When it's real, you can't walk away

von Nuddels
GeschichteRomanze / P12
John Roxton Marguerite Krux
21.07.2010
22.07.2010
2
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Titel: When it's real, you can't walk away
Rating: Für alle Altersklassen
Pairing: Marguerite/Roxton
Inhalt: Nach fast vier Jahren findet die Challenger-Expedition doch noch einen Weg nach Hause. Doch es ist viel Zeit vergangen und Veränderungen sind unausweichlich. Nicht alle können sich mit diesen anfreunden und besonders Marguerite hat so ihre Schwierigkeiten, die sie aber noch lange nicht zugeben will. Wie wird sie mit der größten Veränderung überhaupt umgehen?
Wichtig: Die FF spielt etwa 4 Monate nach 3x22 Heart of the Storm!
Anmerkung: Die FF ist nicht beta gelesen! Wer Fehler findet, darf sie behalten


1. Kapitel - Zurück in London

Vor zwei Monaten hatten sie einen Weg nach Hause gefunden und das Plateau verlassen. Marguerite hatte immer auf diesen Moment hingefiebert und dementsprechend hoch waren ihre Erwartungen gewesen, die am Ende leider enttäuscht worden waren. Ja, sie war darauf eingestellt gewesen, dass es in ihrem Leben einige Veränderungen geben würde, wenn sie erst wieder in London waren, aber so große Veränderungen? Außerdem hatte Marguerite niemals nur eine Sekunde daran gedacht, dass es vielleicht keine positiven Veränderungen sein würden. Stattdessen war sie fest davon überzeugt gewesen, dass alles wieder gut werden würde, wenn sie erst von diesem verdammten Plateau verschwunden waren – ein fataler Irrtum, wie die dunkelhaarige Frau nun wusste. Ihr Leben in London war ein Witz. Während sie vor einigen Jahren noch reich gewesen war, gehörte Marguerite nun eher zur Unterschicht und das war etwas, womit sie sich überhaupt nicht anfreunden konnte und eigentlich auch nicht wollte.

Aber was hatte sie schon für eine Wahl? Während Challenger endlich all die Anerkennung erhielt, nach der er sich seit Jahren gesehnt hatte, schien sich keiner so wirklich für Marguerite zu interessieren, die diese Expedition einst finanziert hatte. Auch Roxton stand im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit und dasselbe galt für Ned Malone, der einen Zeitungsartikel nach dem anderen veröffentlichte und nach den neuesten Gerüchten schrieb er derzeit sogar an einem Buch. Und was machte sie selbst? Gar nichts. Marguerite hatte kaum mehr Geld und versuchte nun irgendwie über die Runden zu kommen. Inzwischen hatte sie sich auch von den anderen abgesondert, weil es ihr einfach peinlich war. Seufzend dachte sie an die letzten Wochen auf dem Plateau zurück und schloss ihre Augen. Im Nachhinein war es eine schöne Zeit gewesen und überraschenderweise vermisste sie das Plateau wirklich! Es war verrückt, doch immerhin hatte sie dort ein recht schönes Leben und nicht ganz so viele Sorgen gehabt. Nachdem Veronica das Plateau hatte retten können, waren die letzten Wochen sogar irgendwie recht entspannt gewesen und da auch Ned wieder zu ihnen gestoßen war, war einfach alles perfekt gewesen. Wieso hatte Marguerite nicht früher erkannt, wie schön sie es dort eigentlich gehabt hatte?

