Die Quelle

von LMR
GeschichteAbenteuer / P18
John Roxton Marguerite Krux
20.07.2010
19.09.2010
8
9885
 
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guten tag ;-)
wieder mal eine neue ff... und wie immer m/r. sind halt die besten! hoffe es gefällt euch!

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Genre: Abenteuer/Romantik  
Personen: M/R
Zeit: kurz nach Heart Of The Storm
Rating: ab 16
Spoiler: Resurrection/Trapped/Heart Of The Storm
Zusammenfassung: Marguerite und Roxton sind wieder einmal im Norden des Plateaus unterwegs und besuchen ein Dorf, dessen umliegende heiße Quellen heilende Kräfte besitzen sollen.

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„Ich versteh das einfach nicht!“
Marguerite konnte nun ihren Mund nicht mehr halten. Den ganzen Weg vom Baumhaus bis hierher, in die luftigen Höhen des nördlichen Plateaus hatte sie geschwiegen – was immerhin zwei ganze Tage in Anspruch genommen hatte. Sie waren mittlerweile bei der Schneegrenze angelangt und ihre dünnen Jacken hielten nur noch bedingt warm.
„Was ist?“ fragte Roxton. „Du hattest doch so gute Laune...“
„Ich wollte nur nett sein!“ brach es aus Marguerite heraus. Sie hatte das Gefühl, wenn sie ihrem Ärger jetzt nicht Luft machte, dann würde sie irgendwann demnächst platzen.
„Ich habe nicht gejammert, als George uns eröffnet hat, wir müssen UNBEDINGT unsere kostbare Freizeit opfern, um den zweiten Himalaya zu besteigen! Ich habe mich auch die letzten zwei Tage nicht beschwert, als mich Moskitos stachen, ich fast in einem reißenden Strom ertrank und mich ein Raptor fast zum Frühstück aß. Aber irgendwann ist Schluss! Warum kann Challenger uns nicht einmal Ruhe gönnen!“
Roxton schüttelte nur den Kopf. „Wir alle wollen doch von diesem Plateau herunterkommen, oder? Du weißt doch, dass die anderen drei auch unterwegs sind.“
„Ja, im Süden! Und ich muss schon wieder in dieser Kälte hier herumlaufen!“
Roxton grinste sie an. „Stimmt ja, wir waren hier doch schon einmal... aber da waren wir nicht ganz so weit oben...“
Marguerite seufzte nur. „Können wir nicht umkehren, John? Mir ist kalt.“
Roxton kam auf sie zu. Als er vor ihr stand, lächelte er sie an und fuhr mit seinem Daumen die Linie ihres Wangenknochens nach.
„Das können wir ändern“ sagte er leise und beugte sich vor. Marguerite schloss die Augen und genoss den sanften Kuss. Wie schaffte Roxton es nur immer wieder, sie so schnell zu besänftigen? Aller Ärger über Challenger und seinen Erkundungssinn waren verflogen; und ihr wurde tatsächlich etwas wärmer. Gerade als Roxton seine Arme um sie schlang und den Kuss vertiefte, knackte es in der Nähe. Roxton fuhr sofort herum und zückte sein Gewehr.
„Was war das?!“
Marguerite seufzte genervt. „Bitte nicht schon wieder!“
„Hast du das nicht gehört?“
„Klar, aber erinnert dich das nicht an was? An ein Ereignis, das schon länger zurückliegt?“
Roxton brauchte nicht lange in seinem Gedächtnis zu kramen, und begann zu lächeln. „Hoffentlich passiert nicht wieder so etwas furchtbares wie damals...“
Bevor Marguerite darauf antworten konnte, ertönte ein Schrei. Wieder zückte Roxton sein Gewehr und stellte sich schützend vor Marguerite. Die Vegetation so weit oben in den Bergen war spärlich, deshalb sahen sie den Mann schon von weitem auf sich zulaufen. Er brach vor ihren Füßen zusammen.
„Um Gottes Willen!“ rief Marguerite aus, als sie ihn genauer betrachtete. Er war noch ein halbes Kind, war abgemagert und übersät von Brandwunden. Fast die ganze Haut war rot und warf Blasen, an einigen Stellen war sie schon schwarz und abgestorben.
„Schnell John, wir müssen das mit Schnee kühlen!“ rief Marguerite und tat ihr Bestes, um den Jungen zu versorgen. Doch der packte sie mit letzter Kraft am Handgelenk und starrte sie an.
„Shhh, schon gut!“ sagte Marguerite beruhigend. „Streng dich nicht an, alles wird gut!“
Doch der Junge packte fester zu. „Der Berg“ murmelte er. „Feuer... Seyha...“
Dann verdrehte er die Augen und ließ Marguerites Handgelenk los. Roxton sah ihn sich genauer an. „Er ist tot...“ sagte er geschockt.
Marguerite schüttelte den Kopf. „Wovon hat er gesprochen?“
„Keine Ahnung“ Roxton zuckte mit den Schultern. „Hier sind überall Berge. Und wo hier in dieser Kälte Feuer sein soll...“
„Was machen wir nun mit ihm?“ fragte Marguerite. „Begraben wir ihn?“
„Können wir machen“ sagte Roxton. „Und dann würde ich sagen, folgen wir mal seiner Spur. Wer weiß, woher er kam?“
„Manchmal denke ich, dir würde ein bisschen weniger Abenteuersinn auch mal ganz guttun, John!“

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fs folgt?