bittersüße Sehnsucht, wenn unsere Wege sich wieder trennen. Das habe ich noch nie zuvor erlebt. Es fühlt sich gut an und richtig. Es ist, als würde ich heimkehren.“ Ende der Durchsage. Dann folgten Minuten des Schweigens, in denen Brenda es nicht wagte, Sharon anzusehen. Ihr Herz klopfte, wie verrückt und ihr war ganz komisch im Kopf. Was war das denn jetzt? Hatte sie Sharon gerade ihre Liebe gestanden? Plötzlich brach Sharon das Schweigen. Ruhig und merkwürdig gelassen sagte sie: „ Es gibt da einen Film, der handelt von einer jungen Frau, die lesbisch ist. Sie begegnet einem Mann, der sich in sie verliebt und ihre Homosexualität einfach nicht hinnehmen möchte. Die Frau antwortet dann mit einem Satz, der sehr interessant und weise ist. Sie sagt nämlich: „ Wenn ich davon ausgehe, dass es auf der Welt vielleicht genau einen Menschen gibt, der perfekt zu mir passt, warum sollte ich dann von vornherein die Hälfte der Menschheit davon ausschließen?“ Was ich dir damit sagen will: Ich weiß, dass du Fritz liebst und dass du ihm nicht wehtun möchtest. Aber ich weiß, dass du auch mich liebst und es bedeutet mir unglaublich viel, das zu wissen. Was du allerdings daraus machst ist deine Sache, da kann ich dir nicht helfen. Fritz übrigens auch nicht. Allein du weißt, wer von uns perfekt zu dir passt! Ob Fritz. Ob ich. Oder keiner von uns beiden.“
Sharon ließ Brendas Hand los und küsste sie zärtlich auf den Mund. Er zeugte von tiefer Aufrichtigkeit, Liebe und Geduld. Aber trug auch einen Hauch von Abschied in sich. Langsam löste Sharon sich von ihr und schaute sie liebevoll an: „ Lass dir Zeit. Du weißt, wo du mich finden kannst. Adieu, Chérie.“ Sie schenkte ihr noch ein – ja fast wehmütiges – Lächeln, dann ging sie und Brenda blieb allein zurück…
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