Von der größten Veränderung hatte Marguerite allerdings erst vor einer Woche erfahren und sie wusste selbst noch nicht so ganz, wie sie damit umgehen sollte. Vielleicht hatte der Arzt sich ja einfach auch geirrt und sie war gar nicht schwanger? Allerdings bestand an dieser Diagnose gar kein Zweifel und im Grunde wusste sie das auch selbst. Ein kleiner Teil von Marguerite freute sich wirklich darauf, aber sie war einfach noch viel zu geschockt, um diese Freude auch zu zeigen. Außerdem hatte sie nicht die geringste Ahnung, wie sie Roxton davon erzählen sollte. Ja, natürlich war er der Vater und sie wusste auch ganz genau, wann es passiert war. In dieser verdammten Grabkammer, in der sie beide beinahe drauf gegangen waren. Marguerite öffnete ihre Augen wieder und blickte aus ihrem Fenster hinaus und beobachtete, wie die Regentropfen langsam auf das Pflaster der Straße prasselten. Konnte sie überhaupt eine gute Mutter sein? Davor hatte sie eindeutig die meiste Angst. Immerhin hatte Marguerite keine Kindheit gehabt und wusste gar nicht, wie es war, wenn man eine liebende Mutter hatte. Ganz sicher wusste sie, dass sie es allein nicht schaffen würde, was eigentlich nur einen Schluss zuließ.

Sie musste es Roxton sagen. Nicht nur deswegen, sondern auch, weil sie ihm das gar nicht verschweigen wollte. Doch irgendwie wollte sie es auch allein schaffen. Nur wie? Sie konnte wohl schon von Glück reden, dass sie nicht mehr gesucht wurde und auch ihre alten Kontaktleute keinerlei Interesse mehr an ihr zeigten. Nun war Marguerite nicht nur arm, ihr Leben war auch relativ langweilig geworden. Eine Person gab es allerdings schon, die sich ziemlich für sie interessierte. Ein älterer Mann mit dem Namen Edgar, der sich aber vor allem für das Plateau interessierte und sich einfach gerne die Geschichten von Marguerite erzählen ließ. Ein klein wenig an ihr war er natürlich auch noch interessiert und eigentlich war das sogar perfekt. Edgar war ein Millionär und schmückte sich gerne mit einer jüngeren Frau. Aber…es war fast schon unglaublich, dass es dieses Mal ein Aber gab. Bis vor einer Woche hatten nur ihre Gefühle für Roxton im Weg gestanden, nun auch noch sein Kind. Sobald der Millionär von dem Kind erfahren würde, würde er sie auf eine ganz bestimmte Weiße nicht mehr anziehend finden. Die Wahrheit war, dass Marguerite ihn sowieso nicht wollte. Nicht einmal wegen seinem Geld. Nach diesem Gedankengang lachte sie ein wenig und schüttelte ihren Kopf. Wie sehr dieses Plateau sie doch verändert hatte. Vor allem lag es aber an John, dass sie sich überhaupt verändert hatte. Wie oft hatte er ihr gesagt, dass sie ein viel besserer Mensch war, als sie es selbst glaubte? Scheinbar so oft, dass sie nun schon selber daran glaubte und einen Mann nicht mehr nur wegen dem Geld heiraten wollte.

Ihre momentane Situation war wirklich nicht besonders schön und Marguerite war viel zu stolz, um den einfachsten Weg zu gehen. Eigentlich musste sie Roxton nur von dem Kind erzählen und all ihre Sorgen würden ein Ende haben, oder? Er würde sie vermutlich sogar heiraten und ganz gewiss für das Kind sorgen. Ja, natürlich. Weswegen auch nicht? Er war ein toller Mann und nach den vier Jahren auf dem Plateau konnte sie das auch gar nicht mehr abstreiten. Vermutlich fiel Marguerite dieser Schritt so wahnsinnig schwer, weil sie wirklich in ihn verliebt war. Der erste Mann, den sie überhaupt jemals geliebt hatte und der sie auch liebte. Oder geliebt hatte? So genau konnte Marguerite es nicht sagen, was aber wohl vor allem ihre Schuld war. Sie hatte sich seit Wochen bei keinem mehr gemeldet und nach ihrem Liebesgeständnis in der Grabkammer hatte sich nicht mehr so viel ereignet. Zumindest nicht zwischen Roxton und ihr. Marguerite wusste allerdings sehr gut, dass sie es ihm sowieso sagen musste.

Irgendwann würde jemand mit bekommen, dass sie ein Kind erwartete, weil sich dieser Umstand nicht ewig verstecken ließ. Genau genommen ging es im Moment gerade noch so, aber wenn man ganz genau hinsah, konnte man sogar schon einen kleinen Bauch sehen. Sie war nun im 4. Monat und in ein paar Wochen konnte sie ihre Schwangerschaft wirklich nicht mehr verstecken. Marguerite legte eine Hand auf ihren Bauch und lächelte. Ja, für sie stand fest, dass sie dieses Kind aufziehen wollte. An eine Adoption hatte sie nicht eine Sekunde gedacht und wer ihre Geschichte kannte, würde das ohne weiteres nachvollziehen können. Marguerite fand es einfach nur schrecklich, dass ihr Kind sich irgendwann so fühlen könnte, wie es bei ihr der Fall war. Verloren und ungeliebt. Soweit würde sie es auf keinen Fall kommen lassen. Jetzt musste sie eigentlich nur noch ihren verdammten Stolz vergessen und Roxton einfach davon erzählen. Es ging einfach nicht anders, weil Marguerite es nicht allein schaffen konnte und vermutlich würde sie ohne Hilfe auch keine sonderlich gute Mutter werden.

Abgesehen davon, dass sie sich kein Kind leisten konnte, weil dieses gefüttert werden wollte und allerlei Dinge brauchte. Seufzend entfernte sie sich von dem Fenster und griff im nächsten Moment nach der Tageszeitung, auf der ihr ein Bild von George Challenger entgegen starrte. Er plante also schon die nächste Expedition, die definitiv nicht von ihr finanziert wurde. Würde Roxton auch teilnehmen? Rasch überflog sie den Text und suchte nach seinem Namen, den sie dann auch relativ schnell fand. Eigentlich wunderte es Marguerite nicht, dass er an dieser Expedition auch teilnehmen würde. Irgendwie war es schon verlockend…ob man sie mitnehmen würde? Wenn Marguerite an ihr Leben in London dachte, war das Plateau wirklich ein kleines Paradies, nach dem sie sich sehnte. Doch ihre Situation würde auch nicht einfacher werden, weil sie Roxton weiterhin davon erzählen musste, dass sie ein Kind von ihm erwartete.

Bevor Marguerite sich den Zeitungsbericht genauer durchlesen konnte, klingelte es an ihrer Türe, woraufhin sie ein wenig verwundert ihren Kopf hob. Es gab nicht viele Menschen, die sie in ihrer kleinen Wohnung besuchten. Genauer gesagt hatte sie gar keinen Besuch bekommen, seit sie hier wohnte und das war ihr auch nur recht so. Stirnrunzelnd legte sie die Zeitung weg und ging zu ihrer Wohnungstüre, die sie kurz darauf auch schön öffnete und augenblicklich erstarrte, als sie die Person dort erkannte. Roxton. Da stand zweifellos Roxton! Wie hatte er sie nur gefunden? Sie hatte doch keinem verraten, wo sie nun wohnte, aber ganz offensichtlich hatte es ihn nicht davon abgehalten, nach ihr zu suchen. Liebte er sie noch immer und stand nun deswegen hier oder war es etwas ganz anderes?

„Was machst du denn hier?", fragte sie ihn ein wenig barsch und biss sich auf ihre Unterlippe. Das war eine wirklich freundliche Begrüßung, aber Marguerite konnte ihre Verwunderung über diesen Besuch nicht wirklich vergessen. Außerdem stieg die Panik nun auch noch an. Was, wenn er die kleine Wölbung von ihrem Bauch sah und sofort wusste, was los war? Oder einfach nur Fragen dazu stellen würde? Sie wusste, dass sie es Roxton bald sagen musste, aber Marguerite wusste gar nicht so genau, ob sie jetzt schon bereit dazu war. Möglicherweise war es aber auch ganz gut so, weil sie ansonsten nur wieder und wieder nach Ausreden suchen würde, um ihm noch nichts zu sagen? Ja, wahrscheinlich.
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